30. Juni 2008

Sonnleitner fordert Kostenentlastungsprogramm

Deutscher Bauerntag 2008 wird Entschließung verabschieden
Berlin (agrar.de) – Die deutschen Bauern werden von einer „regelrechten Kostenlawine“ überrollt. Zwar erzielen sie mit einigen Produkten höhere Erlöse, doch stiegen die Kosten innerhalb eines Jahres exorbitant. Kostenexplosionen innerhalb des Zeitraumes April 2007 bis April 2008 belasteten die Betriebe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes besonders bei Düngemitteln mit
70 Prozent, bei Futtermitteln mit 40 Prozent, bei Saatgut mit 25 Prozent und Energie mit
18 Prozent. Deshalb kündigte der Präsident des Deutschen Bauern­verbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, zum Auftakt des Deutschen Bauerntages 2008 in Berlin vor Journalisten an, dass die Delegierten des Bauerntages ein Kostenentlastungsprogramm von der Bundesregierung einfordern werden.

In der Entschließung des Bauerntages wird die Bundesregierung aufgefordert, ein Kosten-entlastungsprogramm zur wirtschaftlichen Stärkung der deutschen Landwirtschaft im internationalen Wettbewerb aufzulegen. In fünf Bereichen wird danach dringender Handlungsbedarf gesehen. So müsse die Besteuerung von Agrardiesel in Deutschland endlich an die europäischen Nachbarstaaten angepasst werden. Gefordert wird, den Steuersatz auf den von Heizöl zu senken. In Deutschland wird auf Agrardiesel eine Steuer von durchschnitt-lich 40 Cent pro Liter erhoben. In Dänemark zahlen die Bauern dagegen nur 3,2 Cent, in den Niederlanden 5 Cent, in Großbritannien 6 Cent und in Italien 8,9 Cent. Die französischen Bauern müssen auf Agrardiesel überhaupt keine Steuern zahlen. „Mit 800 Millionen Euro Steuern auf Agrardiesel wird die deutsche Landwirtschaft im Wettbewerb unverhältnismäßig stark belastet. Dies ist im europäischen Vergleich unerträglich und erdrückend“, erklärte Sonnleitner auf der Pressekonferenz.

Auch bei Eiweißfuttermitteln erleben die Schweine-, Rinder- und Geflügelhalter extreme Wettbewerbsverzerrungen durch eine praxisfremde Nulltoleranz bei importierten Futtermitteln. Wenn in Schiffen aus Südamerika technisch unvermeidbare kleinste Spuren von in der EU noch nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Soja-Futtermitteln gefunden werden, müssen die Schiffe ungelöscht abgewiesen werden. Da jedoch die deutschen und europäischen Tierhalter auf importierte Eiweißfuttermittel angewiesen sind, wird diese Nulltoleranz das Angebot derart verringern, dass die Preise unverhältnismäßig steigen werden. Sonnleitner befürchtet, dass dadurch erhebliche wirtschaftliche Probleme auf die Schweine-, Rinder- und Geflügelhalter in den kommenden Monaten zukommen werden.

Auch im Steuerrecht kann es hilfreiche Kostenentlastungen geben. So schlägt Sonnleitner die Möglichkeit vor, eine Risikoausgleichsrücklage in der Bilanz zu bilden. „Auf die gestiegenen Witterungs-, Seuchen- und Marktrisiken muss die deutsche Landwirtschaft mit einer größeren Eigenvorsorge reagieren. Dies ist auch im Interesse der Verbraucher zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit“. In der Agrarsozialpolitik habe man durch eine Reform der landwirt-schaftlichen Unfallversicherungen Einsparungen erreicht. Diese müssten aber auch bei den Betrieben ankommen. Dazu sei es notwendig, den Bundeszuschuss von 200 Millionen Euro über das Jahr 2009 hinaus zur Verfügung zu stellen.

