14. Februar 2008

Blauzungenkrankheit: Rasche Impfstoffzulassung fraglich

Hannover/Berlin (agrar.de) – Die bis 2006 in Deutschland nahezu unbekannte Blauzungenkrankheit hat sich auch in Niedersachsen im vergangenen Jahr rasant ausgebreitet. Nun zeichne sich, so der niedersächsische Landvolk-Pressedienst, ein wirksamer Schutz gegen die Krankheit ab: Mehrere Hersteller würden intensiv an dem Impfstoff arbeiten.

Bislang zögert das Friedrich-Loeffler-Institut als nationale Zulassungsbehörde allerdings noch mit Freigaben. Die eingereichten Unterlagen seien noch nicht ausreichend. Der Deutsche Bauernverband hat sich daher mit der Bitte an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer gewandt, alles zu tun, um die Bereitstellung der Impfstoffe nicht weiter zu verzögern.

Der Trierische Volksfreund vermutet, daß die deutschen Landwirte länger als gedacht auf einen wirksamen Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit bei Rindern und Schafen warten müssen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe in der Sitzung des Agrarausschusses des Bundestages große Bedenken geäußert, ob der in der Herstellung befindliche Impfstoff wirksam und sicher ist. Das Blatt beruft sich auf Angaben von Sitzungsteilnehmern.

Demnach sei wieder völlig offen, wann den heimischen Landwirten ein geprüfter Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden kann. Anvisiert war April oder Mai.
Laut Zeitung hat die Bundesregierung nun eine “Feldstudie” in Auftrag gegeben, um das Impfstoff-Problem zu klären. FDP-Agrarexperte Hans-Michael Goldmann sagte dem Blatt, das Vorgehen der Regierung sei eine “unwirksame Beruhigungspille”.

Im ersten Monat des Jahres sind in Deutschland bereits rund 500 Wiederkäuer an der Seuche erkrankt. Mit Stand vom 8. Februar 2008 wurden dem Friedrich-Loeffler-Institut insgesamt 21.419 Fälle von Blauzungenkrankheit in Deutschland gemeldet. Auch die Niederlande, Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Schweiz, Großbritannien und die Tschechische Republik meldeten Fälle der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8.

Links zum Thema Tiergesundheit.

Landwirte bauen weltweit mehr Getreide an

ICG erwartet Ausdehnung der Anbaufläche und steigende Hektarerträge

Hannover (agrar.de) – Rund um den Globus setzen die Landwirte verstärkt auf den Anbau von Weizen. Bereits seit 2006 werden weltweit immer mehr Felder mit Weizen bestellt, zitiert der Landvolk-Pressedienst Zahlen des Internationalen Getreiderates (ICG).

Damals registrierten die Statistiker eine weltweite Weizenanbaufläche von 208,3 Mio. Hektar (ha). Ein Jahr später waren es mit 214,8 Mio. ha bereits 6,5 Millionen ha mehr, das entspricht einer Steigerung von 3,12 Prozent. Für das laufende Jahr wird die weltweite Anbaufläche auf 220,5 Mio. ha geschätzt, das wären noch einmal 5,7 Mio. ha beziehungsweise knapp 2,7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Aufgrund der Anbauausdehnung, aber auch einer erwarteten Erhöhung der Hektarerträge, schätzt der ICG die Gesamternte 2008/09 auf 642 Mio. Tonnen (t), das wäre ein neues Rekordaufkommen und eine Steigerung um 39 Mio. t oder 6,5 Prozent mehr als in 2007/08. Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Prognose allerdings noch sehr unsicher. So leiten die Experten des Getreiderates ihre Schätzung aus den bisher weltweit bekannt gewordenen Anbaudaten und „normalen“ Witterungsverhältnissen ab.

