31. Mai 2008

Erste Gespäche zwischen BDM und Milchindustrieverband vereinbart

Themen: Milch,Verbände — info @ 18:05

Freising (agrar.de) – Morgen abend wird es zu ersten Kontakten zwischen dem BDM und dem Milchindustrieverband kommen. Damit wird, so hofft der BDM, der Weg zu zielführenden Gesprächen mit der Milchindustrie geöffnet.

Auch heute beteiligen sich die Milcherzeuger nach BDM-Informationen solidarisch und hoch motiviert am Milchlieferstopp. In ganz Deutschland stehen Milchbauern vor den Molkereien und machen auf ihre Situation aufmerksam.

Für große Verärgerung unter den Milcherzeugern sorgen vor allem einige Genossenschaftsmolkereien, die gegen den Willen ihrer eigenen Mitglieder (Genossen), Milch aus dem Ausland beschafften und dafür bis zu 45 Cent pro kg bezahlten. Der BDM ruft in diesem Zusammenhang alle Molkereien, die an einer guten Zusammenarbeit mit den Milcherzeugern interessiert sind, dazu auf, auf ihre Interessensvertretungen dahingehend einzuwirken, dass die am Sonntagabend mit dem Milchindustrie-Verband (MIV) beginnenden Verhandlungen zügig vorangetrieben werden und mit einem positiven Ergebnis für die Milcherzeuger zu Ende gebracht werden.

An vielen Standorten des Lebensmitteleinzelhandels sind die Milchvorräte mittlerweile bereits sichtbar weniger geworden bzw. ganz aufgebraucht. Unsere Nachbarorganisationen melden, dass in Holland und Belgien deutliche Leerstände in den Regalen zu verzeichnen seien. Dass diese schon nach einer so kurzen Zeit sichtbar werden, liegt wohl daran, dass in Vorbereitung auf den Lieferstopp sehr viel Milch aus den Nachbarländern nach Deutschland geliefert wurde. Wenn die Milch nun auch dort knapp wird, dürfte das den Versorgungsengpass hier in Deutschland noch weiter beschleunigen.

Der BDM bedauert sehr, dass die Verbraucher durch die bisherige Verweigerungshaltung des Lebensmitteleinzelhandels und der Molkereiwirtschaft länger als nötig vom Lieferstopp der Erzeuger betroffen sind. Im Interesse der Verbraucher wird der BDM alles in seiner Macht stehende tun, um die am Sonntagabend mit dem Milchindustrie-Verband (MIV) beginnenden Verhandlungen zu einem zügigen Ende zu bringen.

Weiter wird am Montag, 2. Juni, ein bundesweiter Aktionstag vor den Molkereien stattfinden, um zu verdeutlichen, dass die Milcherzeuger es nicht hinnehmen werden, dass Molkereiwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel auf Zeit spielen und die Verhandlungen in die Länge ziehen.
Um mit seinen Marktpartnern künftig auf Augenhöhe verhandeln zu können, sieht sich der BDM gezwungen, den Milchlieferstopp solange fortzuführen, bis die aufgestellten Forderungen nach Teilhabe am Markt und einem fairen Milchpreis von 43 Cent pro Liter erfüllt werden.

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LBV Brandenburg: Solidarität der Milchbauern wächst

Themen: Brandenburg,Handel,Milch,Verbände — info @ 16:05

Präsidium und Milcherzeugergemeinschaften bewerten den derzeitigen Stand des Milchlieferstreiks
Teltow (agrar.de) – Das Präsidium des Landesbauernverbandes Brandenburg bewertete heute auf einer erneuten außerordentlichen Konferenz gemeinsam mit Vertretern der Milcherzeuger-vereinigungen und des Milchbeirates die Situation der Milchstreiks, der Milchanlieferungen und der Solidarität der Brandenburger Landwirte und Verbraucher mit dieser Aktion.

