11. März 2008

Grüne zum Health-Check: Fiebermessen reicht nicht!

Themen: EU,Förderung,GAP,Umwelt,Verbände — info @ 16:03

Brüssel (agrar.de) – Die kürzlich durchgesickerten legislativen Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik, die eigentlich erst im Mai diesen Jahres veröffentlicht werden sollen, sind als Therapie für die Agrarpolitik unbrauchbar. Sie stehen, so Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament, in Widerspruch zur generellen Mitteilung der Kommission von vergangenem November zum „Gesundheits-Check“, über die das Parlament diese Woche diskutiert.

„Wenn man feststellen will, ob die aktuelle Reform der EU-Agrarpolitik die Landwirtschaft fit macht für die Herausforderungen der Zukunft, kann man sich nicht mit Fiebermessen begnügen. Die Agrarpolitik leidet weiterhin unter chronischen Gleichgewichtsstörungen bei der Verteilung der öffentlichen Gelder, an umweltpolitischen Dysfunktionen und Gedächtnisverlust bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der EU,“ erklärt Baringdorf anlässlich der Plenardebatte in Straßburg.

„Die Kommission behandelt in ihren Vorschlägen den Klimawandel, den Verlust der Artenvielfalt und die bedarfsgerechte Umverteilung der Agrarsubventionen für Beschäftigung und Umwelt wie unbedeutende Randerscheinungen der Reformtherapie. Das ist fahrlässig. Angesichts beunruhigender Vorhersagen von globalen Versorgungskrisen bei Lebensmitteln, der weiter steigenden Aufgabe landwirtschaftlicher Bewirtschaftung in benachteiligten Gebieten und der Schwächung des multifunktionalen europäischen Agrarmodells durch Dumpingimporte müsste die Kommission jetzt deutlich umsteuern zugunsten von Beschäftigung, Umwelt und fairem Handel. Sie tut es aber nicht“, sagte Graefe zu Baringdorf.

„In ihrer generellen Mitteilung vom November letzten Jahres hatte die Kommission noch Vorschläge zur substantiellen Kürzung von Zahlungen an landwirtschaftliche Großbetriebe gemacht, die sie angesichts massiven Drucks der entsprechenden Agrarlobby und mal wieder der Bundesregierung nun zurückzieht. Auch die Kompromissvorschläge des Parlaments, nach denen größere Betriebe von den Kürzungen weniger betroffen wären, wenn sie mehr Menschen real beschäftigen, sind damit vom Tisch. Selbst die Vorschläge zur Modulation, nach der Mittel aus den Direktzahlungen an Agrarbetriebe zugunsten der ländlichen Entwicklungsförderung umgewidmet werden sollen, fallen nach Ansicht der Grünen viel zu mäßig aus.“ so Graefe zu Baringdorf. „Positiv hingegen ist die Tatsache, dass das Europäische Parlament in seiner Stellungnahme die Probleme des Klimawandels und des Verlustes der Artenvielfalt im Gegensatz zur Kommission deutlich erkennt. Das Parlament spricht sich auch für den qualifizierten Marktzugang aus, das heißt für Maßnahmen, die verhindern, dass internationale Handelsunternehmen unsere Umwelt-, Tierschutz- und Nachhaltigkeitsstandards unterlaufen können, indem sie ihre landwirtschaftlichen Güter dort produzieren, wo Natur und Menschen am schlechtesten behandelt werden, und dann in die EU importieren.“

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Baden-Württemberg: Legehennen liefern 713 Millionen Eier im Jahr 2007

Großteil der Eiererzeugung aus Spezialbetrieben im Südwesten – Inzwischen fast die Hälfte der Eier aus Bodenhaltung – Eierverbrauch aber dreimal höher

Stuttgart (agrar.de) – Die Legehennen in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Landesamtes rund 713 Millionen Eier produziert.

Dabei haben allein die Geflügelhaltungsbetriebe bei einem Gesamtbestand von 1,63 Millionen (Mill.) Legehennen 2007 rund 435 Mill. Eier erzeugt. Dies sind nur 140 Betriebe, die auf die Haltung von Legehennen spezialisiert sind und jeweils mehr als 3.000 Hennenhaltungsplätzen unterhalten. Statistisch betrachtet legt eine Henne damit 268 Eier im Jahr; dies entspricht einer durchschnittlichen monatlichen Legeleistung von 22,3 Eiern.

