22. Februar 2008

Landwirtschaftliche Einkommen in Österreich 2007 deutlich gestiegen

Wien (agrar.de) – Nach einer ersten Prognose im November 2007 wurde von der Statistik Austria zu Jahresbeginn 2008 eine zweite Vorausschätzung der Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung (LGR) für das Jahr 2007 erstellt, zufolge derer sich das durchschnittliche landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft im Jahr 2007 in Österreich real um 8,8 Prozent erhöhte. Im Jahr 2006 war ein Anstieg um 8,5 Prozent verzeichnet worden.

Wesentlich getragen wurde diese Entwicklung vom Höhenflug der Getreidepreise. Deutlich höhere Erzeugerpreise wurden aber auch für eine Reihe weiterer pflanzlicher Erzeugnisse wie Ölsaaten und Eiweißpflanzen sowie für Milch und Eier erzielt. Unter Druck gerieten hingegen die Schweinepreise, die im Jahresmittel erheblich unter dem Vorjahresniveau lagen. Gleichzeitig erhöhten sich die Produktionskosten. Verstärkt betroffen hievon waren die Vieh haltenden Betriebe, die in der zweiten Jahreshälfte mit einem sehr starken Anstieg der Futtermittelpreise konfrontiert waren. Hinter der insgesamt positiven Einkommensentwicklung verbergen sich demnach große Disparitäten zwischen den einzelnen Produktionssparten. Die bei der Ermittlung des Einkommens berücksichtigten Förderungszahlungen lagen unter dem Vorjahresniveau. Der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz war weiter rückläufig.

Im Detail resultiert die Zunahme des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens aus folgenden Entwicklungen:

Der Produktionswert des landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichs stieg 2007 nominell um 11,8 Prozent auf rd. 6,4 Mrd. Euro. Dabei erhöhte sich der Wert der pflanzlichen Erzeugung ganz beträchtlich (+25,3 Prozent), während die tierische Produktion nur einen geringfügigen wertmäßigen Zuwachs verzeichnete (+1,9 Prozent).

In der pflanzlichen Produktion nahm das Erzeugungsvolumen – trotz teilweiser hitze- und trockenheitsbedingter Ertragseinbußen in Ostösterreich – nach den Rückgängen der letzten beiden Jahre wieder zu. Prägend für das Gesamtergebnis war jedoch vor allem der teils erhebliche Anstieg der Erzeugerpreise, wobei insbesondere die extrem dynamische Entwicklung der Getreidepreise hervorzuheben ist. Markante Preissteigerungen waren aber auch bei Ölsaaten, Eiweißpflanzen sowie teilweise bei Obst zu verzeichnen. Bedingt durch die Umsetzung der Zuckermarktreform waren hingegen die Erzeugerpreise von Zuckerrüben rückläufig, was teilweise durch entkoppelte Ausgleichszahlungen ausgeglichen wurde.

In der Schweinehaltung kam es bei einem höheren Erzeugungsvolumen infolge des deutlichen Rückgangs der Erzeugerpreise zu Einbußen. In der Rinderhaltung stagnierten die Preise im Mittel aller Kategorien. Sehr dynamisch entwickelte sich 2007 der Milchmarkt. Bei praktisch konstantem heimischem Erzeugungsvolumen zogen die Milchpreise in der zweiten Jahreshälfte stark an. Im Produktionswert von Milch tritt der höhere Milchpreis jedoch nur sehr abgeschwächt zu Tage, da 2007 die Milchprämie entkoppelt wurde und daher im Rahmen der LGR nicht mehr als Teil des Produktionswerts berücksichtigt wird. Der Produktionswert von Geflügel und Eiern nahm deutlich zu. So wurde beim Geflügel das Erzeugungsvolumen – nach dem vogelgrippebedingten Rückgang des Jahres 2006 – wieder deutlich ausgedehnt, wobei auch die Erzeugerpreise höher ausfielen als im Jahr zuvor. Bei den Eiern erhöhten sich die Preise in den letzten Monaten des Jahres 2007 kräftig.

