05. Juni 2008

Grüne: Forschung für den ökologischen Landbau ausbauen

Themen: Biolandbau,Förderung,Forschung — info @ 13:06

Berlin (agrar.de) – Die Bundesregierung soll die Forschung für den ökologischen Landbau ausbauen. Dies fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem Antrag. Deshalb soll die Regierung die bisherige temporäre Forschungsförderung im Rahmen des Bundesprogramms „Ökolandbau“ in ein permanentes Forschungsbudget für den ökologischen Landbau umwandeln und das Institut für Ökolandbau des Johann Heinrich von Thünen-Instituts ausbauen.

Weiter fordern die Abgeordneten das Forschungsbudget für ökologischen Landbau „deutlich“ zu erhöhen und auf bisher nahezu unbearbeitete Forschungsfelder wie die ökologische Pflanzen- und Tierzucht, die ökologische Tier- und Pflanzenernährung, den ökologischen Weinbau und den biologischen Pflanzenschutz auszuweiten. Auch soll die Regierung die Forschungsmittel für eine ökologische Landwirtschaft verstärken, die den Anbau von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen für Energie und Chemie integriert und den Konflikt um die Flächen entschärft. Die Fraktion begründet ihren Antrag damit, dass das Bundesprogramm „Ökolandbau“ ein wichtiger Baustein für eine ökologische Forschungsstrategie sei. Seine zeitliche Begrenzung und unzureichende Finanzausstattung würden jedoch seine Wirkung unnötig einschränken. Grundlagenforschung und interdisziplinäre Forschungsansätze würden im Programm nicht bearbeitet.

Links zum Thema Bio-Landbau.

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Wirtschaft — info @ 11:06

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 840 angebotenen Schweinen alle Schweine in 5 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,73 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,73 Euro bis 1,74 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

Arbeitskräfte in der sächsischen Landwirtschaft leicht rückgängig

Themen: Agrarbericht,Arbeitsmarkt,Sachsen,Statistik — info @ 08:06

Dresden (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2007 arbeiteten in den 8.313 land­wirtschaftli­chen Betrieben Sachsens 42.274 Per­sonen. Im Vergleich zu 2003, dem Jahr der letzten allgemein durchgeführten Erhebung, bedeutet dies einen Rückgang um zwei Prozent.

Gut 30 Prozent der Arbeitskräfte waren Familienarbeitskräfte. Im Vergleich zu 2003 nahm deren Zahl leicht zu (400 Personen). Im Gegensatz dazu verringerte sich die Zahl der familienfremden Arbeitskräfte, die mit 48 Prozent fast die Hälfte aller Beschäftigten in der Landwirtschaft aus­machen, um mehr als 1.300 Personen. Die Anzahl der nicht ständig Beschäftigten, das sind vor allem Saisonarbeitskräfte, blieb annähernd konstant. Sie besaßen einen Anteil von gut 22 Prozent an der Gesamtbeschäftigtenzahl.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, war der überwiegende Teil der Arbeitskräfte (18.235 Personen bzw. 43 Prozent) in den 587 Betrieben der Rechtsform juristische Personen (v. a. Agrargenossenschaften, GmbH) tätig. Gegenüber 2003 verringerte sich hier die Arbeitskräfte­zahl insge­samt um zwei Prozentpunkte. Davon besonders betroffen war die Zahl die ständigen Arbeitskräfte (-1.248 Personen), während die Anzahl nicht ständiger Arbeitskräfte stieg (853 Personen). Der Vollbeschäftigtengrad lag bei 82,9 Prozent. Je Betrieb dieser Rechtsform waren durch­schnittlich 31 Personen tätig.

5 428 Per­sonen übten eine landwirtschaftliche Tätigkeit in den 539 Personengesell­schaften aus. Gegenüber 2003 nahm die Zahl der Arbeitskräfte deutlich ab (-1.430 Personen). Der größte Teil dieses Rückganges betraf die Saisonarbeitskräfte. Der Anteil Voll­beschäftigter in den Betrieben dieser Rechtsform betrug 73,7 Prozent. Jeder Betrieb be­schäftigte durchschnittlich 10,1 Personen.

