28. Februar 2008

Österreich: Starke Weinernte 2007

Themen: Erntebericht,Österreich,Statistik,Wein — info @ 10:02

Wien (agrar.de) – Nach der mit Stichtag 30. November durchgeführten Weinernteerhebung konnte im Jahr 2007 auf einer Fläche von 44.200 ha (+1 Prozent zu 2006) eine Weinernte von 2.628.000 hl eingebracht werden. Dieses Ergebnis lag laut Statistik Austria um 16 Prozent über jenem des Vorjahres und um 6 Prozent über dem Ernteschnitt der letzten 5 Jahre.

Turbulenter Vegetationsverlauf

Das Weinjahr 2007 war bis in den Spätsommer hinein von einer hartnäckigen Trockenperiode geprägt, die von regional heftigen Unwettern begleitet wurde, wobei gebietsweise (u.a. Thermenregion, Carnuntum) massiver Hagelschlag auftrat. Aufgrund der hohen Frühsommer-temperaturen wurden vermehrt Sonnenschäden („Sonnenbrand“) an den Trauben registriert – eine sehr zeitige und geringe Ernte zeichnete sich ab. Anfang September wurden österreichweit sehr hohe Niederschlagsmengen notiert; zur Begrenzung von Verlusten mussten deshalb fäulnisanfällige Sorten (z.B. Riesling) rasch gelesen werden. Der folgende Altweibersommer brachte dann außergewöhnlich viele Sonnenstunden und ermöglichte damit eine extrem lang andauernde Leseperiode. Nach zwei mengenschwachen Jahrgängen konnte somit wieder eine „stärkere“ Lese erzielt werden, wobei die qualitativen Eigenschaften des Traubenmaterials in hohem Maße vom Erntezeitpunkt abhängig waren.

Produktionszuwächse in allen Bundesländern

Im Bundeslandvergleich konnten in allen weinbautreibenden Ländern mehr oder weniger überdurchschnittliche Erntemengen eingebracht werden. So lag Niederösterreich mit 1,6 Mio. hl um 23 Prozent über dem Vorjahreswert sowie um 5 Prozent über dem Ernteschnitt der letzten 5 Jahre und auch das Burgenland verzeichnete mit einer Gesamtweinernte von 797.400 hl ein Plus von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Deutlich „übernormale“ Erntemengen konnten in der Steiermark mit 220.500 hl (+20 Prozent zu 2006) als auch in Wien mit 21.700 hl (+15 Prozent zu 2006) produziert werden.

Mit österreichweit 1,6 Mio. hl Weißwein wurde das magere Vorjahresergebnis um 17 Prozent übertroffen, der Fünfjahresschnitt jedoch knapp (-2 Prozent) verfehlt. Nach den hohen Verrieselungsverlusten (beim Grünen Veltliner) des Vorjahres verzeichnete Niederösterreich mit 1,1 Mio. hl (+25 Prozent zu 2006) wieder deutliche Zugewinne bei Weißwein – ein Plus von 5 Prozent gegenüber der durchschnittlichen Weißweinernte der letzen 5 Jahre. Innerhalb Niederösterreichs wies das Weinviertel mit 619.400 hl (+30 Prozent zu 2006) neben dem Weinbaugebiet Wagram (vormals Donauland) mit 104.800 hl (+38 Prozent zu 2006) und der Wachau mit 60.300 hl (+35 Prozent zu 2006) die stärksten Zugewinne am Weißweinsektor aus. Im Burgenland wurde mit 315.000 hl gegenüber 2006 um 5 Prozent weniger Weißwein gekeltert, womit auch der Fünfjahresschnitt um 12 Prozent verfehlt wurde. Mit 198.400 hl (-8 Prozent zu 2006) stammte hier ein Großteil (63 Prozent) aus dem Weinbaugebiet Neusiedlersee. Die Steiermark konnte ihre Weißweinproduktion auf 158.800 hl (+18 Prozent zu 2006) steigern, womit der Ernteschnitt um 24 Prozent übertroffen wurde. Auch in Wien lag die Weißweinproduktion mit 15.600 hl (+14 Prozent zu 2006) deutlich über dem Ernteschnitt der letzten 5 Jahre (+15 Prozent).

