18. April 2008

Verbände: Großer Nachholbedarf bei Erhaltung der biologischen Vielfalt

Themen: Düngung,Naturschutz,Umwelt,Verbände,Wald — info @ 12:04

Umweltverbände legen Forderungskatalog vor – Besteuerung von Kunstdünger?

Berlin (agrar.de) – Vier Wochen vor der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt, die vom 19. bis 30. Mai 08 in Bonn stattfindet, haben DNR, BUND, NABU und Euronatur heute in Berlin einen zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog zum Erhalt der biologischen Vielfalt vorgelegt. Die Verbände forderten von Bund und Ländern rasche Fortschritte vor allem beim gerechten Vorteilsausgleich für Nutzungen der biologischen Vielfalt, bei der Einrichtung eines weltweiten Systems von Schutzgebieten und bei Schutzmechanismen für den Wald. „Deutschland hat einen großen Nachholbedarf bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt im eigenen Lande“, sagte DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

Deutschland und seine Bürger tragen mit ihrem Konsumverhalten und ihren Wirtschaftsverknüpfungen maßgeblich zur Gefährdung der biologischen Vielfalt in anderen Ländern und Kontinenten bei. Der ökologische Fußabdruck ist doppelt so groß wie die Bundesrepublik selbst. Um die Bedürfnisse der Deutschen zu decken, wird derzeit eine Fläche in Anspruch genommen, die mehr als doppelt so groß ist wie die Bundesrepublik. Der Import von Biomasse (z.B. aus Palmöl) trägt zur Zerstörung der besonders artenreichen Regenwälder in den Tropen bei, ebenso die Nutzung bestimmter dort wachsender Holzsorten. DNR-Präsident Hubert Weinzierl forderte daher: „Solange es eine Zertifizierung nicht gibt, muss ein Moratorium beim Import von Biomasse eingeführt werden.“

Besonders gefordert sind die Bundesregierung, Länder, Wirtschaft und Gesellschaft bei der Umsetzung der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. So ist in Waldgebieten eine natürliche Entwicklung auf fünf Prozent der Fläche und bei Wäldern in öffentlicher Hand auf zehn 10 Prozent der Fläche erforderlich.

Ein großes Defizit besteht bei der nationalen Umsetzung der Globalen Strategie zur Erhaltung der Pflanzen. Hier müssen die für die Sicherung der Pflanzenvielfalt wichtigsten Gebiete ermittelt und geschützt werden.

Der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, wies darauf hin, dass Naturschutz auch Klimaschutz sei.

Der Erhaltung von Biotopen mit einer hohen CO2-Speicherung wie Wäldern, Mooren und Feuchtgebieten kommt aus Sicht des Klimaschutzes eine große Bedeutung zu. Doch nach wie vor wird in Deutschland Torf abgebaut, was zum Beispiel in Niedersachsen acht Prozent der von Menschen verursachten CO2-Emissionen ausmacht.

Weiger forderte die Bundesregierung auf, umgehend entsprechende Maßnahmen einzuleiten, um der weiteren Zerstörung solcher CO2-Senken und Speicher entgegen zu wirken. Sie dürfe auch keine „Klimaschutzmaßnahmen“ fördern, die die Biodiversität schädigten (z.B. Wasserkraft, und -Agro-Kraftstoffe).

Zur Milderung von Effekten des Klimawandels ist ferner die Renaturierung von Feuchtgebieten wie Moore, Auen und Gewässern sinnvoll.

Um den Arten ein Ausweichen vor ungünstigen Klimafolgen zu ermöglichen, ist es ferner wichtig, Schutzgebiete zu erweitern, Biotope und Arten zu vernetzen, die gesamte Landschaft durch naturverträgliche Landbewirtschaftung durchlässiger zu machen und die Belastung der Natur durch andere Faktoren wie Flächenverluste und Eutrophierung zu reduzieren. Je intakter die Natur ist, desto flexibler kann sie auf die Änderungen durch den Klimawandel reagieren. Besondere Berücksichtigung sollten dabei die am meisten gefährdeten Gebiete wie etwa die Alpen oder das Wattenmeer erfahren.

Im Bereich der Landwirtschaft forderte Weiger die Reduzierung des Stickstoffüberschusses auf maximal 20 Kilogramm pro Hektar statt der derzeit durchschnittlichen 110 Kilogramm. Dies soll durch eine Besteuerung von Kunstdünger erfolgen. Ferner muss die Dünge-Verordnung verbessert werden und die Ausnahmeerlaubnis für Grünland abgeschafft werden, nach der bis 230 Kilogramm Stickstoff pro Hektar ausgebracht werden können und Düngeüberschüsse sollten mit Bußgeldzahlungen belegt werden. Ähnliches gilt für die Nutzung von Pestiziden, Antibiotika und Hormonen.

Im Rahmen der zweiten Säule der europäischen Agrarpolitik müssen zudem wesentlich mehr Mittel für die Finanzierung des Schutzgebietsnetzes NATURA 2000 und für den Vertragsnaturschutz bereit gestellt werden. Überfällig ist auch die Streichung von Förderanreizen mit negativen Folgen für Natur und Umwelt.

