25. April 2008

Heizöl und Treibstoffe erreichen neue Rekordpreise

Themen: Energie,Kraftstoffe,Statistik — info @ 08:04

Felde (agrar.de) – Die Heizölpreise in Deutschland sind auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Das meldet der Energie-Informationsdienst TECSON. Danach kosteten 100 Liter Heizöl am Donnerstag im bundesdeutschen Durchschnitt 82,10 Euro. Der Grund für den Anstieg sei das Allzeithoch beim Rohöl.

Benzin und Diesel sind ebenfalls so teuer wie nie. Ein Liter Superbenzin kostete am Mittwoch im Schnitt 1,466 Euro und damit laut ADAC einen Cent mehr als beim bisherigen Allzeithoch im November des vergangenen Jahres. Für einen Liter Diesel mussten die Autofahrer 1,379 Euro bezahlen, auch hier wurde das bisherige Allzeithoch vom 12. April übertroffen.

Rohöl kostete am Mittwoch 117 Dollar pro Fass in New York und über 115 Dollar in London. Vor wenigen Tagen hatte die Rohölnotierung in New York bereits fast die Marke von 120 Dollar erreicht.

Grafik zum aktuellen Heizölpreis

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EU wird an ihren Biosprit-Zielen festhalten

Brüssel/Berlin (agrar.de) – In der EU soll in Zukunft Biokraftstoff verstärkt aus Klärschlamm, Stroh und anderen organischen Abfällen gewonnen werden, sobald diese wirtschaftlich einsetzbar sind. Sie werden Mais und Getreide als Rohstoffquelle ablösen. Daher gäbe es keine Veranlassung, das Ziel aufzugeben, den Biospritanteil bis 2020 auf zehn Prozent anzuheben. Das hat die EU-Kommission angesichts der Vorwürfe betont, die Biospritproduktion sei Ursache weltweit steigender Lebensmittelpreise.

In der EU gibt es nach Mitteilung von Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel keine große Gefahr einer massiven Verlagerung weg von der Lebensmittel- hin zur Biokraftstoffproduktion. Derzeit werde etwa zwei Prozent der Ackerflächen in den EU-Staaten zum Anbau von Pflanzen für Biokraftstoffe verwendet. Die weltweite Verteuerung und Verknappung der Lebensmittel habe letztlich jedoch andere Gründe. Einer davon sei die wachsende Nachfrage aufstrebender Volkswirtschaften wie China und Indien. Während China bis 2002 Nettoexporteur von Agrarerzeugnissen war, habe es nun ein jährliches Agrarhandelsdefizit von sechs Milliarden Euro.

Indiens Agrareinfuhren hätten sich zwischen 1995 und 2005 fast verdreifacht. Weitere entscheidende Gründe für die Preisanstiege sind, so die Kommission in einer Stellungnahme, zwei aufeinander folgende schlechte Ernten in vielen Teilen der Welt – einschließlich Europa – und Ausfuhrbeschränkungen in einer Reihe von Ländern wie Argentinien, Russland und der Ukraine, die zu den wichtigen Versorgern des Weltmarktes gehören. Hungerrevolten wegen der hohen Nahrungsmittelpreise in Haiti, Ägypten und vielen anderen Ländern machten Fehler in der Politik offensichtlich, so EU-Entwicklungskommissar Louis Michel. In den vergangenen Jahren sei die Landwirtschaftspolitik in vielen Entwicklungsländern vernachlässigt worden. Darüber sei er sehr besorgt: „Die starken Preisanstiege haben viele Erfolge bei der Armutsbekämpfung zunichte gemacht.“ Notwendig sei der Ausbau der Landwirtschaft in Entwicklungsländern, sagte Michel.

Hilfsprogramme müssten auf die Erhöhung der Produktion, die Finanzierung von Saatgut und Dünger sowie den Technologie-Transfer zielen. „Die grüne Revolution hat in Asien gut geklappt“, sagte Michel. „Sie muss auch in Afrika funktionieren.“ Ziel müsse es sein, dass sich jedes Land selbst ernähren könne. Michel kündigte an, sich für eine zusätzliche Nahrungshilfe der EU in Höhe von 138,6 Millionen Euro einzusetzen.

