15. Mai 2008

BBV: LEH profitiert von hohen Getreidepreisen

EU-Kommission legt Zahlen zur Preisentwicklung bei Lebensmittel vor
München (agrar.de) – Der Lebensmitteleinzelhandel nutzt die gestiegenen Getreidepreise, um seine Handelsspanne für Brot und andere Backwaren zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission, die in diesen Tagen Zahlen zur Preisentwicklung bei Lebensmittel und Agrarrohstoffen zwischen Februar 2007 und Februar 2008 vorlegte.

In diesem Zeitraum seien die Preise für Brot und andere verarbeitete Getreideprodukte um 10 Prozent gestiegen. Allerdings hätte es nach dem Anstieg der Weizenpreise (+ 84 Prozent) bei Brot nur zu einer Verteuerung von 3 Prozent führen dürfen aufgrund des geringen Anteils der Rohstoffe am verarbeiteten Produkt.

Milch, Käse und Eier kosteten im Supermarkt 15 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, obwohl die teureren Agrarrohstoffe nur einen Anstieg um 12 Prozent erklären würden. Aus dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist zu hören, dass eben auch die Kosten für Energie, Transport und Löhne gestiegen seien. Dies treffe nach Ansicht des Bayerischen Bauernverbandes sicherlich zu, doch gelte dies für Fleischanbieter genauso. Eigentlich hätten die Fleischpreise gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent erhöht werden müssen. Der Grund sind gestiegene Futterkosten in der Tierproduktion. Im LEH seien sie aber lediglich um 4 Prozent angehoben worden, rechnete die Kommission vor. Insgesamt rechtfertigten die höheren Erzeugerpreise einen Anstieg der Lebensmittelpreise um 5 Prozent, denen ein realer Preisanstieg von 7 Prozent im Geschäft gegenüberstünde.

Links zum Thema Lebensmittel.

14. Mai 2008

Hintergrundinformation zu Bienenschäden in Süddeutschland

Themen: Bienen,Pflanzenschutz,Umwelt — info @ 20:05

Berlin (agrar.de) – Seit Ende April wird in Teilen Süddeutschlands ein ungewöhnliches Bienensterben beobachtet. Derzeit arbeiten die Behörden vor Ort, die Bienenuntersuchungsstelle im Julius Kühn-Institut und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
(BVL) intensiv an der Aufklärung.

Als eine der möglichen Ursachen ist die Vergiftung mit dem insektiziden Wirkstoff Clothianidin in der Diskussion. Es gibt Anhaltspunkte dafür, dass die Belastung der Bienen mit diesem Wirkstoff auf die Aussaat von Mais zurückzuführen sein könnte.

Clothianidin ist als Wirkstoff in verschiedenen Pflanzenschutzmitteln enthalten, die überwiegend zur Saatgutbehandlung eingesetzt werden. Eines der Mittel, Poncho (= Poncho Pro) ist vom BVL seit 2004 auch für die Behandlung von Maissaatgut zugelassen. Die zulässige Dosierung hängt vom Schutzzweck ab: Gegen den Befall von Fritfliege und Drahtwurm erhält das Saatgut 25 g Wirkstoff pro 50.000 Körner; für Saatgut, das gegen den Westlichen Maiswurzelbohrer bei hohem Befallsdruck geschützt werden soll, sind dagegen 62 g Wirkstoff pro 50.000 Körner zugelassen. Bisher sind Bienenschäden dieser Art in Deutschland im Zusammenhang mit diesem Mittel nicht bekannt geworden.

Im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel werden die möglichen Auswirkungen auf Bienen bewertet, auch bei Mitteln, die für die Saatgutbehandlung vorgesehen sind. Auch bei dem Mittel Poncho haben die an der Zulassung beteiligten Behörden eine gründliche Bewertung auf Bienengefährdung vorgenommen. Da der Wirkstoff Clothianidin für Honigbienen sehr toxisch ist, sind eine Reihe von praxisnahen Versuchen zur Wirkung der Saatgutbehandlung auf Bienen durchgeführt worden. In diesen Tests konnten keine negativen Auswirkungen auf Mortalität, Volksentwicklung, Brutenwicklung, Flugintensität, Verhalten und das Orientierungsvermögen festgestellt werden. Rückstände von Clothianidin in Materialien, die für Bienen relevant sind, lagen deutlich unter den für Bienen kritischen Konzentrationen.

