25. Juli 2008

Hessen: Landeslabor untersucht Kartoffeln auf Pflanzenschutzmittelrückstände

Themen: Hessen,Kartoffeln,Lebensmittel,Statistik — info @ 10:07

Gießen (agrar.de) – Von April bis Juni 2008 wurden vom Hessischen Landeslabor insgesamt 66 Proben Kartoffeln auf Rückstände von Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln untersucht. Keine der Proben wurde wegen Höchstmengenüberschreitungen beanstandet, jedoch fehlte bei 19 Proben die entsprechende Kenntlichmachung des Stoffes Chlorpropham, der zur Haltbarmachung von Kartoffeln nach der Ernte eingesetzt wird.

„Die Proben wurden auf ein Stoffspektrum von mehr als 300 verschiedenen Pflanzenschutzmitteln untersucht. Bei insgesamt 16 der 66 Proben war allerdings die Verwendung von Chlorpropham nicht kenntlich gemacht. Bei den Kartoffelproben, die aus Hessen stammten, fehlte die Kenntlichmachung bei 5 von 19 Proben“, teilte heute der Direktor des Landeslabors, Prof. Dr. Hubertus Brunn, mit. „Somit hat sich bezüglich der Kenntlichmachung diese für die Verbraucher unbefriedigende Situation im Laufe der vergangenen Jahre leider nicht verbessert“,

Von Chlorpropham abgesehen seien bei 59 Proben überhaupt keine Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen worden. Überschreitungen der Höchstmengen wären ebenfalls nicht zu verzeichnen gewesen. „Kartoffeln gehören damit zu den vergleichsweise gering mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Lebensmitteln“, fasste Brunn abschließend zusammen.

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Thüringen: Sinkende Schweine- und Schafbestände

Erfurt (agrar.de) – In den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens standen nach dem vorläufigen Ergebnis der Viehbestandserhebung vom Mai dieses Jahres 714.300 Schweine. Damit hielten die Thüringer Landwirte nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 50.700 Schweine weniger als zur Erhebung vom Mai 2007.

Der Bestand an Ferkeln und Jungschweinen wurde um 6,5 Prozent bzw. 28.600 Tiere auf 411.700 Tiere abgebaut. Die Anzahl der Mastschweine ging um 15.100 Tiere bzw. 6,4 Prozent zurück. Der um 6.900 Tiere bzw. 7,8 Prozent auf 82.400 Tiere reduzierte Bestand an Zuchtsauen lässt auf einen weiteren Bestandsabbau bei den Schweinen schließen.

In der Schafhaltung setzte sich der seit dem Jahr 2001 zu beobachtende Bestandsrückgang weiter fort. Gegenüber Mai 2007 sank der Schafbestand um 13.600 Tiere bzw. 6,3 Prozent auf 201.100 Schafe. Im Vergleich mit dem Jahr 2001 ging die Zahl der Schafe um 37.500 Tiere bzw. 15,7 Prozent zurück. Der Bestandsrückgang wurde im Mai 2008 für alle Schafkategorien festgestellt. Die Anzahl der unter ein Jahr alten Schafe sank gegenüber dem Vorjahr um 5.200 Tiere bzw. 8,8 Prozent auf 53.800 Tiere. Mit 143.000 Mutterschafen wurden 7.600 Tiere bzw. 5,0 Prozent weniger gehalten. Dieser Rückgang bei den Zuchttieren deutet auf einen weiter zurückgehenden Schafbestand hin.

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Broschüre „Naturschutzrecht für Schleswig-Holstein“ bündelt Bundes- und Landesnaturschutzgesetze

Themen: Medien,Naturschutz,Schleswig-Holstein — info @ 08:07

Kiel (agrar.de) – Das aktuelle Landesnaturschutzgesetz, das Bundesnaturschutzgesetz und die Landesverordnung über die Zuständigkeit der Naturschutzbehörden sind vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume erstmals in einer Broschüre zusammengefasst worden. Auf 166 Seiten ist das „Naturschutzrecht für Schleswig-Holstein“ ab sofort erhältlich und zu beziehen per Email, telefonisch unter 0431-988-7146 oder als PDF-Datei im Internet verfügbar.