Produktionsflächen in der EU ausreichend vorhanden

Das EU-Ziel von zehn Prozent Biospritanteil am Kraftstoffverbrauch hat keine nennenswerte Auswirkung auf die Lebensmittelproduktion und Preise. Das haben eingehende Folgeabschätzungen ergeben. Selbst beim jetzigen Stand der Dinge müssten in der EU nicht mehr als 15 Prozent der Ackerflächen bereit gestellt werden, um das Ziel bis 2020 zu erreichen. Berücksichtigt man die anstehenden Änderungen im Agrarbereich, dann fällt dieser Prozentsatz noch deutlich geringer aus. Die obligatorische Flächenstilllegung, nach der Bauern zehn Prozent ihrer Ackerflächen unbebaut lassen müssen, wird eingestellt. Bei steigenden Erträgen kann ein beträchtlicher Anteil bisher ungenutzter Flächen in den neuen Mitgliedstaaten nutzbar gemacht werden.

Die Agrarpreise werden nicht künstlich hochgehalten, im Gegenteil: Die Ausfuhrsubventionen sind drastisch gesunken, weil sich die Preise in der EU inzwischen dem Weltmarkt weitgehend angepasst haben. Die EU hat sich verpflichtet, alle Ausfuhrsubventionen bis 2013 komplett zu streichen. Nächsten Monat wird die Europäische Kommission Vorschläge vorlegen, mit denen auch die letzten Produktionsbeschränkungen noch aufgehoben und gleichzeitig die Zuschüsse abgeschafft werden, die seit 2003 die Erzeugung der Ausgangsprodukte für Biokraftstoffe ankurbeln sollten.

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24. April 2008

Girls Day: Frauenpower in der Landwirtschaft

Themen: Arbeitsmarkt,Gartenbau,Verbände — info @ 17:04

Girls werden am liebsten Gärtnerin

Bonn (agrar.de) – Während die eine Hälfte aller weiblichen Lehrlinge sich noch klassisch orientiert und in typische Frauenberufe – Verkäuferin, Frisörin oder Bürokauffrau – einsteigt, wagt die andere Hälfte der Mädchen den Sprung in die technische oder körperlich anstrengende, oft noch von Männern dominierte Berufswelt.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, gehört die Tätigkeit als Gärtnerin mit 17.000 Auszubildenden zu den beliebtesten Berufen in der Agrarwirtschaft. Dabei stützt sich der RLV auf eine Statistik des a.i.d. infodienstes. Wer nicht nur einen grünen Daumen hat, sondern sich auch gerne kreativ mit der Pflanzenwelt beschäftigt, ist in diesem Beruf genau richtig.

Während im Gartenbau moderne Maschinen die Arbeit erleichtern, muss man sich bei der Handarbeit im täglichen Umgang mit den Pflanzen auch schon einmal die Hände schmutzig machen. Eine gute körperliche Konstitution und eine gewisse Unempfindlichkeit gegenüber schlechtem Wetter sind daher von Vorteil. Voraussetzung für die Ausbildung zur Gärtnerin ist mindestens ein Hauptschulabschluss, mit einer Fachhochschulreife legt man sich aber einen Grundstein für ein späteres Studium des Gartenbaus oder des Landespflege.
Die Ausbildung dauert drei Jahre und erfolgt im Dualen System, also zum einen Teil erlernt man das Wissen in einem Ausbildungsbetrieb, zum anderen Teil in der Berufsschule. Als Gärtnerin spezialisiert man sich auf eine Fachrichtung: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei, Zierpflanzenbau. In allen Bereichen stehen die Produktion, die Pflege und Verwendung von Pflanzen, die Aufbereitung und Nutzung pflanzlicher Produkte sowie die Ausführung gärtnerischer Arbeit auf dem Lehrplan. Daneben werden Kenntnisse über Umweltschutz, Betriebswirtschaft, Vermarktung und Beratung vermittelt.

Auch andere Beschäftigungen in den so genannten vierzehn „Grünen Berufen“ erfreuen sich großer Beliebtheit. So schaffte es auch der Beruf der Hauswirtschafterin nach Angaben des Statistischen Bundesamtes unter die Top 20 der am stärksten besetzten Ausbildungsberufe 2006.