Der insgesamt sehr positiven Entwicklung der Erlöse standen steigende Produktionskosten gegenüber. So erhöhten sich die Aufwendungen der Landwirtschaft für Vorleistungen lt. den vorläufigen Berechnungen im Vorjahresvergleich um 11,4 Prozent. Dabei schlugen insbesondere die stark gestiegenen Futtermittelpreise zu Buche. Preisanstiege waren aber auch bei Saatgut, Düngemitteln, Energie und Treibstoffen sowie bei den Instandhaltungsaufwendungen zu verzeichnen. Die Abschreibungen für das Anlagevermögen fielen um 2,6 Prozent höher aus als 2006.

Die im Rahmen der LGR bei der Berechnung des Faktoreinkommens berücksichtigten Förderungszahlungen („Gütersubventionen“ und „sonstige Subventionen“) verringerten sich in Summe um 7,0 Prozent.

Aus den genannten Entwicklungen der Einzelposten der LGR resultierte ein Anstieg des landwirtschaftlichen Faktoreinkommens um 9,7 Prozent. Da der landwirtschaftliche Arbeitseinsatz auch 2007 weiter rückläufig war (-1,4 Prozent), ergibt sich je Arbeitskraft ein höherer Einkommensanstieg (+11,2 Prozent). Real entspricht dies einem Zuwachs um 8,8 Prozent.

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21. Februar 2008

BÖLW: Bio-Wachstum hält an – Rohstoffversorgung bleibt Hauptproblem

Nürnberg/Berlin (agrar.de) – Der Bio-Fachhandel wuchs im Jahr 2007 um 14 Prozent und damit ähnlich stark wie der Gesamt-Biomarkt. Das Marktvolumen des Bio-Fachhandels lag 2007, bezogen auf den reinen Lebensmittelumsatz, bei 1,6 Milliarden Euro. Diese Zahlen präsentierte der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) auf seiner Bilanzpressekonferenz auf Grundlage der Daten des BNN Herstellung und Handel und der Kommunikationsberatung Klaus Braun. Der gesamte Umsatz mit Bio-Lebensmitteln betrug 2007 5,3 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerungsrate von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Der Bio-Fachhandel behauptet mit besonderer Produkt-Qualität, großen Voll-Sortimenten, fachkundiger Beratung und neuen Serviceleistungen seine herausgehobene Stellung“, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. Gleichzeitig zeichne sich ein starker Strukturwandel ab: Viele der kleineren Fachgeschäfte wurden entweder aufgegeben, haben sich stark vergrößert oder als Feinkost- und Frischeanbieter spezialisiert. Vor allem Bio-Supermärkte wachsen durch Neueröffnungen dynamisch weiter.

„Die Nachfrage erlaubt ein noch stärkeres Wachstum“, ist sich Gerber sicher. Dieses wird vor allem durch die Rohwarenknappheit beschränkt. „Wir hoffen aber, dass wir die Talsohle durchschritten haben“, erläutert Gerber die wieder leicht ansteigenden Zahlen. So stellten 2007 knapp 500 Landwirte auf Öko-Landbau um. Das bedeutet ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei der Fläche betrug der Zuwachs 5,8 Prozent auf jetzt 873.010 ha ökologisch bewirtschaftete Fläche.

