22. April 2008

Erstmals seit 15 Jahren wieder mehr Braustätten in Bayern

Themen: Bayern,Bier,Statistik,Wirtschaft — info @ 12:04

München (agrar.de) – Am 23. April wird der Tag des deutschen Bieres gefeiert, der an das im Jahr 1516 verkündete bayerische Reinheitsgebot erinnert. Und noch heute ist der Freistaat ein Land der Biertradition: Mit 48,2 Prozent hatten knapp die Hälfte aller deutschen Braustätten 2007 ihren Sitz in Bayern. Erstmals seit 1992 stieg ihre Zahl auch wieder, und zwar um 8 auf 627 Braustätten. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, blieb der Bierabsatz bayerischer Brauereien mit 22,9 Millionen Hektolitern konstant gegenüber dem Vorjahr. Dabei stand einem Minus im Inlandsverkauf von 2,7 Prozent eine beachtliche Steigerung der Exporte um 18,6 Prozent gegenüber. Die Exportquote erhöhte sich auf 15,1 Prozent und hat sich damit innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Der Tag des deutschen Bieres erinnert an das bayerische Reinheitsgebot, das der bayerische Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 in Ingolstadt verkündete und nach dem noch heute in Deutschland Bier gebraut wird. – Auch heute noch ist der Freistaat ein Land der Biertradition: Mit einem Anteil von 48,2 Prozent hatten knapp die Hälfte aller deutschen Braustätten ihren Sitz in Bayern. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung anhand von Ergebnissen der Biersteuerstatistik weiter mitteilt, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 627 Braustätten im Freistaat betrieben, 8 mehr als im Vorjahr. Nachdem sich die Zahl der in Bayern betriebenen Braustätten seit 1992 von 797 auf 619 Braustätten im Jahr 2006 verringert hatte, stieg sie 1997 erstmals wieder an.

Während im bundesweiten Durchschnitt der Bierabsatz 2007 (ohne alkoholfreies Bier und Malztrunk) im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent sank, blieb er in Bayern mit 22,9 Millionen Hektolitern (+ 0,1 Prozent) konstant. Unter den Bundesländern erzielten die bayerischen Brauereien den zweithöchsten Bierabsatz knapp hinter Nordrhein-Westfalen (25,3 Millionen Hektoliter). Im Bierabsatz ist neben der Eigenproduktion der Brauereien auch das im Inland sowie in den Ländern der Europäischen Union hinzugekaufte Fremdbier enthalten.

Dass der bayerische Bierabsatz 2007 keine Einbußen verzeichnete, ist allein auf die weiter steigende Exportquote zurückzuführen. Zwar wurden rund 84,6 Prozent des bayerischen Bieres (19,4 Millionen Hektoliter) im Bundesgebiet verkauft. Gegenüber 2006 bedeutete dies aber eine weitere Abnahme um 2,7 Prozent. Dem gegenüber entwickelte sich der Bierabsatz ins Ausland deutlich positiv. Im Jahr 2007 gingen knapp 3,5 Millionen Hektoliter des Gerstensaftes in den Export, ein Plus von 18,6 Prozent. Die Exportquote, die 1997 erst 6,3 Prozent betrug, stieg weiter auf 15,1 Prozent. 80 Prozent des Bierexports, das sind 2,8 Millionen Hektoliter (+ 17,7 Prozent), gingen in Länder der Europäischen Union. Auch die Ausfuhr in Drittländer konnte um beachtliche 22,6 Prozent auf 687 000 Hektoliter gesteigert werden. Schließlich gingen noch 82 000 Hektoliter, und damit 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr, als Haustrunk unentgeltlich an die Beschäftigten der Brauereien.

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BVL genehmigt Freisetzung von gentechnisch verändertem Mais

Behörde sieht bei Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen keine Risiken für Mensch und Umwelt
Berlin (agrar.de) – Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat heute dem Unternehmen Pioneer die Freisetzung von gentechnisch verändertem Mais unter Sicherheitsauflagen genehmigt. Gestattet wurden Freisetzungen in den Gemeinden Neutrebbin (Brandenburg), Kitzingen (Bayern), Ausleben (Sachsen-Anhalt) und Zabeltitz (Sachsen). Das Unternehmen darf in den Jahren 2008 bis 2011 Maispflanzen auf einer Fläche von maximal 1,2 Hektar pro Standort und Jahr freisetzen.

