28. August 2008

Landwirtschaftliche Flächen wurden etwas teurer

Agrarland blieb in den neuen Bundesländern günstiger als im Westen
Hannover (agrar.de) – Die Preiskurve für landwirtschaftliche Grundstücke zeigte jahrelang talwärts. Im vergangenen Jahre mussten die deutschen Landwirte für den Kauf landwirtschaftlicher Grundstücke jedoch wieder etwas mehr Geld anlegen, zitiert der Landvolk-Pressedienst Berechnungen des Statistischen Bundesamtes.

So lag der Preis für landwirtschaftliche Grundstücke in Deutschland vor zehn Jahren im gewogenen Mittel noch bei 9.500 Euro je Hektar (ha). Seitdem ist der Preis ständig gesunken. In 2001 kosteten die Flächen im Bundesdurchschnitt noch 9.427 Euro/ha, zwei Jahre später mit 9.184 Euro/ ha bereits 2,5 Prozent weniger. In 2005 wurde Agrarland noch einmal zu deutlich geringeren Preisen gehandelt, mit rund 8.692 Euro mussten die Landwirte je ha 5,36 Prozent weniger Geld anlegen als in 2003. Im Jahr darauf stabilisierten sich die Preise auf diesem Niveau, bevor sie in 2007 wieder leicht anzogen. Die Parzellen wurden im gewogenen Durchschnitt für 9.205 Euro/ha gehandelt, das bedeutete sogar ein deutliches Plus um 5,9 Prozent gegenüber 2005.

Die Preisentwicklung verlief allerdings auch im vergangenen Jahr für den Osten und den Westen der Republik sehr unterschiedlich. So waren landwirtschaftliche Flächen vor allem in den alten Bundesländern gesucht; in der Folge lag der Preis für Agrarland dort mit 16.394 Euro /ha um 2,8 Prozent oder 453 Euro je ha über dem Vorjahresniveau. In den neuen Bundesländern erhöhte sich der Kaufpreis dagegen im gewogenen Durchschnitt um 2,3 Prozent oder 94 Euro je ha auf 4.134 Euro/ha. Das kräftige bundesweite Plus von 3,3 Prozent fußt auf der unterschiedlichen Entwicklung des Umfangs der veräußerten Flächen in Ost und West. So wurden sowohl in den alten wie auch in den neuen Bundesländern erheblich mehr Flächen veräußert als in 2006. Die veräußerte Fläche stieg in Westdeutschland um 5.959 ha oder 15 Prozent auf 45.755 ha, während sie in den neuen Bundesländern „nur“ um 7.385 ha oder 12,8 Prozent auf 64.864 ha zunahm.

Insgesamt wechselten 2007 bundesweit 110.619 ha Agrarland den Besitzer, was gegenüber 2006 eine kräftige Zunahme um 13.344 ha bedeutete. Die meiste Fläche wurde mit 25.080 ha in Brandenburg verkauft, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 18.466 ha und Niedersachsen, wo mit 16.418 ha rund elf Prozent mehr den Besitzer wechselten als in 2006. Am meisten Geld kosteten landwirtschaftliche Flächen jedoch in Nordrhein-Westfalen: Durchschnittlich 26.750 Euro/ha bedeuten im Ländervergleich die Spitze. Es folgten Bayern mit 23.431 Euro/ha, Baden-Württemberg mit 18.305 Euro/ha und Niedersachsen mit 13.582 Euro. Dabei wurden die Preise für landwirtschaftliche Flächen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen-Anhalt gegen den Bundestrend sogar um drei bis fünf Prozent günstiger als in 2006.

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