12. April 2008

Vernachlässigung des ländlichen Raumes führt zu akuter Hungerkrise

„Brot für die Welt“ fordert neue Schwerpunktsetzung in der Agrar- und Entwicklungspolitik

Stuttgart (agrar.de) – Die evangelische Hilfsaktion „Brot für die Welt“ hat die Regierungen der Entwicklungsländer sowie die deutsche und die internationale Entwicklungspolitik aufgefordert, die Produktion von Nahrungsmitteln wieder stärker zu fördern. „Mit den Hungerrevolten in inzwischen 33 Ländern rächt sich die jahrzehntelange Vernachlässigung der bäuerlichen Landwirtschaft in der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit“, erklärt die Direktorin von „Brot für die Welt“, Cornelia Füllkrug-Weitzel. „Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds müssen jetzt schwere Fehler einräumen, auf die wir seit Jahren vergeblich hingewiesen haben.“

Zwischen 1995 und 2005 seien die Ausgaben für den ländlichen Raum in den ärmeren Entwicklungsländern um knapp die Hälfte gesunken. Insgesamt sei der Anteil der Landwirtschaft an der Entwicklungszusammenarbeit über die letzten beiden Jahrzehnte von 20 Prozent auf nur noch 3 Prozent zurückgegangen. „Die Butterberge, Milchseen und Getreideüberschüsse der 1980er- und 1990er -Jahre haben die Agrarpreise zunächst verfallen lassen“, so Füllkrug-Weitzel weiter. Die USA und die Europäische Union hätten mit milliardenschweren Exportsubventionen ihr übriges getan, die Landwirtschaft in Entwicklungsländern aus dem Wettbewerb zu drängen.

Das führte dazu, dass dort statt Lebensmitteln Exportgüter wie Baumwolle und in jüngster Zeit auch immer mehr Energiepflanzen für die Erzeugung von Agrokraftstoffen produziert wurden. Das räche sich jetzt mit einer besorgniserregenden Verknappung von Nahrungsmittelreserven und einem dramatischen Preisanstieg.

„Die derzeitige Krise bietet die Chance, die Weichen für eine verantwortliche Politik im Bereich Landwirtschaft und Agrarhandel zu stellen“, betont Füllkrug-Weitzel. Entwicklungsländer müssten der Agrarpolitik und Entwicklung der ländlichen Räume wieder Priorität einräumen. Die deutsche und die internationale Entwicklungszusammenarbeit müsse sich bevorzugt um benachteiligte Regionen und Produzenten kümmern. Gerade Kleinbauern, Fischer und Landlose bräuchten dringend Unterstützung, vor allem da sie einen Großteil der Grundnahrungsmittel in Entwicklungsländern produzierten, so Füllkrug-Weitzel. Besonders dringend benötigten diese Unterstützung bei der Anpassung an die landwirtschaftlichen Folgen des Klimawandels. Zugleich müssten der weitere Ausbau bei der Produktion von Agrotreibstoffen, wie ihn die EU erst am Wochenende bekräftigt hatte, umgehend gestoppt werden.

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11. April 2008

Immer weniger junge Menschen arbeiten in der Landwirtschaft

Bad Ems (agrar.de) – In der landwirtschaftlichen Produktion hat der saisonale Einsatz von Arbeitskräften große Bedeutung. Im Jahr 2007 wurden von den landwirtschaftlichen Betrieben rund 46.700 Personen nur gelegentlich, etwa als Erntehelfer im Wein- oder Gemüsebau, eingesetzt, das waren 44 Prozent der Arbeitskräfte. Insgesamt waren rund 105.200 Personen in den landwirtschaftlichen Betrieben beschäftigt. Gegenüber 2005 stellt dies einen Rückgang von 2,9 Prozent dar, so das Landesamt für Statistik des Landes Rheinland-Pfalz.