Der Legehennenbestand und in der Folge auch die Eierproduktion sind nach dem Tiefststand im Jahre 2004 zum dritten Male wieder angestiegen. Möglicherweise eröffnen die neuen Haltungsbestimmungen verbunden mit der größeren Verbrauchernähe den heimischen Erzeugern auch weitere Marktchancen.

Weiter wurden in den landwirtschaftlichen Betrieben mit kleineren Beständen (weniger als 3.000 Haltungsplätze) von mehr als einer Million Legehennen im letzten Jahr rund 278 Mill. Eier produziert. Damit deckt die heimische Markterzeugung von insgesamt 713 Mill. Eiern jedoch nur knapp ein Drittel des Gesamtbedarfs an Eiern im Land.

Nur noch knapp die Hälfte der im Dezember 2007 vorhandenen Hennenhaltungsplätze in den baden-württembergischen Spezialbetrieben (mit mehr als 3.000 Haltungsplätze) entfielen auf die Aufstallung in Käfigen bzw. Legebatterien. Auf der anderen Seite beziffert sich der Anteil der Produktionskapazitäten in Boden-, Auslauf- und Freilandhaltungen mittlerweile auf knapp 50 Prozent. Die Tendenz ist weiter steigend, nachdem 1990 deren Anteil lediglich bei 4 Prozent gelegen hatte. Bei den kleineren Geflügelhaltungen, die bei der Geflügelstatistik nicht erfasst werden, dürfte der Anteil letztgenannter Haltungsformen sogar noch höher sein. Gut 2 Prozent der Hennenhaltungsplätze sind der ökologischen Erzeugung vorbehalten.

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Sonnleitner übt harsche Kritik an Preisstrategie für Butter

Themen: Handel,Lebensmittel,Verbände,Wirtschaft — info @ 16:03

Lebensmittelhandel missbraucht seine Marktmacht

Berlin (agrar.de) – Heftigste Kritik an den von einigen Discountern aktuell vorgenommenen Preissenkungen für Butter hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, geübt. Die Butterpreise würden vom Lebensmitteleinzelhandel immer wieder als Lockvogelangebote missbraucht. Angeführt von Aldi und Lidl hätten mehrere Discounter in der vergangenen Woche die Preise für Butter wieder auf 79 Cent pro 250-Gramm-Packung gesenkt. „Die Discounter hatten brachiale Machtmarkt eingesetzt“, erklärte Sonnleitner. Bis Ende vergangenen Jahres war der Butterpreis an der Ladentheke auf 1,19 Euro gestiegen. Mit dem aktuellen Absturz des Butterpreises wird das niedrige Preisniveau vor den Preiserhöhungen 2007 wieder erreicht.

„Was bei den Butterpreisen abläuft, bedeutet eine Provokation der deutschen Milchbauern“, betonte Sonnleitner. Die Molkereien hätten noch keine ausreichende Gegenmacht, sich gegen eine solche Preisstrategie des Lebensmitteleinzelhandels zu behaupten. Die Milchbauern würden deshalb den Molkereien bei ihren anstehenden Preisverhandlungen mit dem Handel demonstrativ den Rücken stärken. Notwendig sei die Rückkehr zu höheren Butterpreisen bei Ablauf der jetzt geschlossenen Verträge in zwei Monaten, forderte Sonnleitner.

Die Milchbauern seien auf das höhere Milchgeld „existenziell angewiesen“, auch weil seit Ende 2006 die Produktionskosten vor allem bei Futtermitteln im Durchschnitt um 6 Cent je Kilogramm Milch gestiegen seien. Diese Kostensteigerungen müssten an Molkereien und Handel in der Kette weitergegeben werden.

Sonnleitner schloss nicht aus, dass es andernfalls zu demonstrativen Aktionen vor den Logistikzentralen des Lebensmitteleinzelhandels kommen könne. Der Lebensmitteleinzelhandel dürfe eine temporäre und saisonal übliche Marktsituation nicht ausnutzen und längerfristige Verträge zum Nachteil der deutschen Milcherzeuger abschließen. Ab Mai/Juni 2008 werde sich die gegenwärtige Schwäche des Milchmarktes wieder legen, spätestens dann würden wieder höhere Preise möglich sein. Weltweit sei die Nachfrage vorhanden und die Aussichten auch auf dem europäischen Markt für Milch und Milchprodukte ausgesprochen gut.

