06. Juni 2008

DRV: Molkereigenossenschaften geben Mehrerlöse an ihre Mitglieder weiter

Themen: Milch,Verbände — info @ 16:06

Berlin (agrar.de) – Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und die ihm angeschlossenen Molkereigenossenschaften begrüßen, dass es gelungen ist, den Lebensmitteleinzelhandel zu neuen Preisverhandlungen zu bewegen.

Die Unternehmen führen seit mehreren Tagen intensive Verhandlungen mit den jeweiligen Vertragspartnern.

Die Molkereigenossenschaften setzen alles daran, in diesen Verhandlungen höhere Preise zu erzielen. Mehrerlöse werden sie an ihre Mitglieder weitergeben.

Damit leisten sie ihren Beitrag zur Verbesserung der schwierigen Einkommenssituation der Milcherzeuger.

Genossenschaften sind transparent; ihre Eigentümer – die Landwirte – kontrollieren das Unternehmen. Die Unternehmensgewinne der Molkereigenossenschaften werden an die Landwirte ausgezahlt und für Investitionen eingesetzt.

Die Molkereigenossenschaften werden sich in dieser für ihre Mitglieder schwierigen Situation auch weiterhin für nachhaltige Erlösverbesserungen einsetzen.

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DMK: Mehr Mais in Deutschland

Themen: Anbauflächen,Statistik,Verbände — info @ 13:06

Bonn (agrar.de) – Die Maisanbaufläche wird in diesem Jahr in Deutschland voraussichtlich erstmals mehr als zwei Millionen Hektar betragen. Das geht aus vorläufigen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes, der ZMP Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle und des Deutschen Maiskomitees (DMK) hervor.

Demnach werden zur Ernte 2008 deutschlandweit 8,8 Prozent mehr Mais angebaut. Von 1,874 Mio. ha in 2007 steigt die Fläche um 164.000 ha auf 2,038 Mio. ha in 2008. Die Zahlen bestätigen den Trend der vergangenen Jahre. Insgesamt überrascht die Entwicklung hin zu mehr Getreideanbau nicht, da aufgrund der Aufhebung der Stilllegungsverpflichtung mehr Fläche zur Verfügung steht. Ein Übriges haben die gestiegenen Erzeugerpreise im vergangenen Jahr beigetragen. So wächst beispielsweise auch die Anbaufläche von Winterweizen im Vergleich zu 2007 um 6,6 Prozent auf 3,148 Mio ha.

Beim Körnermais haben die Landwirte auf die Markt- und Preisentwicklungen mit teilweise deutlichen Veränderungen reagiert. Die Anbaufläche für Körnermais inkl. Corn-Cob-Mix wird um 19 Prozent oder 76.590 ha ausgeweitet und beträgt 2008 479.800 ha.

Silomais steht auf insgesamt 1.558.400 ha. Das sind 87.528 ha mehr als noch 2007 (1.470.872 ha). Die Maisflächen wurden insgesamt betrachtet in allen Bundesländern ausgeweitet.

Uhlenberg: Konstruktiven Dialog fortgesetzen

Themen: Milch,Nordrhein-Westfalen — info @ 11:06

Düsseldorf (agrar.de) – Erleichtert und zufrieden über das Ende des Milchlieferboykotts zeigte sich Umweltminister Eckhard Uhlenberg gestern Abend bei einem Spitzengespräch mit Vertretern des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM) sowie des Rheinischen und des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes im Düsseldorfer Landtag.

„Der Lebensmitteleinzelhandel und die Discounter haben eingesehen, dass die Milchbauern einen fairen Preis benötigen, um langfristig existieren zu können“, betonte Uhlenberg. „Die zugesagten Preisanhebungen sind ein großer Erfolg für den BDM und den gesamten Berufstand, der viel Mut und Durchhaltewillen erfordert hat. Dieses Engagement verdient Respekt und Anerkennung.“

Der Minister appellierte an die Verbände, nun den Blick nach vorn zu richten und gemeinsam nach Lösungen für die zukünftigen Rahmenbedingungen des Milchmarkts zu sorgen. Dabei sind die Agrarinvestitionsförderung des Landes und flankierende Absatzhilfen wie z.B. die NRW-Schulmilchförderung unverzichtbare Leitplanken für die künftige Entwicklung. Die Anstrengungen der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen seit 2005 wurden von den Repräsentanten der Milchwirtschaft ausdrücklich begrüßt.

