13. Mai 2008

Mehr Getreide auf den Äckern im Südwesten

Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung eine wesentliche Ursache
Stuttgart (agrar.de) – Das Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung beeinflusste erwartungsgemäß die Anbauentscheidungen der Landwirte. Nach den Meldungen der Betriebsberichterstatter des Statistischen Landesamtes von Mitte April wurden insbesondere die Hauptgetreidearten gegenüber dem Vorjahr deutlich ausgedehnt, so Winterweizen (228.000 Hektar, ha) und Wintergerste (108.200 ha) um jeweils rund 4 Prozent, Sommergerste (85.700 ha) um knapp 3 Prozent.

Beim Hafer setzte sich der langjährige Abwärtstrend, wenn auch etwas gebremst, fort. Ein Minus von 3 Prozent auf 29.000 ha. Dagegen wurde der Anbau von Triticale (22.700 ha; +14 Prozent) kräftig ausgedehnt. Diese ertragssichere und hinsichtlich der Standorteigenschaften genügsame Züchtung aus Winterweizen und Roggen wird überwiegend als Futtergetreide genutzt. Die Anbauausdehnung dürfte aber eher auf die Biogasproduktion und damit die Energiegewinnung zurückzuführen sein. Dieser Gesichtspunkt dürfte bei der Ausdehnung des Körnermaisanbaus (einschl. Corn-Cob-Mix) um 16 Prozent auf 75.000 ha ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Zudem kann der Mais infolge des Klimawandels und züchterischer Erfolge heute in den ehemaligen Grenzlagen sicherer zur Ausreife gebracht werden. Umgekehrt stagniert deshalb der Silomais bei 90.400 ha. Winterraps, in den vergangenen Jahren der Nutznießer der Flächenstilllegung, wird unverändert auf 70.600 ha angebaut. Die Diskussion um die Beimischung von Biokraftstoffen war dem Rapsanbau sicherlich nicht förderlich.

Die obigen Angaben müssen aufgrund der vergleichsweise begrenzten Zahl an Berichterstattern noch als vorläufige Anbautendenzen angesehen werden. Auf breiter statistischer Basis abgesicherte Daten über den tatsächlichen Anbau auf dem Ackerland liefert die Bodennutzungshaupterhebung 2008, deren erste Ergebnisse voraussichtlich Ende Juli vorliegen werden.

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09. Mai 2008

DBV: Flächenverbrauch gefährdet Nahrungsmittelproduktion und Artenvielfalt

Themen: Agrarstruktur,Anbauflächen,Umwelt,Verbände — info @ 16:05

Verband fordert im Umweltgesetzbuch konsequenteren Schutz landwirtschaftlicher Nutzfläche
Berlin (agrar.de) – Die deutsche Landwirtschaft ist über den erschreckend steigenden Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen alarmiert. So räumte der Nachhaltigkeitsrat der Bundesregierung in seinem aktuellen „Ampelbericht“ ein, dass man vom Ziel der Reduzierung der täglichen Flächeninanspruchnahme auf 30 Hektar weit entfernt ist. Statt den Flächenverbrauch zu reduzieren, stieg er von 105 Hektar im Jahr 2002 auf 118 Hektar im Jahr 2005 weiter an.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert deshalb, dass die Kritik des Nachhaltigkeitsrates auch vor dem Hintergrund des zunehmenden Bedarfs an Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen endlich zu einem Umdenken im Hinblick auf den Wert land- und forstwirtschaftlicher Flächen führt. Problematisch ist die hohe Versiegelung aus Sicht des DBV aber nicht nur für die Landwirtschaft, die zumeist die produktivsten Flächen verliert. Infrastrukturmaßnahmen und Überbauung und die dadurch folgende Zerschneidung der Landschaft zählen heute auch zu den Hauptfaktoren der Gefährdung der Artenvielfalt.