„Dass die Chancen des Bio-Marktes von konventionell bewirtschafteten Betrieben so wenig wahrgenommen werden, liegt wesentlich an einer zu geringen Ausstattung der Umstellungsprogramme“, so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des BÖLW. Er verwies darauf, dass diese Programme – ebenso wie andere Agrar-Umweltprogramme – den Landwirten Anreize geben sollten, für Umwelt und Natur besondere Leistungen zu erbringen. Die drastisch angestiegenen Erzeugerpreise hätten dazu geführt, dass die Programme in ihrer bisherigen Ausgestaltung nicht mehr funktionierten und nun neu kalkuliert werden müssten. Die dafür erforderlichen Mittel müssten durch Umschichtung innerhalb der Agrarförderprogramme aufgebracht werden. Damit würden die staatlichen Mittel im Hinblick auf die gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft zudem effizienter eingesetzt. „Es bedeutet einen nicht hinnehmbaren Verlust, wenn der Nutzen des Ökolandbaus, der für die gesamte Gesellschaft erbracht wird, in Zeiten eines wachsenden Bio-Marktes ins Ausland exportiert wird“ fasste der BÖLW-Vorsitzende die Situation zusammen.

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Leichte Erholung der Wälder

Themen: Niedersachsen,Statistik,Wald,Waldbericht — info @ 16:02

Waldschäden seit 2005 rückläufig – Aber immer noch zu hoch

Hannover (agrar.de) – Nach wie vor geht es dem deutschen Wald nicht gut. Trotzdem ist eine leichte Tendenz zur Besserung erkennbar, allerdings geht es dem Wald noch nicht wieder so gut wie vor zehn Jahren. Das weist der jüngste Waldschadensbericht nach Information des niedersächsischen Landvolk-Pressedienstes aus.

Der Anteil der Bäume mit mittlerer Kronenverlichtung als Zeichen deutlicher Schädigung lag 1990 im Mittel aller Baumarten erst bei 18,3 Prozent. Zehn Jahre später war er bereits auf 19,3 Prozent gestiegen und erreichte im Jahr 2004 mit 22,8 Prozent seinen Höhepunkt. Damals hatte der heiße und trockene Sommer 2003 den Bäumen sehr zugesetzt. Danach setzte eine leichte Besserung ein: Im Jahr 2006 war der Anteil der Bäume mit mittlerer Kronenverlichtung auf 21,0 Pro-zent gesunken. Im vergangenen Jahr erholte sich der Wald weiter, der Anteil mittlerer Kronenverlichtung ging auf 20,7 Prozent zurück. Zehn Jahre zuvor hatte er allerdings nur bei 18,8 Prozent gelegen – auch dies war schon Besorgnis erregend.

Der Orkan Kyrill und der heiße April im vergangenen Jahr ließ schlimme Befürchtungen bezüglich der Massenvermehrung von Borkenkäfern aufkommen, der anschließende regenreiche Sommer hat aber die Erholung des Waldes begünstigt. Dennoch leidet der Wald weiterhin unter einer zu hohen Belastung mit Luftschadstoffen.

Sehr unterschiedlich ist indes der Schädigungsgrad bei den einzelnen Baumarten. Sorgen-kind ist nach wie vor die Eiche mit dem höchsten Schädigungsgrad. Der hohe Anteil an Kronenverlichtungen von 28 Prozent hat auch gegen den Trend bei den anderen Baumarten im vergangenen Jahr nicht abgenommen. Auch der Buche geht es mit 25,6 Prozent Kronenverlichtungen weiterhin schlecht, seit 2004 hat sich ihr Zustand aber deutlich verbessert. Alle anderen Laubbäume weisen lediglich 17,8 Prozent Kronenverlichtung auf; sie sind damit gesünder als die Nadelbäume mit durchschnittlich 20,3 Prozent. Bei den Nadelbäumen macht vor allem die Fichte Sorge. Mit 20,8 Prozent ist sie am stärksten geschädigt. Dagegen geht es den Kiefern mit lediglich 17,6 Prozent Kronenverlichtungen verhältnismäßig gut.

Besser als im Bundesdurchschnitt geht es dem Wald in Niedersachsen. Hier liegt der Anteil der Kronenverlichtungen im Mittel nur bei 16 Prozent, Spitzenreiter sind das Saarland mit 43 Prozent und Baden-Württemberg mit 40 Prozent. Gesunde Wälder sind für Niedersachsen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Immerhin sind knapp 1,2 Mio. Hektar (ha) der gesamten Landesfläche von 4,7 Mio. ha bewaldet.