Einig waren sich die Beteiligten, dass über die von den Agrarministern der EU im März dieses Jahres beschlossene Anhebung der Milchquoten um 2 Prozent kurzfristig noch einmal in Brüssel beraten werden muss.

„Der drastische Verfall der Milchpreise in den vergangenen Wochen sollte auch den anderen EU-Mitgliedstaaten klar machen, dass der Markt die Mengenanpassung nicht verkraftet“, erklärte Uhlenberg.

Diskussionsbedarf besteht darüber hinaus über die Ausgestaltung der Molkereisaldierung. Uhlenberg forderte die Verbände auf, sich möglichst schnell auf eine gemeinsame Haltung zu den künftigen Rahmenbedingungen und Strukturen für die nordrhein-westfälische Milchwirtschaft zu verständigen. „Der jetzt gefundene konstruktive Dialog muss fortgesetzt werden“, so der Minister.

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WLV: Aldi erhöht die Milchpreise

Themen: Handel,Milch,Verbände — info @ 09:06

Möllers: „Milchbauern haben wieder eine Perspektive!“

Münster (agrar.de) – Die Lebensmitteldiscounter Aldi Nord und Aldi Süd haben heute in Essen und Mülheim erklärt, dass sie die Verbraucherpreise für Milch und Milchprodukte wieder anheben werden. Nach einem Gespräch mit einer Delegation des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) unter der Leitung von Verbandspräsident Franz-Josef Möllers erklärte Aldi Nord wörtlich:

„Mit Rücksicht auf die existenziellen Probleme der deutschen Milchbauern und die Sonderstellung von Milch als nicht substituierbares Grundnahrungsmittel sagen wir zu, dass wir unverzüglich Neuverhandlungen über die Milchpreisgestaltung mit den Molkereien aufnehmen werden. Dabei orientieren wir uns an den aktuell im Markt diskutierten Erzeugerpreisen.“

Aldi Nord und viele andere Lebensmitteleinzelhändler werden kurzfristig Gespräche mit den Molkereien aufnehmen. Die Mitte April geschlossenen Kontrakte mit einer Laufzeit von 6 Monaten werden gekündigt.

In einer ersten Reaktion erklärte WLV-Präsident Möllers vor 150 demonstrierenden Milch-bauern vor der Zentrale von Aldi Nord in Essen-Kray: „Dies ist ein Erfolg unserer Milchbauern. Die gestrige Entscheidung von Lidl und die heutigen Erklärungen von Aldi und anderen großen Lebensmitteleinzelhändlern werden Signalwirkung für die ganze Branche haben. Angesichts drastisch gestiegener Produktionskosten haben unsere Milchbauern wieder eine Perspektive. Ich erkenne an, dass die Aktivitäten des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) maßgeblich dazu beigetragen haben, diese Ergebnisse zu erzielen.“

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05. Juni 2008

BBV: Entscheidender Schritt zur Verbesserung der Milchpreise gelungen

Themen: Milch,Verbände,Wirtschaft — info @ 18:06

Präsident Sonnleitner zu den Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel – Preis­verbesserungen für weitere Produktpaletten notwendig
München (agrar.de) – „Mit dem jetzigen Verhandlungsergebnis ist ein wichtiger Schritt für bessere Einkommensperspektiven unserer Milchbauern gelungen. Ich anerkenne das Engagement des Unternehmens Lidl sehr, das Bewegung in die Verhandlungen gebracht hat, und werte die Einsicht der Wettbewerber des Lebensmitteleinzelhandels positiv“, betonte Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes zu den Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel.