Kritik übte der Bauernpräsident auch an der Darstellung des Statistischen Bundesamtes und entsprechenden Schlagzeilen der Medien über steigende Lebensmittelpreise. Zu den Januarpreisen sei ein fast 8-prozentiger Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat kommuniziert worden. Die Realität bei den Butterpreisen zeige aber, dass die Preise einzelner Lebensmittel sich schneller nach oben und unten veränderten. Deshalb hätte das Bundesamt realitätsnäher einen Vergleich zum Vormonat vornehmen sollen. Die Preise für Milch- und Molkereiprodukte seien im Januar gegenüber Dezember um 1,6 Prozent gestiegen, bei Fleisch und Fleischwaren sogar nur um 0,3 Prozent.

Diese beiden großen Lebensmittelbereiche hätten sich somit jüngst wieder unter der allgemeinen Inflationsrate entwickelt und wirkten wieder als Inflationsbremse. Dies müsse in der Öffentlichkeit auch so dargestellt und gesagt werden, erklärte Sonnleitner.

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Rheinland-Pfalz: Durchschnittliche Betriebsgröße auf 28 Hektar gestiegen

Bad Ems (agrar.de) – Der seit Jahrzehnten zu beobachtende Strukturwandel in der Landwirtschaft hin zu immer größeren Betrieben bei gleichzeitig reduzierter Zahl der Betriebe setzt sich weiter fort. Im Mai 2007 wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems noch 25.529 landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz gezählt, das waren halb so viele wie im Jahr 1991. Ein Betrieb bewirtschaftete durchschnittlich 28 Hektar und damit doppelt so viel Fläche wie 1991. Allein seit 2005 hat sich die Zahl der Betriebe um 1.818 reduziert (minus 6,6 Prozent).

Bundesweit nahm nach den vorläufigen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2007 die Zahl der Betriebe gegenüber 2005 um 6,5 Prozent ab. Insgesamt gab es im Mai 2007 in Deutschland 370.800 landwirtschaftliche Betriebe. Die durchschnittliche Betriebsgröße ist in Deutschland auf knapp 46 Hektar gestiegen. Im Hinblick auf die geringere durchschnittliche Flächenausstattung in Rheinland-Pfalz ist zu berücksichtigen, dass im Land vielfach Sonderkulturen wie Wein und Obst angebaut werden. Wein- und Obstbaubetriebe erzielen im Vergleich zu einem Getreideerzeuger eine hohe Wertschöpfung pro Flächeneinheit.

Knapp 12 Prozent der Betriebe bewirtschaften 54 Prozent der Fläche

Die zunehmende Flächenausstattung der Betriebe zeigt sich auch in der Betriebsgrößenstruktur. Mittlerweile verfügen 2.972 Betriebe in Rheinland-Pfalz über mindestens 75 Hektar. Sie bewirtschaften 54 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von rund 715.000 Hektar. Im Jahr 1991 verfügten nur 1.108 Betriebe (2,2 Prozent) über eine entsprechende Flächenausstattung; ihr Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche betrug 16 Prozent. Die Betriebsaufgaben erfolgten überwiegend bei den kleineren Betrieben. So reduzierte sich die Zahl der Betriebe, die weniger als zehn Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche bewirtschafteten, im Zeitraum von 1991 bis 2007 um 60 Prozent auf 13.314. Die Zahl der Betriebe, die zwischen zehn und 75 Hektar bewirtschaften, hat sich gegenüber 1991 nahezu halbiert.

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EU: Reales landw. Einkommen je AK um 5,4 Prozent gestiegen

Themen: Agrarstruktur,EU,Statistik,Wirtschaft — info @ 14:03

Luxemburg (agrar.de) – Das reale landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft1 ist im Jahr 2007 in der EU27 um 5,4 Prozent gestiegen, gegenüber 3,3 Prozent im Jahr 2006. Der Anstieg ergibt sich aus einer Zunahme des realen landwirtschaftlichen Einkommens (+3,1 Prozent) und einer Verringerung des landwirtschaftlichen Arbeitseinsatzes (-2,2 Prozent).