LBV-Präsident Udo Folgart würdigte die ständig wachsende Solidarität der Landwirte mit den Streikenden und das Verständnis der Bevölkerung für diese Notwehraktion der Milchbauern: „In den Kreisen streiken derzeit zwischen 50 und fast 100% der Milcherzeuger. Einzelne Molkereien im Norden und Süden Deutschlands sind bereits leer gefahren. Die Wirkung der Aktion ist bereits in den Supermärkten deutlich spürbar! Milch und bestimmte Milchprodukte sind kaum noch zu bekommen.“

Der Landesbauernverband Brandenburg ruft nochmals alle Landwirte, Landfrauen und Verbraucher auf, sich mit dieser Kampfaktion der Milchbauern zu solidarisieren. Diese Solidarität kann von einem vollständigen oder teilweisen Milchlieferstopp, der Beteiligung an Blockaden der Molkereien bis hin zur Beteiligung an Leerkaufaktionen reichen.

Präsident Udo Folgart appellierte: „Beteiligen Sie sich in vielfältiger Form an diesen Aktionen. Bei den ständig steigenden Kosten für Futter und Energie sind die derzeitigen Erzeugerpreise für die Milchbauern existenzbedrohend. Der Lieferstopp als allerletztes Mittel schmerzt jeden Milchbauern. Dieser Protest muss ein Erfolg werden!“

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BDM: Die Abschlüsse vom April müssen neu verhandelt werden!

Themen: Milch,Verbände — info @ 09:05

Berlin (agrar.de) – In einem Offenen Brief an die deutschen Molkereien und den Lebensmitteleinzelhandel fordert der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM dazu auf, die miserablen Preisabschlüsse zwischen Molkereiwirtschaft und Handel umgehend aufzulösen und neu zu verhandeln.

‚Die Milcherzeuger können die Folgen dieser Abschlüsse nicht durchstehen. Deshalb sind sie gezwungen, den Lieferstopp solange fortzuführen, bis neue Abschlüsse zwischen Molkereien und Handel abgeschlossen worden sind.

Diese müssen mindestens so hoch sein, dass die Molkereien Auszahlungspreise von 43 Cent/kg Milch erwirtschaften können.

Diese Forderung wird sowohl vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter als auch vom Deutschen Bauernverband getragen und mit Nachdruck eingefordert.

Alle anderen Forderungen des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter bleiben davon unbenommen.‘

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Milchindustrie: Molkereiblockaden gefährden die Versorgung

Themen: Handel,Industrie,Milch,Verbände — info @ 07:05

Berlin (agrar.de) – Zu den Boykott-Maßnahmen der deutschen Milcherzeuger nimmt der Milchindustrie-Verband (MIV) erneut Stellung:

‚Seit gestern werden zahlreiche Molkereien durch Schlepperblockaden von Landwirten an der An – und Auslieferung gehindert. Sollten diese gesetzwidrigen Blockaden anhalten, ist die Versorgung der Verbraucher mit Milchprodukten über den Lebensmitteleinzelhandel bald nicht mehr gewährleistet. Der Verband fordert dringend zur Deeskalation auf. Der Vorstand des Verbandes hat gestern getagt und folgende Beschlüsse gefasst:

1. Der Milchindustrie-Verband hat mit dem Einzelhandels-verband (HDE) Kontakt aufgenommen, über die Lage informiert und auf die möglichen Konsequenzen hingewiesen. Weitere Gespräche werden angeregt.

2. Der Milchindustrie-Verband wird umgehend mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) sowie dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) das Gespräch aufnehmen.

3. Der Milchindustrie-Verband fordert Herrn Bundesminister Seehofer auf, einen „Runden Tisch der Milchwirtschaft“ (Milcherzeuger, Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel) einzuberufen.

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30. Mai 2008

Bauernverband ruft Verbraucher zur Solidarität mit Milchbauern auf

Themen: Milch,Verbände — info @ 19:05

Auftakt „Ein Herz für Milchbauern“ am „Tag der Milch“ (1. Juni)
Berlin (agrar.de) – Vor dem aktuellen Hintergrund der Forderung der deutschen Milchbauern nach höheren Milchpreisen startet der Deutsche Bauernverband (DBV) zum Internationalen „Tag der Milch“ am kommenden Sonntag (1. Juni 2008) eine Solidaritätsaktion der Verbraucher für die Milchbauern in Deutschland. Die Aktion steht unter dem Motto „Mein Herz schlägt für die Milchbauern“. Vertreter des Bauernverbandes werden an Prominente und Vertreter von Politik auf den Veranstaltungen zum „Tag der Milch“ in elf Bundesländern, die die Milchvereini­gungen und die CMA durchführen, symbolisch ein rotes Herz überreichen, mit denen die Solidarität mit den für gerechte Preise kämpfenden Milchbauern dokumentiert wird. Zusätzlich wird eine Unterschriftenaktion im Internet gestartet, an der sich alle Verbraucher beteiligen können. Die Verbraucher fordern gleichzeitig die Vorstände und Geschäftsführer der Unternehmen der Lebensmitteleinzelhändler Aldi, Lidl, Edeka und Rewe auf, den Milchbauern einen gerechten Preis für ihre hochwertige Milch und Molkereiprodukte zu zahlen.

