25. Januar 2008

Baringdorf: Genetische Vielfalt statt Klonfleisch

Themen: EU,Gentechnik,Handel,Tiere — info @ 17:01

Berlin (agrar.de) – „Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat mal wieder einem umstrittenen Verfahren zur Herstellung von Lebensmitteln ihren Unbedenklichkeitsstempel aufgedrückt, indem sie das Klonen von Nutztieren und die Vermarktung solcher Produkte als prinzipiell akzeptabel eingestuft hat“, kritisiert Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EU Parlament. „Die Agrarindustrie der USA hat sich nach der Gentechnik eine neue Technik ausgedacht, mit der sie die Welt beglücken will. Vorteile bringt das Klonen weder für eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft, noch für Verbraucherinnen und Verbraucher. Trotzdem hat die amerikanische Lebensmittelbehörde (FDA) grünes Licht gegeben, und die EFSA zieht nach.“

„Gegen das Klonen von Nutztieren gibt es gerechtfertigte ethische Bedenken, wirklich gute Gründe dafür gibt es aus landwirtschaftlicher Sicht nicht. Auch die EFSA gibt zu, dass gegenwärtig die Verfahren so unsicher sind, die Embryonensterblichkeit und die Wahrscheinlichkeit von Krankheiten und Leiden für die Tiere so hoch ist, dass die Nutzung von tierischen Klonen in der Landwirtschaft sich nicht einmal rechnen würde“, erklärt Graefe zu Baringdorf. „Selbst wenn diese Mängel in der Zukunft getilgt werden könnten stellt das kommerzielle Klonen von Nutztieren eine Gefahr für die bäuerliche Landwirtschaft, für die Biodiversität und die globale Ernährungssicherung dar: Bei vielen kommerziell genutzten Tierrassen basiert schon heute die Zucht nur noch auf wenigen Linien, die Erosion genetischer Vielfalt würde sich durch das Klonen noch verstärken. Die Versorgung mit Lebensmitteln muss sich jedoch auch in Zukunft an wechselnde Bedingungen anpassen können: Umweltveränderungen durch den Klimawandel, neue Konsummuster – beispielsweise durch das vermehrte Auftreten von Allergien – sowie neue Ansprüche an die Fitness der Tiere durch neu auftretende Tierseuchen bringen neue Herausforderungen für die Landwirtschaft. Um denen zu begegnen, brauchen wir eine Vielfalt an Nutztierrassen.“

„Bei der Zulassung neuartiger Lebensmittel muss das Europäische Parlament ein Einspruchsrecht haben, um eine demokratische Prüfung der Zulassungen zu gewährleisten. Solche Entscheidungen dürfen nicht im Hinterzimmer der Kommission getroffen werden“, fordert Graefe zu Baringdorf. „Wenn Klonfleisch und Milch von geklonten Tieren in die Kühlregale unserer Supermärkte gelangen sollte, muss zumindest sicher gestellt sein, dass dies deutlich gekennzeichnet wird. Wenn die Gesetzgeber nicht den Mut haben, das kommerzielle Klonen zu verbieten, so können dann wenigstens die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter ‚klonfrei‘ kaufen.“

Links zum Thema Tiere,
Links zum Thema Novel Food.

AbL: Bauern setzen auf gentechnikfreie Märkte

Themen: Gentechnik,Haftung,Pflanzen,Umwelt,Verbände — info @ 17:01

Hamm (agrar.de) – „Wir wollen weiterhin unsere gentechnikfreien Qualitätsmärkte sicher bedienen, deshalb gehen wir in die Offensive und gründen Gentechnikfreie Regionen“, so Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

Janßen weiter: “Wir setzen auf bäuerliche Selbsthilfe gegen die schleichende Verunreinigungsstrategie der Gentechnik-Konzerne. Mittlerweile gibt es 176 Gentechnikfreie Regionen in Deutschland, 28.400 Bäuerinnen und Bauern haben eine freiwillige Selbstverpflichtung unterschrieben, dass sie keine Gentechnik auf dem Acker einsetzen. Sie bewirtschaften über 1,1 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Wir rufen alle Berufskollegen auf, nicht auf die Versprechen der Gentechnikindustrie und den vermeintlichen Sicherheitsabständen des Gentechnikgesetzes reinzufallen, sondern diese kritisch zu hinterfragen und auch weiter verantwortlich mit der Saat und dem Acker umzugehen.“