Diese Steigerung des realen landwirtschaftlichen Einkommens in der EU27 im Jahr 2007 ist ihrerseits das Ergebnis der folgenden Entwicklungen:
– Zunahme der landwirtschaftlichen Produktion (zu realen Herstellungspreisen) (+4,3 Prozent);
– Anstieg der reale Vorleistungskosten (+5,8 Prozent) und leichte Rückgänge der reale Abschreibungen (-0,3 Prozent);
– Verringerung des realen Wertes der Subventionen ohne Steuern (-2,8 Prozent).

Diese Schätzungen für EU27, die von Eurostat, dem Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaften, herausgegeben werden, basieren auf den von den nationalen Behörden der Mitgliedstaaten übermittelten Daten.

Im Jahr 2007, tendierte das landwirtschaftliche Einkommen dazu sich im Norden und Süden der EU27 unterschiedlich zu entwickeln. Die höchsten Steigerungsraten der realen landwirtschaftlichen Einkommen je Arbeitskraft wurden in Litauen (+39,3 Prozent), Estland (+22,5 Prozent), der Tschechischen Republik (+20,9 Prozent) und Schweden (+16,5 Prozent) verzeichnet. Die stärksten Rückgänge wurden in Rumänien (-16,7 Prozent), Bulgarien (-8,5 Prozent) und Portugal (-5,0 Prozent) festgestellt.

Veränderung des realen landwirtschaftlichen Einkommens je Arbeitskraft1 im Jahr 2007
Land, Veränderung 2007/2006 (in Prozent), Indizes 2007 (2000=100),
EU27 +5,4 115,9
Belgien +1,7 89,5
Bulgarien -8,5 95,4
Dänemark +4,9 107,5
Deutschland +12,5 132,9
Estland +22,5 285,2
Finnland +14,4 114,7
Frankreich +7,5 105,6
Griechenland -0,3 83,1
Irland +9,2 89,9
Italien -2,0 81,8
Lettland +9,3 308,8
Litauen +39,3 250,2
Luxemburg +14,3 104,9
Malta -1,7 103,8
Niederlande +4,9 99,3
Österreich +8,8 129,7
Polen +13,7 213,2
Portugal -5,0 110,9
Rumänien -16,7 123,5
Schweden +16,5 123,1
Slowakei +9,2 161,5
Slowenien +8,5 147,3
Spanien +10,3 105,3
Tschech. Republik +20,9 186,2
Ungarn -1,0 144,8
Ver. Königsreich +6,0 133,4
Zypern -0,5 100,3

Die landwirtschaftliche Produktion der EU27 stieg im Jahr 2007 um 4,3 Prozent, hauptsächlich infolge eines beträchtlichen Anstiegs des Wertes der pflanzlichen Erzeugung (+7,8 Prozent), während der Wert der tierischen Erzeugung (+0,6 Prozent) beinahe stabil blieb.

Der Anstieg des Wertes der pflanzlichen Erzeugung im Jahr 2007 ist das Ergebnis einer Zunahme der Erzeugerpreise (+10,4 Prozent), die teilweise durch einen Rückgang des Produktionsvolumens (-1,7 Prozent) ausgeglichen wurde. Die Produktionsvolumen der drei größten pflanzlichen Produkte nahmen ab: Getreide (-2,9 Prozent), frisches Gemüse (-1,7 Prozent) und Obst (-5,7 Prozent). Die stärksten Zunahmen der Erzeugerpreise wurden bei Getreide (+46,2 Prozent) und Ölsaaten (+21,9 Prozent) verzeichnet. Andererseits sanken die Erzeugerpreise für Olivenöl (-19,4 Prozent) und Zuckerrüben (-12,8 Prozent) beträchtlich.

Die Stabilität des Wertes der tierischen Produktion im Jahr 2007 ist das Ergebnis einer geringen Zunahme des Erzeugungsvolumens (+1,9 Prozent) und leicht sinkender Erzeugerpreise (-0,5 Prozent). Die Zunahme des realen Produktionswertes von Milch ging mit einem Anstieg der Erzeugerpreise (+8,8 Prozent) einher, während die produzierte Menge nahezu stabil blieb (-0.3 Prozent). Der Anstieg der Produktionsmenge an Schweinen (+4,9 Prozent) wurde durch stark fallende Erzeugerpreise (-12,4 Prozent) aufgehoben. Bei Rinder hingegen sind die Produktionsmengen (+2,0 Prozent) angestiegen, während die Erzeugerpreise (-5,0 Prozent) abnahmen.