Das BVL kommt in seiner Sicherheitsbewertung zu dem Schluss, dass von dem Freisetzungsversuch keine schädlichen Einflüsse auf Menschen und Tiere sowie auf die Umwelt zu erwarten sind, verfügt aber vorsorglich Sicherheitsmaßnahmen. Um eine Verbreitung des gentechnisch veränderten Mais zu verhindern, muss der Betreiber zwischen den Freisetzungsflächen und konventionellen Maisbeständen 200 Meter, zu ökologisch bewirtschafteten Maisfeldern 300 Meter Abstand einhalten. Das gentechnisch veränderte Pflanz- und Erntegut ist zu kennzeichnen, eine Verwendung als Lebens- oder Futtermittel ist nicht zulässig. Pflanzenmaterial aus dem Freisetzungsversuch und anderer Mais innerhalb des Isolationsabstandes ist nach Ende der Freisetzung auf der Fläche zu häckseln und einzuarbeiten. Das gehäckselte Material kann unter Auflagen auch in einer Biogasanlage entsorgt werden. Die Flächen müssen im Jahr nach Beendigung der Freisetzung auf nachwachsenden Mais kontrolliert werden. Im Folgejahr auftretende Pflanzen müssen vor der Blüte vernichtet werden. Für die Überwachung der im Bescheid enthaltenen Bestimmungen sind Behörden der Bundesländer verantwortlich.

In dem Freilandversuch soll Mais der Linie 98140 untersucht werden, in den ein Gen aus dem Bodenbakterium Bacillus licheniformis sowie ein verändertes Maisgen übertragen wurde. Die beiden übertragenen Gene machen die Maispflanzen widerstandsfähig gegenüber zwei gegen Unkräuter gerichtete Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe.

Der Öffentlichkeit wurde durch die Auslegung der Antragsunterlagen die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Die 151 Einwendungen wurden bei der fachlichen und rechtlichen Bewertung des Antrags geprüft und im Genehmigungsbescheid gewürdigt. Für die Entscheidung des BVL wurden Stellungnahmen des Bundesamts für Naturschutz, des Bundesinstituts für Risikobewertung und des Robert Koch-Instituts eingeholt. Gleichzeitig wurden Stellungnahmen des unabhängigen Wissenschaftler- und Sachverständigengremiums, der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit, und des Julius Kühn-Instituts in die Entscheidung einbezogen. Darüber hinaus wurden Stellungnahmen der Länder Bayern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen eingeholt.

Hintergrundinformation
Das BVL ist zuständig für den Vollzug wichtiger Teile des Gentechnikgesetzes. Es berät die Bundesregierung sowie die Länder und ihre Gremien in Fragen der biologischen Sicherheit in der Gentechnik. Gentechnisch veränderte Organismen müssen zunächst ein Genehmigungsverfahren beim BVL positiv durchlaufen, ehe sie freigesetzt werden dürfen. Ferner führt das BVL die Geschäftsstelle der Zentralen Kommission für die Biologische Sicherheit. Das BVL ist die national zuständige Behörde für gemeinschaftliche Genehmigungsverfahren der EU zum Inverkehrbringen gentechnisch veränderter Organismen und koordiniert für Deutschland die BIO-TRACK-Datenbank der OECD. Als nationale Kontaktstelle des Internationalen Übereinkommens über die biologische Sicherheit managt das BVL für Deutschland den Informationsaustausch über lebende gentechnisch veränderte Organismen im so genannten Biosafety Clearing House.

In Deutschland ist bislang nur der gentechnisch veränderte Mais MON 810 des Unternehmens Monsanto zum kommerziellen Anbau zugelassen. Er wurde im Jahr 2007 auf rund 2700 Hektar angebaut. Dies entspricht rund 0,15 Prozent der gesamten Maisanbaufläche in Deutschland.

Informationen zu Auflagen bei Freisetzungen

Allgemeine Informationen zu den bei Freisetzungen erteilten Auflagen finden Sie online beim BVL.

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21. April 2008

DBV: Einkauf bei Aldi überdenken!

