22. Januar 2008

Trend zu größeren Betrieben in der Landwirtschaft setzt sich fort

Wiesbaden (agrar.de) – Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) gab es 2007 in Deutschland 370.800 landwirtschaftliche Betriebe, die eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von rund 16,9 Millionen Hektar bewirtschafteten.

Der Pachtflächenanteil an den bewirtschafteten Flächen betrug 61,7 Prozent, das sind 10,4 Millionen Hektar. Gegenüber der letzten Agrarstrukturerhebung im Jahr 2005 mit rund 17,0 Millionen Hektar ist die Größe der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche nahezu unverändert geblieben, während die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um 4,9 Prozent zurückging. Dadurch ist ein Anstieg der durchschnittlichen Betriebsgröße um zwei Hektar auf 45,7 Hektar zu verzeichnen. Diese Ergebnisse zeigen, dass sich der Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft hin zu immer größeren Betrieben weiter fortsetzt.

Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden 2007 zu 93,5 Prozent als Einzelunternehmen, das heißt als Familienbetriebe, und zu 6,5 Prozent als Personengesellschaften beziehungsweise juristische Personen bewirtschaftet. Gegenüber 2005 ist die Anzahl der Familienbetriebe um 5,4 Prozent auf 346.700 Betriebe gesunken. Die durchschnittliche Flächenausstattung dieser Betriebe nahm allerdings gegenüber 2005 von 32,0 Hektar um 4,2 Prozent auf 33,4 Hektar zu.
Kaum verändert gegenüber 2005 hat sich der Anteil der Haupterwerbsbetriebe an den Familienbetrieben: 2007 waren 44,6 Prozent aller Familienbetriebe Haupterwerbsbetriebe (154.600 Betriebe), dieser Anteil lag 2005 bei 44,9 Prozent. Dementsprechend blieb auch der Anteil der Nebenerwerbsbetriebe mit 55,4 Prozent (192.100 Betriebe) nahezu konstant.

Die durchschnittliche Flächenausstattung je Betrieb ist bei den Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben angestiegen, bei den Haupterwerbsbetrieben von 54,6 Hektar auf 57,3 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche, bei den Nebenerwerbsbetrieben von 13,7 Hektar auf 14,2 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Im Jahr 2007 waren knapp 1,3 Millionen Arbeitskräfte, davon 729.400 Familienarbeitskräfte, 186.800 ständig Beschäftigte und 335.500 nicht ständig Beschäftigte (Saisonarbeitskräfte) in der Landwirtschaft tätig. Gegenüber 2005 ist die Zahl der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft um 1,9 Prozent, also 24.700 Arbeitskräfte, gesunken. Dieser Rückgang resultiert aus einer Abnahme bei den Familienarbeitskräften um 53.300 Personen, der ein Zuwachs von 29.100 Personen bei den Saisonarbeitskräften gegenübersteht. Die Zahl der ständig Beschäftigten ist dagegen nahezu konstant geblieben.

Im Mai 2007 befanden sich unter den viehhaltenden Betrieben 170.600 Betriebe mit Rindern, 79.900 Betriebe mit Schweinen, 75.200 Betriebe mit Hühnern sowie 28.000 Betriebe mit Schafen. Gegenüber den Ergebnissen der Agrarstrukturerhebung 2005 ist die Anzahl der Betriebe mit Tierhaltung für alle genannten Tierarten zurückgegangen. Der stärkste Rückgang ist bei den Schweine haltenden Betrieben mit 10 Prozent zu verzeichnen, gefolgt von den Betrieben mit Schafhaltung (- 7,5 Prozent), den Rinder haltenden Betrieben (- 7,0 Prozent) und den Betrieben mit Hühnerhaltung (- 6,6 Prozent).

In Deutschland wurden im Jahr 2007 rund 14.700 Betriebe ökologisch bewirtschaftet, das sind 4,0 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe. Die Größe der von den „Öko-Betrieben“ bewirtschafteten landwirtschaftlich genutzten Fläche lag bei 859.100 Hektar und damit bei einem Anteil von 5,1 Prozent an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche. Im Vergleich dazu bewirtschafteten 14.000 „Ökobetriebe“ im Jahr 2005 eine Fläche von 798.000 Hektar. Dies waren 3,6 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe beziehungsweise 4,7 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche.

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