Deshalb müsse die Schaffung des Umweltgesetzbuchs (UGB) dafür genutzt werden, die Eingriffsregelung zu reformieren, um land- und forstwirtschaftliche Flächen als unvermehrbare Ressource konsequenter zu schützen. Der Grundsatz müsse in Zukunft lauten: Neuversiegelung nur bei Entsiegelung, erklärte der DBV. Durch Nutzung von Gewerbe- und Industriebrachen müssten hochwertige landwirtschaftliche Flächen geschont werden. Zudem muss nach Auffassung des DBV bei der Gestaltung von Ausgleichsmaßnahmen zukünftig deutlich mehr auf Qualität statt auf Quantität gesetzt werden. Denn Folge des kostenintensiven Aufkaufs von Ausgleichsflächen sei häufig, dass das Geld für die Pflege bestehender Naturschutzflächen fehlte. Dies sei weder im Sinne der Landwirtschaft noch diene es dem Naturschutz. Sinnvoller wäre dagegen, die Flächen im Eigentum des Landwirtes zu belassen und die Naturschutzmaßnahmen vertraglich abzusichern. Der DBV erwartet im UGB daher die Verankerung flexibler Instrumente für Eingriffs- und Ausgleichsmaßnahmen.

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Futtermittelhandelstag: Märkte und knappe Rohstoffversorgung im Fokus

Themen: Handel,Industrie,Verbände,Wirtschaft — info @ 13:05

DVT-Präsident begrüßt erste Signale aus der Politik

Warberg (agrar.de) – Die derzeitigen Teuerungen und Knappheiten bei Agrarrohstoffen und Lebensmitteln bestimmen den aktuellen tagespolitischen Diskurs in nicht unerheblichem Maße. Kein Wunder also, dass Märkte, Preise und Verfügbarkeiten den diesjährigen Futtermittelhandelstag der Bundeslehranstalt Burg Warberg unter Beteiligung des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) besonders stark dominierten und der Teilnehmerkreis mit rund 150 Personen groß war. Bereits in seiner Eröffnungsrede griff der Präsident des DVT Dr. Heinz Roling Ursachen für die momentane Lage auf den globalen Rohstoffmärkten auf; unter anderem nahm er Bezug auf die europäische Zulassungspolitik gentechnisch veränderter Organismen. Diese bedrohe die Rohstoffversorgung der Tierhaltung und der Ernährungsindustrie. „Seit Jahren liegt dieses Problem auf dem Tisch, lange hat sich die Politik aus bekannten Gründen vor einer Lösung gedrückt. Mittlerweile kommen wir beim Rohstoff Soja in eine ‚5 vor 12’ Situation, die die gesamte Erzeugungskette für tierische Lebensmittel in eine Existenz bedrohende Lage bringt.“
Roling begrüßte in diesem Zusammenhang erste Signale eines Umdenkens aus der Politik: Erst kürzlich griff Bundesminister Horst Seehofer im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin die bereits seit längerer Zeit von Seiten der Wirtschaft geäußerten Bedenken auf. Er will sich in den kommenden Monaten dafür einsetzen, dass Zulassungsverfahren für gentechnisch veränderte Futtermittelkomponenten korrigiert werden.

Wie sehr ein Umdenken notwendig ist, machte der US-Agrarattaché Bobby Richey in seinem Beitrag deutlich. Durch den absehbaren verstärkten Anbau von GVO-Sojabohnen der zweiten Generation in den USA und Südamerika entsteht ein für europäische Verhältnisse prekäres Szenario. Denn: Europa spielt im globalen Netz der Handels- und Warenströme für die USA eine untergeordnete Rolle. Rücksichtnahme auf europäische Verhältnisse ist laut Richey nicht zu erwarten. US-Farmer orientierten sich statt einer Fokussierung auf Europa eher in Richtung Asien.

Ähnliche Schlüsse ließ auch Sebastian Kuck (Cargill GmbH) zu. Der Anbau neuer Sorten in Südamerika werde voraussichtlich sehr schnell zunehmen, so Kuck. Allein in Brasilien sei eine weitere Ausweitung von GVO-Soja abzusehen, da es hier keine wirtschaftlichen Anreize des Anbaus GVO-freier Ware für Landwirte gebe. „Die so genannte IP-Prämie dafür landet nicht bei den Erzeugern“, erläuterte Kuck. Sie werde vielmehr durch Zusatzmaßnahmen wie Getrenntlagerung oder den Transport aufgezehrt. Bei der Verfügbarkeit von so genannter GVO-freier Ware sei es entscheidend, wie viel die Europäer an IP-Prämie bezahlen wollen.

