28. Mai 2008

WLV: Milchbauern haben ein Recht auf höhere Preise

Themen: Milch,Nordrhein-Westfalen,Verbände — info @ 21:05

Präsident Möllers: „Alle Bauern wünschen dem Lieferstopp Erfolg, erwarten aber auch Respekt vor den Meinungen anderer!“

Münster (agrar.de) – Nachdem in zahlreichen Gesprächen mit dem Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien in den letzten Monaten und Jahren vergeblich versucht wurde, ein angemessenes Preisniveau für Milch und Milchprodukte durchzusetzen, sind seit gestern Milchbauern dazu übergegangen, ihre Milch bis auf Weiteres nicht mehr an ihre Vertragsmolkereien zu liefern. Zu diesem Lieferstopp äußerte sich in Münster der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) und Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands (DBV), Franz-Josef Möllers:

„Der begonnene Milchlieferstreik ist Ausdruck der großen wirtschaftlichen Not auf vielen Betrieben und stößt derzeit auf Verständnis bei weiten Teilen der Bevölkerung und auch Medien. Alle Bauern, ob Milchviehhalter oder nicht, wünschen so schnell wie möglich einen deutlichen und dauerhaften Anstieg der Erzeugerpreise für Milch, denn nur wenn dies geschieht, werden unsere bäuerlichen Familienbetriebe eine Zukunft haben. Aus diesem Grunde hofft auch der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband gemeinsam mit den streikenden Bauern, dass der Lieferstopp Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel dazu bewegen wird, kurzfristig angemessenere Preise für Milchprodukte zu vereinbaren.“

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband weist jedoch darauf hin, dass es unter den Milchbauern in Westfalen-Lippe sehr umstritten ist, inwieweit die Durchführung eines Lieferstreiks geeignet ist, die strukturellen Probleme im Milchsektor im Sinne der Erzeuger zu lösen. Hierzu WLV-Präsident Möllers: „Wir respektieren die freie unternehmerische Entscheidung eines jeden Milchbauern, sich am Lieferstopp zu beteiligen. Den gleichen Respekt verlangen wir aber auch für diejenigen Milchbauern, die sich gegen eine solche Maßnahme entscheiden.“

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