Bei den ersten Untersuchungen der Bienenschäden in Baden-Württemberg deutet sich nun an, dass pneumatische Sämaschinen je nach Konstruktionstyp eine erhebliche Staubabdrift mit Wirkstoffabrieb verursachen, die möglicherweise zu einer Clothianidinbelastung der Bienen führen können und für die Schäden verantwortlich sein könnten.

Nach dem aktuellen Stand der Erkenntnisse empfiehlt das BVL als Sofortmaßnahme, Bienenstöcke aus dem näheren Umkreis von Flächen zu entfernen, auf denen clothianidinbehandelter Mais ausgesät wurde oder noch wird. Anwender, die noch Mais aussäen, sollten vorzugsweise Geräte einsetzen, deren Abluft in den Boden abgeführt wird. Bei pneumatischen Geräten, deren Abluft nach oben oder zur Seite abgeführt wird, sollte am Abluftkanal ein Schlauch so angebracht werden, dass der Luftstrom bodennah austritt.

Unabhängig davon, ob sich Clothianidin letztlich als verantwortlich für die Bienenschäden erweist oder nicht, wird das BVL diese Erkenntnisse zum Anlass nehmen, sich mit der Staubabdrift von pneumatischen Sämaschinen zu befassen, im Zusammenhang damit gegebenenfalls Neubewertungen von clothianidinhaltigen und anderen Saatgutbehandlungsmitteln vorzunehmen und wenn nötig die Zulassungen zu modifizieren.

Informationen zum Wirkstoff Clothianidin

Clothianidin ist ein neuerer insektizider Wirkstoff aus der Gruppe der Neonicotinoide mit breitem Wirkungsspektrum. Der Wirkstoff wurde insbesondere für den Einsatz als Bodeninsektizid zur Saatgutbehandlung entwickelt.

Status in der EU

Clothianidin ist im EU-Gemeinschaftsverfahren bewertet worden; 2002 war das Verfahren so weit fortgeschritten, dass die Mitgliedstaaten vorläufige Zulassungen erteilen durften; 2006 wurde Clothianidin für 10 Jahre in die Positivliste der Wirkstoffe aufgenommen, die für die Verwendung in Pflanzenschutzmitteln zulässig sind.

Zulassungen in Deutschland

In Deutschland sind clothianidinhaltige Pflanzenschutzmittel seit September 2004 zugelassen. Aktuell haben sechs Mittel eine Zulassung, die entweder Clothianidin allein oder den Wirkstoff in einer Kombination mit beta-Cyfluthrin enthalten. Eingesetzt werden die Mittel gegen eine Reihe von Schadinsekten im Ackerbau und Gemüsebau. Fünf der sechs Mittel dienen zur Saatgutbehandlung, eines wird in Kartoffeln entweder beim Legen zur Pflanzgutbehandlung eingesetzt oder später gespritzt.

Links zum Thema Bienen,
Links zum Thema Pflanzenschutz.

Auf Brandenburgs Feldern wächst 2008 mehr Getreide

Themen: Anbauflächen,Brandenburg,Statistik — info @ 13:05

Potsdam (agrar.de) – Der Wachstumsstand der Wintergetreidearten sowie des Winterrapses wurde nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg Mitte April von mehr als 300 befragten Landwirten Brandenburgs als gut bis zufrieden stellend eingeschätzt.

Die Aussaatbedingungen waren aufgrund der teils sehr feuchten Felder eher ungünstig. Gleichzeitig behinderte Nässe die Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen. Nach vorläufigen Ergebnissen hat sich die Getreideanbaufläche im Vergleich zu 2007 um fast 6 Prozent ausgedehnt. 2008 erfolgt der Getreideanbau (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix sowie Menggetreide) auf 521.700 Hektar. Diese Entwicklung ist unter anderem mit den hohen Rohstoffpreisen zu erklären, die 2007 für Getreide gezahlt wurden.

Die Anbaufläche des Wintergetreides erhöht sich nach Angaben der Berichterstatter um 6 Prozent auf insgesamt 493.700 Hektar. Die dominierende Wintergetreideart in Brandenburg ist mit 230.100 Hektar Roggen (+10 Prozent). Eine ähnliche große Anbaufläche gab es letztmalig 2002 in Brandenburg.

