16. April 2008

Agrarfoscher fordert Milliarden zur Hungerbekämpfung

Hamburg (agrar.de) – Um den weltweit grassierenden Hunger wirksam zu bekämpfen, sind jährlich 20 bis 30 Milliarden Dollar für Ernährungshilfen und für Investitionen in die Landwirtschaft der Entwicklungsländer nötig. Das sagt der deutsche Agrarökonom Joachim von Braun, Direktor des International Food Policy Research Institute
(IFPRI) in Washington, der ZEIT. Von Braun widerspricht damit der Auffassung, die gegenwärtige Situation sei Ausdruck einer vorübergehenden Krise, die sich mit Nothilfe lindern lasse.

Die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung werde nur gelingen, „wenn Forschung und Wissen gewaltige Fortschritte machen“, sagt der Forscher. Boden, Wasser, Energie und Nährstoffe müssten viel intelligenter genutzt werden. „Sonst wird die Lage unbeherrschbar.“

Es sei „frustrierend“, sagt Joachim von Braun, „dass die Finanzkrise, die sich an der Wall Street oder in Frankfurt abspielt, unmittelbare politische Reaktionen hervorgerufen hat, die Finanzkrise von zwei Milliarden Menschen aber nicht“.

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CARE: Ursachen für Hungerkatastrophen bei Industriestaaten

Fordeung nach Abbau von Zollschranken für Agrarprodukte

Bonn (agrar.de) – Ab heute erörtern 60 Experten von 30 führenden internationalen Hilfsorganisationen bei der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) das Problem der geringer werdenden Nahrungsmittelressourcen. Die dreitägige Konferenz „Rethinking Food Security in Humanitarian Response“ wird organisiert von CARE International und Oxfam. Zur Bekämpfung des Hungers will CARE vor allem die Selbsthilfekräfte der Kleinbauern stärken.

Der Vorsitzende von CARE Deutschland-Luxemburg, Heribert Scharrenbroich, beklagt vor allem „das Fehlen einer konsequenten Strategie bei der Hungerbekämpfung und eine verantwortungslose Handelspolitik“, als Ursache der nun plötzlich von IWF und Weltbank entdeckten Hungerkatastrophe. „Diese Katastrophe hat viele schon seit langem bekannte Ursachen, von den Handelshemmnissen für die Länder der Dritten Welt über Exportsubventionen für die Agrarprodukte der Industrieländer bis hin zur Vernichtung von Nahrungsmitteln durch Biogasproduktion im großen Stil. Die Verantwortung für die jetzt hoffentlich ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit getretene Hungerkatastrophe liegt also überwiegend bei den Industrieländern und den von ihnen beherrschten Institutionen wie Weltbank, WTO, IWF und sogar dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Wenn die Industrieländer jetzt aufgefordert werden, schnell zu helfen, sollte das weniger als Appell an großzügige Hilfsbereitschaft sondern mehr als eine Aufforderung, den verursachten Schaden abzumildern, verstanden werden.“

Scharrenbroich sieht die US-amerikanische Nahrungsmittelhilfe und das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen als Mitverursacher für die Vernichtung heimischer Agrarproduktion, weil – nicht zuletzt in Afrika – viele bäuerliche Existenzen durch Anlieferung von Getreide der amerikanischen Farmer zerstört habe.
Scharrenbroich: „Wenn jetzt das WFP viele Menschen vor dem Hungertod retten soll, muss man genau hinsehen, welche Art von Hilfe gerade die USA dem WFP anbieten. Sachhilfe in Form von Getreide darf nur noch dann akzeptiert werden, wenn dieses in den betroffenen Regionen nicht gekauft werden kann. Ansonsten sollten die Amerikaner gehalten werden, die Kaufkraft des Welternährungsprogramms durch Finanzzuweisungen zu stärken, wie das die Europäischen Länder und die EU schon seit langem tun. Das WFP darf nicht mehr länger unter dem Kuratel der amerikanischen Farmer Lobby stehen.“