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BBV: Chancen des Ökomarkts nutzen

Themen: Bayern,Biolandbau,Förderung,Statistik,Verbände — info @ 15:02

München (agrar.de) – Der Markt für ökologisch erzeugte Lebensmittel hat sich aus der Nische heraus zu einem bedeutenden Marktsegment entwickelt. Dies betonte der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, bei einem Pressegespräch am 18. Februar 2008 in München. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Ökolandbau im Bayerischen Bauernverband, Eberhard Räder, zeigte Sonnleitner die nachhaltigen Marktchancen für die Ökobauern auf.

Der Umsatz stieg im Jahr 2006 um 18 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro und im vergangenen Jahr 2007 um mehr als 15 Prozent. „Damit haben wir die 5 Mrd.-Grenze überschritten. Für das Jahr 2008 rechnen wir mit einem weiteren Rekordumsatz und werden uns sicher auf 6 Mrd. im Bundesgebiet zu bewegen“, sagte Sonnleitner. Durch den Einstieg der Discounter in die Vermarktung von Bio-Lebensmitteln und durch die Sortimentserweiterung im Einzelhandel wachsen die Umsätze und es würden neue Käuferschichten erreicht. Es gebe immer mehr eigene Bio-Supermärkte und die Hofläden werden zunehmend professioneller gestaltet.

Insgesamt zeige sich in Deutschland und Bayern eine wachsende Kluft zwischen der Nachfrage nach Bioprodukten und dem Angebot. „Man kann sogar von Angebotsengpässen sprechen, auch wenn die Preise für viele Produkte merklich angezogen haben.“ Bereits heute komme ein Drittel der Bioware in Deutschland aus dem Ausland. „Es darf aber nicht sein, dass dieses Wachstum des Biomarktes primär ohne deutsche und bayerische Bauern stattfindet“, sagte Sonnleitner.

Der Markt verlange nach mehr Bioprodukten aus der Region Bayern, sagte Eberhard Räder. „Wir brauchen dringend mehr Betriebsleiter, die bereit sind, auf ökologischen Landbau umzustellen, da der Markt nach­haltige Perspektiven bietet.“ In Bayern gibt es der­zeit über 5.000 Öko­be­triebe, die eine Fläche von rund 150.000 ha bewirtschaften.

Räder wies darauf hin, dass die Betriebe in der Um­stellungs­zeit für zwei bis drei Jah­re gravierende Ein­schrän­kungen und finanzielle Ein­bußen in Kauf nehmen wür­den, die nur teilweise ausge­glichen werden. Deshalb sei auch die Politik gefordert. „Die Bundesländer können mit ihren Programmen zur ländlichen Entwicklung Impulse für eine verstärkte Umstellung setzen“, sagte Räder und forderte, dass dies auch mit Agrar­um­weltmaßnahmen aus­reichend unterstützt wer­den müsse. Die Politik könn­te für diese schwierige Zeit zu­sätzlich mit einer ein­ma­ligen Prämie Anreize setzen. Er begrüßte es sehr, dass die Förderung von Investitionen in beson­ders tiergerechte Lauf­stall­systeme bundesweit ver­bes­sert werde.

Bauernpräsident Sonnleitner appellierte an die Verbraucher, auf regionale Herkunft zu achten. Diese Möglichkeit sollten die Konsumenten allerdings auch haben. „Deshalb fordern wir, dass der Verbraucher künftig auch klar erkennen kann, wo die gekauften Bioprodukte herkommen.“ Dies sehe die neue EG-Ökoverordnung im Grundsatz zwar so vor, die praktische Umsetzung müsse aber noch verbessert werden.