Nach der rückläufigen Entwicklung der Winterweizenflächen in den vergangenen zwei Jahren, steigt dessen Fläche zur Ernte 2008 um fast 5 Prozent auf 137.400 Hektar. Dagegen setzt sich der Negativtrend beim Anbau von Wintergerste weiter fort. Zur Ernte 2008 steht diese Frucht auf 75.000 Hektar (2007: 76.017 Hektar).

Zur diesjährigen Ernte gibt es beim Sommergetreideanbau erstmals wieder eine deutliche Flächenausdehnung um fast 9 Prozent auf fast 28.000 Hektar. Mit 16.600 Hektar ist Hafer das wichtigste Sommergetreide in Brandenburg. Die Anbauflächen von Raps und Rübsen geht im Vergleich zur Ernte 2007 mit 124.100 Hektar deutlich zurück (–7 Prozent). Beim Rapsanbau dominiert der Winterraps, der 2008 von 123.800 Hektar zu dreschen ist.

Mais wächst 2008 auf 147.300 Hektar. Ein Jahr zuvor waren es 137.724 Hektar. In Brandenburg verringert sich die Kartoffelanbaufläche um 12 Prozent und liegt mit gut 9.100 Hektar erstmals unter der 10.000 Hektar-Grenze.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
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Frühlingszeit ist Mähtodzeit für eine halbe Million Tiere

Themen: Jagd,Landtechnik,Medien,Tierschutz,Umwelt,Verbände — info @ 10:05

Deutsche Wildtier Stiftung informiert über die Bedrohung von Wildtieren durch das Mähen
Hamburg (agrar.de) – Frühlingszeit – die Landwirte haben ihre ersten Wiesen bereits gemäht. Was in der Landwirtschaft selbstverständlich ist, bedeutet jährlich für mindestens eine halbe Million größerer Wildtiere das Todesurteil. „Unzählige Tiere, vor allem die Jungtiere, überleben das Mähen nicht oder werden von den immer breiteren Mähwerken schwer verletzt“, so Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung.

Besonders Rehkitze und junge Hasen sind betroffen, denn die Jungen werden von ihren Müttern in Mulden auf dem Boden abgelegt. Auch die Gelege von Vögeln, die auf Wiesen brüten – wie die als „stark gefährdet“, bzw. „vom Aussterben bedroht“ eingestuften Kiebitze, Feldlerchen und Kornweihen – werden von den Maschinen oder den Reifen der Traktoren zerstört.

Doch Tiere können vor dem Mähtod gerettet werden. „Einfache Mittel, die vor allem bei Rehwild funktionieren, sind optische und akustische Wildscheuchen“, erklärt von Münchhausen. Plastiktüten, Müllsäcke oder Luftballons werden ein bis zwei Tage vor der Mahd aufgehängt. Die Muttertiere fühlen sich bedroht und verlassen mit ihren Jungen die Flächen. Bewährt hat sich auch, wenn einige Stunden vor dem Mähen die Flächen systematisch abgegangen werden. Dadurch fühlen sich die Tiere gestört. Nicht gemähte Teilflächen, großzügig ausgesparte Areale um Nester herum oder Randstreifen können als Rückzugsmöglichkeiten Rehen, Hasen und Vögeln das Leben retten.

Auch der Zeitpunkt der Mahd spielt eine wichtige Rolle. Je später im Jahr die Wiesen gemäht werden, desto besser für die Wildtiere und ihren Nachwuchs. Das bewusste Verschieben des Mahdzeitpunktes wird deshalb Landwirten in vielen Bundesländern im Rahmen von Agrarumweltprogrammen honoriert. „Ein richtiger Weg, der Landwirten und Wildtieren hilft und deshalb konsequent ausgebaut werden muss“, fordert von Münchhausen.

Auch Grün- und Parkanlagen in Städten sollten möglichst spät gemäht werden. Ist eine frühe Pflege unumgänglich, sollten Rettungsmaßnahmen für Wildtiere auch hier umgesetzt werden.

Weitere Informationen und Methoden zur Rettung der Wildtiere bietet die Deutsche Wildtier Stiftung mit ihrem Praxisratgeber „Stoppt den Mähtod“, erhältlich unter Telefon 040-73339-1880 oder über die Homepage der Stiftung.