In der EU27 nahmen die Vorleistungskosten um 5,8 Prozent zu. Dies geht vor allem auf den starken Anstieg der Futtermittelpreise zurück (+14,0 Prozent), welcher seinerseits durch die gestiegenen Preise der pflanzlichen Produktion bedingt ist. Die Energiekosten sanken um 2,6 Prozent, bedingt durch einen niedrigeren Verbrauch (-2,2 Prozent).

10. März 2008

Innovationspreis Gregor Mendel 2008

Themen: Bildung,Förderung,Pflanzen,Raps — info @ 17:03

Raps – ein leuchtendes Beispiel für die Pflanzenforschung

Berlin (agrar.de) – Die Gregor Mendel Stiftung zeichnet heute den
Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gerhard Röbbelen für seine
Verdienste um die richtungweisende Züchtungsforschung an der Kulturpflanze
Raps mit dem Innovationspreis Gregor Mendel aus.

Im Rahmen des Festaktes zum 100-jährigen Bestehen der Gemeinschaft zur Förderung der privaten deutschen Pflanzenzüchtung e.V. (GFP) überreicht Bundesministerin Dr. Annette Schavan den mit 10.000 Euro dotierten Preis. Das Stiftungskuratorium würdigt mit der Verleihung Röbbelens Bahn brechende Erkenntnisse, die Raps zur erfolgreichsten Ölfrucht in Europa gemacht haben.

Gerhard Röbbelen hat innovative Wege gefunden, Rapspflanzen mit hochwertigen Inhaltsstoffen zu züchten. Dank dieser Verfahren konnte die Kulturpflanze für die Ernährung von Mensch und Tier nutzbar gemacht werden. Heute zählt Rapsöl zu den gesündesten Speiseölen für die menschliche Ernährung. Rapsschrot ist in der Veredlungswirtschaft ein wichtiger Proteinträger. Auch Biodiesel genügt so den hohen Qualitätsanforderungen moderner Motoren. Durch erfolgreiche Züchtungsforschung hat Röbbelen die Grundlage für die vielfältige Verwendung von Raps geschaffen und die Innovationskraft der deutschen Pflanzenzüchtung für weiteren Züchtungsfortschritt gestärkt. Raps ist ein fester Bestandteil der Fruchtfolge und wird auf nunmehr 1,4 Millionen Hektar in Deutschland angebaut.

„Die Erkenntnisse von Gerhard Röbbelen sind Bahn brechend für die Pflanzenzüchtung, die landwirtschaftliche Praxis und den Verbraucher“, so Prof. Dr. George Turner, Kuratoriumsvorsitzender der Gregor Mendel Stiftung. „Mit der heutigen Ehrung würdigen wir einen herausragenden Wissenschaftler, dessen visionärer Forschergeist Ansporn für zukünftige Züchtungsforschung ist.“, unterstreicht Turner anlässlich der Verleihung des Innovationspreises.

Über die Gregor Mendel Stiftung

Die gemeinnützige Gregor Mendel Stiftung wurde am 5. November 2002 in Bonn gegründet. Sie schärft den Blick für die gesellschaftliche Bedeutung der Pflanzenzüchtung. Mit dem Innovationspreis der Stiftung werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die maßgeblich zur Förderung der Wissenschaft und zur Erhaltung der Vielfalt in der Züchtung beigetragen haben.

Niedersachsen: Agrarberater wegen Subventionsbetrugs angeklagt

Themen: Agrarrecht,Förderung,Niedersachsen — info @ 12:03

Oldenburg (agrar.de) – Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat gegen einen 54jährigen Agrarberater Anklage wegen Subventionsbetrugs vor dem Schöffengericht Oldenburg erhoben.