Über die größte Anbaufläche weltweit verfügt trotz einer Anbaueinschränkung Indien, wo der Weizen auf 27,4 Mio. ha ausgesät wurde. Die Landwirte in den 27 EU-Mitgliedstaaten haben ihre Weizenanbaufläche um 4,8 Prozent auf 26,3 Mio. ha erweitert. Zum einen dürfte sich hier die Aussetzung der Flächenstilllegung bemerkbar machen, zum anderen haben viele Landwirte aufgrund der zuletzt hohen Weizenpreise den Rapsanbau zugunsten des Weizens eingeschränkt. Während die Weizenanbaufläche für China nahezu unverändert auf 23 Mio. ha geschätzt wird, beträgt die Erntefläche in den USA mit 21,7 Mio. ha rund 5,3 Prozent mehr als zur Ernte 2007/08. Noch stärker ausgeweitet haben die Australier und Kanadier die Weizenfläche. So wird der australische Anbau auf 13,5 Mio. ha geschätzt, das wäre ein Plus von 9,8 Prozent, und die Weizenfläche in Kanada soll um 14 Prozent auf nun 9,8 Mio. ha gestiegen sein.

Bei der erwarteten Erntemenge verschiebt sich die Rangfolge allerdings. Hier steht die EU dank hoher Erträge mit Abstand vorn. Zur weltweiten Ernte 2008/09 könnte sie im kommenden Sommer 136,7 Mio. t Weizen zusteuern, das wäre fast ein Fünftel der Gesamtmenge und würde eine Steigerung um fast 17 Mio. t oder 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeuten. Die Erntemenge für China wird wie in der laufenden Saison auf 106 Mio. t veranschlagt, während der flächenmäßig größte Weizenanbauer Indien „nur“ 72 Mio. t einbringen soll. In den USA könnten 61,5 Mio. t Weizen geerntet werden, das wären 9,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor, während die Ernte für Kanada auf 24 Mio. t und damit 19,4 Prozent mehr veranschlagt wird. Das Aufkommen in Australien könnte sogar um 77 Prozent auf 22,5 Mio. t steigen und damit nach den dürrebedingt sehr schlechten Vorjahren wieder auf ein normales Niveau für den fünften Kontinent klettern.

13. Februar 2008

1.302 Brauereien in Deutschland

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, gab es im Jahr 2007 in Deutschland 1.302 Brauereien. Ungefähr die Hälfte der Brauereien (627) befand sich in Bayern. Mehr als 100 Brauereien hatten außerdem in Baden-Württemberg (182 Brauereien) und Nordrhein-Westfalen (116) ihren Sitz.

Seit Mitte der 90er Jahre ist die Zahl der Brauereien weitgehend konstant geblieben (1993 gab es 1.311 Brauereien). Allerdings stieg die Zahl der kleinen Brauereien mit bis zu 5.000 Hektoliter Jahreserzeugung, zu denen auch die Gaststättenbrauereien zählen, von 615 Brauereien 1993 auf 844 im Jahr 2007 (+ 37,2 Prozent). Dagegen sank die Zahl der Brauereien mit einer Jahreserzeugung von 5.000 bis 500.000 Hektoliter deutlich um 35,9 Prozent von 644 im Jahr 1993 auf 413 im Jahr 2007. Bei den Großbrauereien mit mehr als 500.000 Hektoliter gab es einen Rückgang um 13,5 Prozent (52 im Jahr 1993, 45 im Jahr 2007).

Links zum Thema Brenner und Brauer.

12. Februar 2008

Gentechnik weltweit auf 114,3 Mio. Hektar

Manila (agrar.de) – Die Anbaugebiete mit gv-Kulturen wuchsen 2007 um 12 Prozent. Das teilte der International Service for the Acquisition of Agri-biotech Applications (ISAAA) in Manila mit. Dies sei die zweitgrïößte Gebietsvergrößerung innerhalb der letzten fïünf Jahre. Die Anzahl der Landwirte, die Gentechnik-Saatgut verwenden, habe sich 2007 auf insgesamt 12 Mio. belaufen. Besonders stark verlaufe das Wachstum in Entwicklungsländern: Hier sei der Zuwachs dreimal höher ausgefallen als in den Industrienationen.

Mit knapp 58 Mio. Hektar führen die USA die Liste der Länder an, in denen der Anbau von GV-Pflanzen am weitesten verbreitet ist. Weitere große Gebiete befinden sich in Argentinien, Brasilien, Kanada, Indien und China.