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Jakobskreuzkraut breitet sich weiter aus

Themen: Pferde,Pflanzen,Pflanzenschutz,Tierschutz,Umwelt — info @ 10:05

Bonn (agrar.de) – In diesem Jahr konnte sich das Jakobskreuzkraut, botanisch Senecio jacobaea, bisher sehr gut entwickeln. Besonders auf wenig genutzten Weiden, Brachflächen, Wegrändern und Böschungen breitet sich diese zweijährige Giftpflanze weiter aus, meldet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Jakobskreuzkraut, auch als Jakobsgreiskraut bekannt, ist zurzeit etwa 30 Zentimeter groß und hat löwenzahnähnliche Blätter. Die gesamte Pflanze ist giftig und verursacht Leberschäden. Die jüngsten Pflanzen und die gelben Blüten sind am giftigsten. Pferde und Rinder reagieren auf das Kraut empfindlicher als Schafe und Ziegen. Besonders gefährlich für die Tiere ist die Zeit vor der Blüte, denn die jungen, besonders giftstoffreichen Blätter werden auf der Weide gefressen. Sobald die Pflanzen blühen, dann ist die Pflanze etwa einen Meter groß und hat gelbe, margeritenartige Blüten, rühren die Tiere sie nicht mehr an. Wenn die Blüten Samen bilden, weil die Weide nicht gemäht wird, ist die Ausbreitung im kommenden Jahr vorprogrammiert.

Auf regelmäßig gemähtem Grünland hat das Jakobskreuzkraut keine Chance, sich zu vermehren. Optimale Bedingungen findet es auf Weiden, die nicht regelmäßig nachgemäht werden. Besonders häufig ist es auf wenig gepflegten Pferdeweiden zu finden. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen empfiehlt, durch regelmäßiges Nachmähen der Weideflächen die Samenbildung der Pflanzen zu verhindern. Um das Jakobskreuzkraut zu bekämpfen, sollte es ausgerissen oder ausgestochen und die Pflanzenreste entsorgt werden, damit die Weidetiere diese nicht mehr fressen können. Dabei sollten die Wurzeln mit entfernt werden, da Jakobskreuzkraut auch aus im Boden verbliebenen Wurzelresten erneut austreiben kann.

Giftigkeit von Jakobskreuzkraut

Tödliche Dosis: (Frischpflanze) – Bemerkungen
Pferd: 40 bis 80 g FG / kg Körpergewicht – entspricht 14 bis 20 kg FG bei einem 350-kg-Islandpferd bzw. 2 bis 4 kg getrocknet im Heu
Rind: 140 g FG / kg Körpergewicht – bei 1 Prozent im Heu in drei Monaten erreicht, bei 10 Prozent in 20 Tagen
Schaf: über 2 kg FG / kg Körpergewicht
Ziege: 1,25 – 4 kg FG / kg Körpergewicht

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internetangebot der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Links zum Thema Pflanzen.

Sachsen: Pachtflächenanteil sinkt, Pachtpreis steigt weiter

Dresden (agrar.de) – Im Jahr 2007 waren rund 731.100 Hektar bzw. knapp 80 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) Sachsens Pachtland. Der Pachtflächenanteil verringerte sich damit innerhalb von zwei Jahren erneut (2005: 82 Prozent, 2003: 85 Prozent).

Etwa 60 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe des Freistaa­tes bewirtschafteten fremden Grund und Boden. 17 Prozent der Agrarbetriebe nutzten aus­schließlich Pachtflächen. Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, lag die Durchschnittsgröße der Pachtflächen bei 147 Hektar.

Rund 83 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten eigene LF. Die durchschnittliche Größe dieser selbst bewirtschafteten Eigenflä­che betrug 25,8 ha und vergrößerte sich damit gegenüber 2005 um gut einen Hektar.

Beim Pachtentgelt, welches für die Nutzung fremden Bodens durch die Landwirte zu entrichten ist, setzte sich der in den letzten Jahren erkennbare Aufwärtstrend weiter fort. Im Durchschnitt aller Flächen mussten 2007 für einen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche 116 Euro Jahrespacht entrichtet werden, vier Euro mehr als zwei Jahre zuvor.

Innerhalb der Nutzungsarten zeigte sich folgendes Bild: Wurden im Jahre 2005 je Hektar gepachtetes Acker­land noch 123 Euro gezahlt, waren es 2007 bereits 126 Euro. Der Pachtpreis in der Nutzungsart Grünland stieg von 66 Euro im Jahr 2005 auf 72 Euro 2007.

