09. April 2008

Mühlen fordern Umdenken bei der Agroenergie-Politik

Themen: Energie,Kraftstoffe,Verbände — info @ 15:04

Bonn (agrar.de) – Der Verband Deutscher Mühlen (VDM) begrüßt die Entscheidung von Bundesumweltminister Gabriel, die „Bio“-Sprit-Verordnung zu stoppen. Der Verzicht auf die höhere Beimischungsquote für Agrokraftstoffe ist ein erster richtiger Schritt, um langfristige negative Folgen für die Verbraucher zu verhindern. Die derzeitige Förderung der Agrokraftstoffe wird weder gesamtwirtschaftlichen noch klimaschutzpolitischen Zielen gerecht. Damit nicht nur die Autofahrer profitieren, sollte sie grundsätzlich überdacht werden.

„Offensichtlich haben die hohen Subventionen für ineffiziente Agrokraftstoff-Technologien zu Preissteigerungen bei Lebensmitteln beigetragen“, sagte der VDM-Vorstandsvorsitzende Hans-Christoph Erling am 9. April 2008 in Bremen. „Vielmehr müssen wir die energetische Verwertung von agrarischen Reststoffen vorantreiben und in ökonomisch sinnvolle Zukunftstechnologien investieren. Die inflationstreibende Rohstoff- und Flächenkonkurrenz zwischen Lebensmittel- und Energieproduktion bleibt sonst unvermindert bestehen.“

„Ein Festhalten an der ökologisch und ökonomisch ineffizienten Förderpolitik der Bundesregierung kommt der Vernichtung von Volksvermögen gleich, dem keinerlei ökologische Vorteile gegenüberstehen“, so Manfred Weizbauer, Hauptgeschäftsführer des VDM. „Vor dieser Entwicklung haben wir in Übereinstimmung mit vielen Umweltexperten seit langem gewarnt.“

Links zum Thema Mühlen.

Baden-Württemberg: Milchleistung erstmals über 6.000 kg

Milcherzeugung trotz weiter rückläufigem Kuhbestand unverändert bei 2,2 Millionen Tonnen – Landkreis Ravensburg Spitzenreiter

Stuttgart (agrar.de) – Im Jahr 2007 erzeugten die Milchkühe der Landwirte in Baden-Württemberg insgesamt 2,21 Millionen Tonnen Milch und damit nahezu exakt die gleiche Menge wie ein Jahr zuvor. Wie das Statistische Landesamt feststellt, standen im Jahresdurchschnitt aber nur noch rund 363.000 Kühe in den baden-württembergischen Ställen. Das sind 13.000 Tiere weniger als noch vor Jahresfrist.

Die durchschnittliche Jahresmilchleistung hat sich somit rechnerisch von 5.884 kg im Vorjahr auf 6.089 kg Milch je Kuh erhöht. An die Molkereien lieferten die Landwirte über 2,09 Mill. t Milch. Dies entspricht einer Anlieferungsquote von durchschnittlich knapp 95 Prozent. Rund 4 Prozent der Milcherzeugung wurde verfüttert. Die Restmenge (24.000 t) wurde in den Erzeugerbetrieben zu Landbutter und Landkäse verarbeitet bzw. über Vorzugsmilchabsatz und Eigenverbrauch verwertet.

Entsprechend den natürlichen Standortbedingungen liegen die Schwerpunktregionen der Milcherzeugung in Baden-Württemberg in Oberschwaben und damit im äußersten Südosten Baden-Württembergs. Auf die beiden Landkreise Ravensburg (447.000 t) und Biberach (225.000 t) entfallen zusammen 30 Prozent der insgesamt im Land erzeugten Milch. Weitere Zentren der Milcherzeugung schließen sich nach Norden entlang der bayerischen Landesgrenze an. Der Alb-Donau-Kreis (117.000 t), der Ostalbkreis (163.500 t) und der Landkreis Schwäbisch Hall (144.000 t) tragen zusammen ein weiteres knappes Fünftel zur Milcherzeugung im Land bei.