In dem Kostenentlastungsprogramm des DBV wird schließlich ein konsequenter Abbau der kostenaufwändigen Bürokratie gefordert. Die Bürokratielasten seien für die Landwirte mittlerweile „ins Unerträgliche“ gewachsen, stellte der DBV-Präsident fest. Dies gelte von Cross Compliance innerhalb der EU-Agrarpolitik bis hin zur nationalen Umsetzung des Umweltgesetzbuches. Von dem vor zwei Jahren auf der Mitgliederversammlung des DBV in Magdeburg vorgestellten „Schwarzbuch“ zum Bürokratieabbau sei manches erreicht worden, einiges aber noch unerledigt geblieben.

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27. Juni 2008

Hausschlachtungen in Mecklenburg-Vorpommern

Themen: Fleisch,Mecklenburg-Vorp.,Statistik,Tiere — info @ 12:06

Schwerin (agrar.de) – Traditionell gehören Hausschlachtungen zum Landleben. An der Fleischerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern haben sie einen mengenmäßig zwar bescheidenen, dennoch aber stabilen Anteil von durchschnittlich 2 Prozent. Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, wurden im Jahr 2007 nur 0,9 Prozent der Rinder, aber 3,0 Prozent der Schweine und 6,1 Prozent der Schafe nicht gewerblich geschlachtet. Bei Ziegen und Pferden liegt dieser Anteil wesentlich höher.

Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich die Anzahl der Hausschlachtungen, sicher auch zur Pflege des ländlichen Brauchtums, weniger wohl aus materiellen Gründen der Selbstversorgung der Familie des Viehhalters, weitgehend stabilisiert. Ihr Anteil an den Gesamtschlachtungen liegt seitdem bei 2,5 Prozent, ist jedoch vor allem abhängig von der Tierart. Im Jahr 2007 wurden landesweit 12.941 Schweine (3,0 Prozent aller Schlachtungen), 1.368 Rinder (0,9 Prozent), 103 Kälber (1,7 Prozent), 1.434 Schafe (6,1 Prozent), 178 Ziegen (35,5 Prozent), aber auch 15 Pferde über Hausschlachtungen der Verwertung zugeführt.

Die Schlachtmenge aus den Hausschlachtungen in Mecklenburg-Vorpommern betrug 2007 rund 1.700 Tonnen Fleisch; das entspricht einem Anteil von 1,9 Prozent an der gesamten Fleischerzeugung von 86.865 Tonnen, Geflügelfleisch ist dabei nicht berücksichtigt. Nach Tierarten waren das u. a. 1.218 Tonnen Schweinefleisch (3,0 Prozent der Gesamtschlachtmenge) und 407 Tonnen Rindfleisch (0,9 Prozent).

Die Bedeutung der Hausschlachtungen wurde in den zurückliegenden Jahrzehnten auch von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen in Ostdeutschland beeinflusst. Hatten sie in den 1970er Jahren noch einen Anteil von rund 5 Prozent an der Fleischerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern, so verringerte sich dieser bis 1989 auf 0,5 Prozent. Hohe staatliche Aufkaufpreise in den letzten Jahren der DDR-Planwirtschaft für privat gemästete Tiere, insbesondere Schweine, ließen das wirtschaftliche Interesse an Hausgeschlachtetem beträchtlich sinken. Der Preisverfall und die Abschaffung der Aufkaufgarantie durch die Schlachthöfe unmittelbar nach Einführung der Marktwirtschaft bei noch teils beträchtlichen privaten Tierbeständen führten jedoch wieder zu einer kurzzeitigen Belebung der Hausschlachtungen. So wurden 1991 mehr als 7 Prozent der Schweine nicht gewerblich geschlachtet. In den Jahren darauf sank dieser Wert, offensichtlich auch in Abhängigkeit vom schnell wachsenden Lebensstandard und vom allgemeinen Rückgang der Viehhaltung im Land, auf unter 2 Prozent.