Die Stärkung des Ökolandbaus fördert durch den dadurch bedingten sparsamen Einsatz von Düngermitteln und den Verzicht auf Chemie die Artenvielfalt.

„Die FFH- und die Vogelschutzrichtlinie sind die maßgeblichen Instrumente zur Bewahrung der biologischen Vielfalt in der EU und in Deutschland, die auch weltweit eine Vorbildfunktion haben“, betonte NABU-Präsidiumsmitglied Hans-Joachim Mader. Bestrebungen der Bundesländer, diese Richtlinien abzuschwächen, sei entschieden entgegenzutreten. „Die Energie, die die Länder derzeit hierfür aufbringen, sollte besser darauf verwendet werden, den Schutz auch endlich umzusetzen. Wenn es unter Beteiligung aller Betroffenen erstellte Bewirtschaftungspläne für die FFH- und Vogelschutzgebiete mit klaren Vorgaben für Bewirtschaftung und – wo erforderlich – Entschädigung gibt, werden sich viele der von den Ländern aufgeführten Probleme von selbst lösen und die Akzeptanz wird steigen.“ Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) stellt mit ihrer Verpflichtung zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands für die Gewässer in Europa das maßgebliche Instrument für die Erhaltung der Biodiversität in und an Gewässern mit weltweiter Vorbildfunktion dar. Das bedeutet, dass alle Gewässer wieder eine naturnahe Artenvielfalt haben und für die Gewässerorganismen ökologisch durchgängig sein müssen.

Die Einbeziehung von Auen als Lebensräumen mit besonders hoher Biodiversität erfordert die Wiedereinrichtung natürlicher Überschwemmungsflächen, etwa durch Deichrückverlegungen, da sie eine Schlüsselrolle für die Vielfalt an Fischen, Amphibien, Krebsen besitzen. Damit wird gleichzeitig ein langfristig vorsorgender Hochwasserschutz betrieben.

Der gute ökologische Zustand kann nur erreicht werden, wenn die Beeinträchtigung der Gewässer durch Kanalisierung, Verbauung und Stoffeintrag auch ökonomisch in Rechnung gestellt wird und so entsprechende Verbesserungsmaßnahmen finanziert werden. Für die Nutzung und Beeinträchtigung von Gewässern durch Schifffahrt, Wasserkraft, Industrie und Landwirtschaft muss eine entsprechende Gebühr durch die Nutzer gezahlt werden.

Mader wies darauf hin, dass die Zerschneidung und Isolierung von Lebensräumen eines der gravierendsten Probleme für die Biodiversität in Deutschland sei. Nur noch auf 23 Prozent der Fläche unseres Landes finden sich unzerschnittene verkehrsarme Räume in der Größe von einhundert Quadratkilometern oder mehr. Es gelte, großflächig unzerschnittene Räume zu erhalten.

„Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für den Schutz der europäischen Laubwälder und insbesondere der Buchenwälder“, sagte Euronatur-Präsident Prof. Dr. Hartmut Vogtmann. Schließlich befindet sich ein stolzes Viertel der weltweiten Buchenwaldfläche im Bundesgebiet. „Die Maßnahmen des bestehenden Programms müssen umgesetzt werden. Zusätzlich ist ein Sofortprogramm erforderlich, das zehn Prozent der Buchenwälder unter Schutz stellt. Diese müssen komplett aus der Bewirtschaftung genommen werden“, forderte Vogtmann. Was die genutzten Waldbestände angehe, bedürften diese einer Zertifizierung nach FSC oder Naturland.

Auch was das Thema Vogeljagd angeht, gibt es nach Angaben von Euronatur dringenden Handlungsbedarf. Es kann nicht sein, dass Länder wie Frankreich und Italien die EU-Vogelschutzrichtlinie und damit eines der wichtigsten Instrumente zum Erhalt der biologischen Vielfalt mit Füssen treten. Jedes Jahr werden in Europa weit über 100 Millionen Vögel legal geschossen oder gefangen. Der Kiebitz etwa, der in Deutschland auf der Roten Liste steht, wird in Frankreich legal bejagt. „Wir müssen alles tun, um die Zugrouten der Vögel sicherer zu machen. Nur so können wir den europaweit dramatischen Bestandsverlusten effektiv entgegenwirken“, forderte Vogtmann.

Dass die Nutzung von Biomasse nicht vorbehaltlos zu begrüßen ist, betonte der Euronatur-Präsident ebenfalls. „Geplante Maßnahmen zum Klimaschutz werden mehr und mehr zu einer ernsthaften Bedrohung für die Artenvielfalt“, sagte Vogtmann und sprach sich in diesem Zusammenhang gegen die Beimischung von Agrokraftstoffen aus. „Anstatt mit hohem Energieaufwand Biomasse in flüssige Brennstoffe umzuwandeln, sollten wir die Biomasse lieber direkt nutzen.“ Aber auch hier ist Vielfalt gefragt: Es gilt dabei, auf verschiedene Lösungen zu setzen, die aber alle dezentrale Ansätze verfolgen und sich auf den stationären Einsatz beschränken. Der Anbau der Biomasse muss dabei immer ökologisch verträglich erfolgen.