Hinsichtlich der Milchleistung nehmen unter den Landkreisen Schwäbisch Hall mit 6.735 kg, Ravensburg und der Ostalbkreis mit 6.613 kg bzw. 6.544 kg durchschnittlichem Jahresmilchertrag je Kuh die Spitzenpositionen ein. Seit Mitte der 80er-Jahre die gemeinschaftliche Garantiemengenregelung bei der Milch als Reaktion auf die strukturellen Überschüsse (Stichwort: Milchseen) eingeführt wurde, konnte das Leistungsvermögen der Milchkühe um 48 Prozent gesteigert werden. Bei gleichzeitigem Rückgang des Milchkuhbestandes um 46 Prozent wurde die erzeugte Gesamtleistung im Land aber dennoch auf 80 Prozent des Niveaus von 1985 zurückgeführt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Baden-Württemberg.

Rentenbank erhöht Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung,Wirtschaft — info @ 14:04

Frankfurt (agrar.de) – Die %url1%Landwirtschaftliche Rentenbank%/% hat die Zinssätze ihrer hauseigenen Sonderkreditprogramme „Landwirtschaft“, „Junglandwirte“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ sowie „Ländliche Entwicklung“ mit sofortiger Wirkung nominal um bis zu 0,20 Prozentpunkte erhöht. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte und im Sonderkreditprogramm „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv mindestens 4,81 Prozent, bei 5 jähriger Zinsbindung 4,76 Prozent.

Die Sonderkredite der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

Links zum Thema Banken.

Zeitschrift: Erschreckende Missstände beim Bio-Label der Schweiz

Themen: Biolandbau,Schweiz,Verbände — info @ 14:04

Zürich (agrar.de) – In der Schweiz gibt mehrt sich die Kritik an Biohöfen und deren Überprüfung durch den Zertifizierer Bio-Inspecta. In einem Artikel schreibt der Schweizerische Beobachter: ‚Bei der Kontrolle von Höfen wird geschlampt, Tierquälereien werden geduldet und Bauern vor Sanktionen geschützt.‘

Der Beobachter kritisiert zum Beispiel, dass Betriebe den Weidegang für Rinder (im Rahmen der Förderung für besonders tierfreundliche Stallhaltung) nicht einhalten, Nährstoffbilanzen fälschen oder Lämmer entgegen dem Tierschutzgesetz ohne Betäubung kastrieren.

Eine zentrale Rolle spiele die Firma Bio-Inspecta in Frick AG, die als grösster Zertifizierer die Bauern im Auftrag des Verbandes Bio-Suisse prüft. Vieles deute darauf hin, dass Bio-Inspecta immer wieder Bauern gezielt vor Sanktionen schütze. Zitiert wird ein Zertifizierer und Kontrolleur, der seinen ehemaligen Arbeitgeber scharf kritisiert. Er sagt: ‚Es herrscht klar die Tendenz, die Bauern zu schonen, um sie nicht als Kunden zu verlieren.‘

Beobachter: Bei der Knospe ist was faul.

Agrarförderung soll finanziell aufgestockt werden

Berlin (agrar.de) – Für eine bessere finanzielle Ausstattung des Förderprogramms GAK (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes) plädieren die landwirtschaftlichen Interessenvertretungen nach Information des Pressedienstes des Bundestags.

Zum Auftakt einer Anhörung des Agrarausschusses am Mittwochmorgen über die Weiterentwicklung der GAK zu einer „Gemeinschaftsaufgabe zur Entwicklung ländlicher Räume“ warben Albert Kienle, Vize-Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), und Erich Hinrich vom Landvolk Niedersachsen/Landesbauernverband für die Beibehaltung des jetzigen Konzepts der GAK und deren behutsame Reform.