In den 7.187 landwirtschaftlichen Einzelunternehmen Sachsens arbeiteten insgesamt 18.611 Perso­nen, 10.192 in Haupterwerbsbetrieben und 8.419 in Betrieben, die im Nebenerwerb geführt wurden. Die überwiegende Zahl der Beschäftigten in Einzelunternehmen – 12.709 Personen – waren Famili­enarbeitskräfte. Außerdem waren 3.289 ständig beschäftigte familienfremde Arbeitskräfte und 2.613 Saisonkräfte tätig. Nur knapp jeder dritte Beschäftigte in Betrieben dieser Rechtsform war vollbeschäftigt

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Zunehmend mehr erneuerbare Rohstoffe aus Mecklenburg-Vorpommerns Wäldern

Themen: Mecklenburg-Vorp.,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 08:06

Schwerin (agrar.de) – Die verstärkten Bemühungen um die nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe zeigen auch in der heimischen Forstwirtschaft sichtbare Ergebnisse. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes hat sich seit 1993 der Holzeinschlag von 1,47 Millionen Festmetern auf 1,71 Millionen Festmeter im Jahr 2007 erhöht. Beträchtliche Steigerungen gibt es beim Holz für eine energetische Verwertung.

Die Steigerung des Holzeinschlags in den vergangenen 15 Jahren erfolgte nicht kontinuierlich. Einem Tiefpunkt von nur 1,09 Millionen Festmetern im Jahr 1996 steht ein Spitzenwert von 1,90 Millionen Festmetern im Jahr 2006 gegenüber.

Die Zusammensetzung der eingeschlagenen Holzmengen ist der aktuellen Baumartenzusammensetzung und Altersverteilung der heimischen Wälder geschuldet. Kiefer und Lärche haben seit 1993 im Durchschnitt einen Anteil von knapp 51 Prozent am gesamten Holzaufkommen, gefolgt von der Buche und anderen Laubhölzern mit zusammen fast 25 Prozent. Die Eichen tragen nur 5 Prozent zum Holzaufkommen bei. Das Verhältnis Nadel- zu Laubholz für den Berichtszeitraum beträgt 71 zu 29.

Offensichtlich beeinflusst durch die derzeitigen Rohölpreise, steigt besonders der Holzanteil für eine energetische Verwertung. Dennoch überwiegt nach wie vor die stoffliche Verwertung des Holzes. Anteilmäßig nahmen Stammholz und Industrieholz zusammen 85 Prozent des Holzeinschlags im Jahr 2007 ein. Verglichen mit 1993 ist dies lediglich eine Steigerung von 1 Prozent. Demgegenüber steht mehr als eine Verdoppelung im Bereich des Brenn- und Energieholzes, dessen Anteil von 6 Prozent im Jahr 1993 auf 14 Prozent im Jahr 2007 zunahm.

Auch wenn im Bundesdurchschnitt die Forstwirtschaft nur zu 0,1 Prozent zur Bruttowertschöpfung der Volkswirtschaft beiträgt, so ist doch die mit Zahlen nicht quantifizierbare ökologische Wertschöpfung beachtlich. Eine zeitlich verlängerte Kohlenstoffdioxidspeicherung in den Holzprodukten, die Substitution energieaufwändig herzustellender Materialien durch Holz und nicht zuletzt auch der Ersatz fossiler Energieträger durch Holz sind ein wichtiger Beitrag dazu.

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04. Juni 2008

Merkblatt neu aufgelegt: Umgang mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen

Themen: Getreide,Handel,Landtechnik,Medien,Pflanzen — info @ 20:06

Bonn/Berlin (agrar.de) – Das Merkblatt „Hygienische Maßnahmen für den Umgang mit Getreide, Ölsaaten und Leguminosen“ wurde von den Verbänden der Getreide- und Ölsaatenwirtschaft Deutscher Raiffeisenverband, Deutscher Bauernverband, Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen, Deutscher Mälzerbund, Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft, Verband Deutscher Mühlen, Deutscher Verband Tiernahrung, Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland – in Abstimmung mit dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung redaktionell überarbeitet und neu aufgelegt. Das Merkblatt enthält Hinweise zum Anbau, zum Transport sowie zur Lagerung und wird auch als Kundeninformation vor der Ernte an Landwirte weitergegeben.

Das Merkblatt kann im Internet heruntergeladen werden.

