27. August 2008

NRW: Honig auf dem Prüfstand

Themen: Bienen,Lebensmittel,Nordrhein-Westfalen — info @ 11:08

Bonn/Münster (agrar.de) – Viel Arbeit wartet auf die Prüfer am Wochenende, wenn die besten Honige aus Westfalen-Lippe auf dem Prüfstand stehen. 1,5 Tonnen Honig müssen in der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. September, von den Honigprüfern des Landesverbandes Westfälischer und Lippischer Imker sowie den Experten des Bieneninstitutes der Landwirtschaftskammer gewogen, probiert und bewertet werden.

Das Team der Tester erwartet fast 1.000 Honige, was einer Menge von 3.000 Ein-Pfund-Gläsern entspricht. Die mehr als 30 Helfer haben Erfahrung in der Bewältigung dieser Honigmenge, denn die landesweite zentrale Honigbewertung wird seit vielen Jahren in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer durchgeführt. Die Palette der Honige reicht von Frühtrachthonigen aus Obst, Löwenzahn und Raps bis hin zu Sommerhonigen aus Linde, Robinie und Edelkastanie sowie würzig-dunklen Honigtauhonigen. Der Reichtum an Honigvariationen aus Nordrhein-Westfalen macht die Verkostung zu einem besonderen Genuss. Prüfer wie Helfer freuen sich schon jetzt auf die süße Geschmacksvielfalt aus dem Honigland NRW.

Der beste Honig aus Westfalen-Lippe wird am 19. Oktober auf dem Honigtag im Maximilianpark in Hamm offiziell prämiert. Bis dahin geben weitere chemische Analysen Auskunft über Naturbelassenheit und Reinheit der Honige. Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Vortragsveranstaltung statt.

In diesem Jahr haben die Imker in Nordrhein-Westfalen zwischen 20 und 30 Kilogramm Honig je Bienenvolk geerntet. Die Erträge aus der Frühjahrs- und Sommerernte waren zufriedenstellend. Besonders in waldreichen Gebieten konnten würzige, dunkle Sommerhonige geerntet werden.

Die Deutschen sind Weltmeister im Honigkonsum. Mehr als ein Kilogramm des süßen Brotaufstriches verzehrt jeder Bundesbürger im Jahr. Ein Fünftel davon wird aus der heimischen Produktion der 90.000 im Deutschen Imkerbund organisierten Imker gedeckt. In Nordrhein-Westfalen halten etwa 9.000 Imker 61.000 Bienenvölker. Die fleißigen Bienen produzieren in NRW im Jahr etwa 1.800 Tonnen Honig im Wert von etwa 15 Millionen Euro.

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DBV: Bode fälscht Klimabilanz

Themen: Klima,Verbände — info @ 11:08

Verband: Soll und Haben gehören immer zusammen
Berlin (agrar.de) – Der Vorsitzende von Foodwatch, Thilo Bode, hat aufgrund einer Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung die Landwirtschaft als wichtigsten Emittenten von Treibhausgasen ausgemacht. Dabei stellte er die Landwirtschaft auf eine Stufe mit dem Straßenverkehr. Die Methangasemission eines Rindes wurden mit den Klimagas­emissionen eines Autos verglichen. Der Deutsche Bauernverband (DBV) weist diese Vorgehensweise nach einer Prüfung der Studie ganz entschieden zurück, da sie nicht einem wissenschaftlich seriösen Anspruch gerecht wird.