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Erzeugerpreise im März 4,2 Prozent über 2007

Themen: Futtermittel,Statistik,Wirtschaft — info @ 09:04

Wisebaden (agrar.de) – Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2008 um 4,2 Prozent höher als im März 2007. Eine höhere Jahresteuerungsrate hatte es letztmalig im Dezember 2006 (+ 4,4 Prozent) gegeben. Gegenüber Februar 2008 stieg der Index um 0,7 Prozent.

Wie schon in den vergangenen Monaten hatten die Preise für Energie mit einem Plus von 8,2 Prozent den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate. Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise lediglich um 2,8 Prozent.

Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen gegenüber März 2007 um 3,2 Prozent.
Besonders hohe Preissteigerungen wiesen in diesem Bereich Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 52,1 Prozent und Futtermittel für Nutztiere mit + 42,3 Prozent auf. Mahl- und Schälmühlenerzeugnisse, wozu vor allem Mehl, Reis und bearbeitete Getreidekörner gehören, waren 26,9 Prozent teurer als im März 2007. Die Preise für Sekundärrohstoffe lagen um 11,7 Prozent höher als im Vorjahr, chemische Grundstoffe verteuerten sich um 7,6 Prozent.

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im März 2008 um 4,6 Prozent über denen des Vorjahres. Die Teuerungsrate war damit höher als die des Gesamtindex.
Der höchste Preisanstieg war hier bei pflanzlichen und tierischen Ölen und Fetten zu beobachten (+ 42,7 Prozent gegenüber März 2007). Milch und Milcherzeugnisse waren trotz leichter Preisrückgänge in den vergangenen Monaten 23,0 Prozent teurer als im März 2007, Käse und Quark sogar um 26,7 Prozent.

Die Preise für Milchpulver, die von März bis September 2007 um insgesamt 42,3 Prozent gestiegen waren, lagen im März 2008 nach starken Preisrückgängen um 10,9 Prozent unter denen des Vorjahres. Allein gegenüber Februar 2008 sanken sie um 5,7 Prozent. Teigwaren kosteten 12,6 Prozent mehr als im März 2007, Backwaren (ohne Dauerbackwaren) 7,3 Prozent mehr; die Preise für Fleisch stiegen um 6,8 Prozent.
Verarbeitete Kartoffeln und Kartoffelerzeugnisse waren dagegen um 12,5 Prozent billiger als im März 2007.

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17. April 2008

Milchbauern fordern stabile Preise – Aldi verbilligt Milch

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 20:04

DBV veranstaltet „Zentralen Aktionstag Milch“ am Brandenburger Tor

Berlin (agrar.de) – Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner hat die Molkereien aufgefordert, bei den Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel über die Preise für Konsummilch „keinen Millimeter zurückzuweichen“. Schließlich gehe es um eine leistungsfähige Molkereiwirtschaft mit einer Vielfalt innovativer, gesunder Produkte und um die Existenz von 100.000 Milchbauern und ihrer Betriebe, betonte der DBV-Präsident im Rahmen des „Zentralen Aktionstages Milch“ vor dem Brandenburger Tor. DBV-Präsident Sonnleitner kritisierte zusammen mit Milchbauern der Fachausschüsse Milch aus allen Landesbauernverbänden die auf Preissenkung ausgerichtete Politik des Handels heftig.

„Wir haben es satt, wie der Lebensmitteleinzelhandel mit uns umgeht“, sagte Sonnleitner beim „Zentralen Aktionstag Milch“, den auch Gert Lindemann, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, sowie Eberhart Hetzner, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Milchindustrieverbandes, unterstützten. Mit dem Aktionstag wollen die Milchbauern den Molkereien in der entscheidenden Phase der Preisverhandlungen mit dem Lebensmittelhandel den Rücken stärken, betonte Sonnleitner. Es sei absolut unredlich und unakzeptabel, dass die Discounter nun schon wieder versuchen würden, die Preise zu drücken.

Mit Nachdruck verwies Sonnleitner auf die Notwendigkeit gewinnbringender Milchpreise für die Milchbauern. So sei es nach fünf Jahren des Einkommensrückgangs und nicht kostendeckender Milcherzeugerpreise aufgrund des Preisdiktats durch den Lebensmittelhandel höchste Zeit gewesen, dass ab der zweiten Hälfte 2007 endlich wieder höhere Preise für Milch und Milchprodukte erzielt wurden. Diese benötigen die Milchbauern unbedingt, um die Verluste der Vergangenheit zumindest teilweise zu kompensieren. Und sie bleiben nach Aussage des DBV-Präsidenten auch weiterhin erforderlich, damit die deutlichen Kostensteigerungen von 4 bis 8 Cent pro Liter Milch – entstanden durch höhere Futtermittel-, Dünger- und Energiekosten – aufgefangen werden können.