Themen: Milch,Verbände — info @ 17:04

Verband: Durch den LEH erpresste Milchpreissenkungen sind eine Provokation

Berlin (agrar.de) – Erklärung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zur aktuellen Situation bei Milch

„Angesichts der zeitgleich von den Unternehmen Aldi, Lidl und REWE in großformatigen Anzeigen am heutigen Tag (21. April 2008) bekanntgemachten massiven Preissenkungen bei Konsummilch, Quark und Sahne, stellt der Deutsche Bauernverband fest:

1. Diese Preissenkungen sind nicht durch die Angebots- und Nachfragesituation auf dem Markt begründet, sondern allein durch die extreme Marktmacht der wenigen Einkaufszentralen im Lebensmitteleinzelhandel gegenüber den Molkereien zu erklären. Vor allem die Aldi-Gruppe hat nach Auffassung des Berufsstandes ihre Wettbewerbssituation schamlos und missbräuchlich ausgenutzt und den Preiseinbruch zu Lasten aller Milchbauern in Deutschland verursacht.

Der Deutsche Bauernverband fordert die Bauernfamilien, die Familien der Mitarbeiter in den Molkereiunternehmen und die Menschen im ländlichen Raum deshalb auf, ihr Einkaufsverhalten zu überdenken.

2.Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, hat sich an den Präsidenten des Bundeskartellamtes, Dr. Bernhard Heitzer, gewandt und um sofortige kartellrechtliche Überprüfung der zeitgleichen und in ihren Endabgabepreisen völlig identischen Milchaktionen von Aldi, Lidl und REWE gebeten. Was muss angesichts eines derart marktwidrigen abgestimmten Verhaltens noch geschehen, um die mittlerweile sehr strikten Regeln des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen gegen den LEH zu nutzen?

3. In zahlreichen Spontanaktionen machen die Milchbauern ab heute ihre Enttäuschung und Verbitterung deutlich. Die deutschen Bauernfamilien fühlen sich erneut erpresst und in ihrer Existenz bedroht. Auch angesichts der für Bauern steigenden Energie-, Maschinen-, Anlagen- und Lohnkosten ist das Verhalten der großen Lebensmitteleinzelhandelsketten völlig inakzeptabel.

4. Der Ausgang dieser Verhandlungsrunde zwischen LEH und Molkereien zeigt erneut, dass die deutsche Molkereiwirtschaft – überwiegend genossenschaftlich organisiert – nicht in der Lage ist, faire Bedingungen für die Milchwirtschaft durchzusetzen. Der Deutsche Bauernverband fordert deshalb die Molkereiwirtschaft ultimativ auf, noch in diesem Jahr durch strukturelle Maßnahmen ihre Verhandlungsposition so zu verbessern, dass es nicht zu weiteren Erpressungsversuchen kommt.

5. Angesichts der weltweit anziehenden Notierungen auch für Milch und Milchprodukte werden die deutschen Milcherzeuger darauf bestehen, dass die völlig unnötige Preissenkung durch den Lebensmitteleinzelhandel umgehend wieder vollständig korrigiert wird.

Nur so sind sie in der Lage, Grünland nachhaltig zu bewirtschaften und ihre arbeits- und kapitalintensiven Betriebe am Standort Deutschland zu erhalten. In der Milcherzeugung und der Milchwirtschaft finden rund eine Million Menschen Beschäftigung.“

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US-Studie: Zehn Prozent weniger Ertrag bei Gentech-Soja

Themen: Gentechnik,Pflanzen,Statistik — info @ 14:04

US-Forscher nahmen Monsanto-Entwicklung unter die Lupe – Greenpeace: „Ammenmärchen von höheren Erträgen bei Gentechpflanzen schlichtweg falsch“

Wien (agrar.de) – Laut einer Studie der Universität von Kansas liefert Gentech-Soja gegenüber konventionellem Saatgut zehn Prozent weniger Ertrag. Die Forscher hatten über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtet, wie sich die Sojasorte „Roundup-Ready“ von Monsanto im Vergleich zu ihrem konventionellen, gentechnikfreien Gegenpart verhält, berichtete Greenpeace Österreich.

Studienautor Professor Barney Gordon fand heraus, dass die Gentech-Soja nicht mehr in der Lage ist, bestimmte wichtige Elemente wie beispielsweise Mangan aus der Erde aufzunehmen. Die Forscher nehmen nun an, dass dies auf die Veränderung des Saatguts zurückzuführen ist. Denn erst nach künstlicher Zugabe von Mangan konnte das gentechnisch veränderte Saatgut wieder mit seinem konventionellen Konterpart gleichziehen.

