21. August 2008

Greenpeace: Obst und Gemüse mit illegalen Pestiziden gespritzt

Themen: Gemüse,Pflanzenschutz,Umwelt,Verbände — info @ 10:08

‚Verbraucherbehörde verheimlicht verbotene Agrargifte im Essen‘
Hamburg (agrar.de) – Deutsches Obst, Gemüse und Getreide ist häufig mit illegalen und besonders gesundheitsschädlichen Pestiziden belastet. Dies geht aus einer Untersuchung von Greenpeace hervor, die auf Daten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) basiert. Neun Prozent (199 von 2176 Proben) der im Jahr 2006 behördlich nachgewiesenen Pestizide haben in Deutschland keine Zulassung. Die meisten illegalen Pestizide befanden sich in frischen Kräutern und Himbeeren (18 Prozent der Proben), gefolgt von Feldsalat, Birnen, Rucola und Johannisbeeren (6 bis 8 Prozent der Proben). Greenpeace hat die im Frühjahr 2008 veröffentlichten Daten ausgewertet, da das BVL seine Analysen nicht selbst auf illegale Pestizide überprüft.

„Viele deutsche Obstbauern und Landwirte verspritzen illegale und hochgefährliche Pestizide“, sagt Manfred Krautter, Chemieexperte von Greenpeace „Diese Gifte landen auf dem Teller der Verbraucher. Es ist ein Skandal, dass die oberste deutsche Verbraucherschutzbehörde ihre eigenen Labordaten nicht auf illegale Pestizide untersucht. So werden schwere Rechtsbrüche der Landwirte verdunkelt anstatt aufgeklärt.“

Insgesamt 59 in Deutschland verbotene Agrargifte spürten die Greenpeace-Experten nach eigenen Angaben in den behördlichen Untersuchungsergebnissen auf. 21 davon sind in der ganzen EU verboten. Drei Viertel dieser illegalen Wirkstoffe gelten als besonders gesundheits- und umweltschädlich. Sie stehen auch auf der „Schwarzen Liste der Pestizide“ von Greenpeace. In sechs Proben wurde die sogenannte akute Referenzdosis für Pestizide der Weltgesundheitsorganisation überschritten. Derart belastete Lebensmittel können bei Kindern akute Gesundheitsschäden hervorrufen.

Das BVL behinderte die Greenpeace-Studie und verweigerte die Herausgabe von Daten zu 30 Prozent der untersuchten Lebensmittel. Die Ergebnisse der Greenpeace-Untersuchung stützen sich somit auf 70 Prozent der Labortests. Von 2176 belasteten Obst-, Gemüse- und Getreideproben aus Deutschland, enthielten 199 Proben illegale Pestizide.

„Seit 2006 hat Greenpeace 15 Händler von illegalen Agrargiften gefunden und angezeigt“, sagt Krautter. „Die Agrarminister der Bundesländer müssen den Handel und Einsatz illegaler Pestizide durch die Landwirte wirksam unterbinden.“ Greenpeace fordert Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) zudem auf, die Lebensmitteldaten zukünftig auch auf illegale Pestizide auswerten zu lassen. Verstöße und deren Verursacher müssen sofort veröffentlicht werden.

Links zum Thema Lebensmittel,
Links zum Thema Pflanzenschutz.

20. August 2008

Deutsche Forstwirtschaft weist Vorwürfe des NABU zurück

Themen: Energie,Umwelt,Verbände,Wald — info @ 14:08

‚Holznutzung richtet sich nach überprüfbaren Regelwerken‘

Bonn (agrar.de) – Die deutsche Forstwirtschaft weist die Vorwürfe des NABU über den „Ausverkauf der deutschen Wälder“ und zum „Regiment der Axt“ scharf zurück. Sie seien völlig überzogen und entbehrten jeder Grundlage. Auch die Pauschalforderung einer zehnprozentigen Flächenstilllegung sei nicht wissenschaftlich hergeleitet und nur verbandspolitisch motiviert, erklärte der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR).