„Ein modernes Naturschutzgesetz muss zeigen, dass es den Menschen zutraut, eigenverantwortlich und mit kreativen, individuellen und kooperativen Lösungen die Natur zu schützen. Gesetzlicher Zwang muss auf den Unbelehrbaren beschränkt werden“, betonte Umweltminister Dr. Christian von Boetticher noch einmal mit Blick auf die Gesetzesnovelle.

Das neue Landesnaturschutzgesetz wird in sechs Abschnitten dargestellt. Die Kernelemente der Neuerung sind Deregulierung, Beschränkung auf unerlässliche Planungsebenen, Verfahrensstraffung, Stärkung kooperativer Lösungen sowie die Umsetzung von Europa- und Bundesrecht. Es umfasst in der Broschüre 71 Seiten und ist auf weißem Papier gedruckt. Das Bundesnaturschutzgesetz ist zum Zweck der besseren Übersichtlichkeit und des Zugriffs auf grünem Papier gedruckt und umfasst 75 Seiten. Die Zuständigkeiten in Schleswig-Holstein werden nicht mehr per Gesetz, sondern durch Verordnung geregelt, die auf vier Seiten im Anschluss an das Landesnaturschutzgesetz folgt.

Das neue Landesnaturschutzgesetz kommt mit 76 statt wie bisher 103 Paragraphen aus. Den neuen Gesetzentwurf bewertete von Boetticher als „optimale Mischung zwischen der Bewahrung gewachsener Strukturen, Beteiligungen und Organisationen einerseits und den Anforderungen an Entbürokratisierung und Deregulierung andererseits“.

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13 Millionen Rinder, 26,8 Millionen Schweine, 2,4 Millionen Schafe

Themen: Rinder,Schafe,Schweine,Statistik,Tierbestände — info @ 08:07

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Mai 2008 in Deutschland rund 13 Millionen Rinder, darunter 4,2 Millionen Milchkühe gehalten. Weiterhin wurden 26,8 Millionen Schweine und 2,4 Millionen Schafe in landwirtschaftlichen Betrieben gezählt. Dies zeigen die Ergebnisse der repräsentativen Erhebung über die Viehbestände zum Stichtag 3. Mai 2008. Für die Ermittlung der Rinderbestände hat Destatis erstmals das Herkunfts- und Informationssystem für Tiere – die sogenannte HIT-Rinderdatenbank – ausgewertet.

Das hat gegenüber dem bisherigen Verfahren den deutlichen Vorteil, dass durch die Nutzung der Datenbank auf eine Befragung von circa 37.500 Landwirten verzichtet werden konnte. Die Veränderung der Methode führt allerdings dazu, dass die Ergebnisse nicht direkt mit denen der Vorerhebungen verglichen werden können. So „steigt“ bei einem Vergleich mit der letzten Befragung im November 2007 der gesamte Rinderbestand in Deutschland scheinbar um 2,1 Prozent, weil auch Rinder einbezogen werden, die nicht in landwirtschaftlichen Betrieben mit den erforderlichen Mindesteinheiten gehalten werden. Dies ist jedoch kein „echtes“ Wachstum, sondern lediglich ein Zeichen für den Bruch in der Erhebungsmethodik.

Die Zahl der Milchkühe umfasst in Deutschland rund 4,2 Millionen Tiere, was einem Anteil von 32,5 Prozent aller Rinder entspricht. Insgesamt gibt es knapp 189.000 Rinderhalter in Deutschland. Den größten Rinderbestand hat dabei Bayern mit gut 3,4 Millionen Rindern, gefolgt von Niedersachsen mit 2,6 Millionen Tieren. Damit stehen in diesen beiden Bundesländern knapp die Hälfte (46,2 Prozent) aller deutschen Rinder. Mit insgesamt 5,3 Millionen Tieren ist dabei Holstein-Schwarzbunt die bedeutendste Rasse in Deutschland.

