12. Juni 2008

Rentenbank erhöht Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken — info @ 13:06

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer hauseigenen Sonderkreditprogramme „Landwirtschaft“, „Junglandwirte“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie „Ländliche Entwicklung“ mit sofortiger Wirkung nominal um durchschnittlich 0,30 Prozentpunkte erhöht. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte und im Sonderkreditprogramm „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv 5,47 Prozent, bei 5 jähriger Zinsbindung 5,63 Prozent.

Die Sonderkredite der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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China produziert das meiste Schweinefleisch

Themen: Agrarstruktur,International,Schweine,Statistik — info @ 11:06

EU folgt mit 22,5 Mio. t auf Rang zwei – Weltweit steigende Nachfrage erwartet
Hannover (agrar.de) – In der Rangfolge der größten Schweinefleischerzeuger der Welt steht China ganz vorn. Mit einer Produktion von 44,7 Mio. Tonnen (t) Schlachtgewicht belegt das Land der Mitte auch in diesem Jahr wieder den ersten Rang unter den wichtigsten Erzeugerländern für Schweinefleisch, berichtet der Landvolk-Pressedienst nach einer Prognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums.

Den zweiten Platz beansprucht nach wie vor die EU, auch wenn die Produktion in diesem Jahr geringfügig um 0,4 Prozent auf 22,5 Mio. t sinken soll. Erst mit großem Abstand folgen die USA mit einer Erzeugung von 10,68 Mio. t, wenngleich die amerikanischen Farmer die Vorjahresproduktion um 7,2 Prozent übertreffen dürften. In Brasilien wird die Schweinefleischerzeugung in diesem Jahr vermutlich ebenfalls ausgeweitet, Experten rechnen mit einer Steigerung um 4,0 Prozent auf 3,11 Mio. t. Und auch für Russland wird eine Produktionssteigerung prognostiziert, und zwar um 6,3 Prozent auf 2,03 Mio. t. Schlachtgewicht.

Für die wichtigsten Erzeugerländer weltweit rechnen die Washingtoner Agrarexperten insgesamt mit einer Produktionssteigerung um 1,5 Prozent auf 97,13 Mio. t, nachdem die Erzeugung dort im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent auf 95,7 Mio. t zurückgegangen war. Im Gegenzug soll auch der weltweite Verbrauch von Schweinefleisch wieder ansteigen. Die Nachfrage soll im laufenden Kalenderjahr in den Ländern mit dem größten Verbrauch insgesamt gut 96,9 Mio. t. erreichen, das wären 1,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. So wird der Verbrauch in China auf 44,6 Mio. t. Schweinefleisch und damit um 1,2 Prozent höher geschätzt als in 2007. In der EU soll die Nachfrage ebenfalls wieder wachsen, wenn auch nur um 0,3 Prozent auf 21,3 Mio. t. Erheblich stärker soll der Schweinefleischkonsum in den USA zulegen, Fachleute rechnen mit einem Wachstum um 4,7 Prozent auf 9,4 Mio. t Schlachtgewicht.

Infolge der weltweit steigenden Nachfrage nach Schweinefleisch erwarten Fachleute auch eine Belebung des internationalen Handels. So sollen die Schweinefleischausfuhren der führenden Exportnationen insgesamt um 6,4 Prozent auf 5,48 Mio. t Schlachtgewicht wachsen. Vom Weltmarkt profitieren sollen dabei insbesondere die USA, die mit fast 1,7 Mio. t rund ein Fünftel mehr Schweinefleisch exportieren könnten als in 2007. Auch die EU wird wahrscheinlich ihre Schweinefleischausfuhren steigern können, vermutlich aber nur um 1,4 Prozent auf 1,3 Mio. t Schlachtgewicht. Neue Absatzchancen sehen Marktexperten insbesondere für deutsches und dänisches Schweinefleisch in China, während Polen neue Märkte in Russland erwachsen dürften, da das dortige Importembargo mittlerweile gefallen ist. Seit der Jahrtausendwende hat die Eu allerdings erhebliche Marktanteile im internationalen Schweinefleischhandel verloren, wovon neben der USA vor allem Brasilien profitieren konnte.