Die drastischen 20-pozentigen Preissenkungen, die der Lebensmitteleinzelhandel im März 2008 bei Milchprodukten durchgesetzt hat, haben die Konsequenz, dass die Milchbauern von ihrem Milchgeld nicht mehr die Produktionskosten decken können. Mit der Solidaritätsaktion ruft der Bauernverband die Verbraucher dazu auf, sich für gerechte Milchpreise für Milchbauern einzusetzen. Damit werde die Versorgung mit dem gesunden Lebensmittel Milch aus heimischer Produktion gesichert und die wunderschönen Landschaften in Deutschland, die es ohne Milchwirtschaft nicht gibt, erhalten.

Alle Verbraucher werden gebeten, sich dieser Solidaraktion anzuschließen. Ab Sonntag 12.00 Uhr wird diese Unterschriftenliste für die Verbraucher über die DBV-Homepage im Internet verfügbar und so auch von jedem Bürger zu nutzen sein.

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WLV erklärt Solidarität mit streikenden Milchbauern

Themen: Milch,Verbände — info @ 17:05

Bonn/Münster (agrar.de) – Das WLV-Präsidium hat heute seine Solidarität mit den streikenden Milchbauern in Westfalen-Lippe erklärt. Die Erklärung hat folgenden Wortlaut:

„Das Präsidium des WLV hat die große Bereitschaft vieler Milchbauern, in einen Milchlieferstreik zu treten, nicht erwartet. Diese hohe Bereitschaft macht die große Existenzangst vieler Milchviehhalter deutlich. Das arrogante Auftreten einiger Lebensmittelketten und Molkereien, wie z. B. der Unternehmen ALDI und Müller Milch, erfährt damit eine angemessene Reaktion.

Das Präsidium erklärt sich in vollem Umfang mit den streikenden Milchviehhaltern solidarisch und ruft alle Bauern auf, sich massiv für das Ziel eines kostendeckenden Milchauszahlungspreises zu engagieren. Es muss gelingen, das für die Milchbauern Existenz bedrohende Ergebnis der Listungsgespräche des Frühjahrs so schnell wie möglich zu korrigieren. Das Präsidium des WLV fordert deshalb Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel auf, unverzüglich in neue Verhandlungen zu treten. Es appelliert an alle Molkereien, auf Milchlieferungen aus dem europäischen Ausland zu verzichten.

Als ein geeignetes Mittel der Unterstützung des Milchlieferstreiks regt das Präsidium des WLV an, Milch und Milchprodukte in Lebensmittelgeschäften aufzukaufen, um das Angebot zu verknappen und den Druck auf Molkereien und den Lebensmitteleinzelhandel zu erhöhen. Es fordert alle Landwirte zu einem fairen und solidarischen Umgang in den Dörfern auf.“

Das WLV-Präsidium besteht aus Präsident Franz-Josef Möllers, den Vizepräsidenten Hans-Jürgen Kleimann und Karl-Heinz Schulze zur Wiesch sowie Hauptgeschäftsführer Werner Gehring.

Unterschriftenaktion zum Tag der Milch

Zum Tag der Milch am kommenden Sonntag ruft der Berufsstand alle Verbraucher auf, ihre Solidarität mit den streikenden Milchbauern zu erklären. Dazu hält er eine Unterschriftenliste bereit, die ab sofort über www.wlv.de heruntergeladen werden kann.

