09. Mai 2008

Umweltverbände fordern ehrgeizige Ziele bei Ökolandbau und Flächenverbrauch

Themen: Biolandbau,Verbände — info @ 10:05

Berlin (agrar.de) – Nach Auffassung des Deutschen Naturschutzrings (DNR), des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Naturschutzbunds (NABU) werden die von der Bundesregierung 2002 beschlossenen Nachhaltigkeitsziele verfehlt, wenn die nationale Nachhaltigkeitsstrategie nicht stärker in die Regierungspolitik integriert wird. Anlässlich der Veröffentlichung des Entwurfs des Fortschrittsberichts 2008 zur Nachhaltigkeitsstrategie bemängelten die Verbände vor allem das Fehlen ausreichender Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Ökolandbau und Flächenverbrauch.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender, kritisierte, dass es für die Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 20 Prozent keine zeitliche Festlegung gebe. „Das Jahr 2015 als Stichdatum, um das 20-Prozent-Ziel zu erreichen, ist erforderlich und realistisch. Die Bundesregierung soll sich ein gutes Beispiel an Österreich nehmen, das bereits heute 13 Prozent Ökolandbaufläche erreicht hat, während Deutschland bei knapp 5 Prozent stagniert. Dabei wächst die Nachfrage nach Ökolebensmitteln rasant. Knapp 50 Prozent der Ökoprodukte müssen importiert werden. Damit wird eine große wirtschaftliche Chance vertan.“ Die Bundesregierung trage wesentlich zur Stagnation der ökologischen Anbaufläche bei, sagte Weiger. So schütze die neue Gentechnik-Gesetzgebung nicht vor Ernteschäden durch Gentechnik-Einträge. Auch müsse die staatliche Förderung während der zweijährigen Umstellungszeit deutlich erhöht werden.

Thomas Tennhardt, NABU-Vizepräsident, wies darauf hin, dass der Flächenverbrauch drastisch reduziert werden muss. „Bund und Länder sind hier gefordert, falsch ausgerichtete Subventionen und falsche steuerliche Anreize in Richtung Flächensparen, Flächeneffizienz und Gebäudebestandsentwicklung umzulenken. Von zentraler Bedeutung ist dabei eine ökologische Reform des Gemeindefinanzsystems, mit der auch die Entlastung der öffentlichen Haushalte einhergeht.“

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