15. August 2008

Rheinland-Pfalz: Halbzeitbilanz bei ‚Partnerbetrieb Naturschutz‘

Themen: Förderung,Naturschutz,Rheinland-Pfalz — info @ 10:08

Margit Conrad: „Chancen für Landwirtschaft und Naturschutz in Modellprojekt ausloten“
Mainz (agrar.de) – 18 Betriebe in ganz Rheinland-Pfalz beteiligen sich am bundesweit einzigartigen Projekt „Partnerbetrieb Naturschutz“, das ein neues Modell der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz auslotet. Es findet im Rahmen des rheinland-pfälzischen Programmes im Jahr der Biodiversität mit seinen Schwerpunkten Wasser, Wald, Klima und Landwirtschaft sowie einer Vielzahl von Veranstaltungen statt.

Heute steht „Landwirtschaft und Biodiversität“ im Mittelpunkt. Umweltministerin Margit Conrad besuchte in Wörrstadt-Rommersheim/Rheinhessen den Partnerbetrieb „Eichenhof“ von Landwirt Klaus Kussel. Dort zog sie zur Halbzeit des auf 3 Jahre angelegten und Anfang 2007 begonnenen landesweiten Modellvorhabens ein erstes Fazit. „Das ,Modellprojekt Partnerbetrieb Naturschutz´ verfolgt eine Strategie im Interesse von Kulturlandschaft, Artenschutz und Landwirtschaft. Die Partnerschaft zwischen Naturschutz und Landwirtschaft spielt bei der Sicherung der Biodiversität eine Schlüsselrolle. Es zeigt sich schon jetzt, dass Landwirtschaft und Naturschutz gleichermaßen profitieren, wenn ihre Interessen zusammengeführt werden“, stellte Umweltministerin Conrad fest.

Die Projektbetriebe haben seit dem letzten Antragsverfahren mehr Flächen für eine Förderung im Programm Agrar-Umwelt-Landschaft (PAULa) angemeldet als früher und sie ziehen unmittelbaren Nutzen aus dem Beratungs-, Förderungs- und Fortbildungsangebot des Projektes für ihren Landwirtschaftsbetrieb.

„Naturschutz durch Nutzung“ wurde auch bei der Neukonzeption der PAULa-Vertragsnaturschutz-Programme zugrunde gelegt. Rheinland-Pfalz ist hier im bundesweiten Vergleich sehr gut aufgestellt. Bei der Neuausrichtung des Vertragsnaturschutzes wurden verstärkt betriebsorganisatorische Aspekte berücksichtigt, die Programmpalette wurde erweitert und die Bewirtschaftungsvorgaben flexibilisiert. Auch bei der Beratung im Vertragsnaturschutz liegt Rheinland-Pfalz mit dem landesweiten PAULa-Beraterteam in Deutschland auf einer Spitzenposition.

Modellprojekt integriert Naturschutz in Bewirtschaftung der Fläche

Das Modellprojekt „Partnerbetrieb Naturschutz“ folgt dem Ansatz des „Naturschutzes durch Nutzung“, der die Landwirte als ebenso wichtige Partner einbezieht wie den Naturschutz. Die Belange der Natur werden von der ganzen Fläche aus betrachtet und nicht auf die Nischen der Schutzgebiete reduziert.
Conrad: „Unser Modellprojekt ist eine konsequente Fortentwicklung des kooperativen und freiwilligen Ansatzes der Vertragsnaturschutzprogramme, die ein wesentliches Standbein von „Naturschutz durch Nutzung“ darstellen. Es will die Integration der Belange der Natur in die Bewirtschaftung der Flächen und in die Betriebs- und Ertragsplanung. Deshalb werden auch alle Flächen eines Betriebes einbezogen und nicht allein die aus ökologischer Sicht wertvollen Einzelflächen.“

Ziel des Modellprojekts „Partnerbetrieb Naturschutz“ ist es, ein praxistaugliches Instrument zu schaffen, mit dem Naturschutz- und Landwirtschaftsinteressen im konkreten Betrieb optimiert werden:
• Landwirte sollen bewusst die Belange der Natur stärker berücksichtigen.
• Der Naturschutz soll mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Landwirtschaft entwickeln

Land fördert
Das Umweltministerium hat das Modellvorhaben initiiert, das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinhessen-Nahe-Hunsrück in Bad Kreuznach ist Kooperationspartner des Projektes, das vom Land mit 225.000 Euro finanziert wird.
Als Teil der Veranstaltungsreihe, die die 9. UN-Vertragsstaatenkonferenz zur biologischen Vielfalt in Rheinland-Pfalz begleitet, steht „Partnerbetrieb Naturschutz“ für die Umsetzung der dort formulierten Ziele.

Die beteiligten Betriebe erhalten:
• Eine Naturschutz-Potenzialanalyse
• Eine interdisziplinäre Beratung von Naturschutz- und Landwirtschaftsberatern
• Eine im Dialog entwickelte Betriebsentwicklungsplanung mit besonderer Ausrichtung auf den Vertragsnaturschutz
• Eine Förderung im Rahmen der PAULa-Programme (soweit gewünscht)
• Qualifizierungsangebote

4 Phasen
Das Projekt startete Anfang 2007 und läuft bis September 2009.

Es durchläuft 4 Phasen:
• Die ersten beiden Phasen, die Betriebsauswahl und die Erfassung der Betriebs- und Flächendaten, sind abgeschlossen.
• In der nun fast abgeschlossenen 3. Phase wurde das Naturschutzpotenzial der beteiligten Betriebe ermittelt – z.B. Potenziale für Vertragsnaturschutzmaßnahmen (u.a. Anlage von Ackerrandstreifen, Aufwertung der Landschaftsstruktur durch Baum- und Gehölzpflanzungen, naturverträgliche Düngemethoden, Optimierung von Nutzungszeiträume im Hinblick auf Tier- und Pflanzenarten). Zum Aufbau eines gesamtbetrieblichen Konzeptes werden alle Betriebsflächen berücksichtigt.
• Auswertung und Überprüfung des Programms erfolgen in der jetzt anlaufenden 4. Phase. Am Ende des Projekts wird ein praxistaugliches Instrument vorliegen, das für alle interessierten Betriebe im Land einsetzbar ist und einen Teil der Biodiversitätsstrategie des Landes darstellt.

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