Die Wälder in Deutschland werden nachhaltig und gewissenhaft nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und forstlichen Regelwerken (Forsteinrichtung) von Ihren Eigentümern bewirtschaftet. Nach langer Zeit decken die Holzpreise in Deutschland die Bewirtschaftungskosten im Wald wieder. Nach jahrzehntelangen niedrigen Holzpreisen haben die Waldbesitzer nun die Möglichkeit, ihren nachwachsenden Rohstoff Holz zu angemessenen Preisen zu verkaufen. Hierbei spielt der Energieholzmarkt eine wichtige Rolle. Es ist gängige forstliche Praxis, dass gerade auf nährstoffarmen Standorten Nadeln, Blätter und Zweige im Wald verbleiben, um den Waldboden mit Nährstoffen zu versorgen. Diese Biomasse ist außerdem wichtiger Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen.

Die Aussagen des NABU werden durch Einzelfälle gespeist, die von den Forstbehörden im Rahmen der Landesgesetze überprüft und verfolgt werden. „Dass der NABU aufgrund der möglichen Verfehlungen einzelner weniger Waldbesitzer die gesamte Forstwirtschaft anprangert, ist völlig überzogen, so Dr. Carsten Leßner, Geschäftsführer des Deutschen Forstwirtschaftsrates. „Die Verknüpfung zum Bundeswaldgesetz ist nicht gerechtfertigt. Im Übrigen regeln die Landeswaldgesetze diese vom NABU angesprochen Punkte. Die Landeswaldgesetze sind sehr modern und werden regelmäßig aktualisiert“, so Leßner.

Auch der Forderung, 10 Prozent der Waldfläche ohne wissenschaftliche Grundlage unter Totalschutz zu stellen, erteilt der Deutsche Forstwirtschaftsrat eine Absage. Der NABU solle gemeinsam mit der Deutschen Forstwirtschaft an einer naturnahen, nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder arbeiten. Nur so lassen sich die Ziele zum Klimaschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt erreichen.

Wälder pauschal aus der Nutzung zu nehmen ist dagegen kontraproduktiv für den Klimaschutz, denn nur genutztes Holz ist ein langfristiger CO2 Speicher.

In deutschen Wäldern wird Holz nachhaltig und ökologisch produziert. Die Herkunft und Produktionsbedingungen von importiertem Holz sind dagegen oft unbekannt. Importiertes Holz stammt häufig aus illegalem Einschlag. „Hier wünsche ich mir eine verstärkte Unterstützung des NABU, gemeinsam mit dem Deutschen Forstwirtschaftsrat gegen den illegalen Holzeinschlag und die Tropenwaldzerstörung vorzugehen und eindeutige Forderungen an die Politik zu stellen“, so Leßner.

Links zum Thema Wald und Forst,
Links zum Thema Verbände.

Österreich: Versorgungsbilanzen für den tierischen Sektor

Themen: Lebensmittel,Österreich,Statistik — info @ 11:08

Wien (agrar.de) – Im Rahmen der Versorgungsbilanzen wurden für das Kalenderjahr 2007 sowohl das Aufkommen als auch die Verwendung wichtiger tierischer Erzeugnisse ermittelt. Nach den Berechnungen der Statistik Austria wurden von der heimischen Landwirtschaft 898.000 t Fleisch, 3,16 Mio. t Kuhmilch, 1,59 Mrd. Stück Eier und 3.300 t Fisch für den in- und ausländischen Markt produziert.

Unter Berücksichtigung des Außenhandels mit Lebensmitteln standen den Österreicherinnen und Österreichern für die Ernährung rund 833.000 t Fleisch, 755.500 t Trinkmilch, 157.300 t Käse, 41.700 t Butter, 1,96 Mrd. Stück Eier und 68.700 t Fisch zur Verfügung. Nachstehende Tabelle zeigt den Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Lebensmittel. Teile der tierischen Produkte wurden von der heimischen Landwirtschaft über den Inlandsbedarf hinaus, für den Exportmarkt, produziert. Der Grad der Selbstversorgung von Konsummilch lag bei 148 Prozent, von Rind- und Kalbfleisch bei 147 Prozent, von Schweinefleisch bei 101 Prozent und von Käse (einschl. Schmelzkäse) bei 107 Prozent. Eine hohe Bedarfsdeckung konnte auch bei Butter und Eiern mit jeweils 77 Prozent, bei Lammfleisch mit 75 Prozent und bei Geflügelfleisch mit 72 Prozent erreicht werden.

Pro-Kopf-Verbrauch ausgewählter Lebensmittel
Produkt – Einheit – Verbrauch 2007
Fleisch insgesamt – kg – 100,2
– Rind- und Kalb – kg – 18,2
– Schwein – kg – 58,0
– Geflügel – kg – 19,8
– Sonstiges (Wild, Lamm, Innereien) – kg – 4,2
Fische – kg – 8,3
Eier – Stück – 236
Butter – kg – 5,0
Käse (einschl. Schmelzkäse) – kg – 19,0
Trinkmilch – kg – 90,9

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Land Österreich.

