18. Juli 2008

Mecklenburg-Vorpommern: Erdbeer- und Spargelerträge

Erdbeerernte: Trotz Trockenheit verbreitet guter Ertrag – Spargelernte durchschnittlich
Schwerin (agrar.de) – Die Erdbeerernte des Jahres 2008 begann sehr früh und wurde durch länger anhaltende Trockenheit beeinträchtigt. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes brachte sie vor allem in den größeren Betrieben bei Einsatz von Beregnungsanlagen überdurchschnittliche Erträge. Landesweit wurden im Mittel 108 Dezitonnen pro Hektar geerntet.

Die diesjährigen Hektarleistungen bei Spargel entsprechen mit knapp 38 Dezitonnen pro Hektar dem Niveau der Vorjahre.

Der Beginn der diesjährigen Erdbeersaison setzte vergleichsweise früh ein. Bei sonnenscheinreicher Witterung und geringer Luftfeuchtigkeit blieb der gefürchtete Grauschimmel weitestgehend aus. Über Ertragsausfälle wurde meist nur dann berichtet, wenn eine künstliche Zusatzberegnung während der langen Trockenperiode in der Hauptwachstumszeit nicht möglich war. Die Ertragsleistungen lagen bei 108 Dezitonnen pro Hektar. Erstmals seit 2004 vergrößerte sich die Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr wieder und umfasst nunmehr 311 Hektar (vorläufige Angabe; 2007: 295 Hektar). Damit beläuft sich die Erntemenge auf 3.400 Tonnen.

In Mecklenburg-Vorpommern bauen 39 Betriebe Erdbeeren auf dem Freiland an, 5 von ihnen auf mehr als jeweils 10 Hektar. Die größten Anbauflächen liegen in den Landkreisen Nordwestmecklenburg, Bad Doberan, Ludwigslust und Güstrow.

Das Spargelstechen begann bei niedrigen Temperaturen, die für das weitere Wachstum nicht förderlich waren. Trotz zunehmend warmer, aber auch trockener Witterung während der Haupterntezeit hob sich der Ertrag von 38 Dezitonnen pro Hektar nicht vom durchschnittlichen Niveau der vergangenen Jahre ab. Bezogen auf die erntewirksame Fläche von 266 Hektar betrug die Gesamterntemenge rund 1.000 Tonnen.

Landesweit verfügen 34 Betriebe über Spargelanlagen, 8 von ihnen über mehr als jeweils 10 Hektar. Regionaler Schwerpunkt ist der Landkreis Ludwigslust.

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Gute Spargelernte 2008 in Brandenburg

Potsdam (agrar.de) – Im Land Brandenburg wurden in diesem Jahr im Durchschnitt 48,9 Dezitonnen Spargel pro Hektar gestochen. Im Vorjahr waren es 49,5 Dezitonnen pro Hektar. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg„>Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, lag das diesjährige Ergebnis der Spargelernte, die traditionell um den Johannistag am 24. Juni endete, um 9 Prozent über dem sechsjährigen Durchschnitt (2002 bis 2007: 44,9 Dezitonnen pro Hektar).

Aufgrund der Wärme während der Erntezeit war die Qualität des Spargels in diesem Jahr sehr gut und das Gemüse besonders zart. Im vergangenen Jahr hatte sich die ertragsfähige Fläche dieses königlichen Gemüses um 3 Prozent auf 2.680 Hektar ausgedehnt. Unter der Voraussetzung eines stabilen Anbauumfangs ist derzeit von einer Gesamternte von 13.100 Tonnen auszugehen. Ein Jahr zuvor stachen Brandenburgs Spargelanbauer rund 13.300 Tonnen.