„Die gentechnikfreie Bewegung erhält erfreuliche Unterstützung aus der Wirtschaft,“ so Annemarie Volling, AbL-Koordinatorin der Gentechnikfreien Regionen in Deutschland. „Zahlreiche Verarbeitungsunternehmen fordern von der Politik Rahmenbedingungen, die auch zukünftig den Bezug von gentechnikfreien Rohstoffen ohne Mehrkosten sicher stellen. Über 800 Brauereien setzten auf das Reinheitsgebot und wollen auch weiterhin Bier ohne Gentechnik produzieren. Bundesweit haben Bäcker über 3 Millionen Brottüten mit dem Aufdruck `Ährensache – ohne Gentechnik´ über ihre Tresen gereicht. Erste Metzger-Innungen wie in Fürth und bäuerliche Qualitätsfleischprogramme wie Neuland und Schwäbisch-Hällische setzen zudem auf gentechnikfreie Fütterung der Tiere.“

Die AbL kritisiert, dass diesen klaren Signalen aus der Land- und Lebensmittelwirtschaft im neuen Gentechnikgesetz keine Rechnung getragen wird. „Es werden Abstände festgeschrieben, die unsere Äcker und Ernten nicht ausreichend vor einer schleichenden Gentechnik-Verunreinigung schützen. Diese können dann auch noch durch so genannte „private Absprachen“ unterlaufen werden. Der Haftungsanspruch bleibt für die meisten zu erwartenden Schadensfälle ungeklärt: Anstatt per Gesetz sicherzustellen, dass für jeglichen Schaden ab Vermarktungsausfall – und das ist in der Praxis maximal 0,1 Prozent GVO-Verunreinigung – auch gehaftet wird, werden die betroffenen Bauern im Regen stehen gelassen. Eine Entscheidung wird langjährigen Gerichtsprozessen überlassen. Zudem werden die Mehrkosten für Trennung und Analysen denjenigen aufgebürdet, die auf gentechnikfreie Produktion setzen, anstatt die Gentechnik-Anwender in die Kostenpflicht zu nehmen. Das ist Wettbewerbsverzerrung und konterkariert die Wahlfreiheit“, so Volling. „Wir haben ein Recht auf gentechnikfreie Land- und Lebensmittelerzeugung. Dafür kämpfen wir.“ Die AbL fordert die Bundesregierung auf, dem Beispiel anderer EU-Staaten wie Österreich, Ungarn, Polen, Griechenland, Slowakei und Frankreich zu folgen und die Aussaat von Gentechnik-Mais im Frühjahr zu verbieten, erläuterte Janßen abschließend.

Links zum Thema Biotechnologie.

DIB: Pflanzenbiotechnologie darf nicht blockiert werden

Themen: Gentechnik,Haftung,Pflanzen,Verbände — info @ 17:01

Frankfurt (agrar.de) – Die heute im Bundestag zur Verabschiedung anstehende Novelle des Gentechnikgesetzes zementiert die Blockade von Forschung, Entwicklung und Anwendung der modernen Pflanzenbiotechnologie in Deutschland. „Die Bundesregierung hat ihr Versprechen, die Spitzenposition in einer Zukunftstechnologie anzustreben, nicht gehalten. Sie hat weder die juristischen Schwachstellen des Gesetzes ausgeräumt, noch die Änderungsvorschläge des Bundesrates berücksichtigt, mit denen Innovationen eine Chance gehabt hätten“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie (DIB), Dr. Bernward Garthoff.

Die DIB kritisiert vor allem, dass der öffentlich einsehbare Teil des Standortregisters unverändert bleibt. Vor dem Hintergrund sich häufender Feldzerstörungen, auch auf staatlichen Versuchsfeldern, kann die Biotechnologieindustrie diese Entscheidung in keiner Weise nachvollziehen. Darüber hinaus fehlt die Klarstellung, dass die Haftungsregelungen nicht über die seit Jahrzehnten bewährten Grundsätze des Bürgerlichen Gesetzbuches hinaus gehen. „Unklare Haftungsregeln schaffen Unsicherheiten für alle Marktteilnehmer“, betonte der DIB-Vorsitzende.