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Niedersachsen: Milchpreis brachte Bewegung in das Sortiment

Themen: Milch,Niedersachsen,Statistik,Verbände — info @ 11:06

Molkereien haben auf Veränderungen am Markt schnell reagiert
Hannover (agrar.de) – Die Preisbewegungen für Milchprodukte, die im Sommer 2007 mit einem kräftigen Plus eingeleitet wurden, haben bei den niedersächsischen Molkereien einige Verschiebungen im Produktionssortiment ausgelöst. Einem Plus in Teilbereichen der Trinkmilchprodukte, Butter sowie Hart- und Schnittkäse stand ein Minus bei Frischprodukten insgesamt sowie auch Weichkäse gegenüber. Eindeutig aber haben sich die Molkereien nach Mitteilung der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen den interessantesten Verwertungen zugewandt, dazu zählen beispielsweise Frischkäsespezialitäten wie Frucht- und Kräuterquark, aber auch Joghurt oder Milchmischgetränke.

Deutlich erhöht hat sich zudem der Versand von Milch in andere EU-Länder und ist damit ein Beleg für die weltweit knappe Milchversorgung im Herbst 2007. Im ersten Quartal 2008 hat sich nach einem Blick in die Statistik der Markt erneut wieder gedreht. In diesem Zeitraum wirkten sich die Preiserhöhungen für Käse und Butter deutlicher aus.

Dass Milch und Milchprodukte begehrt sind, zeigt auch ein Blick auf den Pro-Kopf-Verbrauch, also die Mengen, die im statistischen Durchschnitt jeder Bürger im Jahr ver-zehrt. Diese Menge stieg bei Trinkmilch 2007 nach noch vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorjahr um knapp 1,6 auf 65,8 kg, bei Milchfrischprodukten wurde ein Plus von gut einem auf 30,8 kg ermittelt. Und auch bei Käse, dessen Vielfalt die deutschen Verbraucher immer mehr beigeistert, wurde ebenfalls wieder ein Plus ermittelt, allerdings fällt es mit 0,2 kg etwas bescheidener aus als in den Vorjahren, immerhin hat der Käseverbrauch mittlerweile ein Niveau von 22,2 kg erreicht.

Insgesamt verarbeiteten die 40 niedersächsischen Molkereien mit 4,77 Mio. t Milch den Rohstoff, der auf 13.700 Milcherzeugerbetrieben von 716.000 Milchkühen gemolken wurde. Nach dem deutlichen Preissprung für Milchprodukte im Sommer 2007 im Lebensmitteleinzelhandel haben sich die Erlöse für die Erzeuger seit Jahresanfang wieder deutlich nach unten bewegt. Im Jahresdurchschnitt 2007 erhielt ein Landwirt für seine Milch von den Molkereien 32,82 ct/kg, im ersten Quartal 2008 waren es 34,85 ct/kg, seitdem ist die Tendenz wieder stark fallend. Die Milchpreise liegen heute damit auf einem Niveau wie 1993 mit 30,09 ct/kg und decken bei weitem nicht die deutlich höheren Kosten der Milchviehhalter.

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Bayerische Private Milchwirtschaft warnt vor erneuten Boykotten

Themen: Milch,Verbände — info @ 11:06

München (agrar.de) – Die Bayerische Private Milchwirtschaft reagiert mit Unverständnis auf die Androhung erneuter Lieferboykotte. „Zwangsmaßnahmen sind der falsche Weg! Sie gefährden die Existenz von Unternehmen und Er-zeugern, die bereits durch die Lieferboykotte und Blockaden im Mai und Juni dieses Jahres einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden erlitten haben. Auch die flächendeckende Versorgung der Verbraucher mit Milch und Milchprodukten aus heimischer Erzeugung würde erneut gefährdet. Gleichzeitig erleichtert eine zweite Boykottphase internationalen Wettbewerbern den Markteintritt und auch dies kann gravierende wirtschaftliche Konsequenzen für Molkereiunternehmen und Milcherzeuger haben“, warnt Ulrich Kraut, Präsident des VBPM.