Unter Hausschlachtung ist eine Schlachtung außerhalb gewerblicher Schlachtstätten zu verstehen, wobei das durch Schlachtung gewonnene Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt des Tierbesitzers verwendet wird. Im weiteren Sinne gehören auch so genannte Lohnschlachtungen dazu, die für den privaten Tierhalter im Schlachtbetrieb stattfinden.

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26. Juni 2008

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 11:06

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 570 angebotenen Schweinen alle Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,66 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,65 Euro bis 1,66 Euro verkauft.

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23. Juni 2008

Rheinland-Pfalz: Siedlungs- und Verkehrsflächen dehnen sich weiter aus

Täglicher Zuwachs entspricht der Größe von acht Fußballfeldern
Bad Ems (agrar.de) – Die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Rheinland-Pfalz hat einen neuen Höchststand erreicht. Ende 2007 nahm sie nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2.807 Quadratkilometer ein, das waren 14,1 Prozent der insgesamt 19.853 Quadratkilometer umfassenden Landesfläche. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre wuchsen neue Baugebiete, Gewerbeflächen, Freizeitanlagen und Verkehrswege Tag für Tag um 6,1 Hektar – das entspricht etwa der Fläche von acht Fußballfeldern. Damit hält die landläufig als »Flächenverbrauch« bezeichnete Inanspruchnahme von Grund und Boden für Siedlungszwecke unvermindert an. Wird dem von der Bundesregierung im Jahr 2002 formulierten Nachhaltigkeitsziel – Senkung des Flächenverbrauchs bis 2020 um drei Viertel – entsprochen, so dürften in Rheinland-Pfalz dann nur noch höchstens 1,5 Hektar pro Tag in Anspruch genommen werden.

Der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche liegt in Rheinland-Pfalz, vor allem aufgrund des außerordentlich dichten Netzes von Straßen und Wegen, über dem Bundeswert von 13 Prozent (2006). Neben den 1.233 Quadratkilometern Verkehrsflächen beanspruchen die Gebäude- und Freiflächen mit 1.169 Quadratkilometern – darunter 587 Quadratkilometer für Wohnzwecke – den meisten Platz. Auch vorwiegend unversiegelte Grünflächen im Siedlungsbereich wie Gärten, Parks, Sportflächen und Friedhöfe (346 Quadratkilometer) zählen zur Siedlungs- und Verkehrsfläche.

Die meisten Siedlungsflächen wurden früher landwirtschaftlich genutzt. So gingen der Landwirtschaft allein in den vergangenen knapp 20 Jahren 472 Quadratkilometer verloren (minus 5,3 Prozent). Sie hat heute mit 8.373 Quadratkilometern nur noch ein maximal nutzbares Areal von 42,2 Prozent der Landesfläche zur Verfügung; damit zählt Rheinland-Pfalz zusammen mit Hessen zu den Schlusslichtern in Deutschland. Indessen hat auch die Forstwirtschaft durch Aufforstungen vom Rückgang der Landwirtschaftsfläche profitiert. Die Wälder und Gehölzgruppen erstrecken sich auf 8.288 Quadratkilometer und bedecken 41,7 Prozent der Landesfläche. Im Gegensatz zu den oftmals sehr hochwertigen Böden, die an Ortsrändern für Neubaugebiete aufgegeben wurden, sind die Böden der aufgeforsteten Flächen vergleichsweise ertragsarm. Die Flächen, welche die Landwirtschaft an den Forst abgibt, fallen daher ökonomisch für die Landwirtschaft weniger ins Gewicht als die neuen Siedlungs- und Verkehrsflächen. Hält die »Flächenwanderung« von der Land- zur Forstwirtschaft in diesem Maße an, könnte Rheinland-Pfalz in etwa drei Jahren das erste Flächenland in Deutschland mit mehr Wald- als Landwirtschaftsfläche sein.

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21. Juni 2008

Österreich: Offenlegung der Agrarförderung im Internet

Ab Montag (23. Juni) wird im Internet genau nachzulesen sein, welche Bauern und Firmen in Österreich wie viel an Agrarförderungen bekommen haben. Wie das dortige Landwirtschaftsministerium ankündigte, werden sämtliche Agrar- und Umweltzahlungen auf einer eigenen Internet-Seite, der sog. Transparenzdatenbank, offengelegt.