Bei den Anbauregeln kritisiert die DIB den wissenschaftlich nicht begründbaren 150-Meter-Mindestabstand zwischen benachbarten Maisflächen. Dieser Abstand werde dazu führen, dass die neue Technologie nur für Landwirte mit großen Flächen wirtschaftlich nutzbar ist. „Die Bundesregierung provoziert mit den vorgeschlagenen Abstandswerten eine Ost-West-Teilung in der Landwirtschaft. Der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen muss aber für jeden Landwirt praktikabel und wettbewerbsfähig sein“, warnte Garthoff. Die aktuellen Preissteigerungen von 80 Prozent bei Weizen, Magermilch, Braugerste, Hopfen und anderen Agrarerzeugnissen sind aus Sicht der DIB eine Folge des immer härter werdenden Wettbewerbs im internationalen Agrarmarkt. „Gerade diese Beispiele machen klar, dass Deutschland sich bei der Nahrungsmittelversorgung gegenüber anderen Ländern nicht auf Dauer abschotten kann“, betont der DIB-Vorsitzende.

Die Pflanzenbiotechnologie könnte die Voraussetzungen dafür schaffen, im internationalen Wettbewerb weiter zu bestehen. Sie trägt auch dazu bei, dass Verbraucher zukünftig ausreichend hochwertige Produkte zu günstigen Preisen erhalten können.

Wie die Bundesregierung ihre ehrgeizigen Klimaziele in Deutschland erreichen will, bleibt für den DIB-Vorsitzenden auf Grundlage dieser Novelle ein Rätsel: „Die Erwartungen der Politik in Bezug auf die Beiträge, die nachwachsende Rohstoffe und Energiepflanzen für unsere Klimabilanz leisten können, werden auf Basis dieses Gesetzentwurfs unerfüllt bleiben“, so Garthoff.

Vor diesem Hintergrund appelliert der Vorsitzende der Deutschen Industrievereinigung Biotechnologie an die Bundesländer, sich auch in der letzten Instanz des Gesetzgebungsverfahrens im Bundesrat für Korrekturen einzusetzen, mit denen das Potenzial der Biotechnologie in Deutschland ausgeschöpft werden kann. „Wir hoffen, dass die Bundesländer die absehbaren Innovationsverluste für Deutschland, die durch dieses Gesetz unweigerlich entstehen, nicht hinnehmen werden.“

Links zum Thema Biotechnologie.

BBV: Finger weg vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen

Themen: Agrarrecht,Gentechnik,Haftung,Pflanzen,Verbände — info @ 17:01

München (agrar.de) – Anlässlich der Novelle des Gentechnikgesetzes bekräftigt der Bayerische Bauernverband (BBV) seine ablehnende Haltung zum kommerziellen Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sowie sein kategorisches Nein zur Patentierung von Pflanzen und Tieren. Diese Stellungnahme hatten Kreisobmänner des BBV bereits am 4. Mai 2006 mit überwältigender Mehrheit beschlossen.

Für den Bauernverband sei unverständlich, dass die Politik im Rahmen der Novelle des Gentechnikgesetzes wesentliche Forderungen des Berufsstandes nicht aufgegriffen habe. So forderten die Kreisobmänner als wichtigste Voraussetzung zur Vermeidung wirtschaftlicher Schäden Saatgutreinheit in Form eines Schwellenwerts von zufällig und technisch unvermeidbaren gentechnischen Veränderungen im Saat- und Pflanzgut von möglichst 0,1 Prozent. Nicht nachvollziehbar sei, dass die Politik einerseits Wahlfreiheit wolle, aber unterschiedliche Abstände zwischen Anbauflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen und Flächen ohne Gentechnik festlege, je nachdem ob letztere konventionell oder ökologisch bewirtschaftet wurden. Diese unterschiedliche Handhabung entbehre jeglicher fachlichen Grundlage. Zudem wären unter der Voraussetzung, dass Sicherheitsabstände auch Wetterkapriolen standhalten müssten, die getroffenen Werte wesentlich zu vergrößern. Nicht zuletzt habe der Gesetzgeber die Problematik von zufälligen und technisch vermeidbaren gentechnischen Verunreinigungen unter dem gesetzlichen Stellenwert von
0,9 Prozent die hohe wirtschaftliche Schäden von Nichtnutzern der Gentechnik mit sich bringen könne, in der Novelle des Gentechnikgesetzes ignoriert.