Überdurchschnittlich viel Rotwein

Rotweine erzielten im Jahr 2007 deutliche Produktionssteigerungen und notierten mit 1,0 Mio. hl (+16 Prozent zu 2006) ein überdurchschnittliches Ernteergebnis (+21 Prozent zum Fünfjahresschnitt). So stammten aus dem Burgenland 482.400 hl Rotwein (+11 Prozent zu 2006; +17 Prozent zum Fünfjahresschnitt), wobei 213.000 hl (+3 Prozent zu 2006) im Weinbaugebiet Neusiedlersee produziert wurden. Niederösterreich trug 493.900 hl (+19 Prozent zu 2006) zur Rotweinproduktion bei und lag damit weit (+22 Prozent) über dem 5-jährigen Ernteschnitt. Auch die Steiermark steigerte die Rotweinernte deutlich auf 61.700 hl (+24 Prozent zu 2006) und notierte damit sogar 35 Prozent über dem Fünfjahresschnitt.

Mehr Qualitäts- und Prädikatsweine

Qualitäts- und Prädikatsweine erzielten mit 2,3 Mio. hl (+14 Prozent zu 2006) ein überdurchschnittliches Produktionsniveau (+8 Prozent zum Fünfjahresschnitt). Besonders hohe Zuwächse waren in der Steiermark auf 191.400 hl (+23 Prozent zu 2006), in Wien auf 18.000 hl (+19 Prozent zu 2006) und in Niederösterreich auf 1,4 Mio. hl (+18 Prozent zu 2006) zu verzeichnen. Das Burgenland steigerte seine Produktion an Qualitäts- und Prädikatsweinen vergleichsweise geringfügig auf 699.200 hl (+4 Prozent zu 2006). Die Erntemenge an Tafel- und Landweinen stieg 2007 mit 290.400 hl (+43 Prozent zu 2006) kräftig an; trotzdem konnte der Ernteschnitt der letzten 5 Jahre nicht erreicht werden (-9 Prozent). Die Zuwächse an Tafel- und Landweinen gingen vor allem auf das Konto von Niederösterreich, wo mit 187.700 hl (+94 Prozent zu 2006) fast eine Verdoppelung der vorjährigen Produktion festzustellen war. Rückläufige Erntemengen waren im Burgenland mit 75.600 hl (-5 Prozent zu 2006) und der Steiermark mit 24.200 hl (-1 Prozent zu 2006) festzustellen, während in Wien mit 2.700 hl (+9 Prozent zu 2006) ein Plus notiert werden konnte.

Tiefstand bei gelagertem Wein

Nach der mit Stichtag 31. Juli 2007 durchgeführten Weinbestandserhebung lag der Weinbestand mit 2,4 Mio. hl um 10 Prozent unter der vorjährigen Lagermenge, womit die durchschnittliche Bestandsmenge der letzten 5 Jahre sogar um 16 Prozent unterschritten wurde. Zwei mengenschwache Jahrgänge (2005, 2006) sowie steigende Exportzahlen führten insbesondere bei Weißweinen mit 1,3 Mio. hl (-15 Prozent) zu einer Lichtung der Lager; mit 1,1 Mio. hl reduzierten sich auch die Lagerbestände an Rotweinen um 4 Prozent.

Qualitäts- und Prädikatsweine verringerten ihre Lagermenge um 9 Prozent auf 1,9 Mio. hl, wobei hier Weißweine mit 960.300 hl um 16 Prozent und Rotweine mit 947.700 hl um 2 Prozent zurückgingen. Mit einem Minus von 12 Prozent war in Niederösterreich der massivste Lagerschwund bei Qualitäts- und Prädikatsweinen festzustellen, wobei hier das Weißweinlager sogar um 18 Prozent zurückging.

Bei Tafel- und Landwein konnte mit 401.000 hl ein Bestands-Minus von 15 Prozent festgestellt werden, wobei Rotweine (148.600 hl; -15 Prozent) wie auch Weißweine (252.500 hl; -14 Prozent) gleichermaßen betroffen waren.

Auch Schaumwein und sonstige Erzeugnisse (118.000 hl; -6 Prozent), Wein aus Drittländern (8.100 hl; -9 Prozent) sowie Traubenmost (2.400 hl; -3 Prozent) notierten unter dem Lagerstand des Vorjahres.

Im Bundeslandvergleich hielt Niederösterreich mit 1,5 Mio. hl (-13 Prozent) den größten Weinbestand, gefolgt vom Burgenland mit 662.300 hl (-7 Prozent), der Steiermark mit unverändert 163.900 hl und Wien mit 84.600 hl (-19 Prozent).

