30. Juli 2008

Niedersachsen: Mehr Getreide, weniger Stilllegung und Raps

Hannover (agrar.de) – Nach dem vorläufigen Ergebnis der Bodennutzungshaupterhebung vom Mai 2008 stehen auf den 1,89 Mio. ha Ackerfläche in Niedersachsen in diesem Jahr zu 55 Prozent Getreide (inkl. Körnermais und CCM) (1.043.900 ha). Auf den Rängen zwei bis fünf folgen 24 Prozent Futterfeldfrüchte (447.200 ha), 11 Prozent Hackfrüchte (214.000 ha), 6 Prozent Ölfrüchte (116.000 ha) und 2 Prozent Brachflächen (41.300 ha). Wie der Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen mitteilt, ist der Getreideanbau im Vergleich zum Vorjahr um 83.200 ha ausgedehnt worden, das sind 8,7 Prozent mehr Getreideflächen.

Hauptgrund für die Anbauausdehnung ist die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung durch die EU-Kommission im vergangenen Herbst. Daneben dürfte auch die für Landwirte erfreuliche Entwicklung der Getreidepreise eine Rolle gespielt haben. Die stillgelegte Fläche wurde daraufhin um 55,2 Prozent (51.000 ha) reduziert und beträgt nur noch 41.300 ha. Etwa ein Viertel der verbliebenen Stilllegungsfläche wird noch durch Agrarumweltmaßnahmen gefördert oder fällt unter mehrjährige Stilllegungsverpflichtungen. Bei den anderen drei Vierteln dürfte es sich überwiegend um Flächen handeln, die aufgrund ihrer ungünstigen Bewirtschaftungsbedingungen nicht wieder in den Anbau genommen worden sind.

Den flächenmäßig größten Zuwachs unter den Getreidearten verzeichnet der Weizen. Seine Anbaufläche steigt um 36.800 ha (9,2 Prozent) auf 436.800 ha. Danach folgen Körnermais mit einem Anstieg von 34.100 ha (56,5 Prozent) auf 94.800 ha und Sommergerste mit 15.700 ha (32,4 Prozent) Zuwachs auf 64.100 ha.

Parallel zur Entwicklung der Biogasanlagen steigt auch der Anbau von Silomais als wichtigste Futter- und Energiepflanze. Seine Anbaufläche steigt seit 2003 deutlich an, im Vergleich zum Vorjahr um 21.700 ha (6,4 Prozent) auf 359.800 ha. Das Wachstum in den beiden Vorjahren war allerdings noch zweistellig gewesen.

Den höchsten Rückgang der Anbaufläche gibt es beim Winterraps. Seine Anbaufläche sinkt nach starker Ausdehnung in den Vorjahren um 35.400 ha (23,7 Prozent) auf 114.200 ha. Gründe hierfür sind u. a. die ungünstigen Witterungsbedingungen zur Aussaat im vergangenen Sommer und die Aussetzung der Stilllegungsverpflichtung. Bei Winterraps spielte der Anbau als nachwachsender Rohstoff auf Stilllegungsflächen eine bedeutende Rolle.

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