Brandenburg: Gewerbliche Rinderschlachtungen rückläufig

Themen: Brandenburg,Fleisch,Statistik,Wirtschaft — info @ 11:08

Potsdam (agrar.de) – Im ersten Halbjahr 2008 wurden 9.815 Rinder (ohne Kälber) inländischer Herkunft gewerblich geschlachtet. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, entsprach das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang um 42,4 Prozent.

Die Zahl der gewerblichen Schweineschlachtungen inländischer Tiere ist im ersten Halbjahr 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur geringfügig (0,3 Prozent) auf 775.167 Tiere gestiegen. Dagegen wurden mit 122.095 Tieren 49,6 Prozent mehr Schweine ausländischer Herkunft (vor allem aus Dänemark) geschlachtet.

Bei den gewerblichen Schafschlachtungen war mit 40.101 Schlachtungen gegenüber dem Vorjahreshalbjahr ein Anstieg um 18,8 Prozent zu verzeichnen.

Da weniger Rinder gewerblich geschlachtet wurden, kam es zu einer Reduzierung der Schlachtmenge bei diesen Tieren. Sie verringerte sich von 5.680 Tonnen im ersten Halbjahr 2007 auf 3.052 Tonnen im ersten Halbjahr 2008 (–46,3 Prozent). Bei den Schweinen vergrößerte sich deren Schlachtmenge in den ersten sechs Monaten 2008 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent auf 80.963 Tonnen. Die wesentliche Ursache war der deutliche Anstieg der Schlachtungen von Schweinen aus dem Ausland. Die Schafschlachtmenge stieg im betrachteten Zeitraum auf 882 Tonnen (+18,9 Prozent).

Der Anteil des Schweinefleisches an der gewerblichen Fleischproduktion (ohne Geflügelfleisch) lag bei 95,2 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 (Vergleichszeitraum 2007: 92,2 Prozent). Der Rindfleischanteil (ohne Kälber) umfasste 3,6 Prozent (Vergleichszeitraum 2007: 6,7 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Brandenburg.

19. August 2008

Hausschlachtungen in Thüringen mit sinkender Tendenz

Themen: Fleisch,Statistik,Thüringen,Tiere — info @ 11:08

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen werden nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik immer weniger Tiere hausgeschlachtet. Entfielen Anfang der neunziger Jahre ca. 9 Prozent der Gesamtschlachtungen (tauglich beurteilte Tiere) auf Hausschlachtungen, bewegt sich deren Anteil nach der Jahrtausendwende zwischen 2,5 und 1,5 Prozent – bei abnehmender Tendenz.

Die Hausschlachtungen, die maßgeblich von den Schweineschlachtungen bestimmt werden, erreichten im Jahr 2007 nur noch ein Viertel der Schlachtungen von 1991. Mit einem Rückgang der Schweineschlachtungen in diesem Zeitraum um knapp 80 Prozent verringerte sich der Anteil der hausgeschlachteten Schweine an den Hausschlachtungen insgesamt von 92 Prozent im Jahr 1991 auf 79 Prozent im Jahr 2007.

Bis Juni 2008 wurden in Thüringen 13.281 Tiere, 853 Tiere weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, auf dem Hof des Tierbesitzers oder in Lohnschlachtung in Schlachtstätten für private Tierhalter geschlachtet. Der Anteil der Hausschlachtungen an den Gesamtschlachtungen lag mit 1,5 Prozent auf dem Niveau des Vorjahresberichtszeitraums.

Im Einzelnen wurden 10.510 Schweine (79,1 Prozent an Hausschlachtungen), 1.427 Rinder (10,7 Prozent), 83 Kälber (0,6 Prozent), 961 Schafe (7,2 Prozent), 281 Ziegen (2,1 Prozent) und 19 Pferde (0,1 Prozent) über Hausschlachtungen der Verwertung zugeführt.

Die Schlachtmenge aus den Hausschlachtungen betrug im ersten Halbjahr dieses Jahres 1.454 Tonnen Fleisch und fiel somit um 6,5 Prozent geringer aus als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr 2008 kamen 1,6 Prozent der insgesamt erzeugten Fleischmenge (91.735 Tonnen) aus dieser Schlachtungsart. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres entfielen mit 1.556 Tonnen 1,7 Prozent der Schlachtmenge insgesamt auf Hausschlachtungen.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Thüringen.

