26. Februar 2008

Mehr Arbeitsplätze in der Landwirtschaft – mehr Geld aus Brüssel

EU-Agrarausschuss schlägt neue Kriterien bei der Vergabe von Fördergeldern vor

Brüssel (agrar.de) – „Der Agrarausschuss hat heute dem Vorschlag der Kommission zur Kürzung von Direktbeihilfen an flächenstarke Betriebe, – wenn auch mit entscheidenden Änderungen – zugestimmt. Dem Vorschlag der Kommission, nach dem Zahlungen über 100.000 Euro um 10 Prozent gekürzt würden, Zahlungen über 200.000 Euro um 25 Prozent und Zahlungen über 300.000 Euro um 45 Prozent wurde unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass arbeitsintensive Betriebe ihre Lohnkosten in Ansatz bringen können, um diese Degression zu mildern oder zu vermeiden“, erklärt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament. „Damit werden die zum Teil großen Unterschiede innerhalb der Kategorie ‚Großbetriebe‘ Berücksichtigung finden. Landwirtschaftliche Betriebe mit einem hohen Arbeitsplatzangebot und damit hohen Lohnkosten sind damit besser gestellt als Betriebe, die auf Menschen verzichten.“

„So gibt es zum Beispiel in der Praxis Betriebe mit 2.000 Hektar, die mit 5 Arbeitskräften, und in anderen Fällen mit über 50 Arbeitskräften bewirtschaftet werden. Die Rechnung ist einfach, beide bekommen ca. 600.000 Euro Hektarprämie pro Jahr aus Brüssel, so dass umgerechnet einmal 120 000 Euro, einmal 12 000 Euro je Arbeitskraft ausgezahlt werden“, so Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen. „Nach Auffassung des Ausschusses darf ein Betrieb mit vergleichbar vielen Arbeitskräften nicht von der Degression betroffen werden.“

„Auch bei der Modulation hat sich der Agrarausschuss für eine degressive Lösung ausgesprochen, so dass aus Prämien von 10.000-100.000 Euro 1 Prozent der Zahlungen in die zweite Säule umverteilt würde, bei Prämien von 100.000 bis 200.000 Euro 2 Prozent, bei Prämien von 200.000-300.000 Euro 3 Prozent, bei Prämien über 300.000 Euro 4 Prozent.“ so Graefe zu Baringdorf. „Der Agrarausschuss fordert außerdem eine Evaluierung der 1. Säule; denn bisher wurden nur die Agrarzahlungen der 2. Säule evaluiert, die Mittel der ersten Säule wurden ohne Rückmeldung über die Erreichung von Zielen ausgezahlt. Der Agrarausschuss fordert zudem die Kommission auf, das Konzept des qualifizierten Marktzugangs zur Förderung von Nachhaltigkeitsstandards in der Landwirtschaft aktiv in die WTO-Verhandlungen einzubringen, damit die landwirtschaftliche Erzeugung in der EU keinem sozial-ökologischen Dumping ausgesetzt wird.“

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