Scharrenbroich verweist darauf, dass CARE, allen voran CARE-USA, sich deswegen inzwischen weigert, US-amerikanisches Getreide in Ländern der dritten Welt zu verkaufen, um mit dem Erlös Entwicklungsmaßnahmen durchzuführen. Scharrenbroich: „Damit ist nicht nur ein nicht zu rechtfertigender Kostenaufwand verbunden, sondern lokale Märkte wurden durch diese Praxis schwer gestört. Lediglich in akuten Nothilfemaßnahmen ist die Verteilung von importierter Nahrung gerechtfertigt.“

Trotz der notwendigen Soforthilfe für die hungernden Menschen müsse jetzt auch endlich eine Strategie zur Vermeidung von Hungerkatastrophen entwickelt werden. Scharrenbroich: „Wenn die Industrienationen nicht endlich die Zollschranken für Agrarprodukte aus der so genannten Dritten Welt abbauen, wenn sie nicht aufhören ihre Agrarexporte dorthin zu subventionieren und wenn sie nicht die Hilfe zur Selbsthilfe gerade für die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe in viel größerem Umfang wie bisher fördern, werden sie noch lange Hilfsaktionen finanzieren müssen und verantwortlich für großes menschliches Leid bleiben.“

Hintergrund-Informationen

In einer kürzlich veröffentlichten Studie des Welternährungswerks (WFP), das jährlich 73 Millionen Menschen mit Nahrungsmittelhilfe versorgt, wird beklagt, dass weitere 500 Millionen Dollar notwendig sind, um die steigenden Preise auszugleichen. Der Präsident der Weltbank, Robert B. Zoellick wies darauf hin, dass die steigenden Nahrungspreise den weltweiten Kampf gegen Hunger und Armut um Jahre zurückwerfe und fordert daher eine neue Strategie für die weltweite Nahrungsmittelhilfe.

Einer Studie der amerikanische Tufts Universtität zufolge sterben weltweit immer weniger Menschen an großen Naturkatastrophen. Jedoch steigt die Zahl derer, die an Nahrungsmittelknappheit infolge von Dürre und bewaffneten Konflikten leiden/sterben. Diese Ereignisse finden meist nur geringen Widerhall in den internationalen Medien.
Jedoch haben sie verheerende Auswirkungen auf das Leben der Menschen in Entwicklungsländern. Aktuell bahnt sich eine erneute Hungerkrise in Zentralsomalia an, von der bereits Hunderttausende betroffen sind.

Daher ist es eine Notwendigkeit, den Blick auf Katastrophenvorsorge, die Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion von Kleinbauern, die Schaffung eines sozialen Netzes und den Schutz des Viehbestands zu richten. Bislang zielte die Nahrungsmittelhilfe in erster Linie darauf ab, nach Katastrophen aktiv zu werden. Eine schnelle Reaktion auf solche Krisen ist weiterhin von großer Bedeutung, jedoch müssen auch die zugrundeliegenden Ursachen für den weltweiten Hunger bekämpft werden.

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15. April 2008

DBV: Veredlungsbetriebe stehen vor dem Aus

Themen: Fleisch,Handel,Verbände,Wirtschaft — info @ 17:04

Verband erwartet umgehend Reaktionen von Politik und Wirtschaft

Berlin (agrar.de) – Das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat auf seiner heutigen Sitzung erneut auf die äußerst schwierige Lage der Schweinehalter in Deutschland aufmerksam gemacht. Angesichts der existenziellen Krise infolge der nicht kostendeckenden Erzeugerpreise für Schweinefleisch fordert der DBV von Politik, Wirtschaft und Lebensmittelhandel ein umfangreiches Hilfsprogramm. So wird u.a. die sofortige Erhöhung der Exporterstattung für Schweinefleisch durch die EU-Kommission gefordert sowie die Beendigung des zerstörerischen Preisdrucks des Lebensmittelhandels.