DRV Ernteschätzung 2008: Getreide 46,6 Mio. t, Ölsaaten 5,15 Mio. t

Berlin (agrar.de) – Trotz deutlich erkennbarer Trockenschäden in den nordöstlichen Bundesländern hat der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) die Schätzungen zur Getreide- und Ölsaatenernte 2008 nur leicht nach unten korrigiert. Die niedriger geschätzten Erträge in den nordöstlichen Bundesländern werden durch teilweise deutlich bessere Ertragsaussichten in den südwestlichen Regionen kompensiert. Im Vergleich zum witterungsbedingt sehr viel ungünstigeren Vorjahr erwartet der DRV in Deutschland immer noch knapp 9 Prozent höhere Getreide-Durchschnittserträge.

In seiner aktuellen Schätzung hat der DRV die Getreidefläche zudem um rund 100.000 ha auf 6,97 Mio. ha nach oben korrigiert. Gegenüber dem Vorjahr ist dies eine Ausdehnung von knapp 7 Prozent. Die Getreideernte wird vom DRV derzeit auf 46,6 Mio. t veranschlagt, gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs um knapp 6 Mio. t. bzw. 15 Prozent. In der Mai-Schätzung ging der DRV noch von einer Getreideproduktion von 46,7 Mio. t aus.

Auch bei Ölsaaten erwartet der DRV eine regional sehr unterschiedlichen Ertragsentwicklung. Der bundesweite Durchschnittsertrag wurde gegenüber dem Vormonat um 0,1 t auf 3,6 t /ha reduziert. Dies wären je Hektar Anbaufläche aber immer noch knapp 200 kg oder 6 Prozent mehr als 2007. Die Rapsfläche wurde insgesamt um 8,7 Prozent oder knapp 120.000 ha auf 1,4 Mio. ha eingeschränkt. Mit der vom DRV erwarteten Rapsernte von 5,09 Mio. t wird das Vorjahresergebnis von 5,3 Mio. t um 4 Prozent verfehlt.

Aufgrund globaler Einflüsse und vor dem Hintergrund einer EU- und weltweit deutlich höheren Getreide- und Ölsaatenernte erwartet der DRV zur Ernte 2008 zunehmende Preisschwankungen. Zur Reduzierung der Marktrisiken bieten die Mitgliedsunternehmen des DRV den Landwirten eine breite Palette verschiedener Vermarktungsmodelle an. Hierzu zählen die treuhänderische Einlagerung, Poolpreise, durchgehende Verträge vom Erzeuger bis zur Verarbeitung sowie Vorauszahlungsmodelle. Neben diesen bewährten Instrumenten wird auch die Preisabsicherung an Warenterminbörsen für Erzeuger und Handelsunternehmen weiter an Bedeutung gewinnen.

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BDM ruft zu Großkundgebung in Berlin auf

Themen: Industrie,Milch,Verbände — info @ 14:06

Berlin (agrar.de) – Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) kritisiert, dass der Milchindustrie-Verband auch heute keine Zeit findet, sich auf wiederholte Einladung des BDM mit diesem an einen Tisch zu setzen. Diese Verweigerungshaltung des Milchindustrie-Verbands findet nach Einschätzung des BDM jedoch offensichtlich keine ungeteilte Zustimmung unter den Molkereien.

Angebot an die Lieferanten

Die mittelständischen Milchwerke Berchtesgadener Land – Chiemgau eG setzen nun ein Zeichen: Angesichts der sich verschärfenden Lieferengpässe hat der Vorstand der Milchwerke Berchtesgadener Land nun heute eine Anhebung des Milchpreises beschlossen. Mit Wirkung ab 1. Juni 2008 werden 43 Cent/kg für konventionelle Milch und 51 Cent/kg für Bio-Milch bezahlt.
Mit dieser Aktion gehen die Milchwerke Berchtesgadener Land in erhebliche Vorleistung, da beim Handel die hierfür notwendigen Preiserhöhungen erst durchgesetzt werden müssen.

Der BDM empfiehlt daher allen Lieferanten der Milchwerke Berchtesgadener Land – aber auch nur diesen – ihre Lieferungen wieder aufzunehmen und fordert hiermit alle Molkereien auf, sich diesem Beispiel anzuschließen und ihren Milcherzeugern ebenfalls ein Angebot in dieser Höhe vorzulegen.

Der BDM weist aber noch einmal ausdrücklich daraufhin, dass damit NICHT der Lieferstopp beendet sein soll. Diese Empfehlung richtet sich ausschließlich an die Lieferanten der Milchwerke Berchtesgaden.