Bei der Ermittlung des Pachtentgeltes blieben Pachtver­hältnisse mit Personen, die in einem Ver­wandt­schafts­verhältnis zum Be­triebsinhaber stehen, unbe­rücksichtigt. Wesentlichen Einfluss auf die Pacht­preishöhe haben insbesondere die Ertragsfähigkeit der Böden, die spezifische Nutzbarkeit der Flächen (z. B. Gärtnereien) oder auch die regionale Lage (z. B. ländliche/innerstädtische Gebiete).

Auch regional zeigten sich beim Vergleich der Pachtverhältnisse wesentliche Unterschiede. Der höchste Pachtflächenanteil wurde mit knapp 82 Prozent für den Regierungsbezirk Chemnitz ermittelt, während es in den anderen beiden Regierungsbezirken jeweils rund drei Prozent weniger waren. Dagegen lag die durch­schnittliche Größe der Pachtflächen mit 179 ha im Regierungsbezirk Leipzig deutlich über jener der anderen beiden Regierungsbezirke (Dresden: 158 ha, Chemnitz: 119 ha). Auch der Durchschnittspachtpreis je Hektar LF lag mit 157 Euro im Regierungsbezirk Leipzig deutlich über dem Wert der anderen beiden Regierungs­bezirke (Dresden: 103 Euro, Chemnitz: 96 Euro).

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

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Schleswig-Holstein: Landesregierung beschließt Ökokontenverordnung

Umweltminister Dr. Christian von Boetticher erfreut über wichtigen neuen Meilenstein der Naturschutzpolitik

Kiel (agrar.de) – Die Landesregierung Schleswig-Holsteins hat auf Vorschlag von Umweltminister Dr. Christian von Boetticher die so genannte Ökokontoverordnung beschlossen. Der Entwurf hatte seit der ersten Kabinettsbefassung kurz vor Weihnachten zahlreichen Verbänden des Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, von Grundeigentümern sowie Industrie und Gewerbe zur Stellungnahme vorgelegen. „Im Ergebnis ist sie grundsätzlich auf breite Zustimmung gestoßen“, betonte der Umweltminister.

Christian von Boetticher freute sich über „diesen weiteren wichtigen Meilenstein für eine zukunftsorientierte Naturschutzpolitik. Mit der Verordnung werden Eingriffe in die Natur im Verfahren vereinfacht, aber ohne die Standards zu Lasten der Natur zu senken. Gerade die Natur wird daher von den Ökokonten profitieren“, so der Minister.

Durch die Ökokontoverordnung wird vor allem ein Anreiz für freiwilligen Naturschutz gegeben. Flächeneigentümer, zum Beispiel Landwirte oder Waldbesitzer, können auf ihrem Grund Maßnahmen durchführen, die dauerhaft günstige Auswirkungen auf den Naturhaushalt haben und die ohne öffentlich rechtliche Verpflichtung oder Förderung durchgeführt werden. Damit erfolgen im Vorwege ökologische Aufwertungen von Natur und Landschaft. Solche Flächen und Projekte können in ein Ökokonto eingebucht werden. Soll dann später an anderer Stelle ein Eingriff in die Natur erfolgen, also beispielsweise ein Bauvorhaben, so kann die im Ökokonto aufgehobene Fläche als Ausgleichsmaßnahme dagegen gesetzt und aus dem Konto ausgebucht werden.
Damit werden drei Ziele verfolgt:

1. Der Ausgleich im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung wird flexibler umgesetzt. Insbesondere gestaltet sich durch die Bevorratung von potentiellen Kompensationsflächen in Ökokonten die Verfügbarkeit solcher Flächen weitaus einfacher als bisher, die Flächen stehen bei einer konkreten Eingriffsplanung erheblich schneller zur Verfügung und führen damit zu einer Beschleunigung von Zulassungsverfahren.

2. Die Möglichkeit, Flächen auf freiwilliger Basis in ein Ökokonto einbuchen zu können, schafft für die Eigentümer neue Nutzungsmöglichkeiten, da diese Flächen zu einem späteren Zeitpunkt als Ausgleichsfläche veräußert werden können.

3. Für den Naturschutz ist das Ökokonto ebenfalls von großem Nutzen, da mit diesem Instrument der Natur bereits zu einem frühen Zeitpunkt Flächen zur Verfügung gestellt werden und diese dadurch einen so genannten ökologischen Vorlauf erhalten.