Weitere Themen des Futtermittelhandelstages 2008 waren unter anderem die Verfügbarkeit von Futterphosphaten, die Nutzungskonkurrenz zwischen Nahrungsmittel- und Bioenergieerzeugung, die Schätzformeln neuer Energiewerte beim Schwein sowie ein Expertentalk über die Zukunft der Futterwirtschaft.

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Umweltverbände fordern ehrgeizige Ziele bei Ökolandbau und Flächenverbrauch

Themen: Biolandbau,Verbände — info @ 10:05

Berlin (agrar.de) – Nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR), des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Naturschutzbunds (NABU) werden die von der Bundesregierung 2002 beschlossenen Nachhaltigkeitsziele verfehlt, wenn die nationale Nachhaltigkeitsstrategie nicht stärker in die Regierungspolitik integriert wird. Anlässlich der Veröffentlichung des Entwurfs des Fortschrittsberichts 2008 zur Nachhaltigkeitsstrategie bemängelten die Verbände vor allem das Fehlen ausreichender Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Ökolandbau und Flächenverbrauch.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, kritisierte, dass es für die Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent keine zeitliche Festlegung gebe. „Das Jahr 2015 als Stichdatum, um das 20-Prozent-Ziel zu erreichen, ist erforderlich und realistisch. Die Bundesregierung soll sich ein gutes Beispiel an Österreich nehmen, das bereits heute 13 Prozent Ökolandbaufläche erreicht hat, während Deutschland bei knapp 5 Prozent stagniert. Dabei wächst die Nachfrage nach Ökolebensmitteln rasant. Knapp 50 Prozent der Ökoprodukte müssen importiert werden. Damit wird eine große wirtschaftliche Chance vertan.“ Die Bundesregierung trage wesentlich zur Stagnation der ökologischen Anbaufläche bei, sagte Weiger. So schütze die neue Gentechnik-Gesetzgebung nicht vor Ernteschäden durch Gentechnik-Einträge. Auch müsse die staatliche Förderung während der zweijährigen Umstellungszeit deutlich erhöht werden.

Thomas Tennhardt, NABU-Vizepräsident, wies darauf hin, dass der Flächenverbrauch drastisch reduziert werden muss. „Bund und Länder sind hier gefordert, falsch ausgerichtete Subventionen und falsche steuerliche Anreize in Richtung Flächensparen, Flächeneffizienz und Gebäudebestandsentwicklung umzulenken. Von zentraler Bedeutung ist dabei eine ökologische Reform des Gemeindefinanzsystems, mit der auch die Entlastung der öffentlichen Haushalte einhergeht.“

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08. Mai 2008

IVA: Landwirtschaft muss alle Reserven mobilisieren

Themen: Forschung,Industrie,Verbände,Wirtschaft — info @ 13:05

Weimar (agrar.de) – „In fünfzig Jahren braucht die Welt doppelt so viel Nahrungsmittel wie heute. Auch Europa muss dazu beitragen, diesen Bedarf zu befriedigen.“ Das erklärte Harald von Witzke heute auf der Mitgliederversammlung des Industrieverbands Agrar (IVA) in Weimar. Der Experte für internationale Agrarhandelsfragen von der Humboldt-Universität zu Berlin nannte zwei Gründe für diese Entwicklung: Die Weltbevölkerung wird 2050 rund neun Milliarden Menschen zählen. Das sind 50 Prozent mehr als zu Beginn des Jahrtausends. Ein großer Teil davon wird sich eine bessere Ernährung leisten können als heute. Daraus ergibt sich die andere Hälfte des Nachfragewachstums.

Für die Landwirtschaft und für die Agrarpolitik stellt dies eine gewaltige Herausforderung dar. Denn die Anbaufläche ist begrenzt. „Zwischen 2000 und 2020 kann das Ackerland weltweit voraussichtlich nur um rund fünf Prozent ausgedehnt werden“, erklärte von Witzke. Der Züchtungsfortschritt, die zweite Säule einer nachhaltigen Produktionssteigerung, hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verlangsamt, von vier auf ein Prozent jährlich. „Die Agrarforschung in den Industrieländern wurde kontinuierlich abgebaut; das rächt sich jetzt“, so von Witzke. Wassermangel verknappt in vielen Teilen der Welt das Produktivitätswachstum, Ressourcen- und Umweltschutz, der Klimawandel und steigende Kosten für Düngemittel und Energie bremsen ebenfalls die rasche Steigerung der Erträge.