Brandenburg lag in den vergangenen Jahren nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf Platz 3 beim Spargelanbau in Deutschland und war Spitzenreiter der neuen Länder. Der überwiegende Teil der Spargelanbaufläche (fast 90 Prozent) befindet sich im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

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Baden-Württemberg: Winterweizen und Körnermais sind die Gewinner im Anbau 2007/2008

Themen: Anbauflächen,Baden-Württemberg,Statistik — info @ 17:07

Weizenanbau in Baden-Württemberg mit 231.900 Hektar auf Rekordstand
Stuttgart (agrar.de) – Die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung sowie die Preissignale aus der Ernte 2007 haben für deutliche Bewegung im Anbau auf dem Ackerland gesorgt. Nach Feststellungen des Statistischen Landesamtes haben bei der Herbstaussaat besonders Winterweizen, Dinkel und Triticale sowie bei der Frühjahrsaussaat Körnermais von der Wieder-»Inbetriebnahme« brachliegender Ackerflächen profitiert. Der Anbau von Winterweizen nahm um rund 10.100 Hektar (ha) oder knapp 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Zusammen mit der Anbauausweitung bei Dinkel (+2.100 ha oder +18,6 Prozent) erhöhte sich die Winterweizenfläche auf insgesamt 231.900 ha und übertrifft damit den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2000 um rund 4.600 ha.

Der überlegenen Wirtschaftlichkeit von Winterweizen unter den Winterungen entspricht bei geeigneten Standortbedingungen unter den Sommerungen der Körnermais, dessen Anbauumfang sich um rund 14.000 ha auf nun 72.200 ha erhöht hat. Die Zunahmen bei Winterweizen und Körnermais entsprechen annähernd dem Rückgang der Brachflächen um 25.600 ha auf 15.700 ha. Aber auch die anderen Getreidearten notieren überwiegend mit positiven Vorzeichen. Bei der überwiegend zur Verfütterung eingesetzten Wintergerste ist der Anbauumfang nur leicht verändert (+0,2 Prozent auf 105.600 ha), während bei der vielfach als Braugerste verwendeten Sommergerste ein etwas deutlicherer, aber hinter den Erwartungen zurück bleibender Zuwachs (+3,4 Prozent auf 87.000 ha) zu verzeichnen ist. Ein deutliches Plus von 12,8 Prozent auf 22.100 ha ist bei Triticale, einer anspruchslosen Kreuzung aus Weizen und Roggen festzustellen. Triticale dient in erster Linie der Verfütterung, wird aber auch als Ganzpflanzensilage zur Erzeugung erneuerbarer Energie eingesetzt. Der Einsatz in Biogasanlagen war im vergangenen Jahr auch Auslöser für eine deutliche Ausweitung des Anbaus von Silomais, die sich in diesem Jahr aber nur noch stark abgeschwächt fortsetzt (+0,8 Prozent auf 88.500 ha). Winterraps wurde in den letzten Jahren nicht nur zur Speiseölgewinnung, sondern vielfach auch als nachwachsender Rohstoff für die Biodieselerzeugung auf stillgelegten Flächen angebaut. Trotz Abschaffung der Flächenstilllegung und veränderter Rahmenbedingungen für Biodiesel kann Winterraps den Anbauumfang annähernd konstant halten (−0,7 Prozent auf 71.000 ha).

Insgesamt ist beim Anbau auf dem Ackerland eine Verengung des Anbauspektrums und eine Konzentration auf weniger Arten zu verzeichnen. Allein mit Weizen (alle Formen zusammen: 236.000 ha) wird mehr als ein Viertel (28,1 Prozent) des gesamten Ackerlands (838.800 ha) bestellt. Winter- und Sommergerste zusammen kommen auf 192.600 ha oder einen Anteil von 23,0 Prozent am Ackerland. Die verschiedenen Nutzungsformen von Mais (Körner-, Silomais, CCM) werden auf fast einem Fünftel (19,8 Prozent) des Ackerlands angebaut. Auf nur drei Getreidearten entfallen damit gut 70 Prozent der ackerbaulichen Nutzung in Baden-Württemberg.