Auf positiven Signalen aufbauen

Die angekündigte bzw. bereits erfolgte Anhebung der Preise für Trinkmilch und Butter durch einzelne Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels sind ein erstes positives Signal. Aktuell führen die Vertreter der Molkereibetriebe intensive Gespräche mit den Handelsunternehmen mit dem Ziel, auch für andere Milch-produkte wie zum Beispiel Käse höhere Preise zu erreichen. Die erzielten Verbesserungen bei den Erlösen werden wie in der Vergangenheit an die Milcherzeuger unverzüglich weitergegeben. Denn die privaten Molkereiunternehmen und Erzeuger verbindet das Interesse, die Milch zu den bestmöglichsten Konditionen zu vermarkten und dabei die schwierige wirtschaftliche Situation der Erzeuger zu verbessern.

Die Molkereiunternehmen können jedoch nur den Milchpreis ausbezahlen, den sie selbst am Markt erzielen. Vor diesem Hintergrund ist ein einheitlicher Basispreis über alle Verwertungslinien nicht einzuhalten. Die Forderung des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter e. V. (BDM), für das Jahr 2008 pauschal mindestens 43 Cent/l Milch als Basispreis an die Milcherzeuger auszuzahlen, ist nicht an den Realitäten des europäischen Marktgeschehens orientiert. So bemisst sich der Milchauszahlungspreis unter anderem daran, welche Preise die Molkereiunternehmen – denn nur diese sind Vertragspartner – in den Verhandlungen mit den Abnehmern (deutscher Lebensmitteleinzelhandel, Industrie- und Exportkunden) durchsetzen können. Ein mit 43 Cent/kg garantierter Durchschnittspreis für 2008 läge mehr als 28 Prozent über dem Er-gebnis in Bayern aus dem Jahr 2007 (34,93 Cent/kg für Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß; zum Vergleich: 28,70 Cent/kg in 2006). Die bisher erreichten Preiserhöhungen, die in Deutschland ca. 17 % der verarbeiteten Milch betreffen, reichen bei Weitem nicht aus, die geforderten 43 Cent/kg zu erzielen. Hinzu kommt, dass nach geltendem Kartellrecht Preisabsprachen generell unzulässig sind.

„Die bayerische Auszahlungsleistung im 1. Halbjahr 2008 übertrifft den durchschnittlichen Auszahlungspreis von 2007 deutlich“, erläutert Susanne Nüssel, Geschäftsführerin des VBPM.

Für einen insgesamt höheren Abgabepreis ist es wesentliche Voraussetzung, dass nicht nur die ca. 40 % der erzeugten Milch, die über den Lebensmitteleinzelhandel vermarktet werden, von Preiserhöhungen betroffen sind. Auch die weiteren 60 %, die über den Export und an die Industrie vermarktet werden, bedürfen einer Preisanpassung. Im zweiten Halbjahr 2008 zeichnen sich unter anderem infolge geräumter Lager höhere Erlöse ab.

Lösungen im Dialog entwickeln

Vor dem Hintergrund des gemeinsamen Interesses von Molkereiunternehmen und Erzeugern muss der partnerschaftliche Dialog an die Stelle von Zwangs-maßnahmen treten. Denn die Gesetze des Marktes können weder durch Liefer-boykotts noch durch Blockaden der Molkereiunternehmen außer Kraft gesetzt werden.

Überlegungen der Milcherzeugerverbände zur Einführung einer Quotensteuerung für die Anpassung der Anlieferungsmenge an den tatsächlichen Bedarf sind aus Sicht des VBPM nur dann umsetzbar, wenn die flexible Mengensteuerung von den Erzeugern mitgetragen und auf europäischer Ebene umgesetzt wird. Durch eine hohe Quotendisziplin, also die Einhaltung der eigenen Betriebsreferenzmenge, können die Milcherzeuger jetzt schon wesentlich dazu beitragen, dass ein geringeres Angebot an Milch entsteht. Somit würde der Abgabepreis zukünftig nicht mehr durch Übermengen negativ beeinflusst.

