20. März 2008

Percy Schmeiser erhält Schadenersatz von Monsanto

Themen: Gentechnik,Haftung,Industrie,International — info @ 09:03

Konzern räumt Verantwortung für gentechnische Kontamination ein

Ottawa (agrar.de) – In einer außergerichtlichen Einigung zwischen dem kanadischen Rapsfarmer Percy Schmeiser und Monsanto hat der Biotechnologiekonzern seine Verantwortung für die gentechnische Kontamination der Rapsfelder des Farmers eingeräumt.

Eine Stunde vor einer auf gestern terminierte Gerichtsverhandlung hat Monsanto sämtliche Forderungen Percy Schmeisers akzeptiert und ihre Verantwortung für die Kontamination auf Schmeisers Feldern eingeräumt.

Monsanto bezahlt nicht nur den Schaden sondern akzeptiert auch, dass Schmeiser über die genauen Hintergründe öffentlich berichtet und Stellung bezieht. Das Eingeständnis Monsantos, als Eigentümerin des Patentes auf Transgene auch für die Kontamination benachbarter Felder verantwortlich zu sein öffne den betroffenen Bauern auf der ganzen Welt nun den Weg für Schadenersatzforderungen, so der Farmer in einer Pressemitteilung.

In einem früheren Rechtsstreit hatte der Oberste Gerichtshof Kanadas die Rechtmäßigkeit des Patentschutzes auf Transgene Monsantos anerkannt, gleichzeitig die Frage nach der Rechtmäßigkeit der Patentierbarkeit von Lebensformen an das Kanadische Parlament zur Neubewertung überwiesen. Nach damals geltender Rechtslage ist der Inhaber des Patents auf ein bestimmtes Gen auch der Besitzer der jeweiligen Ernte. Die Befassung des Parlaments mit dieser Angelegenheit steht noch aus.

Da Schmeiser damals nachweisen konnte, dass er weder gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto noch das zu diesem Saatgut gehörige Totalherbizid Roundup Ready verwendete, und er keinerlei Vorteile aus der Verunreinigung seiner Ernte ziehen konnte, wurde er von Schadenersatzforderungen Monsantos freigesprochen.

Im Jahre 2005 fand Schmeiser erneut Monsanto-Rapspflanzen auf seinen Feldern. Er benachrichtigte Monsanto und verlangte, dass der Konzern die Pflanzen entferne. Monsanto bestätigte Schmeiser gegenüber schriftlich, dass es sich um Roundup Ready Raps handle und dieser Eigentum von Monsanto sei.

Auf das bestehende Urteil bezugnehmend, dass der Besitzer einer Pflanze auch für die Schäden, die durch Kontamination verursacht wurden haftbar gemacht werden müsse, ließ Schmeiser die Pflanzen professionell entfernen und schickte dem Konzern die Rechnung.

Da in einem ersten außergerichtlichen Einigungsversuch Monsanto nicht bereit war, die Rechnung über 660$ zu zahlen verklagte Schmeiser die Firma vor Gericht. Monsanto hätte nur unter der Auflage den Schaden bezahlt, dass Schmeiser eine Schweigevereinbarung über die Sache unterzeichnet hätte, die ihm oder seiner Frau für den Rest ihres Lebens das Recht entzogen hätte, jemals über den Fall öffentlich zu sprechen oder Monsanto wegen Kontamination ihrer Ernte in Zukunft vor Gericht zu belangen. Schmeiser lehnte ab. Die von Monsanto erhobenen Bedingungen seien sittenwidrig.

Auf Nachfragen des Richters, weshalb denn ein Konzern wie Monsanto eine Rechnung von 660$ nicht einfach bezahle, antwortete der Monsanto-Anwalt Richard W. Danyliuk, bei dieser Sache gehe es um weit mehr als 660$.

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19. März 2008

RLV: Immer mehr Pachtflächen

Bonn (agrar.de) – Im Zuge des Strukturwandels in der Landwirtschaft verfügen immer mehr landwirtschaftliche Betriebe über Pachtflächen.

Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) in Bonn mitteilt, wirtschafteten im Jahr 2007 über 80 Prozent der circa 50.000 landwirtschaftliche Betriebe in Nordrhein-Westfalen mit über 2 ha Fläche nicht nur auf eigenen, sondern auch auf zugepachteten Flächen.