Selbstverständlich sei es richtig, auch die Klimagasemissionen der Landwirtschaft bilanziell unter die Lupe zu nehmen, betonte der DBV. Grund­voraussetzung sei dann aber auch, die Bindung und Eliminierung von Klimagasen durch die Land- und Forstwirtschaft zu berück­sichtigen. Jedes Rind, das Klimagas emittiert, füllt seinen Pansen nicht an der Tankstelle, sondern durch Gras, Getreide und sonstige Ackerfrüchte. Diese Pflanzen wiederum benötigen existentiell für ihr Wachstum Klimagase wie CO2. Denn Pflanzen­wachstum ist nur möglich, wenn über Sonnenlicht und Fotosynthese aus CO2 und Wasser Kohlenhydrate werden. Das Bundesumweltamt bilanzierte deshalb, dass den Emissionen der Land- und Forstwirtschaft von 133 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr etwa eine Bindungs­wirkung von 168 Millionen Tonnen CO2 bzw. CO2-Äquivalent gegenübersteht. Per Saldo sind Land- und Forstwirtschaft also die einzigen Wirtschaftszweige, die mit ihrer Produktion zugleich auch Klimagase reduzieren und eine positive CO2-Bilanz haben.

Wer wie Thilo Bode diesen Zusammenhang übergeht und nur einseitig die Emissionen aufführt, betreibt Klimabilanz-Fälschung, kritisierte der DBV. Er schadet damit einer ernsthaften Auseinandersetzung darüber, was auch die Landwirtschaft zur Verringerung der Emissionen tatsächlich tun kann, von Leistungssteige­rungen der Tiere und der Pflanzen bis hin zur gezielten Düngung und Fütterung. Wenn es den deutschen Milchbauern heute gelingt, mehr als 28 Millionen Tonnen Milch mit rund 4 Millionen Milchkühen zu erzeugen, in Neuseeland für diese Milchmengen aber doppelt so viel Tiere gehalten werden, dann zeigt sich, dass die deutschen Bauern sehr wohl den Klimaschutz ernst nehmen und die Zeichen der Zeit erkannt haben, erklärte der DBV.

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Mehr Getreide und Mais in Nordrhein-Westfalen

Themen: Anbauflächen,Nordrhein-Westfalen,Statistik — info @ 10:08

Bonn (agrar.de) – Die Bauern in Nordrhein-Westfalen haben in diesem Jahr deutlich mehr Getreide und Mais angebaut als 2007. Rückläufig ist dagegen der Anbau von Kartoffeln, Raps und Zuckerrüben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der vom Statistischen Landesamt durchgeführten flächendeckenden Bodennutzungserhebung durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Die Bauern in Nordrhein-Westfalen beackern insgesamt knapp 1,069 Millionen Hektar Ackerland. Auf mehr als der Hälfte dieser Fläche, etwa 54 Prozent oder 575.000 Hektar, wächst Getreide. Wichtigste Getreideart ist unverändert der Winterweizen, dessen Anbau mit 291.000 Hektar gegenüber dem Vorjahr um fast neun Prozent beachtlich zunahm. Der Anbau von Wintergerste als Futtergetreide liegt unverändert bei 174.700 Hektar. Die Roggenfläche sank um acht Prozent auf 18.500 Hektar. Leicht um 2,2 Prozent stieg die Anbaufläche von Triticale, einer Kreuzung aus Weizen und Roggen, auf 53.000 Hektar. Ebenfalls leicht zugenommen hat die Sommer- und Braugerstenfläche, die um 6,5 Prozent auf 15.600 Hektar gewachsen ist. Auf den Äckern in NRW wächst 2008 etwa drei Prozent mehr Hafer. Insgesamt sind es nun 17.500 Hektar.

Rückläufig ist die Winterrapsfläche in NRW. Sie liegt um 18 Prozent unter dem Vorjahr jetzt bei 59.640 Hektar. Die unbefriedigenden Preise haben auch dazu geführt, dass die Bauern weniger Kartoffeln anbauen. Immerhin ist die Anbaufläche um sechs Prozent kleiner geworden und beträgt nun 29.900 Hektar. Auch die Zuckerrüben verzeichnen einen Rückgang von etwa 14 Prozent und kommen auf 53.400 Hektar in Folge der Einschränkungen durch die Zuckermarktordnung.