Für eine weitreichendere Fortentwicklung der GAK traten hingegen mehrere Einzelsachverständige ein. Kienle würdigte die über mehrere Jahrzehnte erbrachten Leistungen im Rahmen der GAK, die im bäuerlichen Berufsstand eine „sehr hohe Anerkennung“ gefunden und die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft gestärkt habe. Die GAK sei schon immer an neue Erfordernisse angepasst worden. So begrüßt der DBV die neu aufgenommene Förderung von lokalen Verteilnetzen für Bioenergie und von Breitbandanschlüssen in ländlichen Räumen. Die GAK solle sich auch in Zukunft auf die Unterstützung wettbewerbsfähiger Agrarstrukturen und auf die Honorierung von Leistungen bei der Pflege der Kulturlandschaft wie beim Umweltschutz konzentrieren.

Hinrich wies darauf hin, dass die GAK bereits viel von ihrer „Agrarlastigkeit“ verloren habe und dass inzwischen mehr Mittel etwa in den Küstenschutz und in den Tourismus flössen. Auch Theodor Weber vom bayerischen Landwirtschaftsministerium sagte, die GAK sei über die Agrar- und Forstwirtschaft hinaus ein „bewährtes Förderinstrument“ zur Entwicklung des gesamten ländlichen Raums, was sich etwa im Ausbau von Breitbandanschlüssen zeige. Kienle betonte, eine Integration der allgemeinen Daseinsvorsorge, der Infrastruktur und des Naturschutzes in die GAK würde diese „total überfordern“. Auch Hinrich erklärte, die Zusammenfassung aller auf den ländlichen Raum zugeschnittenen Förderinstrumente in einem einzigen Programm würde nicht funktionieren. Kienle: „Bei der Weiterentwicklung der GAK darf kein zu großes Rad gedreht werden“. Als eigentliches Problem der GAK bezeichnete der DBV-Vertreter deren „finanzielle Auszehrung“ in den vergangenen Jahren.

Auch aus Sicht Webers müssen die GAK-Mittel aufgestockt werden. Würden die Aufgaben dieses Programms ausgeweitet, seien zusätzliche Gelder nötig, damit eine GAK-Ausdehnung nicht zu Lasten bisheriger Maßnahmen gehe. Der Einzelsachverständige Axel Dosch kritisierte, dass der „starke Agrarbezug“ der GAK die Entwicklung neuer Wachstumsimpulse im ländlichen Raum behindere. In Zukunft müsse mehr Gewicht auf die Unterstützung von Initiativen außerhalb der traditionellen Landwirtschaft gelegt werden. Schon heute leisteten mittlere und kleine Unternehmen, die Dienstleistungsbranche sowie die Öko-Landwirtschaft wesentliche Beiträge für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit solcher Regionen.

Auch Wolfram Güthler, Geschäftsführer des Verbands für Landschaftspflege, sprach sich für eine breiter angelegte Reform der GAK aus. So werde im bisherigen Programm die Förderung der Landwirtschaft einerseits sowie der Landschaftsbewahrung und Kulturpflege andererseits zu sehr getrennt definiert, was häufig Probleme bei der Zuschussgewährung aufwerfe.

Die faktische Aufhebung des EU-Flächenstilllegungsprogramms und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung angesichts steigender Preise auf dem Agrarmarkt schüfen zudem wachsende Konflikte mit dem Naturschutz. Auch für diese Herausforderung, so Güthler, müssten bei einer Neuausrichtung der GAK Lösungen gefunden werden. Die Sachverständige Renate Strohm bemängelte in ihrer schriftlichen Stellungnahme, dass im Rahmen der jetzigen GAK die Öko-Bauern im Schnitt weniger von den staatlichen Transfers profitierten als die konventionelle Landwirtschaft.

Links zum Thema Politik,
Links zum Thema Förderung.