Die Lebensmittelpreise, die im letzten Jahrhundert einem permanenten Abwärtstrend unterlagen, werden künftig steigen. Nicht explosionsartig wie bei manchen Produkten in den vergangenen zwölf Monaten, sondern moderat, aber nachhaltig. Für die Landwirtschaft verspricht das neue Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommenschancen. In armen Ländern wird allerdings die Nahrungsversorgung zum zentralen politischen Problem. „Das könnte Unruhen und eine Abwanderung in die reichen Länder auslösen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen“, befürchtet von Witzke. Das Ziel der Vereinten Nationen, die Zahl der Hungernden und Mangelernährten im Zeitraum von 1995 bis 2015 zu halbieren, ist Makulatur geworden; die Zahl der Hungernden wird vielmehr wachsen.

Das Nahrungsgüterdefizit der Entwicklungsländer könnte sich bis 2030 verfünffachen, prognostiziert von Witzke. Aber auch in Europa steigt die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Erzeugnissen, und zwar so stark, dass die EU zum Nettoimporteur von Getreide werden könnte.

„Europa muss wieder mehr produzieren“, fordert deshalb von Witzke. „Es muss wieder stärker in die Agrarforschung und in Ausbildung und Beratung der Landwirtschaft investieren, und es muss seine landwirtschaftlichen Flächen so intensiv wie möglich nutzen.“

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Regierung: Anbau von Genmais MON 810 stellt keine Gefahr für die Umwelt dar

Themen: Gentechnik,Mais,Pflanzen — info @ 11:05

Berlin (agrar.de) – Der Anbau von Genmais MON 810 stellt keine Gefahr für die Umwelt dar. Dies erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/8963) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Sie bezieht sich dabei auf die Zentrale Kommission für biologische Sicherheit, die im Juli 2007 zu diesem Ergebnis gekommen sei. Im Rahmen der beantragten Neuzulassung von MON 810 werde die Frage einer möglichen Gefährdung der Biodiversität weiter geprüft, heißt es. Die Genehmigung zum Inverkehrbringen von MON 810 sei bereits 1998 gemäß der damals geltenden EU-Richtlinie erteilt worden.

Diese Genehmigung habe EU-weit und zunächst zeitlich unbegrenzt gegolten. Die seit 17. Oktober 2002 anzuwendende neue EU-Richtlinie habe die Pflicht eingeführt, bei der Genehmigungsbeantragung einen Beobachtungsplan vorzulegen. Dies habe die Firma Monsanto getan. In Deutschland sei die Firma verpflichtet, schon ab 2008 entsprechende Beobachtungen durchzuführen.

Freisetzungen von gentechnisch veränderten Pflanzen werden genau geprüft

Freisetzungen von gentechnisch veränderten Pflanzen können nur dann genehmigt werden, wenn durch Prüfung festgestellt wurde, dass von der Freisetzung keine erheblichen Beeinträchtigungen für Natura-2000-Gebiete ausgehen können. Die erklärt die Bundesregierung in ihrer Antwort (16/8933) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen.

Die Entscheidung über eine Freisetzungsgenehmigung treffe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im Benehmen mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und dem Robert-Koch-Institut (RKI) und nach Einholung einer Stellungnahme des Julius Kühn-Institut (JKI). Die Beteiligung von Naturschutzverbänden sei bei Projekten erst im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung und bei der Ausnahmeprüfung vorgesehen. Die ökologischen Aspekte und die Wirkung von Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen auf die Biodiversität würden im Rahmen von Forschungsprojekten des Julius Kühn-Instituts untersucht. Die erforderlichen Mittel würden im Bundeshaushalt bereitgestellt.

