30. Juli 2008

Niedersachsen: Mehr Getreide, weniger Stilllegung und Raps

Hannover (agrar.de) – Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2008 stehen auf den 1,89 Mio. ha Ackerfläche in Niedersachsen in diesem Jahr zu 55 Prozent Getreide (inkl. Körnermais und CCM) (1.043.900 ha). Auf den Rängen zwei bis fünf folgen 24 Prozent Futterfeldfrüchte (447.200 ha), 11 Prozent Hackfrüchte (214.000 ha), 6 Prozent Ölfrüchte (116.000 ha) und 2 Prozent Brachflächen (41.300 ha). Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen mitteilt, ist der Getreideanbau im Vergleich zum Vorjahr um 83.200 ha ausgedehnt worden, das sind 8,7 Prozent mehr Getreideflächen.

Hauptgrund für die Anbauausdehnung ist die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung durch die EU-Kommission im vergangenen Herbst. Daneben dürfte auch die für Landwirte erfreuliche Entwicklung der Getreidepreise eine Rolle gespielt haben. Die stillgelegte Fläche wurde daraufhin um 55,2 Prozent (51.000 ha) reduziert und beträgt nur noch 41.300 ha. Etwa ein Viertel der verbliebenen Stilllegungsfläche wird noch durch Agrarumweltmaßnahmen gefördert oder fällt unter mehrjährige Stilllegungsverpflichtungen. Bei den anderen drei Vierteln dürfte es sich überwiegend um Flächen handeln, die aufgrund ihrer ungünstigen Bewirtschaftungsbedingungen nicht wieder in den Anbau genommen worden sind.

Den flächenmäßig größten Zuwachs unter den Getreidearten verzeichnet der Weizen. Seine Anbaufläche steigt um 36.800 ha (9,2 Prozent) auf 436.800 ha. Danach folgen Körnermais mit einem Anstieg von 34.100 ha (56,5 Prozent) auf 94.800 ha und Sommergerste mit 15.700 ha (32,4 Prozent) Zuwachs auf 64.100 ha.

Parallel zur Entwicklung der Biogasanlagen steigt auch der Anbau von Silomais als wichtigste Futter- und Energiepflanze. Seine Anbaufläche steigt seit 2003 deutlich an, im Vergleich zum Vorjahr um 21.700 ha (6,4 Prozent) auf 359.800 ha. Das Wachstum in den beiden Vorjahren war allerdings noch zweistellig gewesen.

Den höchsten Rückgang der Anbaufläche gibt es beim Winterraps. Seine Anbaufläche sinkt nach starker Ausdehnung in den Vorjahren um 35.400 ha (23,7 Prozent) auf 114.200 ha. Gründe hierfür sind u. a. die ungünstigen Witterungsbedingungen zur Aussaat im vergangenen Sommer und die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung. Bei Winterraps spielte der Anbau als nachwachsender Rohstoff auf Stilllegungsflächen eine bedeutende Rolle.

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Mehr Nebenerwerbs-Höfe in Nordrhein-Westfalen

Bonn/Münster (agrar.de) – Die Zahl der Bauernhöfe in Nordrhein-Westfalen, die im Haupterwerb geführt werden, hat gegenüber 2003 leicht um zwei Prozent zugenommen. Das ergibt eine Auswertung der Agrarstrukturerhebung 2007 durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Damit ist auf 46,5 Prozent der Bauernhöfe in Nordrhein-Westfalen die Landwirtschaft die Haupteinkommensquelle. Mehr als die Hälfte der Bauernhöfe wird im Nebenerwerb bewirtschaftet und die Betriebsleiter gehen zum Beispiel einem anderen Beruf nach.