Der Mais steht insgesamt auf einer Fläche von knapp 260.000 Hektar. Das sind fast 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Ausgedehnt wurde der Anbau von Körnermais und Corn-Cob-Mix, einer Maisspezialität für die Viehfütterung. Der Zuwachs liegt bei 23 Prozent auf 102.600 Hektar. Auch der Anbau von Silomais, mit dem bisher vor allem Rinder gefüttert werden, nahm um sieben Prozent auf mehr als 156.800 Hektar zu. Dies ist eine Folge des vermehrten Einsatzes von Mais in Biogasanlagen.

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Schleswig-Holstein: Wintergetreideernte übertrifft Erwartungen

Kiel (agrar.de) – Nach der zweiten vorläufigen Ernteberechnung des Statistikamtes Nord ergibt sich für Schleswig-Holstein eine Getreideernte von 2,91 Mio. Tonnen (t). Dies wäre die zweithöchste Ernte, die je in Schleswig-Holstein eingefahren wurde. Bei einer gegenüber dem Vorjahr um 30.000 ha oder 13 Prozent ausgedehnten Getreidefläche von 343.000 ha wird damit die Erntemenge voraussichtlich um 38 Prozent über der des Vorjahres liegen.

Witterungsbedingt späte Bestellung des Sommergetreides, starke Hitze und zu wenig Niederschläge von Mai bis Mitte Juni führten insbesondere beim Sommergetreide zu Trockenschäden, zu einem Wachstumsstillstand und zu verfrühter Abreife. Anfang Juli wurde in den südlichen Landesteilen und auf den leichten Böden des Geestrückens mit der Ernte der Wintergerste begonnen. Niederschläge führten immer wieder zu Unterbrechungen der Erntearbeiten. Während in den südlichen Landesteilen die Getreideernte Mitte August weitestgehend abgeschlossen war, standen im Norden noch vermehrt Felder zum Drusch an.

Bei einer gegenüber 2007 um 25.000 ha auf 96.000 ha eingeschränkten Anbaufläche (minus 21 Prozent) und einem Ertrag von 40 dt/ha, der damit noch über dem Niveau des Vorjahres liegt, wird die Rapsernte rund 386.000 t betragen. Damit wird eine um 18 Prozent niedrigere Erntemenge als im Vorjahr erwartet.

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26. August 2008

Niedersachsen: Veröffentlichung über Subventionsempfänger erfolgt Ende 2008

Themen: Agrarrecht,EU,Förderung,Niedersachsen,Statistik — info @ 13:08

Hannover (agrar.de) – In den nächsten Tagen wird das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung ein Informationsschreiben bzgl. der Umsetzung der Transparenzinitiative der EU an die Empfänger von Mitteln aus dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL) und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) versenden.

Mit der Verordnung (EG) Nr. 259/2008 der Kommission vom 18.03.2008 hat die Europäische Kommission die Veröffentlichung von Informationen über die Empfänger von Mitteln aus den EU-Fonds EGFL (1. Säule), ELER (2. Säule) vorgeschrieben. Eine Veröffentlichung von Informationen über Subventionsempfänger erfolgt auch für den Bereich des Europäischen Fischereifonds (EFF). Mit der Veröffentlichung der Informationen verfolgt die EU das Ziel, die Transparenz der Verwendung von Gemeinschaftsmitteln im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik zu verbessern und eine stärkere öffentliche Kontrolle der Wirtschaftlichkeit der Haushaltsführung bei diesen Fonds zu erreichen.

Vorname und Nachname, bei juristischen Personen der eingetragene Name mit Rechtsform und bei Vereinigungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit der eingetragene oder der amtlich anerkannte Name der Vereinigung nebst Wohnort werden veröffentlicht. Die zu veröffentlichenden Beträge gliedern sich in die drei Bereiche EGFL-Zahlungen (Direktzahlungen der 1. Säule), EGFL – Sonstige Maßnahmen und ELER-Zahlungen einschl. der nationalen öffentlichen Mittel. Zusätzlich wird die Gesamtsumme der Zahlungen dargestellt, die der Empfänger im betreffenden EU-Haushaltsjahr erhalten hat. Ein EU-Haushaltsjahr erstreckt sich auf den Zeitraum 16.10. eines Jahres bis zum 15.10. des Folgejahres.