Weiter unterstrich der Umweltminister, dass Ökokonto-Flächen handelbar seien: „Der Eigentümer kann sie verkaufen oder auch nur das Ausgleichsrecht gegen eine Entschädigung abtreten. Hierbei schätze ich die in der Verordnung geregelte Wertsteigerung von Ökokontoflächen als sehr attraktiv ein. Ihr Wert steigt solange, bis sie aus dem Ökokonto ausgebucht wird, also bis sie als Ersatzmaßnahme tatsächlich genutzt werden soll. Das ist ein starker Anreiz, Flächen frühzeitig als spätere Ausgleichsflächen zu nutzen und freiwillig Naturschutz zu betreiben“, so von Boetticher.

Folgende Wertsteigerungs-Faktoren können zu Buche schlagen:

1. „Öko-Zinsen“, d.h. für jedes Ökokontojahr gibt es einen Wertzuwachs für die Fläche; dadurch erhöht sich der Kompensationswert mit entsprechenden Auswirkungen auf den Grundstückwert.

2. Zusätzlich gibt es Zuschläge für die Lage der Fläche, d.h. in den Schwerpunktbereichen des Naturschutzes, dem Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem des Landes, erhält ein Ökokonto weitere Bonuspunkte.

3. Weitere Wertsteigerungen erfolgen, wenn auf einer Ökokonto-Flächen besonders hochwertige Biotope geschaffen werden (Biotope, die nach § 25 Landesnaturschutzgesetz geschützt sind oder Lebensraumtypen nach der europäischen FFH-Richtlinie). Zuschläge gibt es auch für besondere Maßnahmen für den Artenschutz, dies kann etwa Laichgewässer für Amphibien oder die Schaffung von Kleinstrukturen im Ackerbereich umfassen.

Im Ergebnis bedeutet es, dass zum Beispiel eine Fläche in der Größe von 10.000 Quadratmetern den Wert von 15.000 Ökopunkten erhalten kann, die einer Kompensation von 15.000 Quadratmetern entsprechen (Wertsteigerung: 50 Prozent) Auch noch höhere Wertsteigerungen sind möglich. Das hängt dann von den im Einzelfall durchgeführten Maßnahmen ab. Rechtsgrundlage für die Verordnung ist § 12 Abs. 8 des neuen Landesnaturschutzgesetzes in Schleswig-Holstein.

Umweltminister von Boetticher ergänzte weiter, dass in der Verordnung noch zwei weitere für die Eingriffsregelung wichtige Bereiche geregelt werden, das Ausgleichflächenkataster und die räumliche Zuordnung von Ersatzmaßnahmen zum Eingriffsvorhaben: „Auch diese neuen landesweiten Vorgaben tragen sowohl beim Ökokonto als auch bei allen anderen Eingriffsvorhaben dazu bei, dass Kompensationsmaßnahmen flexibler und einfacher durchgeführt werden können als bisher, ohne die bestehenden naturschutzfachlichen Standards zu senken“, so der Minister.

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13. Mai 2008

BVL genehmigt Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sieht bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen keine Risiken für Mensch und Umwelt

Berlin (agrar.de) – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute der Universität Rostock die Freisetzung von gentechnisch verändertem Sommerweizen genehmigt. In den Gemeinden Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern) und Ausleben-Üplingen (Sachsen-Anhalt) dürfen zwischen 2008 und 2010 auf maximal 72 Quadratmetern je Standort und Jahr gentechnisch veränderte Weizenpflanzen kultiviert werden. Der Weizen ist nicht für den menschlichen Verzehr oder eine Verfütterung vorgesehen und muss nach Abschluss der Untersuchungen vernichtet werden.

Das BVL kommt in seiner Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch keine schädlichen Einflüsse auf Menschen und Tiere sowie für die Umwelt zu erwarten sind, verfügt aber vorsorglich Sicherheitsmaßnahmen. Die Versuchsfläche wird im Abstand von mindestens 50 Metern zu anderen Weizenfelder angelegt. Außerdem wird die Freisetzungsfläche mit einer Mantelsaat aus gentechnisch nicht verändertem Weizen umgeben. Hierdurch wird in Verbindung mit weiteren Auflagen des Genehmigungsbescheides die bei einem Selbstbestäuber wie Weizen ohnehin geringe Möglichkeit des Auskreuzens weiter minimiert. Das gentechnisch veränderte Saat- und Erntegut muss gekennzeichnet und getrennt von konventionellem Weizen gelagert werden. Damit Wildtiere keine Weizenkörner verschleppen können, wird die Fläche vom Antragsteller engmaschig eingezäunt und während der Aussaat und des Heranreifens der Körner mit einem Vogelnetz geschützt. Nach der Ernte wird das Weizenstroh auf der Freisetzungsfläche flach in den Boden eingearbeitet, um die Keimung eventuell ausgefallener Samenkörner zu erleichtern. Die Fläche muss während zweier Jahre nach dem Versuch auf nachwachsenden Weizen kontrolliert werden. Sollte während des letzten Jahres der Nachkontrolle gentechnisch veränderter Weizen nachgewachsen sein, so ist die Kontrolle um ein Jahr zu verlängern. Für die Überwachung der im Bescheid enthaltenen Bestimmungen sind Behörden der Bundesländer verantwortlich.