Bundesweit waren nach dem vorläufigen Ergebnis der Agrarstrukturerhebung 2007 knapp 1,3 Millionen Arbeitskräfte in landwirtschaftlichen Betrieben tätig, von denen 335.500 als nicht ständig Beschäftigte (Saisonarbeitskräfte) galten. Während Rheinland-Pfalz bei den landwirtschaftlichen Betrieben einen Anteil von 6,8 Prozent an der Zahl der Betriebe in Deutschland hat, liegt der Anteil bei den Saisonarbeitskräften mit 14 Prozent deutlich höher. Dies ist auf die große Bedeutung des Wein- und Gemüsebaus in Rheinland-Pfalz zurückzuführen. Beide Produktionsbereiche sind deutlich arbeitsintensiver als beispielsweise die Getreideproduktion.

Parallel zum Rückgang an Arbeitskräften in der Landwirtschaft ist festzustellen, dass immer weniger junge Menschen hier einen Arbeitsplatz finden. So nahm zwischen 2001 und 2007 der Anteil an Arbeitskräften, die nicht älter als 35 Jahre waren, um knapp drei Prozentpunkte auf 16 Prozent ab. Dagegen erhöhte sich der Anteil der Arbeitskräfte im Alter von 55 Jahren und darüber von 32 auf 35 Prozent.

Geringer Anteil Vollbeschäftigter

Von den 105.200 Beschäftigten waren nur 16 Prozent vollbeschäftigt und weitere 39 Prozent in unterschiedlichem Umfang teilzeitbeschäftigt. Der geringe Anteil Vollbeschäftigter resultiert aus der großen Bedeutung der Saisonarbeitskräfte und der nebenberuflich bewirtschafteten Betriebe. Rund 57 Prozent der Familienbetriebe werden im Nebenerwerb geführt. Traditionell spielen die Familienarbeitskräfte in der Landwirtschaft große Rolle, da sie flexibel einsetzbar sind. Knapp vier von fünf ständigen Arbeitskräften gehörten zur Familie des Betriebsinhabers.

Die Daten stammen aus der alle zwei Jahre stattfindenden repräsentativen Agrarstrukturerhebung. Befragt wurden rund 7.000 landwirtschaftliche Betriebe mit 2 ha und mehr landwirtschaftlich genutzter Fläche bzw. Betriebe, die über bestimmte pflanzliche oder tierische Mindesterzeugungseinheiten verfügten.

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Bayern macht Agrarumweltprogramme attraktiver

Themen: Agrarrecht,Bayern,Förderung,Naturschutz,Umwelt — info @ 16:04

Neue Maßnahmen und Erhöhung der Prämien

München (agrar.de) – Bayern macht seine Agrarumweltprogramme noch attraktiver. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller auf einer Pressekonferenz in München sagte, ist der Freistaat das erste Bundesland, das auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert. „Mit Einführung neuer Maßnahmen und gezielter Anpassungen der Prämienhöhen bewährter Programmteile unseres Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms (KULAP) tragen wir auch den neuen Herausforderungen in den Bereichen Biodiversität, Klima- und Erosionsschutz Rechnung“, sagte Miller. Bayern will damit seine europaweite Vorreiterrolle bei der umweltschonenden Landbewirtschaftung weiter ausbauen.

Die Artenvielfalt soll mit zwei neuen Fördermaßnahmen vergrößert werden: Landwirte, die ihre Wiesen erst nach dem 1. Juli mähen, erhalten 300 Euro pro Hektar. Für Maßnahmen der Biotopvernetzung gibt es durchschnittlich 630 Euro pro Hektar. Miller: „Damit schaffen und sichern wir über das ganze Land verteilt Nahrungs- und Lebensgrundlagen für viele Kleinlebewesen und seltene Pflanzen.“ Von der neuen Sommerweideprämie für Rinder erhofft sich der Minister einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität. Für den erhöhten Aufwand beim Weidegang bekommen die Landwirte 30 Euro pro Großvieheinheit.