Unerklärlich und sicherlich nicht im Sinne des Verbrauchers sei die in der Novellierung des Gentechnikgesetzes beschlossene, nun mögliche Kennzeichnung von Lebensmitteln „Ohne Gentechnik“. Demnach kann die Kennzeichnung von Lebensmitteln „Ohne Gentechnik“ im Grundsatz schon dann verwendet werden, wenn kein kennzeichnungspflichtiges Futtermittel zum Einsatz kommt. Nicht mehr generell untersagt wäre es, mit Hilfe von Gentechnik gewonnene Enzyme, Vitamine, Verarbeitungshilfsstoffe in Produktion und Verarbeitung einzusetzen. Diese Vorgehensweise sei unverständlich und verunsichere die Verbraucher. Der Bayerische Bauernverband forderte eine klare Linie ein: Wer „Ohne Gentechnik“ ausloben will, der darf weder direkt noch indirekt gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in der gesamten Produktionskette – von der Verfütterung bis zur Verarbeitung – verwenden. Erneut bekräftigt der Berufsstand seine Position, dem Verbraucher mit Klarheit und Wahrheit gegenüberzutreten. Schon heute mache die Landwirtschaft deutlich, dass sie jegliche Verantwortung für mögliche aufkommende Vorwürfe, die Verbraucher zu täuschen, zurückweist.

Leider bringe das neue Gentechnikgesetz nicht den erhofften Schutz der landwirtschaftlichen Betriebe, die auf den Anbau gentechnisch veränderten Pflanzen verzichten. Auch von daher könne es nur eine Devise geben: Finger weg vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen!

Links zum Thema Biotechnologie.

Hessen: 8.200 vollbeschäftigte Familienarbeitskräfte in der Landwirtschaft

Themen: Agrarbericht,Arbeitsmarkt,Hessen,Statistik — info @ 16:01

Starke Zunahme der familienfremden Arbeitskräfte

Wiesbaden (agrar.de) – Nach den ersten repräsentativen Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung vom Mai 2007 waren 8.200 Familienarbeitskräfte in der hessischen Landwirtschaft vollbeschäftigt; im Jahr 2003 waren es 9.600. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, nahm jedoch die Anzahl der vollbeschäftigten familienfremden Arbeitskräfte im gleichen Zeitraum um gut 2.400 auf nunmehr 3.700 Personen zu.

Der betriebliche Arbeitsaufwand insgesamt – gemessen in Arbeitskrafteinheiten (AKE) – ging gegenüber dem Jahr 2003 um knapp 4.600 auf nun 25.900 AKE zurück. Eine AKE entspricht dabei einer ganzjährig mit betrieblichen Arbeiten vollbeschäftigten Person. Dieser Rückgang ist sowohl auf den technischen Fortschritt als auch auf die immer weiter abnehmende Tierhaltung zurückzuführen Verbunden mit dem betrieblichen Flächenwachstum wurde der Arbeitskrafteinsatz weiter reduziert. Wurden 2003 noch vier AKE je 100 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche eingesetzt, waren es in 2007 nur noch 3,3 AKE.

Links zum Thema Arbeitsmarkt,
Links zum Bundesland Hessen.

Neue Datensammlung zu nachwachsenden Rohstoffen

Themen: Energie,Medien,NaWaRos — info @ 14:01

Berlin (agrar.de) – „Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe sind in der aktuellen politischen Diskussion ein wichtiges Thema. Ob es um den Stand der Nutzung, um den Vergleich verschiedener Nutzungsmöglichkeiten oder um den Klimaschutzbeitrag von nachwachsenden Rohstoffen geht, für Entscheider in Unternehmen und Politik sowie für Experten und Interessierte ist eine solide Datengrundlage für die öffentliche Diskussion unverzichtbar“, erklärte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Ursula Heinen.