Die Erfassung der Schweine- und Schafbestände erfolgt weiterhin durch Befragung der Landwirte. Derzeit stehen nach vorläufigen Ergebnissen der Erhebung vom 3. Mai 2008 rund 26,8 Millionen Tiere in deutschen Ställen.
Das sind rund 350.000 Tiere oder 1,3 Prozent weniger als noch im November 2007. Dabei ist besonders die Anzahl der Schweinehalter um knapp 7.000 Betriebe auf nunmehr 73.000 Schweine haltende Betriebe gesunken. Das entspricht einem Rückgang von gut 8,3 Prozent innerhalb eines halben Jahres.

Diese Ergebnisse spiegeln die Krise am Schweinemarkt in den letzten Monaten wider.Insbesondere die Zahl der Zuchtsauen ist seit November 2007 um 1,7 Prozent auf 2,4 Millionen Tiere gesunken. Im Vergleich zum 3. Mai
2007 beträgt der Rückgang sogar 5 Prozent. Nicht ganz so deutlich ist dagegen der Rückgang bei den Mastschweinen. Im Mai 2008 wurden in Deutschland rund 11,2 Millionen Mastschweine gehalten. Das sind rund 0,4 Prozent oder 49.000 Tiere weniger als im November 2007.

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24. Juli 2008

DBV: Landwirtschaft bietet noch Stellen für Azubis

Gute Zukunftschancen für Absolventen der Agrarberufe
Berlin (agrar.de) – In der Landwirtschaft gibt es noch freie Stellen für Berufseinsteiger. Das meldete der Deutsche Bauernverband (DBV) kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2008/2009.

Angesichts des fortschreitenden Strukturwandels benötigt die Landwirtschaft mehr Berufs­einsteiger, die in den 14 Agrarberufen Karriere machen möchten. So werden am Arbeits­markt gut ausgebildete Fachkräfte rege „nachgefragt“, die von Zukunftsbetrieben immer öfter als Arbeitnehmer eingestellt werden. Aufgrund der wachsenden Nachfrage von Agrarbetrie­ben nach qualifizierten Führungskräften haben engagierte Fachkräfte auch gute Chancen, nach entsprechender Fort- und Weiterbildung beruflich in leitende Funktionen aufzusteigen.

Wie der DBV weiter berichtete, wird es immer schwieriger, geeigneten Berufsnachwuchs für die Landwirtschaft zu finden. In vielen Regionen würden Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, da – wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch – Mängel bei der Ausbildungsreife der Jugendlichen vermehrt zum Ausbildungshemmnis führen würden. Der DBV fordert seither, dieses Problem in gemeinsamer Anstrengung von Familien und Gesellschaft, allgemein­bildenden Schulen und Bildungspolitik zu lösen. Die berufsständischen Organisationen bieten dazu einen Beitrag durch Informationsmaßnahmen über Land- und Agrarwirtschaft, Angebote für Schulpraktika, die Einbindung von Praktikern in den Schulunterricht und Aktionen zur Unterrichtung von Schulklassen auf dem Bauernhof.

Gemeinsam mit den berufsständischen Verbänden unterstützen die Landwirtschaftskammern und -ämter bundesweit flächendeckend Jugendliche bei der Suche nach geeigneten Ausbil­dungsbetrieben. Auch die Organisationen der Landjugend und der Landfrauen beteiligen sich an Aktivitäten zur agrarischen Berufsinformation und Nachwuchswerbung.

Der DBV weist darauf hin, dass sich Jugendliche, die sich für die Ausbildungsgänge in den Bereichen der Tier- oder Pflanzenproduktion, der Landtechnik, des Gartenbaus, der Molkereiwirtschaft und anderen agrarischen Berufsbereichen interessieren, bei der Suche nach geeigneten Ausbildungsplätzen an die Arbeitsagenturen und gleichzeitig an die regionalen Landwirtschaftsämter wenden sollten.