Bestätigung früherer Studien

Damit werden laut Greenpeace frühere Erkenntnisse der University of Nebraska bestätigt, die herausfand, dass andere Gentech-Sojabohnen von Monsanto gegenüber natürlicher Soja sogar bis zu elf Prozent weniger Ertrag bringen.

„Diese Studie ist der eindrucksvolle Beweis, dass das Ammenmärchen von höheren Erträgen bei Gentechpflanzen schlichtweg falsch ist“, so Steffen Nichtenberger von Greenpeace. Damit sei das Argument endgültig widerlegt, gentechnisch verändertes Saatgut könne den Welthunger bekämpfen.

Der rechtliche Status von „Roundup-Ready“

In der EU ist die gentechnisch veränderte Roundup-Ready-Sojabohne von Monsanto zum Import als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Allein in Österreich werden laut rund 600.000 Tonnen importiert und landen in den Futtertrögen von Kühen, Schweinen oder Hühnern. Nach über zehn Jahren Importgenehmigung wird auf EU-Ebene derzeit über die Erneuerung der Zulassung für Roundup-Ready-Soja beraten. „Angesichts der ständig neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse über diese Gentech-Soja, wäre die EU gut beraten, ihr die Zulassung zu verweigern“, meinte Gentech-Sprecher Steffen Nichtenberger von Greenpeace.

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Sachsen: Jahresleistung der Milchkühe auf 8.279 Kilogramm gestiegen

Themen: Milch,Rinder,Sachsen,Statistik,Tierbestände — info @ 14:04

Dresden (agrar.de) – Die Milcherzeugung in Sachsen belief sich 2007 auf insgesamt 1,587 Millionen Tonnen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, sind das rund 12.700 Tonnen bzw. 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Mit einer Jahresleistung von 8.279 Kilogramm Milch je Kuh wurde 2007 eine neue Rekordmarke erzielt und das Vorjahresergebnis um 172 Kilogramm (2,1 Prozent) überboten. Diese erreichte Milchleistung entspricht einer täglichen Milchmenge von 22,7 Kilogramm. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der durchschnittliche sächsische Milchkuhbestand um 2.500 (1,3 Prozent) auf 191.700 Milchkühe.

Mit 1,555 Millionen Tonnen (97,9 Prozent) wurde der überwiegende Teil der Milch an Molkereien zur Weiterverarbeitung verkauft. Die restlichen 32.600 Tonnen wurden größtenteils verfüttert (30.900 Tonnen), in den Haushalten der Landwirte selbst verbraucht bzw. über die Direktvermarktung abge­setzt.

Die an Molkereien gelieferte Milch wurde mit 1,350 Millionen Tonnen (86,8 Prozent) überwiegend von sächsischen Betrieben aufgekauft. Weitere Abnehmer fanden sich in Sachsen-Anhalt, die 102.300 Tonnen (6,6 Prozent) und in Bayern, die 73.700 Tonnen (4,7 Prozent) übernahmen. Weiterhin gingen 21.600 Tonnen nach Brandenburg, 5.200 Tonnen nach Mecklenburg-Vorpommern und 1.800 nach Thüringen zur Weiterverarbeitung.

Mit 703.600 Tonnen kommen rund 44 Prozent der sächsischen Milcherzeugung aus dem Regierungsbezirk Chemnitz. Weitere 579.600 Tonnen (37 Prozent) werden im Regierungsbezirk Dresden und 304.200 Tonnen (19 Prozent) im Regierungsbezirk Leipzig erzeugt. Unter den Land­kreisen ist Freiberg mit 139.600 Tonnen Spitzenreiter gefolgt vom Vogtlandkreis mit 127.000 Tonnen.

Mit 8.107 Kilogramm sicherten sich auch 2006 die sächsischen Kühe die führende Stellung unter den Bundesländern. Diese Spitzenposition behaupten die sächsischen Tiere bereits seit 2000. Auf den nächsten Plätzen folgten Mecklenburg-Vorpommern mit 7.993 Kilogramm und Brandenburg mit 7.952 Kilogramm. Für Deutschland wurde eine durchschnittliche Jahresleistung von 6.849 errechnet. Vergleichszahlen für 2007 stehen noch nicht zur Verfügung. Deutschlandweit wurden knapp 28 Millionen Tonnen erzeugt. Darunter waren Bayern mit 7,5 Millionen Tonnen und Niedersachsen mit über fünf Millionen Tonnen die größten Produzenten. Der sächsische Anteil an der deutschen Milcherzeugung belief sich wie bereits im Vorjahr auf 5,6 Prozent.