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EU-Landwirte bauen deutlich mehr Getreide an

Anbau steigt auf 58,6 Mio. ha – Vor allem Weizen, Mais und Roggen legen zu

Hannover (agrar.de) – Die europäischen Landwirte haben dem Getreide zur diesjährigen Ernte erheblich mehr Fläche gewidmet als im Jahr zuvor. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, haben die Landwirte den Anbau um schätzungsweise drei Millionen Hektar (ha) oder 5,4 Prozent auf 58,6 Mio. ha ausgeweitet. Dabei führt der Weizen nach den Berechnungen des EU-Dachverbandes des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral) die noch vorläufige Anbau-statistik mit rund 26,24 Mio. ha an, das sind 1,96 Mio. ha oder 8,07 Prozent mehr als 2007. Es folgen Gerste, deren Anbau um 3,13 Prozent auf 14,18 Mio. ha zunahm, und Mais, des-sen Anbaufläche um 5,32 Prozent auf 8,31 Mio. ha gestiegen ist. Während die Haferfläche der Gemeinschaft nur um 1,07 Prozent auf 3,04 Mio. ha gewachsen ist, haben die Landwirte das Roggenareal deutlich ausgeweitet, und zwar um 5,04 Prozent auf 2,71 Mio. ha. Dem Futtergetreide Triticale widmeten die EU-Landwirte 2,52 Mio. ha, das sind 1,2 Prozent mehr als zur Ernte 2007.

In den Anbauentscheidungen der europäischen Landwirte dürften sich insbesondere die weltweite Nachfrage nach Getreide und der starke Preisanstieg im vergangenen Jahr niedergeschlagen haben. Die ungünstige Witterung zur Zeit der Rapsaussaat hat zusammen mit dem kräftigen Anstieg der Getreidepreise und der Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung gleichzeitig dazu geführt, dass die Landwirte den Anbau von Ölsaaten zugunsten des Getreides eingeschränkt haben. In einer ersten – und zu diesem Zeitpunkt immer noch unsicheren – Prognose rechnet Coceral aufgrund der Flächenausdehnung für Getreide bei einem normalen Witterungsverlauf und selbst bei nur durchschnittlichen Erträgen mit einer deutlich höheren Getreideernte 2008 gegenüber dem Jahr zuvor.

Die Landwirte in den 15 „alten“ EU-Staaten haben ihre Getreideanbaufläche ebenfalls ausgeweitet, und zwar um durchschnittlich sechs Prozent auf insgesamt 38,8 Mio. ha. Größter Getreideerzeuger der Gemeinschaft dürfte Frankreich bleiben, wo die Landwirte die Anbaufläche um 3,77 Prozent auf 9,02 Mio. ha ausgedehnt haben. Unter „normalen“ Witterungsbedingungen dürfte Deutschland seine Position als zweitwichtigster Getreideerzeuger der EU ebenfalls behaupten, hierzulande widmeten die Landwirte dem Getreide mit 6,96 Mio. ha rund 4,0 Prozent mehr Fläche als zur Ernte 2007. Überdurchschnittlich sind dagegen die Getreideflächen der „kleineren“ Erzeuger in der alten EU-Ländern gewachsen: So legte die Fläche in Spanien um 5,57 Prozent auf 6,10 Mio. ha zu, die in Italien wuchs um 9,83 Prozent auf 3,56 Mio. ha und für Großbritannien registrier-ten die Statistiker ein Plus von 11,58 Prozent auf 3,18 Mio. ha.

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Niedersachsen: Mehr Sommergerste und Sommerweizen

Aber nur als „Lückenbüßer“ nach nassem Herbst – Auch mehr Mais ausgesät

Hannover (agrar.de) – „Lückenbüßer“ haben in diesem Frühjahr Konjunktur auf den niedersächsischen Äckern. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen hat eine erste Anbauerhebung des Niedersächsischen Landesbetriebes für Statistik eine deutliche Ausdehnung des Anbaus von Sommergerste und Sommerweizen ergeben.

Die Sommerweizenfläche nahm danach gegenüber dem vergangenen Jahr um schätzungsweise 140 Prozent zu, allerdings nur von bescheidenen 3.100 Hektar (ha) auf 7.500 ha. Um fast 50 Prozent hat die Sommergerste zugelegt, und zwar von 48.000 ha auf 70.000 ha. Dies dürfte jedoch nur eine vorübergehende Erscheinung sein, weil im vergangenen nassen Herbst nicht alle Anbauplanungen für Wintersaaten umgesetzt werden konnten. Die Lücke wurde nun mit Sommergetreide gefüllt, das aber wegen seines geringeren Ertragspotenzials weniger rentabel ist. Im kommenden Jahr dürfte der Anbau wieder zurückgehen. Zusammen mit Hafer, dessen Anbau nach den vorläufigen Schätzungen um 14 Prozent von knapp 17.000 ha auf 14.500 ha sank, wurden vermutlich nur gut 90.000 ha mit Sommergetreide bestellt, das damit einen verhältnismäßig geringen Anteil an der niedersächsischen Getreidefläche von 934.000 hat.