Rheinland-Pfalz: Pachtpreise auf Höchststand

Rund zwei Drittel der Flächen sind gepachtet

Bad Ems (agrar.de) – Während die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Rheinland-Pfalz seit Jahrzehnten rückläufig ist, weisen die verbliebenen Betriebe eine immer größere Flächenausstattung auf. Die Flächenübernahme erfolgt laut Landesamt für Statistik dabei überwiegend auf dem Wege der Zupacht von Flächen. Im Mai 2007 wurde im Durchschnitt ein Pachtentgelt von 192 Euro je Hektar bezahlt, das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebung über die Pachtentgelte.

Gegenüber 2005 beträgt der Anstieg 8 Euro oder 4 Prozent. Die Pachtentgelte weisen dabei eine deutliche Abhängigkeit von der Nutzungsmöglichkeit auf. So wurden 834 Euro je Hektar für Rebflächen bezahlt, die damit erstmals seit 1991 einen Anstieg verzeichneten. Im Jahr 1991 waren noch 1.044 Euro gezahlt worden. Für gepachtetes Ackerland musste ein Landwirt im Durchschnitt 187 Euro je Hektar aufwenden. Im Vergleich zu 1991 ist das eine Zunahme von 23 Euro. Dauergrünlandflächen kosteten im Durchschnitt nur 89 Euro; sie weisen seit 1991 (90 Euro) einen weitgehend konstanten Pachtpreis auf.

Der Anteil gepachteter Flächen ist von 56 Prozent im Jahr 1991 bis zur Jahrhundertwende auf rund 67 Prozent gestiegen. Seitdem stagniert er auf diesem Niveau und ist 2007 sogar geringfügig auf 66 Prozent gesunken. Eine Ursache für die Entwicklung in den letzten Jahren ist, dass die Pachtungen durch Familienangehörige zurückgegangen sind. Ein Teil der Flächen wird im Rahmen der Betriebsübergabe zunächst an den Hofnachfolger verpachtet und erst zu einem späteren Zeitpunkt als Eigentumsfläche übertragen.

Die Daten stammen aus der alle zwei Jahre stattfindenden repräsentativen Agrarstrukturerhebung. Befragt wurden rund 7.000 landwirtschaftliche Betriebe mit 2 ha und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche bzw. Betriebe, die über bestimmte pflanzliche oder tierische Mindesterzeugungseinheiten verfügten. Die Pachtentgelte werden seit 1991 getrennt nach den Kulturarten Ackerland, Dauergrünland und Rebflächen erhoben.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Links zum Thema Besitz und Pacht,
Links zum Bundesland Rheinland-Pfalz.

07. April 2008

Erste Studie zur Holzwirtschaft in Sachsen-Anhalt

Themen: Sachsen-Anhalt,Statistik,Wald — info @ 11:04

Magdeburg (agrar.de) – Sachsen-Anhalts Holzindustrie hat in den vergangenen Jahren einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Seit 1998 hat sie ihren Jahresumsatz um über 30 Prozent auf jetzt rund 1,8 Milliarden Euro erhöht. Das zeigt eine erstmals für Sachsen-Anhalt erstellte Bestandsaufnahme des Forst-, Holz- und Papierbereiches. Die Clusterstudie, die heute in Magdeburg der Fachwelt vorgestellt wurde, erarbeiteten im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt und die Universität Göttingen.

Die Vorstellung der Studie nutzte Landwirtschafts- und Umweltministerin Petra Wernicke zur Verleihung des Rohholzmobilisierungspreises Sachsen-Anhalt.

Sachsen-Anhalt ist laut Studie das Bundesland mit den größten Investitionen in die holzverarbeitende Industrie in den vergangenen zehn Jahren. Die rund 2.300 umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen im Clusterbereich beschäftigen rund 18.000 Frauen und Männer. Zum Cluster Forst und Holz zählen laut EU-Definition die Forstwirtschaft, Holzbearbeitung/-verarbeitung, Papiergewerbe, Verlags- und Druckgewerbe, Baugewerbe mit Holz und Holzhandel.