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ISN: Schweine- und Ferkelpreismisere treibt besonders Sauenhalter zur Betriebsaufgabe

Trend zur Schweinemastregion in Nordwestdeutschland verstärkt – Niedersachen: 13 Prozent weniger Ferkelerzeuger – NRW: 14,6 Prozent weniger nicht trächtige Jungsauen und 7,4 Prozent Betriebsaufgaben – jedes zweite deutsche Schwein steht in NRW und Niedersachsen – deutsche Ferkelerzeugung gefährdet
Damme (agrar.de) – Wie die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) unter Bezug auf die vorläufigen Ergebnisse der Viehbestandserhebung aus dem Mai 2008 des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen (LSKN) sowie des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) berichtet, zeichne sich in der nordwestdeutschen Veredlungsregion ein verstärkter Trend zur Schweinemast ab. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen zurzeit mit zusammen 14,6 Mio. Schweinen über die Hälfte aller in Deutschland gehaltenen Schweine. In Niedersachsen werden durchschnittlich 622 Schweine pro Betrieb und in NRW 539 Schweine pro Betrieb gehalten.

Schweinemäster und reine Kombibetriebe spüren zurzeit – trotz gestiegener Futtermittelpreise – den wirtschaftlichen Druck nicht so stark, wie die Sauen haltenden Betriebe. Die Ferkelerzeuger erfahren zurzeit einen schmerzhaften Strukturwandel, was die aktuellen Viehzählungsergebnisse anschaulich belegen.

In Niedersachsen wurden im Mai insgesamt 8.185.953 Schweine gehalten. Darin enthalten sind 601.033 Zuchtschweine. Die Zahl der niedersächsischen Betriebe mit Schweinehaltung ging im Vergleich zur Vorjahreszählung um 8,1 Prozent bzw. um 1.164 Betriebe auf insgesamt 14.324 Betriebe zurück. Die Ferkelerzeugung ist von diesem Rückgang sogar überproportional betroffen. So betreffen 2/3 aller Betriebsaufgaben ausschließlich die Sauenhalter. Deren Zahl reduzierte sich um 765 Betriebe bzw. 12,9 Prozent auf 5.162 Betriebe.

Insgesamt verzeichnete Niedersachsen im Mai dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf den gesamten Schweinebestand bezogen einen Rückgang von 0,2 Prozent bzw. 15.753 Schweinen. In Niedersachsen setzt sich der Strukturwandel hin zur Schweinemast weiter fort. Während die Mastschweine im Vergleichszeitraum zugenommen haben, wurde diese durch die Entwicklung bei den Ferkelerzeugern mehr als überkompensiert. Denn die Zuchtschweinebestände sind um 36.243 Tiere bzw. 12,9 Prozent auf 601.033 Sauen und Eber zurückgegangen.

Und so ähnlich sieht es in NRW aus, wenngleich der Schweinebestand dort noch einen moderaten Zuwachs von 1,2 Prozent bzw. um 73.734 Tiere auf insgesamt 6.431.813 Schweine verzeichnen kann. Die Zahl der Betriebe mit Schweinehaltung ging gegenüber dem Mai des Vorjahres um 7,4 Prozent bzw. um 950 Betriebe auf insgesamt 11.931 Betriebe zurück. Fast die Hälfte der aufgebenden Betriebe waren Sauenhalter. Deren Zahl reduzierte sich um 401 Betriebe bzw. 8 Prozent auf 4.630 Betriebe. Tendenziell steigen auch in NRW verhältnismäßig mehr Ferkelerzeuger als Mäster aus.

Der nordrhein-westfälische Zuchtschweinebestand ging insgesamt um 4 Prozent von 516.669 Tieren auf nunmehr 495.994 Sauen und Eber zurück. Zu beachten ist, dass der Bestand an nicht trächtigen Jungsauen sogar um 14,6 Prozent rückläufig ist, was sich bald auf dem Ferkelmarkt niederschlagen dürfte. Angesichts der dramatischen Rückgänge in der nordwestdeutschen Ferkelerzeugung ist mittelfristig auch eine rückläufige Schweinefleischerzeugung zu erwarten.