Doch der Agrarsektor hat noch weitere spannende Tätigkeitsfelder zu bieten:
Der Umgang mit Tieren oder das Arbeiten in und mit der Natur und Pflanzen machen Berufe wie Landwirtin, Fachkraft Agrarservice, Fischwirtin, Forstwirtin, Brennerin, Landwirtschaftliche und Milchwirtschaftliche Laborantin, Molkereifachfrau, Pferdewirtin, Revierjägerin, Tierwirtin und Winzerin zu attraktiven Beschäftigungen.

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Daten zur Natur 2008

Themen: Naturschutz,Statistik,Umwelt — info @ 17:04

Fläche der Naturschutzgebiete in Deutschland um 30 Prozent gestiegen
Berlin (agrar.de) – Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, haben heute in Berlin gemeinsam die „Daten zur Natur 2008“ präsentiert. Vier Wochen vor der 9. Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt, die im Mai in Bonn stattfindet, liegt damit ein umfassender Überblick zur biologischen Vielfalt in Deutschland und weltweit vor. „Wissenschaftlich fundierte Daten und Informationen über den Zustand und Veränderungen von Natur und Landschaft sind unverzichtbar für eine belastbare, konkrete Standortbestimmung hinsichtlich der Umsetzung dieses zentralen Naturschutzübereinkommens“, sagte der Bundesumweltminister.

Die Daten zur Natur 2008 belegen, dass dank intensiver Anstrengungen des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes in den letzten Jahren Erfolge im Naturschutz und in der nachhaltigen Nutzung in Deutschland erzielt wurden. Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete nahm in den letzten zehn Jahren um ca. 30 Prozent zu. Die Zahl der Nationalparke stieg von 11 auf 14, ihre Gesamtfläche beläuft sich jetzt auf rund 960.000 ha, davon sind über 190.000 ha Landfläche. Mit diesem Zuwachs bei den Schutzgebieten hat Deutschland wesentliche Fortschritte beim Aufbau eines globalen Schutzgebietssystems erzielt.

Mit Bestätigung der EU-Kommission sind nun auch rund 14 Prozent der Landesfläche Deutschlands und fast ein Drittel der Fläche der Ausschließlichen Wirtschaftszone Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. „Der erste umfassende nationale Bericht zum Erfolg der Schutzmaßnahmen im Rahmen von Natura 2000 belegt für etwa ein Viertel der Arten und Lebensraumtypen von europäischer Bedeutung den angestrebten günstigen Erhaltungszustand“, sagte Sigmar Gabriel.

Aufgrund gezielter Artenschutzmaßnahmen haben sich deutschlandweit die Bestände gefährdeter Arten wie Wanderfalke oder Steinkauz positiv entwickelt. Dies zeigen die Ergebnisse des bundesweit neu organisierten und künftig von Bund und Ländern gemeinsam geförderten Vogelmonitorings des Dachverbands der Deutschen Avifaunisten (DDA)

„Die Erfolge sollten uns weiter ermutigen. Sie zeigen, dass wir in der Lage sind, negative Trends bei der biologischen Vielfalt umzukehren und mit unseren Bemühungen erfolgreich unsere natürliche Umwelt zu schützen und auch wiederherzustellen“, so Gabriel.

Auch hinsichtlich einer naturschutzgerechten Nutzung gibt es positive Entwicklungen. Mittlerweile sind in Deutschland rund zwei Drittel der Waldfläche zertifiziert, ca. 5 Prozent nach FSC (Forest Stewardship Council) und knapp 65 Prozent nach PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes).

„Auch wenn wichtige und richtige Schritte eingeleitet und konkrete Maßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, ist die Gesamtsituation der biologischen Vielfalt und des Naturhaushalts jedoch nach wie vor alarmierend“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel. So sind zum Beispiel über 70 Prozent der Biotoptypen Deutschlands als gefährdet eingestuft. Nach ersten Ergebnissen der derzeit in Aktualisierung befindlichen Roten Listen für Tiere, Pflanzen und Pilze, die 2008/2009 erscheinen sollen, sind fast zwei Drittel der in Deutschland vorkommenden Reptilienarten in ihrem Bestand gefährdet.