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Gesetzentwurf zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich

Themen: Biogas,Energie,Förderung,Landtechnik — info @ 12:02

Berlin (agrar.de) – Der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der Energieversorgung von Gebäuden soll deutlich erhöht werden. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Förderung Erneuerbarer Energien im Wärmebereich (EEWärmeG), der am Donnerstag in den Bundestag eingebracht werden soll, sollen fossile Brennstoffe eingespart und der Ausstoß schädlicher Treibhausgase erheblich verringert werden.

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Eigentümer neuer Gebäude, die nach dem 31.12.2008 fertig gestellt werden, verpflichtet werden, einen bestimmten Wärmeanteil aus erneuerbaren Energien einzusetzen. Als erneuerbare Energien können neben fester Biomasse, Geothermie, Solarthermie, Umweltwärme, Biogas und nachhaltig erzeugtes Pflanzenöl verwandt werden. Um auch Altbauen sozialverträglich sanieren zu können, sieht der Gesetzentwurf zudem flankierende Maßnahmen vor. Eine weitere Regelung ermöglicht es Gemeinden, den Anschluss an ein Wärmenetz vorzuschreiben.

Der Bundesrat unterstützt die Zielrichtung des Gesetzentwurfs, CO2-Emissionen auch im Wärmebereich zu reduzieren. Die Maßnahmen sollten aber so gestaltet werden, dass „die größten Minderungen von CO2-Emissionen zu den geringsten Kosten zu erzielen sind“. Konkret fordert der Bundesrat in seiner Stellungnahme zu dem Gesetzentwurf eine so genannte Duldungspflicht von Nachbarn hinzuzufügen. Danach sollen Nachbarn, die sich nicht an einer Gemeinschaftslösung beteiligen wollen, verpflichtet werden, entsprechende Leitungen auf ihrem Grundstück zu tolerieren. Der Bundesrat möchte zudem, dass auch die Nutzung von betrieblicher Abwärme, die in bestimmten Produktionsprozessen entsteht, als Ersatzmaßnahme vorgesehen wird. Die Überwachung der Regelungen soll durch die Länder erfolgen.

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Müller: BMELV setzt Neuberechnung der Ökoprämien zugunsten der Biobauern durch

Themen: Biolandbau,Förderung,Handel,Wirtschaft — info @ 11:02

Nürnberg/berlin (agrar.de) – „Auf Initiative von Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer haben Bund und Länder beschlossen, sämtliche Prämien für Agrarumweltmaßnahmen und den ökologischen Landbau zu überprüfen. Ziel ist es, deutschen Biobauern einen möglichst vollständigen Ausgleich für höhere Kosten und Einkommensnachteile zu gewähren und damit auch die Umstellungsbereitschaft auf den Ökolandbau zu erhöhen“, gab Dr. Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), im Vorfeld der Eröffnung der Messe BioFach bekannt.

Vor dem Hintergrund gestiegener Erzeugerpreise für konventionelle Agrarprodukte und höherer Kosten z.B. für Energie, böten die gegenwärtigen Bioprämien immer weniger einen Anreiz für deutsche Bauern in den boomenden Biomarkt einzusteigen. „Ziel muss es ein, einen möglichst vollständigen Ausgleich der erhöhten Kosten und Einkommensverluste zu gewähren“, betonte Müller.

Nicht nur in Deutschland boomt der Biomarkt momentan, sondern auch weltweit. Wiederholt zweistellige Wachstumsraten sprechen hier eine eindeutige Sprache.

„In Deutschland hat die Biobewegung ihre Wurzeln. Dass sich die Saat prächtig entwickelt, kann man hier auf der BioFach in Nürnberg sehen“, sagte Müller. Das Ziel der Bundesregierung sei es, die Wettbewerbskraft der deutschen Unternehmen zu stärken und ihnen gute und faire Chancen zu bieten. Dies betrifft sowohl die Neuregelungen in der EG-Öko-Basisverordnung als auch die finanzielle Ausstattung des Ökolandbaus. Deshalb wird das Bundesprogramm Ökologischer Landbau auf dem bisherigen finanziellem Niveau in Höhe von 16 Millionen Euro fortgesetzt, das sind 6 Millionen mehr als unter der Vorgängerregierung vorgesehen.