Eine weitere Forderung des BDM an die Molkereiunternehmen zielt darauf ab, die Einkommenssituation der Erzeuger durch die Erhöhung des Umrechnungsfaktors auf 1,03 statt wie bisher 1,02 zu verbessern. Die Umsetzung würde einer einseitigen nationalen Quotenkürzung gleichkommen. Der Ertrag bleibt aufgrund der tatsächlichen Inhaltsstoffe in der Milch und der daraus hergestellten Produkte gleich. Auch können aufgrund der vergleichsweise geringen Menge (in Deutschland ca. 27 Mio. t) kaum positive Effekte auf den gesamten europäischen Milchmarkt (derzeit ca. 143 Mio. t) haben. Deshalb muss aus Sicht der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft der tatsächliche Nutzen gegenüber dem Aufwand genau abgewogen werden.

Der Vorschlag, Marktentlastende nationale Maßnahmen über eine Umlage bei den Molkereien für jedes angelieferte kg Milch zu finanzieren, wurde in einem vom BDM und von den Molkereiverbänden in Auftrag gegebenen Gutachten ge-prüft. Das Ergebnis liegt allen beteiligten Verbänden bereits vor. Eine derartige Umlage scheint aus EU-rechtlichen Gründen nicht möglich. Es müssen Alternati-ven gesucht werden.

Gemeinsames Ziel muss es sein, im Schulterschluss zwischen Molkereiwirtschaft und Milcherzeugern die Herausforderungen des liberalisierten Milchmarktes, die für das Bundesland Bayern besonders groß sind, erfolgreich anzunehmen und zukunftsfähige Lösungen zu erarbeiten.

Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e. V. vertritt die Interessen der 42 Privatmolkereien in Bayern. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 9.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und verarbeiten über 50 % der in Bayern angelieferten Milch.

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11. Juni 2008

Offener Brief der Milchindustrie an Bundesminister Seehofer

Themen: Milch,Verbände — info @ 18:06

Berlin (agrar.de) – Die deutsche Milchindustrie hat im Zusammenhang mit den Demonstrationen und den Milchlieferboykotten heute den nachstehenden offenen Brief an Bundesminister Seehofer übersandt.

‚Sehr geehrter Herr Bundesminister,
verehrter Herr Seehofer,

die Demonstrationen und Milchlieferboykotte tausender Landwirte in ganz Deutschland haben die Aufmerksamkeit vieler Millionen Bürger und Verbraucher in unserem Land auf ein Problem gelenkt, auf das die Milchindustrie seit langem immer wieder hingewiesen hat:

– den immer massiveren Druck eines globalisierten Marktes auf die regionale, mittelständische Milchindustrie sowie, damit einhergehend,

– den immer massiveren Druck des heimischen Handels auf das Preisgefüge in den Milchregalen.

Im Effekt hat dies dazu geführt, dass Tausende kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe unrentabel wurden und selbst die größeren unter den Milcherzeugerbetrieben erhebliche Schwierigkeiten haben, sich angesichts der derzeitigen, am Markt erzielbaren Rohmilchpreise zu behaupten.

Die deutsche Milchindustrie hat sich lange vor Beginn der Demonstrationen und Boykottaufrufe der Milchbauern massiv für höhere Preise für Milchprodukte eingesetzt. Im Herbst 2007 hat sich gezeigt, dass sie dies – bei entsprechenden Marktgegebenheiten (knappes Angebot – hohe Nachfrage) – auch erreichen konnte.

Vertreter der deutschen Milchindustrie waren, wie Sie wissen, an vorderster Front mit dabei, als es in der vergangenen Woche auf dem Höhepunkt der Protestaktionen der Landwirte angesichts eingetretener Millionenschäden und drohender Versorgungsengpässe darum ging, schnell eine Lösung für die Landwirte zu finden, die gleichzeitig von den Verbrauchern mitgetragen werden kann.

Ihre zunächst signalisierte Bereitschaft hieran mitzuwirken, haben wir dankbar angenommen.

Umso mehr müssen wir heute unsere Irritation und unser tiefes Befremden darüber zum Ausdruck bringen, dass die Politik auf halbem Weg stehen geblieben und bislang weder ihrer Verantwortung gegenüber den deutschen Landwirten, noch gegenüber der deutschen Milchindustrie und den deutschen Verbrauchern gerecht geworden ist.