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Fleischwirtschaft mit 2007 zufrieden

Themen: Fleisch,Statistik,Verbände — info @ 16:05

Bonn (agrar.de) – Die deutschen Schlacht- und Verarbeitungsbetriebe können mit dem zurückliegenden Jahr insgesamt zufrieden sein, berichtet der Verband der Fleischwirtschaft. Die Nachfrage nach Fleisch und Fleischwaren profitierte vom frühen Einstieg in die Grillsaison durch die außergewöhnlich hohen Temperaturen im Frühjahr. Der kühle Sommer verregnete zwar viele Grillpartys, förderte jedoch insgesamt den Appetit auf Fleisch und Wurst. Zudem haben sich die deutlich gestiegenen Futterkosten in der Landwirtschaft sowie die erheblich gestiegenen Kosten für Energie, Treibstoff und Verpackungsmaterial noch nicht auf die Verbraucherpreise niedergeschlagen. Anders als im übrigen Lebensmittelsortiment blieben die Preise und die Nachfrage der Verbraucher weitgehend stabil.

Nach der Pause im Jahr 2006 setzte das SB-Angebot sein Wachstum fort. Nur noch rund die Hälfte des Fleisches wird an der Bedienungstheke verkauft. Dazu hat insbesondere die weiterhin dynamische Entwicklung im Discount beigetragen, der nach Angaben der ZMP bei Frischfleisch einen Marktanteil von 22 Prozent und bei Wurstwaren einen Marktanteil von 44 Prozent aufweisen kann.

Trotz konstanter oder sogar zeitweise rückläufiger Preise konnte die Fleischwirtschaft im vergangenen Jahr eine Umsatzsteigerung von 3,8 Prozent auf 31,7 Mrd. Euro erwirtschaften. Mit einem Anteil von 22,6 Prozent am Gesamtumsatz der Ernährungswirtschaft ist die Fleischwirtschaft damit weiterhin die führende Branche des Ernährungssektors. 17,7 Mrd. Euro entfielen auf die Fleischwarenindustrie und 10,7 Mrd. auf die Schlacht- und Zerlegebetriebe.

Nach ersten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat sich auch 2007 die Produktion der Fleischwarenindustrie positiv entwickelt. Insgesamt stieg die Menge der hergestellten Wurstwaren leicht um 1 Prozent auf 1.429.834 t ( 2006: 1.414.728 t). Mit einem Plus von 2,5 Prozent von 412.617 t auf 422.811 t entwickelte sich die Rohwurst besonders positiv. Brühwurst legte von 819.870 t auf 835.027 t um 1,8 Prozent zu. Weiter rückläufig war dagegen wiederum die Kochwurstproduktion. Mit einem Minus von 5,6 Prozent ging die Menge auf 171.996 t zurück.

Das Auslandsgeschäft entwickelte sich wesentlich dynamischer als der Inlandsabsatz. So stiegen die Außenhandelsumsätze mit Fleisch um 9,3 Prozent und bei Fleischwaren sogar um 10,9 Prozent an.

Im Importhandel konnten ebenfalls erhebliche Zuwächse erzielt werden. So wurden rund 11.400 t mehr Rindfleisch aus Drittländern importiert. Dies entspricht einem Plus von 21,3 Prozent.

Damit konnte das Niveau von 2004 in etwa wieder erreicht werden. Auch die Lammfleischeinfuhren verzeichneten einen Anstieg um gut 14 Prozent. Diese positive Entwicklung wurde jedoch zu Jahresbeginn erheblich getrübt. Angesichts der EU-Einfuhrsperre gegenüber Brasilien und der Exportbehinderungen in Argentinien ist der Rindfleischimport EU-weit bereits im ersten Quartal 2008 um 22,3 Prozent zurückgegangen.

Produktion auf Rekordniveau

Mit insgesamt 53,3 Mio. Schweineschlachtungen war 2007 ein neues Rekordjahr. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 3,2 Mio. Schweine (+ 6,4 Prozent) mehr geschlachtet. Dieser Trend setzte sich zwar in den ersten Monaten des laufenden Jahres fort – bis Mitte Mai verzeichneten die Schweineschlachtungen einen Zuwachs von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – ob dieses Produktionsniveau jedoch auch künftig gehalten werden kann, ist fraglich. Angesichts der gestiegenen Futterkosten sind viele Schweinemäster an der Existenzgrenze angelangt und die Ferkelerzeugung musste bereits in einigen Betrieben aufgegeben werden. Marktexperten erwarten daher, dass es nach der rasanten Expansion der zurückliegenden Jahre bei der Schweineproduktion nun zu einer Wachstumspause kommen könnte.