Die Erklärung des DBV-Präsidiums im Wortlaut:

„Angesichts erneut gesunkener Erzeugerpreise für Schweinefleisch (9 Cent pro kg Schlachtgewicht innerhalb der letzten beiden Wochen) und drastisch gestiegener Kosten bei Futter und Energie hat sich die seit mehr als einem Jahr andauernde miserable wirtschaftliche Situation der Schweinehalter nochmals dramatisch verschlechtert. Während die Kosten der Schweinehalter bei 2 €/kg Schlachtgewicht liegen, werden am Markt derzeit nur 1,40 € erzielt. Mit diesen Erlösen können nicht einmal die variablen Kosten gedeckt werden. Viele Sauenhalter und Schweinemäster in Deutschland stehen akut vor dem Aus. Diese existenzielle Krise macht ein umfangreiches Hilfsprogramm dringend erforderlich.

Im Einzelnen fordert das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) von Politik und Wirtschaft:
Die sofortige Erhöhung der Exporterstattungen für Schweinefleisch durch die EU-Kommission, um unter anderem die eklatanten Kostennachteile durch die europäische GVO-Zulassungspolitik von Importfuttermitteln auszugleichen.
Ein zusätzliches Angebot durch die Freigabe aus der Privaten Lagerhaltung ist unbedingt zu vermeiden und durch eine zeitgleiche Einlagerung äquivalenter Mengen mit Exportbindung aufzufangen.
Kurzfristig ist Bundesminister Seehofer gefordert, eine Initiative auf EU-Ebene durchzusetzen, um die Schweinehalter durch die Einführung von Bagatellegrenzen für GVO-Bestandteile von den drückenden Wettbewerbsnachteilen beim Futterimport zu entlasten.
Die tierischen Fette müssen schnellstmöglich für die Verfütterung zugelassen werden. Der entsprechende Gesetzesvorschlag muss endlich verabschiedet werden und darf nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden.
Die Schlachtbetriebe müssen kurzfristig durch eine vorübergehende Änderung der Preismasken ihren Beitrag zur Entlastung der Erzeuger leisten und Anreize für eine spürbare Reduzierung der Schlachtgewichte schaffen.
Der Lebensmitteleinzelhandel muss seinen zerstörerischen Preisdruck umgehend beenden. In Verantwortung für die gesamte Lebensmittelkette ist bei den Preisverhandlungen endlich den gestiegenen Produktionskosten Rechnung zu tragen und den Erzeugern einen auskömmlichen Anteil an den Verkaufserlösen zu sichern.
Gemeinsame Marketingaktivitäten von Lebensmitteleinzelhandel und Schlachtbetrieben im Im- und Export sind erforderlich, um den Absatz zu steigern und eine Erholung der Erzeugerpreise zu erreichen.
Für die existenzbedrohten Betriebe sind verbesserte Liquiditätshilfen zur Verfügung zu stellen.
Bestrebungen für weitere Auflagen, z.B. die Einführung eines Tierschutz-TÜV’s müssen sofort gestoppt werden, um die dramatische Kosten- und Wettbewerbssituation nicht noch weiter zu verschlimmern.“

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Die Lage der Landwirtschaft in der Welt

UNESCO stellt Weltagrarbericht vor

Paris (agrar.de) – Die UNESCO stellt heute einen Bericht zur globalen Lage der Landwirtschaft vor. Angesichts steigender Lebensmittelpreise fordern die Autoren radikale Änderungen in der Agrarpolitik und den Produktionsweisen. Notwendig ist nach ihrer Meinung mehr Verteilungsgerechtigkeit und ein besserer Schutz der Umwelt.

Derzeit schnellen die Lebensmittelpreise weltweit in die Höhe. Nach UN-Angaben sind besonders arme Länder von den steigenden Lebensmittelpreisen betroffen. Schuld daran seien falsche Prioritäten in der Landwirtschaft, so die Unesco. Sie fordert eine globale Agrarreform.

Am Weltagrarbericht haben fast 400 Wissenschaftler und Regierungsvertreter aus gut 30 Staaten drei Jahre lang gearbeitet.

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14. April 2008

Miller: Branntweinmonopol sichert Existenz der Brennereien

Themen: Bayern,EU,Getreide,Kartoffeln,Obst,Wirtschaft — info @ 17:04

Minister fordert baldige Entscheidung der EU

Pliening (agrar.de) – Das Branntweinmonopol ist nach den Worten des bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller eine wichtige Voraussetzung für den Fortbestand der landwirtschaftlichen Brennereien, die gerade in ertragsschwächeren Regionen einen wertvollen Beitrag zur Einkommenssicherung der Landwirte und zur Pflege der Kulturlandschaft leisten.