Großkundgebung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter

Um den wirtschaftlichen und politischen Forderungen noch einmal deutlich Nachdruck zu verleihen und zu verdeutlichen, wie viele Menschen von dieser Verweigerungshaltung des Milchindustrie-Verbands betroffen sind, erwartet der BDM am morgigen Donnerstag, von 14 bis 16 Uhr mehrere 1.000 Menschen anlässlich einer Großkundgebung des BDM auf dem Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Alle Verbraucher, die sich mit den Milcherzeuger solidarisieren wollen, sind ausdrücklich gebeten, ebenfalls an dieser Kundgebung teilzunehmen.

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AbL fordert vom DBV: Kein doppeltes Spiel!

Themen: Milch,Verbände — info @ 13:06

Graefe zu Baringdorf fordert Sonnleitner auf, seinem Mitglied Milchindustrieverband Beine zu machen und den Versuch aufzugeben, die Bauern zu spalten

Hamm (agrar.de) – Der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft
(AbL) fordert den Präsidenten des Deutschen Bauernverbands (DBV) auf, seinen Einfluss auf den Milchindustrieverband (MIV) im Sinne der Milchbauern geltend zu machen. „Warum verweigert der Milchindustrieverband die Verhandlung mit dem Bundesverband der Milcherzeuger BDM? Der Milchindustrieverband ist schließlich Mitglied im Bauernverband. Warum zieht die Bauernverbands-Spitze nun wieder vor die Zentralen der Handelsketten, statt den Molkereien Beine zu machen? Und warum droht der Bauernverband in Niedersachsen den streikenden Milchbauern mit angeblichen rechtlichen Konsequenzen?“, fragt der AbL-Vorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf.

„Der Bauernverband muss aufhören, ein doppeltes Spiel zu spielen. Das zieht den Milchstreik nur in die Länge, auf Kosten der Milchbauern. Der Versuch, die streikenden Milchbauern und ihre Familien in die Knie zu zwingen, wird scheitern. Die Spitze des Bauernverbandes schneidet sich selbst in den Finger“, so Graefe zu Baringdorf.

Die AbL weist auf den großen Rückhalt der streikenden Milchbauern in der Gesellschaft hin: Der Zuspruch, der die streikenden Milchbauern und Bäuerinnen aus allen Teilen der Bevölkerung erreicht, ist gewaltig: angefangen von den entwicklungspolitischen Organisationen und den Kirchen über den Bundesverband der Verbraucherzentralen und die Umwelt- und Naturschutzorganisationen bis hin zu der starken Unterstützung aus der Bevölkerung.

„Bisher sind alle Versuche gescheitert, die streikenden Milchbauern und Bäuerinnen in ein schlechtes Licht zu rücken und damit die Bauernschaft spalten zu wollen“, so der AbL-Vorsitzende. „Der Milchlieferstopp ist nicht gegen die 860 Millionen hungernden Menschen weltweit gerichtet, im Gegenteil, die Abkehrt von Exportdumping aus Europa ist Teil der Zielsetzung der Aktionen. Ebenso wenig sind die Milchbauern und ihre Familien, die vor den Molkereien vielfältige Aktionen durchgeführt haben, kriminell, sondern sie wollen klar machen, dass die Molkereiwirtschaft ihre Verantwortung wahrzunehmen hat, die genossenschaftlich finanzierten Molkereien als aller erste.“

„Nachdem die Diffamierung der streikenden Bauern nicht greift, wird nun versucht, Zwietracht in die Bauernschaft zu bringen. Für uns ist es selbstverständlich, dass Bauern nicht gegeneinander vorgehen, sondern solidarisch sind, weltweit und in den Dörfern. Es gibt keinen Krieg in den Dörfern“, so Graefe zu Baringdorf, „sondern den von der Existenznot getriebenen Willen, endlich als gleichberechtigter Marktpartner anerkannt zu werden.“

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ISN zum Tierschutz-TÜV: Innovationsbremse, Bürokratiemonster und Kostentreiber

Themen: Agrarrecht,Landtechnik,Tiere,Tierschutz,Verbände — info @ 11:06

Inflation hausgemachter Wettbewerbsnachteile – keine 1:1-Umsetzung des EU-Rechts –
Verstoß gegen freien und fairen Wettbewerb in der EU – Fehlende Folgenabschätzung der
Kosten und des Bürokratieaufwandes – Keine Durchführungsverordnungen – Praxisfremd –
Objektive Bewertungskriterien zur Beurteilung von „Tiergerechtheit“ nicht existent –
Deutschland „Weltspitze“ im Tier- und Verbraucherschutz!