Unverändert werden im Rheinland von 13.210 Betrieben 59 Prozent und in Westfalen-Lippe von 34.430 Betrieben nur 41,4 Prozent hauptberuflich geführt. Insgesamt bewirtschaften die 21.220 Haupterwerbsbetriebe bei einer Durchschnittsgröße von 50 Hektar mit 1,068 Millionen Hektar etwa 71 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in NRW. 24.415 Nebenerwerbsbauernhöfe dagegen sind im Durchschnitt 13,1 Hektar groß und bewirtschaften immerhin noch knapp 320.000 Hektar. Im Vergleich zu 2003 sind beide Betriebstypen in der Durchschnittsfläche um elf beziehungsweise acht Prozent gewachsen, wohingegen die Zahl der Betriebe um 12 und 15 Prozent gesunken ist.

Während die klassischen Ackerbaugebiete Düren, Rhein-Erftkreis, Rhein-Kreis Neuss, Heinsberg sowie Viersen und Kleve einen Anteil von mehr als zwei Drittel Haupterwerb aufweisen, sind die Grünlandregionen Siegen-Wittgenstein, Olpe, Euskirchen, aber auch Minden-Lübbecke, Paderborn und Herford durch einen Nebenerwerbsanteil zwischen 65 bis 80 Prozent geprägt. In den Kreisen des Bergischen Landes, der Mittelgebirgslagen Ostwestfalens und teilweise auch der Münsterländischen Tiefebene liegt der Anteil Haupterwerb knapp unter 50 Prozent. Jeder zweite Betrieb in den Kreisen Aachen, Mettmann, Wesel, Borken, Recklinghausen und Unna wird hauptberuflich geführt.

Im Haupterwerbsbetrieb stammt das Einkommen hauptsächlich aus dem landwirtschaftlichen Unternehmen. Im Nebenerwerb werden weniger als 50 Prozent des Betriebseinkommens auf dem Hof erwirtschaftet.

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Bierabsatz im ersten Halbjahr um 1,7 Prozent gesunken

Themen: Bier,Handel,Statistik — info @ 08:07

Wiesbaden – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben im ersten Halbjahr 2008 deutsche Brauereien und Bierlager 51,7 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das waren 0,9 Millionen Hektoliter oder 1,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2007. Wesentliche Faktoren für die Entwicklung des Bierabsatzes sind neben den Witterungseinflüssen auch aktuell die Bierpreiserhöhungen und das Rauchverbot in Gaststätten und Restaurants. In den Zahlen sind alkoholfreie Biere und Malztrunk sowie das aus Ländern außerhalb der Europäischen Union eingeführte Bier nicht enthalten.

Der Absatz von Biermischungen – Bier gemischt mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen – blieb mit 2,3 Millionen Hektoliter unverändert gegenüber dem ersten Halbjahr 2007.

85,1 Prozent des gesamten Bierabsatzes im ersten Halbjahr 2008 waren für den Inlandsverbrauch bestimmt und wurden versteuert. Die Menge ging um 1,3 Prozent auf 44,0 Millionen Hektoliter zurück. Steuerfrei (Exporte und Haustrunk) wurden 7,7 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt (- 3,7 Prozent). Davon gingen 6,0 Millionen Hektoliter (- 2,5 Prozent) in EU-Länder, 1,6 Millionen Hektoliter (- 7,9 Prozent) in Drittländer und 91.264 Hektoliter (- 2,1 Prozent) unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien.

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29. Juli 2008

BDM: Milchgipfel mit Teilerfolg

Themen: Milch,Verbände — info @ 19:07

Berlin (agrar.de) – Beim Milchgipfel, der heute mit zahlreichen Teilnehmern aus Milchindustrie, Handel, Politik und Erzeuger-Verbänden unter Leitung von Bundesagrarminister Horst Seehofer in Berlin stattfand, konnte nach Information des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) für die Milcherzeuger ein wichtiger Teilerfolg in den Bemühungen um eine nachhaltige und langfristige Verbesserung der Milcherzeugerpreise erzielt werden.

