10. Januar 2008

Rückgang des sächsischen Rinderbestandes gestoppt?

Dresden (agrar.de) – Der jährlich zu den Herbstzählungen festgestellte Rückgang des sächsischen Rinderbestandes wurde seit 1994 erstmalig unterbrochen. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden im November 2007 rund 484.900 Rinder in den sächsischen landwirtschaftlichen Betrieben erfasst. Das sind 1.300 Tiere (0,3 Prozent) mehr als zur Vorjahreszählung. Demgegenüber wurden mit 630.800 Schweinen 1.200 Tiere weniger als 2006 gezählt. 1989 belief sich der sächsische Viehbestand noch auf 1,3 Millionen Rinder und knapp zwei Millionen Schweine.

In der Rinderhaltung verlief die Bestandsentwicklung in den einzelnen Alters- bzw. Nutzungskategorien differenziert. So erhöhte sich die Zahl der Kälber und Jungrinder unter einem Jahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2.100 (1,6 Prozent) auf 131.300 Tiere. In der Altersgruppe über zwölf Monate verringerte sich der Bestand um 800 auf 353.600 Rinder. Kühe bilden mit 230.900 Tieren (knapp 48 Prozent) den Hauptanteil unter den Rindern. Darunter sind 192.200 Milchkühe. Das sind 800 (0,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Auch in der Ammen- und Mutterkuhhaltung wurden mit über 38.000 Tieren fast 1.400 Kühe (3,8 Prozent) mehr als zur Vorjahreserhebung gehalten. Ebenfalls eine positive Bestandsentwicklung ist bei den männlichen Tieren (über sechs Monate) ersichtlich. Binnen Jahresfrist stieg deren Bestand um 800 (2,6 Prozent) auf 32.700 Tiere. Demgegenüber ist bei den weiblichen Zucht- und Nutztieren ein Rückgang um 3.200 Jungrinder (3,1 Prozent) auf 102.900 Tiere zu verzeichnen. Die Haltung von weiblichen Masttieren (ein Jahr und älter) spielt in Sachsen mit 2.400 Tieren eine untergeordnete Rolle.

Der sächsische Schweinebestand von 630.800 Schweinen liegt um 1.200 Tiere (0,2 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Auch in den sächsischen Schweine haltenden Betrieben sind in den einzelnen Alters- und Nutzungsrichtungen unterschiedliche Bestandsbewegungen sichtbar. Mit 190.100 Ferkeln wurden rund 11.400 Tiere (6,4 Prozent) mehr als im November 2006 gezählt. Bestandsrückgänge sind bei den Jungschweinen (2,5 Prozent) und Mastschweinen (2,7 Prozent) zu verzeichnen. In den Schweinezuchtbetrieben wurde der Bestand an Zuchttieren deutlich reduziert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt standen zur Reproduktion des Schweinebestandes mit 73.400 Zuchtsauen rund 2.700 Zuchttiere (3,6 Prozent) weniger zur Verfügung.

Seit 2003 können die landwirtschaftlichen Betriebe in Sachsen Daten zur Viehzählung auch online über das Internet melden. Nutzten im ersten Jahr lediglich fünf Prozent der Berichtspflichtigen diese Möglichkeit, so kam zur diesjährigen Novemberviehzählung bereits fast jede vierte Meldung über das Internet.

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