BW Anbauflächen 2008

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Baden-Württemberg: Niedrigster Schweinebestand seit dreißig Jahren

Merklicher Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent – Zahl der Betriebe geht um 13 Prozent zurück
Stuttgart (agrar.de) – Die unbefriedigende Erlössituation für die Schweine haltenden Betriebe im Land zeigt ihren Niederschlag in einem deutlichen, aber derzeit noch begrenzten Rückgang der Schweinebestände. Nach Feststellung des Statistischen Landesamts bezifferte sich die Zahl der Schweine im Südwesten zum Stichtag 3. Mai 2008 auf 2.121.300. Dies entspricht einem Rückgang von 4,6 Prozent zur vergleichbaren Erhebung des Vorjahres. Gleichzeitig ist damit der niedrigste Bestand an Schweinen im Land seit dem Jahr 1976 zu verzeichnen.

Der Abstand gegenüber dem bisherigen Höchststand im Jahr 1998 mit 2.397.600 Tieren, dem allerdings im Jahr 2004 ein Zwischentief folgte, beziffert sich auf 276.300 Schweine oder knapp 12 Prozent. Mit dem aktuellen Bestand wird 2008 erstmals deutlich der Korridor von etwa 2,2 bis 2,4 Millionen Tieren verlassen, in dessen Bandbreite sich der Tierbestand in den letzten zwei Jahrzehnten den jeweiligen Marktbedingungen angepasst hat. Damit deutet sich möglicherweise eine Reaktion der Schweine haltenden Betriebe an, die über die übliche Bestandsanpassung am Tiefpunkt des Schweinezyklus hinausgeht. Darauf weist auch die deutliche Abnahme der Betriebe mit Schweinehaltung hin. Innerhalb nur eines Jahres ist ein Rückgang um über ein Zehntel (−13 Prozent) auf nur noch gut 10.100 Betriebe zu verzeichnen.

Der Abbau der Schweinebestände verteilt sich auf alle Kategorien, wobei die Zuchtschweinebestände eine etwas stärkere Reaktion zeigen als die Mastschweinebestände. Die Zahl der Zuchtsauen hat im Vergleich zum Vorjahr um 4,5 Prozent auf 251.900 abgenommen, die Zahl der Mastschweine (ab 50 kg Lebendgewicht) ging um 2,8 Prozent auf 724.000 zurück. Die deutlichsten Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr sind bei Ferkeln (−6,1 Prozent auf 661.300) und Jungschweinen bis 50 kg Lebendgewicht (−5 Prozent auf 480.100) zu verzeichnen.

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17. Juli 2008

DBV fordert Steuersenkung beim Agrardiesel

Themen: Energie,Kraftstoffe,Verbände — info @ 19:07

Kostenentlastungen angesichts starker Preissteigerungen erforderlich
Berlin (agrar.de) – „Für ein Kostenentlastungsprogramm mit der Steuersenkung beim Agrardiesel gibt es keine Alternative“, erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, anlässlich der Pressekonferenz zum Auftakt der Ernte 2008.

Die Forderung des DBV nach einem Kostenentlastungsprogramm werde angesichts der aktuellen Preissteige­rungen nachhaltig untermauert. Die Kosten für Energie und Schmierstoffe seien für die Landwirte innerhalb eines Jahres um 25 Prozent gestiegen. Weitere Kostenerhöhungen gebe es bei Strom und Gas. Die Düngemittelpreise lägen wegen weltweit großer Nachfrage und Energie­abhängigkeit sogar zum Teil 100 Prozent höher als vor einem Jahr.

Für die Ackerbauern be­deute dies eine Verteuerung der Produktionskosten beim Getreideanbau von bis zu 40 Prozent. Dem gegenüber ständen niedrigere Erzeugerpreise als zu Beginn des Jahres 2008. Sonnleitner widersprach mit seiner erneuten Forderung nach einer Senkung des Steuersatzes auf Agrar­diesel auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ich kann in einer Angleichung der Steuersätze für Agrardiesel an unsere EU-Nachbarn keine Insellösung erkennen“, betonte er.