„Wir werden das Programm auch nicht 2010 beenden, sondern es bis 2015 weiterführen“, so Müller weiter. Hierdurch würden verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen und besonders im Bereich der Forschung weitere Impulse für den Ökolandbau gesetzt.

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Bioland mit überdurchschnittlichem Wachstum

Nürnberg/Mainz (agrar.de) – Bioland hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr seine führende Rolle als größter Anbauverband des ökologischen Landbaus in Deutschland weiter ausgebaut.

Die nach Bioland-Standard bewirtschaftete Fläche hat sich im vergangenen Jahr um 17.500 auf 221.750 Hektar gesteigert. Dies entspricht einer Zunahme von 8,6 Prozent, die deutlich über dem Wachstum der weiteren Anbauverbände mit einem Zuwachs von insgesamt 9.500 Hektar bzw. 2,6 Prozent liegt.

„Das durchschnittliche Flächenwachstum aller Anbauverbände reicht mit knapp 5 Prozent aber bei weitem nicht aus, um die starke Nachfrage zu bedienen. Die Schere zwischen rasch wachsendem Biomarkt und Rohstoffknappheit aus heimischer Produktion hat sich 2007 nicht geschlossen“, interpretiert Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die aktuellen Zahlen. „Der Biomarkt boomt seit vier Jahren mit zweistelligen Wachstumsraten und wird sich auch 2008 positiv entwickeln. Angesichts dieser guten Marktchancen ist es sehr bedauerlich, dass bisher nicht mehr Landwirte in Deutschland den Schritt zur Umstellung ihrer Betriebe auf Bio-Erzeugung mitgehen, zumal 2007 auch die Zahl der Bioland-Vertragsverarbeiter um 80 Unternehmen auf insgesamt 780 gestiegen ist“, so Dosch.

Deutschland ist mit ca. 5,45 Mrd. Euro Bio-Umsatz der mit Abstand größte und für Importeure interessanteste Biomarkt innerhalb Europas. Bioland erwartet in allen Segmenten des Biomarktes auch für die Zukunft sehr gute Wachstumsmöglichkeiten und sucht daher weitere Betriebe, die in Deutschland auf Biolandbau umstellen.

Um dem zunehmenden internationalen Wettbewerb im Biomarkt zu begegnen, hat sich Bioland gezielt die Stärkung heimischer Erzeugerbetriebe zur Aufgabe gemacht. Die Differenzierung über höhere Produktions- und Verarbeitungsstandards, die Implementierung neuer Qualitätssicherungssysteme über verbandseigene Beratungs- und Vermarktungseinrichtungen, der Ausbau der Regionalvermarktung und die verstärkte Kooperation aller Anbauverbände gehören dazu.

Wichtig für heimische Betriebe sei jedoch, neben fairen Erzeugerpreisen, eine kostendeckende Honorierung von besonderen Umweltleistungen, die nicht über den Marktpreis abgegolten sind. Hier sind Bund und Länder in der Verantwortung. Erste positive Signale sieht Bioland in der geplanten Ausrichtung einer eigenen Promotionskampagne der Europäischen Kommission für den Biolandbau in Europa sowie der Bereitschaft von Bund und Ländern, die Prämien für Agrarumweltleistungen neu zu berechnen.

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Im Jahr 2007 über 1,8 Millionen Schlachtungen in Thüringen

Erfurt (agrar.de) – Im Jahr 2007 wurden in Thüringen 1.845.106 als tauglich beurteilte Tiere geschlachtet, darunter 1.764.550 Schweine, 69.962 Rinder, 1.799 Kälber und 7.736 Schafe. Das war zugleich das höchste Ergebnis seit der Erfassung der Schlachtungen nach bundeseinheitlicher Methodik. Die bisher höchste Anzahl der Schlachtungen aus dem Jahr 2000 (1.735.144 Tiere) wurde um 6,3 Prozent überschritten.

Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik wurden 144.771 Tiere bzw. 8,5 Prozent mehr geschlachtet als im Jahr zuvor. Die Schweineschlachtungen lagen um 8,7 Prozent, die Rinderschlachtungen um 6,4 Prozent und die Schafschlachtungen um 2,3 Prozent über dem Niveau von 2006. Dagegen ging die Zahl geschlachteter Kälber um 7,1 Prozent weiter zurück und erreichte den tiefsten Stand seit 1991.

Die Zahl der gewerbliche Schlachtungen stieg 2007 gegenüber 2006 um 146.905 (+ 8,8 Prozent) auf 1.816.732.

Die Hausschlachtungen verlieren immer mehr an Bedeutung. Ihre Zahl sank innerhalb eines Jahres um 2.134 Tiere (- 7,0 Prozent) auf 28.374.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 184.749 Tonnen Fleisch erzeugt. Die Schlachtmenge lag damit um 14.766 Tonnen bzw. 8,7 Prozent über dem Niveau von 2006.
Auf die einzelnen Fleischarten entfielen:

– 163.015 Tonnen Schweinefleisch (+ 13.319 Tonnen bzw. 8,9 Prozent),
– 21.370 Tonnen Rindfleisch (+ 1.452 Tonnen bzw. 7,3 Prozent),
– 170 Tonnen Schaffleisch (+ 4 Tonnen bzw. + 2,4 Prozent),
– 127 Tonnen Kalbfleisch (- 11 Tonnen bzw. – 8,0 Prozent) und
– 67 Tonnen Ziegen- und Pferdefleisch (+ 2 Tonnen bzw. 3,1 Prozent).

Die Thüringer Landwirte erzielten im Durchschnitt aller Handelsklassen im Jahr 2007 für Schweine 1,32 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (kg SG). Die Auszahlungspreise für Schlachtrinder (Meldungen der Freistaaten Thüringen und Sachsen) betrugen 2,24 Euro/kg SG. Getrennt nach Rinderkategorien erzielten Ochsen: 2,31 Euro/kg SG, Bullen: 2,72 Euro, Schlachtkühe: 2,00 Euro und Färsen: 2,12 Euro. Die durchschnittlichen Auszahlungspreise für Kälber lagen bei 2,71 Euro/kg SG.

Die Auszahlungspreise lagen bei allen Tierarten im Jahr 2007 unter denen des Vorjahres.
Im Jahr 2006 wurden für Rinder 2,29 Euro (im Einzelnen – Ochsen: 2,44 Euro; Bullen: 2,86 Euro; Kühe: 1,98 Euro; Färsen: 2,09 Euro) erlöst. Für Kälber wurden im Jahr zuvor je kg SG 3,22 Euro und für Schweine 1,47 Euro erzielt.

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Links zum Bundesland Thüringen.

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Tiere,Wirtschaft — info @ 09:02

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 720 angebotenen Schweinen alle Schweine in 5 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,47 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,46 Euro bis 1,48 Euro verkauft.

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20. Februar 2008

Bayern erhöht Öko-Prämien

Themen: Bayern,Biolandbau,Förderung,Verbände — info @ 17:02

Gräfelfing (agrar.de) – Bayern hat als erstes Bundesland angekündigt, ab 2009 die Ausgleichszahlungen für die Umstellung auf Öko-Landbau von 190 Euro auf 300 Euro zu erhöhen. Ebenfalls soll die Beibehaltungsprämie von 190 auf 210 Euro erhöht werden.