Der Angeschuldigte betreibt eine landwirtschaftliche Unternehmensberatung in Hatten. In dieser Funktion beriet er Landwirte bei der Beantragung von EU-Beihilfen. Durch die EU werden Beratungsleistungen im betrieblichen Managementsystem, sog. BMS-Beratungen, gesondert gefördert. Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, von Mai bis September 2005 in 58 Fällen im Zusammenwirken mit den jeweiligen Landwirten allgemeine Beratungsleistungen als förderungsfähige BMS-Beratungsleistungen in Rechnung gestellt zu haben, um seinen Kunden finanzielle Vorteile zu verschaffen. Der Angeschuldigte soll die unzutreffenden Rechnungen bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems eingereicht haben. Die Landwirte sollen dadurch 60 Prozent des jeweiligen Rechnungsnettobetrages als Subvention erhalten haben, obwohl sie darauf keinen Anspruch hatten. Insgesamt soll ein Schaden von knapp 34.000 Euro entstanden sein.

Die gesondert geführten Verfahren gegen die Landwirte wurden gegen Zahlung von Geldauflagen überwiegend eingestellt.

Links zum Thema Recht.

Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke in Schleswig-Holstein

Durchschnittlicher Kaufwert 2007 höher als im Vorjahr

Kiel (agrar.de) – In Schleswig-Holstein sind im Jahre 2007 insgesamt 850 Verkäufe landwirtschaftlicher Grundstücke registriert worden, dabei haben 4.666 Hektar Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (ha FdlN) ohne Gebäude und ohne Inventar den Eigentümer gewechselt.

Wie das Statistikamt Nord mitteilt, lag der durchschnittliche Kaufwert mit 12.000 Euro je ha FdlN um neun Prozent über dem Niveau des Vorjahres in Höhe von 11.031 Euro. Nachdem die durchschnittlichen Kaufwerte von einem Höchststand im Jahre 1980 (14.240 Euro je ha FdlN) auf die Hälfte im Jahre 1993 (7.770 Euro je ha FdlN) zurückgegangen waren, bewegen sich diese seit 1999 relativ stabil in einem Korridor von rund 11.000 bis zu 12.300 Euro. Die im Berichtsjahr veräußerten Flächen wiesen im Landesmittel gegenüber dem Vorjahr eine geringfügig bessere Bodengüte auf.

Hohe Kaufwerte wurden mit über 18.000 Euro je ha FdlN in den kreisfreien Städten und im Kreis Pinneberg erzielt. Demgegenüber betrugen die Kaufwerte in den Landkreisen Dithmarschen und Rendsburg-Eckernförde unter 10.000 Euro je ha FdlN.

Links zum Thema Boden.
Links zum Bundesland Schleswig-Holstein.

Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Öko boomt in Schleswig-Holstein

Kiel (agrar.de) – Die wachsende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln führt auch in Schleswig-Holsteins Land- und Ernährungswirtschaft zu einer wachsenden Zahl ökologisch produzierender Unternehmen. Zwischen Nord- und Ostsee konnte der ökologische Landbau im Jahr 2007 noch größere Wachstumsraten erzielen als in den vergangenen Jahren, teilt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume mit.

In Schleswig-Holstein bewirtschafteten zum Jahresende 476 landwirtschaftliche Betriebe 34.998 Hektar nach den Regeln der EU für den ökologischen Landbau. Das ist eine Zunahme um immerhin 1,9 Prozent bei den Betrieben und um sogar 9,4 Prozent bei der Fläche. Damit stieg im Jahr 2007 der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Betriebe an der Gesamtzahl der landwirtschaftlichen Betriebe auf 2,9 Prozent, derjenige der Ökofläche an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche im Land auf 3,5 Prozent.

Bei den im Ökosektor tätigen gewerblichen 335 Unternehmen (Verarbeiter, Händler und Importeure) beträgt die Wachstumsrate sogar 22,7 Prozent. Der langjährige Trend einer zahlenmäßig stärkeren Zunahme in der Verarbeitungs-, Handels- und Importbranche bei Öko-Produkten gegenüber der landwirtschaftlichen Erzeugung hält damit an.

Insgesamt waren damit zum Jahreswechsel 811 Öko-Unternehmen registriert. Das entspricht einer schon lange nicht erreichten Steigerungsrate von 9,6 Prozent.