Deshalb hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums jetzt eine in dieser Form erstmalige kompakte Sammlung statistischer Daten zusammengestellt, die als Broschüre unter dem Titel „Daten und Fakten zu nachwachsenden Rohstoffen“ über die Internetseite der Fachagentur kostenlos bestellt werden kann.

Zu zwei Dritteln trägt die Bioenergie heute zur regenerativen Energieversorgung Deutschlands bei. Holz ist zwar der wichtigste Biomasselieferant, aber die deutsche Holzernte wird nur zu einem Viertel für die Energiegewinnung genutzt. Den weitaus größeren Teil verarbeiten das Baugewerbe und die Möbelhersteller. Diese und viele andere Daten und Fakten zu nachwachsenden Rohstoffen wurden zusammengetragen. Mit anschaulichen Grafiken und textlichen Erläuterungen aufbereitet ist die Datensammlung für Experten und neugierige Laien gleichermaßen interessant.

Da gedruckte Informationen infolge der dynamischen Entwicklung dieses Themenbereichs schnell veralten, werden die Darstellungen laufend aktualisiert und erweitert. Aufrufbar sind die statistischen Informationen unter www.fnr.de, Stichwort „Daten und Fakten“.

DBV: Tierhalter warten auf Impfstoff gegen Blauzungenkrankheit

Berlin (agrar.de) – Schäfer, Rinderhalter- und Ziegenhalter brauchen jetzt dringend den Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit. Mit diesem eindringlichen Appell richtete sich der Präsident des Deutschen Bauernver­bandes (DBV), Gerd Sonnleitner, an die Hersteller von Impfstoffen auf dem gut besuchten DBV-Diskussionsforum zur „Blauzungenkrankheit“ auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Derzeit würden drei Firmen an einem Impfstoff gegen den auch in Deutschland weit verbreiteten Serotyp 8 des Virus (BTV8) arbeiten. Die hohe Betroffenheit und betrieblichen Verluste bei Rindern, Schafen und Ziegen wurden eindrucksvoll von zwei Betriebs­leitern untermauert.

Der Impfstoff sei entwickelt und könne produziert werden. Umso wichtiger sei es, dass jetzt die Bundesländer zügig und verbindlich bestellen und die Verteilung an die betroffenen Viehhalter sicherstellen. „Europa will impfen“, stellte DBV-Präsident Sonnleitner heraus. Da bereits zahlreiche Mit­gliedstaaten durch das Virus betroffen seien, werde eine gemeinsame Lösung durch Impfung mehr denn je angestrebt.

Ende Dezember 2007 hatte Bundesregierung ihren Impfplan mit der Bitte um Kofinanzierung im Rahmen einer Notfallmaßnahme bei der EU-Kommission eingereicht. Der Bedarf der Bundesländer an Impfstoffen wurde kürzlich ausgeschrieben, so dass die Bestellung vorbereitet ist. Dies berichteten die obersten Veterinäre aus Deutschland und Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Zwingmann und Dr. Friedhelm Jäger. Der Chefepidemiologe des Friedrich-Loeffler-Instituts Prof. Dr. Franz J. Conraths befürchtet, dass sich BTV-8 nördlich der Alpen bereits dauerhaft etabliert hat. Auch die Durchmischung der von verschiedenen Serotypen betroffenen Gebiete, wie aktuell in Spanien, beobachtet er mit Sorge. Da der neue Impfstoff nur gegen Serotyp 8 wirksam sein wird, müssen bereits jetzt Vorbereitungen dafür getroffen werden, wenn auch andere Serotypen in Deutschland nachgewiesen werden sollten.

Das DBV-Forum belegte eindruckvoll die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns von Bund, Ländern, Impfstoffherstellern und betroffenen Wirtschaftsverbänden. Nur so kann BTV 8 wirksam bekämpft und den Tierhaltern eine Perspektive eröffnet werden. Die Verbreitung erreichte allein in Deutschland in 2007 mit über 20.000 Fällen ihren bisherigen Höhepunkt. Zwei Drittel hiervon bezogen sich auf Rinder, die durch die Erkrankung erhebliche Leistungseinbußen erlitten. Die übrigen Fälle traten überwiegend bei Schafen auf, die zu Tausenden verendeten.

