19. Juni 2008

BBV: Milchpreise neu verhandeln

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:06

Sonnleitner fordert von Seehofer ergänzende politische Maßnahmen
München (agrar.de) – Der Bayerische Bauernverband erhöht den Druck auf Lebensmitteleinzelhandel und Milchwirtschaft. In einem Gespräch mit dem Milchindustrieverband am Dienstag forderte Bauernpräsident Sonnleitner die Milchwirtschaft auf, die gesamte Milchproduktpalette mit dem Lebensmitteleinzelhandel neu zu verhandeln.

Vom Milchgipfel, zu dem Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer gestern eingeladen hatte, erwartete sich Sonnleitner, dass die Position der Milchbauern und ihrer Molkereien gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel politisch gestärkt würden. Er forderte Bundesminister Seehofer auf, sich bei der Überprüfung der EU-Agrar­politik nachhaltig für die Interessen der deutschen Milchbauern einzusetzen. Sowohl die Begleitmaßnahmen vor allem für Grünlandregionen als auch die deutliche Entlastung wie zum Beispiel bei Agrardiesel und Unfallversicherung seien dringendst anzugehen.

Sonnleitner warnte den Lebensmitteleinzelhandel, in einen Preiswettlauf nach unten einzutreten. Die Butterkontrakte zwischen Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien werden momentan mit Wirkung zum 1. Juli 2008 neu verhandelt. Der Bauernverband forderte alle Beteiligten auf, diese Verhandlungsrunde zur Erhöhung der Butterpreise auf breiter Basis zu nutzen.

Der Bauernverband hat die jüngsten Milchaktionen der Milchbauern bis vor die Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels getragen und werde auch nicht zögern, dort erneut für die Anliegen der Milchbauern einzutreten. „Wer in großen Anzeigen für die Milchbauern eintrete, muss jetzt auch über alle Milchprodukte hinweg handeln. Mogelpackungen werden wir nicht akzeptieren“, sagte Sonnleitner.

Der Bauernpräsident kündigte an, dass die Milcherzeuger auch selbst einen Beitrag leisten wollten, die schlechte Erlössituation am Milchmarkt mitzuverändern. Insbesondere durch verbindlichere Zusammenschlüsse bei der Milchvermarktung und aktives Marktmanagement könne der Milchmarkt seitens der Bauern positiv beeinflusst werden.

Sonnleitner appellierte auch an die Eigenverantwortung und konsequente Quotendisziplin. Um die Milchmenge am Markt in den Griff zu bekommen und einen besseren Preis über Angebot und Nachfrage nachhaltig zu beeinflussen, fordern der Verband der Milcherzeuger Bayern und der Bayerische Bauernverband strengste Quotendisziplin. „Dieses Ziel können die Milchbauern mit ihrer Unterschrift unterstützen. Sie erklären sich bereit, ab sofort für das laufende Milchwirtschaftsjahr Quotendisziplin zu halten. Deutschlandweit solle nur die produzierte Milch abgeholt werden, die über die betriebseigene Quote abgedeckt ist. Die Politik wird aufgefordert, die 10-prozentige Saldierungsmöglichkeit abzuschaffen“, sagte Sonnleitner. Dazu führten derzeit die BBV-Ortsverbände eine Unterschriftenaktion durch.

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