10. Juli 2008

WLV: Anstieg der Energiekosten bedroht Rentabilität in der Landwirtschaft

Möllers: „Situation erfordert schnelle und deutliche Entlastung“
Münster (agrar.de) – Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) sieht angesichts explodierender Energiepreise die Rentabilität vieler landwirtschaftlicher Betriebe in Gefahr. Insbesondere bei der Besteuerung von Dieselkraftstoff komme es dadurch zu immer gravierenderen Wettbewerbsverzerrungen gegenüber Landwirten in anderen westeuropäischen Mitgliedstaaten der EU. Der Verband fordert daher von der Bundes- und Landesregierung Initiativen zur Senkung der Energiekosten für die Land- und Forstwirtschaft.

„Die aktuelle Situation erfordert eine schnelle und deutliche Entlastung unserer Unternehmen. Bundes- und Landesregierung stehen in der Pflicht, insbesondere den Agrardieselsteuersatz in Deutschland kurzfristig auf das französische Niveau abzusenken und langfristig den Weg für eine einheitliche Agrardieselbesteuerung in Europa zu ebnen. Selbstbehalt und Kappungsgrenze bei der Agrardieselvergütung sind zu streichen, denn sie passen nicht mehr zu den dramatisch veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, sagte WLV-Präsident Franz-Josef Möllers in Münster.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband weist darauf hin, dass der drastische Anstieg des Preises für Agrardiesel innerhalb des letzten Jahres die Produktionskosten in der Landwirtschaft um rund 50 Euro je Hektar erhöht hat. Seit 1998 hat sich der Mineralölsteuersatz für Agrardiesel in Deutschland von 10,70 Cent je Liter auf heute 25,56 Cent je Liter mehr als verdoppelt. Ein Selbstbehalt von 350 Euro und eine Kappungsgrenze von 10.000 Liter pro Jahr belasten die Betriebe zusätzlich. Französische Landwirte werden dagegen durch eine aktuelle politische Entscheidung ihrer Regierung auch 2008 nahezu vollständig von der Energiesteuer befreit bleiben.

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