13. Mai 2008

Mehr Getreide auf den Äckern im Südwesten

Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung eine wesentliche Ursache
Stuttgart (agrar.de) – Das Aussetzen der obligatorischen Flächenstilllegung beeinflusste erwartungsgemäß die Anbauentscheidungen der Landwirte. Nach den Meldungen der Betriebsberichterstatter des Statistischen Landesamtes von Mitte April wurden insbesondere die Hauptgetreidearten gegenüber dem Vorjahr deutlich ausgedehnt, so Winterweizen (228.000 Hektar, ha) und Wintergerste (108.200 ha) um jeweils rund 4 Prozent, Sommergerste (85.700 ha) um knapp 3 Prozent.

Beim Hafer setzte sich der langjährige Abwärtstrend, wenn auch etwas gebremst, fort. Ein Minus von 3 Prozent auf 29.000 ha. Dagegen wurde der Anbau von Triticale (22.700 ha; +14 Prozent) kräftig ausgedehnt. Diese ertragssichere und hinsichtlich der Standorteigenschaften genügsame Züchtung aus Winterweizen und Roggen wird überwiegend als Futtergetreide genutzt. Die Anbauausdehnung dürfte aber eher auf die Biogasproduktion und damit die Energiegewinnung zurückzuführen sein. Dieser Gesichtspunkt dürfte bei der Ausdehnung des Körnermaisanbaus (einschl. Corn-Cob-Mix) um 16 Prozent auf 75.000 ha ebenfalls eine Rolle gespielt haben. Zudem kann der Mais infolge des Klimawandels und züchterischer Erfolge heute in den ehemaligen Grenzlagen sicherer zur Ausreife gebracht werden. Umgekehrt stagniert deshalb der Silomais bei 90.400 ha. Winterraps, in den vergangenen Jahren der Nutznießer der Flächenstilllegung, wird unverändert auf 70.600 ha angebaut. Die Diskussion um die Beimischung von Biokraftstoffen war dem Rapsanbau sicherlich nicht förderlich.

Die obigen Angaben müssen aufgrund der vergleichsweise begrenzten Zahl an Berichterstattern noch als vorläufige Anbautendenzen angesehen werden. Auf breiter statistischer Basis abgesicherte Daten über den tatsächlichen Anbau auf dem Ackerland liefert die Bodennutzungshaupterhebung 2008, deren erste Ergebnisse voraussichtlich Ende Juli vorliegen werden.

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