Wie Miller bei der Generalversammlung des Verbands landwirtschaftlicher Brennereien in Pliening sagte, müsse sich die EU-Kommission nun baldmöglichst mit dem Branntweinmonopol befassen: „Eine Entscheidung in der zweiten Jahreshälfte 2010 käme in jedem Fall zu spät. Die Erzeuger müssen bereits im Frühjahr 2009 das Pflanzgut für die Kartoffeln anbauen, die ab Herbst 2010 zu Alkohol verarbeitet werden sollen.“

Die Brennereien aller Betriebsformen benötigen nach Aussage des Ministers verlässliche Entscheidungsgrundlagen. Deswegen sei eine einheitliche deutsche Haltung im Vorfeld einer EU-Entscheidung notwendig. Auf Antrag des Freistaats hatte sich die Agrarministerkonferenz in Grimma Ende vergangener Woche mehrheitlich für eine Fortführung des Branntweinmonopols stark gemacht. Miller möchte eine Verlängerung der derzeit bis 2010 begrenzten EG-beihilferechtlichen Ausnahmeregelungen möglichst bis zum Jahr 2017 erreichen. Nach dieser Regelung dürfte Deutschland für die Erzeugung und Vermarktung von Alkohol aus agrarischen Rohstoffen jährlich Finanzmittel bis zur Höhe von etwa 110 Millionen Euro zur Verfügung stellen, hat diesen Rahmen jedoch seit 1999 nicht mehr ausgeschöpft. Der Alkohol wird für die sogenannten Vorbehaltssektoren im Kosmetik-, Arznei-, Spirituosen- und Lebensmittelbereich verwendet.

In Bayern gibt es rund 170 kleinere und mittlere Kartoffel- und Getreidebrennereien sowie annähernd 3.000 Klein- und Obstbrennereien, vor allem in Mittelfranken, Oberbayern und der Oberpfalz. Sie produzieren insgesamt jährlich rund 180.000 Hektoliter.

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DBV: Gerechte Preise für Lebensmittel

Berlin (agrar.de) – Bessere Preise sind für die Bäuerinnen und Bauern zur Existenzsicherung dringend nötig. Bislang kommt jedoch von der Preissteigerung des Handels nur ein Teil tatsächlich beim Erzeuger an, so der Deutsche Bauernverband (DBV).

Trotz Preiserhöhungen können sich die Verbraucher günstiger ernähren als noch vor einigen Jahrzehnten. Lebensmittel sind in Deutschland heute erschwinglicher als in den siebziger oder achziger Jahren.

Auch wurden längst nicht alle Lebensmittel teuerer: Die Preise für Obst blieben nahezu gleich. Kartoffeln sowie Schweine- und Rindfleisch waren 2007 sogar deutlich günstiger zu haben als 2006.

Ein Vergleich der Preisniveaus zwischen den EU-Mitgliedstaaten zeigt auch, dass die Nahrungsmittel in Deutschland relativ preiswert sind. Bei einem EU-15-Durchschnitt von 100 bewegte sich das relative Preisniveau für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke im Jahre 2005 zwischen 63 in Polen und 134 in Dänemark, während Deutschland mit 99 leicht unter dem Mittelwert der Alt-EU der 15 Mitgliedstaaten lag.

Die Nahrungsmittelpreise hatten sich in den letzten Jahren ausgesprochen günstig auf die Lebenshaltungskosten ausgewirkt. Während die Verbraucherpreise in Deutschland von 1995 bis 2006 um mehr als 18 Prozent stiegen, erhöhten sich die Nahrungsmittelpreise nur um rund 9 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung ist auch in anderen großen Ländern der EU zu beobachten, in Deutschland blieben die Nahrungsmittelpreise praktisch konstant.

Wären die Weizenpreise seit 1950 genauso gestiegen wie die Inflationsrate, müsste der Bauer für einen Doppelzentner Weizen heute ca. 77 Euro erhalten. Tatsächlich bekommt er – trotz inzwischen besserer Preise – derzeit rund 23 Euro.

