08. Mai 2008

EU-Landwirte bauen deutlich mehr Getreide an

Anbau steigt auf 58,6 Mio. ha – Vor allem Weizen, Mais und Roggen legen zu

Hannover (agrar.de) – Die europäischen Landwirte haben dem Getreide zur diesjährigen Ernte erheblich mehr Fläche gewidmet als im Jahr zuvor. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, haben die Landwirte den Anbau um schätzungsweise drei Millionen Hektar (ha) oder 5,4 Prozent auf 58,6 Mio. ha ausgeweitet. Dabei führt der Weizen nach den Berechnungen des EU-Dachverbandes des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral) die noch vorläufige Anbau-statistik mit rund 26,24 Mio. ha an, das sind 1,96 Mio. ha oder 8,07 Prozent mehr als 2007. Es folgen Gerste, deren Anbau um 3,13 Prozent auf 14,18 Mio. ha zunahm, und Mais, des-sen Anbaufläche um 5,32 Prozent auf 8,31 Mio. ha gestiegen ist. Während die Haferfläche der Gemeinschaft nur um 1,07 Prozent auf 3,04 Mio. ha gewachsen ist, haben die Landwirte das Roggenareal deutlich ausgeweitet, und zwar um 5,04 Prozent auf 2,71 Mio. ha. Dem Futtergetreide Triticale widmeten die EU-Landwirte 2,52 Mio. ha, das sind 1,2 Prozent mehr als zur Ernte 2007.

In den Anbauentscheidungen der europäischen Landwirte dürften sich insbesondere die weltweite Nachfrage nach Getreide und der starke Preisanstieg im vergangenen Jahr niedergeschlagen haben. Die ungünstige Witterung zur Zeit der Rapsaussaat hat zusammen mit dem kräftigen Anstieg der Getreidepreise und der Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung gleichzeitig dazu geführt, dass die Landwirte den Anbau von Ölsaaten zugunsten des Getreides eingeschränkt haben. In einer ersten – und zu diesem Zeitpunkt immer noch unsicheren – Prognose rechnet Coceral aufgrund der Flächenausdehnung für Getreide bei einem normalen Witterungsverlauf und selbst bei nur durchschnittlichen Erträgen mit einer deutlich höheren Getreideernte 2008 gegenüber dem Jahr zuvor.

Die Landwirte in den 15 „alten“ EU-Staaten haben ihre Getreideanbaufläche ebenfalls ausgeweitet, und zwar um durchschnittlich sechs Prozent auf insgesamt 38,8 Mio. ha. Größter Getreideerzeuger der Gemeinschaft dürfte Frankreich bleiben, wo die Landwirte die Anbaufläche um 3,77 Prozent auf 9,02 Mio. ha ausgedehnt haben. Unter „normalen“ Witterungsbedingungen dürfte Deutschland seine Position als zweitwichtigster Getreideerzeuger der EU ebenfalls behaupten, hierzulande widmeten die Landwirte dem Getreide mit 6,96 Mio. ha rund 4,0 Prozent mehr Fläche als zur Ernte 2007. Überdurchschnittlich sind dagegen die Getreideflächen der „kleineren“ Erzeuger in der alten EU-Ländern gewachsen: So legte die Fläche in Spanien um 5,57 Prozent auf 6,10 Mio. ha zu, die in Italien wuchs um 9,83 Prozent auf 3,56 Mio. ha und für Großbritannien registrier-ten die Statistiker ein Plus von 11,58 Prozent auf 3,18 Mio. ha.

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