Seit Donnerstag letzter Woche haben Sie in mehreren öffentlichen Stellungnahmen den Eindruck erweckt, das Problem zu niedriger Erzeugerpreise am deutschen Milchmarkt sei gelöst.

Tatsächlich aber hatte nur eine einzige Einzelhandelskette verbindlich angekündigt, die Preise für genau zwei Produkte (Milch und Butter) um 10 Cent bzw. 20 Cent anzuheben.

So wenig aber wie eine einzige Schwalbe einen Sommer macht, verändert die selektive Preisanhebung einer einzigen Handelskette die existenzielle Situation unserer heimischen Milchwirtschaft. Noch dazu, so lange es sich lediglich um die Preisanhebung bei zwei Produkten handelt, womit weniger als 14 Prozent des Gesamtmarktes an Milchprodukten in Deutschland abgedeckt sind.

Heute, weniger als eine Woche nach der von Ihnen propagierten „Lösung des Milchkampfes“, ist die Zusage eines Teils des deutschen Einzelhandels, die Preise für Milchprodukte zu erhöhen, bereits wieder revidiert – lange bevor sie in den Milchregalen umgesetzt werden konnte und noch länger bevor sie bei der deutschen Milchindustrie und den deutschen Milchbauern angekommen wäre.

Solange die Entschlossenheit und die Durchsetzungskraft für nachhaltige, strukturelle Veränderungen fehlt, wird sich die regionale, mittelständische Milchwirtschaft den Gesetzen eines globalen Marktes unterwerfen müssen.

Sollte aber die politische Entschlossenheit und der Wille zur Durchsetzung veränderter Strukturen noch lange auf sich warten lassen, wird es die regionale Milchwirtschaft in der heutigen Form in Deutschland bald nicht mehr geben, sehr verehrter Herr Minister.

Der Handel – das zeigt sich spätestens seit der Rücknahme seiner wohlfeilen Ankündigungen binnen weniger Stunden – wird ohne ein deutliches politisches Wort und eine konsequente politische Haltung nicht zu einem Beitrag für die Mitgestaltung eines neuen deutschen Milchmarktes zu bewegen sein.

Die Mehrheit der Verbraucher zeigt Dank der intensiven Aufklärung seitens der deutschen Milchwirtschaft Verständnis und ist zur Zahlung höherer Preise für deutsche Qualitätsprodukte im Milchregal bereit.

Und die Milchindustrie erklärt noch einmal, was sie schon lange vor Beginn der Demonstrationen verbindlich zugesagt hat: Jeder Cent, der vom Handel mehr eingenommen wird, geht direkt an die Milchbauern weiter.

In diesem Sinne appellieren wir an Sie, sehr verehrter Herr Bundesminister Seehofer:

– Nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst und führen Sie eine Politik der aufrichtigen und vollumfänglichen Information.

– Stehen Sie offen und uneingeschränkt zur Notwendigkeit höherer Preise für alle heimischen Milchprodukte.

– Setzen Sie sich konsequent und unnachgiebig dafür ein, dass der gesamte deutsche Handel ein neues, dem Wert der Milchprodukte angemesseneres Preisgefüge am Markt durchsetzt.

– Unterstützen Sie die deutsche Milchindustrie bei ihrem Bemühen, faire Preise am Markt zu erzielen und die Zukunft der deutschen Milchwirtschaft zu sichern.

– Der Milchindustrie-Verband war und ist jederzeit zu Gesprächen und Verhandlungen bereit.

Die Situation indes erlaubt es nicht, einen ‚Milchgipfel‘ wie von Ihnen vorgeschlagen, erst wochenlang vorzubereiten, um ihn dann Ende Juni medienwirksam stattfinden zu lassen.

Die Situation erfordert vielmehr unverzügliches Handeln – und genau diesbezüglich setzen wir auf Ihre Unterstützung, verehrter Herr Bundesminister.