Wernicke sagte: „Dem Holz gehört die Zukunft. Es ist vielseitig verwendbar und es wächst nach. Die Einsatzmöglichkeiten für Holz werden dank neuer Technologien, etwa der Leimbindertechnologie, immer breiter. Wälder brauchen aber auch Zeit zum Wachstum. Der Bedarf am Rohstoff Holz ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Die Clusterstudie zeigt deutlich, dass wir mit dieser Ressource sorgfältig und weitsichtig umgehen müssen.“

Sie betonte: „A und O ist die naturnahe Bewirtschaftung.“ Die Studie gehe in einer 30-Jahre-Rechnung bei dieser nachhaltigen Bewirtschaftungsform von einem Anstieg des Holzvorrates aus. Bei einer ertragsorientierten Waldnutzung nehmen die Holzvorräte dagegen in der Modellrechnung stark ab.

Die Studie zeige auch, dass die Potenziale im Land in großem Umfang ausgeschöpft seien: „Holz ist angesichts der kräftig gestiegenen Nachfrage ein knapper Rohstoff geworden“, sagte die Ministerin. Zwar gäben gerade die kleineren Privatwälder und Baumarten wie Birke, Weide und Pappel noch einiges her. Dies würde aber bei weitem nicht reichen, wollte man Holz etwa auch energetisch nutzen. Daher lege die Studie nahe, auch Kurzumtriebsplantagen aufzubauen.

Mittlerweile herrscht in Sachsen-Anhalt ein Holzbedarf jährlich von annähernd fünf Millionen Festmetern. Dieser kann nur zu einem Teil aus den Wäldern des Landes bedient werden. Wernicke weiter: „Die Nachfrage ist so stark gestiegen, dass die stoffliche und die energetische Verwertung von Holz konkurrieren. Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit sollte der stofflichen Verwertung der Vorrang eingeräumt werden. Die Verfasser der Studie legen auch nahe, künftig auf die Förderung eines weiteren Ausbaus der Kapazitäten zu verzichten.“

Die Ministerin kündigte eine Nachfolgestudie an, die die Möglichkeiten der energetischen Verwertung von Holz untersuchen soll. Damit gehe man zwar über die vorgegebenen Cluster-Bereiche hinaus. Doch übe die energetische Verwertung einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Rohstoffströme und den Bedarf insgesamt aus.

Preise für die besten Rohholz-Mobilisierer

Ministerin Wernicke vergab im Rahmen der Vorstellung der Studie die erstmals von der AG „Rohholzmobilisierung“ ausgeschriebenen Preise. In der Kategorie „Forstbetriebsgemeinschaftsvorsitzender“ gewann Harald Deutsch von der Forstbetriebsgemeinschaft Osterburg. Den Preis in der Kategorie „Forstbetriebsgemeinschaftsvorstand“ erhielt die FBG „Hans-Jochen-Winkel“ mit dem Vorsitzenden Werner Faeske. Ausgezeichnet wurde in der Kategorie „Revierleiter/in“ Frau Scymczak aus dem Forstbetrieb Anhalt für ihre langjährige hervorragende Arbeit und Herr Schleth für sein Engagement bei der Beseitigung der durch „Kyrill“ 2007 verursachten Schäden. Die Preise sind insgesamt mit 9.000 Euro dotiert.

Hintergrund:

24,1 Prozent der Fläche Sachsen-Anhalts ist von Wald bedeckt, das sind rund 492.000 Hektar. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 31 Prozent. Die wirtschaftlich wichtigsten Baumarten sind Kiefer, Fichte, Eiche und Buche. Der Holzvorrat in Sachsen-Anhalt beläuft sich auf etwa 110 Millionen Kubikmeter, 1990 waren es 98 Millionen.