Ökolandbau in Schleswig-Holstein wächst weiter

Kiel (agrar.de) – Die ökologisch bewirtschaftete Fläche, die das Land Schleswig-Holstein fördert, wächst weiter. Diese erfreuliche Nachricht konnte Landwirtschaftsminister Dr. Christian von Boetticher heute nach Auswertung des diesjährigen Antragsverfahrens bekannt geben. 50 Öko-Betriebe können in diesem Jahr neu in die Förderung aufgenommen werden. Auch Höfe, die ihre landwirtschaftliche Fläche erweitert haben,
bekommen hierfür eine ergänzende Förderung.

Die geförderte Fläche wächst um rund 2.500 Hektar von bisher rund 26.500 auf 29.000 Hektar. „Damit unterstützt Schleswig-Holstein trotz knapper Kassen weiterhin die Umstellung auf Ökologische Anbauverfahren“ sagte von Boetticher. Die Kosten für die Förderung konnten in den vergangenen Jahren deutlich verringert werden. „Mit weniger Geld fördern wir heute mehr Fläche als im Jahr 2005, weil wir die Gelder zielgerichtet dort konzentrieren, wo sie für die Produktion ökologischer Lebensmittel benötigt werden“ sagte er. Lagen die Ausgaben damals noch bei 4,9 Millionen Euro, waren es im vergangenen Jahr 4,1 Millionen Euro.

In den ersten beiden Umstellungsjahren erhalten die Betriebe eine erhöhte Prämie von 262 Euro pro Hektar Acker oder Grünland. Ab dem dritten Jahr sind es 137 Euro pro Hektar. Für Gemüseflächen gibt es 693 Euro pro Hektar in den ersten beiden Jahren und 271 Euro pro Hektar ab dem dritten Jahr. Für Dauerkulturen betragen die Fördersätze entsprechend 1.107 bzw. 662 Euro pro Hektar.

Die Förderung Ökologischer Anbauverfahren erfolgt im Rahmen des Zukunftsprogramms ländlicher Raum. Die EU beteiligt sich zu 55 Prozent an der Finanzierung. Das Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein wird kofinanziert aus den Europäischen Strukturfonds EFRE, EFS, ELER und EFF.

Links zum Thema Bio-Landbau.

18. August 2008

NABU kritisiert Ausverkauf in Deutschlands Wäldern

Themen: Umwelt,Verbände,Wald — info @ 10:08

Berlin (agrar.de) – Mit Blick auf den Klimawandel und den derzeitigen Ausverkauf der Wälder für die Energieproduktion hat der NABU die Bundesregierung davor gewarnt, die Novellierung des Bundeswaldgesetzes weiter auf die lange Bank zu schieben.

„Derzeit regiert leider die Axt im deutschen Wald. Obwohl die Novellierung des Bundeswaldgesetzes im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, steht ein neues, ökologisch anspruchsvolles und zukunftsfähiges Gesetz weiter in den Sternen. Seit drei Jahren ist nichts passiert „, kritisierte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Wenn die Bundesregierung es mit der nachhaltigen Waldbewirtschaftung ernst meine, müsse sie zügig die Weichen für eine umweltschonende Waldpolitik stellen, um das Vorhaben noch in dieser Legislaturperiode zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

Ein aktuelles Problem sei auch die mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien steigende Nachfrage nach Holzbiomasse. Es werde nicht nur deutlich mehr Holz geschlagen, sondern es gebe auch eine verstärkte Nutzung des Restholzes von Einschlägen im Wald. Früher konnten sich diese Baumreste zersetzen und im Kreislauf des Waldes verbleiben. Angesichts des Booms von Holzkraftwerken und Pelletfabriken werden diese Reste zunehmend verwertet. Damit verschwindet auch der unersetzliche Lebensraum für viele hoch spezialisierte Tiere und Pflanzen. Es drohten Nährstoffmangel und Artenarmut im Wald.

„Wir brauchen Konzepte, um den Hunger nach nachwachsenden Rohstoffen mit einem intakten Ökosystem Wald in Einklang zu bringen“, so Miller. Dazu müssten zehn Prozent der Waldfläche als „Urwald von morgen“ nach 2020 komplett aus der Nutzung genommen werden, der Anbau schnellwüchsiger fremdländischer Nadelbäume wie die Douglasie begrenzt und der Vertragsnaturschutz gestärkt werden.