Kurzfristig sollen die Forderungen des BDM nach Anpassung des Umrechnungsfaktors und die Abschaffung der Molkereisaldierung umgesetzt werden. Mit diesen Maßnahmen wird eine Entlastung des Marktes um ca. 1,5 Prozent der Milchmenge möglich.

Mittelfristig soll nach Willen Seehofers auch die Bundessaldierung abgeschafft werden, ob dies noch dieses Jahr möglich sein wird, ist aber unter anderem eine Frage des Vertrauensschutzes, die noch zu prüfen sein wird.
Für die Erzeuger bedeutet dies, dass sie im verbleibenden Jahr strikte Quotendisziplin halten müssen, um nicht das Risiko einzugehen, keine Saldierungsmöglichkeit zu haben.

Auch die Einführung der vom BDM geforderten Umlage wird weiterverfolgt, hierzu muss aber EU-Recht geändert werden. Um hierfür die Grundlagen zu schaffen, soll eine Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Bundesministeriums und der Länderministerien sowie BDM und Bauernverband gebildet werden.

Im Rahmen der Diskussion um die geplanten jährlichen Quotenaufstockungen verständigten sich Seehofer und die Vertreter der Länderagrarministerien dahingehend, diesen Quotenaufstockungen von 1 Prozent pro Jahr nur dann zuzustimmen, wenn der Markt dies auch „vertrage“.

„Wenn man es genau nimmt, ist dies ein erster Einstieg in eine Flexibilisierung der Mengensteuerung“, zeigt sich Romuald Schaber, Vorstandsvorsitzender des BDM, überzeugt. „Dies sind wichtige erste Schritte, die zu einem Anstieg der Preise führen können, dennoch warne ich vor einer zu großen Erwartungshaltung, da noch viele weitere Schritte umgesetzt werden müssen, um unser Ziel eines existenzsichernden Milchpreises für die Erzeuger nachhaltig zu erreichen.“

„Wir hätten die bis jetzt erzielten Ergebnisse niemals ohne den Einsatz der Milcherzeuger erreichen können“, bedankt sich Schaber zum Schluss bei all denen, die mit ihrem Engagement diesen Milchgipfel überhaupt erst ermöglicht haben.

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DUH: Artentod wegen Agrarausbau

Umwelthilfe warnt vor ökologischem Super-GAU durch den Anbau auf stillgelegten Flächen

Weltweite Energieknappheit und hohe Getreidepreise fördern bereits jetzt Verlust an biologischer Vielfalt in Deutschland – Landwirte haben in der laufenden Saison mehr als 300.000 Hektar stillgelegter Flächen für Mais, Raps und Getreideanbau umbrochen – Lebensraum von bedrohten Tier- und Pflanzenarten verloren – DUH warnt vor unwiederbringlichem Verlust der Biodiversität und fordert sofortiges Ende der Flächenausweitung.

Berlin (agrar.de) – Der Hunger nach nachwachsenden Rohstoffen und energiereichen Getreidesorten für die Agrarindustrie führt nicht nur im Amazonas-Regenwald zum Verlust der biologischen Vielfalt. Auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bayern, Brandenburg und den anderen deutschen Flächenstaaten fördern Energiekrisen und hohe Getreidepreise das Artensterben und den Schwund von Biodiversität, hat eine Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) ergeben. In zehn landwirtschaftlich relevanten Bundesländern wurden im vergangenen halben Jahr zwischen 38 und 80 Prozent der ehemals stillgelegten Flächen wieder unter den Pflug genommen, anstatt sie weiterhin für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu nutzen. Auf 304.000 Hektar der ehemaligen ökologischen Ruheflächen wachsen in diesen Bundesländern nun Mais, Raps und Getreide für die agrarindustrielle Produktion. „Wir beobachten daher ein beispielloses Artensterben in der deutschen Agrarlandschaft. Besonders Vogelarten, wie Braunkehlchen, Grauammer, Rebhuhn, Heidelerche, aber auch die als Frühlingsbote bekannte Feldlerche sind davon betroffen“, sagte Dr. Frank Neuschulz, Leiter des Bereichs Naturschutz bei der DUH.