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Bayern: Höchste Milcherzeugung seit 11 Jahren

Themen: Bayern,Milch,Rinder,Statistik,Tierbestände — info @ 13:04

Durchschnittliche Milchleistung je Kuh weiter gestiegen
München (agrar.de) – Im Jahr 2007 wurden in Bayern 7,7 Millionen Tonnen Milch erzeugt. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren das 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr und zugleich die höchste Menge seit 11 Jahren. Maßgeblich hierfür war – bei nahezu unverändertem Milchkuhbestand – die Steigerung der durchschnittlichen jährlichen Milchleistung je Kuh um weitere 2,6 Prozent auf die neue Höchstmarke von 6 260 Kilogramm.

Von 1,23 Millionen Milchkühen wurden in Bayern im Jahr 2007 knapp 7,7 Millionen Tonnen Milch erzeugt. Dies waren nicht nur 164.800 Tonnen oder 2,2 Prozent mehr als im Jahr davor, sondern auch die höchste Milchmenge seit dem Jahr 1996. Dieser Zuwachs ist ausschließlich auf die gestiegene durchschnittliche Milchleistung je Kuh zurückzuführen – um 2,6 Prozent auf die neue Höchstmarke von 6.260 Kilogramm im Jahr bzw. 17,2 Kilogramm pro Tag – da sich der im Jahresdurchschnitt ermittelte Kuhbestand sogar um 2 670 Tiere bzw. 0,2 Prozent reduziert hat. In den vergangenen 10 Jahren hat sich damit die Produktivität der bayerischen Milchkühe um gut ein Viertel erhöht, während sich der Kuhbestand im selben Zeitraum um knapp ein Fünftel verringerte.

Von der gesamten Milcherzeugung des Jahres 2007 wurden 92,7 Prozent (7,14 Millionen Tonnen) an Molkereien geliefert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies eine Steigerung um rund 155.400 Tonnen bzw. 2,2 Prozent. Die übrigen gut 560 000 Tonnen verblieben in den Betrieben der Milchkuhhalter, wobei der Großteil (496.100 Tonnen bzw. 6,4 Prozent der Gesamterzeugung) zur Verfütterung verwendet wurde. Von der Restmenge wurden 44.300 Tonnen (0,6 Prozent) im Haushalt frisch verbraucht und 19.700 Tonnen (0,3 Prozent) durch Ab-Hof-Verkauf direkt vermarktet oder zu Butter, Quark und Käse verarbeitet.

Knapp drei Zehntel der Milch (2,26 Millionen Tonnen) wurden in Oberbayern und fast ein Viertel (1,90 Millionen Tonnen) in Schwaben erzeugt, sodass 54 Prozent der Milch aus den beiden südlichsten Regierungsbezirken stammten. Ein Zentrum der Milcherzeugung bildet hierbei das Allgäu, in dessen drei Landkreisen Ober-, Unter- und Ostallgäu mit zusammen 1,13 Millionen Tonnen annähernd 15 Prozent der bayerischen Milch erzeugt wurden. Demgegenüber trug Unterfranken mit 236.900 Tonnen (3,1 Prozent) den geringsten Anteil zur Milcherzeugung bei. Dies war auch der einzige Regierungsbezirk, in dem die Milcherzeugung geringfügig unter dem Vorjahresniveau blieb. Dagegen gelang den Milchbauern in Niederbayern mit 4,6 Prozent sowie in der Oberpfalz mit 3,6 Prozent binnen Jahresfrist die höchste prozentuale Steigerung.

Mit einer durchschnittlichen jährlichen Milchleistung je Kuh von 6.428 Kilogramm standen die produktivsten Milchkühe in Mittelfranken, dicht gefolgt von den Kühen in Unterfranken
(6.411 Kilogramm) und Schwaben (6.406 Kilogramm).

Bayern ist das größte Milcherzeugerland Deutschlands. Rund ein Viertel der im Bundesgebiet gewonnenen Milch stammt von Kühen aus dem Freistaat.