„Die Novellierung des Bundeswaldgesetzes ist ein wichtiger Baustein zum Schutz des Waldes und zur Sicherung des nationalen Naturschutzes. Artensterben und Klimawandel sollten Anlass genug sein, das Vorhaben nicht weiter auf den Sankt Nimmerleinstag zu verschieben“, betonte Miller.

Der Wald in Deutschland bedeckt eine Fläche von 11,1 Millionen Hektar, was etwa einem Drittel der Landfläche entspricht. Die Hälfte der Wälder ist im Besitz von Bund, Ländern und Gemeinden.

Seine Forderungen hat der NABU in der Broschüre „Waldwirtschaft 2020“ zusammengefaßt.

Links zum Thema Wald und Forst,
Links zum Thema Verbände.

15. August 2008

Beifuß-Ambrosie erreicht Norddeutschland

Themen: Niedersachsen,Pflanzen,Pflanzenschutz,Umwelt — info @ 14:08

Unkraut mit hohem allergenen Potenzial breitet sich aus
Hannover (agrar.de) – Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia), eine ursprünglich in Nordamerika beheimatete Pflanze, macht sich in Europa breit. Über den Mittelmeerraum hat sie nun auch Deutschland erreicht und ist bis nach Niedersachsen vorgedrungen.

Die ausgewachsene Pflanze wird 20 bis 150 cm groß. Sie ist oft buschig verzweigt. Der Stängel ist rötlich gefärbt, abstehend behaart und die doppelt fiederschnittigen Blätter sind von beiden Seiten grün. Die ährenähnlichen Blütenstände bilden das Ende der Sprosse.

Jetzt im August beginnt die Blütezeit des unscheinbaren Unkrautes. Besonders in dieser Zeit ist die Beifuß-Ambrosie bei Allergikern besonders gefürchtet. Schon wenige Pollen (5 ‑ 10 Pollen pro Kubikmeter Luft) können einen allergischen Anfall mit brennenden Augen, gereizten Schleimhäuten sowie Niesanfällen auslösen. Hautkontakte können zu entzündlichen Reaktionen führen. Eine Pflanze kann bis zu einer Million Pollen bilden.

Viele Ambrosia-Allergiker bekommen Asthma, andere entwickeln Kreuzallergien zu anderen Pflanzen oder Stoffen. Auch bisher unempfindliche Menschen können durch die Beifuß-Ambrosie Allergien entwickeln.

Nach bisherigen Erkenntnissen gelangen die Pflanzensamen vorwiegend über Vogelfutter nach Deutschland. Auch Futter für Geflügel, Sittiche, Kanarien und Papageien sowie Saatgut für Blühstreifen können Ambrosia-Samen enthalten.

Futterstellen, Blühstreifen und Schnittblumenfelder, auf denen Vogelfutter ausgesät wurde, sind deshalb besonders genau auf Beifuß-Ambrosien zu untersuchen. Darüber hinaus wächst die Pflanze an Straßenrändern, entlang der Autobahnen, in Neubaugebieten oder auf Schutthalden, Erdausschüttungen, Ackerrändern, Wildäckern und Baustellen.

Die Pflanzen, die bisher eher vereinzelt auftreten, sollten umgehend gerodet oder abgemäht werden, rät die Landwirtschaftskammer Niederachsen. Beseitigte Pflanzen sind im Restmüll zu entsorgen und dürfen auf keinen Fall kompostiert oder verfüttert werden.

Während der Blüte, die bis in den Oktober andauert, sollten Allergiker diese Arbeiten nicht durchführen. Alle anderen sollten sich mit Handschuhen, Staubmaske und Schutzbrille schützen.

Müssen größere Bestände während der Blüte beseitigt werden, besteht die Gefahr einer allergischen Sensibilisierung. Bekämpfungsaktionen sind deshalb in die Nachmittagsstunden zu verlegen, da die Pollen hauptsächlich am Vormittag freigesetzt werden. Außerdem sollten die Pflanzen vor dem Ausreißen oder Mähen befeuchtet werden.

Allerdings werden Beifuß-Ambrosien nur selten erkannt. Oft werden sie mit anderen Pflanzenarten wie Beifuß, Weißem Gänsefuß, Hundspetersilie oder Wilder Möhre verwechselt.