Stabile Nahrungsmittelpreise haben die deutschen Verbraucherhaushalte um Milliardenbeträge entlastet

Auch bezogen auf die Entwicklung seit 2000 ist die Entlastung der Verbraucherhaushalte durch relativ stabile Nahrungsmittelpreise erheblich. Bei einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise von 8,4 Prozent und einem Anstieg der übrigen Lebenshaltungskosten von 11,4 Prozent summiert sich die Entlastung der Verbraucherhaushalte auf rund 3,9 Milliarden Euro pro Jahr. Dabei ist eine unveränderte Zusammensetzung des Warenkorbs unterstellt.

Seit 1950 sind die Löhne um das zwanzigfache, die Brotpreise um knapp das neunfache gestiegen, die Weizenpreise aber deutlich zurückgegangen
Von 1950 bis 2006 hat sich der Netto­stundenverdienst eines Industrie­arbeiters fast verzwanzigfacht. Da die Brotpreise nur um das 8,6fache gestiegen sind, konnte sich der Industriearbeiter für seinen Stundenlohn 2006 mehr als doppelt soviel Brot (5,7 kg) kaufen wie noch vor 50 Jahren.
Der Anteil der Rohstoffkosten am Ladenpreis ist ständig gesunken. Ein Kilo Mischbrot kostet im Schnitt 2,40 Euro, der Landwirt erhält für sein Getreide davon nur 13,5 Cent. Die höheren Verbraucherpreise liegen daher nur zu einem Bruchteil an den gestiegenen Rohstoffkosten. Der überwiegende Teil bleibt in der Weiterverarbeitung und im Handel.

Ähnlich verhält es sich beim Bier. Für einen Liter Bier wird nur geringe Anteil von ca. 200 Gramm Braugerste gebraucht. Höhere Braugerstepreise fallen beim Verbraucherpreis daher fast nicht ins Gewicht.

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Mehr Flächen für sächsischen Weinanbau

Grimma (agrar.de) – Sachsen bekommt mehr Flächen für den Weinanbau. Das beschlossen die deutschen Landwirtschaftsminister auf der Agrarministerkonferenz am vergangenen Freitag (11. April) in Nimbschen bei Grimma.

„Damit stehen künftig an den Elbhängen in und um Dresden 31 Hektar mehr für den Weinanbau zur Verfügung“, so Umwelt- und Landwirtschaftsminister Roland Wöller. Voraussetzung sei der Verzicht Rheinland-Pfalz auf 100 Hektar Rebfläche gewesen, die sich Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg, Saarland und Nordrhein-Westfalen aufteilten. Wie Wöller betonte, müsse der Bund nun dafür sorgen, dass die sächsischen Winzer auch die entsprechenden Anpflanzungsrechte noch dieses Jahr erhalten. Minister Wöller erklärte: „Die zusätzlichen Rebrechte stärken Sachsens Weinanbau und fördern damit die einzigartige Landschaft des Elbtals in ihrer Bedeutung für Kultur und Tourismus.“

Mit 426 Hektar Ertragsrebfläche ist das Weinanbaugebiet Sachsen eines der kleinsten in Deutschland. Hauptrebsorten sind Müller Thurgau, Riesling, Weißburgunder, Ruländer und Traminer. Die Dominanz der Weißweinsorten spiegelt sich auch im Anteil von rund 83 Prozent an der Ernte 2007 wider. Der Rotweinanteil liegt demnach bei 17 Prozent. Trotz dieser nahezu identischen Verteilung zum Vorjahr hat die erzeugte Rotweinmenge um mehr als ein Drittel zugenommen und erreicht zirka 4.300 Hektoliter. Der Trend zum Rotwein, der in allen deutschen Weinanbaugebieten zu verzeichnen ist, setzt sich somit auch in Sachsen fort.

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Agrarministerkonferenz lehnt Patente auf landwirtschaftliche Nutztiere ab

Themen: Bundesländer,Handel,International,Tiere — info @ 15:04

Wiesbaden (agrar.de) – „Die Frage der Zulassung von Lebensmitteln geklonter Tiere muss auch von ethischen Kriterien abhängig gemacht werden“, erklärte der Hessische Landwirtschaftsminister, Wilhelm Dietzel, in Wiesbaden.