Nach Angaben des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik NRW erhöhte sich die gesamte Pachtfläche seit 1971 um rund 230.000 ha auf rund 838.000 ha. Die Pachtfläche insgesamt hat sich damit von 1971 bis 2007 um 37,7 Prozent erhöht, während die LF insgesamt im gleichen Zeitraum um 13,3 Prozent zurückgegangen ist. Mit 54,9 Prozent (1971: 34,6 Prozent) ist der Anteil der Pachtflächen höher als der des eigenen Landes.

Aus den vorliegenden Daten errechnet sich je Betrieb eine durchschnittliche Pachtfläche von 4,4 ha im Jahre 1971, während sie im Jahre 2003 auf 15,4 ha angestiegen ist. Je ha errechnete sich 2003 für Nordrhein-Westfalen ein durchschnittlicher jährlicher Pachtpreis 299 Euro (1971: 151 Euro). Damit haben sich die durchschnittlichen Pachtpreise im genannten Zeitraum fast verdoppelt.

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Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern

In eigener Sache: Interaktive Karten

Rheine (agrar.de) – Bilder sagen mehr als Worte! Und Fragen wie: ‚Wo leben die meisten Schweine in Deutschland?‘ oder: ‚Wo wird der meiste Weizen geerntet?‘ lassen sich oftmals schneller mit einer Karte als mit umfangreichen, statistischen Tabellen beantworten.

@grar.de bietet ab sofort interaktive Landkarten, die den Viehbesatz, durchnittliche Erntemengen von Feldfrüchten oder den Anteil an Pacht- und Öko-Flächen nach Bundesländern anzeigen.

Unter http://www.agrar.de/karten finden Sie erste Beispiele. Die Rubrik wird ständig erweitert und aktualisiert.

Kaum mehr Hausschlachtungen in Baden-Württemberg

Stuttgart (agrar.de) – In den baden-württembergischen Schlachthöfen wurden nach Feststellung des Statistischen Landesamtes im Kalenderjahr 2007 rund 3,7 Millionen Schweine und über 600.000 Rinder geschlachtet. Dies ist bei Schweinen ein Anstieg um rund 120.000 Tiere (+3,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahr und damit die Fortsetzung des langfristigen Trends mit einer in den letzten drei Jahren beschleunigten Aufwärtsentwicklung. Damit wurden 2007 so viele Schweine in Baden-Württemberg geschlachtet wie nie zuvor. Zum Vergleich: Im Jahr 1952 betrug die Zahl rund 1,6 Mill. Tiere.

Bei Rindern ging die Zahl der geschlachteten Tiere binnen Jahresfrist um 1.100 oder 2 Prozent zurück. Die Schlachtmenge stieg dennoch infolge höherer durchschnittlicher Schlachtgewichte (mehr Bullen, weniger Kühe) um 1,3 Prozent an.

Im Wesentlichen wird die Fleischproduktion im Land von der Anzahl der gewerblichen Schlachtungen bestimmt. Insgesamt belief sich die heimische Fleischerzeugung aus gewerblichen Schlachtungen im vergangenen Jahr auf 524.000 Tonnen (t) Fleisch (ohne Geflügel) und liegt damit um 2,8 Prozent oder 14.500 t über dem Vergleichswert von 2006. Von der Gesamtschlachtmenge entfallen auf Schweinefleisch 316.000 t oder rund sechs Zehntel, 202.400 t oder 39 Prozent auf Rindfleisch, der Rest auf Kalb- (2.200 t) bzw. Schaffleisch (3.200 t). Gegenüber der gewerblichen Fleischproduktion sind die Hausschlachtungen (Schweine: 35.300 Tiere; Rinder: 5.600 Tiere; Kälber: 950 Tiere) nur von untergeordneter Bedeutung und bei allen Tierarten weiterhin rückläufig. Lediglich bei Schafen (-9 Prozent oder 14.100 Tiere) stammt mit etwa 7 Prozent ein größerer Anteil der gesamten Fleischerzeugung von 3.500 t aus Hausschlachtungen. Hintergrund dürften hier die Sitten und Gebräuche ausländischer Bevölkerungsgruppen sein.

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Rheinland-Pfalz: Öko-Landbau im Aufwind

Bad Ems (agrar.de) – Die steigende Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln veranlasst offenbar immer mehr Landwirte, auf den ökologischen Landbau umzustellen.