BMELV unterstützt Forderung

„Wir stehen hinter Ihnen und haben volles Verständnis für Ihre Aktion zu stabilen Milchpreisen hier am Brandenburger Tor“, erklärte der Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums, Gert Lindemann, beim Aktionstag Milch des Bauernverbandes gegenüber den Milchbauern aus den Fachausschüssen aller Landesbauernverbände. Die Forderung nach kostendeckenden Preisen für ihre Milch sei mehr als berechtigt. Es gebe keine Rechtfertigung des Lebensmitteleinzelhandels für ein „roll back“ der in 2007 erhöhten Milchpreise.

Aldi senkt Milchpreis

Deutschlands größter Discounter Aldi kündigte an, den Preis für Milch drastisch zu senken. Ab kommenden Montag solle der Liter Milch zehn Cent weniger kosten als bislang, berichtete die „Lebensmittelzeitung“ vorab. Bei den Verhandlungen mit der Molkerei Alois Müller (Aretsried) wurden die Preise offenbar deutlich zurückgenommen.

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Mitglieder des BDM stimmen für Milchlieferstopp

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 20:04

Freising (agrar.de) – Am gestrigen Mittwoch fand die Auszählung und Auswertung der deutschlandweiten Mitgliederbefragung statt, die der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) in der letzten Woche durchgeführt hatte.

Ziel der Befragung war, zu ermitteln, ob die BDM-Mitglieder bereit sind, bei einer weiteren Verweigerung der Zusammenarbeit mit den Milchviehhaltern von Molkereiwirtschaft und Politik auch härtere Maßnahmen bis hin zu einem Lieferstopp anzuwenden. Die Auswertung der Befragung ergab eine sehr hohe Beteiligung der BDM-Mitglieder und gleichzeitig eine klare Bereitschaft dieser, notfalls die Milchanlieferung an die Molkereien einzustellen. 88 Prozent der an der Umfrage beteiligten Mitglieder sprachen sich für einen Lieferstopp aus.

Vorstandsvorsitzender Romuald Schaber zeigte sich sehr erfreut über die Geschlossenheit der BDM-Mitglieder: „Eine Bestätigung unserer Anstrengungen für einen stabilen und fairen Erzeuger-Milchpreis hatten wir zwar erhofft, dass diese aber so deutlich und so geschlossen ausfällt, stimmt uns sehr zuversichtlich für unsere weitere Arbeit.“

Wie die weitere Vorgehensweise nun konkret aussehen wird, wird auch von den Preisverhandlungen der Molkereien mit dem Lebensmitteleinzelhandel abhängen. „Wir wollen nun den Molkereien noch einmal eine Chance geben, mit guten und erfolgreichen Preisabschlüssen mit dem Lebensmitteleinzelhandel zu zeigen, dass sie an der Seite der Erzeuger stehen, wenn es um die Durchsetzung eines Milchpreises geht, der auch die Milcherzeuger fair entlohnt. Klar ist aber auch, dass die BDM-Milcherzeuger sehr entschlossen sind, wenn es notwendig wird“, erläutert Romuald Schaber die nächsten Schritte. „Die Milcherzeuger stehen unter starkem Druck. Im vergangenen Jahr hat sich die Milchproduktion enorm verteuert. Die Betriebskosten sind seit Jahresfrist um ca. 7 Cent je Kilo Milch gestiegen. Um die Kosten zu decken und damit die Milchproduktion in Deutschland zu sichern, muss der Milchauszahlungspreis an die Bauern für 2008 mindestens 43 Cent pro kg betragen. Hingegen würde ein weiterer Preisrückgang für viele Betriebe das Aus bedeuten.“

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BBV: MON 810 – Anbau verbieten

Themen: Bayern,Gentechnik,Verbände — info @ 15:04

Landesfachausschüsse äußern gegenüber Politik Bedenken

München (agrar.de) – Ein sofortiges Anbauverbot von Mais der Sorte MON 810 haben die Landesfachausschüsse für tierische Veredelung, pflanzliche Produktion, ländlichen Raum und Umwelt, der Arbeitskreis Sonderkulturen und die Arbeitsgruppe Ökolandbau im Bayerischen Bauernverband (BBV) gefordert.

Bei ihrer Besprechung am 4. April 2008 in Herrsching äußerten die Mitglieder der BBV-Gremien – alle praktizierende Bäuerinnen und Bauern – ihre Zweifel. Solange die Bedenken an dieser gentechnisch veränderten Maissorte nicht zweifelsfrei ausgeräumt seien und eine Gefahr für Bienen und anderen Insekten bestehen könnte, müsse für diese Sorte ein Anbauverbot ausgesprochen werden, fordern die BBV-Landesfachauschüsse nun die Politik auf.