Damit befindet sich die nordwestdeutsche Veredlungsregion in einer vergleichbaren Situation wie die europäischen Wettberber, die es zum Teil noch schlimmer trifft. So weisen die aktuellen Viehzählungsergebnisse vom April 2008 in anderen EU-Staaten sogar einen noch ausgeprägteren Rückgang bei den Sauenbeständen aus, als er in Deutschland zu verzeichnen ist: Er betrug in Polen knapp 20Prozent, in Rumänien 16Prozent und sogar die Niederlande verzeichneten einen Rückgang von fast 7Prozent.

In Deutschland wird mittlerweile jedes fünfte Schwein – ob als Ferkel oder Schlachtschwein – importiert und dieser „Modetrend“ gefährdet die heimische Ferkelerzeugung. Denn in den vergangenen Jahren ist die deutsche Schweinehaltung mehr und mehr von holländischen und dänischen Ferkelerzeugern abhängig geworden.

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Niedersachsen: Getreideernte wird unterdurchschnittlich ausfallen

Themen: Erntebericht,Getreide,Niedersachsen,Statistik — info @ 16:07

Hannover (agrar.de) – Mit der Wetterprognose auf einige sonnige Tage freuen sich Niedersachsens Landwirte, die seit gut 14 Tagen unterbrochene Getreideernte fortsetzen zu können. Die Erwartungen an die Erträge fallen nach Mitteilung des Landvolk-Pressedienstes allerdings recht verhalten aus. Er beruft sich auf erste Schätzungen des Landesbetriebes für Statistik. Danach wird die Getreideernte mit knapp 6,2 Mio. t Getreide insgesamt die „Missernte“ von 2007 mit 5,2 Mio. t deutlich übertreffen, die durchschnittlichen Erträge fallen danach aber niedriger aus als im langjährigen Durchschnitt.

Die höhere Gesamternte basiert daher auch nicht unwesentlich auf der um 5,7 Prozent größeren Anbaufläche. Während die Wintergerste, die in erster Linie als Futtergetreide Verwendung findet, die lang anhaltende Trockenheit im Mai und Juni noch mit am Besten verkraftet hat, fallen die Ertragsschätzungen für Winterweizen, Roggen, Triticale, aber auch Raps recht verhalten aus. Die Prognosen beruhen auf Erhebungen von 1.320 Ernteberichterstattern, die am 30. Juni befragt wurden. Daher fließen Ertragseinbußen, die das anhaltende Regenwetter im Juli verursacht haben kann, noch nicht mit ein. Die endgültige Wahrheit erfahren die Landwirte nach der Ernte, wenn sie mit ihren Wagen über die Waage fahren. Und betriebswirtschaftlich entscheidet sich erst mit dem Verkauf der Ernte, der sich je nach Marktlage bis zum Sommer kommenden Jahres hinziehen wird, wie die Ernte 2008 zu bewerten ist.

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Mecklenburg-Vorpommern: Erträge trockenheitsbedingt zumeist unter mehrjährigem Durchschnitt

Schwerin (agrar.de) – Erste Prognosen zur diesjährigen Ernte konkretisiert jetzt das Statistische Amt mit vorläufigen Zahlen:

Nach den Ende Juni/Anfang Juli erfolgten Schätzungen von fast 500 Landwirten aus allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns wird sich 2008 der durchschnittliche Getreideertrag im Land, ohne Körnermais, auf rund 60 Dezitonnen pro Hektar belaufen. Damit liegt er aufgrund der anhaltenden Trockenheit während der Hauptwachstumszeit um 8 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen sechs Jahre, aber über dem Ergebnis des Vorjahres (57 Dezitonnen pro Hektar).

Bei Winterraps rechnen die Landwirte derzeit mit 34 Dezitonnen pro Hektar, das sind gleichfalls 8 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt.

In Abhängigkeit von der Niederschlagsverteilung und der Bodengüte, aber auch von der Getreideart, sind die Ertragserwartungen regional unterschiedlich.