Landwirtschaftsminister Pröll kündigte an, es würden nicht nur die Summen der Direktzahlungen an die einzelnen Betriebe veröffentlicht, sondern auch die Leistungen, die die Bauern dafür erbracht würden. Die Transparenzdebatte dürfe sich nicht allein auf die Landwirtschaft beschränken, so Pröll. Er werde daher auch die Förderungen im Umweltbereich offenlegen und hoffe, dass andere Bereiche folgen werden.

Die Landwirtschaftsminister der 27 EU-Länder hatten im Herbst die verpflichtende Offenlegung der Empfänger von EU-Agrarförderungen ab 2009 beschlossen.

In Österreich wurden Pressemitteilungen zufolge 2006 Agrarförderungen insgesamt in Höhe von ca. 1,6 Mrd. Euro an rund 144.000 Betriebe ausgeschüttet. Zehn Betriebe erhalten dabei mehr als 300.000 Euro pro Jahr, rund 700 Betriebe bekommen mehr als 72.000 Euro.

In Deutschland wurden bislang lediglich Listen der größten Beihilfeempfänger in Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg veröffentlicht. Andere EU-Staaten stellen dagegen schon länger Informationen über die Empfänger von Agrarförderungen ins Netz. Das Meldeverhalten und die Zahlen aller EU-Staaten dokumentiert die Internetseite FarmSubsidy.org. Auch die EU informiert auf einer eigenen Seite über Statistiken zu Agrarsubventionen.

Lesen Sie auch: Empfänger von EU-Agrarzahlungen in Deutschland

Links zum Thema EU und Landwirtschaft,
Links zum Thema Förderung.

19. Juni 2008

DBV-Positionen zum Milchmarkt und zur Milchpolitik

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:06

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, und DBV-Milchpräsident Udo Folgart haben im Rahmen des Milchgipfels im Bundeslandwirtschafts¬ministerium Agrarminister Horst Seehofer die Vorschläge des Bauernverbandes zum Milchmarkt und zur Milchpolitik unterbreitet. Die Positionen des DBV
lauten:

Rund 100.000 deutsche Milchbauern tragen den wichtigsten Zweig der Agrar- und Ernährungswirtschaft (ca. 29 Mio. Tonnen Milcherzeugung, Umsatz auf Landwirtschaftsebene ca. 10 Mrd. Euro). Die wirtschaftliche Situation der Milcherzeuger ist aber nach wie vor völlig unbefriedigend und das Zusammenspiel der Marktpartner (Molkereien und Landwirtschaft sowie Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien) ist gestört.

Deshalb fordert der Deutsche Bauernverband massiv,

– kurzfristig auf dem Milchmarkt eine Trendwende zum Positiven abzusichern,
– mittel- und langfristig das Zusammenspiel zwischen Milcherzeugern und Molkereiwirtschaft auf eine verlässliche Grundlage zu stellen,
– Entscheidungen in der europäischen und deutschen Politik herbeizuführen, die den deutschen Milcherzeugen eine klare Perspektive eröffnen.

1. Zu den kurzfristigen Maßnahmen auf dem Milchmarkt

Lebensmitteleinzelhandel und Molkereiwirtschaft müssen zu verlässlichen und marktorientierten Abschlüssen bei den diesjährigen Listungsgesprächen bewegt werden (für Butter muss dies in der nächsten Woche erreicht werden; evtl. Wiederaufnahme der Aktionen vor LEH). Vor allem das eklatante Ungleichgewicht zwischen dem konzentrierten Lebensmitteleinzelhandel und der mittelständischen Molkereiwirtschaft, hat sich für die deutschen Milcherzeuger zu einem hohen existenzbedrohlichen Risiko entwickelt. Auch das Kartellamt ist deshalb gefordert.