„Wenn man wie die Bundesregierung von Wettbewerb spricht, dann muss man auch Waffen­gleichheit im Konkurrenzkampf mit unseren europäischen Nachbarn herstellen“, erklärte Sonnleitner. 40 Cent Steuern pro Liter Agrardiesel müsse ein deutscher Bauer zahlen, dagegen 0 Cent der französische Bauer und 1 bis 10 Cent Steuern die meisten EU-Kollegen. Dies sei für die deutsche Landwirtschaft eindeutig wettbewerbsverzerrend. Wegen der progressiven Besteuerung würde jeder Cent Preisanstieg beim Barrel Rohöl die deutschen Landwirte sehr viel stärker treffen als die europäischen Konkurrenten. Die Forderung nach Steuersenkung beim Agrardiesel sei kein Ruf nach Subventionen, sondern die Forderung nach einer Gleichstellung in der Europäischen Gemeinschaft, betonte Sonnleitner. Mit dem Kostenentlastungsprogramm werde eine Harmonisierung in der Europäischen Union erreicht und damit „Wettbewerbs­gerechtigkeit für die deutschen Bauern“. Im Zusammenhang mit dem Agrardieselsteuersatz sprach Sonnleitner sogar von einer „Strafsteuer für die Bauern“.

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IVA zu Bienenschutz und Pflanzenschutz: Kein Gegensatz

Themen: Bienen,Industrie,Pflanzenschutz,Verbände — info @ 14:07

Frankfurt (agrar.de) – „Die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland gilt als eine der strengsten der Welt. In Deutschland zugelassene Pflanzenschutzmittel sind sicher“, betont Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar (IVA). „Wer die unglückliche Verkettung von Umständen, die zu Bienenschäden in Südwestdeutschland geführt haben, zum Anlass nimmt, bestimmte Insektizidwirkstoffe verbieten zu wollen, argumentiert an den Fakten vorbei“, so Koch-Achelpöhler.

Die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln bedauern die Schäden, die den Imkern entstanden sind und nehmen deren Besorgnis sehr ernst. Sie wollen daher gemeinsam mit den Behörden, den Imkern und anderen Beteiligten darauf hinwirken, dass sich solche Unfälle in Zukunft nicht wiederholen.

Die Ursachen der in Südwestdeutschland beobachteten Bienenschäden gelten als aufgeklärt: Die fehlerhafte Beizung mit Clothianidin-haltigen Produkten und die Nutzung einer bestimmten Sätechnik wurden von den zuständigen Behörden als wesentliche Faktoren identifiziert. Das bestätigt ein Expertengremium vom 15. Juli 2008, an dem auf Initiative des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) auch Vertreter der wichtigsten Imkerorganisationen teilnahmen. Die Ergebnisse sind öffentlich zugänglich *.

Im deutschen Zulassungsverfahren werden die Auswirkungen eines Pflanzenschutzmittels auf Bienen umfassend geprüft und bewertet. Bei sachgerechter Anwendung gehen deshalb von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln keine Gefährdungen für die Honigbiene aus. Das gilt auch für die von den Nichtregierungsorganisationen PAN Germany und BUND sowie dem Deutschen Berufs und Erwerbs Imkerbund (DBIB) aufs Korn genommenen Wirkstoffe, die in Saatgutbeizen unter anderem auf Raps und Mais eingesetzt werden. Die Ursachen von Bienenschäden, darüber sind sich Wissenschaftler aus aller Welt einig, sind vielfältig: Klimawandel, Parasiten, wie die Varroamilbe, und Unterernährung zählen dazu. Dass es vielfältige Gründe für Bienenverluste gibt, belegen auch Ergebnisse aus Bienenmonitoring-Programmen in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien.

Die Umweltorganisationen PAN und BUND verwenden nun diesen unfallähnlichen Einzelfall als Argument für ein generelles Verbot der betroffenen Wirkstoffe. Vor dem Hintergrund des laufenden europäischen Gesetzgebungsverfahrens zur Novellierung der europäischen Pflanzenschutz-Richtlinie liegt die Vermutung nahe, dass hier politischer Druck ausgeübt werden soll, um die Novelle noch weiter zu verschärfen. Damit wäre das Aus für zahlreiche Wirkstoffe vorprogrammiert. Viele Schädlinge könnten nicht mehr bekämpft werden, und gegen die wenigen verbleibenden Wirkstoffe würden die Insekten schnell resistent. Die Erträge würden sinken, die Preise für Agrarprodukte steigen.

