28. Mai 2008

NRW: Neue Broschüre über Natur- und Umweltschutz in der Landwirtschaft

Themen: Medien,Naturschutz,Nordrhein-Westfalen,Umwelt — info @ 15:05

Düsseldorf (agrar.de) – „Agrarumweltmaßnahmen und Vertragsnaturschutz – Förderung einer besonders umweltschonenden Landwirtschaft“ ist der Titel einer neuen Broschüre des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums. Sie informiert ausführlich über die Leistungen der Landwirtschaft für den Natur- und Umweltschutz. Zurzeit werden in Nordrhein-Westfalen – auf der Basis zahlreicher Förderprogramme des Landes – rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche umwelt- und naturschonend bewirtschaftet.

„Die Pflege der Kulturlandschaft und der Erhalt gefährdeter Tier- und Pflanzenarten lässt sich nur zusammen mit der Landwirtschaft erreichen“, so Umweltminister Eckhard Uhlenberg. „Deshalb fördert das Land Agrarumweltmaßnahmen und den Vertragsnaturschutz mit erheblichen Mitteln.“ Für den Zeitraum zwischen 2007 und 2013 sind rund 340 Millionen Euro von der Europäischen Union sowie der Bundes- und Landesregierung für die Förderung von Agrarumweltmaßnahmen und für den Vertragsnaturschutz eingeplant. Diese Mittel fließen unter anderem in die Grünlandextensivierung, den Erhalt aussterbender Haustierrassen oder in den ökologischen Landbau.

Die Broschüre „Agrarumweltmaßnahmen und Vertragsnaturschutz – Förderung einer besonders umweltschonenden Landwirtschaft“ ist kostenlos erhältlich beim Infoservice des Umweltministeriums unter der Telefonnummer 0211/4566 – 666, per Fax unter 0211/4566 – 388 oder per E-Mail unter infoservice@munlv.nrw.de.

Broschüre zum Download als PDF (3.2 MB)

RLV: Milchlieferboykott bleibt Unternehmerentscheidung

Themen: Milch,Nordrhein-Westfalen,Verbände — info @ 14:05

Bonn (agrar.de) – Die deutschen Milchbauern machen in diesen Tagen mit großem Nachdruck auf die für sie existenzbedrohliche Entwicklung der Milcherzeugerpreise aufmerksam – Landwirte verweigern in nicht geringer Zahl sogar eine weitere Auslieferung der Milch.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) dazu mitteilt, sei die Ursache hierfür die unverantwortliche Ausübung von Marktmacht durch den Lebensmitteleinzelhandel, die einen deutlichen Rückgang der Milcherzeugerpreise zur Folge habe. Deshalb begrüßt der RLV die Einschaltung des Kartellamtes durch den Deutschen Bauernverband (DBV). Zusammen mit dem DBV fordert der RLV die Molkereien und Erzeugergemeinschaften unmissverständlich zu solidarischem Handeln auf.

Wie der RLV weiter mitteilt, zeigten alle Meinungsbefragungen, dass sich die Verbraucher den deutschen Milchbauern verbunden fühlen und bereit seien, höhere Preise zu zahlen, wenn diese beim Landwirt ankommen. Insoweit hätten auch die harten Bauernverbands-Aktionen vor den Filialen des Lebensmitteleinzelhandels und Molkereien wie Müller-Milch Wirkung gezeigt. Über diese Aktionen hinaus griffen nun nicht wenige Betriebe zum äußersten Mittel, dem Lieferboykott. Die Entscheidung für oder gegen einen Lieferboykott hat der RLV aufgrund des uneinheitlichen Meinungsbildes seiner Mitglieder jedem Milcherzeuger schon frühzeitig anheim gestellt. Dies bedeute, dass der Verband selbstverständlich die unternehmerische Entscheidung eines jeden Landwirtes in der Solidarität aller Milcherzeuger respektiere. Bei allen Maßnahmen gelte es zugleich, so der RLV, die Sympathien der Bevölkerung zu erhalten.

„Das gemeinsame Ziel aller Milchbauern ist und bleibt, schnellstmöglichst die Preiseinbrüche dieses Frühjahres wieder auszugleichen und dauerhaft gewinnbringende Erzeugerpreise zu erzielen“, betont der RLV. Die Perspektiven dafür auf dem deutschen und europäischen Markt seien nicht schlecht.

Links zum Thema Verbände.