Die Informationen werden auf einer speziellen Internetseite der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht. Die Informationen bleiben vom Zeitpunkt ihrer ersten Veröffentlichung an zwei Jahre lang zugänglich.

Die Veröffentlichung erfolgt zunächst ausschließlich für Subventionszahlungen der 2. Säule und des EFF für den Zeitraum 01.01.2007 bis 15.10.2007. Derzeit wird auf Bundesebene eine Veröffentlichung im Dezember 2008 angestrebt. Für die Direktzahlungen der 1. Säule und sonstigen Zahlungen aus dem Fond EGFL erfolgt die erstmalige Veröffentlichung zum 30.04.2009.

Die EU-Verordnung stellt unmittelbares Recht in allen Mitgliedstaaten dar, so dass das Niedersächsische Datenschutzgesetz (NDSG) der Veröffentlichung nicht entgegensteht. Minister Hans-Heinrich Ehlen sagte in diesem Zusammenhang, er werde sich dafür einsetzen, dass schnellstmöglich auch alle anderen Empfänger von EU-Mitteln veröffentlicht werden.

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Mecklenburg-Vorpommern: Rasantes Wachstum bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien

44 Prozent der Stromerzeugung für die allgemeine Versorgung im Land basierten 2007 auf Windkraft, Biogas, Biomasse u. ä. Energieträgern
Schwerin (agrar.de) – Erneuerbare Energieträger sind inzwischen zur wichtigsten Quelle für die Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern aufgestiegen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Amtes wurden hierzulande im Jahr 2007 insgesamt 3,4 Millionen Megawattstunden elektrischer Strom aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen und in das allgemeine Versorgungsnetz eingespeist, das waren 44 Prozent der gesamten Stromerzeugung für die allgemeine Versorgung. Der Ökostromertrag ist damit gegenüber 2006 um 49 Prozent gewachsen.

Das Wachstum der Ökostromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr ist größtenteils auf die gestiegenen Einspeisungen aus Windkraft- und Biogasanlagen zurückzuführen, vor allem weil viele neue leistungsfähige Anlagen in Betrieb genommen wurden.

Aus Windkraftanlagen wurden im Jahr 2007 rund 2,5 Millionen Megawattstunden Strom eingespeist, 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Windkraft ist mit einem Anteil von 74 Prozent an der regenerativen Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor die Ökostrom-Quelle Nr. 1. Ein Drittel der gesamten Stromerzeugung im Land kam 2007 aus Windkraftanlagen.

An zweiter Stelle stehen die sogenannten biogenen Energien aus flüssiger oder fester Biomasse und Biogas, die gegenüber 2006 um insgesamt 52 Prozent zulegten. Sie trugen mit netto 804.900 Megawattstunden zur einheimischen Stromerzeugung bei, zusammen mit Deponiegas und Klärgas waren es sogar netto 860.500 Megawattstunden. Das entspricht 25 Prozent der Ökostromerzeugung und immerhin 11 Prozent der Gesamtstromerzeugung im Land.

Darunter wurde der größte Teil, rund 523.800 Megawattstunden, aus Biogasanlagen eingespeist. Der Versorgungsbeitrag ist hier gegenüber 2006 um weitere 107 Prozent angestiegen. Biomasseheizkraftwerke, die im Land hauptsächlich auf Basis von Holz und Holzabfällen, aber auch Pflanzenölen arbeiten, haben 2007 rund 281.100 Megawattstunden Strom eingespeist, 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie durch Fotovoltaik-Anlagen hat um 37 Prozent weiter kräftig zugenommen, war aber 2007 mit einer Einspeisung von 18 900 Megawattstunden für die allgemeine Stromversorgung kaum von Bedeutung. Das gilt auch für Wasserkraft und Geothermie (zusammen 8.400 Megawattstunden).