Die enormen Flächenausweitungen übertreffen noch die kühnsten Voraussagen des Deutschen Bauernverbandes, der Ende 2007 deutschlandweit mit 200.000 Hektar wieder bewirtschafteter Fläche auf ehemaligen Brachen gerechnet hatte. Im September 2007 hatten die EU-Agrarminister in einer Eilentscheidung beschlossen, dass die Aussetzung der Flächenstilllegung für die Ernte 2008 auf Null gesetzt wird. Waren seit Anfang der 1990er Jahre die Landwirte in der EU verpflichtet bis zu zehn Prozent ihrer jeweiligen Betriebsfläche stillzulegen, konnten sie daraufhin im Herbst 2007 und Frühjahr 2008 auf diesen Flächen wieder frei über ihre Anbauplanung entscheiden.

„Die Agrarminister haben die fatalen ökologischen Folgen billigend in Kauf genommen“, kritisierte Neuschulz. Er fürchtet einen „Super-GAU für die ökologische Vielfalt in der Kulturlandschaft“. Mindestens 120.000 Feldlerchenpaare verlieren allein in den zehn von der DUH befragten Bundesländern ihren Lebensraum, schätzt Neuschulz. „Wir brauchen dringend ein EU-weites Programm zur Kompensierung dieser Flächenverluste insbesondere auf ertragsarmen Standorten mit entsprechenden Angeboten an die Landwirte“, forderte Neuschulz. Die vorherige Koppelung an die jeweilige Betriebsgröße sei „eine gute Lösung“, betonte Neuschulz. „Nun muss aber statt der Marktentlastung endlich auch der ökologische Effekt im Focus der Interessen stehen.“

Allein in Brandenburg, einem Bundesland mit besonders armen Standortbedingungen, überlebten von den knapp 102.000 Hektar Brachen und Stilllegungsflächen im Jahr 2007 nur noch etwas mehr als die Hälfte das letzte Winterhalbjahr. Rund 45.000 Hektar – oder 450 Quadratkilometer – wurden wieder unter den Pflug genommen, wobei der Maisanteil um 12 Prozent stieg. Entsprechende Zahlen liegen mittlerweile auch aus Teilregionen vor. Im landwirtschaftlich stark geprägten Landkreis Prignitz, im nordwestlichen Brandenburg verblieben von den knapp 10.000 Hektar Brachen des Jahres 2007 nur noch die Hälfte.

Ungenutzten Brachen kommt in der deutschlandweit intensiv genutzten Agrarlandschaft eine besonders wichtige Funktion als Rückzugsraum für viele Tier- und Pflanzenarten zu. So zeichnen sich Stilllegungsflächen im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten Ackerflächen durch einen wesentlich höheren Blütenpflanzen- und Insektenreichtum aus und bieten so eine weit bessere Nahrungsbasis für Feldvögel, aber auch für Hasen, Feldhamster und Kleinsäuger.

Feldvögel wie die seltene Grauammer, deren Bestände in den letzten 30 Jahren in den meisten Regionen Deutschlands um bis 80 Prozent abnahm, haben Dank des Stilllegungsprogramms in Norddeutschland wieder einen Lebensraum gefunden.

Zur Begrenzung der horrenden Agrarüberschüsse führte die EU Anfang der 1990er Jahre die Flächenstilllegung ein. Alle landwirtschaftlichen Betriebe, die Agrarzuschüsse in Anspruch nahmen, waren seitdem verpflichtet 10 Prozent ihrer Betriebsfläche aus der Nutzung zu nehmen. EU-weit waren das 2007 ca. 3,8 Millionen Hektar, in Deutschland ca. 1 Million Hektar. Wenngleich diese Regelung bei Landwirten und deren Interessenvertretungen stets unbeliebt blieb, war die Flächenstilllegung in Deutschland ein zwar unbeabsichtigtes, aber erstmals flächenwirksames Instrument zur Ökologisierung der artenarmen Agrarlandschaft. Das lag vor allem auch daran, dass die meisten Landwirte ihre ertragsärmsten Standorte und schlechtesten Böden nicht mehr nutzten, die jedoch ökologisch besonders artenreich sind.