Um im Ackerbau eine extensivere Landbewirtschaftung zu erreichen, fördert Miller künftig extensive Fruchtfolgen. Damit lassen sich auf dem jeweiligen Betrieb der Maisanbau auf maximal 20 Prozent bzw. die Intensivkulturen wie Mais, Weizen, Rüben und Feldgemüse insgesamt auf 33 Prozent der Fruchtfolge begrenzen. Dazu der Minister: „Das kommt dem Klima-, Gewässer- und Bodenschutz zugute.“ Das Prämienniveau liegt je nach angebauten Früchten zwischen 50 und 180 Euro pro Hektar. Bei einer Beschränkung der Ackernutzung und der Anlage von Blühflächen verdoppeln sich die Fördermittel auf 920 Euro pro Hektar. Zum Schutz der Oberflächengewässer und zur Vermeidung von Nährstoffeinträgen in Gewässer sollen die Bauern ihre Gülle direkt in die Böden einarbeiten. Die aufwändigere Technik honoriert der Minister mit 1,5 Euro pro Kubikmeter ausgebrachtem Wirtschaftsdünger.

In Bayern ist rund ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Grünland. Extensive Bewirtschaftungsformen beim Grünland werden je nach Tierbesatz bislang mit 100 bzw. 150 Euro pro Hektar gefördert. Um die Attraktivität zu erhöhen, wird die Prämie nun um 30 Euro aufgestockt. Der Verzicht auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmittel entlang von Gewässern und sonstigen sensiblen Gebieten wird jetzt mit 350 Euro pro Hektar statt wie bisher mit 280 Euro honoriert.

Insgesamt stellt der Freistaat in seinem Agrarumweltprogramm KULAP jährlich rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. Die Weiterentwicklung und die neuen Maßnahmen sind laut Miller möglich geworden, weil in der neuen Förderperiode bis 2013 wegen der gestiegenen Preise und dem Wegfall der Anreizkomponente weniger Landwirte KULAP-Leistungen in Anspruch genommen haben. Heuer stehen so 35 Millionen und ab kommendem Jahr jeweils 45 Millionen Euro zur Verfügung. Bayern handelt nach dem Grundsatz „Freiwilligkeit und finanzieller Ausgleich vor Ordnungsrecht“. Der sogenannte Begleitausschuss, in dem rund 50 verschiedene bayerische Interessensverbände vertreten sind, hat den von Miller vorgeschlagenen Änderungen am gestrigen Mittwoch zugestimmt. Jetzt fehlt nur noch das Ja der EU-Kommission. Zwei der neuen Maßnahmen werden voraussichtlich noch in diesem Jahr umgesetzt, die übrigen im nächsten.

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Wissenswertes über Zecken, Mücken und Schnecken

Themen: Gartenbau,Tiere,Umwelt,Verbände — info @ 13:04

Deutsche Wildtier Stiftung räumt mit Irrglauben auf

Hamburg (agrar.de) – Manche hoffen, dass die Aprilfröste nach dem teilweise sehr warmen Winter wenigstens ein Gutes haben und weniger Zecken, Mücken und Schnecken im Sommer bringen. „Das ist aber ein Irrglaube“, erklärt Prof. Dr. Josef H. Reichholf, Botschafter der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Wintertemperaturen haben für die Zahl der Mücken und Schnecken überhaupt keine Bedeutung. Bei den Zecken führen warme Winter sogar eher dazu, dass ihre Zahl sinkt.“ Denn Schnee und Frost schützen die Zecken in der Phase ihrer Kältestarre. Darüber hinaus können in warmen und feuchten Wintern die Zecken von Pilzen geschädigt werden.

Entscheidend für die Mückenzahl ist nicht ein kalter oder warmer Winter, sondern das Wetter im Frühjahr und Frühsommer. Fällt dieses sehr trocken aus wie im März/April 2007, gibt es kaum Stechmücken und auch wenig Bremsen. „Nicht der warme Winter, sondern der viele Regen in den letzten Wochen kann die Mückenbestände im Sommer vergrößern“, erklärt Reichholf. „Die kurzen Frostperioden können den Beständen nichts mehr anhaben“.