„Wir können nun einmal nicht daran vorbei: Die weltweite Nachfragesituation hat sich drastisch verändert, die Weltbevölkerung wächst weiter. Das stellt Landwirtschaft und Agrarpolitik vor gewaltige Herausforderungen. Mehr Ertrag auf gleich bleibender Fläche kann nur eine moderne, ertragsorientierte Landwirtschaft erzielen“, unterstreicht Volker Koch-Achelpöhler.

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BUND, PAN und Berufsimker fordern Verbot Bienen tötender Pestizide

Themen: Bienen,Pflanzenschutz,Umwelt,Verbände — info @ 13:07

Berlin (agrar.de) – Das Pestizid-Aktions-Netzwerk (PAN), der Deutsche Berufs- und Erwerbs-Imkerbund (DBIB) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) forderten heute Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer auf, alle Pestizide mit den Bienen gefährdenden Insektengiften Clothianidin und Imidacloprid der Firma Bayer CropScience umgehend zu verbieten.

Seehofer müsse zudem dafür sorgen, dass Bienen gefährdenden Pestiziden in Deutschland und der EU die Zulassung entzogen wird. Wenn Ende August mit Clothianidin und Imidacloprid gebeizter Raps ausgesät werde, drohe ein ähnliches Bienensterben wie im Frühjahr, als mit Clothianidin-haltigen Pestiziden gebeizter Mais in Baden-Württemberg zehntausende von Honigbienen-Völkern tötete.

Nachdem zunächst die Zulassung von Clothianidin- und Imidacloprid-haltigen Beizmitteln ausgesetzt worden war, hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Ende Juni die Zulassung einiger dieser Mittel für die Anwendung bei Raps wieder in Kraft gesetzt. Die genannten Wirkstoffe werden meist in Beizmitteln für Mais, Karotten, Rüben, Raps und Kartoffeln eingesetzt.

„Die Folgen des Bienensterbens sind nicht nur für uns Imker verheerend. Bienen sind auch für die Bestäubung vieler Kulturpflanzen in der Landwirtschaft extrem wichtig“, sagte Manfred Hederer, Präsident der Berufsimker. „Das Gift, das jetzt auf die Felder kommt, kann erneut große Schäden anrichten, auch wenn der Beize mehr Haftmittel beigemengt werden soll. Clothianidin und Imidacloprid bleiben auf dem Acker und jede neue Aussaat bringt mehr davon in die Umwelt.“

Mit Produkten, die die Wirkstoffe Clothianidin und Imidacloprid enthalten, machte Bayer CropScience im vergangenen Jahr weltweit einen Umsatz von 793 Millionen Euro. Susan Haffmans von PAN wies auf mögliche Umweltschäden auch in anderen Ländern hin. „Wenn schon der hohe technische Standard hierzulande keinen ausreichenden Schutz vor Vergiftungen bietet, dann ist es höchst zweifelhaft, dass Tierwelt und Natur in den Exportländern unversehrt bleiben. Statt gebetsmühlenhaft beschworener `technischer Lösungen` dürfen Bienen gefährdende Pestizide gar nicht erst zugelassen werden. Erforderlich ist die konsequente Umsetzung praxiserprobter Alternativverfahren. Dazu zählt insbesondere eine dreigliedrige Fruchtfolge, bei der auf einem Acker nur alle drei Jahre die gleiche Kultur angebaut wird.“

Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND: „Landwirtschaftsminister Seehofer muss sich auf EU-Ebene für einen besseren Schutz der Bienen und der biologischen Vielfalt insgesamt einsetzen. Für den Menschen und für die Natur gefährliche Pestizide müssen endlich verboten werden. Die naturnahe Landwirtschaft braucht diese Agrargifte nicht, deshalb ist auch die entschlossene Förderung des Ökolandbaus ein entscheidender Schritt bei der Zurückdrängung der Risiken.“

Ein Hintergrundpapier über die Bedrohung (speziell der Bienen) durch Pestizide finden Sie auf der Internetseite des BUND.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 12:07

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 520 angebotenen Schweinen alle Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,81 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,80 Euro bis 1,81 Euro verkauft.