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Niedersachsen: Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)

Themen: Agrarrecht,EU,GAP,Medien,Niedersachsen — info @ 15:04

Hannover (agrar.de) – Auf Niedersachsen als führendes Agrarland in Deutschland wird sich die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) besonders stark auswirken. Vor diesen Hintergrund hatte das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Mitte vergangenen Jahres eine wissenschaftliche Studie zur Zukunft der der GAP in Auftrag gegeben.

Die Ergebnisse der Studie wurden heute im Beisein von Minister Hans-Heinrich Ehlen vorgestellt und mit Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages, den Kreislandvolkvorsitzenden und Kreislandwirten sowie der Fachpresse intensiv diskutiert.
„Der Anteil der Direktzahlungen an den Gewinnen der niedersächsischen. Betriebe ist mit über 60 Prozent bei Futterbau- und Verbundbetrieben und 50 Prozent bei Ackerbaubetrieben sehr hoch“, so Minister Ehlen.

Lediglich bei Veredlungsbetrieben liegt dieser Anteil in den letzten Jahren mit etwas über 30 Prozent niedriger. „Diese Zahlungen sind nicht nur ein Ausgleich für unsere hohen Produktionsstandards im Verbraucher-, Tier- und Umweltschutz, sondern sichern die landwirtschaftlichen Betriebe auch gegen Preis- und Ernteschwankungen ab, “ betonte Minister Ehlen.

Gerade angesichts der starken Preisschwankungen auf den internationalen Agrarmärkten seien die Zahlungen ein unverzichtbares Stabilisierungsinstrument für die Landwirtschaft in Europa. Gut geführte Betriebe könnten die bevorstehenden Reformen verkraften, lautete eine Kernaussage der beiden Wissenschaftler Prof. Bahrs, Wien, und Prof. Brümmer, Göttingen.

In der Diskussion mit den Vertretern des Berufstandes wurde die hohe Bedeutung der entkoppelten Direktzahlungen für alle landwirtschaftlichen Betriebe unterstrichen und auf den ohnehin zu bewältigenden Anpassungsprozess im deutschen Kombimodell verwiesen. Jede Kürzung führe zu zusätzlichen Einkommenseinbußen lauteten viele Stimmen. Deshalb müsse es im Health Check gelingen, die Agrarpolitik behutsam weiter zu entwickeln und die seitens der Kommission vorgeschlagenen Kürzungen der 1. Säule der GAP so gering wie möglich zu halten.

Das Thema Milchquotenausstieg spielte bei der Vorstellung der Studie in Hannover eben-falls eine große Rolle. Die Wissenschaftler wiesen auf die hohen Pachtanteile niedersächsischer Futterbaubetriebe hin. Diese lassen vermuten, dass bei zusätzlichen Grünlandfördermaßnahmen auch Überwälzungseffekte zu Gunsten der Bodeneigentümer eintreten könnten. Für eine zielgerichtete Ausgestaltung einer Förderung müsse deshalb geklärt werden, ob eine verteilungspolitische oder eine wettbewerbsorientierte Flankierung oder gar Beides erfolgen solle.

Minister Ehlen bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem Gesamtkonzept zur Begleitung des Milchquotenausstiegs. „Aktuell sind die Milchpreise schon wieder am Sinken. Zur Vorbereitung auf den Quotenausstieg werden weitere Anpassungen der Quotenregelungen bereits vor 2014/2015 erforderlich werden. Dabei ist ganz entscheidend, dass die EU-Kommission ein schlüssiges Gesamtkonzept vorlegt und die Finanzierung von Begleitmaßnahmen im Rahmen eines Milchfonds sichergestellt wird.“

Die Studie untersucht nicht nur die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen eines veränderten Direktzahlungssystems, sondern gibt auch Denkanstöße für die langfristige Weiterentwicklung der GAP. Die Wissenschaftler betonten, dass deutlich hervorgehoben werden müsse, welche Ziele die Direktzahlungen zukünftig verfolgen. Ohne klare Zielbestimmung werde die gesellschaftliche Diskussion um die Zukunft der GAP sonst noch an Dynamik gewinnen. Zukünftig ist zu entscheiden, ob die Agrarpolitik verstärkt verteilungs- oder stabilitätsorientierte Ziele verfolgen soll, oder durch Korrektur von Marktversagen vor allem einen effizienten und umweltschonenden Ressourceneinsatz sicherstellen soll.

Die Vorträge der Wissenschaftler und die Ergebnisse der Studie können in Kürze auf der Homepage des Ministeriums heruntergeladen werden.

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DLG: Optimismus in der deutschen Landwirtschaft ungebrochen

Themen: Verbände,Wirtschaft — info @ 15:04

Ergebnisse des aktuellen Trendmonitors Europa der DLG: Weiterhin hohe Investitionsbereitschaft – Beste Werte seit Untersuchungsbeginn – Schweinehaltung europaweit im Tief

Frankfurt (agrar.de) – Der Optimismus unter den deutschen Landwirten ist ungebrochen. Gleiches gilt für die Berufskollegen in West- und Mitteleuropa. Die Bereitschaft zu investieren ist auf hohem Niveau und nimmt weiter zu. Dies ist das Ergebnis des aktuellen Trendmonitors der Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vom Frühjahr 2008 für vier Länder West- und Zentraleuropas. Mit einem Mittelwert von 2,5 verzeichnet er für Deutschland die bisher besten Stimmungswerte über die Einschätzung der Konjunkturlage und des eigenen Betriebes seit der Einführung des Trendmonitors Europa im Herbst 2003.