Europa spielt mit erstmals über 100.000 Hektar im Vergleich eine eher untergeordnete Rolle. Laut ISAAA-Angaben wurden im letzten Jahr in Spanien auf einer Fläche von 70.000 Hektar Bt-Mais produziert. Das bedeutete eine Zunahme um 40 Prozent gegenüber 2006. Sieben weitere EU-Mitgliedstaaten, Frankreich, die Tschechische Republik, Portugal, Deutschland, Slowakei, Rumänien und Polen, setzten gv-Kulturen zusammen auf 35.700 Hektar ein. In den EU-Ländern wird bisher ausschließlich gentechnisch veränderter Bt-Mais angebaut, der infolge eines neu eingeführten Gens einen Wirkstoff (Bt-Toxin) gegen den Maiszünsler produziert. Dieser Schädling ist vor allem in Süd- und Mitteleuropa verbreitet.

Den relativ größten Zuwachs verzeichnete laut ISAAA-Statistik Indien mit einem Plus von 63 Prozent auf 6,2 Mio. Hektar Bt-Baumwolle. Das stärkste absolute Wachstum war in Brasilien zu beobachten, wo die Anbaufläche für herbizidtolerante Sojabohnen und Bt-Baumwolle um 3,5 Mio. Hektaren zunahm.

Links zum Thema Biotechnologie.

Rekordwert von 7,3 Millionen Tonnen Fleisch im Jahr 2007 produziert

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2007 in Deutschland insgesamt knapp 7,3 Millionen Tonnen Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen erzeugt.

Der mit Abstand größte Teil an der Fleischerzeugung war Schweinefleisch mit knapp 5,0 Millionen Tonnen (Anteil von 68,2 Prozent), gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit knapp 1,2 Millionen Tonnen (16,1 Prozent) und Geflügelfleisch mit 1,1 Millionen Tonnen (15,3 Prozent).

Insgesamt wurden 53,0 Millionen Schweine, 3,3 Millionen Rinder (ohne Kälber), 305.000 Kälber, 1,1 Millionen Schafe sowie 29.100 Ziegen und Pferde im vergangenen Jahr gewerblich geschlachtet.

Ein erneuter Höchstwert war 2007 bei der Erzeugung von Schweinefleisch zu verzeichnen und damit seit 2001 der siebente Rekord in Folge. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Erzeugung von Schweinefleisch um 0,3 Millionen Tonnen oder 7,0 Prozent zu. Die Zahl der gewerblichen Schweineschlachtungen stieg um 6,5 Prozent oder 3,2 Millionen Tiere gegenüber 2006. Zum einen erhöhten sich sowohl die Schlachtungen von Schweinen inländischer Herkunft (+ 2,4 Millionen Tiere; + 5,3 Prozent), zum anderen trugen deutlich mehr Schweine ausländischer Herkunft (+ 0,78 Millionen Tiere; + 20,9 Prozent) zu dem hohen Produktionsvolumen bei. Der Anteil gewerblicher Schlachtungen von Schweinen ausländischer Herkunft stieg gegenüber dem Jahr 2006 auf 8,5 Prozent an allen gewerblichen Schlachtungen von Schweinen. Der Rückgang des Ferkel- und Zuchtsauenbestandes nach den Ergebnissen der letzten Viehbestandserhebung, verbunden mit gesunkenen Erzeugerpreisen und höheren Futterkosten, deutet jedoch auf eine zukünftige Verringerung der Erzeugung von Schweinefleisch hin.

