27. August 2008

Rheinland-Pfalz: Gute Ernte

Koblenz (agrar.de) – In Rheinland-Pfalz hat sich das Ackerland seit 2006 von 390.000 Hektar auf 405.000 Hektar ausgedehnt. Dies liegt, nach Angaben des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV), zum einen an der nicht mehr vorhandenen obligatorischen Flächenstilllegung und zum anderen an der positiven Preisentwicklung für Getreide im Jahr 2007. Sie führte dazu, dass die zuvor stillgelegten Flächen für den Getreidebau nun verstärkt genutzt werden.

Diese Entwicklung und der – vom Monat April abgesehene – insgesamt gute Witterungsverlauf, erhöhte in Deutschland die Gesamtgetreideerträge gegenüber dem langjährigen Mittel (2002 bis 2007) um 12,1 Prozent. In Rheinland-Pfalz stiegen beispielsweise die Durchschnittserträge des Winterweizens innerhalb eines Jahres von 61 auf 64 Dezitonnen pro Hektar an. Auch Roggen und Triticale profitierten von der Witterung, was zu höheren Durchschnittserträgen von zwei bis drei Dezitonnen pro Hektar in 2008 führte.

Das Getreide ist nahezu vollständig abgeerntet. Lediglich bei der Sommergerste stehen noch ca. 20 bis 30 Prozent auf dem Feld. Dies ist auf die feuchte Witterung im April zurückzuführen, was zu einer späteren Aussaat und schließlich zu einer späteren Erntereife führte. Hinzu kam das durchwachsene Erntewetter, sodass die Sommergerste zu einem erheblichen Teil nicht zum optimalen Zeitpunkt abgeerntet werden konnte. Gerade die nur mit großem Qualitätsrisiko anzubauende Braugerste leidet unter stark schwankenden Qualitäten. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau kritisiert hierbei die Mälzer, die aufgrund des steigenden Braugersteangebotes die Eiweißgrenzwerte in der Regel wieder auf 11,5 Prozent festgesetzt haben. Ein Eiweißgrenzwert von 12 Prozent wäre durchaus vertretbar und würde nicht zu Qualitätseinbußen bei der Bierproduktion führen. Wer sich in Zeiten ausreichender Braugerstenangebote kompromisslos verhält, braucht auch in Zeiten knapper Angebote nicht auf entgegenkommendes Verhalten seitens der Erzeuger hoffen. Zwar hat sich gerade in Rheinland-Pfalz die Braugerstenfläche von 54.000 Hektar auf 60.000 Hektar erhöht, dennoch macht sich gerade bei den Braugerstenerzeugern Unmut durch das Verhalten der aufnehmenden Hand breit.

Eine erfreuliche und für die Zukunft hoffnungsfroh stimmende Entwicklung zeichnet sich beim Weltgetreideverbrauch ab. Der Verbrauch stieg in den vergangenen zehn Jahren von 1,87 Mrd. Tonnen auf 2,12 Mrd. Tonnen an. Selbst die weltweit gute Ernte deckt in diesem Jahr gerade einmal den Verbrauch ab. Während aber die Getreideernte jährlich schwankt, wird der Verbrauch nicht abnehmen, sodass auch in Zukunft mit stabilen Preisen im Getreidemarkt zu rechnen sein wird. Hinzu kommt die stetig steigende Nachfrage nach erneuerbaren Energien. Diese trägt ebenfalls zu stabilen bzw. steigenden Preisen im Getreidebereich bei. Die Landwirtschaft ist allerdings auf eine solche Preisentwicklung angewiesen, da steigende Produktionskosten aufgrund gestiegener Energie- und Düngemittelkosten durch steigende Einnahmen abgedeckt werden müssten.

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