Die erzeugte Fleischmenge erreichte 2007 fast 5 Mio. t (Schlachtgewicht). Seit drei Jahren liegt die Schweinefleischerzeugung über dem Verbrauch. Bei weiterhin wachsenden Schweinefleischeinfuhren aus anderen EU-Mitgliedstaaten (2007: +5,8 Prozent) nehmen die Exporte von Fleisch und Fleischwaren rasant zu. 2007 wurden 1,57 Mio. t exportiert, 21,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Der Außenhandel findet weit überwiegend im Europäischen Binnenmarkt statt. Lediglich 11,3 Prozent der Ausfuhren konnten in Länder außerhalb der EU abgesetzt werden. Nach wie vor sind bedeutende Länder für Schweinefleischexporte aus Deutschland verschlossen. Dies könnte sich im laufenden Jahr ändern. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz arbeitet inzwischen mit Hochdruck daran, die notwendigen Veterinärabkommen mit Ländern wie China, Japan und Südkorea zum Abschluss zu bringen. Ein erster Erfolg wurde vor wenigen Wochen mit der Öffnung Südafrikas für Schweinefleisch aus Deutschland erzielt. Darüber hinaus wurde die Ukraine in diesen Tagen Vollmitglied der WTO und senkt folglich die bisher prohibitiven Schweinefleischzölle auf rund 10 Prozent ab. Sofern nicht der Dollarkurs eine noch ungünstigere Entwicklung nimmt, ist von den sich international abzeichnenden Exportchancen für deutsches Schweinefleisch ein spürbarer Auftrieb für den Absatz zu erwarten.

Im Bereich Rindfleisch war die Erzeugung in Deutschland mit insgesamt 3,35 Mio. Schlachtungen im Jahr 2007 leicht rückläufig. Allerdings waren hierfür fast ausschließlich die Kuhschlachtungen verantwortlich. Die Bullenschlachtungen legten dagegen um 2,2 Prozent zu. Diese Entwicklung setzt sich in 2008 fort. Bis Mitte Mai wurden sogar 10 Prozent mehr Bullen geschlachtet als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig hat sich der Rückgang bei den Kuhschlachtungen abgeschwächt, so dass in diesem Jahr bisher 2,5 Prozent mehr Rinder geschlachtet wurden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Die in Schlachtgewicht ausgedrückten Exporte von Rindfleisch, Fleischwaren und Konserven erhöhten sich auf 526.400 t (+ 2,0 Prozent). Mit 495.300 t (+ 5,7 Prozent) ging der weitaus größte Teil davon in EU-Staaten. Die Lieferungen in Drittländer schrumpften um 34,8 Prozent auf nur noch 31.100 t.

Auch die Importe sind 2007 stark gestiegen und zwar um 20,3 Prozent auf insgesamt 364.100 t (Fleisch, Fleischwaren und Konserven, ausgedrückt in Schlachtgewicht). Bei unverarbeitetem Fleisch (ausgedrückt in Produktgewicht) stiegen die Einfuhren um 19,8 Prozent auf 187.500 t bei frischem und um 29,7 Prozent auf 38.700 t bei gefrorenem Rindfleisch. Auch hier kam die größte Menge aus der EU (161.300 t). Aus Drittländern wurden 64.900 t bezogen, davon das meiste aus Argentinien (32.700 t) und Brasilien (20.700 t).

Die Situation bei den Rindfleischlieferungen aus Südamerika ist für das laufende Jahr äußerst kritisch. Brasilien hat von der EU erhebliche veterinärrechtliche Auflagen erhalten, da die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit der Rinder nicht den Anforderungen genügten. Seit Ende Februar 2008 hat dies zu einem völligen Erliegen der Lieferung von unverarbeitetem Rindfleisch aus Brasilien gesorgt. Vor Jahresmitte sind keine nennenswerten Änderungen zu erwarten, und eine Normalisierung der Liefersituation ist vor Ende 2008 eher unwahrscheinlich.