Berlin/Damme (agrar.de) – Am Mittwoch (04.06.08) dieser Woche führte der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Deutschen Bundestages in Berlin eine Expertenanhörung zum „Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes“ – dem so genannten Tierschutz TÜV durch.

Für die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) stand ISN-Geschäftsführer Detlef Breuer den Bundestagsabgeordneten Rede und Antwort.

Die ISN wies darauf hin, dass ein obligatorischer Tierschutz-TÜV die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Schweinehalter zusätzlich beeinträchtige. Nach der über EU-Recht hinausgehenden Schweinehaltungsverordnung und exorbitant gestiegenen Futtermittelkosten würden die deutschen Schweinehalter schlichtweg um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen.

Im Interesse des Tier- und des Umweltschutzes, aber auch der Wirtschaftskraft und der Arbeitsplätze in der „Wertschöpfungskette Schwein“, die einschließlich des vor- und nachgelagerten Bereichs annähernd 500.000 Menschen Arbeit biete – dürfe es europaweit nur einen einheitlichen Weg geben, so ISN-Geschäftsführer Breuer. Denn sonst käme das Schweinefleisch bald – wie dank der Legehennenhaltungsverordnung heute schon die Eier – auch aus Polen oder Tschechien.

Die Rahmenbedingungen der deutschen Schweinehaltung würden ohnehin nur so von hausgemachten Wettbewerbsnachteilen strotzen. Die massive Bioethanol- und Biogasförderung verdränge zunehmend die Nutztierhaltung. Es gebe ein „De facto Einfuhrverbot“ des Futtermittels Soja wegen der so genannten „GVO-Nulltoleranz“; doch das damit erzeugte billigere Schweinefleisch aus Drittländern sei in Deutschland und unseren Exportmärkten herzlich willkommen, erklärt die ISN weiter. In der EU sei der Einsatz des relativ preisgünstigen Energieträgers tierisches Fett Standard. In Deutschland hingegen gebe es ein Verfütterungsverbot für tierische Fette! In Kürze solle der Verbraucher in Deutschland billig chlorgebleichtes, amerikanisches Fleisch kaufen können. Zur Salmonellendekontamination werde Fleisch in den USA mit Chlor behandelt, was in der EU verboten sei. Den deutschen Tierhaltern hingegen sei zur Salmonellenprophylaxe eine teure Verordnung aufgezwungen worden.

Außerdem hinterfragte die ISN, warum mit dem Tierschutz-TÜV ausdrücklich nur Aspekte geregelt werden sollten, die auf EU-Ebene noch nicht harmonisiert seien. Wo bliebe da die von der Bundesregierung immer wieder ausgegebene Parole der 1:1-Umsetzung von EU-Vorgaben? Dem tierischen Wohlbefinden sei in der Nutztierhaltung auch ohne Tierschutz-TÜV mit den bestehenden Gesetzen und Verordnungen, wie der Schweinehaltungsverordnung, der Schweinehaltungshygieneverordnung und den Kontrollen im Rahmen von Cross Compliance und QS mehr als ausreichend Genüge getan, stellte Breuer fest. Die deutschen Tierhalter seien „Weltspitze“ im Tier-, Umwelt- und Verbraucherschutz sowie im Kontrollieren! Tierhaltern, die gegen Vorgaben verstoßen, könnten die zuständigen Behörden bereits jetzt jegliche Tierhaltung verbieten. Deutsche Tierhalter würden ihre Befähigung zum Halten von Schweinen in einer mehrjährigen, qualifizierten Berufsausbildung nachweisen, wovon sich die Veterinärämter regelmäßig in den Ställen vor Ort überzeugten. Die ISN meinte:“ Die deutsche Schweinehaltung – das ist gelebter Tierschutz!“

Ein großer Nachteil des Tierschutz-TÜVs seien die Kosten des ganzen Verfahrens betonte die ISN, die im Endeffekt größtenteils bei den Tierhaltern landen würden. Folglich würden die Investitionskosten steigen und die Rentabilität der Schweinehaltung weiter abnehmen. Schon heute seien die Stallbaukosten in der Schweinehaltung in Deutschland die höchsten in Europa, wie die internationale Experten-Arbeitsgruppe „Interpig“ erst kürzlich herausgefunden habe.

