07. Dezember 2007

BUND und NABU: Berichte bestätigen Bedrohung von Arten und Lebensräumen

Themen: EU,Naturschutz,Tierschutz,Umwelt,Verbände — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sind die für heute vom Bundesumweltministerium angekündigten Berichte über den Zustand der durch die europäische Naturschutz (FFH-) Richtlinie geschützten Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten alarmierend.
Die beiden Verbände sehen die für den Naturschutz zuständigen Länder nun um so mehr in der Pflicht, vermehrte Anstrengungen zur Rettung des europäischen Naturerbes zu unternehmen.

Mit den vorliegenden Berichten erfüllt Deutschland erstmals seine Verpflichtungen, konkret nachzuweisen, wie es um die europaweit geschützten Arten- und Lebensräumen steht und ob die zu ihrem Erhalt getroffenen Maßnahmen auch greifen. Das Ergebnis ist ernüchternd: von
91 in Deutschland vorkommenden europaweit bedeutsamen Lebensraumtypen befinden sich drei Viertel (69 Lebensraumtypen) in einem schlechten oder unzureichenden Zustand. Von 230 zu schützenden Arten trifft dies auf zwei Drittel der Arten (147) zu. Besonders betroffen sind dabei Lebensräume wie Bäche, Moore oder extensiv genutztes Grünland, aber auch frühere Allerweltsarten wie die Gemeine Flussmuschel oder der Lachs. Auch Wildkatze und Luchs sowie zahlreiche Schmetterlingsarten sehen weiterhin in eine düstere Zukunft.

Wichtig sei vor allem, unmittelbar wirksame Schutzbestimmungen zu erlassen und gemeinsam mit den betroffenen Land- und Forstwirten und den Naturschutzverbänden zügig Bewirtschaftungspläne zu erstellen. Nur so sei eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung der sogenannten Natura 2000-Gebiete möglich.

‚Wenn der in den Schutzgebieten wirtschaftende Mensch nicht weiß, was er tun kann – wie soll er dann dazu beitragen können, bedrohte Lebensräume und Arten zu erhalten?‘, sagte BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm. Zudem sei eine Erfolgskontrolle der durchgeführten Erhaltungsmaßnahmen erforderlich, damit Fördergelder und Ausgleichszahlungen für Landnutzer zielgerichtet und effizient eingesetzt werden könnten, betonte NABU-Geschäftsführer Leif Miller.

Völlig grotesk sei vor diesem Hintergrund die derzeit von einigen Ländern im Bundesrat eingeforderte Überarbeitung der FFH- Richtlinie, die Verschlechterungen des Schutzes zugunsten wirtschaftlicher Interessen, eine ‚Dynamisierung‘ der Schutzgebietskulisse sowie eine drastische Kürzung der Listen der zu schützenden Arten vorsehe.

Der Bericht belege klar, dass die Anstrengungen der Länder zum Schutz der biologischen Vielfalt verstärkt und das europäische Naturschutzrecht zügig umgesetzt werden müssten. Gerade im Vorfeld der in wenigen Monaten in Bonn stattfindenden 9.
Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über biologische Vielfalt würden die Länder sonst auch die Glaubwürdigkeit des Gastgebers massiv gefährden. ‚Was wir für den tropischen Regenwald und den sibirischen Tiger fordern, muss auch für unseren heimischen Buchenwald, Wildkatze, Luchs und Feldhamster gelten‘, so die Verbände.

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DBV: Im Pflanzenschutz europäische Standards 1:1 umsetzen

Sonnleitner kritisiert Trauerspiel um Pflanzenschutzgesetz
Berlin (agrar.de) – Die Landwirtschaft stehe zu den bestehenden Verpflichtungen zur Aufzeichnung im Bereich Pflanzenschutz und praktiziere dies auch. Völlig unverständlich sei jedoch derzeit für die Landwirtschaft das Trauerspiel um die Novelle des Pflanzenschutzgesetzes. ‚Ich wehre mich vehement dagegen, dass ohne eine EU-rechtliche Notwendigkeit Cross Compliance um die schlagbezogene Dokumentation jeder Pflanzenschutzmittel­anwen­dung erweitert wird‘, schrieb der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer.