Auch auf die Schneckenzahl haben die Temperaturen im Winter keinerlei Einfluss. Insbesondere bei der sehr unbeliebten braunen bis rotbraunen Nacktschnecke der Gärten, der Spanischen Wegschnecke, hängt die Häufigkeit allein von der Frühsommer- und Sommerfeuchtigkeit ab. Schneckengelege werden zumeist im Spätsommer abgelegt und zwar tief genug im Boden und damit frostsicher. Erwachsene Schnecken können ihre Körperflüssigkeit konzentrieren und halten damit die üblichen Fröste aus. Ein Zusammenhang zwischen Schneckenhäufigkeit und warmen oder kalten Wintern gibt es nicht.

Im wintermilden, atlantischen Klima Westeuropas kommen die Zecken nicht häufiger als in Deutschland vor. In jedem Fall hängt die Zeckenhäufigkeit davon ab, wie groß ihr Bestand im Vorjahr war und nicht sonderlich vom Verlauf der Winterwitterung.

Die verschiedenen Mückenarten überwintern z. B. in Kellern, die Malaria-Mücke Anopheles auch in Viehställen. Sie überstehen auch lange Frostperioden. Entscheidend ist für die Mückenbestände das Wetter im Frühjahr und Frühsommer.

Informationsdienst Zecken und FSME (Risikogebiete in Deutschland)

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NRW-Initiativen auf Agrarministerkonferenz erfolgreich

Themen: Agrarrecht,Bundesländer,Förderung,Umwelt — info @ 13:04

Düsseldorf/Grimma (agrar.de) – Auf Vorschlag des nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministers Eckhard Uhlenberg hat sich die Agrarministerkonferenz (AMK) für eine unbefristete Verlängerung der 7-Jahresfrist für die Umnutzung landwirtschaftlicher Gebäude im Außenbereich im Baugesetzbuch ausgesprochen.

„Mit der Umnutzung ehemals land- und forstwirtschaftlicher Bausubstanz kann ein wichtiger Beitrag zur Minderung der Flächeninanspruchnahme geleistet und zusätzliche Einkommens- und Entwicklungschancen für aktive und ehemalige land- und forstwirtschaftliche Betriebe eröffnet werden“, so der Minister heute im sächsischen Grimma. Hier treffen sich die Agrarminister des Bundes und der Länder zur ersten von zwei Agrarministerkonferenzen in diesem Jahr unter dem Vorsitz von Sachsen.

Einstimmig wurde auch der Vorschlag von Minister Uhlenberg angenommen, den Obst- und Gemüseverzehr an Schulen zu steigern. Die Bundesregierung wird um Unterstützung für Länderprogramme zum verstärkten Obst- und Gemüseverzehr in den Schulen gebeten und entsprechende Initiativen der Europäischen-Kommission wurden begrüßt. Aus dem nationalen Aktionsplan „Ernährung und Bewegung“ sollen dazu finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Mit der Stimme von Nordrhein-Westfalen haben die Agrarminister die Einrichtung eines Milchfonds als Begleitmaßnahme zum Quotenausstieg gefordert. Der Milchfonds soll aus freiwerdenden EU-Mitteln für Marktforschungsausgaben und nicht ausgeschöpften Agrarmitteln gespeist werden. „Ziel des Fonds ist die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Milchbauern sowie der Erhalt der Kulturlandschaften und der landwirtschaftlichen Nutzung des Dauergrünlandes“, so Uhlenberg.

Ein weiteres Thema war das Umweltgesetzbuch, hierzu betonten die Agrarminister erheblichen Erörterungsbedarf. Dazu gehören unter anderem die Reichweite der integrierten Vorhabensgenehmigung, die Eingriffsregelung in Naturschutzfragen und die „gute fachliche Praxis“. Die Agrarministerkonferenz erwartet, dass es auch in diesen Fragen keine Verschärfung der umweltrechtlichen Standards geben darf.

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BÖLW: Brüsseler Verordnungschaos zum Öko-Landbau stoppen!