Im Mai 2007 wirtschafteten 580 landwirtschaftliche Betriebe in Rheinland-Pfalz vollständig oder teilweise nach den Vorgaben der EU-Verordnung zum ökologischen Landbau; das waren 2,3 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Während die Zahl der konventionell wirtschaftenden Betriebe gegenüber 2005 um 7,1 Prozent abnahm, erhöhte sich die Zahl der Öko-Betriebe um 16 Prozent. Die Öko-Betriebe bewirtschafteten rund 25.800 Hektar, das entsprach 3,6 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Gegenüber 2005 nahm die Ökofläche um 34 Prozent zu.

In Deutschland bewirtschafteten 14.700 Betriebe eine Gesamtfläche von 859.100 Hektar ökologisch. Dies entspricht einem Anteil von vier Prozent an den Betrieben bzw. 5,1 Prozent an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Im Vergleich zu 2005 stieg der Zahl der Öko-Betriebe um 4,9 Prozent, die Öko-Fläche nahm um 7,7 Prozent zu.

Die größte Gruppe der ökologisch wirtschaftenden Betriebe in Rheinland-Pfalz hatte ihren betrieblichen Schwerpunkt im Weinbau. Diese 197 Betriebe bewirtschafteten 1.991 Hektar Rebfläche, das waren 1,8 Prozent der Weinbaubetriebe und 3,1 Prozent der Rebfläche. Ein weiterer wichtiger Produktionszweig war der Futterbau; mit der Erzeugung beispielsweise von Rindfleisch oder Milch waren 193 Betriebe befasst, die über eine ökologisch bewirtschaftete Fläche von 12.462 Hektar verfügten. Überwiegend dem Ackerbau gingen 49 Betriebe auf 2.929 Hektar nach.

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Mecklenburg-Vorpommern: Arbeitskräfterückgang in der Landwirtschaft verlangsamt

Schwerin (agrar.de) – In den 5.432 Landwirtschaftsbetrieben Mecklenburg-Vorpommerns waren 2007 insgesamt 21.348 ständige Arbeitskräfte mit betrieblichen Arbeiten beschäftigt. Nach Angaben des Statistischen Amtes bedeutet das einen Rückgang im Vergleich zu 2005 um 1,4 Prozent; 2005 gegenüber 2003 lag er bei 5,0 Prozent. Weiterhin rückläufig war die Vollbeschäftigung, die von 66,3 auf 63,5 Prozent fiel. Die Anzahl der Saisonarbeitskräfte gegenüber 2005 verringerte sich um 3,1 Prozent auf 6.790 Personen.

Vom weiteren Arbeitskräfterückgang in der Landwirtschaft und im Gartenbau auf nunmehr 21.348 ständig Beschäftigte sind die bäuerlichen Familienbetriebe nicht betroffen. In diesen landwirtschaftlichen Einzelunternehmen waren 6,3 Prozent mehr Beschäftigte tätig als 2005, darunter 6.115 Betriebsinhaber und ihre Familienangehörigen sowie weitere familienfremde Arbeitskräfte. Die Anzahl dieser Betriebe erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 5,5 Prozent auf 3.849.

Die Vollbeschäftigung in den Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben verringerte sich auch 2007 weiterhin, von 66,3 Prozent im Jahr 2005 auf 63,5 Prozent. Im Durchschnitt der neuen Länder lag sie 2005 bei 47,7 Prozent, im früheren Bundesgebiet, deren Landwirtschaft traditionell durch den Familienbetrieb geprägt ist, bei 22,5 Prozent (Angaben für 2007 liegen noch nicht vor.).

Die Anzahl der Saisonarbeitskräfte, die in Mecklenburg-Vorpommern vor allem bei der Ernte von Obst und Gemüse, einschließlich Erdbeeren und Spargel, eingesetzt werden, ging 2007 im Vergleich zu 2005 um 3,1 Prozent auf 6.790 Beschäftigte zurück. Ihr Anteil an den Gesamtbeschäftigten in der Landwirtschaft verringerte sich geringfügig von 24,5 auf 24,1 Prozent.

Der Arbeitskräftebesatz, ein Maß für die Arbeitsleistungen bzw. den betrieblichen Arbeitsaufwand, blieb 2007 bei rund 1,3 Arbeitskräfteeinheiten (AKE) je 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Damit ist er erheblich niedriger als im früheren Bundesgebiet (2005: 4,0 AKE) und erreicht auch nicht den Durchschnitt der neuen Länder (2005: 1,8 AKE). Ausschlaggebend dafür sind die großbetrieblichen Strukturen im Nordosten Deutschlands, die schwache Ausprägung arbeitskräfteintensiver Bereiche der Landwirtschaft, wie Zierpflanzen, Wein und Sonderkulturen, besonders aber die wesentlich geringere Intensität der Viehhaltung als in allen anderen (auch neuen) Bundesländern.