Die dramatische Entwicklung in unserer Kulturlandschaft steht auch im Widerspruch zu den erklärten Zielen der Bundesregierung. Gemeinsam mit den anderen EU-Mitgliedstaaten beschloss sie 2001 in Göteborg die „Europäische Nachhaltigkeitsstrategie“ und im November 2007 eine „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“ mit dem Ziel, bis 2010 den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen. In einem „Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt“ wurden u.a. 59 Vogelarten aufgenommen, deren Bestandsentwicklung bundesweit anzeigen soll, ob das erklärte Ziel erreicht wurde. Für den Lebensraum Agrarland stehen auch Feldlerche, Grauammer, Braunkehlchen, Heidelerche und Goldammer – just jene Arten, die besonders unter der Anbauausweitung leiden.

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Sachsen-Anhalt: Bauern erwarten durchschnittliche Getreideernte

Halle (agrar.de) – Nach ersten Einschätzungen der Ernte- und Betriebsberichterstatter vom Juni 2008 wird lt. Mitteilung des Statistischen Landesamtes eine Getreideernte von 3,7 Mill. Tonnen erwartet. Diese Erntemenge liegt sowohl über dem Vorjahreswert als auch über dem Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre. Bei Winterraps wird aufgrund des Flächenrückgangs um mehr als ein Zehntel gegenüber dem Vorjahr die Erntemenge niedriger ausfallen als 2007.

Die Getreideernte (ohne Körnermais) wird, trotz der anhaltenden Trockenheit in Mai und Juni, um mehr als 400 Tausend Tonnen bzw. 13 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. Dies resultiert aus der Erweiterung der Anbaufläche (+ 6 Prozent), aber auch aus einem über dem Vorjahr liegenden eingeschätzten Hektarertrag von 64 Dezitonnen (2007 = 59,9 dt/ha). Der Durchschnitt der Jahre 2002-2007 lag bei 63,6 Dezitonnen je Hektar.
Für die einzelnen Getreidearten schätzen die Betriebe gute Durchschnittserträge ein.

Die Brotgetreidearten (Weizen, Roggen) dürften voraussichtlich 2,8 Mill. Tonnen erbringen, das sind 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Hier dominiert weiterhin Winterweizen mit 77 Prozent der Brotgetreidefläche. Bei Winterweizen wird mit 2,3 Mill. Tonnen – infolge Anbauerweiterung und höherem Hektarertrag – eine um fast 7 Prozent über dem Vorjahr liegende Erntemenge erwartet. Der mit 71 Dezitonnen eingeschätzte Hektarertrag liegt leicht über dem sechsjährigen Mittel.

An Futtergetreide wird mit einer Erntemenge von 0,9 Mill. Tonnen gerechnet. Bei ebenfalls größerer Anbaufläche und zu erwarteten höheren Erträge wäre das fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Für Wintergerste, deren Ernte fast abgeschlossen ist, schätzen die Landwirte den durchschnittlichen Hektarertrag auf 67 Dezitonnen (2007 = 56,9 dt/ha). Der Durchschnitt der Jahre 2002-2007 lag bei 64 Dezitonnen je Hektar.

Der Winterraps bringt nach bisherigen Schätzungen einen Hektarertrag von 34 Dezitonnen (2007 = 31,2 dt/ha) und wird damit unter dem mehrjährigen Mittel von 34,6 Dezitonnen je Hektar liegen.

