25. Juli 2008

BVVG erzielt in 16 Jahren über drei Milliarden Euro Überschuss

Ergebnis 2007 mit 291 Millionen EUR bestes Resultat der Firmengeschichte

Berlin (agrar.de) – Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) hat nach eigenen Informationen in 16-jähriger Tätigkeit insgesamt über eine Million Hektar Flächen privatisiert. Sie veräußerte rund 525.000 Hektar Landwirtschaftsfläche sowie 526.000 Hektar Wald. Rund 54.700 Hektar Umwidmungsflächen wurden für investive Zwecke verkauft. Insgesamt entspricht die bisher privatisierte Fläche etwa der Hälfte der Fläche des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Der an den Bund abgeführte Überschuss beträgt rund 3,5 Milliarden Euro.

Mit 291 Millionen Euro Überschuss erzielte die BVVG im Jahr 2007 das beste Resultat in der Firmengeschichte. Das finanzielle Ergebnis lag 36 Millionen Euro höher als geplant. Hauptgründe hierfür sind höhere Erlöse aus Verkauf und Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen – vor allem infolge deutlich gestiegener Hektarpreise –, kontinuierlich gesunkene Kosten für die Bewirtschaftung und Verwaltung der Flächen und weiter verringerter Aufwand für die Geschäftstätigkeit.

So verkaufte die BVVG 2007 landwirtschaftliche Flächen zum Verkehrswert im Durchschnitt für 5.428 Euro/Hektar. Das sind rund 22 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

„Damit spiegelt sich das weltweite Marktgeschehen steigender Preise auch auf dem Markt der neuen Bundesländer wider. Dennoch beträgt der Durchschnittspreis beim Verkauf von Acker- und Grünland der BVVG nur circa ein Drittel des Preises in den alten Bundesländern, der 2006 bei rund 15.900 Euro/Hektar lag“, erläuterte der Sprecher der Geschäftsführung Dr. Wolfgang Horstmann auf der Jahres-Pressekonferenz.

Nach den zwischen Bund und Ländern abgestimmten Privatisierungsgrundsätzen, die seit Anfang 2007 gelten, werden landwirtschaftliche Flächen, die zum Verkehrswert veräußert werden sollen, grundsätzlich öffentlich ausgeschrieben. Das höchste Gebot erhält den Zuschlag. „Die Landwirte bestimmen das Preisniveau, nicht die BVVG. Wir müssen schon aus beihilferechtlichen Gründen an den Bieter mit dem höchsten Gebot verkaufen“, unterstrich Geschäftsführer Dr. Wilhelm Müller. Die Privatisierungsgrundsätze enthalten aber auch Schutzklauseln, damit kein Betrieb durch BVVG-Ausschreibungen in Existenznot gerät. So soll ein Betrieb durch Ausschreibungen der BVVG jeweils innerhalb von sechs Jahren nicht mehr als 20 Prozent seiner langjährigen Gesamtbetriebsfläche verlieren.

Auch im Jahr 2008 hat der Verkauf von Acker- und Grünland nach den Bedingungen des Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetzes (EALG) höchste Priorität. Notwendig ist dies geworden, nachdem die EU-Kommission im Dezember 2006 eine Verordnung erließ, die eine Beihilfe beim Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen ab dem 1. Januar 2010 in bisheriger Höhe von 35 Prozent nicht mehr zulässt. „Auch hier hat die BVVG bei der Preisgestaltung keinen Ermessensspielraum. Jeder Preis, der um mehr als 35 Prozent unterhalb des Marktwertes liegt, stellt eine in diesem Umfang EU-rechtlich unzulässige Beihilfe dar“, betonte Horstmann.

16 Jahre BVVG – Ergebnisse 1.7.1992 bis 30.6.2008
Überschüsse

Die BVVG überwies dem Bund rund 3,5 Milliarden Euro Überschuss. Im Geschäftsjahr 2008 sollen weitere rund 325 Millionen Euro hinzukommen; davon wurden bis zum 30. Juni rund 163 Millionen Euro – etwa die Hälfte des Planes – abgeführt.

Verpachtung von Acker- und Grünland
Zum Stichtag 30.6.2008:
Verpachtete Flächen: 498.283 Hektar
davon langfristig: 434.220 Hektar

Pachtverträge: 13.208 Stück
Ø Pachtpreis Bestandspachten: 130 Euro/Hektar und Jahr
Ø Pachtpreis bei Neuabschlüssen (1. Hj. 2008): 257 Euro/Hektar und Jahr

Verpachtete Flächen in
Mecklenburg-Vorpommern: 173.602 Hektar
Brandenburg: 153.967 Hektar
Sachsen-Anhalt: 94.049 Hektar
Sachsen: 47.297 Hektar
Thüringen: 29.368 Hektar

Die BVVG prüft innerhalb des Pachtvertragsmanagements etwa alle drei Jahre, ob die Pachtpreise aktuellen Marktkonditionen entsprechen und passt sie gegebenenfalls an. Der Pachtzins bei Neuabschlüssen war in der ersten Hälfte des Jahres 2008 doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Bestandspacht am 31. Dezember 2007. Der Pachtzins für Bestandspachten lag im Bundesdurchschnitt bei 231 EUR je Hektar und Jahr und damit knapp 80 Prozent über dem BVVG-Niveau in den neuen Bundesländern.

Verkauf von Acker- und Grünland
Verkauf landwirtschaftlicher Flächen nach EALG (Stichtag 30.6.2008)

Noch offene vorliegende EALG-Kaufanträge: 3.024 Stück
Insgesamt etwa: 150.609 Hektar
in Mecklenburg- Vorpommern: 752 Stück mit 45.088 Hektar
in Brandenburg: 699 Stück mit 38.424 Hektar
in Sachsen-Anhalt: 797 Stück mit 32.421 Hektar
in Sachsen: 568 Stück mit 23.707 Hektar
in Thüringen: 208 Stück mit 10.969 Hektar

Verkauf landwirtschaftlicher Flächen nach EALG in
Mecklenburg-Vorpommern: 117.955 Hektar
Brandenburg: 82.283 Hektar
Sachsen-Anhalt: 63.546 Hektar
Sachsen: 39.975 Hektar
Thüringen: 15.450 Hektar
Gesamt: 319.208 Hektar

2008 will die BVVG 58.092 Hektar Acker- und Grünland begünstigt verkaufen.

Weitere Informationen, z.B. zum Verkauf von Waldflächen und zur unentgeltliche Übertragung von Naturschutzflächen, finden sich im Pressedossier der BVVG.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

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