28. August 2008

Thüringen: 2008 insgesamt hohe Getreideernte

Erträge regional jedoch sehr differenziert – Winterraps ebenfalls mit überdurchschnittlicher Ertragsleistung
Erfurt (agrar.de) – Für die Ernte 2008 rechnen die Thüringer Bauern mit einer hohen Getreideernte (ohne Corn-Cob-Mix und Körnermais) von 2,6 Millionen Tonnen. Die Erntemenge wird mit einer Ertragsleistung von 69,7 dt/ha um knapp 14 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Grund hierfür ist nach Mitteilung des Thüringer Landesamt für Statistik einerseits eine um über 15.600 Hektar (+ 4 Prozent) auf 378.300 Hektar vergrößerte Anbaufläche und andererseits der um knapp 6 Dezitonnen höhere Hektarertrag (+ 9 Prozent) gegenüber 2007. Die Erntemenge von 2008 wird auch um 11 Prozent über dem sechsjährigen Mittel der Jahre 2002 bis 2007 liegen.

Die Getreideernte 2008 begann in der ersten Juliwoche und konnte nach Druschunterbrechung bei Wintergerste dennoch zügig eingefahren werden. Der extrem trockene Mai führte regional zu Wasserdefiziten. Insbesondere im Südthüringer Raum liegen die Erträge örtlich weit unter dem Landesdurchschnitt. Insgesamt sind noch knapp 10 Prozent der rund 378.300 Hektar Getreidefläche abzuernten.

Bei Winterweizen, der mit knapp 215.800 Hektar auf 57 Prozent der Getreidefläche steht, wurde ein Flächenertrag von 77,0 dt/ha ermittelt. Die Ertragsleistung liegt um knapp 14 Prozent über dem Vorjahresniveau (67,6 dt/ha). Das mehrjährige Mittel von 68,1 dt/ha wird um 13,0 Prozent überschritten. Die Erntemenge erreicht mit knapp 1,7 Millionen Tonnen ein Ergebnis, das um 14,8 Prozent über dem des Vorjahres liegt. Ausschlaggebend ist neben der höheren Ertragsleistung auch die um 1.700 Hektar größere Anbaufläche.

Bei Roggen wird mit einem Ertrag von 64,5 dt/ha gerechnet (2007: 61,7 dt/ha) und damit auf dem Niveau des langjährigen Mittels liegen (64,2 dt/ha). Infolge der um 4,5 Prozent höheren Erträge und der Ausweitung der Roggenanbaufläche um knapp 4 Prozent auf 12.000 Hektar in diesem Jahr wird die Erntemenge mit 77,3 Tausend Tonnen um 8,3 Prozent über der Vorjahresmenge liegen.

Wintergerste, die bereits vollständig abgeerntet ist, liegt mit 67,1 dt/ha um 2,0 Prozent über dem Vorjahresniveau (2007: 65,8 dt/ha) und um 4,7 Prozent über dem langjährigen Mittel (64,1 dt/ha). Durch einen Flächenzuwachs um 4,3 Prozent auf 70.700 Hektar konnte eine Gesamterntemenge von 474.500 Tonnen (+ 6,4 Prozent) eingefahren werden.

Sommergerste liegt mit 52,5 dt/ha um 6,6 Prozent über dem niedrigen Vorjahresniveau (2007: 49,3 dt/ha). Das langjährige Mittel (50,5 dt/ha) wird um 3,9 Prozent überboten. Voraussichtlich werden 264.000 Tonnen Sommergerste eingefahren werden. Damit liegt die Erntemenge um knapp ein Fünftel (18,9 Prozent) über dem Vorjahresergebnis.

Hafer erreicht voraussichtlich einen Ertrag je Hektar von 45,1 Dezitonnen. Die Ertragsleistung liegt damit um 8,6 Prozent über der von 2007 (41,5 dt/ha), verfehlt die Flächenleistung der Jahre 2002 bis 2007 von 49,2 dt/ha jedoch um 8,4 Prozent. Bei Hafer wird mit einer Gesamterntemenge von 27.500 Tonnen mit einer um ein Fünftel höheren Ernte gerechnet als 2007.

Mit einem erwarteten Flächenertrag von 56,0 dt/ha wird Triticale, eine Kreuzung zwischen Winterweizen und Roggen, das durchschnittliche Ertragspotential der Jahre 2002 bis 2007 um 2,3 dt/ha (- 3,9 Prozent) und den Ertrag des Vorjahres um 3,7 dt/ha (- 6,2 Prozent) unterschreiten. Insgesamt werden nach den vorläufigen Ergebnissen von 14.800 Hektar Anbaufläche 82.900 Tonnen Triticale geerntet (2007: 13.781 ha und 82.300 Tonnen).

Die Ernte von Winterraps wurde mit einem Flächenertrag von 35,8 dt/ha abgeschlossen. Damit wurde das Ertragsniveau des Vorjahres um 9,1 Prozent und das Mittel der Jahre 2002/2007 noch um 4,2 Prozent überschritten. Die hohen Flächenerträge konnten den Rückgang des Winterrapsanbaus gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 119.400 Hektar nicht voll kompensieren. Die Erntemenge von 427.900 Tonnen lag somit nur um 4,2 Prozent über dem Vorjahresergebnis.

Wie auch bei Wintergerste kam es bei Winterraps während der Ernte zu vorübergehenden Druschunterbrechungen auf Grund hoher Niederschläge.

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