Die Produktion von Rindfleisch (ohne Kalbfleisch) bewegte sich auf Vorjahresniveau (- 2.500 Tonnen; – 0,2 Prozent). Bei den gewerblichen Rinderschlachtungen (ohne Kälber) wurden weniger Tiere als im Vorjahr zur Schlachtbank geführt (- 58.100 Tiere; – 1,7 Prozent). Gegen den Trend waren mehr Schlachtungen von Ochsen und Bullen (+ 31.000 Tiere; + 2,0 Prozent) zu verzeichnen. Deutlich verringert hat sich die Kalbfleischproduktion (- 3.200 Tonnen; – 7,6 Prozent). Die Schlachtungen von Kälbern gingen um 29.400 Tiere (- 8,8 Prozent) zurück. Der Rückgang der Schlachtungen von Kühen (- 77.800 Tiere; – 5,6 Prozent) sowie Färsen (- 11.600 Tiere; – 2,5 Prozent) spiegelt auch die veränderte Lage am Milchmarkt wider.

Einen starken Anstieg um 86.400 Tonnen oder 8,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2006 gab es bei der Erzeugung von Geflügelfleisch. Jungmasthühnerfleisch hatte mit 651.700 Tonnen den größten Anteil an der Geflügelfleischerzeugung, gefolgt von Truthuhnfleisch (374.500 Tonnen) und Entenfleisch (46.800 Tonnen). Die Produktion von Jungmasthühnerfleisch nahm um 13,8 Prozent und die von Entenfleisch um 21,4 Prozent überdurchschnittlich zu, während die Erzeugung von Truthuhnfleisch geringfügig um 0,4 Prozent zurückging. Damit nähert sich die Geflügelfleischerzeugung der Rindfleischerzeugung weiter an und hat diese in der Menge fast erreicht.

Links zum Thema Fleischwirtschaft.

Maisflächen für Biogas 2007

Niedersachsen mit großem Abstand führend

Bonn (agrar.de) – Die Maisanbaufläche zur Biogasnutzung hat sich 2007 in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich entwickelt. Das geht aus aktuellen Erhebungen des Deutschen Maiskomitees (DMK) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hervor.

Insgesamt wurden danach für 2007 rund 239.000 ha Maisfläche entweder für die Energiepflanzenprämie (182.396 ha) oder als Stilllegungsfläche (56.780) gemeldet. Bei dieser Erhebung handelt sich ausschließlich um Flächen, für die eine Prämie in Anspruch genommen wurde.

Betrachtet man die Anbauentwicklung in den einzelnen Bundesländern, so bleiben Niedersachsen (81.240 ha) und Bayern (36.905 ha) wie 2006 die Länder mit den höchsten Biogasmaisflächen, nachfolgend wurde Nordrhein-Westfalen (18.379 ha) jedoch von Schleswig-Holstein (27.645 ha) und Mecklenburg-Vorpommern (22.284 ha) überholt, deren Maisflächen zur Energiegewinnung sich jeweils verdoppelten.

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08. Februar 2008

Schweineschlachtbetriebe: Oligopol der ‚Großen Drei‘ mit 50 Prozent Marktanteil

„Top 10“ schlachten fast 70% aller Schweine – Heterogene Unternehmensentwicklung – Westfleisch und Tönnies wachsen überdurchschnittlich – Vion konsolidiert

Damme (agrar.de) – ‚Die deutsche Schlachtbranche setzte auch 2007 ihren Wachstumskurs unvermindert fort‘, stellt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) auf Basis ihrer jüngsten Ergebnisse zu den ‚Top 10 der deutschen Schweineschlachtbetriebe‘ fest. Mittlerweile vereinen die zehn größten deutschen Schlachtunternehmen fast 70 Prozent aller Schweineschlachtungen auf sich, nachdem es im Vorjahr noch 67,7 Prozent bzw. 65 Prozent in 2005 waren.

Der Konzentrationsprozeß der Schlachtbranche schreitet weiter voran. Die so genannten ‚Großen Drei‘ festigten ihre Vormachtsstellung und bilden ein Oligopol mit gut 50 Prozent Marktanteil. Die folgenden sieben Unternehmen kommen zusammen immerhin noch auf einen Anteil von 18 Prozent am deutschen Schlachtschweinemarkt.