Themen: Biolandbau,EU,Lebensmittel,Verbände — info @ 13:04

Die Ökologische Lebensmittelwirtschaft fordert, die Einführung der neuen EU-Öko-Verordnung auf 2010 zu verschieben

Berlin (agrar.de) – Der von der EU-Kommission vorgelegte Entwurf der Durchführungsbestimmungen zur neuen EU-Öko-Verordnung 834/2007 ist in zentralen Fragen unzureichend. Skandalös ist, dass der Entwurf so kurzfristig vorgelegt wurde, dass die Wirtschaftsverbände nur eine Frist von zwei Werktagen zur Stellungnahme haben. „In dieser Frist ist es unmöglich sich seriös mit den Inhalten des Entwurfs auseinanderzusetzen“, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW).

Eine erste Sichtung ergab nicht hinnehmbare Regelungen beispielsweise für die Berechnung von Zutaten, die Verwendung von Hefe, zur Kontrolle und zu zahlreichen Produktionsvorschriften.

„Der BÖLW fordert, die Einführung der neuen EU-Öko-Verordnung um ein Jahr auf 2010 zu verschieben“, so Gerber. „Wenn die Durchführungsbestimmungen jetzt in dieser Weise übers Knie gebrochen werden, sind neben inakzeptablen Inhalten auch handwerkliche Fehler unvermeidbar.“ Die EU-Kommission musste kürzlich die Einführung des neuen EU-Bio-Siegels um ein Jahr verschieben, weil sie Markenrechte eines Deutschen Einzelhandelskonzerns übersehen hatte. Bereits das erfordert eine Verschiebung des Inkrafttretens der gesamten Verordnung, weil die Kennzeichnungsvorschriften an vielen Stellen die Inhalte des Regelwerkes bestimmen.

Gleichzeitig würde die notwendige Zeit gewonnen, um grundsätzliche Fragen sowie Detailfragen abschließend und zukunftsweisend zu klären. Das brächte für alle Marktbeteiligten eine ausreichende Rechtssicherheit und böte eine solide Grundlage zur Weiterentwicklung des Marktes in den nächsten Jahrzehnten.

Der BÖLW fordert Bundesminister Seehofer auf, sich mit hoher Dringlichlichkeit für dieses Anliegen in Brüssel einzusetzen.

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Brandenburg: Ökologischer Landbau gewinnt weiter an Bedeutung

Potsdam (agrar.de) – Im Mai 2007 wurden zum fünften Mal seit 1999 Angaben zum ökologischen Landbau durch das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erhoben. Dabei zeigte sich, dass diese Bewirtschaftungsform weiter an Bedeutung gewonnen hat.

Die Zahl der ökologisch produzierenden Landwirtschaftsbetriebe hat sich bis zum Jahr 2007 ständig erhöht. Gegenüber 2005 vergrößerte sich die Anzahl dieser Betriebe um 6 Prozent auf 613. Damit lag der Anteil der ökologisch wirtschaftenden Betriebe bei 9 Prozent. Diese Betriebe bewirtschafteten wie schon im Jahr 2005 rund 10 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Brandenburg.

Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden fast 31 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet. Am geringsten war dieser Anteil im Elbe-Elster Kreis mit unter 2 Prozent Betriebe mit der ökologischen Bewirtschaftungsform verfügten im Jahr 2007 über 133.800 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (2005: 131.400 Hektar).

Darunter befanden sich 8.500 Hektar in Umstellung auf die ökologische Produktionsweise. Von den 613 Landwirtschaftsbetrieben waren 430 der Rechtsform Einzelunternehmen zuzuordnen (2005: 410). Die Zahl der Personengesellschaften/-gemeinschaften belief sich auf 80. Weitere 103 Betriebe gehörten zur Gruppe der juristischen Personen, von denen 79 als GmbH eingetragen waren.

2007 wurden 66 Prozent der Flächen des ökologischen Landbaus als Ackerland genutzt. Rund 34 Prozent gehörten zum Dauergrünlandanteil.