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Niedersachsen: Naturschutzfläche kräftig gewachsen

In zwei Jahren 20.000 ha mehr – Landvolk für freiwillige Vereinbarungen

Hannover (agrar.de) – Beim Naturschutz hat Niedersachsen in den vergangenen zwei Jahren einen großen Sprung nach vorn gemacht: Die Fläche der Naturschutzgebiete stieg nach Angaben des Landvolks Niedersachsen seit Ende 2005 von 151.772 Hektar (ha) auf jetzt immerhin 240.756 ha. Zugleich erhöhte sich die Zahl der Naturschutzgebiete um 36 auf nunmehr 753. Zwar hat die Ausweisung eines Teils des Küstenmeeres außerhalb des Nationalparks Wattenmeer als Naturschutzgebiet mit allein 68.000 ha erheblich zum Flächenzuwachs beigetragen, dennoch bleibt auch ohne die Nordsee noch ein kräftiger Gebietszuwachs bei den Naturschutzgebieten von über 20.000 ha.

Im Jahr 2005 hatte der Zuwachs lediglich knapp 5.000 ha betragen. Weitere ungefähr eine Mio. ha, das ist gut ein Fünftel der gesamten Landesfläche, stehen unter Landschaftsschutz. Hier gelten zwar weniger gravierende Einschränkungen als unter dem strengen Regiment des Naturschutzes, dennoch hat auch hier die Natur Vorrang vor Veränderungen des Landschaftsbildes. Hinzu kommen knapp 300.000 ha Nationalparke im Harz und Wattenmeer sowie knapp 60.000 ha Biosphärenre-servat Elbtalaue. Außerdem unterliegen knapp 2.000 ha mit Naturdenkmalen sowie 1.000 ha geschützte Landschaftsbestandteile besonderem Schutz.

Zum starken Zuwachs bei den Naturschutzgebieten hat die Ausweisung einiger großer Moorgebiete entscheidend beigetragen, so das Uchter Moor in den Landkreisen Diepholz und Nienburg mit allein 3.263 ha. Weitere Moorflächen kamen im Landkreis Emsland (1.056 ha), in der Grafschaft Bentheim (1.580 ha) und bei Buxtehude (1.317 ha) hinzu. Ebenfalls eine große Fläche hat der Landkreis Celle mit dem 2.435 ha umfassenden Naturschutzgebiet Lutter beigesteuert. Aber auch viele kleinere Biotope mit speziellen Artengesellschaften und seltenen Tieren oder Pflanzen sind neu unter Schutz gestellt worden. Nach wie vor weist der ehemalige Regierungsbezirk Lüneburg die größte Naturschutzfläche auf. Hier befindet sich zugleich mit der Lüneburger Heide das größte und älteste deutsche Naturschutzgebiet mit fast 23.500 ha. An zweiter Stelle steht das Weser-Ems-Gebiet, wo ins-besondere die Moore große Areale stellen.

Die Ausweisung neuer Naturschutzgebiete ist in der Regel mit der Inanspruchnahme von bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen verbunden. Hier ist die Bewirtschaftung häufig gar nicht mehr oder zumindest nur noch mit erheblichen Auflagen möglich. Auf der anderen Seite brauchen viele Biotope weiterhin eine behutsame Pflege, um den Naturschutzzielen gerecht zu werden. Der Landvolkverband gibt hier freiwilligen Vereinbarungen mit den Landwirten den Vorrang vor gesetzlichen Auflagen. Dieses Konzept hat sich nach Ansicht des Verbandes bewährt und fördert die Akzeptanz des Naturschutzes bei den Bauern.

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Deutsche Landtechnik weltweit gefragt

Themen: Landtechnik,Statistik,Wirtschaft — info @ 09:02

Seit Jahren steigende Umsätze – 2007 neuer Rekord bei den Ausfuhren

Hannover (agrar.de) – Deutschlands Landtechnik-Industrie schreibt seit geraumer Zeit eine Erfolgsgeschichte. Schon bevor der allgemeine Wirtschaftsaufschwung begonnen hatte, zeigte das Umsatzbarometer der Landtechniker nach oben, und im vergangenen Jahr haben sie noch einmal draufgesattelt, berichtet der niedersächsische Landvolk-Pressedienst.