Pferdefutter: Nicht immer drin, was draufsteht

Themen: Futtermittel,Industrie,Statistik — info @ 14:05

Bonn (agrar.de) – 26 Ergänzungsfutter für Reitpferde von 17 Herstellern hat der Verein Futtermitteltest im vergangenen Jahr analysiert. In Laboruntersuchungen wurde geprüft, ob die Futtermittel halten, was die Hersteller versprechen. Dabei wurden nicht nur die Gehalte an Rohprotein und Rohfaser, sondern auch Mineralstoffe und Fett unter die Lupe genommen, teilt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen mit.

Bei elf Futtermitteln entsprachen die analysierten Inhaltsstoffe nicht den Angaben auf der Verpackung. Besonders bedeutend sind dabei vor allem die Abweichungen beim Calcium- und Phosphorgehalt.

Sehr unterschiedlich waren auch die Angaben der Hersteller zum Einsatz der Futtermittel. Hier reichte die Spannweite von detaillierten Angaben zur täglichen Futtermenge bei unterschiedlicher Beanspruchung bis zum völligen Verzicht auf Informationen zum Einsatzbereich und Verwendungszweck. Insgesamt sind die Futtermittel sehr unterschiedlich in ihren Rezepturen, da Ergänzungsfutter als Zusatz zum Raufutter gefüttert werden. Welches Ergänzungsfutter deshalb passend für ein Pferd ist, hängt von der Futtermenge und -qualität ab, aber auch wie viel Bewegung die Tiere haben und in welchem körperlichen Zustand sie sind.

Die ausführlichen Testergebnisse der Ergänzungsfutter für Reitpferde gibt es im Internet. Der Verein für Futtermitteltest ist ein Zusammenschluss der Landwirtschaftskammern und Landesbauernverbände in Deutschland, der regelmäßig Warentests für Futtermittel durchführt. Die Arbeit wird durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstützt.

Brandenburg: Mehr gewerbliche Schweineschlachtungen in im ersten Quartal

Potsdam (agrar.de) – Die Zahl der gewerblichen Schweineschlachtungen ist im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 10,8 Prozent auf 470.357 Tiere gestiegen. Wie
das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, nahm darunter die Zahl der Schlachtungen von Schweinen ausländischer Herkunft (vor allem aus Dänemark) um 79,5 Prozent auf 59.734 Tiere zu.

Im ersten Quartal 2008 wurden 5.273 Rinder (ohne Kälber) gewerblich geschlachtet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Rückgang um 62,8 Prozent. Bei den gewerblichen Schafschlachtungen war mit 18.334 Schlachtungen gegenüber dem Vorjahresquartal ein Zuwachs um 92,4 Prozent zu verzeichnen.

Aufgrund des Anstiegs bei den gewerblichen Schweineschlachtungen hat auch deren Schlachtmenge zugenommen. Sie erhöhte sich im ersten Quartal 2008 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent auf 42.538 Tonnen. Bedingt durch die geringeren gewerblichen Schlachtzahlen bei den Rindern ergab sich eine Reduzierung der Schlachtmenge bei diesen Tieren. So nahm die Schlachtmenge von 4.292 Tonnen im ersten Quartal 2007 auf 1.524 Tonnen im ersten Quartal 2008 ab (–64,5 Prozent). Die Schafschlachtmenge erhöhte sich im betrachteten Zeitraum um 92,5 Prozent auf 403 Tonnen.

Der Anteil des Schweinefleisches an der gewerblichen Fleischproduktion (ohne Geflügelfleisch) stieg von 89,5 Prozent auf 95,6 Prozent in den ersten drei Monaten des Jahres 2008. Der Rindfleischanteil (ohne Kälber) umfasste 3,4 Prozent (Vergleichszeitraum 2007: 9,9 Prozent).

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Brandenburg.

27. Mai 2008

Brandenburg: 5.332 Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke im Jahr 2007

Themen: Brandenburg,Pacht&Besitz,Statistik — info @ 14:05

Potsdam (agrar.de) – Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, wurden im Land Brandenburg im Jahr 2007 insgesamt 5.332 Verkaufsfälle landwirtschaftlicher Grundstücke mit einer verkauften Fläche von 26.117 Hektar ermittelt. Der durchschnittliche Kaufwert je Hektar lag bei 2.998 Euro.

Der Anteil der landwirtschaftlichen Nutzfläche an der verkauften Fläche insgesamt betrug 96,5 Prozent, wobei je Hektar ein Kaufwert von 3.107 Euro erzielt wurde. Je Verkaufsfall wurden durchschnittlich 5 Hektar landwirtschaftliche Fläche veräußert.