Die vom Lebensmittel­einzel­handel angekündigten Preisverbesserungen seien ein erster Schritt, um zu Milch­preisen auf dem Niveau von Ende 2007 zurückzukehren. Lidl habe gestern angekündigt, ab kommender Woche den Verkaufspreis für Milch um 10 Cent je Liter und für Butter je 250-Gramm-Päckchen um 20 Cent zu erhöhen. Jetzt sei es notwendig, dass diese Preis­verbesserungen auch für die weitere Produktpalette umgehend realisiert werde. Hier seien nun ganz besonders die Molkereien gefordert.

„Ich spreche meine hohe Anerkennung an alle Verbraucher aus für das große Verständnis für die Situation unserer Milchbauern und ihre Bereitschaft für höhere Milch­produkt­preise, die auch bei den Bauernfamilien ankommen“, erklärte Sonnleitner. Die hart arbeitenden Bäuerinnen und Bauern seien wie alle anderen Wirtschaftsbereiche und Mitbürger mit massiven Kostensteigerungen bei Betriebsmitteln konfrontiert.

„Mein Dank geht auch an alle Bäuerinnen und Bauern für das vielfältige Engagement und die Unterstützung. Die Molkereiwirtschaft muss nun gewährleisten, dass die Preis­verbesserungen vollständig bei den Milchbetrieben ankommen“, betonte Sonnleitner. Der Berufsstand werde alle seine politischen Forderungen, wie zum Beispiel die Aufhebung der Saldierung, und alle denkbaren Maßnahmen zur Verstärkung der Marktposition der Milcherzeuger intensiv vorantreiben, um eine nachhaltige Einkommenssicherung zu ermöglichen. Dazu gehöre insbesondere die weitere Bündelung der Milcherzeuger­gemeinschaften, die intensivere Zusammenarbeit der genossenschaftlichen Molkereien sowie gezieltes Marktmanagement.

Die Gesprächsbereitschaft von Präsident Sonnleitner und dem BDM-Vorsitzenden Schaber müsse jetzt auch dazu dienen, dass alle Milchbauern in den Dörfern – egal
ob sie sich am Lieferstopp beteiligt haben oder nicht – aufeinander zugehen.

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Milchindustrie begrüßt Fortschritte bei Milchpreisen

Themen: Handel,Industrie,Milch,Verbände — info @ 18:06

Berlin (agrar.de) – Als Schritt in die richtige Richtung wertet der Milchindustrie-Verband (MIV) die Ankündigungen von Teilen des Lebensmitteleinzelhandels, die Preise für Trinkmilch und Butter anzuheben.

Damit werden die grundsätzlichen Bestrebungen der Molkereien, für ihre Milcherzeuger bestmögliche Auszahlungspreise zu erwirtschaften, seitens des Handels aktiv unterstützt.

Der Milchindustrie-Verband hofft, dass mit dieser Initialzündung des Lebensmitteleinzelhandels Preisverbesserungen für alle Milchprodukte möglich werden. Die Molkereien stehen deswegen in intensiven Gesprächen mit ihren Handelspartnern. Jegliche Erlösverbesserungen werden wie im Herbst vergangenen Jahres vollständig den Milcherzeugern zugute kommen.

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BDM: Milchlieferstopp ist beendet

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 18:06

Berlin (agrar.de) – Eine beeindruckende Kulisse bot sich am heutigen Montag ab 11 Uhr in Berlin vor dem Brandenburger Tor: Aus ganz Deutschland waren seit dem frühen Morgen bzw. seit gestern Abend 7.000 Milcherzeuger – darunter 250 Milcherzeuger mit ihren Treckern und Schleppern zur Großkundgebung des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) nach Berlin gereist, um die Forderungen an die Milchwirtschaft noch einmal eindringlich zu formulieren und auch die Politik in die Pflicht zu nehmen.