Zum Cluster:

Von den Wirtschaftsabteilungen des Clusters Forst und Holz hatte die Abteilung Papiergewerbe mit 590 Mio. € den höchsten Jahresumsatz. Dieser entspricht einem Anteil von 33 % am Gesamtumsatz des Clusters. Weiterhin gehören die Holzbe- und -verarbeitung mit 505 Mio. € (28 %) und das Baugewerbe mit Holz mit 293 Mio. € (17 %) zu den umsatzstärksten Abteilungen des Clusters. Von den drei Abteilungen werden annähernd 80 % des Gesamtumsatzes des sachsen-anhaltischen Clusters Forst und Holz erwirtschaftet.

Links zum Thema Wald und Forst,
Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

DRV: Biosprit-Verordnung differenzierter bewerten

Themen: Energie,Kraftstoffe,Verbände — info @ 10:04

Berlin (agrar.de) – Nachdem Bundesminister Siegmar Gabriel das „endgültige Aus“ für die als Biosprit-Verordnung titulierte Änderungsverordnung zur Kraftstoffqualitätsverordnung verkündet hat, kritisiert DRV-Präsident Manfred Nüssel die unzureichende Informationspolitik des Umweltministers.

Nüssel weist darauf hin, dass die Diskussion ausschließlich die vermehrte Zumischung von Bioethanol zu Ottokraftstoffen betrifft, während die Beimischung von Biodiesel zu mineralischem Dieselkraftstoff – dem sogenannten B7 – von allen Experten als unproblematisch angesehen wird. „B7 muss jetzt unverzüglich als neue Norm für Dieselkraftstoff eingeführt werden“, erklärt Nüssel. Die Verzögerungen durch die momentane Diskussion sind nicht länger hinnehmbar. Außerdem muss dafür gesorgt werden, dass die Reinkraftstoffe B100 sowie E85 möglichst breiten Nutzergruppen zur Verfügung gestellt werden. Ein verstärkter Einsatz, insbesondere in Fahrzeugen des Öffentlichen Personennahverkehrs sowie des Bundes, ist sinnvoll.

Grundsätzlich empfiehlt der DRV auch eine intensive Nutzung von Bio-Schmierstoffen in umweltsensiblen Bereichen. Insbesondere Baumaschinen sowie Maschinen in der Forstwirtschaft sollten vorzugsweise mit biologisch abbaubaren Betriebsmitteln befüllt werden.

Der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) sieht in der Entscheidung Gabriels zwar ein wichtiges Signal für den deutschen Futtermittel- und Lebensmittelsektor. Sie ist auch als Eingeständnis zu werten, dass die politische Förderung der Agrokraftstoffe dem Anliegen der gesamtwirtschaftlichen und klimaschutzpolitischen Nachhaltigkeit nicht Rechnung trägt.

„Das Grundproblem der Rohstoff- und Flächenkonkurrenz zwischen Lebensmittel- und Bioenergieproduktion bleibt aber in unveränderter Schärfe bestehen, wenn diese Erkenntnis nicht auch im Biokraftstoffquoten-Gesetz umgesetzt wird und die generellen Beimischungsziele für die Agrokraftstoffe der so genannten ersten Generation deutlich reduziert werden“, erklärte DVT-Geschäftsführer Bernhard Krüsken heute in Bonn. Ohne diese Korrektur blieben die negativen Auswirkungen für die Rohstoffversorgung der Tierhaltung und Lebensmittelproduktion in vollem Umfang bestehen.

Links zum Thema Energie,
Links zum Thema Verbände.

Erhöhung der Umstellungsprämie in Niedersachsen

Themen: Biolandbau,Förderung,Niedersachsen,Wirtschaft — info @ 09:04

Hannover (agrar.de) – „Wir werden die Förderung für Landwirte, die in Zukunft ihre Flächen ökologisch bewirtschaften wollen, in den ersten beiden Umstellungsjahren erhöhen“, erklärte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen.