Das Kaufverhalten bestimmt das Wachstum des ökologischen Landbaus. Bio-Produkte sind längst mehr als ein Trend. Nachhaltigkeit, artgerechte Tierhaltung und transparente Erzeugung sind gefragt. Den Verbrauchern in Schleswig-Holstein steht ein großes Angebot von qualitativ hochwertig verarbeiteten Erzeugnissen des ökologischen Landbaus – zumeist aus der Region – zur Verfügung. In den Unternehmen werden die Erzeugung und die Verarbeitung mindestens einmal im Jahr von den staatlich zugelassenen Kontrollstellen kontrolliert. Das Landwirtschaftsministerium überwacht diese Kontrollen. Die überwiegende Zahl der Betriebe im Land wirtschaftet dabei über die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung hinaus nach den Bestimmungen auch eines Anbauverbands des ökologischen Landbaus und kennzeichnet ihre Produkte daher zusätzlich mit BIOLAND®, BIOPARK®, DEMETER® oder NATURLAND®.

Links zum Thema Bio-Landbau.
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07. März 2008

Miscanthus im Münsterland

Themen: Energie,NaWaRos,Nordrhein-Westfalen,Pflanzen — info @ 11:03

Nordwalde (agrar.de) – Vor vier Jahren begann der Münsteraner Bauunternehmer Manfred Schulte von der Fonamis GmbH hat damit, Landwirte für den Miscanthus Anbau zu gewinnen. Mittlerweile betreut Schulte im Münsterland ca. 60 Landwirte mit insgesamt rund 200 ha Miscanthus Fläche. Schulte kümmert sich auf Wunsch um den kompletten Anbau – vom Pflanzen der Rhizome bis zur Ernte und Vermarktung. Die Qualität der Rhizome, das Roden, Sortieren und das Versenden werden wegen des Qualitätsanspruchs mittlerweile fremdüberwacht.

Ursprünglich wollte Manfred Schulte das Erntematerial als natürlichen Baustoff für seine Hausbauten verwenden, doch die Ölpreisentwicklung hat dazu geführt, dass die Ernte derzeit überwiegend als kostengünstiges Heizmaterial genutzt wird.

Grund ist der hohe Heizwert von Miscanthus. So entsprechen 2,23 kg Miscanthus mit 14 Prozent Feuchte im Heizwert 1 Liter Heizöl Extra leicht. Für den Ersatz von 3.000 Liter Heizöl werden demnach ca. 6.690 kg Miscanthus Häcksel benötigt. Das heißt, mit ca. 0,4 ha Miscanthus lassen sich 3.000 Liter Heizöl Extra leicht ersetzen (bei 19 t Miscanthus Erntemenge/ha mit 14 Prozent Feuchtegehalt) (Quelle: Landwirtschaftskammer Österreich 2006).

Für die jährlichen Kosten frei Lagerstätte nennt die einschlägige Literatur als Faustzahlen etwa 700 Euro/ha (bei 18 Vollertragsjahren). Rechnet man das um, so lässt sich mit einem Heizkostenrechner ermitteln: 8.000 Liter Heizöl kosten derzeit (bei 0,7 Euro/Liter) 3.500 Euro. Nutzt man alternativ Miscanthus, braucht man für den Ersatz von 8.000 Litern Heizöl 18,2 Tonnen Miscanthus. Das ergibt bei Kosten von 80 Euro/t Miscanthus einen Gesamtbetrag von 1.465 Euro (umgerechnet 0,183 Euro/Liter Heizöläquivalent).

1. Münsterländer Miscanthus-Tag in Nordwalde

Ausführliche Informationen über Miscanthus gibt es auf dem 1. Münsterländer Miscanthus-Tag, der am 16. März 2008 von 11 bis 16 Uhr auf dem Hof Schulze Wettendorf, Suttorf 40, in 48356 Nordwalde stattfindet. Bauunternehmer Manfred Schulte und Landwirt David Schulze Wettendorf, selber seit fünfzehn Jahren Miscanthus Anbauer, sowie mehrere Hersteller von Miscanthus geeigneten Heizungsanlagen laden ein. Ab 12 Uhr berichten zudem verschiedene Referenten über die Miscanthus-Forschung und Entwicklung. Miscanthus Ernte- und Steckmaschinen sowie eine Ausstellung der verschiedenen Miscanthus Endprodukte (Miscanthus Massivwand für Haus und Stall, Pellets, Häckselgut) runden das Programm ab.

Links zum Thema Energie,
Links zum Thema Nachwachsende Rohstoffe.

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