Nach Ansicht der ISN bringe der Tierschutz-TÜV den Schweinehaltern und auch den Stalleinrichtern zwangsläufig nur ein weiteres, unnötiges Aufblähen der ohnehin viel zu ausgeprägten Bürokratie. Für die Stalleinrichter hätte dies weitere verheerende Folgen. Die bisherige Kreativität der Branche beruhe u. a. darauf, dass gerade mittelständische Unternehmen neue Ideen völlig unkompliziert in Schweine haltenden Betrieben der Nachbarschaft testeten und dann zügig auf den Markt brächten. Mit dem geplanten Tierschutz-TÜV werde dies zukünftig nicht mehr möglich sein.

Die Stalleinrichter würden mehr und mehr an alten Produkten, für die der Tierschutz-TÜV noch nicht vorgeschrieben war, festhalten und zumindest für den deutschen Markt keine Neuerungen mehr entwickeln. Das hemme Innovationen und schwäche den Agrarstandort Deutschland. Die geplante Regelung sei für die Stalleinrichterbranche in Deutschland also eine echte Bedrohung und verkompliziere bzw. verhindere Innovationen, so der ISN-Geschäftsführer.

Die ISN fragte außerdem, ob ein rein nationaler Tierschutz-TÜV und die daraus resultierenden Marktzugangsbeschränkungen für ausländische Hersteller überhaupt mit dem EU-Handelsrecht vereinbar seien.

Seit langem gebe es bei der DLG auf freiwilliger Basis Gebrauchs- und Zweckmäßigkeitsprüfungen. Der immer wieder beschworenen „Entscheidungshilfe für Landwirte“ werde heute schon ohne Tierschutz-TÜV im vollen Umfang Genüge getan. Des Weiteren verfügten Schweinehalter über ausreichende Erfahrung, bei der Stalleinrichtung „die Spreu vom Weizen zu trennen“. Die ganze Diskussion scheine dem zweifelhaften Gedankengut entsprungen, der Staat müsse seine Bürger in allen Lebensbereichen kontrollieren, reglementieren und sanktionieren. Die Forschungs- und Gebrauchsprüfungen der Universitäten, KTBL und DLG hätten nach Ansicht der ISN, auch ohne staatlichen Zwang- oder gerade deswegen – einen hervorragenden Nutzen.

Außerdem fehlten bei dem Gesetzentwurf die Durchführungsverordnungen mit einer Folgenabschätzung, die die geplanten Maßnahmen tierartspezifisch für z.B. Geflügel, Schweine, Rinder, Pferde, Schafe, Bienen, Speisefische und Pelztiere konkretisierten und hinsichtlich der wirtschaftlichen Konsequenzen beleuchteten.

Wer, so fragte die ISN, profitiere eigentlich von dem Tierschutz-TÜV, wenn dieser unterm Strich nachweislich nicht mehr Tierschutz bringe, zumal es noch keine objektiven Bewertungskriterien bzw. Indikatoren zur Beurteilung von „Tiergerechtheit“ gebe?

Nachteile des Tierschutz-TÜVs

– Inflation hausgemachter Wettbewerbsnachteile

– Keine 1:1-Umsetzung des EU-Rechts

– Verstoß gegen freien und fairen Wettbewerb in der EU

– Investitionskosten steigen

– Innovationshemmnis (Festhalten an alten Produkten)

– Schaffung kostenträchtige und bürokratischer Doppelstrukturen

– Keine Durchführungsverordnungen

– Praxisfremd

– Objektive Bewertungskriterien zur Beurteilung von „Tiergerechtheit“ nicht existent

– freiwillige Gebrauchs- und Zweckmäßigkeitsprüfungen sinnvoller (DLG, KTBL)

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Links zum Thema Verbände..

RLV: Neuabschlüsse sofort!