„Die Stimmung könnte nicht besser sein“, beschrieb der Chefökonom der DLG, Dr. Andreas Quiring, die Lage für die deutschen Landwirte jetzt bei der Vorstellung der Ergebnisse im Rahmen des DLG-Aussteller-Workshops in Osnabrück. Dies gilt nicht für die Schweinehalter, die ihre Lage gegenwärtig eher schlecht einschätzen. Mit diesem Wirtschafts- und Trendindex bietet die DLG zweimal jährlich im Frühjahr und nach der Ernte ein Instrument für die Agrarwirtschaft, das Auskunft gibt über die Stimmung und das Geschäftsklima sowie die wichtigsten Trends und die Zukunftserwartungen führender Landwirte in Europa.

Auch für die kommenden zwölf Monate erwarten die deutschen Landwirte weiterhin eine gute Geschäftsentwicklung. Die Erwartungen bezeichnete Dr. Quiring als „optimistisch, aber nicht als übertrieben euphorisch“. Wie sehr sich die wirtschaftliche Lage der Landwirt-schaft in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat, macht auch der Trendmonitor der DLG deutlich. Seit Frühjahr 2006 stiegen die Werte für die Einschätzung des Konjunkturklimas von damals 3,5 auf nunmehr 2,5 (bei einer Werteskala von 1: sehr gut, 2: gut, 3: normal, 4: schlecht, 5: sehr schlecht).

Insgesamt hat sich die wirtschaftliche Lage innerhalb der europäischen Landwirtschaft in den letzten Jahren deutlich verbessert. Auch für die Landwirtschaft in Frankreich und Tschechien ergibt der Trendmonitor Höchstwerte hinsichtlich der Konjunktur und der Lage des eigenen Betriebes. Die allgemeine Stimmungslage verbesserte sich dort seit dem letz-ten Herbst von jeweils 3,2 auf 2,9 (Frankreich) sowie 2,8 (Tschechien), und die Investiti-onsbereitschaft hat in beiden Ländern deutlich zugenommen. Eingetrübt hat sich dagegen die Stimmung in Polen, was der DLG-Experte mit der Krise der Schweinehaltung in diesem Land erklärt. 91 Prozent der dortigen Schweinehalter beurteilen die aktuelle Geschäftslage und das ökonomische Umfeld als sehr schlecht.

Große Unterschiede zwischen den Produktionsschwerpunkten

Bei der Beurteilung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Betriebes weist der Trendmonitor nach den Angaben von Dr. Quiring große Unterschiede zwischen den verschiedenen Produktionsschwerpunkten aus. So halten zwei Drittel der Ackerbauern in Deutschland wie in Tschechien ihre aktuelle Geschäftslage für gut oder sehr gut (Note 2,3). Auch die Ackerbauern in Frankreich (Wert 2,4) und in Polen (2,6) beurteilen ihre Lage als gut. Aber auch für die Milchviehbetriebe bestätigt der DLG-Trendmonitor mit dem Indexwert 2,5 in Deutschland das seit dem Vorjahr deutlich verbesserte ökonomische Umfeld. Ihre Geschäftslage bezeichnet die Hälfte der befragten deutschen Milchviehhalter als gut. Auch für Polen und Tschechien (2,6) sowie für Frankreich (2,9) weisen die Ergebnisse deutlich verbesserte Werte aus. Demgegenüber beurteilen die Schweinehalter in allen befragten Ländern die Konjunkturlage deutlich schlechter als in den Vorjahren. Mit dem bisher niedrigsten Wert von 4,2 schätzen 80 Prozent der Schweinehalter in Deutschland ihre Ge-schäftslage als „schlecht“ oder sogar „sehr schlecht“ ein. Neben der schon erwähnten Schweinekrise in Polen halten auch die Berufskollegen in Frankreich (Wert 4,6) ihre Situation als „schlecht“ bzw. „sehr schlecht“. Lediglich die Betriebe in Tschechien mit einem Schwerpunkt Schweineproduktion bewerten die Konjunkturlage leicht besser (3,4). Dies erklärt Dr. Quiring als ein Ergebnis der Konsolidierung der meist vielfältig organisierten Großbetriebe in Tschechien. Die Schweinehalter in allen befragten Ländern erwarten jedoch für die kommenden zwölf Monate eine merkliche Verbesserung bei den Erlösen und damit eine Entspannung ihrer wirtschaftlichen Lage.