Der Getreideanbau zur Ernte 2008 wurde gegenüber 2007 um 9 Prozent auf 593.300 Hektar (ohne Körnermais) ausgedehnt. Die voraussichtliche Erntemenge von rund 3,5 Millionen Tonnen übertrifft zwar um 14 Prozent das Ergebnis des Vorjahres, bleibt aber um 6 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel.

Weit mehr als die Hälfte der Getreidefläche nimmt mit 334.400 Hektar Winterweizen ein, für den derzeit ein Hektarertrag von 65 Dezitonnen, 9 Prozent unter dem Durchschnitt, geschätzt wird.

Beträchtlich erweitert wurde zur diesjährigen Ernte der Anbau von Roggen, der von 87.400 Hektar, + 36 Prozent zum Vorjahr, zu bergen ist. Der bisher geschätzte Ertrag von 43 Dezitonnen pro Hektar liegt um 13 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres, jedoch um gleichfalls 13 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Die Ernte der Wintergerste auf 127.700 Hektar ist weitestgehend abgeschlossen. Demzufolge fließen in die geschätzten Angaben zum Ertrag erste Ergebnisse aus der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE, Stand: 22. Juli 2008) ein. Der Hektarertrag erreicht nach vorläufigen Angaben rund 65 Dezitonnen im Landesdurchschnitt und übertrifft damit bisherige Prognosen erheblich.

Beim Sommergetreide sind die trockenheitsbedingten Ertragsausfälle am größten. So gehen bei der Sommergerste die ersten Schätzungen von 40 Dezitonnen pro Hektar aus, 15 Prozent unter dem bisherigen Durchschnitt. Beim Hafer wird mit lediglich 32 Dezitonnen kalkuliert, das sind 28 Prozent weniger als im Mittel der vergangenen Jahre.

Für Winterraps, der von 222.600 Hektar zu ernten ist, werden derzeit 34 Dezitonnen pro Hektar geschätzt. Damit wird zwar der Ertrag des Jahres 2007 erreicht, aber der mehrjährige Durchschnitt um 8 Prozent, der bisherige Spitzenertrag aus dem Jahr 2004 (45,2 Dezitonnen pro Hektar) sogar um ein Viertel verfehlt.

Naturgemäß konnten die besseren Böden die wochenlange Trockenheit im Mai und Juni besser ausgleichen als die leichten Standorte. Auch deuten die ersten Ertragsschätzungen darauf hin, dass in den küstennahen Regionen im Osten des Landes, wie in den Landkreisen Nordvorpommern, Ostvorpommern und Rügen, im Vergleich zum Vorjahr eine bessere Ernte eingebracht wird als in anderen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns.

Anbau und Ertrag von Getreide und Raps 2008

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Bernhard: Dichtes Biotopnetz sichert Bayerns Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten

Themen: Bayern,Naturschutz,Statistik,Umwelt — info @ 13:07

München (agrar.de) – Mit seinem dichten Netz aus Biotopen und Schutzgebieten trägt Bayern entscheidend dazu bei, seine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten sowie die Besonderheiten der bayerischen Landschaften zu erhalten. Dies betonte der bayerische Umweltminister Otmar Bernhard heute anlässlich seines Besuches im Umweltzentrum Schloss Wiesenfelden.

Bernhard: „Beim Wanderfalken, Weißstorch und Steinkauz waren unsere Anstrengungen beispielsweise erfolgreich, aber viele andere Tier- und Pflanzenarten sind weiter stark gefährdet. Mit unserer Biodiversitätsstrategie kämpfen wir gegen diesen Verlust der biologischen Vielfalt, indem wir die natürlichen Lebensräume schützen, pflegen und erhalten.“ Bayern verdichtet bis 2020 sein Biotopnetz, unter anderem durch verstärkte Renaturierung der Moore und Dynamisierung der Auwälder. Außerdem sollen Wanderbarrieren wie Schienenwege, Straßen oder Wehre für die Tierwelt leichter passierbar gemacht werden. Für die umweltverträgliche, natur- und gewässerschonende Landnutzung und für die Sicherung, Pflege und Entwicklung wertvoller Flächen sowie für spezielle Artenhilfsprogramme hat Bayern seit 2000 über 1,5 Milliarden Euro eingesetzt. Bernhard: „Wir sind überzeugt, dass Naturschutz nur in Kooperation mit den Menschen vor Ort funktioniert. Landwirte als unsere wichtigsten Partner erhalten daher finanzielle Unterstützung, wenn sie zum Beispiel Grünland extensiv nutzen, Streuobstwiesen mit alten Obstsorten erhalten oder Buckelwiesen im Alpenvorland von Hand mähen, damit sie nicht verbuschen.“