24. Januar 2008

Auktionsergebnisse Internet Schweinebörse

Themen: Handel,Schweine,Tiere,Wirtschaft — info @ 11:01

Damme (agrar.de) – Bei der Auktion der Internet Schweinebörse wurden von insgesamt 730 angebotenen Schweinen alle Schweine in 4 Partien zu einem Durchschnittspreis von 1,34 Euro/kg SG in einer Spanne von 1,33 Euro bis 1,34 Euro verkauft.

Links zum Thema Schweine.

Niedersachsens Rinderhaltung schrumpft stärker

Hannover (agrar.de) – In Niedersachsen verläuft der Strukturwandel in der Rindviehhaltung nach Angaben des Landvolks Niedersachsen zurzeit wesentlich schneller als im übrigen Bundesgebiet.

Sowohl die Zahl der Rinder als auch die Zahl der Rindvieh haltenden Betriebe hat nach den vorläufigen Ergebnissen der Viehzählung im vergangenen November stärker abgenommen als im Bundesdurchschnitt. Bundesweit wurden im November 163.700 Betriebe mit Rindviehhaltung gezählt, das waren 4,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In Niedersachsen ging die Zahl der Rinder haltenden Betriebe dagegen sogar um 5,7 Prozent auf 22.982 zurück. Und während bundesweit die Zahl der Rinder nur um 0,5 Prozent auf 12,608 Millionen sank, verminderte sich der niedersächsische Bestand um 1,5 Prozent auf 2,459 Millionen.

Sogar entgegengesetzt ist die Entwicklung bei den Milchkühen verlaufen. Ihre Zahl nahm in Niedersachsen um 0,2 Prozent auf 703.252 ab, während sie deutschlandweit um den gleichen Prozentsatz auf 4,064 Millionen anstieg. Gleichzeitig sank die Zahl der Milchvieh haltenden Betriebe in Niedersachsen um immerhin sieben Prozent auf 13.485, im Bundesvergleich sank die Zahl dieser Betriebe nur um 3,6 Prozent auf 98.500. Damit stellen die Niedersachsen zwar nur knapp 14 Prozent der deutschen Milchviehhalter, in ihren Ställen stehen aber 17 Prozent aller Milchkühe. Ihre Herden umfassen im Mittel 52 Milchkühe, im Bundesdurchschnitt sind es nur 41 Kühe.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Links zum Bundesland Niedersachsen.

23. Januar 2008

RLV: Immenser Flächenverbrauch

Bonn (agrar.de) – Landwirte sehen sich bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen vielfältigen konkurrierenden, aber auch einander ergänzenden Nutzungsansprüchen gegenüber.

Nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) erhören dazu Tourismus, Freizeit, Wohnen, Gewerbe, Infrastruktureinrichtungen, Naturschutz oder Wassergewinnung. Teilweise tritt hier die land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung in den Hintergrund.

Wie der RLV weiter mitteilt, führe ein Teil der Nutzungsansprüche an die Land- und Forstwirtschaft zum endgültigen Flächenverlust, etwa bei Überbauung. Der Flächenverbrauch für die Landwirtschaft durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen habe 2006 in Deutschland 106 ha pro Tag betragen. Im Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2006 wären dies 113 ha pro Tag gewesen. Dazu gehörten zum Teil auch die naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen für die Eingriffe, die bisweilen das Mehrfache der eigentlich versiegelten Fläche betragen.

Häufig würden gerade die fruchtbarsten Böden überbaut oder als Ausgleichsflächen für den Natur- und Landschaftsschutz verwendet, weil diesen aus Naturschutzsicht eine geringe Wertigkeit und damit ein großes Aufwertungspotential beibemessen werde, bedauert der RLV.

Gleichzeitig lägen jedoch geschätzt mehr als rund 70.000 ha Industrie- und Gewerbeflächen brach, die sinnvoll genutzt werden könnten.

Links zum Thema Boden,
Links zum Thema Verbände.

Seiten: << 1 2 3 4 5 6 >>



   (c)1997-2017 @grar.de