Bei nahezu allen Verkäufen (99,8 Prozent) wechselten Grundstücke ohne Gebäude und Inventar den Eigentümer. Die erzielten Kaufwerte waren regional sehr unterschiedlich. Überdurchschnittliche Kaufwerte je Hektar wurden in Potsdam (3.853 Euro) sowie in den Landkreisen Uckermark (4.421 Euro), Oberhavel (4.258 Euro), Barnim (3.216 Euro) und Märkisch-
Oderland (3.146 Euro) ermittelt. Deutlich unter dem Landesdurchschnitt lagen die Kaufwerte je Hektar in den Landkreisen Oberspreewald-Lausitz (1.811 Euro), Dahme-Spreewald (2.069 Euro) und Oder-Spree (2.086 Euro).

Die veräußerte landwirtschaftliche Fläche je Kaufall war am größten in den Landkreisen Uckermark (7,33 ha), Ostprignitz-Ruppin (7,03 ha), Havelland (5,65 ha), Märkisch-Oderland (5,61 ha), und Prignitz (5,52 ha). 233 begünstigte Verkäufe von landwirtschaftlichen Flächen ohne Gebäude und Inventar wurden im Land Brandenburg durch die Bodenverwertungs- und –verwaltungs GmbH getätigt. Dabei wurden 9.536 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche veräußert und ein Kaufwert von 2.054 Euro je Hektar erzielt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Brandenburg.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

FDP zum Milchboykott: Symbolpolitik reicht nicht

Themen: Milch — info @ 14:05

Entlastungen bei Energiekosten notwendig

Berlin (agrar.de) – Zum Lieferboykott der Milchbauern erklärt der agrarpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Hans-Michael Goldmann:

‚Ich fordere die Bundesregierung auf, neben der notwendigen symbolischen Unterstützung endlich die Rahmenbedingungen für die heimischen Milchbauern zu verbessern. Insbesondere die gestiegenen Energie- und Futtermittelkosten sind zu einem Standortnachteil für Deutschland geworden. Deshalb ist eine Entlastung bei der Ökosteuer und Agrardieselbesteuerung dringend geboten. Alleine die Ökosteuer belastet die deutsche Agrarwirtschaft Jahr für Jahr mit über 500 Millionen Euro. Zudem muss eine weitere Erhöhung der Futtermittelkosten über Importbeschränkungen für gentechnisch veränderte Eiweißfuttermittel aus Übersee verhindert werden.

Alleine mit Symbolpolitik sind die Probleme der Milchbauern nicht zu lösen. Das gilt z. B. für das gescheiterte Gesetz zum Verbot des Verkaufs unter Einstandspreis. Damit wurden keine auskömmlichen Milchpreise gesichert und keine Gammelfleischskandale verhindert. Schließlich ist Planungsunsicherheit und Verlässlichkeit notwendig. Nur wenn die Milchquote tatsächlich zum 31. März 2015 ausläuft, können die deutschen Milchbauern ihre Chancen am boomenden Weltmarkt nutzen.

Die FDP-Bundestagsfraktion sieht vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um fehlende Nahrungsmittel in einem Lieferboykott das falsche Signal. Denn damit stellt sich unweigerlich die Frage, wie die überschüssige Milch sinnvoll genutzt werden kann, um ein „Wegschütten“ zu verhindern.‘

Links zum Thema Politik.

Grüne: Faire Milchpreise für die Bauern

Themen: Milch — info @ 14:05

Berlin (agrar.de) – Anlässlich des Milchlieferboykotts des Bundes Deutscher Milchhalter (BDM) erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik und Verbraucherfragen von Bündnis 90 / Die Grünen:

‚Wir begrüßen den Lieferboykott der im Bund Deutscher Milchhalter (BDM) organisierten Milchbauern. Damit greifen die Milchbauern zum letzten Druckmittel für faire Erzeugerpreise. Die Betriebe melken sich mit jedem Liter Milch in den Ruin. Sie müssen die gestiegenen Energie-, Futter-, Dünger- und Pflanzenschutzpreise umlegen können, sonst kann sich die Erzeugung nicht mehr rechnen. Wir brauchen eine breite Milchproduktion im gesamten Bundesgebiet, insbesondere die Stärkung von benachteiligten Gebieten wie Mittelgebirgs- und Grünlandregionen. Die Existenzfähigkeit und Qualität der Milcherzeugung in ganz Deutschland kann nur gewahrt werden, wenn sich die gestiegenen Kosten der Betriebe auch tatsächlich in erhöhten Erzeugerpreisen niederschlagen. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies nur eine sehr geringe Endverbraucherpreiserhöhung.