Diese Beispiele wie auch viele andere in den „Daten zur Natur 2008“ vorgestellte Fakten zeigen, dass es nach wie vor intensiver gemeinsamer Bemühungen auf Landes-, Bundes- wie auch internationaler Ebene bedarf, um der Gefährdung von Natur und Landschaft entgegenzuwirken. Naturschutz muss dabei in alle relevanten Politikbereiche integriert werden, um Schutz, Entwicklung und nachhaltige Nutzung der Natur zu ermöglichen. Die im November 2007 beschlossene Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt dokumentiert den Willen der Bundesregierung, hier in allen biodiversitätsrelevanten Bereichen unter aktiver Einbindung der gesellschaftlichen Akteure wesentliche Schritte zu tun und gibt hierfür ein klares Handlungsprogramm vor. „Eine ganze Reihe von Maßnahmen soll bereits bis 2010 umgesetzt werden und in ihrer Gesamtheit zur Verwirklichung des 2010-Ziels beitragen“, erklärte Sigmar Gabriel.

BfN-Hintergrundpapier zu den „Daten zur Natur“

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BBV: Warnung vor Hormonfleisch-Importen

Themen: Fleisch,International,Verbände — info @ 16:04

Bayerischer Bauernverband kritisiert WTO-Schiedsspruch für behandeltes Rindfleisch aus den USA
München (agrar.de) – Besorgt verfolgt der Bayerische Bauernverband die Entwicklung um Importe von Rindfleisch aus Übersee.

Die Welthandelsorganisation (WTO) habe der USA bestätigt, dass das EU-Importverbot für hormonbehandeltes Rindfleisch gegen WTO-Recht verstoße. Der BBV befürchtet, dass die USA alle Hebel in Bewegung setzen wird, um für Hormonfleisch Zugang auf dem EU-Markt zu bekommen. Dies hätte zur Folge, dass die EU-Rindfleischproduktion noch weiter dezimiert, noch mehr Raubbau an der Umwelt betrieben, gegen das Tierwohl verstoßen und die Gesundheit der Verbraucher gefährdet würde. Dies befürchtet der Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Müller und wandte sich deshalb in Schreiben an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten und an die beiden bayerischen Verbraucherorganisationen.

Während in der EU Hormone streng auf den therapeutischen Einsatz beschränkt sind, werden solche Stoffe vor allem in den USA als wachstumsfördernd in der Fleischproduktion eingesetzt. In der EU ist zudem verboten, antibiotische Leistungsförderer einzusetzen.

Durch den WTO-Schiedsspruch sei nach Aussagen des Bayerischen Bauernverbandes das Wohl und vor allem die Gesundheit der Verbraucher und deren Erwartungen an eine nachhaltige und sichere Produktion der Lebensmittel gefährdet. Die bayerischen Bauern wollen, dass die Verbraucher weiterhin guten Gewissens qualitativ hochwertiges, sicheres und nachhaltig erzeugtes Fleisch aus heimischer Herkunft kaufen können.

Verbraucher, Landwirte und die Politik müssten sich gemeinsam gegen die drohende Aufhebung des Importverbotes von Hormonrindfleisch stellen. Vor allem müsse die Gastronomie angesprochen werden und von der Vorzüglichkeit heimischen Rindfleisches überzeugt werden, denn viele Restaurants und Speiselokale würden sich sogar mit Rindfleisch aus dem Ausland profilieren, sagt Müller.

Bereits Ende der 1980er-Jahre hatte sich der Bayerische Bauernverband klar von Hormonen in der Tiermast distanziert. Als Reaktion auf Hormonskandale hatte der BBV damals das Kontrollprogramm „Offene Stalltür“ auf den Weg gebracht. Mitte der 1990er-Jahre startete der BBV eine Kampagne unter dem Motto „Keine Hormone im Stall – kein Hormonfleisch in der Ladentheke“.

Das Ende Januar 2008 wesentlich auf Druck des Bauernverbandes zustande gekommene Importverbot brasilianischen Rindfleisches wegen mangelnder Lebensmittelsicherheit zeigt, welche Entwicklung im Gange sei. Es sei auch zu erkennen , mit welcher Dynamik EU-Rindfleischimporte zugenommen haben: Von 2003 bis 2007 stiegen diese um über 30 Prozent. Im Gegenzug nahm die EU-Erzeugung um über fünf Prozent ab.