Hochachtungsvoll,

Milchindustrie-Verband e. V.
Dr. Karl-Heinz Engel
– Vorsitzender -‚

Der Milchindustrie-Verband e.V. (MIV) repräsentiert mehr als 100 leistungsstarke, mittelständische Unternehmen. Diese stellen mit einem Jahresumsatz von rund 22 Milliarden Euro den größten Bereich der deutschen Ernährungsindustrie dar.

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DBV warnt Handel vor erneutem Preiswettlauf nach unten

Themen: Milch,Verbände — info @ 18:06

„Mogelpackungen“ werden nicht akzeptiert
Berlin (agrar.de) – Nachdem das Unternehmen Aldi zwar die Konsummilch im Gleichklang mit den Wettbewerbern im Preis erhöht hat, nicht aber die Butterpreise, schwenken nunmehr die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels wieder auf den Butterpreis der letzten Woche ein. Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnt den Lebensmitteleinzelhandel vor diesem Hintergrund erneut, in einen Preiswettlauf nach unten einzutreten.

Die Butterkontrakte zwischen Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien werden momentan mit Wirkung zum 1. Juli 2008 neu verhandelt. Der DBV fordert alle Beteiligten auf, diese Verhandlungsrunde zur Erhöhung der Butterpreise auf breiter Basis zu nutzen.

Der DBV hat die jüngsten Milchaktionen der Milchbauern bis vor die Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels getragen und wird auch nicht zögern, dort erneut für die Anliegen der Milchbauern einzutreten. Wer in großen Anzeigen für die Milchbauern eintritt, muss jetzt auch über alle Milchprodukte hinweg handeln. Mogelpackungen wird der DBV nicht akzeptieren.

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DBV lehnt Verschärfung der Nachbauregelung ab

Themen: Handel,Pflanzen,Verbände — info @ 12:06

Pflanzenzüchter kündigen Rahmenregelung
Bonn/Berlin (agrar.de) – Der Bundes­verband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) ist mit dem gegenwärtigen Volumen der Nachbaugebühren nicht einverstanden. Deshalb drängt er auf striktere Regeln bei der Erfassung des Nachbaus und eines höheren Volumens der Nachbaugebühren. Das lehnt der Deutsche Bauernverband (DBV) unter Hinweis auf die entlastenden Vereinbarungen der bestehenden Rahmenregelung ab. Daraufhin hat der Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter die gemeinsam von beiden Organisationen getragene Rahmenregelung zum Nachbau mit Wirkung zum 30. Juni 2008 aufgekündigt. Dies teilte der BDP-Vorsitzende Dr. Kartz von Kameke dem DBV in einem Schreiben vom 05.06.2008 mit.

Der DBV nimmt diese einseitige Kündigung zur Kenntnis. Damit gilt zur Ernte 2009 das gesetzliche Verfahren und Nachbausaatgut wird komplett kostenpflichtig. Die Vereinbarungen der Rahmenregelung, wie die Freistellung von der Zahlung der Nachbaugebühr ab einem Saatgutwechsel von 60 Prozent, entfallen fortan. Doch bleibt die Möglichkeit erhalten, individuelle Vereinbarungen mit dem Sortenschutz­inhaber zu treffen.

Entsprechend der letzten Rechtsprechung beträgt die Nachbaugebühr grundsätzlich
50 Prozent der Z-Lizenz, weitere in der Rahmenregelung vereinbarte Rabatte entfallen. In einem Schreiben an den Vorsitzenden des BDP fordert DBV-Präsident Gerd Sonnleitner den BDP auf, im Sinne der Transparenz und Nachvollziehbarkeit die Höhe der Z-Lizenzen der Sorten offen zu legen. Der DBV wird gemeinsam mit seinen Landesverbänden seine Mitglieder über Umsetzung und konkrete Inhalte des gesetzlichen Verfahrens wie beispielsweise korrekte Auskunftsvoraussetzungen beraten.

Links zum Thema Saatgut und Züchter,
Links zum Thema Verbände.