Im Jahr 2004 betrug der gesamte Produktionswert der deutschen Landmaschinenindustrie 4,51 Mrd. Euro; er stieg im Jahr darauf bereits auf 4,72 Mrd. Euro. Bis zum Jahr 2006 steigerte sich der Produktionswert weiter auf 5,19 Mrd. Euro und machte 2007 einen regelrechten Sprung auf 6,06 Mrd. Euro. Das ist allein gegenüber 2006 eine Steigerung um 16,7 Prozent.

Dieser Erfolg hat vor allem einen Grund: Landtechnik „Made in Germany“ wird weltweit zunehmend gefragt. Gerade im vergangenen Jahr konnte die deutsche Landtechnik enorme Exporterfolge verbuchen und einen neuen Rekord aufstellen. Die Ausfuhren stiegen gegenüber 2006 um 24 Prozent auf 4,49 Mrd. Euro. Damit erreichte die Exportquote knapp 75 Prozent.

Dagegen konnten die deutschen Landmaschinenhersteller ihren Heimatmarkt trotz steigender Investitionsbereitschaft der deutschen Bauern nicht weiter ausbauen. Hier stagnierten die Umsätze bei 1,56 Mrd. Euro, während Importe zunahmen. Insgesamt wurden in Deutschland Landmaschinen und Traktoren im Wert von 3,64 Mrd. Euro verkauft und damit mehr als doppelt soviel wie der Inlandsumsatz deutscher Hersteller. Allerdings melden die Hersteller aktuell eine steigende Nachfrage auch in Deutschland, vor allem bei Erntemaschinen. Wichtigster Auslandsmarkt für deutsche Landtechnik ist nach wie vor Frankreich, wo 15 Prozent aller Exporte hingehen. Zum zweitwichtigsten Markt hat sich Russland entwickelt, die Exporte dorthin stiegen im vergangenen Jahr um 25 Prozent. Dagegen gingen die Exporte in die USA, vor allem wechselkursbedingt, um neun Prozent zurück.

An der gesamten Inlandsproduktion halten sich Traktoren und Landmaschinen mit jeweils gut drei Mrd. Euro ungefähr die Waage. Allerdings werden wertmäßig mit einem Anteil von 2,38 Mrd. Euro mehr Traktoren als übrige Landmaschinen exportiert. Beim Inlandsabsatz ist dagegen der Anteil der Traktoren mit 1,2 Mrd. Euro nur halb so hoch wie bei den übrigen Landmaschinen mit 2,4 Mrd. Euro. Etwa gleich sind auch die Verhältnisse bei den Anteilen deutscher Hersteller: Auf deutsche Traktoren entfällt mit 642 Mio. Euro ungefähr ein Drittel des Inlandsabsatzes deutscher Hersteller, auf übrige Landmaschinen entfallen mit 922 Mio. Euro zwei Drittel. Dabei wurde das Plus beim Traktorenabsatz gegenüber 2006 durch einen Umsatzrückgang bei Landmaschinen etwa ausgeglichen.

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Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Internet,Schweine,Tiere — info @ 09:02

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 655 angebotenen Schweinen alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,45 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,44 Euro bis 1,45 Euro verkauft.

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27. Februar 2008

Rheinland-Pfalz: Winzer ernteten 6,8 Millionen Hektoliter Weinmost

Themen: Erntebericht,Rheinland-Pfalz,Statistik,Wein — info @ 20:02

Bad Ems (agrar.de) – Die rheinland-pfälzischen Winzer haben im Jahr 2007 eine überdurchschnittliche Erntemenge eingebracht. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden knapp 6,8 Millionen Hektoliter Weinmost geerntet, das waren 1,6 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Das Ergebnis des Jahres 2006 (5,9 Millionen Hektoliter) wurde um 15 Prozent übertroffen.

Für die Rebenentwicklung stand im vergangenen Jahr ein langer Vegetationszeitraum zur Verfügung. Aufgrund des trockenen und warmen Aprils setzte das Wachstum früh ein, und so war bereits Anfang Juni die Blüte abgeschlossen. Wegen des Reifevorsprungs begann die Lese früher als in den vergangenen Jahren. Sie zog sich dann aber witterungsbedingt länger hin, so dass die Erntezeiträume der mittelfrühen und späten Sorten fast denen früherer Jahre entsprachen. Die eher kühlen Nächte im September sorgten zudem dafür, dass die Trauben gesund blieben und entsprechend der Reifeentwicklung gelesen werden konnten.

