29. Januar 2008

Natur- und Tierschützer fordern Maßnahmen gegen Intensivtierhaltung

Themen: Tiere,Tierschutz,Umwelt,Verbände — info @ 14:01

Bonn (agrar.de) – Nach Auswertung der weltweit zur Verfügung stehenden Studien verlangten heute in Bonn der Deutsche Naturschutzring (DNR) gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund und PROVIEH die Eindämmung der industriellen Massentierhaltung als bisher „vergessenen“ Klimakiller.

„Wir brauchen eine deutliche Reduzierung der Viehbestände in den Agrarfabriken, am besten durch eine Reduktion des Fleischkonsums und die Bindung der Zahlungen von EU-Agrarsubventionen an eine besonders klimafreundliche Wirtschaftsweise in Betrieben“, betonte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Nach FAO-Angaben beträgt der Gesamtanteil der Viehbestände an den weltweiten Treibhausgasen in CO2-Äquialenten einschließlich veränderter Landnutzung und Bodenverschlechterung bereits 18 Prozent. Dabei steigt nicht nur die Zahl der Fleischkonsumenten, sondern auch die pro Kopf verzehrte Fleischmenge wieder nach FAO dramatisch an: zwischen 1970 und 2002 von 11 auf 29 kg im Jahr in den Entwicklungsländern und von 65 auf 80 kg in den Industriestaaten. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt dagegen 33 kg pro Jahr, um Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu vermeiden. Sollte der jetzige Trend anhalten, gehen Experten von einer Verdoppelung der Fleischerzeugung bis 2050 von 229 auf 465 Millionen Tonnen aus.

„Die zunehmende Industrialisierung der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist ein Klimakiller, der mit unendlichem Tierleid verbunden ist. Es gilt umso mehr: Weg mit den Agrarfabriken“, verlangte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Nicht nur der Ausstoß klimawirksamer Emissionen von zu vielen Tieren auf zu engem Raum schädige massiv das Klima, sondern auch hoher Energie- und Wasserverbrauch, Brandrodungen zur Gewinnung von Weideland und Futtermitteln sowie Langzeittransporte. Hinzu kommen Produktion und Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden. Als Gegenmodell dazu nannte Schröder NEULAND e.V. Unter diesem Namen haben sich Landwirte von tiergerechten und umweltschonenden Haltungen zusammengeschlossen

Und die Europareferentin von PROVIEH, Sabine Ohm, fügt hinzu: „Die Fehlentwicklung durch die Industrialisierung der Landwirtschaft nach dem Motto ’größer, schneller, billiger’ muss dringend korrigiert werden. Mit wahrhaft nachhaltiger Agrarpolitik, die diesen Namen auch verdient, muss künftig eine echte grüne Revolution durch konsequente Förderung ökologischer Landwirtschaft vollzogen werden.

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