23. Januar 2008

RLV: Immenser Flächenverbrauch

Bonn (agrar.de) – Landwirte sehen sich bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen vielfältigen konkurrierenden, aber auch einander ergänzenden Nutzungsansprüchen gegenüber.

Nach Angaben des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) erhören dazu Tourismus, Freizeit, Wohnen, Gewerbe, Infrastruktureinrichtungen, Naturschutz oder Wassergewinnung. Teilweise tritt hier die land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung in den Hintergrund.

Wie der RLV weiter mitteilt, führe ein Teil der Nutzungsansprüche an die Land- und Forstwirtschaft zum endgültigen Flächenverlust, etwa bei Überbauung. Der Flächenverbrauch für die Landwirtschaft durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen habe 2006 in Deutschland 106 ha pro Tag betragen. Im Durchschnitt der Jahre 2003 bis 2006 wären dies 113 ha pro Tag gewesen. Dazu gehörten zum Teil auch die naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen für die Eingriffe, die bisweilen das Mehrfache der eigentlich versiegelten Fläche betragen.

Häufig würden gerade die fruchtbarsten Böden überbaut oder als Ausgleichsflächen für den Natur- und Landschaftsschutz verwendet, weil diesen aus Naturschutzsicht eine geringe Wertigkeit und damit ein großes Aufwertungspotential beibemessen werde, bedauert der RLV.

Gleichzeitig lägen jedoch geschätzt mehr als rund 70.000 ha Industrie- und Gewerbeflächen brach, die sinnvoll genutzt werden könnten.

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