Qualitätsweinanteil bei 62 Prozent

Der größte Teil des Mostes wurde zu Qualitätswein ausgebaut (62 Prozent); für einen Ausbau als Qualitätswein mit Prädikat (Kabinett, Spätlese, Auslese) wurden 29 Prozent verwendet. Die Ernteberichterstatter hatten im November 2007 die Qualität des Mostes deutlich besser beurteilt und waren von 39 Prozent Qualitätswein bzw. 61 Prozent Qualitätswein mit Prädikat ausgegangen. Aus Vermarktungsgründen haben jedoch offensichtlich viele Winzer den Most nicht in der höchstmöglichen Qualitätsstufe ausgebaut. Die Verbraucher dürften daher vielfach eine sehr gute Qualität in der Flasche vorfinden.

Riesling vorn, Dornfelder überholt Müller-Thurgau

Gut 65 Prozent der Erntemenge stammten aus weißen Trauben. Ihr Anteil ist seit vier Jahren stabil, nachdem es von Mitte der 1990er-Jahre an einen deutlichen Rückgang zugunsten roter Rebsorten gegeben hatte. Die größte Erntemenge entfiel mit 1,5 Millionen Hektoliter (22,2 Prozent) auf Riesling; sie stieg gegenüber 2006 um 34 Prozent. Dornfelder folgt mit einem Anteil von 16 Prozent auf Rang zwei (1,1 Millionen Hektoliter, plus 14 Prozent). Er lag damit erstmals vor dem Müller-Thurgau, auf den 15,4 Prozent der Erntemenge entfielen. Mit einer Million Hektoliter übertraf dessen Erntemenge nur geringfügig den Vorjahreswert.

Größte Menge in Rheinhessen – Mittelrhein, Nahe und Pfalz mit stärksten Zuwächsen

Im Anbaugebiet Rheinhessen wurden rund 2,8 Millionen Hektoliter (plus 11 Prozent) geerntet. Eine größere Menge wurde dort zuletzt 1999 mit 3,2 Millionen Hektoliter eingebracht. Eine noch stärkere Zunahme weist mit plus 21 Prozent die Pfalz aus. Hier wurden etwa 2,5 Millionen Hektoliter geerntet. An der Mosel betrug die Erntemenge 0,9 Millionen Hektoliter (plus 12 Prozent). Große Zuwächse verzeichneten auch die Anbaugebiete Mittelrhein (34.000 Hektoliter, plus 22 Prozent) und Nahe (397.000 Hektoliter, plus 21 Prozent). Lediglich an der Ahr lag die Erntemenge mit 45.600 Hektoliter um 4,3 Prozent unter der des Vorjahres.

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Erntehelfer händeringend gesucht

Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern spricht von verfahrener Situation

Bonn (agrar.de) – Viele Sonderkulturbetriebe werden auch in diesem Jahr Schwierigkeiten haben, Erntehelfer für die Saison 2008 zusammen zu bekommen.

Viele polnische Erntehelfer, die den Betrieben bislang zur Verfügung standen, kommen nicht mehr nach Deutschland. Darauf hat, wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, der Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Christoph Nagelschmitz, in einem Interview mit der in Bonn erscheinenden Landwirtschaftlichen Zeitschrift Rheinland hingewiesen. Nach den Worten Nagelschmitz habe die Misere mehrere Gründe. Unter anderem nutzten viele polnische Saisonarbeitskräfte inzwischen die Möglichkeit zur langfristigen Beschäftigung in benachbarten EU-Ländern, wo zumindest auf dem Papier höhere Löhne gezahlt würden. Außerdem habe sich die wirtschaftliche Lage in Polen erheblich verbessert, so dass polnische Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nicht mehr für eine Saisontätigkeit in Deutschland freistellten. Gleichzeitig würden inzwischen auch in Polen Löhne gezahlt, die vergleichbar mit der hiesigen Bezahlung für Erntehelfer sei. Da auch der polnische Zloty gegenüber dem Euro enorm an Wert gewonnen habe, bestehe für polnische Erntehelfer kein großer Anreiz mehr, eine Beschäftigung in Deutschland aufzunehmen, so Nagelschmitz.

Um den betroffenen Betrieben zu helfen, bemühe sich der Provinzialverband im Augenblick darum, eine Verlängerung der maximalen Beschäftigungsdauer einer einzelnen Saisonarbeitskraft zu erreichen, hob der Präsident hervor. So versuche man im Augenblick die Grenze, die momentan bei vier Monaten im Kalenderjahr liege, auf neun Monate zu verlängern. Dies gestalte sich allerdings sehr schwierig und stoße bei der Politik zurzeit auf wenig Bereitschaft.