Mit den Worten „Ab sofort wird nichts mehr sein wie es war. Wir Milchbauern sind endlich auf Augenhöhe angelangt. Aber es wird auch Zeit zur Normalität zurückzukehren. Ich fordere dazu auf, den Milchlieferstopp einzustellen und ab heute wieder Milch zu liefern“, beendete Romuald Schaber, Vorstandsvorsitzender des BDM, unter frenetischem Jubel heute gegen 16 Uhr den Lieferstopp.

Mit dem Lieferstopp sei erreicht worden, dass der Lebensmitteleinzelhandel die Preise wieder anhebe. Es gebe so gut wie keine Kette, die nicht schon zugesagt habe, die Preise anzuheben.
In diesem Zusammenhang könne das wertvolle Lebensmittel Milch nicht länger den Verbrauchern vorenthalten werden.

Daran, dass die „Milchpreisoffensive 2008“ dennoch weitergeht, ließ Schaber keinen Zweifel: „Wenn die Gegenseite versucht, uns in den Verhandlungen „aufs Kreuz zu legen“, dann sind wir wieder da. Dann wird der Lieferstopp nur ausgesetzt und beim nächsten Mal sind dann nicht mehr nur 60 bis 70 % der Milcherzeuger dabei, sondern unter Umständen 90% und mehr.“
Besonders überwältigt zeigten sich auch die Redner aus dem europäischen Ausland von der unglaublichen Solidarität und Entschlossenheit der Milcherzeuger. Man war sich einig, dass sich sehr viel verändert hat in der kurzen Zeit des Lieferstopps.

Schaber zeigte sich überzeugt davon, dass der Lieferstopp ein absolutes Muss war und genau zum richtigen Zeitpunkt erfolgt sei. Er räumte jedoch auch Fehleinschätzungen ein: „Wir haben falsch eingeschätzt, wie erfinderisch die Molkereien sind, wenn es gegen die Bauern geht. Die Molkereien haben in dieser Situation ihr wahres Gesicht gezeigt.“

Seine Botschaft an die Molkereien: „Wir sind da und werden nicht weichen.“ Es seien nun weitere Gespräche angesetzt und es sei davon auszugehen, dass die Gegenseite jetzt zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei.“

Schabers Dank richtete sich auch an den Bauernverband, ohne dessen Verbindungen zum Lebensmitteleinzelhandel diese Preisanhebungen des Handels nicht so schnell hätten erreicht werden können, betonte jedoch gleichzeitig, dass es vor allem der Ausdauer und dem Mut der Milcherzeuger zu verdanken sei, dass dieser Erfolg erreicht werden konnte.

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BDL für gerechte Preise und sozialen Markt

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:06

Berlin (agrar.de) – „Solange die Erzeugung von Milch mehr kostet, als sie einbringt, weil eine Handvoll Handelsunternehmen den Molkereien und MilcherzeugerInnen ihre Preise diktiert, ist eine Schieflage erreicht, die weder den LandwirtInnen noch der Gesellschaft gut tut“, stellt Johannes Scharl klar. Der stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) ist beileibe kein Schwarzmaler. Doch auf lange Sicht hat die deutsche Landwirtschaft bei dieser Art des Preispokers kaum eine Überlebenschance.

Der Einsatz der MilcherzeugerInnen zeigt Wirkung. Seit Tagen ziehen diese die Notbremse und machen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln auf die Misere aufmerksam. Die jetzt von einzelnen Handelsunternehmen angekündigte Erhöhung der Preise für Milch und Butter zeigt, dass es sich hier um Aushandlungsprozesse auf dem Markt und nicht um Preisabsprachen handelt.

„Jeder Arbeitnehmer, dessen Gehalt innerhalb eines Jahres um 20 Prozent gekürzt würde, ginge selbstverständlich auf die Straße“, so Johannes Scharl. Deshalb will der BDL gerechte Preise für alle. Ein Traum von der Planwirtschaft, wie manche Einzelhändler behaupten, ist das nicht. Vielmehr geht es um Anerkennung und Bezahlung der Leistungen der Landwirtschaft in Deutschland und in der Welt. Dazu gehört nicht nur die importunabhängige Versorgung mit dem wertvollen Rohstoff Milch, sondern beispielsweise auch die Anerkennung der Kulturlandschaftspflege, die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft und ihren vor- und nachgelagerten Bereichen.