Da diese Ergebnisse aus ersten vorläufigen Schätzungen berechnet wurden und der weitere Witterungsverlauf (Niederschlagsverteilung, Sonneneinstrahlung) bis zum Einbringen der Ernte keine Berücksichtigung findet, kann die endgültige Erntemenge an Getreide und Raps noch mehr oder minder von diesem Ergebnis abweichen.

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Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke in Sachsen-Anhalt

Halle (agrar.de) – Im Jahr 2007 wurden in Sachsen-Anhalt 2.436 landwirtschaftliche Grundstücke verkauft. Bei diesen Verkäufen wechselten rd. 9.200 Hektar Fläche (Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung) den Besitzer. Der errechnete Kaufwert je Hektar Fläche überschritt im 3. Jahr hintereinander die 5.000 Euro.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, wurden 76 Grundstücke mehr veräußert als im Jahr 2006, die veräußerte Fläche war jedoch um 7 Prozent geringer. Damit lag die durchschnittliche Größe mit 3,76 Hektar je Kauffall unter dem Vorjahr (4,17 Hektar) und deutlich unter dem Durchschnitt der vergangenen 10 Jahre von fast 5 Hektar je Kauffall.

Der für 2007 durchschnittlich ermittelte Kaufpreis von 5.055 Euro je Hektar war um 143 EUR geringer als der des Vorjahres. Die höchsten Kaufwerte wurden im Harzkreis und in der Stadt Magdeburg (7.600 bzw. 7.500 Euro je Hektar) erzielt. Am niedrigsten (unter 3.000 Euro je Hektar) lagen sie im Landkreis Wittenberg und in der Stadt Dessau-Roßlau.

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Bioland zum Milchgipfel: Regieren statt inszenieren

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:07

Verband erwartet von Seehofer positive Rahmenbedingungen für Milchbauern
Berlin/Mainz (agrar.de) – Auf dem heutigen Milchgipfel machte Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland deutlich, dass die Politik eine hohe Verantwortung für die Zukunft der über 100.000 Milchviehbetriebe in Deutschland trägt. „Eine weltmarktorientierte und damit unausgewogene Milchpolitik innerhalb der EU wäre für viele Milchbauern das Aus und hätte erhebliche negative wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen in vielen Regionen Deutschlands“, so Thomas Dosch.

„Eine planlose Freigabe der Milcherzeugung folgt der überholten Ideologie des „Wachsen oder Weichen“ und würde zu einem dramatischen Höfesterben, insbesondere in den Mittelgebirgslagen, führen“, erläutert Dosch. Stattdessen spricht sich Bioland für eine flexible Mengensteuerung des Angebots auf Basis einzelbetrieblicher Quoten aus. Diese gäbe den Milchviehhaltern die Möglichkeit, selbst Einfluss auf die Gesamtliefermenge am Markt auszuüben.

Grundsätzlich geht es nicht nur um den Erhalt von Arbeitsplätzen in den Milchviehbetrieben, sondern um einen erheblichen Teil der Wirtschaftskraft in den Regionen. Auch der Erhalt ganzer Kulturlandschaften wäre nicht mehr gewährleistet, mit negativen Folgen für das Landschaftsbild und die Tourismuswirtschaft. Diese Kernprobleme werden bisher von der Politik in der EU, Bund und Ländern aus ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich geschoben.

Thomas Dosch forderte Minister Seehofer und seine Länderkollegen in dem Gespräch dazu auf, „zu regieren statt nur zu inszenieren“. Dabei müssen die politischen Rahmenbedingungen für Milchviehbetriebe in Einklang mit den gesellschaftlichen Interessen gebracht werden. Dies beinhaltet eine kohärente, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik, die Marktinteressen, Umwelt- und Tierschutzziele sowie die Entwicklung von Grünlandregionen gleichermaßen berücksichtigt.