In dem Freilandversuch sollen gentechnisch veränderte Weizenlinien untersucht werden, die gegen einen das Getreide befallenden Pilz, den Weizenflugbrand, resistent sind. Das übertragene Gen entstammt einem Virus, das in einem Schaderreger des Mais, dem Maisbeulenbrand, zu finden ist. Die gleichen gentechnisch veränderten Weizenlinien wurden im Jahre 2004 bereits in einem Feldversuch durch die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich in der Schweiz freigesetzt. In dem jetzt genehmigten Versuch sollen weitere Daten zur Pilzresistenz des gentechnisch veränderten Weizens unter praxisnahen Anbaubedingungen erhoben werden.

Der Öffentlichkeit wurde durch die Auslegung der Antragsunterlagen die Möglichkeit zur Einsicht und Stellungnahme gegeben. Die rund 7400 Einwendungen wurden bei der fachlichen und rechtlichen Bewertung des Antrags geprüft und im Genehmigungsbescheid gewürdigt. Für die Entscheidung des BVL wurden Stellungnahmen des Bundesamtes für Naturschutz, des Bundesinstitutes für Risikobewertung und des Robert-Koch-Institutes berücksichtigt. Gleichzeitig wurden Stellungnahmen des unabhängigen Wissenschaftler- und Sachverständigengremiums, der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit, und des Julius-Kühn-Institutes in die Entscheidung einbezogen. Darüber hinaus wurden fachliche Stellungnahmen der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt eingeholt und berücksichtigt.

Hintergrundinformation

Das BVL ist zuständig für den Vollzug wichtiger Teile des Gentechnikgesetzes. Es berät die Bundesregierung sowie die Länder und ihre Gremien in Fragen der biologischen Sicherheit in der Gentechnik. Gentechnisch veränderte Organismen müssen zunächst ein Genehmigungsverfahren beim BVL positiv durchlaufen, ehe sie freigesetzt werden dürfen. Ferner führt das BVL die Geschäftsstelle der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit. Das BVL ist die national zuständige Behörde für gemeinschaftliche Genehmigungsverfahren der EU zum Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen und koordiniert für Deutschland die BIO-TRACK-Datenbank der OECD. Als nationale Kontaktstelle des Internationalen Übereinkommens über die biologische Sicherheit managt das BVL für Deutschland den Informationsaustausch über lebende gentechnisch veränderte Organismen im so genannten Biosafety Clearing House.

In Deutschland ist bislang nur der gentechnisch veränderte Mais MON 810 des Unternehmens Monsanto zum kommerziellen Anbau zugelassen. Er wurde im Jahr 2007 auf rund 2700 Hektar angebaut. Dies entspricht rund 0,15 Prozent der gesamten Maisanbaufläche in Deutschland.

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Mecklenburg-Vorpommern: Anbau von Futterpflanzen für energetische Zwecke beeinflusst wirtschaftliche Ausrichtung der Betriebe

Schwerin (agrar.de) – Spezialisierungsrichtung und Produktionsschwerpunkt eines Landwirtschaftsbetriebes spiegeln sich in der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung nach einheitlicher EU-Typologie wider. Wie das Statistische Amt mitteilt, sind demnach 2.068 bzw. 38,1 Prozent der 5.432 Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern Futterbaubetriebe und weitere 2.045 Betriebe bzw. 37,6 Prozent Ackerbaubetriebe. Die Konzentration auf die Veredlung über die Schweine- und Geflügelhaltung hingegen hat nach wie vor eine geringere wirtschaftliche Bedeutung.