Die argentinische Regierung versucht weiterhin, das inländische Preisniveau durch Begrenzung von Ausfuhren im Griff zu halten. Die daraus resultierenden Auseinandersetzungen mit den heimischen Landwirten haben zu einem nahezu völligen Ausfuhrstopp seit Ende März 2008 geführt. Ein Ende ist trotz wiederholter Ankündigungen noch nicht absehbar.

Verzehr mit leichtem Zuwachs

Fleisch und Fleischwaren erfreuen sich in der Verbrauchergunst wieder zunehmender Beliebtheit. Der Fleischverzehr ist im Jahr 2007 gegenüber dem Vorjahr etwas gestiegen. Nach vorläufigen Angaben verzehrte jeder Bundesbürger statistisch gesehen 1,2 kg mehr Rind- und Schweinefleisch als im Jahr zuvor. Pro Kopf wurden demnach 40,1 kg Schweinefleisch (2006: 39,3 kg) und 8,5 kg Rindfleisch (2006: 8,1 kg) verzehrt. Auch Geflügelfleisch legte von 10,0 kg auf 10,2 kg leicht zu. Der Fleischverzehr insgesamt stieg auf 60,4 kg im Jahr 2007 an.

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BBV: Dauerhafte Einkommensperspektive für Milchbauern notwendig

Themen: Milch,Statistik,Verbände — info @ 16:05

Bayerischer Bauernverband bekräftigt Forderungen anlässlich des internationalen Tages der Milch am 1. Juni 2008
München (agrar.de) – Zur Unterstützung und Stärkung aller bayerischen Milchbauern bekräftigt der Bayerische Bauernverband anlässlich des internationalen Tages der Milch am 1. Juni 2008 seine Forderungen an den Lebensmitteleinzelhandel, die Milchwirtschaft und die Politik. „Die Erzeugerpreise unserer Milchbauern sind vielfach so katastrophal, dass die Existenz der Betriebe gefährdet ist. Und deshalb appellieren wir erneut nachdrücklich an die Verantwortlichen des Lebensmitteleinzelhandels, der Milchwirtschaft und der Politik unseren Milchbetrieben in Bayern echte Perspektiven zu geben“, so der Bayerische Bauernverband.

Der Bayerische Bauernverband stellt insbesondere folgende Forderungen an Lebensmitteleinzelhandel, Milchwirtschaft und Politik:

– Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien müssen umgehend für dauerhaft bessere Milcherzeugerpreise sorgen.

– Die Politik muss aufgrund der Marktmacht das Wettbewerbsrecht und das Kartellrecht konsequent zur Anwendung bringen, um den unerträglichen Preisdruck zu stoppen.

– Weiterer Ausbau der verbindlichen Bündelung in der Milchvermarktung

– Konsequenter Aufbau eines Marktmanagements für alle Milcherzeuger

– Nein zu jeglicher Aufstockung der Milchquote

– Konsequentes Leben der geltenden Milchquotenregelung

– Null-Saldierung: Abschaffung der gesamten Saldierungsmöglichkeiten

– Erhalt des Außenschutzes für Milchprodukte bei WTO

– Keine Kürzungen bei den voll einkommenswirksamen Betriebsprämien und damit Nein zu den aktuellen Kürzungsvorschlägen der EU-Kommission.

Links zum Thema Verbände.

Gemeinsame Erklärung von BDM und DBV

Themen: Milch,Statistik,Verbände — info @ 16:05

‚1. Präsident Sonnleitner (DBV) und Vorsitzender Schaber (BDM) haben sich heute mit weiteren Vorstandsmitgliedern in Berlin zu einem Gespräch getroffen. Gegenstand war die Beurteilung der aktuellen Situation auf dem Milchmarkt.

2. Beide Seiten stimmten darin überein, dass es jetzt gelingen muss, das für die Milchbauern existenzbedrohliche Ergebnis der Frühjahrslistungsverhandlungen der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel unverzüglich rückgängig zu machen. Lebensmitteleinzelhandel und Molkereien sind aufgefordert, unverzüglich darüber in Verhandlungen zu treten, mit dem Ziel, umgehend einen kostendeckenden Milchauszahlungspreis für die Bauern zu sichern.