2. Zum Zusammenspiel von Molkerei- und Milcherzeugern
Die Molkereiwirtschaft muss sich für kommende Listungsverhandlungen durch die Vereinbarung kartellrechtlich möglicher Anbietergemeinschaften (kurzfristig) und strukturelle Veränderungen (mittelfristig) wetterfester machen.

Mittel- und langfristig ist es notwendig, auf Erzeugerebene und in allen Molkereien ein flexibles Marktmanagement zwischen Molkereien und liefernden Erzeugern zu vereinbaren. Dazu muss

– die Lieferbeziehung zwischen Molkereien und Milcherzeugern vertraglich neu geregelt werden (Preis- und Mengenkomponente),
– eine Feinsteuerung in jeder Molkerei etabliert werden, um auf veränderte Marktverhältnisse bereits in der Milcherzeugung (und nicht nur in der Milchverwertung) reagieren zu können,
– regelmäßig die Marktlage bei Milch umfassend zu ermitteln und in unternehmerische Entscheidungen der Molkereien wie der milcherzeugenden Landwirte umzusetzen.

3. Zu den politischen Rahmenbedingungen
Der DBV geht weiterhin davon aus, dass die EU-Milchquote im Jahre 2015 ausläuft. Deshalb sind heute sowohl auf europäischer wie auf nationaler Ebene wichtige politische Entscheidungen notwendig, um ein verlässliches Begleitprogramm für die Milchbauern abzusichern.

a) In Brüssel muss
– jede marktwidrige Aufstockung der EU-Milchquote im Rahmen des Health Check verhindert werden,
– bei den WTO-Verhandlungen der EU-Außenschutz weiter bestehen und ein internes Sicherheitsnetz nach unten erhalten bleiben,
– ein langfristig abgesicherter und eigenständig finanzierter Milchfonds zur Unterstützung der Milchbauern noch in diesem Jahr durchgesetzt werden (250 – 300 Mio. Euro pro Jahr in Deutschland).

Dieser Fonds hat zwei Schwerpunkte:
1. gesonderte Direktzahlungen an Milcherzeuger, die unter schwierigeren Bedingungen wirtschaften (u. a. Grünlandprämie),
2. Auflösung des Staus bei der investiven Förderung von Milcherzeugerbetrieben.

Einseitige Belastungen der deutschen Milchbauern innerhalb der EU, etwa durch eine neuerliche Abgabenregelung oder die faktische Schmälerung ihrer Einkommens¬basis (neuer Umrechnungsfaktor) werden (auch wegen ihrer Unwirksamkeit am Markt) abgelehnt. Hinsichtlich der Saldierungsmöglichkeiten darf es keine voreiligen Änderungen geben. Allerdings sollte eine Detailprüfung erfolgen.

b) Bund und Länder müssen
– kurzfristig das auf EU-Ebene abzusichernde Begleitprogramm Milch durch- und umsetzen,
– ein Kostenentlastungsprogramm für Milchbauern (wie für alle anderen Bauern) in Angriff nehmen, um den extrem gestiegenen Belastungen (Energie, Futtermittel, Maschinen, Anlagen, usw.) wie auch den Risiken größerer Markschwankungen zu begegnen.

Dazu ist es notwendig,
– die Dieselbesteuerung kurzfristig auf das niedrige europäische Niveau zu senken,
– den gestiegenen Risiken durch Klima, Tierseuchen aber auch volatilerer Märkte durch die Gewährung einer bilanziellen Schwankungsrücklage zu begegnen,
– den Kostenanstieg bei Eiweißfuttermitteln durch rasche Lösung der GVO-Problematik zu bremsen,
– bei allen Tierseuchen eine flächendeckende Unterstützung zu gewähren (Durchführung der Impfungen, Ausgleich für Markt- und Tierverluste, usw.).