Ambrosia-Funde in Niedersachsen sind dem Pflanzenschutzamt der Landwirtschaftskammer Niedersachsen zu melden. Besteht bei der Identifizierung der Pflanze Unsicherheit, sollte ein Fachmann, z. B. ein Pflanzenschutzberater der Landwirtschaftskammer, hinzugezogen werden. Die gemeldeten Pflanzen werden dem Julius-Kühn-Institut (JKI) – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen – mitgeteilt. Das JKI koordiniert das nationale Aktionsprogramm Ambrosia seit 2006.

Links zum Thema Neophyten.

Niedersachsen: Landvolk richtet Börse für Mist und Gülle ein

Themen: Düngung,Handel,Niedersachsen,Verbände — info @ 12:08

Hannover (agrar.de) – Rasant gestiegene Kosten für Mineraldünger haben bei den Bauern auch die Wertschätzung für Wirtschaftsdünger wie Mist und Gülle gesteigert. Doch während viehstarke Betriebe oft „zuviel des Guten“ haben, fehlt es den Ackerbaubetrieben meist an Wirtschaftsdünger, um ihr Mineraldüngerkonto zu entlasten. Damit der Ausgleich klappt, hat das Landvolk Niedersachsen jetzt eine „Düngerbörse“ eingerichtet.

Über das verbandseigene Netzwerk können so auf schnellstem Wege Interessenten zusammengebracht werden. Ansprechpartner sind die Geschäftsstellen der Kreislandvolkverbände. Wer Dünger abgeben oder aufnehmen will, kann dort seine Kauf- oder Verkaufwünsche einfach im Lande verbreiten lassen. Gezielt kann nach bestimmten Düngerarten unterschieden werden, und eine Definition der handelbaren Stoffe stellt sicher, dass keine möglicherweise problematischen Stoffe aus Abfallanlagen gehandelt werden. Außerdem fordert die Suchmaske nur zur Eingabe von Landwirten aus Niedersachsen als Kunden auf. Die Datenbank arbeitet nach dem bereits beim Handel von Prämienzahlungsansprüchen bewährten Muster und ist lediglich eine Kommunikationsplattform. Damit sollen auch keine bestehenden Geschäftsbeziehungen gestört werden.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Beratung und Maschinenringen in den „Grünen Zentren“ können aber auch weiter gehende Fragen fachkundig beantwortet werden. Noch bis Ende August läuft die Börse zum Ausprobieren kostenlos, danach berechnen die Landvolkverbände 15 Euro pro Eintrag.

Links zum Thema Verbände.

Rheinland-Pfalz: Halbzeitbilanz bei ‚Partnerbetrieb Naturschutz‘

Themen: Förderung,Naturschutz,Rheinland-Pfalz — info @ 10:08

Margit Conrad: „Chancen für Landwirtschaft und Naturschutz in Modellprojekt ausloten“
Mainz (agrar.de) – 18 Betriebe in ganz Rheinland-Pfalz beteiligen sich am bundesweit einzigartigen Projekt „Partnerbetrieb Naturschutz“, das ein neues Modell der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auslotet. Es findet im Rahmen des rheinland-pfälzischen Programmes im Jahr der Biodiversität mit seinen Schwerpunkten Wasser, Wald, Klima und Landwirtschaft sowie einer Vielzahl von Veranstaltungen statt.

Heute steht „Landwirtschaft und Biodiversität“ im Mittelpunkt. Umweltministerin Margit Conrad besuchte in Wörrstadt-Rommersheim/Rheinhessen den Partnerbetrieb „Eichenhof“ von Landwirt Klaus Kussel. Dort zog sie zur Halbzeit des auf 3 Jahre angelegten und Anfang 2007 begonnenen landesweiten Modellvorhabens ein erstes Fazit. „Das ,Modellprojekt Partnerbetrieb Naturschutz´ verfolgt eine Strategie im Interesse von Kulturlandschaft, Artenschutz und Landwirtschaft. Die Partnerschaft zwischen Naturschutz und Landwirtschaft spielt bei der Sicherung der Biodiversität eine Schlüsselrolle. Es zeigt sich schon jetzt, dass Landwirtschaft und Naturschutz gleichermaßen profitieren, wenn ihre Interessen zusammengeführt werden“, stellte Umweltministerin Conrad fest.