Die Getreidefläche insgesamt stieg, ausgelöst durch den Preisanstieg für Getreide seit der Ernte 2007, um schätzungsweise sechs Prozent. Nach wie vor dominiert dabei der Winterweizen, dessen Anbau um 7,5 Prozent auf 426.000 ha stieg und der damit fast die Hälfte der gesamten Getreidefläche einnimmt. Die Wintergerste als Nummer zwei verlor dagegen mit einer Anbaufläche von 186.000 ha vier Prozent Flächenanteil gegenüber dem Vorjahr. Winterroggen ist bei geräumten Märkten auch wieder interessanter geworden und konnte im Anbau um vier Prozent auf knapp 148.000 ha zulegen, Triticale gewann ebenfalls mit einem Anbau von 77.000 ha fast fünf Prozent hinzu.

Der Maisanbau legte nach dem Sprung nach vorn im vergangenen Jahr noch einmal um schätzungsweise neun Prozent auf 460.000 ha zu. Der Zuwachs beschränkte sich allerdings auf den Körnermais, während Silomais, der auch für Biogasanlagen verwendet wird, mit einem Zuwachs von vier Prozent auf 350.000 ha seinen Flächenanteil kaum noch vergrößerte. Ursache ist der nur noch geringe Zuwachs an neuen Biogasanlagen. Auf der anderen Seite wurde im vergangenen Herbst der Rapsanbau deutlich von 150.000 ha auf 120.000 ha eingeschränkt, und zwar vor allem auf Stilllegungsflächen für die Herstellung von Biodiesel, nachdem die Flächenstilllegung ausgesetzt wurde. Flächenrückgänge gab es darüber hinaus bei allen Hackfrüchten von Frühkartoffeln über Speise- und Industriekartoffeln bis hin zu Zuckerrüben. Die gesamte Kartoffelfläche sank zwischen vier und fünf Prozent auf 115.000 ha und die Zuckerrübenfläche um 1,6 Prozent auf 99.000 ha.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Wirtschaft — info @ 09:05

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 525 angebotenen Schweinen alle Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,61 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,60 Euro bis 1,61 Euro verkauft.

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07. Mai 2008

RLV lehnt Tierschutz-TÜV ab

Themen: Landtechnik,Tiere,Tierschutz,Verbände — info @ 13:05

Bonn (agrar.de) – Ein aktueller Gesetzesentwurf des Deutschen Bundestages sieht vor, Stalleinrichtungen anhand eines Tierschutz-TÜVs zu prüfen und zu zulassen.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) lehnt diese TÜV-Verordnung ab. Mit der Verordnung zeigten die Parlamentarier besonderen Ehrgeiz im agrarpolitischen Bereich. Den deutschen Tierhaltern und Stallanlagenbauern würde wieder eine Rechtsvorschrift aufgebürdet, die nicht im EU-Recht vorgesehen sei, kritisiert der Verband. Die Folgen für die heimischen Lebensmittelerzeuger lägen auf der Hand. Wettbewerbsverzerrungen gegenüber den europäischen und internationalen Landwirten schwächten die deutsche Veredlungswirtschaft.

Für den Tierhalter sei es existenziell, dass er Investitionssicherheit in Bezug auf die teueren Haltungseinrichtungen habe, betont der RLV. Der Gesetzesentwurf bringt aber Unsicherheit für den Bestandsschutz. Die Einführung eines obligatorischen Prüf- und Zulassungsverfahrens sei für den Tierschutz kontraproduktiv und bedeute für den Tierhalter vor allem einen weiteren Zuwachs an Bürokratie. Zudem würden bürokratische Verfahren Innovationen und tierschutzfördernde Neuentwicklungen behindern, so der RLV.

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