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DBV: Landwirte blicken vorsichtiger in die Zukunft

Themen: Statistik,Verbände,Wirtschaft — info @ 13:04

Konjunkturbarometer Agrar im März/April 2008 bei 33,9 Punkten
Berlin (agrar.de) – Die wirtschaftliche Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich abgekühlt. Dies ist nach Information des Deutschen Bauernverbandes (DBV) das Ergebnis der aktuellen Erhebung des Konjunkturbarometers Agrar im
März/April 2008.

Insbesondere die Erwartungen der Landwirte an die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren fallen zurückhaltender aus, während die aktuelle wirtschaftliche Lage weiterhin relativ gut eingeschätzt wird. Ausschlaggebend hierfür sind die von den Landwirten deutlich schlechter eingeschätzten Erzeugerpreise für Milch sowie die gestiegenen Kosten für Futtermittel und Energie.

Konjunkturbarometer

Der Index, der sich aus der Einschätzung der aktuellen und der zukünftigen wirtschaftlichen Lage der Landwirte zusammensetzt, erreicht 33,9 Punkte nach 39,4 Punkten bei der letzten Befragung vor drei Monaten. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird vor allem von den Landwirten im Ackerbau aber auch in der Milchviehhaltung noch als relativ günstig beurteilt, während Schweinehalter ihre Lage überwiegend als ungünstig einschätzen. Die regionalen Unterschiede in der wirtschaftlichen Stimmungslage haben sich weiter angeglichen.

Die Beurteilung der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden zwei bis drei Jahren fällt erkennbar schlechter aus als vor drei Monaten. Das gilt durchgehend für Landwirte in allen Betriebsformen. Zwar erwartet die große Mehrheit der Milchviehhalter und der Ackerbaubetriebe (73 Prozent) eine in etwa gleichbleibende wirtschaftliche Entwicklung. Aber inzwischen gibt es unter den Milchviehhaltern und den Gemischtbetrieben wieder mehr Pessimisten als Optimisten, die eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage erwarten. Dagegen ist die Hoffnung unter den Betriebsleitern mit Schwerpunkt Schweinehaltung groß, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung bald bessern möge.

Die zuletzt recht hohe Investitionsneigung der Landwirte setzt sich offenbar fort, und zwar sowohl bei Wirtschaftsgebäuden, bei der Hoftechnik und bei Maschinen und Geräten. Wegen der teilweise längeren Lieferfristen der Hersteller verschiebt sich mitunter die Umsetzung der geplanten Investitionen. Bei außerlandwirtschaftlichen Investitionen bzw. erneuerbaren Energien hingegen sind die Landwirte etwas zurückhaltender.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes (DBV), der Landwirtschaftlichen Rentenbank, des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und des Bundesverbandes der Lohnunternehmen vierteljährlich erhoben. Im März/April 2008 befragte das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt dazu in einer repräsentativen Befragung rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Investitionsabsichten.

Mecklenburg-Vorpommern: Eigenlandanteil auf über 27 Prozent gestiegen

Schwerin (agrar.de) – Die Besitzverhältnisse am Boden in der Landwirtschaft veränderten sich in Mecklenburg-Vorpommern auch 2007 kontinuierlich weiter zugunsten des Eigenlandes. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes bewirtschafteten die Betriebe im vergangenen Jahr 27,4 Prozent eigene landwirtschaftlich genutzte Flächen. 2005 lag dieser Anteil bei 24,4 Prozent (zum Vergleich Deutschland: 36,2 Prozent). Die Pachtfläche verringerte sich auf einen Anteil von 71,5 Prozent.

Die Pachtpreise in Mecklenburg-Vorpommern betrugen 2007 im Durchschnitt 138 Euro je Hektar Ackerland und 70 Euro je Hektar Grünland.

Die eigene selbst bewirtschaftete Fläche erreichte 2007 eine Gesamtgröße von 369.600 Hektar, das sind 27,4 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche. 1995 lag dieser Anteil bei 10,2 Prozent. Die Pachtfläche verringerte sich im gleichen Zeitraum auf 963.800 Hektar. Ihr Anteil ging von 88,7 Prozent auf 71,5 Prozent zurück.

Die gepachtete Fläche in den Landwirtschaftsbetrieben hatte 2007 eine Durchschnittsgröße von 249 Hektar, 1995 waren es 356 Hektar (zum Vergleich Deutschland 2005: 39 Hektar). Betriebe in der Hand juristischer Personen pachteten im Mittel 620 Hektar, Personengesellschaften (u. a. GbR) 401 Hektar und Einzelunternehmen (bäuerliche Familienbetriebe) 98 Hektar, darunter im Haupterwerb 170 Hektar und im Nebenerwerb 25 Hektar.

