29. April 2008

Tote Heckrinder: Nahrungsmangel und Haltungsfehler

Themen: Niedersachsen,Rinder,Tierschutz,Verbände — info @ 17:04

Leer (agrar.de) – Zum Tod von mittlerweile zwölf sogenannte Heckrinder (1) in den drei ostfriesischen Naturschutzgebieten Uhlmeer (Gemeinde Hinte), Thedingaer Vorwerk und Coldam liegt jetzt das Ergebnis einer Untersuchung des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg vor: Die Tiere verendeten aufgrund von Nahrungsmangel.

Die Rinder seien wegen Nährstoffmangels so stark unterversorgt gewesen, dass sie ihre gesamten Fettreserven bereits aufgezehrt hatten. Der Befund sei ein „deutlicher Hinweis auf einen bestehenden Energiemangel”, so das Landesamt. Das LAVES schreibt auch von „Haltungsfehlern”. So sei der Boden zu tief, kaum mit Gras bewachsen und durchnässt gewesen. Zudem sei das Futter, das den Tieren zusätzlich angeboten wurde, voller Schimmel gewesen.

Innerhalb weniger Wochen waren die Tiere unter der Obhut des NABU in Ostfriesland verendet. Im Naturschutzgebiet am Uhlsmeer waren vier Rinder im März im Morast stecken geblieben und verendet.

Der Naturschutzbund spricht von einer „Verkettung tragischer Umstände“. Kritiker des Projekts sehen den Naturschutzbund mit diesem Projekt überfordert.


(1) Den Gebrüdern Heck, Zoodirektoren in München und Berlin, gelang es durch Rückzüchtung in den 30iger Jahren einen “Neuen Auerochsen” vorzustellen, der mit Ausnahme der Größe wesentliche Eigenschaften des Ur-Rindes aufwies.




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