Investitionsniveau bleibt auf hohem Niveau

Aufschlussreich ist die „Zwölfmonatsfrage“ über die Investitionsabsichten in den kommen-den Monaten. Die Antworten von führenden Landwirten in Europa signalisieren, dass wei-terhin mit Investitionen auf hohem Niveau zu rechnen ist. In Frankreich und Tschechien nimmt die Investitionsbereitschaft nochmals zu. Investitionen in der Landtechnik und im Pflanzenbau bilden weiterhin einen Schwerpunkt, doch zeigt sich eine deutlich steigende Bereitschaft zu Investitionen in der Viehhaltung sowohl in Deutschland als auch in Tsche-chien. Im Mittelpunkt stehen bei den Investitionen die Traktoren und Erntemaschinen sowie Maschinen und Geräte für die Bodenbearbeitung, Saat und Pflanzenschutz. Ein verstärktes Interesse liegt bei Grünland- und Futtererntetechnik. Angesichts der Marktpreise für Getreide erhalten verständlicherweise die Bereiche Lagerkapazitäten, Transport und Logistik ebenfalls eine steigende Bedeutung. Bei den Tierhaltern stehen Investitionen in Kuhställe, in die Modernisierung von Betriebsgebäuden sowie in Melktechnik im Vorder-grund.

Der Trendmonitor weist auf ein nachlassendes Interesse an erneuerbaren Energien in Deutschland hin. Groß ist weiterhin die Nachfrage bei deutschen Landwirten an Solarenergie, aber auch in Biogas wird weiter investiert, wenn auch auf niedrigerem Niveau als in den Vorjahren. Auch in den anderen europäischen Ländern geraten die erneuerbaren Energien immer mehr in den Fokus der Landwirte. Dies gilt für Frankreich ebenso wie für Polen und Tschechien mit einem deutlich gestiegenen Wert für Solarenergie (Frankreich) sowie für Windenergie (Polen) und für Biomasseheizung (Polen). Besonders ausgeprägt ist derzeit das Interesse an Biogasanlagen in Tschechien.

Verändertes Investitionsverhalten zu erwarten

Das Investitionsverhalten führender Landwirte wird sich in den kommenden Jahren verändern. Dies prognostiziert Dr. Quiring mit Blick auf die Märkte und die Antworten der Befragten im Vergleich der letzten Jahre. Die aktuellen Marktpreise für die erzeugten Pro-dukte werden zunehmend zum „entscheidenden Determinator“ und werden die Investitio-nen der Landwirte immer stärker beeinflussen. „Hohe Erzeugerpreise werden zu einer hohen Nachfrage führen und umgekehrt“, so die Einschätzung von Dr. Quiring. Dies bedeu-tet, dass eine Abkehr von der Stetigkeit bei den Investitionen wie in den vergangenen Jahren erfolgen wird. „In guten Zeiten wird investiert und in schlechteren Zeiten wird knallhart nicht investiert“, so Dr. Quiring. Es zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung wie beim Investitionsverhalten amerikanischer Landwirte ab.

Seit Herbst 2003 führt im Auftrag der DLG das Marktforschungsinstitut Kleffmann Group (Lüdinghausen) zweimal jährlich den DLG-Trendmonitor Europa durch. Im Rahmen dieser repräsentativen Befragung werden außer führenden Landwirten in Deutschland auch die Berufskollegen in fünf weiteren Ländern befragt, nämlich in Frankreich, Großbritannien, Polen, Tschechien und Ungarn.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Wirtschaft — info @ 14:04

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 660 angebotenen Schweinen alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,45 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,44 Euro bis 1,45 Euro verkauft.

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EU-Landwirte weiten Ölsaatenanbau aus

Themen: Anbauflächen,EU,Pflanzen,Raps,Statistik — info @ 08:04

Raps dominiert mit Abstand – Anbauschwerpunkt in Frankreich und Deutschland
Hannover (agrar.de) – Ob Raps, Sonnenblumen oder Sojabohnen – viele europäische Landwirte setzen auf den Anbau von Ölsaaten. Zwischen Athen und Helsinki, zwischen Bukarest und Lissabon sind in 2008 rund 10,1 Mio. Hektar (ha) Ackerfläche mit diesen drei Ölfrüchten bestellt worden, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Anbaueinschätzung des EU-Dachverbandes des Getreide- und Futtermittelhandels (Coceral). Damit haben die europäischen Landwirte ihre Ölsaatenanbaufläche im Vergleich zu 2007 um 3,6 Prozent ausgeweitet. Mit 6,16 Mio. ha favorisierten sie dabei nach wie vor den Raps, auch wenn dieser rund 1,3 Prozent weniger Fläche mit seinem Blütenteppich überziehen wird als im vergangenen Jahr. Der Anbau von Sonnenblumen wuchs dagegen um satte 14,9 Prozent auf jetzt 3,65 Mio. ha, während das Sojabohnenareal der Gemeinschaft um weitere 9,4 Prozent auf nur noch 327.000 ha schrumpfte.