Die Projektbetriebe haben seit dem letzten Antragsverfahren mehr Flächen für eine Förderung im Programm Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa) angemeldet als früher und sie ziehen unmittelbaren Nutzen aus dem Beratungs-, Förderungs- und Fortbildungsangebot des Projektes für ihren Landwirtschaftsbetrieb.

„Naturschutz durch Nutzung“ wurde auch bei der Neukonzeption der PAULa-Vertragsnaturschutz-Programme zugrunde gelegt. Rheinland-Pfalz ist hier im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt. Bei der Neuausrichtung des Vertragsnaturschutzes wurden verstärkt betriebsorganisatorische Aspekte berücksichtigt, die Programmpalette wurde erweitert und die Bewirtschaftungsvorgaben flexibilisiert. Auch bei der Beratung im Vertragsnaturschutz liegt Rheinland-Pfalz mit dem landesweiten PAULa-Beraterteam in Deutschland auf einer Spitzenposition.

Modellprojekt integriert Naturschutz in Bewirtschaftung der Fläche

Das Modellprojekt „Partnerbetrieb Naturschutz“ folgt dem Ansatz des „Naturschutzes durch Nutzung“, der die Landwirte als ebenso wichtige Partner einbezieht wie den Naturschutz. Die Belange der Natur werden von der ganzen Fläche aus betrachtet und nicht auf die Nischen der Schutzgebiete reduziert.
Conrad: „Unser Modellprojekt ist eine konsequente Fortentwicklung des kooperativen und freiwilligen Ansatzes der Vertragsnaturschutzprogramme, die ein wesentliches Standbein von „Naturschutz durch Nutzung“ darstellen. Es will die Integration der Belange der Natur in die Bewirtschaftung der Flächen und in die Betriebs- und Ertragsplanung. Deshalb werden auch alle Flächen eines Betriebes einbezogen und nicht allein die aus ökologischer Sicht wertvollen Einzelflächen.“

Ziel des Modellprojekts „Partnerbetrieb Naturschutz“ ist es, ein praxistaugliches Instrument zu schaffen, mit dem Naturschutz- und Landwirtschaftsinteressen im konkreten Betrieb optimiert werden:
• Landwirte sollen bewusst die Belange der Natur stärker berücksichtigen.
• Der Naturschutz soll mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Landwirtschaft entwickeln

Land fördert
Das Umweltministerium hat das Modellvorhaben initiiert, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach ist Kooperationspartner des Projektes, das vom Land mit 225.000 Euro finanziert wird.
Als Teil der Veranstaltungsreihe, die die 9. UN-Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt in Rheinland-Pfalz begleitet, steht „Partnerbetrieb Naturschutz“ für die Umsetzung der dort formulierten Ziele.

Die beteiligten Betriebe erhalten:
• Eine Naturschutz-Potenzialanalyse
• Eine interdisziplinäre Beratung von Naturschutz- und Landwirtschaftsberatern
• Eine im Dialog entwickelte Betriebsentwicklungsplanung mit besonderer Ausrichtung auf den Vertragsnaturschutz
• Eine Förderung im Rahmen der PAULa-Programme (soweit gewünscht)
• Qualifizierungsangebote

4 Phasen
Das Projekt startete Anfang 2007 und läuft bis September 2009.

Es durchläuft 4 Phasen:
• Die ersten beiden Phasen, die Betriebsauswahl und die Erfassung der Betriebs- und Flächendaten, sind abgeschlossen.
• In der nun fast abgeschlossenen 3. Phase wurde das Naturschutzpotenzial der beteiligten Betriebe ermittelt – z.B. Potenziale für Vertragsnaturschutzmaßnahmen (u.a. Anlage von Ackerrandstreifen, Aufwertung der Landschaftsstruktur durch Baum- und Gehölzpflanzungen, naturverträgliche Düngemethoden, Optimierung von Nutzungszeiträume im Hinblick auf Tier- und Pflanzenarten). Zum Aufbau eines gesamtbetrieblichen Konzeptes werden alle Betriebsflächen berücksichtigt.
• Auswertung und Überprüfung des Programms erfolgen in der jetzt anlaufenden 4. Phase. Am Ende des Projekts wird ein praxistaugliches Instrument vorliegen, das für alle interessierten Betriebe im Land einsetzbar ist und einen Teil der Biodiversitätsstrategie des Landes darstellt.

Links zum Thema Landschaft und Natur,
Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 >>



   (c)1997-2017 @grar.de