Sonnleitner erinnerte daran, dass der Bundeslandwirtschaftsminister angekündigt hatte, die Aufzeichnungspflicht aus dem Pflanzenschutzgesetz wegen der drohenden Ver­knüpfung mit Cross Compliance zu streichen. Unfassbar sei daher, dass sich kurz nach diesen eindeutigen Zusagen die Regierungsfraktionen darauf verständigt hatten, an der schlagspezifischen Dokumentationspflicht festzuhalten. ‚Die Landwirte fordern Ihren mehrfach betonten Grundsatz ein, lediglich europäische Standards bei Cross Compliance aufzunehmen und übermäßige Sanktionsrisiken durch Cross Compliance für die landwirt­schaftlichen Betriebe zu verhindern‘, forderte Sonnleitner.

Ebenso wandte sich Sonnleitner in Sachen Pflanzenschutzgesetz an die Abgeordneten der Regierungsfraktionen. Die Landwirte in Deutschland hätten im Zusammenhang mit Cross Compliance in den letzten Jahren leidvoll die Folgen einer praxisfernen EU-Büro­kratie zu spüren bekommen. Daher hätten die Landwirte kein Verständnis dafür, wenn entgegen allen Entbürokratisierungsprogrammen jetzt ohne Not zusätzliche Kontroll­bürokratie geschaffen werden soll. Sonnleitner wies auch darauf hin, dass die deutschen Landwirte um die bestehenden Verpflichtungen zur Aufzeichnung der eingesetzten Pflanzenschutzmittel sowohl im Rahmen der Rückverfolgbarkeit als auch im Rahmen der guten fachlichen Praxis genauestens wüssten. Den Landwirten vorzuhalten, sie würden Dokumentationen an sich ablehnen, sei deshalb nicht gerechtfertigt. Die Kritik des Berufsstandes richtet sich vielmehr gegen die Verknüpfung der Dokumentationspflicht mit Cross Compliance.

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BMU und BfN legen FFH-Bericht vor

Themen: Statistik — info @ 14:12

Berlin (agrar.de) – Die Bundesrepublik Deutschland ist heute ihrer Verpflichtung nach dem Europäischen Naturschutzrecht nachgekommen und hat den so genannten FFH-Bericht an die Europäische Kommission übermittelt. Der Bericht zeigt, dass der Zustand für etwa ein Viertel der von der FFH-Richtlinie erfassten Arten und Lebensraumtypen bereits als ‚günstig‘ zu beurteilen ist. So befinden sich beispielsweise viele Fledermausarten, die Seehundbestände in der Nordsee, aber auch die großen Buchenwald-Lebensräume im kontinentalen Teil Deutschlands bereits im ‚grünen Bereich‘. Hierin zeigen sich erste Erfolge der Länder bei der Umsetzung der europäischen Naturschutzpolitik.

‚Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir können heute feststellen, dass die schlimmsten Schäden an der Natur in Deutschland bis in die 80er Jahre hinein stattgefunden haben, aber nicht mehr seit Inkrafttreten der FFH-Richtlinie im Jahr 1994. Die Ergebnisse sollten uns daher ermutigen: Wir sind in der Lage, negative Trends bei der biologischen Vielfalt umzukehren, unsere natürliche Umwelt zu schützen und auch wiederherzustellen. Die FFH-Richtlinie hat dazu entscheidend beigetragen‘, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel.

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU verpflichtet die Mitgliedstaaten besonders gefährdete Arten und Lebensräume in einem günstigen Erhaltungszustand zu erhalten oder zu entwickeln und zum Aufbau eines europäischen Schutzgebietssystems. Am 07.12.2007 wurde der erste umfassende nationale Bericht, der in enger Abstimmung zwischen Bund und Ländern erarbeitet und mit maßgeblich Unterstützung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) erstellt wurde, bei der EU-Kommission vorgelegt. In diesem Bericht wird erstmals über den Erhaltungszustand der Arten und Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie detailliert Auskunft gegeben.

‚Seit dem Inkrafttreten der FFH-Richtlinie 1994 sind die in Deutschland vorkommenden und bis dato stark gefährdeten Arten und Lebensraumtypen der Anhänge in den benannten FFH-Gebieten und teilweise auch darüber hinaus besonders geschützt. Pläne und Projekte bedürfen einer Prüfung ihrer Verträglichkeit im Bezug auf diese Schutzgüter‘, sagte Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Darüber hinaus gelten seit dieser Zeit besondere Artenschutzbestimmungen. Dies hat nach Auffassung der BfN-Präsidentin dazu beigetragen, dass sich seit Mitte der 1990er Jahre einige Bestände erholen konnten.