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Thüringen: Spargelernte 2008 unter dem langjährigen Mittel

Themen: Erntebericht,Gemüse,Statistik,Thüringen — info @ 12:07

Erfurt (agrar.de) – Der Beginn der Spargelernte wird wesentlich von der Witterung und der Bodentemperatur bestimmt. In der Regel ist in der zweiten Aprilhälfte mit dem ersten Anstich zu rechnen. In diesem Jahr wurde durch die kühlen Temperaturen jedoch später mit der Spargelernte begonnen. Die Spargelsaison, die traditionell zum Johannistag am 24. Juni endet, war damit kürzer als in anderen Jahren. Gleichfalls fehlte es in einigen Betrieben an Erntehelfern. Dadurch konnte der Spargel von einem Teil der Fläche nicht durchgehend gestochen werden.

Nach ersten Ergebnissen haben Thüringer Spargelanbauer in diesem Jahr im Landesdurchschnitt 5,3 Tonnen vom Hektar geerntet. Nach Berechnungen des Thüringer Landesamtes für Statistik lag der Flächenertrag damit um 0,5 Tonnen unter der Ertragsleistung des Vorjahres und auch um 0,3 Tonnen unter dem sechsjährigen Mittel der Jahre 2002/2007. Ein geringerer Flächenertrag war letztmalig im Jahr 2006 zu verzeichnen (5,2 t/ha).

Nach ersten Berechnungen (1) auf Grundlage der Ernte- und Betriebsberichterstattung ist die Fläche, von der in diesem Jahr Spargel geerntet wurde, um ca. 10 Prozent kleiner als im Vorjahr (2007: 378 ha).
Eine auf diese Fläche berechnete Gesamternte von 1.800 Tonnen wäre ein um knapp ein Fünftel geringeres Ergebnis als im Vorjahr (2.182 t).

Schwerpunktmäßig erfolgt in Thüringen der Anbau im Raum Herbsleben und Kutzleben im Unstrut-Hainich-Kreis. In Herbsleben verweist man sogar auf eine fast zweihundertjährige Tradition. Spargel wird jedoch auch in den Kreisen Gotha, Sömmerda und im Altenburger Land erzeugt.

Thüringer Spargel wurde über die Direktvermarktung der Betriebe, z.B. ab Hofverkauf, Verkauf auf Wochenmärkten oder an Straßenrändern frisch an den Kunden gebracht, war aber auch im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich.

1) Die Angaben zu den endgültigen Anbauflächen 2008 liegen im Oktober vor.

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493.000 Rinder in Hessen

Wiesbaden (agrar.de) – Nach den Auswertungen der HIT-Datenbank (Herkunfts- und Informationssystem Tier) gab es zum Stichtag 3. Mai 2008 in Hessen rund 11.350 Rinderhalter mit insgesamt 492.900 Rindern. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, befanden sich unter dem Rindviehbestand 153.700 Milchkühe, die von 4.500 Haltern betreut wurden, und 47.300 sonstige Kühe, wie z. B. Ammen und Mutterkühe (5.300 Halter). Bei den übrigen Rindern handelt es sich um Kälber, Färsen und z. B. Jungbullen.

Knapp 40 Prozent der Milchkühe standen in Milchkuhherden der Größenklasse von 50 bis 99 Tieren, während die meisten sonstigen Kühe in Herden mit durchschnittlich knapp neun Kühen gehalten wurden.

Regionale Schwerpunkte der hessischen Rinderhaltung sind die Landkreise Fulda (69.600 Rinder) und Waldeck-Frankenberg (64.900) sowie der Vogelsbergkreis (58.300). Hinsichtlich der Rinderrassen dominiert in Hessen mit deutlichem Abstand Holstein-Schwarzbunt (207.200 Tiere) gefolgt von Fleckvieh (70.550) und Holstein-Rotbunt (67.300).

Die Auswertung der HIT-Datenbank wurde zum Mai 2008 erstmals vorgenommen, um die Betriebe mit Rinderhaltung von statistischen Berichtspflichten zu entlasten. Vergleiche mit Vorerhebungen sind daher nicht möglich.

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