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Hessen: Gut drei Hektar werden täglich für Siedlungszwecke verbraucht

Themen: Agrarstruktur,Hessen,Statistik — info @ 13:04

Wiesbaden (agrar.de) – In der jährlichen Nachweisung der Siedlungs- und Verkehrsfläche zum Stichtag 31.12.2006 wurden von 2,11 Millionen Hektar Landesfläche rund 895.000 Hektar Landwirtschaftsfläche (42 Prozent), 846.500 Hektar Waldfläche (40 Prozent) sowie 322.000 Hektar Siedlungs- und Verkehrsflächen (15 Prozent) und gut 47.000 Hektar (zwei Prozent) andere Flächen nachgewiesen.

Wie das Hessische Statistische Landesamt weiter mitteilt, wuchs die Siedlungs- und Verkehrsfläche im Jahr 2006 um 3,32 Hektar täglich. Die seit Jahren zu beobachtende Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche ist überwiegend auf die Ausweitung der Gebäude- und Freiflächen zurückzuführen und wurde von der Landwirtschaftsfläche gespeist. Diese nahm zwischen 1981 und 2006 um gut 82.000 Hektar ab. Zum Vergleich: Der gesamte Landkreis Waldeck-Frankenberg besaß im Jahr 2006 eine Landwirtschaftsfläche von 79.000 Hektar.

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18. April 2008

HBV: Molkereien lassen sich von Handelskonzernen ausspielen

Themen: Handel,Lebensmittel,Milch,Verbände — info @ 17:04

Verband: Molkereien müssen Verkauf besser organisieren

Friedrichsdorf (agrar.de) – „Die Discounter und der Lebensmitteleinzelhandel haben ihre Marktmacht gegenüber den Molkereien in den jetzigen Preisverhandlungen voll ausgespielt und somit unverantwortliche Preissenkungen durchgesetzt. Es ist jetzt höchste Zeit, dass die genossenschaftlichen Molkereien ihren eigenständigen Verkauf auslagern und auf ein Verkaufskontor übertragen, damit sie auf gleicher Augenhöhe mit dem LEH verhandeln können. Darüber hinaus muss sich der Sektor Milchwirtschaft völlig neu aufstellen, um dem Handel Paroli zu bieten. Lebensmittel sind mehr wert und dürfen nicht verramscht werden!“ Das forderte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Friedhelm Schneider, heute in Friedrichsdorf. Ansonsten würden die Bauern als schwächstes Glied in der Kette auf der Strecke bleiben. Das schade auch den Verbrauchern.

Nachdem die Vorkosten, zum Beispiel die Futter-, Agrardiesel- und Stromkosten, gegenüber dem Vorjahr um cirka acht Cent je Kilogramm Milch gestiegen seien, müsse das Erzeugerpreisniveau der Jahreswende 2007/08 unbedingt gehalten und ausgebaut werden, um gewinnbringend zu produzieren“, betonte Präsident Schneider. Er wies gleichzeitig darauf hin, dass die Milchviehhalter bis Mitte 2007 sechs Jahre lang niedrigste Erzeugerpreise ertragen mussten.

Vor diesem Hintergrund hätten die jetzt bekannt gewordenen Preisvereinbarungen für H-Milch zwischen den Molkereien und dem Lebensmitteleinzelhandel die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Die Folgen für die hessischen Milchbauern seien katastrophal. Massenweise würden ohne Vernunft und Not Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum vernichtet.

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IG-Milch und EMB solidarisch mit deutschen Milchbäuerinnen und Milchbauern

Themen: Handel,Milch,Österreich,Verbände — info @ 17:04

Bad Leonfelden (agrar.de) – Die Partnerorganisation des des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), der Verein österreichischer Grünland- und Rinderbauern (IG-Milch), hat seine Unterstützung für den Fall eines Milchlieferstreiks angekündigt.

In eine Pressemitteilung der IG-Milch heißt es: ‚Die deutschen MilcherzeugerInnen sehen einen Milchpreis von 43 Cent netto je kg Milch als notwendig, um die Kosten der Milcherzeugung zu decken. Sollten weitere Verhandlungen mit dem Handel und der Milchindustrie keine Ergebnisse bringen, wird der BDM als letztes Mittel einen Milchlieferstopp anwenden.

In dem Fall, dass deutsche Handelsketten mit österreichischen Töchtern die Regalpreise für Milchprodukte zu Lasten der MilcherzeugerInnen drücken, wird sich die IG-Milch mit den Milchbäuerinnen und -bauern unseres Nachbarlandes solidarisch erklären.