In Bayern gibt es derzeit die zwei Nationalparke Bayerischer Wald und Berchtesgaden, 18 Naturparke, 588 Naturschutzgebiete, 695 Landschaftsschutzgebiete sowie über 8.500 Naturdenkmäler und Landschaftsbestandteile wie beispielsweise besondere Felsformationen oder Pflanzenvorkommen. Mit 744 Gebieten trägt Bayern außerdem zum europäischen Netz Natura 2000 bei. Zwei Biosphärenreservate mit hohem Naturschutzwert eröffnen den Regionen nachhaltige ökonomische und umweltverträgliche Investitionen. 154 Waldgebiete sind als Naturwaldreservate ausgewiesen, die nicht nur dem Erhalt, sondern auch der Erforschung dieser Wälder dienen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Viehbestände im Mai

Erstmals Zahlen aus der Rinderdatenbank übernommen
Schwerin (agrar.de) – Für die Viehbestandserhebung zum 3. Mai 2008 nutzten die Agrarstatistiker erstmals die Verwaltungsdaten aus der Rinderdatenbank. Damit wurden die Rinderhalter von Doppelbefragungen entlastet. Wie das Statistische Amt zu den vorläufigen Ergebnissen der Erhebung mitteilt, hat sich die Viehhaltung im Land zwar weiter stabilisiert; im Rückgang des Schweinebestandes um 2 Prozent auf 738.300 Tiere gegenüber Mai 2007 spiegelt sich jedoch die in den vergangenen Monaten beeinträchtigte Wirtschaftlichkeit der Schweinemast wider.

Der Schafbestand blieb mit 105.100 Tieren auf dem Niveau des Vorjahres.

Mit der Übernahme der Angaben aus der Datenbank HIT (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere) wurden im Zuge des Bürokratieabbaus Verwaltungsdaten zur Rinderhaltung genutzt. Weil grundsätzlich alle Rinder, unabhängig von der Herden- und Betriebsgröße, in dieser Datenbank enthalten sind, kann die in der amtlichen Agrarstatistik übliche untere Erfassungsgrenze von 8 Rindern bzw. 2 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche nicht berücksichtigt werden. Somit ist die Vergleichbarkeit zu vorangegangenen Erhebungen eingeschränkt. Zum Stichtag 3. Mai 2008 waren in Mecklenburg-Vor­pommern 565.300 Rinder registriert, darunter 174.900 Milchkühe sowie 73.300 Ammen- und Mutterkühe.

In der Schweinehaltung erfuhr die seit Jahren positive Bestandsentwicklung keine Fortsetzung. Vielmehr kam es durch niedrige Schweinepreise, aber deutlich gestiegene Futterkosten, zu verminderter Einstallbereitschaft in den Mastbetrieben. Diese wiederum löste einen weiteren Verfall der Ferkelpreise aus. Überdurchschnittlich rückläufig demzufolge war die Anzahl der trächtigen Sauen (‑ 5 Prozent zum Vorjahr) und der Jungschweine (‑ 3 Prozent). Die wirtschaftliche Situation im 1. Halbjahr 2008 schlägt sich in einem Rückgang des Gesamtbestandes um 2 Prozent auf nunmehr 738.300 Tiere nieder. Schweinehaltung betreiben derzeit in Mecklenburg-Vorpommern rund 650 Landwirtschaftsbetriebe.

Stabil gegenüber dem Vorjahr blieb der Schafbestand mit 105.100 Tieren, die in rund 700 Betrieben gehalten werden.

Tierbestände 2000 bis 2008
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