Der fortgesetzte Boom bei den erneuerbaren Energien hat dazu geführt, dass die bisher dominierende Steinkohle im Energieträgermix der Stromerzeugung für die allgemeine Versorgung 2007 erstmals auf Platz zwei verdrängt wurde. Im vergangenen Jahr sind netto 2,9 Millionen Megawattstunden Strom aus Steinkohle gewonnen worden. Das waren 38 Prozent der insgesamt 7,8 Millionen Megawattstunden Strom, die 2007 in Mecklenburg-Vorpommern für die allgemeine Versorgung produziert wurden. Im Jahr zuvor belief sich der Beitrag der Steinkohle noch auf 47 Prozent. Ebenfalls gesunken ist der Anteil von Erdgas, er lag 2007 bei 16 Prozent. Die übrigen 2 Prozent basierten auf Abfall, Heizöl und auf Einspeisungen von Industriebetrieben und sonstigen Anlagen, deren Energieträgerstruktur nicht bekannt ist.

MV - Erneuerbare Energie

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Baden-Württemberg: 3,22 Millionen Tonnen Getreide

Themen: Baden-Württemberg,Erntebericht,Statistik — info @ 11:08

Ertrag je Hektar zwischen Rhein und Iller im Schnitt über 65 Dezitonnen
Stuttgart (agrar.de) – Während sich auch in den baden-württembergischen Spätdruschgebieten langsam das Ende der Getreideernte abzeichnet, legt das Statistische Landesamt eine erste Erntebilanz auf der Grundlage exakter Ertragsmessungen vor.

Aufgrund der vorläufigen Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung beziffert sich die diesjährige Getreideernte (ohne Körnermais) auf 3,22 Millionen Tonnen. Das sind sowohl rund 9 Prozent mehr als im Mittel der Jahre 2002/07 (2,96 Mill. t) als auch im Vorjahr (2,95 Mill. t). Da witterungsbedingt die Erntearbeiten im August immer wieder unterbrochen werden mussten, liegen aktuell nur die Ergebnisse von zwei Dritteln der vorgesehenen Volldrusche vor. Die Ergebnisse sind folglich noch mit Unsicherheiten behaftet. In Bayern wird bei einem Durchschnittsertrag von 62,6 Dezitonnen je Hektar (dt; 1dt=100 kg = 0,1 Tonnen) eine Getreideernte von knapp 7 Mill. t erwartet.

Getreideanbau ausgedehnt

Hinter dem Ernteergebnis verbirgt sich eine im Vergleich zum Vorjahr um 17.000 ha (+3,6 Prozent) größere Getreideanbaufläche ohne Körnermais (493.150 ha). Dies ist eine Reaktion auf die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung und die günstigen Vermarktungskonditionen bei Getreide aus der Ernte 2007. Gewinner sind die ertragsstärkste Getreideart Winterweizen (218.800 ha; +4,9 Prozent), Triticale (22.100 ha; +12,8 Prozent) und Sommergerste (87.000 ha; +3,4 Prozent). Wintergerste (105.600 ha) blieb nahezu unverändert, Hafer (28.600 ha; -1,5 Prozent) verlor erneut Flächenanteile.

Die durchschnittliche Flächenleistung aller Getreidearten liegt im Landesmittel bei 65,3 dt/ha. Das Vorjahresergebnis (62 dt/ha) und das langjährige Mittel 2002/07 (61,5 dt/ha) liegen um 3 bis 4 dt/ha niedriger. Die Sommergetreidearten Hafer (55 dt/ha) und Sommergerste (54 dt/ha) liegen jeweils ein Zehntel über den langjährigen Vergleichswerten. Winterweizen (74,2 dt/ha) und Triticale (68,3 dt/ha) verzeichnen Zuwachsraten von knapp 6 Prozent. Von den Hauptgetreidearten liegt nur Wintergerste (58,8 dt/ha) geringfügig unter dem Vergleichswert. Dieses Ergebnis überrascht etwas, waren doch Sommergerste und Hafer infolge des nassen Frühjahres vielfach erst verspätet ausgebracht worden bzw. konnten bei den nassen und verschlämmten Böden die Ackerkrume nur schlecht durchbrechen. Die Wintergerste wurde gebietsweise vom Gelbverzwergungsvirus heimgesucht. Je nach Befallsdatum wird dabei die Wurzelbildung, die weitere vegetative Entwicklung und die Ährenbildung reduziert.