In Absprache mit den 15 Partnerländern im European Milk Board (EMB) würden die Aktivitäten des BDM mit einer Teilnahme am Lieferstopp unterstützt werden. Die IG-Milch wird auch alle notwendigen Maßnahmen setzen, damit die Maßnahmen des BDM nicht mit österreichischer Milch gestört oder verhindert werden.‘

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ISN: Zahlen Verbraucher überhöhte Fleischpreise und werden Schweinehalter ausgebeutet?

Themen: Fleisch,Handel,Schweine,Verbände — info @ 14:04

Damme (agrar.de) – Lebensmittelpreiserhöhungen sind zurzeit in aller Munde, doch bei weitem nicht alle sind gerechtfertigt. So teilt das Statistische Bundesamt (Destatis), Wiesbaden heute ganz aktuell mit, dass die Verbraucherpreise für Fleisch im März 2008 gegenüber dem März 2007 um 6,8 Prozent gestiegen sind. Während auf der einen Seite der Verbraucher mit immer höheren Preisen belastet wird, bekommen Landwirte heute für ihre Schweine über 10 Prozent weniger als noch vor zwei Jahren.

Gibt es einen „lachenden Dritten“? Die Schlachtunternehmen oder den Lebensmitteleinzelhandel (LEH)?

Wie die ZMP Zentrale Markt und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH (ZMP), Bonn für das vergangene Jahr festgestellt hat, sind die Erzeugerpreise für Schweinefleisch (Handelsklasse E, nach 4. DVO zum Vieh- und Fleischgesetz) im Jahr 2007 gegenüber dem Jahr 2006 im Jahresdurchschnitt um ca. 10 Prozent gefallen. Im gleichen Zeitraum erhöhten sich die Verbraucherpreise für Schweinefleisch immerhin um 1,3 Prozent, für Wurst und Fleischwaren sogar um 1,7 Prozent.

Dass die Schlachtunternehmen und der LEH ihre Spanne auf Kosten der Verbraucher und Landwirte deutlich ausgeweitet haben, das kann man anhand einer Auswertung des Marktreferates der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), Oldenburg feststellen. Demnach ist die Marktspanne im vergangenen Jahr um über 50 Cent/kg Schweinefleisch ausgeweitet worden.

Für die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) ist dies schlichtweg fatal. Denn die Schweinehalter seien von kostendeckenden Preisen weit entfernt. Die ISN sehe hier auch die Verbraucherzentralen gefordert. Verbraucher und Schweinehalter säßen „in einem Boot“.

Die deutschen Schweinehalter stecken in einer „echten Zwickmühle“, so die ISN. Denn während auf der einen Seite die Erzeugerpreise für Schweine eingebrochen sind, sind auf der Kostenseite die Preise für Schweinefutter sind seit Beginn des Jahres 2007 um 45 bis 50 Prozent angestiegen. Allein der Weizen, eines der wichtigsten Futtermittel, hat sich binnen Jahresfrist um fast 90 Prozent verteuert.

Damit Ferkelerzeuger und Schweinemäster auf ihre Kosten kommen, bedürfe es eines Ferkelpreises von 70 Euro und eines Schweinepreis von 2 Euro/kg.

Wie schlecht es derzeit um die Wirtschaftlichkeit der deutschen Schweinehaltung tatsächlich bestellt ist, haben aktuelle Berechnungen der ISN ergeben: Die Mäster haben im März 2008 Ferkel (28 kg) für 47,00 Euro pro Tier gekauft und eingestallt. Für das Futter werden sie pro Mastschwein insgesamt 13 bis 18 Euro mehr als noch im letzten Jahr aufbringen müssen, inzwischen liegen sie bei stolzen 73 Euro. Unter der Annahme eines aktuellen Schweinepreises von 1,40 Euro/kg SG und unter Vollkostenbetrachtung von 156 Euro ergibt sich ein Verlust von 23 Euro pro Mastschwein.

Um endlich auch den Ferkelerzeugern einen zwingend erforderlichen, kostendeckenden Preis von 70 Euro pro Ferkel zahlen zu können, ist sogar ein Basispreis von 2,00 Euro/kg SG erforderlich. Unter gleicher Veranschlagung der Vollkosten (für Ferkel, Futter, AfA, Gülle, Energie/Wasser, Kapitalverzinsung, Sonstiges, Veterinär, Entlohnung) ergäbe sich bei diesem Ferkelpreis und dem aktuellen Schweinepreis sogar ein Verlust von über 40 Euro pro Mastschwein!

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