Grund hierfür sei, dass die Nachfrage nach Bioprodukten in Deutschland weiterhin stärker wächst als die Erzeugung. Besonders betroffen hiervon sei Niedersachsen, da hier im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich viele Unternehmen beheimatet seien, die ökologisch erzeugte Produkte verarbeiten oder handeln.

„Die vielen Gespräche mit niedersächsischen Unternehmern, die wir anlässlich der vor kurzem zu Ende gegangenen weltgrößten Handelsmesse für Bioprodukte in Nürnberg geführt haben, haben zu dem Entschluss beigetragen. Die Unternehmer haben versichert, dass sie großen Wert auf die regionale Herkunft der Produkte legen, die derzeit aber nur begrenzt verfügbar sind. Die höhere Prämie in den ersten beiden Umstellungsjahren und langfristige Verträge mit den heimischen Unternehmen sollen dazu beitragen, die Ökofläche in Niedersachsen zu vergrößern“ so Ehlen weiter. Bedarf auf den Märkten bestehe momentan insbesondere für biologisch erzeugtes Getreide, für Raps, für Zuckerrüben sowie für Biomilch.

Die höhere Umstellungsprämie soll die bewirtschaftungsbedingten Nachteile in den ersten beiden Jahren der Umstellung ausgleichen. Höhere Kosten entstehen dadurch, dass die erzeugten Produkte erst nach einer Umstellungszeit von zwei Jahren ökologisch vermarktet werden dürfen und durch Investitionen in neue Ställe und Maschinen. Die Prämie wird für vorerst zwei Jahre von 137 Euro auf 262 Euro pro Hektar Acker- und Grünland angehoben. Anträge können bis zum 15. Mai 2008 bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestellt werden. Unterstützt wird das Programm durch Erstinformationen für umstellungsinteressierte Landwirte, die beispielsweise über den Ökoring Niedersachsen oder die Landwirtschaftskammer angeboten werden.

Derzeit werden in Niedersachsen rund 70.000 Hektar der landwirtschaftlichen Nutzfläche durch 1.200 Betriebe (von 49.000) ökologisch bewirtschaftet. Darüber hinaus verarbeiten fast 1.000 Unternehmen in Niedersachsen ökologische Produkte. Derzeit wird die ökologische Bewirtschaftung mit ca. 9. Mio. Euro über die Flächenprämien gefördert, weitere Maßnahmen (z. B. Kompetenzzentrum Ökolandbau, Messeauftritte, Versuchswesen) ergänzen dieses.

Links zum Thema Bio-Landbau,
Links zum Thema Förderung.

NRW: Mehr Kühe und höhere Milchleistung pro Kuh

Düsseldorf (agrar.de). In Nordrhein-Westfalen wurden im letzten Jahr 2,75 Millionen Tonnen Milch erzeugt, 10,3 Prozent mehr als 2006. Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, stammte diese Milch von knapp 372.000 Kühen. Gegenüber 2006 nahm die Zahl der Milchkühe erstmals wieder um über 8.000 (+2,3 Prozent) zu. Die NRW-Landwirte konnten wegen der Blauzungenkrankheit die durchschnittliche Milchleistung pro Kuh im letzten Jahr nur um sieben Kilogramm (+0,1 Prozent) auf 7.395 Kilogramm steigern.

Wie das Landesamt weiter mitteilt, wurde die Milch wie in den Vorjahren zum überwiegenden Teil (96,7 Prozent) an Molkereien geliefert und dort zu Trinkmilch und Milchprodukten verarbeitet. 2,8 Prozent der Milch wurden in den Betrieben verfüttert, verarbeitet und verbraucht. Der Ab-Hof-Verkauf hat mit einem Anteil von 0,5 Prozent ebenfalls nur eine geringe Bedeutung.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 7 8 9 >>



   (c)1997-2017 @grar.de