MV: Zahl der Grundstücksverkäufe zu Marktpreisen um 5,5 Prozent gestiegen

Preisbegünstigte Verkäufe ehemals volkseigener Flächen um 2,0 Prozent gestiegen
Schwerin (agrar.de) – Im Jahr 2007 wechselten in Mecklenburg-Vorpommern 1.947 landwirtschaftliche Grundstücke mit zusammen 18 466 Hektar (ohne Gebäude und ohne Inventar) ihren Besitzer. Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, erhöhte sich zwar damit die Anzahl der Kauffälle gegenüber 2006 um 5,5 Prozent, die lebhaften Bewegungen zurückliegender Jahre wurden jedoch nicht erreicht. Der durchschnittliche Kaufwert je Hektar war mit 4.862 Euro der höchste seit Beginn der Nachweisführung 1991. Der große Abstand zum früheren Bundesgebiet blieb aber erhalten.

Im begünstigten Verkauf ehemals volkseigener Landwirtschaftsflächen wurden außerdem in 187 Fällen zusammen 8.284 Hektar (+ 2,0 Prozent) privatisiert.

Der Verkauf landwirtschaftlicher Grundstücke zum Verkehrswert erfolgte 2007 im Gesamtvolumen von 18.495 Hektar für zusammen 90,1 Millionen EUR. Allein auf Veräußerungsfälle ohne Gebäude und ohne Inventar entfielen dabei in 1.947 Fällen 18.466 Hektar für zusammen 89,8 Millionen Euro. Damit lag ihre Anzahl zwar über dem Durchschnitt seit 2005, verfehlte aber bei weitem die Kaufaktivitäten in den Jahren davor (z. B. 2000: 3.276 Veräußerungsfälle).

Der durchschnittliche Kaufwert erhöhte sich gegenüber 2006 um 5,3 Prozent auf bisher nicht erreichte 4.862 Euro je Hektar, dennoch hat sich der Abstand zum früheren Bundesgebiet kaum verringert. Dort wurde 2006, aktuelle Angaben liegen noch nicht vor, der Hektar für durchschnittlich 15.941 Euro veräußert, in den neuen Ländern für 4 040 EUR. Die höchsten Kaufwerte wurden mit 25.973 Euro je Hektar in Nordrhein-Westfalen, die niedrigsten mit 2.729 Euro je Hektar in Brandenburg erzielt.

Die Größe der je Kauffall veräußerten Fläche im Jahr 2007 entsprach mit 9,48 Hektar dem Durchschnitt seit 1991. Damit werden in Mecklenburg-Vorpommern bundesweit die jeweils größten Flächen verkauft. Im Jahr 2006 betrug in Westdeutschland die Durchschnittsgröße 1,5 Hektar und in Ostdeutschland 4,8 Hektar. An der Gesamtfläche der Verkäufe in Deutschland hatte Mecklenburg-Vorpommern 2006 einen Anteil von 18,5 Prozent, an den Verkäufen in den neuen Bundesländern von 31,1 Prozent.

Der preisbegünstigte Verkauf ehemals volkseigener DDR-Landwirtschaftsflächen nach dem Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz (EALG) bewegte sich 2007 bei einem durchschnittlichen Kaufpreis von 3.339 Euro je Hektar um ein Viertel wertmäßig über dem Niveau des Vorjahres (2.659 Euro). Insgesamt wurden seit 1997, dem Inkrafttreten des Gesetzes, 105.666 Hektar dieser Flächen veräußert. Damit beläuft sich der Erfüllungsstand der Privatisierung nach dem EALG Ende 2007 auf rund 65 Prozent.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

10. Juni 2008

BDP beendet die Rahmenregelung Saat- und Pflanzgut

Themen: Getreide,Handel,Kartoffeln,Pflanzen,Verbände — info @ 16:06

Bonn (agrar.de) – Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) hat die am 8. Juli 2003 mit dem Deutschen Bauernverband e.V. (DBV) vereinbarte „Rahmenregelung Saat- und Pflanzgut“ beendet und den DBV zeitnah darüber informiert. Damit gilt unabhängig vom Saatgutwechsel die gesetzliche Nachbaugebühr in Höhe von 50 Prozent der Z-Lizenzgebühr. Die bekannte Erhebung mittels Fragebogen bleibt unverändert.