Legt man die Anbauflächen der diesjährigen repräsentativen Bodennutzungshaupterhebung zugrunde, so errechnet sich für die Futter- und Industriegetreidearten (Gerste und Hafer) eine Gesamterntemenge von 1,42 Mill. t; ein Ergebnis, welches das Vorjahresresultat um 10,4 Prozent, das Mittel der Jahre 2002/07 um 3,7 Prozent überschreitet. Die Ernte der Brotgetreidearten (Weizen und Roggen) beziffert sich auf insgesamt 1,80 Mill. t und liegt damit 8,3 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Das langjährige Mittel wird um 13,6 Prozent übertroffen.

Rekord bei Körnermais?

Wie das Statistische Landesamt aufgrund erster Ergebnisse der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung weiter feststellt, konnte bei Winterraps, der mit Abstand bedeutendsten Ölfrucht im Land, mit einem Durchschnittsertrag von 38,3 dt/ha ebenfalls ein respektables Ergebnis für den Südwesten erzielt werden.

Die Körnermaisbestände, in ihrem Kerngebiet am Oberrhein häufig beregnet, machen derzeit einen so guten Eindruck, dass im Landesmittel selbst ein neues Rekordergebnis von 110 dt/ha nicht ausgeschlossen scheint.

Das Grünland konnte die guten Wachstumsbedingungen mit ausreichender Wasserversorgung in sehr hohe Erträge umsetzen. Die Heuernte war allerdings durch häufige Regenfälle immer wieder unterbrochen und dadurch verzögert. Infolge des höheren Rohfasergehalts ist überständiges Heu schwerer verdaulich und damit von schlechterer Qualität.

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25. August 2008

DBV: CO2-Bilanz der Land- und Forstwirtschaft ist positiv

Themen: Klima,Umwelt,Verbände — info @ 15:08

Verband verweist auf Fortschritte bei der Methanreduktion
Berlin (agrar.de) – Die CO2 -Bilanz der Land- und Forstwirtschaft in Deutschland ist eindeutig positiv. Es werden also mehr CO2 und andere Klimagase aus der Atmosphäre gebunden als freigesetzt. Dies erklärt der Deutsche Bauernverband (DBV) anlässlich der Studie von Foodwatch über den Treibhauseffekt in Deutschland. Emissionen der Landwirtschaft in Höhe von 133 Millio­nen Tonnen CO2 -Äquivalent – einschließlich der Stickstoffdüngemittelherstellung – steht eine Bindung durch die Pflanzen in Höhe von über 168 Millionen Tonnen gegenüber. Damit bindet die Land- und Forstwirtschaft 35 Millionen Tonnen mehr als sie jährlich emitiert. Die Land- und Forstwirtschaft ist der einzige Wirtschaftsbereich, der in seiner Produktion zwar Klimagase emitiert (z. B. Methan durch Rinder), aber gleichzeitig noch mehr Klimagase bindet, erklärte der DBV. Er unterscheidet sich damit deutlich vom Straßenverkehr, der nur Klimagase emitiert. Die positive Bilanz bei der CO2 -Bindung macht nach Ansicht des DBV eine Einbeziehung in den Emissionshandel nur dann sinnvoll, wenn die Netto-Entlastung angerechnet wird.

Am gesamten Treibhauseffekt in Deutschland sind Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen nach Angaben des Umweltbundesamtes zu rund 2 Prozent beteiligt. Ähnlich wie Gnus, Elefanten oder Kamele scheiden auch Rinder, Schafe und Ziegen im Zuge der Verdauung Methan aus, das im Verdauungstrakt vor allem durch den mikrobiellen Abbau des Futters gebildet wird. So emitiert eine Milchkuh 200 bis 400 Gramm Methan pro Tag, ein Elefant erzeugt etwa 2.400 Gramm Methan am Tag. Doch das Grünfutter, das die Tiere zu sich nehmen, hat durch das Pflanzenwachstum zuvor diese klimaschädlichen Gase aus der Atmosphäre gebunden. Nutztiere wie auch Wildtiere füllen ihren Magen nicht an der Tank­säule, sondern in der Natur durch Gräser, Getreide oder Bohnen, stellt der DBV fest.