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BBV: Milchpreise neu verhandeln

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:06

Sonnleitner fordert von Seehofer ergänzende politische Maßnahmen
München (agrar.de) – Der Bayerische Bauernverband erhöht den Druck auf Lebensmitteleinzelhandel und Milchwirtschaft. In einem Gespräch mit dem Milchindustrieverband am Dienstag forderte Bauernpräsident Sonnleitner die Milchwirtschaft auf, die gesamte Milchproduktpalette mit dem Lebensmitteleinzelhandel neu zu verhandeln.

Vom Milchgipfel, zu dem Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer gestern eingeladen hatte, erwartete sich Sonnleitner, dass die Position der Milchbauern und ihrer Molkereien gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel politisch gestärkt würden. Er forderte Bundesminister Seehofer auf, sich bei der Überprüfung der EU-Agrar­politik nachhaltig für die Interessen der deutschen Milchbauern einzusetzen. Sowohl die Begleitmaßnahmen vor allem für Grünlandregionen als auch die deutliche Entlastung wie zum Beispiel bei Agrardiesel und Unfallversicherung seien dringendst anzugehen.

Sonnleitner warnte den Lebensmitteleinzelhandel, in einen Preiswettlauf nach unten einzutreten. Die Butterkontrakte zwischen Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien werden momentan mit Wirkung zum 1. Juli 2008 neu verhandelt. Der Bauernverband forderte alle Beteiligten auf, diese Verhandlungsrunde zur Erhöhung der Butterpreise auf breiter Basis zu nutzen.

Der Bauernverband hat die jüngsten Milchaktionen der Milchbauern bis vor die Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels getragen und werde auch nicht zögern, dort erneut für die Anliegen der Milchbauern einzutreten. „Wer in großen Anzeigen für die Milchbauern eintrete, muss jetzt auch über alle Milchprodukte hinweg handeln. Mogelpackungen werden wir nicht akzeptieren“, sagte Sonnleitner.

Der Bauernpräsident kündigte an, dass die Milcherzeuger auch selbst einen Beitrag leisten wollten, die schlechte Erlössituation am Milchmarkt mitzuverändern. Insbesondere durch verbindlichere Zusammenschlüsse bei der Milchvermarktung und aktives Marktmanagement könne der Milchmarkt seitens der Bauern positiv beeinflusst werden.

Sonnleitner appellierte auch an die Eigenverantwortung und konsequente Quotendisziplin. Um die Milchmenge am Markt in den Griff zu bekommen und einen besseren Preis über Angebot und Nachfrage nachhaltig zu beeinflussen, fordern der Verband der Milcherzeuger Bayern und der Bayerische Bauernverband strengste Quotendisziplin. „Dieses Ziel können die Milchbauern mit ihrer Unterschrift unterstützen. Sie erklären sich bereit, ab sofort für das laufende Milchwirtschaftsjahr Quotendisziplin zu halten. Deutschlandweit solle nur die produzierte Milch abgeholt werden, die über die betriebseigene Quote abgedeckt ist. Die Politik wird aufgefordert, die 10-prozentige Saldierungsmöglichkeit abzuschaffen“, sagte Sonnleitner. Dazu führten derzeit die BBV-Ortsverbände eine Unterschriftenaktion durch.

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Bioland fordert Milchpolitik im Sinne einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung

Themen: Milch,Verbände — info @ 13:06

Verband: Quotenausstieg verschärft Strukturwandel in der Milchviehhaltung
Berlin/Mainz (agrar.de) – Anlässlich des heutigen Milchgipfels kritisiert Bioland die einseitig weltmarktorientierte und unausgewogene Milchpolitik innerhalb der EU. „Für die Probleme, die mit einer weiteren Erhöhung der Milchlieferquoten um 5 Prozent bis 2014 und dem geplanten Quotenausstieg verbunden sind, gibt es noch immer keine geeigneten Lösungsansätze von Mitgliedstaaten und EU-Kommission.“, so Thomas Dosch.