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Mecklenburg-Vorpommern: Mehr Schweinefleisch, aber deutlich weniger Geflügelfleisch im 1. Halbjahr

Themen: Fleisch,Mecklenburg-Vorp.,Statistik — info @ 13:07

Schwerin (agrar.de) – In den Monaten Januar bis Juni 2008 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 93.700 Tonnen Fleisch gewerblich erzeugt, 2 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wesentlich gestiegen ist die Erzeugung von Schweinefleisch um 20 Prozent auf 22.100 Tonnen aus 227.600 gewerblichen Schlachtungen. Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, lag die Erzeugung von Rindfleisch mit gleichfalls 22.100 Tonnen aus 73.900 gewerblichen Schlachtungen auf dem Niveau des Vorjahres.

Bei Geflügelfleisch ist nach zwei Jahren weitgehender Stabilisierung in der Erzeugung erstmals ein Rückgang um 5 Prozent auf 48.900 Tonnen zu verzeichnen.

Aus gewerblichen Schlachtungen (ohne Geflügel) wurden im 1. Halbjahr 2008 insgesamt 44.800 Tonnen Fleisch erzeugt. Damit stieg die Schlachtmenge gegenüber dem 1. Halbjahr 2007 um 9 Prozent. Sie setzt sich aus 22.100 Tonnen Rindfleisch (wie im Vorjahr) und gleichfalls 22.100 Tonnen Schweinefleisch (+ 20 Prozent zum Vorjahr) zusammen. Weitere 400 Tonnen entfallen auf Kalbfleisch und 200 Tonnen auf Schaf-, Ziegen- sowie Pferdefleisch.

Die gewerbsmäßige Erzeugung von Geflügelfleisch, in Mecklenburg-Vorpommern fast ausschließlich Masthähnchen und Puten, war zwischen 1991 und 2005 von teils beträchtlichen jährlichen Steigerungsraten gekennzeichnet (1991: 16.200 Tonnen; 2005: 103.400 Tonnen). Diese Entwicklung setzte sich 2006 nicht fort. Der Rückgang im 1. Halbjahr 2008 gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres fiel mit 5 Prozent deutlich aus.

Ein Fünftel mehr Schweinefleisch, 5 Prozent weniger Geflügelfleisch und die gleiche Menge Rindfleisch im Vergleich zum Vorjahr beeinflussten die Struktur der Fleischerzeugung: Der Anteil des Geflügelfleischs ging von fast 56 Prozent auf 52,2 Prozent zurück (zum Vergleich Deutschland 2007: 15,3 Prozent), Schweinefleisch stieg von 20,0 auf 23,6 Prozent (Deutschland: 68,3 Prozent). Der Anteil des Rindfleischs liegt gleichfalls bei 23,6 Prozent (Deutschland: 15,5 Prozent), des Kalbfleischs bei 0,4 Prozent (Deutschland: 0,5 Prozent) und des Schaf-, Ziegen- sowie Pferdefleischs bei 0,2 Prozent (Deutschland: 0,4 Prozent).

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Grüne: Keine Lösung beim Milchgipfel in Sicht

Themen: Milch,Verbände,Wirtschaft — info @ 13:07

Berlin (agrar.de) – Zum heute stattfindenden „Milchgipfel“ und der aktuell vorliegenden Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Grünen zur Milchpolitik erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wir stellen uns hinter die Milchbauern und ihre Forderungen nach einer nachhaltigen, qualitativ hochwertigen und umweltgerechten Milcherzeugung bei fairen Verbraucherpreisen, die ohne Übermengen-Erzeugung und weltweite Marktverzerrungen auskommt. Ein entsprechender Antrag im Bundestag steht zur Entscheidung an (Bundestagsdrucksache 16/9601).