Der DBV weist darauf hin, dass durch eine Veränderung der Fütterung und eine Leistungs­steigerung der Tiere der Methanausstoß der Nutztiere weiter verringert werden kann. Die Agrarforschung ist aufgefordert, diese Entwicklung weiter konsequent zu unterstützen. Denn Erfolge bei der Verringerung des Ausstoßes klimaschädlicher Gase sind möglich: Seit 1990 sind die Emissionen von Methan der Landwirtschaft um rund 23 Prozent gesunken, stellt der DBV fest.

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foodwatch: Ökolandbau ist kein Klimaretter

Themen: Klima,Umwelt,Verbände — info @ 15:08

Landwirtschaft nur bei verringerter Milch- und Rindfleisch-Produktion sowie Stopp der Nutzung von Moorböden klimafreundlich

Berlin (agrar.de) – Mit 133 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr stößt die deutsche Landwirtschaft fast ebensoviel Treibhausgase aus wie der Straßenverkehr. Durch Umstellung auf Ökolandbau könnten durchschnittlich 15 bis 20 Prozent der Treibhausgase in der Landwirtschaft eingespart werden, so die Verbraucherschutzorganisation foodwatch. Diese Reduktion allein reicht aber nicht aus, denn langfristig muss der Ausstoß von Klimagasen um mehr als 50 Prozent sinken. Zudem würde eine vollständige Umstellung auf Ökolandbau 70 Prozent mehr Fläche erfordern, etwa 10 Millionen Hektar. Da diese Fläche weder in Deutschland, noch in Europa verfügbar ist, müssen vor allem Produktion und Konsum von Rindfleisch und Milch drastisch zurückgehen.

Das ist ein Hauptergebnis einer neuen wissenschaftlichen Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Berlin, die die Verbraucherorganisation foodwatch am Montag vorstellte. „Es gibt sehr große Einsparmöglichkeiten für Klimagase in der Landwirtschaft. Darum muss die Landwirtschaft Teil der Klimapolitik werden“, forderte Thomas Korbun, wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW. Die Wissenschaftler haben erstmals die Klimawirkungen für Weizen, Milch, Schweine- und Rindfleisch vergleichend in typischen herkömmlichen und ökologischen Betrieben berechnet und nennen konkrete Reduktionspotentiale.

Auf entwässerten Moorböden und Feuchtwiesen macht Landwirtschaft nur acht Prozent der genutzten Fläche aus, doch hier entstehen rund 30 Prozent aller Treibhausgase. Der Grund: Intakte Moore wirken wie ein Tresor, in dem Klimagase sicher weggeschlossen sind. Werden Moore entwässert, kommt der Torfboden in Kontakt mit Sauerstoff und zersetzt sich. Dabei entstehen hochwirksame Klimagase. „Die Agrarpolitik muss deshalb handeln und die weitere Entwässerung der Moore für die Landwirtschaft stoppen“, forderte Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Moorschutz ist Klima- und Naturschutz gleichzeitig. Moore sind für Wildtiere da – und nicht für die Landwirte.“

Für Verbraucher nennt die Studie den Klimaeffekt verschiedener Lebensmittel. Nicht immer ist die Klimabilanz von Bio-Lebensmitteln besser als bei herkömmlicher Produktion. Bio-Fleisch aus der Rindermast etwa kann bis zu 60 Prozent mehr CO2 verursachen als konventionell hergestelltes. „Das Biosiegel liefert keinen ausreichenden Hinweis für einen klimafreundlichen Konsum von Lebensmitteln“, sagte foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode. Ausschlaggebend sei vielmehr die Ernährungsweise, nämlich wie viel Rindfleisch und Milchprodukte der Einzelne verzehrt. Die Herstellung von einem Kilogramm konventionellen Schweinefleisch verursacht so viel CO2 wie ein Mittelklassewagen, der 26 Kilometer fährt. Ein Kilogramm herkömmliches Rindfleisch aus der Mast schädigt das Klima wie eine 71-Kilometer-Fahrt.