„Auf der anderen Seite versuchen wir Vermittlungsabsprachen mit anderen Staaten außerhalb der EU zu erreichen, wie Moldawien, Weißrussland und der Ukraine“, sagte Nagelschmitz. Hiermit wolle man erreichen, dass langfristig wieder Arbeitskräftepotenzial für die Betriebe erschlossen werde. Denn die Staaten, die jetzt schon der EU angehörten, würden über kurz oder lang volle Freizügigkeit auf dem deutschen Arbeitsmarkt bekommen. „Dann ist davon auszugehen, dass die Personen, die aus den EU-Staaten nach Deutschland kommen, durchaus in anderen Branchen arbeiten, in denen zum Teil deutlich mehr gezahlt werden kann als in der Landwirtschaft“, befürchtete der Präsident.

Angesichts der derzeit sehr verfahrenen Situation empfehle der Provinzialverband den Betrieben, Arbeitskräfte über eine längerfristige Beschäftigung und über die Lohnhöhe an ihren Betrieb zu binden. Nagelschmitz: „Denn die Erfahrung zeigt, dass die Erntehelfer nicht mehr bereit sind, zu den derzeit geltenden Tariflöhnen, die ja im Interesse der Betriebe über Jahre konstant gehalten worden sind, hier nach Deutschland zu kommen.“

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EU-Agrarausschuss: Überprüfung der GAP ohne Systembruch

Themen: Agrarrecht,EU,Förderung,GAP,International — info @ 09:02

Brüssel (agrar.de) – Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat mit großer Mehrheit den Bericht des CDU-Europaabgeordneten Lutz Goepel zur Halbzeitbewertung (‚Health Check‘) der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) angenommen.

Damit spricht sich der Ausschuss klar für eine behutsame Überprüfung der GAP ohne Systembrüche bis zum Jahr 2013 aus und lehnt die Vorschläge der Kommission in ihrer jetzigen Form ab. „Ziel des Health Checks ist es, die Gemeinsame Agrarpolitik im Sinne einer wettbewerbsfähigen, nachhaltigen, sozialen, multifunktionalen und flächendeckenden Landwirtschaft weiterzuentwickeln. Die Forderungen der Kommission nach einer pauschalen Degression, sprich Beseitigung, der Direktbeihilfen im Rahmen der laufenden Planungsperiode bis 2013 erfüllen diesen Zweck jedoch nicht“, so Goepel.

Der Berichterstatter schlägt stattdessen eine moderate „progressive Modulation“ bei den Direktzahlungen vor. Weiterhin forderte Goepel angesichts der wachsenden Schwankungen auf den Weltmärkten und steigender Rohstoffkosten die Schaffung zusätzlicher Systeme der Risikovorsorge, die jedoch national kofinanziert werden müssten. Ferner sollten Produktionsbeschränkungen zum Beispiel durch die Milchquote spätestens ab dem Jahre 2015 entfallen, während die bisherigen Fördermaßnahmen für Energiepflanzen (Biokraftstoffe) angesichts der Marktentwicklung sofort abgeschafft und stattdessen in die ländliche Entwicklung umgeleitet werden könnten.

Entscheidend sei es, bei der GAP-Bewertung einen Kompromiss zu finden zwischen der erforderlichen Planungssicherheit für die europäischen Landwirte und mehr Flexibilität für die Mitgliedstaaten, je nach Marktentwicklung. „Es ist deshalb grundsätzlich richtig, wenn die Direktbeihilfen von historischen Referenzbeträgen weiter gelöst und damit entkoppelt werden. Dies darf aber nicht auf einen generellen Kahlschlag hinauslaufen. Deshalb ist es richtig, den Mitgliedstaaten in Zukunft 12 Prozent der Direktzahlungen für die Finanzierung des Risikomanagements auf freiwilliger Basis zuzugestehen“, erklärte der agrarpolitische Sprecher der EVP-ED-Fraktion. Damit werde es möglich, die schon vorhandene Risikoabsicherung einzelner Sektoren wie etwa beim Wein, Obst oder Gemüse für den Fall von Umweltkrisen oder Marktschwankungen auf andere Bereiche auszudehnen. Gleichzeitig forderte der Ausschuss die Kommission jedoch auch auf, insbesondere im Hinblick auf die Krise der europäischen Tierhaltung bis spätestens 2010 konstruktive Vorschläge für dessen dauerhafte Sicherung zu machen.