Die Rahmenregelung Saat- und Pflanzgut hatte durch mehrere Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesgerichtshofes ihre Vorzüglichkeit eingebüßt und ist damit nicht länger geeignet, den Züchtungsfortschritt zu sichern und den Z-Saatgutwechsel zu steigern. Der von beiden Verbänden bei Abschluss der Rahmenregelung verfolgte Zweck wird damit nicht mehr erfüllt. „Auf diesen Umstand haben wir den DBV in den vergangenen zwei Jahren wiederholt aufmerksam gemacht und dabei auch die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Rahmenregelung aufgeworfen. Die Suche nach einem vereinfachten Erhebungsmodell ist lediglich am politischen Widerstand des Bauernverbandes gescheitert, “erklärte Dr. Ferdinand Schmitz, Geschäftsführer im BDP.

Schon jetzt wählt etwa die Hälfte der Landwirte das gesetzliche Verfahren. Diese Entwicklung greift der BDP mit der Beendigung des Rahmenabkommens auf. Die gesetzliche Regelegung stellt die Beziehung zwischen Züchter und Landwirt stärker in den Vordergrund. Die Stärkung dieser Beziehung wurde vom DBV immer wieder gefordert.

Der Nachbau macht fast 50 Prozent der Anbaufläche aus. „Für nahezu jede zweite Getreide und Kartoffelpflanze auf deutschen Äckern wird keine Z-Lizenz gezahlt. Daher spielt das Entgelt für die Wiederaussaat eine entscheidende Rolle für den Züchtungsfortschritt, “erläutert Dr. Schmitz. Die rückläufigen Einnahmen decken nicht annähernd die stark angestiegenen Entwicklungskosten von rund 3 Mio. Euro für eine neue Sorte. „Gerade in Tagen, in denen Preise ein zufrieden stellendes Niveaus erreichen, wissen Landwirte, wie wichtig der Züchtungsfortschritt ist. Wir werden Überzeugungsarbeit leisten, dass Landwirte flächendeckend Nachbaugebühren zahlen und setzen auf ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Züchtern und Landwirten in der Zukunft. Denn Sortenschutz ist Leistung für die Zukunft, “ so Dr. Schmitz.

Der BDP wird seine Mitglieder auffordern, dem Anliegen der Landwirte nach Transparenz der Z-Lizenz vor der Aussaat nachzukommen.

Links zum Thema Saatgut und Züchter,
Links zum Thema Verbände.

NRW: 3 000 landwirtschaftliche Grundstücke wurden 2007 verkauft

Themen: Nordrhein-Westfalen,Pacht&Besitz,Statistik — info @ 09:06

Düsseldorf (agrar.de) – 2007 wurden in Nordrhein-Westfalen nahezu 3.000 landwirtschaftliche Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 5.700 Hektar verkauft; die Gesamtkaufsumme lag bei 154 Millionen Euro. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, ergibt sich daraus rein rechnerisch ein durchschnittlicher Kaufwert von 26 750 Euro je Hektar (oder 2,70 Euro je Quadratmeter) landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Gegenüber dem Jahr 2006 stieg die Zahl der Veräußerungsfälle um 24,3 Prozent, die insgesamt veräußerte Fläche erhöhte sich um 33,1 Prozent und der Gesamtwert um 37,1 Prozent. Der durchschnittliche Kaufwert je Hektar war um 777 Euro oder 3,0 Prozent höher als im Vorjahr.

Außer im Regierungsbezirk Arnsberg (-29,2 Prozent) wurden 2007 in den Regierungsbezirken mehr landwirtschaftliche Grundstücke veräußert als ein Jahr zuvor. Bei den Verkäufen wurden im Regierungsbezirk Düsseldorf mit 32 000 Euro je Hektar die höchsten, im Regierungsbezirk Detmold mit knapp 20 000 Euro die niedrigsten durchschnittlichen Kaufwerte erzielt.

In der Statistik werden alle Verkäufe von landwirtschaftlich genutzten Flächen ab 0,1 Hektar erfasst, bei denen angenommen werden kann, dass sie in absehbarer Zeit weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
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