Nachdem im vergangenen Jahr mit 53,3 Mio. Schlachtungen bzw. einem erneuten Zuwachs von 6 Prozent ein neuer Rekord zu verzeichnen war, haben die Schlachtunternehmen jedoch sehr unterschiedlich von dieser Entwicklung profitiert. Während auf der einen Seite die Westfleisch eG, Münster (+ 11 Prozent) und die B&C Tönnies Fleischwerke, Rheda-Wiedenbrück (+ 10 Prozent) überdurchschnittlich wachsen konnten, entwickelte sich die niederländische Vion Food Group, Düsseldorf (+ 4 Prozent) nur unterdurchschnittlich und erreicht nach dem Umsatzrückgang des vorletzten Jahres gerade wieder das Niveau von 2005.

Angeführt werden die ‚Top 10‘ auch in diesem Jahr wieder durch die B&C Tönnies Fleischwerke in Rheda-Wiedenbrück. Das Unternehmen konnte den Vorsprung zu den Verfolgern sogar nochmals deutlich ausbauen und schlachtete in 2007 11 Mio. Schweine. Das sind immerhin 1 Mio. Schweine mehr als im Vorjahr. Innerhalb von vier Jahren konnten somit die Schlachtungen an den drei Standorten in Rehda-Wiedenbrück, Weißenfels und Sögel um 4 Mio. Schweine ausgebaut werden.

Als Zweitplatzierter trotzt die Vion Food Group, Düsseldorf dem allgemeinem Wachstumstrend. Mit einer Steigerung von 4 Prozent bzw. gut 400.000 Schweinen erreicht das Unternehmen gerade wieder das 2005-er Niveau. Zur Vion gehören die NFZ, Südfleisch, Moksel und die Artland Fleischwaren GmbH. Nichtsdestotrotz bleibt die Vion ein Schwergewicht am deutschen Schweinemarkt, wenngleich ihr Marktanteil jedoch geringfügig auf 18,4 Prozent sinkt.

Die Westfleisch e.G., Münster, die mit insgesamt 5,96 Mio. Schlachtungen bzw. 11,2 Prozent Marktanteil unbestritten auf dem dritten Platz liegt, konnte ihr Vorjahresergebnis deutlich verbessern. Diese signifikante Umsatzentwicklung ist – ähnlich wie beim Unternehmen Tönnies – nicht nur auf den ‚Sondereffekt Schweinepest 2006‘ – zurückzuführen. Vielmehr scheint es der Westfleisch gelungen, ihre Schlachtungen nachhaltig um fast 600.000 Schweine gesteigert zu haben.

Auf dem vierten Platz festigt das Unternehmen D&S Fleisch, Essen, mit 3 Mio. Schlachtungen bzw. einem Marktanteil von 5,6 Prozent seine Position. Das entspricht einem Anstieg der Schlachtungen um 200.000 Stück bzw. 7 Prozent. Für die kommenden Jahre stehen auch hier die Zeichen auf weiteres Wachstum. Die Investitionsentscheidungen, die Kapazitäten weiter auszuweiten, sind gefallen.

In diesem Umfeld taten sich die mittelgroßen Unternehmen im vergangenen Jahr im Gegensatz zum vorausgegangenen Jahr ein wenig schwer. Es ist Ihnen nach den Wachstumsschritten in 2006 im letzten Jahr größtenteils nicht gelungen, ihre Markanteile signifikant auszubauen.

Eine Ausnahme davon bilden die beiden Schlachtunternehmen in Garrel, Böseler Goldschmaus und BMR, die leicht besser als der Trend wachsen. Die Böseler Goldschmaus entspricht mit einem 7 prozentigen Wachstum und insgesamt 1,1 Mio. geschlachteten Schweine der allgemeinen Branchenexpansion. Der BMR Schlachthof hat eine starke Wachstumsphase hinter sich. Denn das Unternehmen kommt von ursprünglich 0,66 Mio. Schlachtungen in 2004 auf nunmehr knapp 1 Mio. Schweine im vergangenen Jahr.

Links zum Thema Schweine.

