13. Mai 2008

Mecklenburg-Vorpommern: Anbau von Futterpflanzen für energetische Zwecke beeinflusst wirtschaftliche Ausrichtung der Betriebe

Schwerin (agrar.de) – Spezialisierungsrichtung und Produktionsschwerpunkt eines Landwirtschaftsbetriebes spiegeln sich in der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung nach einheitlicher EU-Typologie wider. Wie das Statistische Amt mitteilt, sind demnach 2.068 bzw. 38,1 Prozent der 5.432 Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern Futterbaubetriebe und weitere 2.045 Betriebe bzw. 37,6 Prozent Ackerbaubetriebe. Die Konzentration auf die Veredlung über die Schweine- und Geflügelhaltung hingegen hat nach wie vor eine geringere wirtschaftliche Bedeutung.

Offensichtlich begünstigt die zunehmende energetische Nutzung der Futterpflanzen die betriebswirtschaftliche Ausrichtung der Landwirtschaftsbetriebe auf den Futterbau. Bei nahezu stabilen Viehbeständen vergrößerte sich die Anbaufläche von Feldfutter gegenüber 2005 um 30 Prozent auf 152.600 Hektar im Jahr 2007. Mehr als zwei Drittel davon, 102.600 Hektar, ist Silomais. Dieser wird zu 21 Prozent energetisch genutzt. Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Futterbaubetriebe, die sich wirtschaftlich auf die Rinder- und Schafhaltung einschließlich des damit verbundenen Futterbaus (Ackerfutter, Wiesen und Weiden) ausrichten, um 23 Prozent erhöht. Die Anzahl der Ackerbaubetriebe hingegen, die vorwiegend Getreide, Hackfrüchte, Ölfrüchte und andere Feldfrüchte mit Ausnahme von Futterpflanzen erzeugen, hat sich um 4 Prozent verringert.

Nur wenige Betriebe hierzulande werden den Gartenbau- und Dauerkulturbetrieben, die sich auf den Gartenbau, wie die Erzeugung von Zierpflanzen, Baumschulerzeugnissen und Obst, spezialisiert haben, zugeordnet. Ihr Anteil an allen Landwirtschaftsbetrieben beträgt, wie schon 2005, lediglich 3 Prozent.

Die vorrangige Ausrichtung auf die Veredlung, das ist die Haltung von Schweinen bzw. Geflügel zu mehr als zwei Dritteln der Wirtschaftstätigkeit, spielt in Mecklenburg-Vorpommern nach der Zahl der Betriebe mit einem Anteil von rund 3 Prozent eine untergeordnete Rolle. Wesentlich bedeutsamer sind Betriebe, die sich in keine Richtung spezialisiert haben und als so genannte Pflanzenbau-Viehhaltungsbetriebe einen Anteil von fast 14 Prozent ausmachen.

Der Anteil der Landwirtschaftsbetriebe ohne Vieh erhöhte sich bis 2007 gegenüber 2005 von 30 auf 31 Prozent. In anderen Flächenländern mit ähnlichen natürlichen Produktionsbedingungen lag 2005 dieser Anteil mit 18 und 19 Prozent (Schleswig-Holstein und Niedersachen) bzw. 25 Prozent (Brandenburg) zum Teil wesentlich darunter.

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