Seehofers Milchpolitik scheitert schon jetzt an der Realität. Der geplante komplette Ausstieg aus der Mengenregulierung ist falsch und würde ein großes Risiko für die Milcherzeugung bedeuten. Per Schnellschuss einen EU-finanzierten nebulösen Milchfonds anzukündigen, obwohl die Kommission bei den Legislativvorschlägen zum „Health Check“ die finanzielle und inhaltliche Verantwortung für den Ausstieg aus der Milchquotenregelung an die Mitgliedstaaten übertragen hat, ist nur weiße Salbe und keine reale Unterstützung. Gleichzeitig lehnt Seehofer die Finanzierung über die Direktzahlungen ab, da er sonst sagen müsste, wem er diese Finanzmittel für den Fonds wegnehmen will. Wir brauchen keine Markt-Neoliberalisierung à la Seehofer, sondern moderne Marktregulierungsinstrumente, wie es der BDM auch fordert. Die völlige Aufgabe der Milchregulierung muss gestoppt werden.

Wir fordern den Deutschen Bauernverband auf, den BDM und die Milchbauern zu unterstützen, und den Handel, zu angemessenen Erzeuger- wie Verbraucherpreisen beizutragen.‘

Links zum Thema Politik.

Milchstreik: AbL ruft zur breiten Solidarität mit den Milcherzeugern auf

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:05

Hamm (agrar.de) – Heute haben Milchbauern und Bäuerinnen im Bundesverband Deutscher Milcherzeuger (BDM) ihre Milchlieferung an die Molkereien für unbefristete Zeit unterbrochen. „Der Milchstreik ist das äußerste Mittel, das wir Milcherzeuger haben. Wir setzen es jetzt ein, weil alle Gespräche und Versuche, mit den Molkereien zu konkreten Maßnahmen für einen fairen Milchpreis zu kommen, gescheitert sind“, so Maria Heubuch, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Natürlich geht es uns um einen Milchpreis, der die Kosten der Milcherzeugung einschließlich unsere Arbeit fair bezahlt. Es geht aber um mehr. Bisher sind die Milcherzeuger von den anderen Marktbeteiligten als eigenständige Akteure nicht ernst genommen worden. Dabei sind sie alle davon abhängig, dass wir die Milch erzeugen. Letztlich geht es die ganze Gesellschaft an, denn wenn wir unsere Arbeit nicht bezahlt bekommen, steht die bäuerlich strukturierte Milcherzeugung in Europa auf dem Spiel“, erläutert Heubuch, die zu den Rednerinnen der BDM-Kundgebung in Freising gehörte.

Der AbL-Bundesvorsitzende Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf ergänzt: „Milch ist Leben, Milch ist Macht – nur ist diese Macht bisher nicht von den Bauern ausgegangen. Sie sind von der Milchindustrie und vom Bauernverband nie ernst genommen worden. Das muss und das wird sich jetzt ändern“, bewertet der AbL-Vorsitzende. „Jahrzehnte lang ist viel über Maßnahmen gesprochen worden, mit denen angeblich die bäuerliche Landwirtschaft gerettet werden sollte. In diesen Jahrzehnten sind zwei Drittel der bäuerlichen Betriebe zerstört worden. Die Milchbauern im BDM ziehen aus diesen Erfahrungen die Konsequenzen und nehmen ihr Heft jetzt selbst in die Hand. Es betrifft aber nicht nur die Bauern. Es ist jetzt auch für die gesamte Gesellschaft die letzte Gelegenheit, ihre bäuerliche Landwirtschaft zu sichern“, so Graefe zu Baringdorf.

Deshalb ruft die AbL alle gesellschaftlichen Kräfte auf, den BDM und die Milcherzeuger in ihrem Kampf zur möglichst schnellen Durchsetzung ihrer Forderungen zu unterstützen und so mit dazu beizutragen, den notwendigen Milchlieferstreik so kurz wie möglich zu halten.

Links zum Thema Verbände.