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Statistik — info @ 10:02

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 510 angebotenen Schweinen alle Schweine in 3 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,39 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,38 Euro bis 1,40 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

07. Februar 2008

LEH: Rasante Konzentration

Themen: Handel,Lebensmittel,Statistik,Verbände — info @ 15:02

Bonn (agrar.de) – Gut 127 Mrd. Euro hat der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) 2005 in Deutschland bei Lebensmitteln umgesetzt. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, würden dabei die Top-5 Handelsunternehmen in Deutschland für rund 70 Prozent des Gesamtumsatzes stehen. Erweitere man diese Gruppe auf die Top-10, so verbuchten diese Unternehmen mit einem Anteil von 86 Prozent mittlerweile nahezu den gesamten Nahrungsmittel-Branchen-Umsatz.

Wie der RLV weiter mitteilt, gehörten allerdings die Renditen im deutschen Einzelhandel durch den ständigen Preiskampf zu den niedrigsten in Europa. Der starke Wettbewerbsdruck habe dazu geführt, dass die Preise für Lebensmittel in Deutschland in vielen Bereichen die billigsten in Westeuropa seien. Gleichzeitig gebe es in keinem vergleichbaren Land soviel Ladenfläche je Einwohner wie in Deutschland, betont der RLV. Habe ein Einwohner in Frankreich statistisch 0,85 m² Einkaufsfläche, stehe jedem Engländer 0,65 m² zur Verfügung, während in Deutschland je Einwohner 1,3 m² vorgehalten würden.

Sei in der Vergangenheit insbesondere durch die aggressive Preispolitik der Discounter die „Geiz-ist-Geil“-Mentalität der Verbraucher verstärkt worden, sei mittelfristig nach Prognosen von Marktexperten mit einer Trendwende zu rechnen. Schon wegen der zunehmenden Zahl der Single-Haushalte und älterer Menschen würden neue Ansprüche an Service, Produktqualität und Sortiment gestellt, stellt der RLV fest. Letztlich werde das derzeit stark ausgeprägte Preisbewusstsein bei den deutschen Verbrauchern wieder mehr in den Hintergrund treten. Mit der Kampagne „Lebensmittel sind mehr wert“ versuche der landwirtschaftliche Berufsstand darüber hinaus, den Wert hochwertiger Nahrungsmittel in das gesellschaftliche Bewusstsein wieder stärker hineinzubringen.

04. Februar 2008

Sachsen-Anhalt: Arbeitskräfterückgang in der Landwirtschaft

Halle (agrar.de) – Im Jahr 2007 waren 26.000 Arbeitskräfte in den landwirtschaftlichen Betrieben Sachsen-Anhalts tätig. Davon waren 19 300 ständig Beschäftigte und 6.700 nicht ständig Beschäftigte (Saisonarbeitskräfte). Wie das Statistische Landesamt dazu mitteilt, ist nach einem relativ gleichbleibenden Arbeitskräftebestand von durchschnittlich 27.500 Arbeitskräften in den vergangenen 10 Jahren seit 2005 wieder ein Arbeitskräfterückgang – um 1.800 Personen bzw. 6 Prozent – zu verzeichnen.

Der Beschäftigtenrückgang ist sowohl auf die seit Jahren zu beobachtende Abnahme der ständig Beschäftigten als auch auf einen geringeren Einsatz von Saisonarbeitskräften zurückzuführen. Von den ständig Beschäftigten waren 12.300 vollbeschäftigt. Der Vollbeschäftigtenanteil verringerte sich damit weiter auf jetzt 64 Prozent (2005: 67 Prozent).

Der größte Teil der Arbeitskräfte (10.500 Personen bzw. 40 Prozent) arbeitete in Einzelunternehmen. Hier und in den Personengesellschaften (6.400 Arbeitskräfte) war ein Arbeitskräfterückgang gegenüber 2005 von knapp unter 4 Prozent zu verzeichnen. In den Betrieben der Rechtsform juristische Personen (u. a. Agrargenossenschaften, GmbH) lag er mit 1.100 Beschäftigten weniger bei 11 Prozent. Von den 9.100 insgesamt Beschäftigten waren 7.800 ständige Arbeitskräfte, fast 900 (- 10 Prozent) weniger als im Jahr 2005.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Sachsen-Anhalt.

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