Ein Schritt nach vorn, den die Öko-Verbände in zahlreichen Gesprächen gefordert hatten. „Obwohl die kontraproduktiven Kürzungen damit nicht vollständig zurückgenommen wurden, ist dies ein wichtiges Signal aus einem Bundesland, dass bereits eine hohe Zahl von Öko- Betrieben aufweist. Die anderen Bundesländer müssen folgen!“ forderte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Vorsitzender des Naturland Präsidiums bei der Präsentation der Naturland Statistik heute in München.

Die Naturland Statistik spiegelt die allgemeine Entwicklung des Öko-Landbaus wider:
International verzeichnet Naturland einen Zuwachs von 9,4 Prozent auf über 46.800 Bauern. In Deutschland steigen die Betriebe um 3,2 Prozent auf 1864 Naturland Höfe, obwohl der deutsche Öko-Markt seit vier Jahren zweistellig boomt. Die Nachfrage übersteigt somit das heimische Angebot. Dass nicht mehr Bäuerinnen und Bauern auf Öko-Landbau umstellen, liegt an der Blockade- Haltung der Agrarminister der Bundesländer. Deutsche und internationale Naturland Bäuerinnen und Bauern bewirtschaften im Jahre 2008 insgesamt eine Fläche von über 300.000 Hektar.

Betriebszuwachs hinkt Marktwachstum hinterher

Der Umsatz mit Öko-Produkten in Deutschland hat im vergangenen Jahr über fünf Milliarden Euro betragen. Die Anzahl der Neu-Umsteller auf Öko-Landbau bleibt hinter diesem Rekord zurück. Hans Hohenester: „Im Rahmen des so genannten Gesundheits-Checks der EU-Agrarpolitik fordert Naturland Nachbesserungen für die Unterstützung der umweltgerechten Maßnahmen. Es besteht durchaus die gesellschaftliche Bereitschaft heimische Öko-Erzeugung besser zu honorieren. Da sehen wir bundesweit die Agrarpolitik in der Pflicht.“ Die Umweltleistungen des Öko-Landbaus beim Klima-, Boden- und Wasserschutz müssen endlich von der Politik wieder wahrgenommen und honoriert werden. Das nachhaltige Wirtschaften der Öko-Bauern sichert weltweit Flächen, die in Zukunft dringend zur Ernährungssicherung benötigt werden.

Chancen für Öko-Bauern weltweit

Naturland Bauern wirtschaften in 31 Ländern nach den strengen Naturland Richtlinien. Teegärten in Indien und Sri Lanka, Kaffee- und Kakaokooperativen in Mexiko, Peru oder Bolivien gehören ebenso zur Naturland Gemeinschaft wie Erzeuger von Bananen in Ecuador, Shrimps in Vietnam oder Oliven in Griechenland. Der Anschluss an den weltweiten Öko- Markt bringt für alle Seiten klare Vorteile: Die Kleinbauern bekommen einen Aufpreis für ihre Erzeugnisse und der ökologische Anbau schützt die Umwelt und die Gesundheit der Arbeiter.

Starker Anstieg bei Wildsammlung

Die zertifizierte Wildsammlungsfläche von Naturland ist überproportional stark auf 440.000 Hektar weltweit gestiegen. Hauptprodukte sind die Shea-Nuss aus Uganda als Grundstoff für die Naturkosmetik sowie Paranüsse aus Bolivien. Es folgen die Länder Mexiko (Agave) und Südafrika (Rooibosh-Tee).

Produkte aus Wildsammlung müssen ohne oder nur mit geringem Einfluss des Sammlers aufwachsen und von diesem nach einem sozial- und umweltverträglichen System geerntet werden. Der einzige Eingriff des Menschen besteht in der nachhaltigen Ernte (Sammlung) dieser wild wachsenden Produkte beziehungsweise in Maßnahmen zur Förderung der natürlichen Wachstumsmöglichkeiten dieser Pflanzen wie zum Beispiel durch Erosionsschutz.

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