Diese Auffassung hat sich auch die Agrarministerkonferenz in der vergangenen Woche zu eigen gemacht, die sich auf Initiative Hessens mit dem Klonen und Patentieren landwirtschaftlicher Nutztiere befasst hat.

„Klonen ist ein Thema, das die Menschen bewegt. Immerhin sterben 95 bis 99,5 Prozent der Embryonen bei der Klonmethode kurz nach der Geburt. Bei den überlebenden Tieren wiederum treten gehäuft Missbildungen, Immunschwächen, Lungenversagen, Leber- und Nierenfibrosen sowie Krankheiten des Herzmuskels, Fettleibigkeit und Blutarmut auf. Sowohl die Technik, als auch der Prozess und sämtliche Folgen des Klonens von Nutztieren bedürfen eingehender ethischer Bewertung. Tiere sind fühlende, leidensfähige Wesen. Dies findet auch im Vertrag von Lissabon ausdrückliche Erwähnung und dem gilt es jetzt auch gerecht zu werden“, führte der Minister weiter aus.

„Aber das ist noch nicht alles: Klonen führt langfristig zur Reduzierung der genetischen Vielfalt, denn nur wenige Tiere finden als Ausgangsindividuen Verwendung für die Klontechniken. Dies ist aus meiner Sicht auch nicht akzeptabel und wird schwerwiegende Folgen für die bäuerliche Landwirtschaft haben. Bundesagrarminister Horst Seehofer wird nun aufgefordert über die Sicherung einer patentkostenfreien Nutzung von landwirtschaftlichen Nutztieren aus den bisher und auch zukünftig angewandten konventionellen Zuchtverfahren durch das Europäische Patentrecht und zum Sachstand aktuell anhängiger Patenverfahren vor dem Europäischen Patentamt sowie deren Auswirkungen auf die Nutztierzucht zu berichten. Denn nicht alles, was wissenschaftlich machbar ist, sollte auch getan werden!“, betonte Dietzel.

Darüber hinaus ist eine weitere Entwicklung festzustellen. Vor dem Europäischen Patentamt liegen Anträge, die nicht nur Methoden, sondern letztlich auch Tiere, wie zum Beispiel Schweine, patentrechtlich geschützt sehen wollen. „Eine Erfindung ist eine technische Lösung für ein technisches Problem. Patente werden für Erfindungen erteilt, die neu sind, auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind. Kann das tatsächlich letztlich für lebende Tiere gelten, auch wenn sie eventuell durch technische Methoden erzeugt wurden? Ich meine, nein! Wir sind aufgerufen hier deutlich ein Zeichen zu setzen und werden prüfen, ob das Land Hessen hier nicht zu gegebener Zeit beim Europäischen Patentamt Widerspruch einlegen kann“, so der Minister.

„Tiere sind keine menschliche Erfindung, auch wenn sie mit einem technischen Verfahren hergestellt oder verbunden sind, das patentierbar ist. Diese Auffassung spiegelt nicht nur den in Deutschland, mittlerweile auch in der Verfassung verankerten ethischen Tierschutzgedanken wieder, sondern auch unseren christlichen Glauben. Es widerspricht zutiefst dem in Europa zugrundeliegenden kulturellen Verständnis von der Einzigartigkeit von Lebewesen, von der Würde des Menschen und von der Achtung vor den ebenfalls individuellen Mitgeschöpfen, den Tieren. Derartige Patente werden weitreichende Folgen für die traditionelle, bäuerliche Landwirtschaft haben. Über die Zuchtziele wird dann zunehmend weniger die potentielle innerlandwirtschaftliche züchterische Entscheidungskompetenz bestimmen, sondern einige gegebenenfalls ausländische Konzerne“, erläuterte Dietzel abschließend.