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Getreideernte in Sachsen-Anhalt: 2008 ein Spitzenjahr

Themen: Erntebericht,Sachsen-Anhalt,Statistik — info @ 15:08

Halle (agrar.de) – Sachsen-Anhalts Landwirte werden in diesem Jahr mit 4,2 Millionen Tonnen die dritthöchste Getreideernte nach 2004 und 2001 einfahren. Nach vorläufigen Ergebnissen aus der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung ist speziell beim Winterweizen, der als anbaustärkste Getreideart auf fast 60 Prozent der Getreidefläche steht, wie 1999 und 2004 mit einem Hektarertrag von über 80 Dezitonnen zu rechnen.

Die um 30 Prozent bzw. 1,0 Mill. Tonnen zu erwartende höhere Getreideernte (ohne Körnermais) als im Vorjahr resultiert aus einer Ausdehnung der Anbaufläche um 6 Prozent aber vor allem aus dem höheren Hektarertrag, der mit 73 Dezitonnen um 15 Prozent über dem langjährigen Mittel (2002/2007 = 63,6 dt/ha) liegt. Mit Ausnahme von Hafer liegen die eingeschätzten Erträge bei allen Getreidearten über dem sechsjährigen Durchschnitt.

Fast drei Viertel der Getreidefläche nehmen Brotgetreidearten ein. Hier wird bei einem Hektarertrag von 75 Dezitonnen die Gesamternte 3,2 Millionen Tonnen betragen. Auf Winterweizen entfallen dabei 2,7 Millionen Tonnen. Durchschnittlich wurden in den vergangenen 6 Jahren 2,3 Mill. Tonnen geerntet (+ 18 Prozent). Der eingeschätzte Flächenertrag von 82 Dezitonnen wurde bisher nur im Jahr 2004 (83,4 dt/ha) überboten. Er liegt um 17 Prozent über dem langjährigen Mittel von 70,6 Dezitonnen je Hektar. Beim Roggen ist bei einem Ertrag von 48 Dezitonnen je Hektar (2002/2007 = 45,3 dt/ha) und einem Flächenzuwachs zum Vorjahr von 8 Prozent mit einer Erntemenge von 0,4 Mill. Tonnen zu rechnen.

Die Futter- und Industriegetreidearten erbringen mit einer Erntemenge von 1,0 Mill. Tonnen 11 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre. Für Wintergerste (71 Prozent der Futtergetreidefläche) wurde ein Hektarertrag von knapp 74 Dezitonnen ermittelt. Bisher wurde nur 2001 mit 76,4 Dezitonnen ein höherer Flächenertrag erreicht; im Durchschnitt der Jahre 2002 bis 2007 betrug er 64,0 Dezitonnen.

Ebenfalls den zweithöchsten Ertrag überhaupt erbringt mit 41 Dezitonnen je Hektar (2004 = 41,7dt/ha) der Winterraps. Von der um 21 000 Hektar gegenüber dem Vorjahr reduzierten Anbaufläche werden voraussichtlich 0,7 Mill. Tonnen geerntet.

Für die wichtigsten Getreidearten und Winterraps ergeben sich für das Erntejahr 2008 folgende vorläufige Erntemengen (Vorjahresergebnisse in Klammern):

Weizen 2,75 Mill. Tonnen (2,20 Mill. Tonnen)
Roggen 0,43 Mill. Tonnen (0,30 Mill. Tonnen)
Gerste 0,88 Mill. Tonnen (0,64 Mill. Tonnen)
Winterraps 0,66 Mill. Tonnen (0,56 Mill. Tonnen)

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