Bundesumweltministerium und BfN sehen jedoch auch noch erhebliche Defizite. Der Bericht zeigt, dass der überwiegende Teil der Arten und Lebensräume sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand befindet. Beispielsweise wird für den Luchs und die Flussperlmuschel der Zustand als schlecht eingeschätzt. Ebenso alarmierend steht es um die Gletscher in den Alpen, die durch den Klimawandel besonders bedroht sind, sowie um die Moore, für die eine Verbesserung aufgrund der langen Regenerationszeiten nur langfristig zu erreichen ist.

Der Bericht macht deutlich, dass die Anstrengungen im Naturschutz fortgeführt werden müssen, um eine Verbesserung der Situation für die betroffenen Schutzgüter erreichen zu können. Denn das Ziel der FFH-Richtlinie, ein günstiger Erhaltungszustand aller Arten und Lebensraumtypen, ist ein wichtiger Schritt bei unseren Bemühungen die biologische Vielfalt zu bewahren und damit die Lebensgrundlage für heutige und künftige Generationen zu schützen.

Zweiter Nationaler Bericht 2007 gemäß FFH-Richtlinie (BfN)
Bericht über den Zustand von Arten und Lebensräumen nach der EU-Naturschutzrichtlinie (FFH-Richtlinie) (BMU)

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Fehlende Berücksichtigung der Imkerei im Gentechnikrecht

Themen: Bienen,Gentechnik,Tiere,Umwelt,Verbände — info @ 12:12

München (agrar.de) – Am 30. November wurde durch den Bundesrat die ‚Verordnung über die gute fachliche Praxis bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen (Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung – GenTPflEV)‘ mit Änderungen verabschiedet. Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund weist darauf hin, dass der Bundesrat auf Empfehlung des Agrarausschusses des Bundestages auch Folgendes beschloss:

E n t s c h l i e ß u n g

1. Der Bundesrat fordert den Bund auf, mit einer Verordnung schnellstmöglich sicherzustellen, dass auch die Belange der Imkerei beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen angemessen berücksichtigt werden. Der Geltungsbereich der vorliegenden Verordnung schließt die Imkerei nicht ein. Die Koexistenz beinhaltet jedoch nicht nur das Nebeneinander des GVO-Anbaus und konventionellen Pflanzen, sondern auch des GVO-Anbaus und der Imkerei. Hierfür sind gesonderte Regelungen erforderlich.

Obwohl die Bienenhaltung ganz offensichtlich in vielfacher Hinsicht vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen betroffen ist, kamen im Regierungsentwurf der ‚Verordnung über die gute fachliche Praxis bei der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen (Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung – GenTPflEV)‘ die Begriffe ‚Bienen‘, ‚Imker‘ oder ‚Honig‘ nicht einmal vor. Das Gleiche gilt für die geplante Novelle des Gentechnikgesetzes.

‚Der Auffassung der Bundesregierung, es sei ‚Gute fachliche Praxis‘, Bienen, Imker und Bienenprodukte vollkommen zu ignorieren, wurde nun vom Bundesrat eine klare Absage erteilt‘, sagte Manfred Hederer, Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes (DBIB).

‚Ein Bienenvolk beweidet ein Gebiet von mindestens 30 Quadratkilometern und sammelt dabei Pollen und Nektar von vielen verschiedenen Trachtquellen‘, erläuterte Walter Haefeker, Vorstandsmitglied und Gentechnikexperte beim DBIB. ‚Trotz ihrer hohen Intelligenz können Bienen dabei nicht zwischen natürlichen und gentechnisch veränderten Pflanzen unterscheiden und sind auch nicht in der Lage festzustellen, ob die GVO-Pflanzen eine Zulassung als Lebensmittel in der EU haben. Daraus ergeben sich erhebliche Ko-Existenzprobleme bei der Erzeugung von Bienenprodukten. Der Verbraucher lehnt Gentechik in Lebensmitteln ab. Dies gilt besonders für Naturprodukte wie Honig und Blütenpollen.‘ Alle bisherigen Versuche der Imkerverbände, Herrn Seehofer und die zuständigen Beamten im Landwirtschaftsministerium auf die besondere Situation der Bienenhaltung bei der Koexistenz aufmerksam zu machen, blieben leider ohne jedes greifbare Ergebnis.