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26. Februar 2008

Mehr Arbeitsplätze in der Landwirtschaft – mehr Geld aus Brüssel

EU-Agrarausschuss schlägt neue Kriterien bei der Vergabe von Fördergeldern vor

Brüssel (agrar.de) – „Der Agrarausschuss hat heute dem Vorschlag der Kommission zur Kürzung von Direktbeihilfen an flächenstarke Betriebe, – wenn auch mit entscheidenden Änderungen – zugestimmt. Dem Vorschlag der Kommission, nach dem Zahlungen über 100.000 Euro um 10 Prozent gekürzt würden, Zahlungen über 200.000 Euro um 25 Prozent und Zahlungen über 300.000 Euro um 45 Prozent wurde unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass arbeitsintensive Betriebe ihre Lohnkosten in Ansatz bringen können, um diese Degression zu mildern oder zu vermeiden“, erklärt Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament. „Damit werden die zum Teil großen Unterschiede innerhalb der Kategorie ‚Großbetriebe‘ Berücksichtigung finden. Landwirtschaftliche Betriebe mit einem hohen Arbeitsplatzangebot und damit hohen Lohnkosten sind damit besser gestellt als Betriebe, die auf Menschen verzichten.“

„So gibt es zum Beispiel in der Praxis Betriebe mit 2.000 Hektar, die mit 5 Arbeitskräften, und in anderen Fällen mit über 50 Arbeitskräften bewirtschaftet werden. Die Rechnung ist einfach, beide bekommen ca. 600.000 Euro Hektarprämie pro Jahr aus Brüssel, so dass umgerechnet einmal 120 000 Euro, einmal 12 000 Euro je Arbeitskraft ausgezahlt werden“, so Graefe zu Baringdorf, Europaabgeordneter für Bündnis 90/Die Grünen. „Nach Auffassung des Ausschusses darf ein Betrieb mit vergleichbar vielen Arbeitskräften nicht von der Degression betroffen werden.“

„Auch bei der Modulation hat sich der Agrarausschuss für eine degressive Lösung ausgesprochen, so dass aus Prämien von 10.000-100.000 Euro 1 Prozent der Zahlungen in die zweite Säule umverteilt würde, bei Prämien von 100.000 bis 200.000 Euro 2 Prozent, bei Prämien von 200.000-300.000 Euro 3 Prozent, bei Prämien über 300.000 Euro 4 Prozent.“ so Graefe zu Baringdorf. „Der Agrarausschuss fordert außerdem eine Evaluierung der 1. Säule; denn bisher wurden nur die Agrarzahlungen der 2. Säule evaluiert, die Mittel der ersten Säule wurden ohne Rückmeldung über die Erreichung von Zielen ausgezahlt. Der Agrarausschuss fordert zudem die Kommission auf, das Konzept des qualifizierten Marktzugangs zur Förderung von Nachhaltigkeitsstandards in der Landwirtschaft aktiv in die WTO-Verhandlungen einzubringen, damit die landwirtschaftliche Erzeugung in der EU keinem sozial-ökologischen Dumping ausgesetzt wird.“

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Sachsen-Anhalt: Rückgang der gepachteten Flächen, höhere Pachtpreise

Halle (agrar.de) – Nach den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2007 veränderten sich im Land Sachsen-Anhalt die Besitzverhältnisse am Boden in der Landwirtschaft weiter zugunsten des Eigenlandes.

Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren 2007 rd. 954.800 Hektar bzw. 81 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche Sachsen-Anhalts Pachtland. Vor zehn Jahren lag der Pachtanteil noch bei 93 Prozent (2005: 84 Prozent). Die Pachtpreise beliefen sich 2007 auf durchschnittlich 172 Euro je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche, 6 Euro mehr als vor zwei Jahren.

Drei Viertel aller landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten 2007 fremden Boden. Rückläufig war dabei in den vergangenen 10 Jahren der Anteil der Agrarbetriebe, die ausschließlich Pachtflächen nutzen, d.h. kein Eigenland bewirtschaften (von 35 Prozent 1997 auf 22 Prozent 2007).

Mit zunehmender Betriebsgröße ist ein höherer Pachtanteil zu verzeichnen. So lag 2007 die Pachtquote bei Betrieben mit weniger als 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche bei 59 Prozent, demgegenüber wurden von Betrieben zwischen 100 und 1.000 Hektar 80 Prozent und von Betrieben mit mehr als 1.000 Hektar 87 Prozent der Fläche zugepachtet.