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Pflanzenschutz: Dokumentationspflicht vorgeschrieben

Themen: Agrarrecht,Handel,Pflanzenschutz — info @ 11:03

Berlin (agrar.d) – Mit dem Gesetz zur Änderung des Pflanzenschutzgesetzes (PSchG) und des BVL-Gesetzes vom 05. März 2008, das am 12. März verkündet und in Kraft getreten ist, ergeben sich für Landwirte und Vertreiber von Pflanzenschutzmitteln wichtigsten Änderungen.

Insgesamt wurden im Pflanzenschutzgesetz 31 Änderungen bzw. Regelungstatbestände eingeführt. Von direkter praktischer Bedeutung für das Inverkehrbringen und die Anwendung sind allerding nur wenige Änderungen.

Dokumentationspflicht

Landwirte müssen laut der in § 6 – Absatz 4 formulierte Aufzeichnungspflicht die im Betrieb angewandten Pflanzenschutzmittel elektronisch oder schriftlich dokumentieren: Der Name des Anwenders, die jeweilige Anwendungsfläche, das Anwendungsdatum, das verwendete Pflanzenschutzmittel sowie das Anwendungsgebiet müssen erfaßt werden. Die Aufzeichnungen sind 2 Jahre, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem die Anwendung erfolgte, aufzubewahren (Anwendung 2008 = Aufbewahren bis Ende 2010).

Im Vorfeld der Gesetzesberatungen hatte die Erfassung der Anwendungsfläche immer
wieder für erhebliche Diskussionen gesorgt. Von Landwirten mit vielen Einzelschlägen war befürchtet worden, dass für jeden Einzelschlag eine separate Aufzeichnung geführt werden muss. Dies ist jedoch vom Gesetzgeber so nicht beabsichtigt gewesen. Die Anwendungsfläche kann auch im Sinne von „Bewirtschaftungseinheiten“ gesehen werden, also z.B. alle Weizenflächen mit identischer Behandlung. Wichtig bei der Dokumentation ist, dass die Fachrechtsbehörden bei Kontrollen nachvollziehen können, was der Landwirt gemacht hat. Für die Kontrollen im Zusammenhang mit dem „Gemeinsamen Antrag“ haben sich Bund und Länder darauf geeinigt, in 2008 die Dokumentation nach den Vorgaben von 2007 zu kontrollieren und die im Pflanzenschutzrecht jetzt gültigen Bestimmungen erst in 2009 „Cross Compliance relevant“ zu übernehmen. Trotzdem ist die Dokumentationspflicht nach dem Pflanzenschutzrecht aber bereits jetzt ohne Übergangsfrist mit dem Inkrafttreten des Gesetzes gültig und auch bußgeldbewehrt.

Landwirte, die bereits eine Schlagkartei führen sind auf der sicheren Seite, alle auf dem Markt befindlichen Produkte erfüllen bereits heute die neuen Vorgaben.

Berücksichtigung der FFH-Bestimmungen

Die im §6 des PSchG formulierte Umsetzung der sogenannten „FFH Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat Richtlinie)“ der EU fordert, dass durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln keine nachhaltige Schädigung der natürlichen Lebensräume sowie der besonders geschützten Tier- und Pflanzenarten erfolgen darf. Es wird gleichzeitig klargestellt, dass der nach den Grundsätzen der guten fachlichen Praxis durchgeführte Pflanzenschutz dagegen nicht verstößt.

Aufbrauchfristen

Im §6a gibt es eine Vereinheitlichung der früher unterschiedlichen Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel, die ihre Zulassung oder bei Parallelimporten, die ihre Verkehrsfähigkeit verlieren. Zwei Jahre Aufbrauchfrist ab dem Ende des Jahres des Zulassungsablaufes sind nun einheitlich gültig. Auch für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe, die nach der EU Zulassungsrichtlinie nicht in den sogenannten Anhang 1 aufgenommen werden, gelten zukünftig in Deutschland die von der EU festgesetzten Aufbrauchfristen. Auch für Saatgut, das mit nicht mehr zugelassenen Pflanzenschutzmitteln behandelt ist,
gelten Aufbrauch- und zusätzlich Abverkaufsfristen für den Handel (§ 11 Abs. 3).