Die berufsständische Vertretung der Imker begrüßt daher, dass der Bundesrat der Bundesregierung nun klare Hausaufgaben gegeben hat und wird sich dafür einsetzen, dass diese rechtzeitig vor Verabschiedung des novellierten Gentechnikgesetzes im Sinne der Imker und ihrer Kunden erledigt werden.

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Weizenreserven nehmen weiter ab

Koblenz (agrar.de) – Die Weizenbestände nehmen weltweit ab. Zwar hat der Internationale Getreiderat (IGC) seine Schätzung der weltweiten Weizenerzeugung 2007/08 gegenüber dem Vormonat um eine Mio. Tonnen auf 603 Mio. Tonnen nach oben korrigiert, dennoch liegt der weltweite Verbrauch bei ca. 611 Mio. Tonnen. Die Weizenreserven werden daher auf insgesamt 110 Mio. Tonnen abnehmen. Die Endbestände werden aber nicht so stark schrumpfen wie bisher befürchtet. Ursprünglich wurde ein Weizen-Endbestand in Höhe von 107 Mio. Tonnen geschätzt, so der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in einer aktuellen Mitteilung.

Der IGC prognostiziert zur Ernte 2008 eine Ausdehnung der weltweiten Weizenfläche um rund vier Prozent auf 222 Mio. Hektar. In der EU wird ein Anstieg um sechs Prozent auf ca. 27 Mio. Hektar erwartet.

Weltweit wird weiterhin mit sinkenden Getreideendbeständen gerechnet. Hintergründe sind die kaum mehr zu kalkulierenden Witterungseinflüsse und die gleichzeitige Abnahme fruchtbarer Ackerflächen. Beispielsweise rechnet Australien mit seiner dritten Dürrekatastrophe innerhalb von fünf Jahren. Das bevölkerungsstärkste Land China verliert beispielsweise jährlich eine Mio. Hektar an fruchtbarem Ackerland, das durch Erosion, Umweltsünden oder Überbauung verloren geht.

Darüber hinaus steigt die Weltbevölkerung zur Zeit jährlich um etwa 80 Mio. Menschen, was selbstverständlich zu einem großen Nachfragesog nach Getreide führt. Die Weizenendbestände machen ungefähr 55 Prozent der gesamten Getreidebestände in Höhe von 200 Mio. Tonnen aus. Dies ist der niedrigste Getreideendbestand seit 30 Jahren.

Viele Staaten versuchen dieser Entwicklung entgegen zu wirken, indem beispielsweise die Europäische Union den Flächenstilllegungssatz nunmehr auf null Prozent festlegte und andere Staaten, wie China, der Landbewirtschaftung eine höhere Priorität als bislang einräumen. Dies und die Anstrengungen vieler weiterer Länder werden dazu führen, dass sich die Abnahme der Weizen- bzw. Getreideendbestände verringert oder sich die Bestände selbst sogar stabilisieren. Mit einem nennenswerten Anstieg der weltweiten Getreideendbestände sei allerdings in absehbarer Zeit nicht zu rechnen, so der Verband.

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Mastschweine: Erzeugererklärung ab 01.01.2008 Pflicht

Themen: Agrarrecht,EU,Fleisch,Schweine — info @ 11:12

Bonn (agrar.de) – Nach Ablauf einer zweijährigen Übergangsfrist dürfen Schlachtbetriebe ab 01.01.2008 gemäß der EU-Verordnung Nr. 853/2004 nur noch Schlachtschweine annehmen, für die eine vom Tierhalter unterschriebene Information zur Lebensmittelsicherheit vorliegt. Das berichtet der Zentralverband der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) in Bonn.

Die Pflichtangaben dieser Information können in Form einer standardisierten Erzeugererklärung zusammengefasst werden, wenn dem Tierhalter keine Risiken für die Lebensmittelsicherheit bekannt sind. Hierfür wurde ein bundeseinheitliches Muster (Standarderklärung) erarbeitet. Auch eine Kombination mit einem Lieferschein ist möglich, wenn Form und Inhalt der Erklärung hierdurch nicht verändert werden.