Das Jahrespachtentgelt von 172 Euro, das 2007 durchschnittlich für die Nutzung von einem Hektar fremden Bodens zu zahlen war, ist um ein Drittel höher als vor zehn Jahren. Dabei betrug der Pachtpreis je Hektar Ackerland 194 Euro und je Hektar Grünland 82 Euro.

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Informationen zu Pachtpreisen in den Bundesländern.

Mecklenburg-Vorpommern: Schlachtungen 2007

Gewerbliche Schlachtungen 2007 bei Rindern um 7 Prozent über und bei Schweinen um 20 Prozent unter dem mehrjährigen Durchschnitt – Geflügelschlachtungen tendenziell rückläufig

Schwerin (agrar.de) – Gewerblich geschlachtet wurden 2007 in Mecklenburg-Vorpommern 146.600 Rinder und 424.500 Schweine. Wie das Statistische Amt weiter mitteilt, hielt bei der Erzeugung von Rindfleisch die positive Entwicklung der letzten Jahre an. Bei Schweinefleisch hingegen wurde trotz beträchtlicher Steigerung gegenüber 2006 der mehrjährige Durchschnitt um 20 Prozent unterschritten. Bei Schafen setzte sich mit 22.100 Schlachtungen der Aufwärtstrend fort. Die Jahreserzeugung von Geflügelfleisch ist zum zweiten Mal in Folge rückläufig.

Im zurückliegenden Jahr erzeugten die Schlachthöfe in Mecklenburg-Vorpommern aus gewerblichen Schlachtungen 44.200 Tonnen Rindfleisch, das sind 9 Prozent mehr als 2006 und 7 Prozent mehr als im mehrjährigen Mittel. Die Produktion von Schweinefleisch stieg zwar gegenüber dem Vorjahr beträchtlich auf 40.100 Tonnen; im Vergleich zum Durchschnitt der sechs vorangegangenen Jahre sind das jedoch 20 Prozent weniger.

Der Anteil des Schweinefleischs an der Gesamterzeugung erhöhte sich damit auf 47 Prozent (Deutschland: 68 Prozent); der Anteil des Rindfleischs sank auf 52 Prozent (Deutschland: 16 Prozent). Rund 950 Tonnen bzw. erstmals mehr als 1 Prozent zusammen entfallen auf Kalbfleisch (450 Tonnen; – 15 Prozent zum Vorjahr), Schaf- und Ziegenfleisch (fast 500 Tonnen; + 31 Prozent zum Vorjahr) sowie Pferdefleisch.

Wie schon 2006 lag auch 2007 die Erzeugung von Geflügelfleisch jeweils unter dem Ergebnis des Vorjahres. Der abermalige Rückgang auf nunmehr 98.400 Tonnen fällt mit 3,6 Prozent jedoch wesentlich stärker aus (2006 gegenüber 2005: – 1,3 Prozent).

Die Fleischerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern, außer Hausschlachtungen, aber einschließlich Geflügelfleisch, betrug im Jahr 2007 insgesamt 183.600 Tonnen, das sind zwar fast 7 Prozent mehr als 2006, aber 3 Prozent weniger als im mehrjährigen Durchschnitt. An der Gesamtmenge hat Geflügelfleisch einen Anteil von 54 Prozent (Deutschland: 15 Prozent).

Deutschlandweit wurde 2007 mit insgesamt 7,3 Millionen Tonnen Fleisch aus gewerblichen Schlachtungen ein neuer Rekordwert (+ 6 Prozent gegenüber 2006) erreicht. Die Erzeugung von Rindfleisch lag auf dem Niveau des Vorjahres. Die Produktion von Schweinefleisch wurde um 7 Prozent gesteigert, die Produktion von Geflügelfleisch um 8 Prozent.

Der Anteil Mecklenburg-Vorpommerns an der gewerblichen Fleischerzeugung in Deutschland beträgt 2,5 Prozent (Rindfleisch: 2,0 Prozent, Schweinefleisch: 0,8 Prozent, Geflügelfleisch: 8,9 Prozent). Am Rinderbestand beläuft sich der Anteil auf 4,3 Prozent, am Schweinebestand auf 2,9 Prozent und am Geflügelbestand auf 8,6 Prozent bei Masthühnern bzw. 4,6 Prozent bei Truthühnern.

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