In den einzelnen Ländern haben die Landwirte ihre Anbauplanungen jedoch höchst unterschiedlich gestaltet. So werden Frankreich und Deutschland auch in diesem Jahr die führenden Lieferanten von Rapsöl in der EU bleiben, in beiden Ländern haben die Landwirte jedoch den Rapsanbau kräftig eingeschränkt. So reservierten die französischen Erzeuger dem Raps mit 1,48 Mio. ha in diesem Jahr rund 7,6 Prozent weniger Fläche als in 2007 und ihre deutschen Kollegen schränkten den Rapsanbau um 7,5 Prozent auf jetzt 1,43 Mio. ha ein. In Polen wuchs das Rapsareal um 5,5 Prozent auf 750.000 ha, während es in Großbritannien mit 598.000 ha fast stagnierte. Dagegen weiteten die rumänischen Landwirte den Rapsanbau kräftig aus, und zwar um 27,3 Prozent auf 420.000 ha. Bei einem normalen Witterungsverlauf könnte das neue Mitgliedsland damit zum sechstgrößten Rapserzeuger der EU werden, knapp vor Dänemark.

An der Ausweitung des Sonnenblumenareals zur Ernte 2008 sind die rumänischen Landwirte ebenfalls erheblich beteiligt. Mit derzeit 920.000 ha wuchs die Sonnenblumenfläche in Rumänien gegenüber 2007 um rund ein Drittel. Einen Boom erlebt die Sonnenblumensaat auch in Spanien, wo das Areal um 21,5 Prozent auf 730.000 ha wuchs und in Frankreich, wo die Fläche um 10,5 Prozent auf 580.000 ha zunahm. Die deutschen Landwirte weiteten den Anbau von Sonnenblumen zwar ebenfalls aus, der Umfang nimmt sich mit insgesamt 26.000 ha gegenüber anderen Ländern jedoch immer noch bescheiden aus, auch wenn die Fläche gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel gestiegen ist. Sonnenblumen und Sojabohnen gehören jedoch aufgrund ihrer klimatischen Ansprüche hierzulande nach wie vor zu den Außenseitern im Anbauspektrum. Für die Sojabohne gilt dies in Europa ohnehin. Nennenswerte Anbauflächen widmen ihr nur noch die Bauern in Italien mit 130.000 ha und die Landwirte in Rumänien, wo sie auf 105.000 ha wächst.

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Mehr Milch in Schleswig-Holstein und Hamburg

Themen: Hamburg,Milch,Schleswig-Holstein,Statistik — info @ 08:04

Kiel (agrar.de) – 2007 sind in Schleswig-Holstein 2,38 Mio. Tonnen (t) Milch erzeugt worden. Das sind 40.000 t oder zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Grund der im Jahr 2007 kräftig gestiegenen Milchpreise – der bundesweite Milcherzeugerpreis von durchschnittlich 33,46 Cent je Liter übertraf den Vorjahreswert um 22 Prozent – ist zum ersten Mal seit vier Jahren eine Steigerung der Milchproduktion zu verzeichnen, so das Statistikamt Nord.

Die Möglichkeit, durch die Milcherzeugung wieder höhere Erlöse zu erzielen, wurde von den rund 5.400 schleswig-holsteinischen Milcherzeugern gleich doppelt genutzt: Zum einen beließen sie ihre Milchkühe länger in der Produktion: Dies äußerte sich in den erstmals seit 2003 wieder gestiegenen Milchkuhzahlen sowie der zeitgleichen Verminderung der Schlacht-/Mastkühe. Zum anderen konnte die Produktivität nochmals gesteigert werden: Die durchschnittliche jährliche Milchleistung je Kuh ist um knapp ein Prozent auf 7.014 Kilogramm angestiegen (19,2 Kilogramm pro Tag).

97,3 Prozent (2,31 Millionen t) der insgesamt erzeugten Milch wurde an Meiereien zur weiteren Verarbeitung geliefert. Über die Hälfte der Milch ging an Meiereien im eigenen Land (56 Prozent), aber auch Meiereien in Niedersachsen (28 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (16 Prozent) wurden mit der schleswig-holsteinischen Milch versorgt. Die restliche Milch (65.000 t) wurde auf den landwirtschaftlichen Betrieben verwendet. Hiervon wurden 53.000 t (2,2 Prozent der Gesamterzeugung) verfüttert und 6.300 t (0,3 Prozent) in den Haushalten frisch verbraucht. Weitere 6.000 t (0,2 Prozent) wurden auf den Erzeugerbetrieben direkt vermarktet – entweder ab Hof frisch verkauft oder in Hofkäsereien verarbeitet.

In Hamburg sind 2007 über 7.000 Tonnen Milch (drei Prozent mehr als im Vorjahr) erzeugt worden. Die Milchkuhhalter lieferten 93 Prozent der insgesamt erzeugten Milch an Meiereien, und zwar je zur Hälfte an Meiereibetriebe in Niedersachsen und in Schleswig-Holstein. Die Direktvermarktung der Frischmilch ab Hof hat mit fast vier Prozent eine deutlich größere Bedeutung als in Schleswig-Holstein, weitere 0,7 Prozent werden in den Betrieben zu Käse und Jogurt verarbeitet.

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