QS-Betriebe können statt der Angabe des Salmonellenstatus auf die QS-Mitgliedschaft verweisen, da die Schlachtbetriebe die entsprechende Information aktuell aus der Salmonellendatenbank erhalten.

Die von der EU vorgesehene 24-Stunden-Frist bis zu der die Erklärung spätestens vor Ankunft der Schlachtschweine im Schlachthof vorliegen muss, soll – so eine Empfehlung der ‚Länderarbeitsgemeinschaft gesundheitlicher Verbraucherschutz‘ – von den Bundesländern ausgesetzt werden.

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Seehofer: Aufschwung kommt in der Landwirtschaft an

Themen: Agrarbericht,Statistik,Wirtschaft — info @ 10:12

Berlin (agrar.de) – ‚Die verbesserte konjunkturelle Lage in Deutschland macht sich auch in der Landwirtschaft bemerkbar‘, sagte Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. ‚Das Investitionsverhalten der Landwirtschaft hat sich sehr positiv entwickelt. Ursächlich dafür ist die im Vergleich zum Vorjahr bessere Einkommenssituation in den landwirtschaftlichen Betrieben.‘

Dies sei ein gutes Zeichen, denn die Landwirtschaft sei ein wichtiger Wirtschaftsbereich in Deutschland. Von der Landwirtschaft hänge der so genannte vor- und nachgelagerte Bereich ab. Insgesamt trage die Land- und Ernährungswirtschaft mit 6 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei. Führend sei die Agrarwirtschaft auch bei den Exporten. Weltweit stünde Deutschland bei den Exporten von Agrar- und Ernährungsgütern an vierter Stelle. Diese Führungsposition werde ausgebaut, wenn man bedenke, dass die deutschen Agrarexporte in den ersten neun Monaten 2007 bereits um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien.

‚Ich bin als Landwirtschaftsminister mit dem Anspruch angetreten, Politik für die Landwirte zu machen. Dies macht sich jetzt bezahlt‘, so der Minister. Ein Beispiel sei der Bürokratieabbau, der für ihn kein Schlagwort sei, sondern konkretes politisches Handeln. ‚Weniger bürokratische Belastung schafft Raum für unternehmerisches Handeln. Politik, die unternehmerische Freiheiten schafft, setzt auf Zukunftsfähigkeit.‘ Die Vorlage der Zahlen zur Einkommenssituation zum jetzigen Zeitpunkt sei ebenfalls ein Ergebnis solcher Politik. Bislang seien die Daten zur Einkommenssituation erst mit Verzögerung im jährlichen Agrarbericht veröffentlicht worden. Im Zuge der Neuordnung und Modernisierung des Berichtswesens im Ministerium könnten nun wichtige Ergebnisse bereits zeitnah zum Vorliegen des Datenmaterials veröffentlicht werden. ‚Wir haben damit ein konkretes Beispiel, wie wir den Anforderungen einer modernen Informationsgesellschaft gerecht werden und gleichzeitig Papierberge vermeiden‘, betonte Seehofer. Ziel sei es, weniger Routineberichte zu verfassen, sondern Informationen flexibler, aktueller und schneller bereit zu stellen.

Die ersten verfügbaren Informationen zu den Gewinnen der Haupterwerbsbetriebe stellen sich wie folgt dar: Die Gewinne der Haupterwerbsbetriebe insgesamt (ohne juristische Personen in den neuen Ländern) im Wirtschaftsjahr 2006/2007 (1. Juli 2006 bis 30. Juni 2007) lagen im Durchschnitt um fast 14 Prozent über Vorjahresniveau. Für die Betriebsformen zeigt sich folgende Entwicklung:

Gewinn je Unternehmen
Betriebsform: Euro/Betrieb im Geschäftsjahr 2006/07; Veränderungen gegen Vorjahr in Prozent

Ackerbau: 50.448; + 34,9
Gartenbau: 42.685; + 5,4
Weinbau: 43.225; + 14,3
Obstbau: 41.574; + 16,6
Milch: 40.276; + 12,7
Sonstiger Futterbau: 28.623; + 2,4
Veredlung: 45.929; – 6,1
Gemischt (Verbund): 36.954; + 7,9
Insgesamt: 41.125; + 13,8

Weitere Ergebnisse zu den Buchführungsdaten werden in Kürze vorgestellt. Eine ausführliche Zusammenstellung der Buchführungsergebnisse wird laut Ministerium bis Ende des Jahres im Internet zur Verfügung gestellt.