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 11:06

Milchbauern brauchen kostendeckende faire Preise
Bonn/Mühlheim (agrar.de) – Um ihren Forderungen nach höheren Milchpreisen weiteren Nachdruck zu verleihen, haben rheinische Landwirte unter dem Motto „Neuabschlüsse sofort! Milchbauern brauchen kostendeckende faire Milchpreise!“ vor der Zentrale des Lebensmitteldiscounters Aldi-Süd in Mülheim-Styrum demonstriert.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, soll damit der Forderung des Berufsstandes nach einer deutlichen Korrektur der im April zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel ausgehandelte Milchpreise Nachdruck verliehen werden.

„Die Bauern sind nicht mehr bereit, ruinöse Milchpreise hinzunehmen. Die Bauern sind nicht mehr bereit hinzunehmen, dass Milch im Lebensmitteleinzelhandel billiger als Mineralwasser ist. Die Bauern sind nicht mehr bereit, vom Lebensmitteleinzelhandel gemolken zu werden“, betonte Friedhelm Decker, Präsident des RLV in seiner engagierten Rede vor den Landwirten. Bauern wollten vielmehr ihre Kühe melken und für deren Milch kostendeckende, gewinnbringende faire Preise erhalten, hob der RLV-Präsident hervor.

Nachdrücklich erinnerte Decker daran, dass seit über einer Woche Milcherzeuger im ganzen Bundesgebiet die Ablieferung ihrer Milch verweigerten. Er machte aber auch darauf aufmerksam, dass rheinische Bauern schon vor Wochen vor Aldi-Filialen protestiert hatten, um vor dem Hintergrund der Listungsgespräche zwischen Molkereien und Handel mit aller Kraft deutlich zu machen: „Unsere Milch ist ihren Preis wert“. Aldi habe als absoluter Marktführer in Deutschland nicht nur Verantwortung für seine Kunden, sondern auch für die gesamte Wirtschaft – und damit auch für angemessene Preise in der Landwirtschaft“, betonte Decker. Trotz der von den Bauern dringend geäußerten Bitte, dieser Verantwortung bewusst zu sein, habe der Lebensmitteldiscounter bei den Listungsgesprächen vor einigen Wochen den ersten Dominostein umgeworfen. Und „alle anderen Dominosteine fielen mit um“, so Decker wörtlich mit dem Hinweis, dass an dem Tag, an dem Aldi die drastisch gesenkten Preise gegenüber den Molkereien um sage und schreibe 11 bis 15 %/l senkte, dies Lidl, Edeka und REWE zeitgleich getan hätten.

Nachdrücklich wies der RLV-Präsident auf die dramatisch gestiegenen Kosten in den landwirtschaftlichen Betrieben hin. So hätten sich Futtermittel um mehr als 40 %, Düngemittel um mehr als 50 % und Energiekosten um mehr als 25 % verteuert. Vor diesem Hintergrund sei es verständlich, wenn deutsche Milchbauern in bundesweiten Aktionen wie Lieferboykott, Rauskaufaktionen in Filialen des Lebensmitteleinzelhandels und Aktionen vor Molkereien darauf aufmerksam machten, dass man solidarisch um die Existenz kämpfe. „Wenn Aldi warnt Milch wird knapp, so kann ich nur sagen: Es wird irgendwann überhaupt gar keine Milch mehr geben, wenn Aldi und die anderen Oligopole des Handels nicht endlich angemessene Preise zahlen. Denn wenn die Preise nicht steigen, wird es irgendwann keine ausreichende Milchproduktionen mehr geben“, so Decker wörtlich.

Er mahnte „die Mächtigen des Handels“ die Lieferverträge über Frischmilch und H-Milch wie aber auch die anderen katastrophalen Verhandlungsergebnisse zu korrigieren und endlich wieder den Zustand herzustellen, den man vor der letzten Listungsrunde hatte. Der RLV-Präsident forderte die Verantwortlichen von Aldi-Süd im Namen aller Milchbauern auf: „Neuabschlüsse sofort! Milchbauern brauchen kostendeckende faire Milchpreise!“ Man werde keine Ruhe geben, bevor nicht das Preisdiktat der letzten Verhandlungsrunden korrigiert sei. Die Verantwortlichen von Aldi-Süd seien in der Pflicht unverzüglich dafür zu sorgen, dass Milchbauern nicht nur ihre Kosten decken, sondern auch Gewinne machen könnten. „Allzu lange haben wir die Rolle der Sparschweine der Nation spielen müssen. Hiermit muss endlich Schluss sein!“

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