28. März 2008

Agrarpreise und Betriebsmittel-Kosten gestiegen

Statistisches Bundesamt legt aktuelle Preiszahlen vor – Schweine haltende Betriebe nach wie vor in der Verlustzone

Berlin (agrar.de) – Den im Vergleich zum Vorjahr vor allem bei Getreide, Raps, Milch, Eier und Geflügel gestiegenen Erzeugerpreisen stehen deutlich höhere Preise für die einge­kauften Betriebs­mittel – vor allem Futtermittel, Düngemittel, Energie und Saatgut – gegenüber, teilt der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Nach den aktuell für Januar 2008 vorliegenden Preiserhebungen des Statistischen Bundesamtes sind die Einkaufs­preise für landwirt­schaftliche Betriebsmittel gegenüber dem Vorjahresmonat um 14,6 Prozent angestiegen. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise haben sich durchschnittlich um 19,8 Prozent im Vergleich zum Januar 2007 erhöht.

Innerhalb des letzten Quartals – also zwischen Oktober 2007 und Januar 2008 – sind die Betriebsmittelpreise mit plus 4,1 Prozent sogar wieder schneller als die landwirtschaft­lichen Erzeugerpreise (plus 2,6 Prozent) gestiegen. Nach Einschätzung des DBV sind damit die Landwirte auch bei gestiegenen Erzeugerpreisen dazu gezwungen, die Pro­duktionskosten soweit wie möglich im Griff zu halten. Besonders schwierig stellt sich die wirtschaftliche Situation in den Produktionszweigen dar, wo den stark gestiegenen Kosten eine geringere Erhöhung der Erzeugerpreise gegenübersteht, wie etwa in der Schweine­haltung.

In diesem Zusammenhang weist der DBV auf die weiter Besorgnis erregende Situation bei Schweine haltenden Betrieben hin. Auch wenn die Schweinepreise in den vergange­nen Wochen leicht angezogen sind, reicht dies bei weitem nicht aus, um die stark gestie­ge­nen Kosten zu decken. So liegen die Ferkelnotierungen seit gut einem Jahr unter 40 Euro je Ferkel, zeitweise kosteten Ferkel weniger als 30 Euro. Trotz der leichten Aufwärtsent­wicklung auf etwas über 40 Euro pro Ferkel seit Mitte Februar, bleibt die Lage ange­spannt. Immer noch fehlen den Sauenhaltern wenigstens 25 Euro für ein Ferkel, um die Verlustzone verlassen zu können. Schweinemäster brauchen nach DBV-Berechnungen etwa 1,85 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht, um alle Kosten decken zu können; derzeit liegt die Notierung bei lediglich 1,47 Euro.




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