Der BDL hält trotz der steigenden Erzeugerpreise (allein die Futterkosten sind innerhalb eines Jahres um mehr als ein Drittel gestiegen) auch in der aktuellen Diskussion an der Abschaffung der Milchquote fest. „Wir sind Unternehmer, keine Sofamelker. – Momentan ist zu sehen, was passieren kann, wenn Unternehmer etwas unternehmen und für gerechte Preise demonstrieren“, so Johannes Scharl. Die Zukunft liege ganz klar in der sozialen Marktwirtschaft – auch für die Milch.

Zugleich spricht sich der BDL gegen die von der EU-Kommission geplante Erhöhung der Milchmengen aus, um den Preisverfall bei Milch nicht zu beschleunigen. Erst vergangene Woche hatte die EU-Kommission eine Anhebung der Milchquote von insgesamt fünf Prozent für die nächsten Jahre vorgeschlagen. Stattdessen fordert der BDL ein frühzeitig anlaufendes Begleitprogramm für den Milchquotenausstieg, der für 2015 vorgesehen ist.

Das sei insbesondere für benachteiligte Gebiete wichtig, die aufgrund der Standortnachteile nur begrenzte Möglichkeiten für andere Produktionsausrichtungen haben, so der stellvertretende BDL-Bundesvorsitzende. Der BDL fordere dafür einen Milchfonds, der mit im EU-Agrarhaushalt eingesparten Marktordnungsmitteln gefüllt werden solle.

„Wir verstehen uns als junge UnternehmerInnen. Die Preise sollen auf dem Markt entstehen und nicht von Wenigen diktiert werden“, so der stellvertretende BDL-Bundesvorsitzende.

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Landmaschinenhandel solidarisch mit Milcherzeugern

Themen: Landtechnik,Milch,Verbände — info @ 14:06

Schönberg/Essen (agrar.de) – Landmaschinenhandel und –Handwerk sind in Deutschland mit über 5 Mrd. Euro Jahresumsatz, erwirtschaftet von 32.000 Mitarbeitern in rund 5.000 Fachbetrieben, ein wichtiger Faktor im ländlichen Raum, dort hoch spezialisierter Techniklieferant und Servicepartner und damit Partner der Milcherzeuger. Wenn in diesen Tagen die Milcherzeuger, eine wichtige Kundengruppe vieler unserer Mitgliedsbetriebe, nur noch im Lieferboykott eine Chance sehen, sich Gehör zu verschaffen und auf ihre berechtigten Forderungen an eine Existenz sichernde Preispolitik aufmerksam zu machen, wissen sie Landmaschinenhandel und –Handwerk an ihrer Seite.

„Wir finden es skandalös, wenn unserer Kundschaft über eine ruinöse Preispolitik der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Wenn – wie jüngst geschehen – der Handel den Erzeugerpreis der Milchbauern um 20 Prozent senkt, kann dies nur als Missbrauch seiner Marktmacht gegenüber den Milcherzeugern gewertet werden“, bezieht H.A,G,-Prädsident Ulf Kopplin aus Schönberg in Schleswig-Holstein klar Stellung.

Die Milchviehhalter müssen in die Lage versetzt werden, ihre zum Teil in erheblichem Umfang getätigten Investitionen rentabel zu gestalten und ein ausreichendes Einkommen für ihre Familien und Betriebe zu erwirtschaften. Das geht jedoch nur, wenn die ihr Produkt Milch aufnehmende Lebensmittelindustrie auskömmlich bezahlt.