Entsorgungspflicht alter Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel, die endgültig die Zulassung verloren und keine Aufbrauchfrist mehr haben, sind zukünftig „unverzüglich“ sachgerecht zu entsorgen (§7 Abs.1).

Meldepflichten und Sachkundeanforderungen für Händler

Bei den Regelungen, die das Inverkehrbringen von Pflanzenschutzmitteln betreffen, gibt es zwei wichtige Neuerungen. Die bereits für Händler geltende Meldepflicht bei der zuständigen Behörde gilt nun auch für Vermittler von Pflanzenschutzmittelgeschäften aus dem Ausland (§21a Abs.2). Davon sind zum Beispiel auch über die Grenzen gehende geschäftliche Aktivitäten von Einkaufsgemeinschaften oder Maschinenringen betroffen. Gemeldet werden müssen diese Tätigkeiten bis zum 1.6.2008 beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), das die Erfassung bundesweit vornimmt. Die Nichtbeachtung ist bußgeldbewehrt.

Die zweite Neuerung betrifft die Beratungspflicht von Händlern bei der Abgabe von Pflanzenschutzmitteln. Diese galt bisher nur bei der Abgabe im Hobby- und Kleingartenbereich und gilt nun bei jeglicher Abgabe an professionelle und hobbymäßige Anwender von Pflanzenschutzmitteln. Der Beratungspflicht unterliegen die Anwendung des Pflanzenschutzmittels und insbesondere die Information über Verbote und Beschränkungen.

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Betriebsstruktur in der Thüringer Landwirtschaft

Fünf Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften über die Hälfte der Flächen

Erfurt (agrar.de) – In Thüringen gab es nach den Ergebnissen der im Mai 2007 durchgeführten Agrarstrukturerhebung 4.789 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) von 793.577 Hektar (ha). Gegenüber der Erhebung vom Mai 2005 ging die Anzahl der Betriebe um 6,5 Prozent (- 335 Betriebe) zurück.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche nahm um 0,7 Prozent (- 5.845 ha) ab, berichtet das Statistische Landesamt. Die durchschnittliche Betriebsgröße war mit einer Flächenausstattung von 166 Hektar um knapp 10 Hektar größer als noch vor zwei Jahren.

Der Rückgang vollzog sich insbesondere bei Betrieben, die weniger als 10 Hektar LF bewirtschafteten. Ihre Zahl sank um 308 Betriebe bzw. -12,2 Prozent. In den anderen Größenklassen waren die Änderungen moderater. 1.448 Betriebe (2005: 1.485 Betriebe, -37) bewirtschafteten zwischen 10 und 100 ha LF, 885 Betriebe (2005: 868 Betriebe, – 17) zwischen 100 und 1.000 ha und 240 Betriebe (2005: 247 Betriebe, -7) verfügten über eine Flächenausstattung von 1.000 ha und mehr. Letztgenannte Betriebe bewirtschafteten 55 Prozent der LF Thüringens (2005: 56 Prozent).

Von den 4.789 landwirtschaftlichen Betrieben wurden 81 Prozent (3.859 Betriebe) als Einzelunternehmen geführt. Diese Betriebe verfügten über eine durchschnittliche Flächenausstattung von 39 Hektar LF und bewirtschafteten mit 150.728 Hektar knapp ein Fünftel (19 Prozent) der landwirtschaftlich genutzten Fläche aller Thüringer Betriebe.

Auf weiteren 15 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche produzierten 341 Personengesellschaften. Mit einer durchschnittlichen Flächenausstattung von 357 Hektar je Betrieb bewirtschafteten sie insgesamt 121.826 Hektar.

Zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Thüringens wurden durch 589 Betriebe in der Hand einer juristischen Person bewirtschaftet. Diese verfügten über 521.023 ha LF. Die durchschnittliche Betriebsgröße lag bei 885 ha LF. Im Einzelnen bewirtschafteten Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) durchschnittlich 592 ha, Aktiengesellschaften (AG) 1.498 ha und eingetragene Genossenschaften (e.G.) 1.489 Hektar. GmbH produzierten auf 194.809 ha, AG auf 37.439 ha LF und e.G. auf 287.428 ha LF.

Übrige juristische Personen des privaten und öffentlichen Rechts (42 Betriebe) bewirtschafteten zusammen 1.347 Hektar.

