31. Januar 2008

Landwirte bauen deutlich mehr Wintergetreide an

Anbau steigt auf 5,72 Mio. ha – Vor allem Winterweizen und Roggen legen zu

Hannover (agrar.de) – Die deutschen Landwirte haben dem Wintergetreide im vergangenen Herbst deutlich mehr Fläche gewidmet als zuvor. Wie der Landvolk-Pressedienst berichtet, haben sie den Anbau um schätzungsweise 260.100 Hektar (ha) oder 4,8 Prozent auf 5,72 Mio. ha ausgeweitet.

Dabei führt Winterweizen nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die vorläufige Anbaustatistik mit rund 3,149 Mio. ha an, das sind 6,3 Prozent oder 186.600 ha mehr als im Jahr zuvor. Es folgt Wintergerste, deren Anbau mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert blieb. Deutlich ausgeweitet haben die Landwirte den Anbau von Winterroggen, und zwar um 11,1 Prozent oder 75.100 ha auf 749.000 ha. Damit wächst zur Ernte 2008 soviel Winterroggen in Deutschland wie seit 2001 nicht mehr. Das Futtergetreide Triticale wurde bundesweit auf 383.100 ha ausgesät, das waren nur 0,6 Prozent mehr als zur Ernte 2007.

In den Anbauentscheidungen der Landwirte dürften sich insbesondere die weltweite Nachfrage nach Getreide und der starke Preisanstieg im vergangenen Jahr niedergeschlagen haben. Außerdem haben die schlechten Aussaatbedingungen im regenreichen Herbst vielerorts zu einer Umstellung der Anbauplanung geführt, da die Äcker für die Bestellung zu nass waren. Als spätsaatverträglichste Kultur blieb zum Schluss nur der Weizen. Die ungünstige Witterung zur Zeit der Rapsaussaat hat zusammen mit dem kräftigen Anstieg der Getreidepreise und der Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung gleichzeitig dazu geführt, dass die Landwirte den Anbau von Ölsaaten zugunsten des Wintergetreides eingeschränkt haben. So haben die Bauern im vergangenen Herbst nur knapp 1,405 Mio. ha mit Winterraps bestellt, das waren bundesweit rund 129.100 ha oder 8,4 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die deutlichsten Einschränkungen des Rapsanbaus verzeichneten die Statistiker für Niedersachsen mit 20,6 Prozent und für Schleswig-Holstein mit 20,1 Prozent.

Wie ihre Kollegen in den anderen Bundesländern haben dagegen auch die Landwirte in Niedersachsen den Anbau von Wintergetreide ausgeweitet. Erste Trendberechnungen des Landesamtes für Statistik rechnen mit etwa 430.000 ha Winterweizen, das wäre ein Anstieg um 30.000 ha oder 8,6 Prozent. Demgegenüber wurde der Anbau von Wintergerste sogar stark eingeschränkt, und zwar um ungefähr 10.000 ha oder 5,5 Prozent auf nunmehr 187.000 ha, während Triticale nur wenig Flächen verloren hat und zur Ernte 2008 auf 74.000 ha wächst. Anders als im Bundesdurchschnitt hat der Roggenanbau hierzulande nur geringfügig um 2,6 Prozent auf 148.000 ha zugelegt. Die ungünstigen Aussaatbedingungen dürften hierbei ebenso eine Rolle gespielt haben wie extrem knappes Saatgut.




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