„Viele Landmaschinen-Fachbetriebe haben sich bereits mit den Milcherzeugern in Deutschland solidarisch erklärt und dies in konkreten Aktionen zum Ausdruck gebracht,“ weiß Bundesinnungsmeister Alfred van den Berg aus Vreden zu berichten: „Wir begrüßen es, wenn unsere Mitgliedsbetriebe aus den Regionen heraus ihre Solidarität kundtun.“ Die Möglichkeiten reichen dabei von Teilnahme an der Unterschriftenaktion auf der Homepages des DBV bis hin zu Fördermitgliedschaften, von plakativen Solidaritätsbekundungen über das Internet bis hin zu konkreten Finanzierungshilfen.

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Experte empfiehlt Gründung einer Weltagrarorganisation

Themen: International,Lebensmittel,Wirtschaft — info @ 13:06

Paris (agrar.de) – Jacques Carles, Mitgründer und leitender Vorsitzender von momagri, empfiehlt die Schaffung einer internationalen Projektgruppe, um die zügige Gründung einer Weltagrarorganisation zur Lösung der aktuellen weltweiten Lebensmittelkrise in die Wege zu leiten.

Die Projektgruppe würde das Fachwissen wichtiger, weltweit agierender und mit dem Thema befasster Organisationen vereinen, darunter die FAO, die Weltbank, den IWF, die UNCTAD, das UNEP, den IFAD und die WTO.

Dies ist eine Entscheidung von grundlegender Bedeutung, die die Konferenz für weltweite Nahrungsmittelsicherheit in Rom treffen muss, damit die Landwirtschaft ihre strategische Rolle im Kampf gegen Armut und beim Umweltschutz zurückerhalten kann.

Die Festlegung einer Weltagrarpolitik ist in der Tat unumgänglich; eine derartige Unterteilung von Verantwortungsbereichen und ein derartiges Desinteresse an der Landwirtschaft kann nicht länger hingenommen werden.

– Wir dürfen nicht vergessen, dass nur 4 Prozent der staatlichen Entwicklungshilfe für die Landwirtschaft bestimmt sind, Hilfeleistungen, die damit weniger als 0,4 Prozent des weltweiten Bruttonationaleinkommens (BNE) ausmachen.

– Wir dürfen nicht vergessen, dass kein Prognosemodell die aktuelle Krise vorhersehen konnte, da keines dieser Modelle auf die Besonderheiten und die bedeutenden Preisschwankungen, die in der Natur der Landwirtschaft liegen, zugeschnitten ist.

– Wir dürfen nicht vergessen, dass die Nahrungsmittelsicherheit von grundlegender Bedeutung für die Zukunft der Menschheit ist und dass wir ein internationales System von Richtlinien auf den Agrarmärkten einführen müssen.

– Und nicht zuletzt dürfen wir uns nicht täuschen lassen: Viele sind der Ansicht, dass die Agrarpreise auf hohem Niveau bleiben werden, während wir uns nur mit einem den Umständen geschuldeten Höchststand konfrontiert sehen. Diese Tatsache konnte im Rahmen unserer Vorstellung des momagri-Modells vor dem Europaparlament am 9. April demonstriert werden.

Die Untersuchung dieser Ergebnisse für die nächsten Jahre zeigt, dass die Fluktuation der Agrarpreise weiter zunehmen wird, vor allem durch Finanzspekulationen.

Da die Wurzel des Problems in der andauernden Unruhe liegt, die die Agrarmärkte beeinträchtigt, stellt sie eine Hauptbedrohung für die weltweite Landwirtschaft dar.

Es ist nun an der Zeit, zu reagieren und die Landwirtschaft von WTO-Verhandlungen abzukoppeln, da der Handel nur 10 Prozent aller Agrarprodukte weltweit umfasst.

Während sich Frankreich auf die EU-Präsidentschaft vorbereitet, wird momagri – die Expertenkommission, die von Pierre Pagesse mitgegründet wurde und deren Vorsitzender er ist – in Kürze die Rahmenbedingungen einer künftigen Weltagrarorganisation, einschliesslich ihrer Gründungsprinzipien und ihrer Organisationsstruktur, vorlegen. Diese sollen der zukünftigen Projektgruppe als Arbeitspapier dienen.

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