3. Die Durchsetzung dieses gemeinsamen Zieles gebietet es, dass alle Bauern sich massiv für dieses Ziel engagieren. Beide Seiten beurteilen die jetzt entstandene öffentliche Wahrnehmung für die Milchbauern als positiv. Zugleich fordern Präsident Sonnleitner und Vorsitzender Schaber alle Bauern in den Dörfern zu einem fairen und solidarischen Umgang untereinander auf.

4. Beide Seiten haben für Anfang der nächsten Woche weitere Gespräche vereinbart.‘

Bleser: Deutschland muss führendes Milcherzeugerland Europas bleiben

Themen: EU,Milch,Wirtschaft — info @ 15:05

Berlin (agrar.de) – Im Vorfeld des Internationalen Tages der Milch am 1. Juni 2008 und vor dem Hintergrund des aktuellen Milchstreiks erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser MdB:

‚Bei aller Sympathie und Verständnis für die wirtschaftliche Situation der streikenden und protestierenden Milchbauern muss man sich fragen, ob ein Lieferstreik vor dem Hintergrund offener Grenzen und Märkte das Mittel der Wahl ist. Eines ist zumindest erreicht worden: Die Frage der Wertigkeit landwirtschaftlicher Produkte und die Marktverhältnisse im deutschen Lebensmittelhandel sind in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Dennoch kann ein Streik nicht das Ziel sein. Es müssen Lösungen gefunden werden, die die Erlössituation für die Milch produzierenden Betriebe in Deutschland verbessern.

Weder die zunehmend global organisierten Märkte noch die Regeln der WTO lassen es zu, einzelne Märkte – weder in Deutschland noch in der EU – vollständig gegen Einflüsse von außen abzuschotten. Auch vor dem Hintergrund der 2015 auslaufenden Milchquotenregelung muss vielmehr darüber nachgedacht werden, dass im Milchsektor der Abschluss von Lieferkontrakten wie bereits in anderen Bereichen der Agrarwirtschaft zur Praxis wird.

Dies bedeutet, dass eine Trennung zwischen dem Landwirt als Eigner bzw. Mitglied einer Genossenschaft und dem Landwirt als Milchlieferant vorgenommen würde. Mit dem Abschluss von Lieferkontrakten mit einer kurzen oder längeren Laufzeit würden die Milchbauern ähnlich wie bei der Getreidevermarktung mehr Einfluss und Planungssicherheit über die Erlösentwicklung ihrer Betriebe erhalten. Auch die Unternehmen der Molkereiwirtschaft könnten durch diesen Systemwechsel bei den Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel (LEH) längerfristig planen, wenn sie die entscheidenden Preisverhandlungen führen. Ich fordere alle Beteiligten – LEH, Molkereien und Berufsstand – auf, sich an einen Tisch zu setzen und schnell nach Lösungen zu suchen, bevor dauerhafte Schäden entstehen, sowohl was das Miteinander der Landwirte angeht als auch die wirtschaftliche Existenz aller Beteiligten.

Die Milch ist ein hochwertiges, gesundes Nahrungsmittel. Für die Unionsfraktion hat die Versorgung der Bevölkerung mit Milch und anderen Grundnahrungsmitteln aus heimischer Produktion weiterhin eine hohe Priorität. Aus diesem Grund haben die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen ein mit 9 Mio. Euro ausgestattetes Pilotprogramm zur besseren Schulmilchversorgung ins Leben gerufen.

Ziel aller Bemühungen muss es sein, Deutschland als führendes Milcherzeugungsland in Europa zu halten und die Position auszubauen. Deshalb wird sich die CDU/CSU Fraktion im Bundestag bei den Verhandlungen zum Health Check der Gemeinsamen Agrarpolitik weiterhin für ein separates Programm für den Milchsektor einsetzen. Ein nationaler Verschiebebahnhof zur Umverteilung von Geldern aus Regionen ohne Milcherzeugung in strukturell benachteiligte Gebiete mit hoher Milchproduktion im Rahmen des reformierten Artikels 69 entspricht nicht unseren Vorstellungen eines sinnvollen Programms. Wir wollen, dass die Milchproduktion auch langfristig in sensiblen Gebieten gehalten werden kann.

Durch die Pflege der Kulturlandschaft, insbesondere in Grünlandgebieten sowie die damit verbundenen positiven Effekte auf den Tourismus im ländlichen Raum, ist die Milchproduktion auch von großer gesellschaftlicher Bedeutung.‘

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