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06. Dezember 2007

DBV: Flächenverbrauch muss konsequent vermindert werden

Themen: Agrarstruktur,Umwelt,Verbände,Wald — info @ 15:12

Berlin (agrar.de) – Der Flächenverbrauch durch Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen muss durch eine nachhaltige Strategie konsequent vermindert werden, erklärte der Deutsche Bauern­verband (DBV) anlässlich des Internationalen Tag des Bodens am 5. Dezember 2007.

Nach wie vor werde in Deutschland zu sorglos mit der verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzfläche um­gegangen und würden in hohem Maße landwirtschaftliche Flächen für Siedlungs- und Verkehrsmaßnahmen dauerhaft ‚verbraucht‘. Vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung und den zu erwartenden Veränderungen durch den Klimawandel müsse die Sichtweise auf den Wert land- und forstwirtschaftlicher Flächen grundlegend geändert werden. In Zukunft müsse der Grundsatz gelten: Entsiegelung bei Versiegelung, indem bei Neuversiedlung von Flächen für Siedlungs- und Verkehrs­maßnahmen an anderer Stelle beispielsweise ungenutzte Industriebrachen entsiegelt werden.

Der Schutz der Böden als nicht erneuerbare Ressource habe in der Land- und Forstwirt­schaft einen besonders hohen Stellenwert, da es um den Schutz der Produktions­grundlage der Landwirtschaft gehe, betonte der DBV. Die Land- und Forstwirte hätten daher ein sehr hohes Interesse, den Bodenschutz nachhaltig sicherzustellen. Demgegenüber stehe zu befürchten, dass die derzeit in Brüssel diskutierte europäische Bodenrahmenrichtlinie weniger dem Bodenschutz diene, als lediglich die Schaffung neuer Bürokratie zur Folge habe. Es dürfe nicht weiterhin mit weitreichenden Vorgaben beispielsweise zur Festlegung von Risikogebieten für die Kriterien Erosion, Verdichtung und acht weiteren Kriterien das nationale Bodenschutzrecht in Frage gestellt werden. Vielmehr sollte das vorbildliche Bundesbodenschutzgesetz europaweit als Maßstab gelten, forderte der DBV.

Lesen Sie auch:
DBV: Bodenschutz-Richtlinie wird bürokratische Lawine auslösen [15. November 2007]

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DBV: Preisdumping von Ikea eine Provokation

Themen: Handel,Lebensmittel,Verbände — info @ 12:12

Berlin (agrar.de) – Als ein unmoralisches Angebot hat der Deutsche Bauernverband (DBV) das ‚Weihnachtsmärchen‘ der Möbelkette IKEA zum Nikolaustag verurteilt, 250 Gramm Deutsche Markenbutter für 0,50 Euro zu verkaufen.

Für die deutschen Milchbauern sei es eine glatte Verhöhnung, wenn ihr wertvolles Produkt und Lebensmittel Butter in solcher Weise abgewertet und verramscht wird, schrieb der Stellvertretende Generalsekretär des DBV, Adalbert Kienle, an die Geschäftsführung von IKEA.

Der Verkauf der hochwertigen Butter für 50 Cent sei eindeutig ein Verkauf unter Einstandspreis. Kienle wies darauf hin, dass Bundestag und Bundesrat jüngst das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen, das in wenigen Tagen in Kraft treten wird, verschärft und damit solche Verkäufe unter Einstandspreis verboten haben. ‚Wir halten es für schamlos, dass IKEA den unmissverständlichen Willen des Gesetzgebers in dieser Art und Weise missachtet‘, schrieb Kienle. Der DBV werde daher das Bundeskartellamt sowie den Deutschen Werberat darüber informieren.

Der Anzeigentext, wonach ’selbst Grundnahrungsmittel wie Butter….so teuer geworden waren‘ sei für die Bauern eine Provokation, betonte Kienle. Denn Tatsache sei, dass deutsche Markenbutter auch nach den Preiserhöhungen heute nicht mehr kostet als in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Außerdem würden die Nahrungsmittel in Deutschland auch heute noch für die Verbraucher zu den günstigsten Preisen in Europa zählen.