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Schleswig-Holstein: Höhere Umstellungsprämien für Ökolandbau

Themen: Biolandbau,Förderung,Schleswig-Holstein — info @ 12:04

Kiel (agrar.de) – Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein erhöht die Förderung für ökologische Anbauverfahren in den ersten beiden Umstellungsjahren. Dies hat Staatssekretär Rabius in einem Gespräch mit Vertretern der Ökolandbau-Verbände am Freitag (11. April) entschieden.

Die Fördersätze für die ersten beiden Jahre steigen demnach von derzeit 137 Euro pro Hektar auf 262 Euro pro Hektar für Acker und Grünland, und von 271 Euro pro Hektar auf 693 Euro pro Hektar für Gemüseflächen sowie von 662 Euro pro Hektar auf 1.107 Euro pro Hektar für Dauerkulturen.

In den ersten beiden Jahren der Umstellung von konventionellem auf ökologischen Landbau sind die Einnahmeverluste besonders hoch. Diese besondere Härte will das Landwirtschaftsministerium mit der Erhöhung der Fördersätze abmildern.

Niedersachsen hatte eine entsprechende Anhebung der Umstellungsförderung bereits in der vergangenen Woche bekannt gegeben. „Ich will gleiche Rahmenbedingungen für die Landwirte in Norddeutschland“, begründete Staatssekretär Rabius die Entscheidung und hofft, dass mit den nur begrenzt zur Verfügung stehenden Mitteln trotzdem alle eingehenden Anträge bewilligt werden können. Das Gesamtkontingent aller Fördermittel wird allerdings nicht angehoben.

Die erhöhten Fördersätze gelten für das derzeit bis zum 15.Mai 2008 laufende Antragsverfahren. Zurzeit werden 415 Öko-Betriebe mit zusammen 25.000 Hektar vom Land Schleswig-Holstein gefördert.

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Förderpreis Ökologischer Landbau 2009

Themen: Biolandbau,Förderung — info @ 10:04

Bonn (agrar.de) – Zur Bewerbung um den Förderpreis Ökologischer Landbau (FÖL) 2009 ruft Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer innovative ökologisch wirtschaftende Betriebe im ganzen Bundesgebiet auf. Ab dem 14. April 2008 bis zum 30. Juni 2008 können sich Landwirte, die nach der EG-Öko-Verordnung wirtschaften, um den mit insgesamt bis zu 25.000 Euro dotierten Preis bewerben.

„Interessante neuartige Konzepte von Praktikern für Praktiker! Der Förderpreis Ökologischer Landbau bietet den Rahmen, Kollegen, aber auch einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen, welche Innovationen im Bereich Ökologischer Landbau eine Anerkennung verdienen“, so Bundesminister Seehofer.

Neben vorbildlichen betrieblichen Gesamtkonzeptionen werden Innovationen und beispielhafte Ideen in den vielfältigen Bereichen der landwirtschaftlichen Tätigkeit gesucht, vom Pflanzenbau bis zur Tierhaltung, von der Vermarktung bis hin zu Naturschutzmaßnahmen und Landschaftsgestaltung. Auch Aktivitäten, die zum Schutz von Ressourcen beitragen, sollten eingereicht werden. Wer beispielsweise mit einem speziellen Stallneubau der tiergerechten Haltung in besonderer Weise Rechnung trägt, kann sich ebenso um den Preis bewerben, wie der Gärtner, der ein effizientes Konzept für den Anbau anspruchsvoller Kräuter entwickelt hat, oder der Landwirt, der mit einer guten Idee in der Vermarktung seinen Betriebsstandort optimal nutzt.

Um den nun bereits zum neunten Mal ausgeschriebenen Förderpreis Ökologischer Landbau haben sich bislang über 600 Betriebe beworben. 24 dieser Betriebe wurde der Preis des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz bisher verliehen. Die ausgezeichneten Innovationen und Konzepte haben – ganz im Sinne des Wettbewerbs – sicherlich schon jetzt viele Nachahmer gefunden.

Weitere Informationen und die Bewerbungsunterlagen können von interessierten Landwirten auf der Internetseite des Projektes abgerufen werden. Außerdem ist bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) eine Beratungshotline geschaltet (Tel. 0228/6845-3280), die von Di bis Do, 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr und von 13.00 bis 15.00 Uhr besetzt ist.

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