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10. April 2008

NRW: Zukunftskommission Landwirtschaft nimmt Arbeit auf

Themen: Nordrhein-Westfalen,Verbände,Wirtschaft — info @ 11:04

Düsseldorf (agrar.de) – Um den Dialog mit Akteuren aus Landwirtschaft, ländlichem Raum und Wissenschaft zu intensivieren, hat Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg die Bildung der „Zukunftskommission Landwirtschaft 2020“ vorgeschlagen. Am vergangenen Dienstag nahm die Kommission mit der konstituierenden Sitzung in Düsseldorf ihre Arbeit auf.

„Flächenkonkurrenz, Globalisierung, Klimawandel, der Umgang mit der Gentechnik und steigender Bedarf an Nahrungsmitteln sind neue Herausforderungen für Landwirtschaft und Agrarpolitik“, so Minister Uhlenberg. „Auf die Zukunftskommission kommt die Aufgabe zu, diese Themen zu diskutieren und daraus Lösungsansätze zu entwickeln.“

Das Ziel ist, in einem offenen Meinungsaustausch Zukunftstrends in der Landwirtschaft zu ermitteln und daraus Handlungsempfehlungen für die Politik abzuleiten. Bis zum Sommer werden in zwei ersten Arbeitsgruppensitzungen die Themen Marktentwicklung und Umweltschutz in der Landwirtschaft beraten. Im weiteren Jahresverlauf werden beispielsweise die Stellung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette, die Zukunft der Bioenergie und die Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Strukturen thematisiert. Die ersten Ergebnisse sollen Mitte 2009 vorgestellt werden.

Der „Zukunftskommission Landwirtschaft 2020“ gehören neben Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg folgende Personen an:

  • Friedhelm Decker, Präsident des Rheinischen Landwirtschaftsverbands
  • Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands
  • Johannes Frizen, Präsident der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Margret Vosseler, Präsidentin des Rheinischen LandFrauenverbands
  • Gerti Engels, Präsidentin des Westfälisch-Lippischen LandFrauenverbands
  • Dr. Martin Woike, Vizepräsident des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz
  • Heinz-Josef Thuneke, Vorsitzender des Bioland-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen
  • Sylvia Schleker, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft der Landjugend Nordrhein
  • Maike Gahr, Vorsitzende des Rings der Landjugend Westfalen-Lippe
  • Prof. Dr. Ernst Berg, Professor für Produktions- und Umweltökonomie am Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik an der Universität Bonn
  • Prof. Dr. Hans-Ulrich Hensche, Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Südwestfalen in Soest

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik,Wirtschaft — info @ 11:04

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 460 angebotenen Schweinen alle Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,45 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,44 Euro bis 1,45 Euro verkauft.

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NRW: Holzeinschlag 2007 durch Sturm Kyrill mehr als verdoppelt

Düsseldorf (agrar.de). In Nordrhein-Westfalen hat sich der Holzeinschlag im Jahr 2007 mit 11,6 Millionen Kubikmetern gegenüber 2006 mehr als verdoppelt (+153,9 Prozent). Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik mitteilt, lag der durch Wind und Sturm in den NRW-Wäldern in 2007 verursachte Holzeinschlag mit 10,2 Millionen Kubikmetern Holz sogar mehr als 100-mal so hoch wie im Vorjahr (damals knapp 100.000 Kubikmeter Holz infolge von Sturmschäden). Hauptschadenverursacher war dabei der Anfang 2007 über NRW hinweggefegte Sturm Kyrill. Am stärksten von Sturmschäden betroffen waren mit über 6,8 Millionen Kubikmetern in Privatbesitz befindliche Wälder.

Der Einschlag der in Nordrhein-Westfalen bedeutendsten Holzarten Fichte, Tanne und Douglasie war 2007 um 238 Prozent höher als 2006. Bei Kiefern und Lärchen wurden 47,4 Prozent mehr eingeschlagen. Für Eichen ist eine Abnahme um 31,7 Prozent zu verzeichnen; bei Buchen und anderem Laubholz ist der Einschlag um 14,9 Prozent zurückgegangen.

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