Eine kohärente, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik, die Marktinteressen, Umwelt- und Tierschutzziele sowie die Entwicklung von Grünlandregionen in Einklang bringt, ist derzeit nicht in Sicht. Ein Quotenausstieg ohne Alternative würde den Strukturwandel in der Milchviehhaltung dramatisch verschärfen und erhebliche negative wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen in vielen Regionen Deutschlands mit sich bringen. Ohne flächendeckende Landwirtschaft mit einer bäuerlichen Milchviehhaltung sind die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung, wie sie in der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung festgehalten sind, nicht zu erreichen.

Dosch begrüßte die von Bundesminister Seehofer signalisierte Bereitschaft, über das heutige Treffen mit dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter und dem Deutschen Bauernverband hinaus den Dialog mit weiteren berufständischen Vertretungen und der Milchwirtschaft fortzusetzen.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 10:06

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 840 angebotenen Schweinen, 480 Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,63 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,62 Euro bis 1,63 Euro verkauft.

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Landvolk: Wettbewerbsverzerrung beim Agrardiesel muss weg

Steuerbelastung der deutschen Landwirte höher als bei Berufskollegen im Ausland
Hannover (agrar.de) – Die Dringlichkeit einer wettbewerbsgerechten Energiebesteuerung spitzt sich auf den Höfen aufgrund der steigenden Kraftstoffkosten ganz erheblich zu. Das Landvolk Niedersachsen fordert daher die Einführung des grünen Agrardiesels. Die deutschen Landwirte werden immer noch mit wesentlich höheren Energiesteuern belastet, als ihre Berufskollegen in den Nachbarländern. Beispielsweise wurde in Frankreich gerade ein Agrardieselsteuersatz von 5,5 Cent je Liter (l) Diesel aus Gründen der hohen Energiekosten fortgeschrieben. In Deutschland beträgt der Agrardieselsteuersatz grundsätzlich 25,56 Cent je Liter. Mit der Beschränkung der Agrardieselvergütung ab dem Jahr 2005 auf 10.000 l unter Abzug von 350 Euro Selbstbehalt ist die durchschnittliche Steuerbelastung jedoch noch weiter auf 40 Cent je Liter Diesel gestiegen!

„Die deutschen Landwirte stehen auf den Märkten im Wettbewerb mit ihren europäischen Berufskollegen – den können sie nur bestehen, wenn sie bei den Energiekosten nicht be-nachteiligt werden“ sagte Präsident Werner Hilse. Das Landvolk Niedersachsen fordert da-her die Einführung eines von vorneherein ermäßigt besteuerten, „grünen“ Agrardiesels. Der Steuersatz darf dabei das durchschnittliche Niveau der Nachbarstaaten nicht übersteigen. Gegenüber der bisherigen Agrardieselvergütung könnte dabei das bei Landwirten und Verwaltung gleichermaßen aufwändige Antragsverfahren eingespart werden. „Landwirte sind auf den Diesel als Betriebsmittel angewiesen“, sagte Hilse, „das gilt gleichermaßen für die Pflanzenbaubetriebe wie auch die massiv unter Druck stehenden Milchbauern und Schweinehaltungsbetriebe.“

Auch die niedersächsische Landesregierung hat sich die Harmonisierung der Energiebesteuerung in Europa in Ihrem Koalitionsvertrag auf die Fahnen geschrieben – daran muss sie sich nun messen lassen. Zuzugestehen ist ihr, dass sie in den letzten Jahren wiederholt beim Bund auf Entlastungen für die Landwirte gedrängt hat – bislang jedoch ohne Erfolg. Noch im Mai hat Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer Entlastungen mit Verweis auf die notwendige Haushaltskonsolidierung abgelehnt. Das stößt bei den Landwirten um so mehr auf Unverständnis, als die Bundesregierung die Wettbewerbsverzerrung bei den Umschlagunternehmen in Seehäfen anerkannt und auch beseitigt hat. Der dort verbrauchte Diesel ist seit dem Frühjahr nur noch mit einer Energiesteuer von 6 Cent je Liter belastet.

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