Die Vorschläge von Landwirtschaftminister Seehofer wird wohl die Akteure beim heutigen „Milchgipfel“ nicht vom Melkschemel reißen. Die einzigen wirksamen Maßnahmen bezüglich der preisdrückenden Mengenangebote liegen den Ländern erst am 20. Oktober 2008 im Bundesrat zur Entscheidung vor. Über die Fragen der „Überlieferung“ (über die verteilten Quoten hinaus), der „Umrechnungsfaktoren“
und der Umsetzung der 2-prozentigen Mengenerhöhung wird also erst nach den bayrischen Landtagswahlen entschieden, ohne dass sich Seehofer vorher positioniert hätte. Warme Appelle und das Abschieben der Verantwortung auf wahlweise die EU-Kommission, die Vorgängerregierung oder den Bundesrat sind keine Antworten auf die Fragen nach der Zukunft des wichtigsten Einkommensbereiches der deutschen Landwirtschaft.

Seehofer hat keine politische Linie bei der Entscheidung: Will die Bundesregierung in Zukunft eine neue flexible, WTO-konforme Mengenregulierung zur Möglichkeit der Marktanpassung auf den nationalen und internationalen Milchmärkten durchsetzen (wie der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter BDM fordert)? Oder sollen die Milchbauern unbegrenzt zu „Weltmarktpreisen“
produzieren und staatliche Milchfonds Ausgleichszahlungen für diejenigen Betriebe leisten, die diesen Wettbewerb verlieren werden (wie der Deutsche Bauernverband, die CDU/CSU/SPD-Fraktionen und die Milchindustrie dies fordern)?
Frische Finanzmittel sind jedenfalls nicht in Sicht, so die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage (Bundestagsdrucksache 16/10027).
Seehofer hat sich mit seinen Versprechungen zur Schaffung eines Milchfonds in ein dichtes Netz der Widersprüche verstrickt.

Die Antwort der Bundesregierung auf unsere Kleine Anfrage bestätigt die
Probleme: Die Milcherzeugung wird sich in die vier guten Grünlandregionen verlagern; mindestens 7,8 Milliarden Euro an Verlusten sind bei Beendigung der Mengenregulierung ab 2016 EU-weit zu erwarten; drastische Absenkung der Milcherzeugerpreise um 8,3 Prozent beziehungsweise bezogen auf 2008 um 3 Prozent
– dabei sind in diesen Berechnungen die gestiegenen Futtermittel- und Energiekosten gar nicht einbezogen. „Die aktuelle Entwicklung auf den Weltmärkten zeigt, mit welchen Unsicherheiten Prognosen verbunden sind …“, so die Bundesregierung.
Gleichzeitig erteilt die Regierung allen von Deutschem Bauernverband (DBV), Milchindustrie und vor allem CDU/CSU in die Diskussion gebrachten „Lösungs“-Ansätzen eine Absage:
Es sind keine neuen Finanzen zu erwarten, zur Verfügung stehen real nur die Angebote der EU-Kommission zur Umverteilung der vorhandenen Agrarmittel zugunsten der Milchbauern und zulasten der Ackerbauern aus dem „Health Check“
und der 2. Säule, was von Seehofer jedoch abgelehnt wird. Die oft von Seehofer ins Spiel gebrachten Mittel aus der Agrarleitlinie stehen offenbar nicht mehr zur Debatte. Nationale Maßnahmen aus dem Bundeshaushalt werden abgelehnt, ebenso wie die von CDU/CSU-Agrarsprecher Bleser immer wieder vorgebrachte Absenkung beim Agrardiesel: „Die Bundesregierung plant derzeit keine Steuererleichterungen für die Milcherzeuger.“.
Auch kartellrechtliche Gesetzesänderungen zum Beispiel zur Marktmacht-Steigerung der Molkereien, wie die Koalitionsfraktionen und der DBV immer wieder fordern, lehnt die Bundesregierung ab. Wobei Untersuchungen in Großbritannien ohnehin ergeben haben, dass weder Bauern noch Verbraucher davon profitieren.

Es braucht wohl noch einige Demonstrationen und entsprechende Ergebnisse bei den Landtagswahlen, um von Minister Seehofer eine Antwort zu erhalten, wie er erreichen will, dass die Milchbauern kostendeckende 43 Cent pro Liter Milch erhalten.‘

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