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Thüringen: Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe geht zurück

Erfurt (agrar.de) – Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt gab es im Mai 2007 in Thüringen insgesamt 4.740 landwirtschaftliche Betriebe, 8,3 Prozent weniger als zur Erhebung im Jahr 2005.

Von den landwirtschaftlichen Betrieben insgesamt wurden 3.810 Betriebe als Einzelunternehmen geführt (2005: 4.240 Betriebe), 350 Betriebe gehörten zur Rechtsform einer Personengesellschaft/-gemeinschaft (2005: 370 Betriebe) und 580 Betriebe waren in der Hand einer juristischen Person (2005: 560 Betriebe).

Insgesamt bewirtschafteten die Betriebe 793.700 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (ha LF). Das entsprach einem Flächenrückgang gegenüber der Vorerhebung um 5.700 Hektar bzw. 0,7 Prozent. Mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 168 Hektar bewirtschafteten 2007 die landwirtschaftlichen Betriebe durchschnittlich 13 Hektar mehr als vor zwei Jahren.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre haben überwiegend kleine Betriebe mit einer Flächenausstattung bis 10 Hektar ihren Betrieb aufgegeben. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging hier um 450 Betriebe (- 17,3 Prozent) auf 2.140 Betriebe zurück. Bewirtschaftete 2005 noch jeder zweite Betrieb weniger als 10 Hektar, so waren es im Mai 2007 noch 45 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe. 1.470 (31 Prozent) landwirtschaftliche Betriebe hatten ein Produktionspotential zwischen 10 und 100 ha LF (2005: 1.460 Betriebe bzw. 28 Prozent) und 890 Betriebe (19 Prozent) zwischen 100 bis 1.000 ha (2005: 870 Betriebe bzw. 17 Prozent). Wie zur Vorerhebung verfügten fünf Prozent über eine landwirtschaftlich genutzte Fläche ab 1.000 Hektar. Insgesamt gehörten 240 Betriebe zu dieser Größenklasse (2005: 250 Betriebe).

Rückgang bei Pachtungen auch 2007

Der Trend der Bewirtschaftung von Pachtland setzte sich schwach fort. Die Zahl der Betriebe, die 2007 auf Pachtland wirtschafteten nahm stärker ab (- 8,9 Prozent) als der Rückgang aller landwirtschaftlichen Betriebe Thüringens (- 8,3 Prozent). 2007 hatten insgesamt 3.200 Betriebe Flächen gepachtet, zur Erhebung im Jahr 2005 lag deren Anzahl bei 3.510 Betrieben.
67 Prozent (2005: 68 Prozent) der landwirtschaftlichen Betriebe wirtschafteten 2007 somit auf Pachtflächen. Insgesamt waren 686.400 Hektar Pachtland. Das waren 87 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche von Thüringen insgesamt. 2005 waren noch 89 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche insgesamt Pachtflächen.

Weniger Beschäftigte in den landwirtschaftlichen Betrieben In den landwirtschaftlichen Betrieben waren 25.900 Personen beschäftigt. Das waren knapp 1.300 Beschäftigte bzw. – 4,6 Prozent weniger als vor zwei Jahren. Der Rückgang der Beschäftigten in den landwirtschaftlichen Betrieben hat damit an Intensität zugenommen. Zwischen 2005 und 2003 war ein Rückgang um 2,8 Prozent zu verzeichnen.

Der Beschäftigtenrückgang ist ausschließlich auf 1.300 weniger ständig Beschäftigte (- 5,6 Prozent) zurück zu führen. 21.300 Arbeitskräfte (2005: 22.500 Personen) waren ständig beschäftigt und wie zur Vorerhebung zählten 4.600 Personen zu der Gruppe der nicht ständig Beschäftigten. Bei einer Vollbeschäftigtenquote von 62 Prozent waren 13.200 Arbeitskräfte (2005: 63 Prozent bzw. 14.100 Personen) entsprechend der tariflichen Arbeitszeit vollbeschäftigt.

Links zum Thema Agrarbericht und Statistik,
Li8nks zum Bundesland Thüringen.

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