Offensichtlich begünstigt die zunehmende energetische Nutzung der Futterpflanzen die betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Landwirtschaftsbetriebe auf den Futterbau. Bei nahezu stabilen Viehbeständen vergrößerte sich die Anbaufläche von Feldfutter gegenüber 2005 um 30 Prozent auf 152.600 Hektar im Jahr 2007. Mehr als zwei Drittel davon, 102.600 Hektar, ist Silomais. Dieser wird zu 21 Prozent energetisch genutzt. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Futterbaubetriebe, die sich wirtschaftlich auf die Rinder- und Schafhaltung einschließlich des damit verbundenen Futterbaus (Ackerfutter, Wiesen und Weiden) ausrichten, um 23 Prozent erhöht. Die Anzahl der Ackerbaubetriebe hingegen, die vorwiegend Getreide, Hackfrüchte, Ölfrüchte und andere Feldfrüchte mit Ausnahme von Futterpflanzen erzeugen, hat sich um 4 Prozent verringert.

Nur wenige Betriebe hierzulande werden den Gartenbau- und Dauerkulturbetrieben, die sich auf den Gartenbau, wie die Erzeugung von Zierpflanzen, Baumschulerzeugnissen und Obst, spezialisiert haben, zugeordnet. Ihr Anteil an allen Landwirtschaftsbetrieben beträgt, wie schon 2005, lediglich 3 Prozent.

Die vorrangige Ausrichtung auf die Veredlung, das ist die Haltung von Schweinen bzw. Geflügel zu mehr als zwei Dritteln der Wirtschaftstätigkeit, spielt in Mecklenburg-Vorpommern nach der Zahl der Betriebe mit einem Anteil von rund 3 Prozent eine untergeordnete Rolle. Wesentlich bedeutsamer sind Betriebe, die sich in keine Richtung spezialisiert haben und als so genannte Pflanzenbau-Viehhaltungsbetriebe einen Anteil von fast 14 Prozent ausmachen.

Der Anteil der Landwirtschaftsbetriebe ohne Vieh erhöhte sich bis 2007 gegenüber 2005 von 30 auf 31 Prozent. In anderen Flächenländern mit ähnlichen natürlichen Produktionsbedingungen lag 2005 dieser Anteil mit 18 und 19 Prozent (Schleswig-Holstein und Niedersachen) bzw. 25 Prozent (Brandenburg) zum Teil wesentlich darunter.

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Milcherzeugung und Verwendung 2007 in Thüringen

Themen: Milch,Rinder,Statistik,Thüringen,Tierbestände — info @ 13:05

Erfurt (agrar.de) – Im Jahr 2007 gaben die Kühe von Thüringer Landwirten insgesamt 942.800 Tonnen Rohmilch. Im Jahresdurchschnitt wurden 116 700 Milchkühe gehalten, 2.700 Tiere weniger als 2006. Erneut wurde die Produktivität der Milchkühe gesteigert. Im Durchschnitt gab jedes Tier 8.079 Kilogramm Milch. Das entsprach einer Leistungssteigerung gegenüber dem Jahr zuvor um 186 Kilogramm je Tier bzw. um 2,4 Prozent. Somit wurde laut Landesamt für Statistik trotz sinkender Bestände die Milchmenge von 2006 leicht überboten (+ 800 Tonnen bzw. + 0,1 Prozent).

An Molkereien lieferten die Thüringer Milcherzeuger im vergangenen Jahr insgesamt 916.700 Tonnen Rohmilch. Das war annähernd die gleiche Menge wie auch 2006. Weitere 26.100 Tonnen Milch wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben selbst verwendet. Diese Milch wurde überwiegend verfüttert (82 Prozent des Eigenverbrauches).

Der Milchauszahlungspreis in Thüringen lag mit 33,41 Cent je Kilogramm (Basis: 3,7 Prozent Fett; 3,4 Prozent Eiweiß; ab Hof; einschließlich Zuschüsse/Abschlagszahlungen; ohne Mehrwertsteuer) um 22 Prozent über dem Wert des Jahres zuvor (2006: 27,28 Cent je Kilogramm). Die jeweiligen Vorjahreswerte wurden in allen Monaten 2007 überschritten, wobei ab 2. Halbjahr 2007 ein wesentlich höherer Preis erzielt werden konnte.

Die im Jahr 2007 an Thüringer Molkereien angelieferte Milch erreichte einen tatsächlichen Fettgehalt von 4,04 Prozent (2006: 4,00 Prozent) und der tatsächliche Eiweißgehalt lag bei 3,41 Prozent (2006: 3,39 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
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