Verbände: Faire Milchpreise für Bauern weltweit dringend notwendig

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:05

Kostendeckende Erzeugerpreise in Europa sind eine Voraussetzung für einen fairen Handel mit Afrika

Stuttgart/Hamm (agrar.de) – Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), „Brot für die Welt“, FIAN und Germanwatch unterstützen die Forderung der Milchbauern nach kostendeckenden Erzeugerpreisen in Deutschland. Der Lieferstopp sei dazu ein legitimes Mittel, nachdem Gespräche mit Molkereien ins Leere gelaufen waren. Zu dem Preisdruck hat nicht zuletzt die von der EU-Kommission durchgesetzte kurzfristige Ausdehnung der Milchquote in der EU um zwei Prozent im April diesen Jahres geführt.

Die Bauern wollen die nun nicht vermarktete Milch möglichst anderweitig zur Nahrungsmittelproduktion verwenden, können aber auch das Wegschütten von Milch nicht ausschließen.

„Aus ethischen Gründen ist es bedenklich, wenn Nahrungsmittel weggeschüttet werden“, sagt Carolin Callenius von „Brot für die Welt“. „Auch den Bauern bricht es fast das Herz, wenn sie ihre Milch nicht mehr abliefern können.

Deshalb hoffen wir, dass baldmöglichst faire Erzeugerpreise vereinbart werden.“ Kostendeckende Preise in der EU und eine auf den europäischen Binnenmarkt ausgerichtete Milchproduktion seien auch eine wichtige Voraussetzung, um Dumpingeffekte in Entwicklungsländern zu verhindern.
Bisher haben überschüssige billige EU-Milchprodukte häufig„Untersuchungen in Sambia haben ergeben, dass der Milchpreis im Land vom Preis für importiertes Milchpulver beeinflusst wird“, sagt Tobias Reichert von Germanwatch. Höhere Importe von Milchprodukten gefährden so die Einkommen der Erzeuger. „Die EU plant derzeit eine Produktions- und Exportsteigerung und zwingt zugleich über so genannte Wirtschaftspartnerschaften die Länder Afrikas, ihre Märkte zu öffnen“, fügt Armin Paasch von FIAN Deutschland hinzu. „Diese Mischung aus Dumping und Liberalisierung ist eine akute Bedrohung für das Menschenrecht auf Nahrung afrikanischer Milchbauern.“ „Die Molkereien haben in Schleswig-Holstein den Milchpreis fast um ein Drittel gesenkt. Einige Molkereien zahlen mittlerweile weniger als dreißig Cent je Liter Milch.

Davon kann kein Milchbauer leben“, sagt Bernd Voß, Milchbauer in Schleswig-Holstein und Vorstandsmitglied der AbL. „Wir unterstützen die Milchbauern des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter bei ihrem Lieferstreik, damit langfristig ein kostendeckender Erzeugerpreis von mindestens 43 Cent je Liter erreicht wird. Dafür ist auch ein wichtiger Baustein, die Milchmengenregulierung in der EU flexibel zu gestalten und Übermengen wirksam vom Markt zu nehmen.“

Links zum Thema Verbände.

DBV zur aktuellen Situation bei Milch

Themen: Milch,Verbände — info @ 14:05

Berlin (agrar.de) – Die deutschen Milchbauern machen in diesen Tagen mit großem Nachdruck auf die für sie existenzbedrohliche Entwicklung der Milcherzeugerpreise aufmerksam. Ursache hierfür ist die missbräuchliche Ausübung von Marktmacht durch den Lebensmitteleinzelhandel. Deshalb müssen sich die Milchbauern wehren.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert die Molkereien und Erzeugergemeinschaften unmissverständlich zu solidarischem Handeln auf und hat auch das Kartellamt informiert.

Alle Meinungsbefragungen zeigen, dass sich die Verbraucher den deutschen Milchbauern verbunden fühlen. Deshalb auch die harten Bauernverbands-Aktionen vor den Zentralen des Lebensmitteleinzelhandels und großer Molkereien.

Die überwiegende Mehrheit der 100.000 Milcherzeuger stehe einem unbegrenzten Lieferstreik reserviert gegenüber, so der DBV. Der Verband respektiere aber die unternehmerische Entscheidung jedes Landwirtes in der Solidarität aller Milcherzeuger. Zusammen mit seinen Landesbauernverbänden werde er jetzt jedem einzelnen Milcherzeuger zur Seite stehen. Dabei werde er darauf achten, dass bei allen Maßnahmen die Sympathien der Bevölkerung nicht verspielt werden.

Das gemeinsame Ziel aller Milchbauern ist und bleibt es, schon in der zweiten Jahreshälfte die Preiseinbrüche dieses Frühjahres wieder auszugleichen. Die Zeichen dafür stehen auf dem deutschen und europäischen Markt nicht schlecht.

Links zum Thema Verbände.

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