Das durchschnittliche Jahrespachtentgelt, das für die Nutzung fremden Bodens zu zahlen ist, erhöhte sich seit 1995 um mehr als die Hälfte auf 125 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Beim Ackerland fiel die Erhöhung deutlicher aus (um 59 Prozent auf 138 Euro) als beim Grünland (um 40 Prozent auf 70 Euro). Zwischen den einzelnen Rechtsformen sind die Pachtpreisunterschiede relativ gering. So entrichteten Betriebe in der Hand juristischer Personen im Jahr 2007 durchschnittlich 122 Euro je Hektar an Pacht, Einzelunternehmen 127 Euro, darunter im Haupterwerb 130 Euro und im Nebenerwerb 106 Euro, Personengesellschaften 130 Euro.

Im Durchschnitt aller Bundesländer betrug 2005 (Angaben für 2007 liegen noch nicht vor) das jährliche Pachtentgelt 176 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Für den Hektar gepachtetes Ackerland wurden 197 Euro und für Dauergrünland 121 Euro gezahlt.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Links zum Thema Besitz und Pacht,
Links zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Ein Viertel aller Schafe wird in Brandenburg ökologisch gehalten

Potsdam (agrar.de) – Im Jahr 2007 gab es in Brandenburg 613 Betriebe mit ökologischem Landbau, von denen 461 Betriebe auch Tiere hielten. 2005 waren es 450 Betriebe mit ökologischer Tierhaltung.

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg weiter mitteilt, wurden in den ökologisch wirtschaftenden Betrieben im Jahr 2007 rund 30.600 Schafe gehalten (2005: 32.500).

Diese Anzahl entsprach knapp einem Viertel des gesamten Brandenburger Schafbestandes. Im Landkreis Elbe-Elster erfolgte 2007 keine ökologische Schafhaltung. Im Kreis Prignitz standen dagegen 17 Prozent aller „Ökoschafe“.

In den Betrieben mit ökologischem Landbau gab es 2007 rund 54.600 Rinder (2005: 50.700). Das waren knapp 10 Prozent aller Rinder Brandenburgs. Von denen zählten 20.100 Tiere zu den Ammen- und Mutterkühen. Die Ammen- und Mutterkühe haben im ökologischen Landbau eine große Bedeutung, da große Grünlandflächen für die Beweidung genutzt werden. 22 Prozent aller ökologisch gehaltenen Rinder standen im Landkreis Dahme-Spreewald. Dagegen waren es im Kreis Teltow-Fläming weniger als 1 Prozent.

Im ökologischen Landbau spielt die Schweinehaltung mit nur gut einem Prozent an allen Schweinen eine untergeordnete Rolle. Die Zahl der Schweine belief sich hier auf 9.500 Tiere (2005: 10.800). Rund 28 Prozent dieser Tiere gab es im Ostprignitz-Ruppin. Fast keine ökologische Schweinehaltung fand in den Landkreisen Oberhavel, Teltow-Fläming, Havelland und Elbe-Elster statt.

Links zum Thema Bio-Landbau,
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Der meiste Spargel kommt aus Niedersachsen

Anbaufläche betrug 2007 rund 4.724 ha – Marktposition gegenüber Importen gestärkt

Hannover (agrar.de) – Frühlingszeit ist Spargelzeit! Das gilt insbesondere für das „Spargelland Nr. 1“, für Niedersachsen. Im vergangenen Jahr haben die Erzeuger zwischen Ems und Elbe bundesweit wieder die meisten Spargeldämme vorweisen können, zitiert der Landvolk-Pressedienst eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes.

Demnach wurde das Bleichgemüse hierzulande auf einer Fläche von 4.724 Hektar (ha) angebaut. Erst mit deutlichem Abstand folgten Nordrhein-Westfalen mit 3.320 ha und Brandenburg mit 3.004 ha. In Bayern wuchs der Spargel auf einer Fläche von 2.349 ha, in Hessen auf 2.223 ha und in Baden-Württemberg auf 2.128 ha. Die Erzeuger in Sachsen-Anhalt stachen das Edelgemüse auf 1.328 ha und ihre Kollegen aus Rheinland-Pfalz auf 1.118 ha. In allen anderen Bundesländern wurden weniger als 1.000 ha mit Spargel bestellt. Mit insgesamt 21.693 ha bleib die deutsche Spargelfläche in 2007 nur knapp unter der bisherigen Höchstmarke, die die Landwirte mit 21.087 ha im Jahr zuvor gesetzt hatten.

Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen konnten die Erzeuger in 2007 im Mittel 50,7 Dezitonnen (dt) je ha ernten, das waren 13,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor, als der durchschnittliche Ertrag bei 44,5 dt/ ha lag. Dies machte eine Rekordspargelernte von insgesamt 94.200 Tonnen (t) möglich. Für 2008 rechnet die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn mit einer ähnlichen Erntemenge, letztendlich hängt das Ernteergebnis jedoch immer noch vom Wetter ab. Und das meinte es im zeitigen Frühjahr nicht allzu gut mit den deutschen Erzeugern. Ausgefeilte Techniken wie die Abdeckung mit Folien, der Anbau in Minitunneln oder das Beheizen der Spargelanlagen ermöglichen es den Erzeugern jedoch, die Erntedauer immer weiter zu strecken. Traditionell endet die deutsche Spargelernte aber immer noch am Johannistag, um den Pflanzen genügend Zeit zur Regeneration zu geben: Am 24. Juni ist endgültig Schluss.

Die Verlängerung der Erntezeit und die Vergrößerung der Anbaufläche haben in den vergangenen Jahren dem deutschen Spargel zu einer erheblich besseren Marktposition gegenüber Importen verholfen. Mittlerweile kommt hierzulande hauptsächlich deutscher Spargel auf den Tisch der Verbraucher, der Anteil der Importware beim Spargelabsatz ist auf rund 20 Prozent gesunken. 1985 mussten dagegen noch rund 60 Prozent des hierzulande verzehrten Spargels importiert werden. Wichtigstes Lieferland ist nach wie vor Griechenland, aus dem im vergangenen Jahr mit 11.900 t fast die Hälfte der deutschen Importe eingeführt wurden. Dahinter folgten Spanien und die Niederlande mit 4.400 t beziehungsweise 2.200 t. Aufgrund des Ausbaus der Anbauflächen dominiert der Spargel mittlerweile auch die bundesdeutsche Gemüseanbaustatistik: Mit 21.693 ha verwies das Edelgemüse die Möhren und Karotten mit 10.043 ha sowie Weiß-, Rotkohl und Wirsing mit 9.714 ha „auf die Plätze“.

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Brandenburg: 65 Prozent landw. Unternehmen im Nebenerwerb

Potsdam (agrar.de) – Im Jahr 2007 gab es im Land Brandenburg 6.704 landwirtschaftliche Betriebe, von denen 5.067 in der Rechtsform „Einzelunternehmen“ geführt wurden. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg anhand der Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2007 mitteilt, bewirtschafteten diese Einzelunternehmen 24 Prozent (320.019 Hektar) der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Einzelunternehmen arbeiten im Haupt- oder Nebenerwerb, knapp zwei Drittel der als Einzelunternehmen geführten landwirtschaftlichen Betriebe waren dem Nebenerwerb zuzurechnen.

Die Haupterwerbsbetriebe bewirtschafteten 2007, bei einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 139 Hektar, insgesamt 243.768 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF). Das sind 18 Prozent der gesamten LF des Landes. Gegenüber 2005 nahm die Anzahl der Haupterwerbsbetriebe um 2 Prozent und deren LF um 3 Prozent ab. In den Haupterwerbsbetrieben wurden 72 Prozent der LF als Ackerland und 27 Prozent als Dauergrünland genutzt.

Die Betriebe im Nebenerwerb verfügten wie auch vor zwei Jahren über eine durchschnittliche
Betriebsgröße von 23 Hektar und bewirtschafteten zusammen 6 Prozent der LF (76.251 Hektar) des Landes. In den Nebenerwerbsbetrieben blieb das Nutzungsverhältnis der LF mit 64 Prozent Ackernutzung und 35 Prozent Grünlandnutzung im Vergleich zu 2005 weitgehend unverändert. Die meisten Nebenerwerbsbetriebe gab es in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark und Prignitz.

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