24. Juli 2008

Mecklenburg-Vorpommern: Erträge trockenheitsbedingt zumeist unter mehrjährigem Durchschnitt

Schwerin (agrar.de) – Erste Prognosen zur diesjährigen Ernte konkretisiert jetzt das Statistische Amt mit vorläufigen Zahlen:

Nach den Ende Juni/Anfang Juli erfolgten Schätzungen von fast 500 Landwirten aus allen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns wird sich 2008 der durchschnittliche Getreideertrag im Land, ohne Körnermais, auf rund 60 Dezitonnen pro Hektar belaufen. Damit liegt er aufgrund der anhaltenden Trockenheit während der Hauptwachstumszeit um 8 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen sechs Jahre, aber über dem Ergebnis des Vorjahres (57 Dezitonnen pro Hektar).

Bei Winterraps rechnen die Landwirte derzeit mit 34 Dezitonnen pro Hektar, das sind gleichfalls 8 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt.

In Abhängigkeit von der Niederschlagsverteilung und der Bodengüte, aber auch von der Getreideart, sind die Ertragserwartungen regional unterschiedlich.

Der Getreideanbau zur Ernte 2008 wurde gegenüber 2007 um 9 Prozent auf 593.300 Hektar (ohne Körnermais) ausgedehnt. Die voraussichtliche Erntemenge von rund 3,5 Millionen Tonnen übertrifft zwar um 14 Prozent das Ergebnis des Vorjahres, bleibt aber um 6 Prozent unter dem mehrjährigen Mittel.

Weit mehr als die Hälfte der Getreidefläche nimmt mit 334.400 Hektar Winterweizen ein, für den derzeit ein Hektarertrag von 65 Dezitonnen, 9 Prozent unter dem Durchschnitt, geschätzt wird.

Beträchtlich erweitert wurde zur diesjährigen Ernte der Anbau von Roggen, der von 87.400 Hektar, + 36 Prozent zum Vorjahr, zu bergen ist. Der bisher geschätzte Ertrag von 43 Dezitonnen pro Hektar liegt um 13 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahres, jedoch um gleichfalls 13 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt.

Die Ernte der Wintergerste auf 127.700 Hektar ist weitestgehend abgeschlossen. Demzufolge fließen in die geschätzten Angaben zum Ertrag erste Ergebnisse aus der Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung (BEE, Stand: 22. Juli 2008) ein. Der Hektarertrag erreicht nach vorläufigen Angaben rund 65 Dezitonnen im Landesdurchschnitt und übertrifft damit bisherige Prognosen erheblich.

Beim Sommergetreide sind die trockenheitsbedingten Ertragsausfälle am größten. So gehen bei der Sommergerste die ersten Schätzungen von 40 Dezitonnen pro Hektar aus, 15 Prozent unter dem bisherigen Durchschnitt. Beim Hafer wird mit lediglich 32 Dezitonnen kalkuliert, das sind 28 Prozent weniger als im Mittel der vergangenen Jahre.

Für Winterraps, der von 222.600 Hektar zu ernten ist, werden derzeit 34 Dezitonnen pro Hektar geschätzt. Damit wird zwar der Ertrag des Jahres 2007 erreicht, aber der mehrjährige Durchschnitt um 8 Prozent, der bisherige Spitzenertrag aus dem Jahr 2004 (45,2 Dezitonnen pro Hektar) sogar um ein Viertel verfehlt.

Naturgemäß konnten die besseren Böden die wochenlange Trockenheit im Mai und Juni besser ausgleichen als die leichten Standorte. Auch deuten die ersten Ertragsschätzungen darauf hin, dass in den küstennahen Regionen im Osten des Landes, wie in den Landkreisen Nordvorpommern, Ostvorpommern und Rügen, im Vergleich zum Vorjahr eine bessere Ernte eingebracht wird als in anderen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns.

Anbau und Ertrag von Getreide und Raps 2008

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