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Sächsische Hühner legen über eine Milliarde Eier

Dresden (agrar.de) – Im Jahr 2007 wurden in den sächsischen Legehennenbetrieben mit 3.000 und mehr Legehennen­plätzen 1,024 Milliarden Eier erzeugt. Dies ist zugleich die höchste Erzeugung seit Einführung dieser Statistik 1990. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sind das 40,4 Millionen Eier (vier Prozent) mehr als im Vorjahr.

Mit 439,8 Millionen Eiern kamen rund 43 Prozent der sächsischen Erzeugung aus dem Regierungsbezirk Chemnitz. Im Regierungsbezirk Leipzig betrug die Produktion 299,7 Millionen und weitere 284,4 Millionen steuerte der Regierungsbezirk Dresden bei.

2007 wurden in Sachsen in 51 Legehennenhaltungen mit 3.000 und mehr Plätzen Hühner gehalten, denen im Jahresdurchschnitt 4,1 Millionen Legehennenplätze zur Verfügung standen. Diese waren mit durchschnittlich 3,3 Millionen Legehennen belegt. Das ergibt eine Auslastung der vorhandenen Haltungskapazitäten von über 80 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Prozent mehr. Die Anzahl der vorhandenen Legehennenplätze erhöhte sich im Jahresverlauf um 39.500.

Die Eiererzeugung in Sachsen konzentriert sich auf wenige große Betriebe. In sieben Betrieben mit 100.000 und mehr Legehennenplätzen wurden 840 Millionen Eier – 82 Prozent der sächsischen Konsumeier – gelegt. Neben den Eierproduzenten mit 3.000 und mehr Plätzen werden Legehennen in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen Betrieben und weiteren Kleinbeständen gehalten. So wurden beispielsweise im Mai 2007 in fast jedem dritten landwirtschaftlichen Betrieb (2.650) Lege­hennen gehalten. Die Eierproduktion dieser Erzeuger wird jedoch nicht statistisch erfasst.

Mit einer durchschnittlichen jährlichen Legeleistung von 310 Eiern je Henne wurde das Vorjahres­ergebnis (306) um vier Eier überschritten. Die Jahresproduktion 2007 entspricht einer Erzeugung von 242 Eiern je Kopf der sächsischen Bevölkerung. Dies sind 36 Eier bzw. gut 17 Prozent mehr als der deutsche Nahrungsverbrauch von 206 Eiern je Kopf 2006.

In Deutschland wurden 2006 rund 9,5 Milliarden Eier erzeugt. Der sächsische Anteil an der deutschen Erzeugung belief sich auf zehn Prozent. Sachsen ist nach Niedersachsen und vor Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit der zweithöchsten Eiererzeugung (2006).

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18. März 2008

Sachsen-Anhalt: Höchste Eiererzeugung der letzten 10 Jahre

Halle (agrar.de) – In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2007 in 33 Legehennenhaltungsbetrieben mit mehr als 3.000 Hennenhaltungsplätzen 535 Millionen Eier erzeugt. Das waren 5 Prozent bzw. 26 Millionen mehr als im Jahr zuvor und 14 Prozent mehr als im Durchschnitt der vorangegangenen 10 Jahre.

Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, betrug im Jahr 2007 die jährliche mittlere Legeleistung je Henne 299 Eier. Das bisherige „Spitzenergebnis“ lag 1996 bei 294 Eiern je Henne.

Im Jahresdurchschnitt wurden 2007 von den auf Eierproduktion spezialisierten Betrieben 1,8 Millionen Legehennen gehalten und damit die vorhandenen 2,1 Millionen Stallplätze zu 84 Prozent ausgelastet. Die Legehennenhaltung erfolgt überwiegend in großen spezialisierten Betrieben. So wurden 61 Prozent der Legehennen in sechs Legehennenhaltungen, die eine Kapazität von mehr als 100.000 Plätzen haben, gehalten.

Bei der Haltung von Legehennen wird in vier Haltungsformen unterschieden: Käfig-, Boden- und Freilandhaltung sowie ökologische Erzeugung. Dominierende Haltungsform ist die Käfighaltung mit 39 Prozent aller Haltungsplätze. Der Anteil der Plätze der Betriebe mit Bodenhaltung beläuft sich auf 32 Prozent, der mit Freilandhaltung auf 18 Prozent und der mit ökologischer Erzeugung auf 10 Prozent.

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