13. Dezember 2007

Nordrhein-Westfalen: Prämienantrag per Mausklick

Themen: EU,Förderung,Internet,Medien,Nordrhein-Westfalen — info @ 10:12

Bonn (agrar.de) – Vom kommenden Jahr an können Landwirte in Nordrhein-Westfalen ihren Antrag für die EU-Prämien bequem am eigenen PC bearbeiten. Statt sich wie bisher durch die Berge von komplizierten Formularen arbeiten zu müssen, erhalten die Landwirte auf Wunsch von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen eine CD, die alle wichtigen Daten ihres Betriebes und ein Programm für die Bearbeitung der Anträge enthält.

Schnittstellen ermöglichen es, die heute auf den meisten Bauernhöfen vorhandenen umfangreichen Daten aus betriebseigenen Programmen, wie zum Beispiel Schlagkarteien, zu verwenden. Hat sich die Nutzung der Äcker und Wiesen gegenüber dem Vorjahr geändert, kann dies per Internet direkt in farbige und vergrößerbare Luftbilder eingezeichnet werden, die seit zwei Jahren Grundlage für die Beantragung und Kontrolle der EU-Prämien sind. Der fertige Antrag kann per Internet eingereicht werden.

Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erhofft sich von dem elektronischen Antragsverfahren nicht nur eine erhebliche Erleichterung für die Betriebe, sondern auch Einsparungsmöglichkeiten bei der Abwicklung des Verfahrens. Landwirte, die im kommenden Jahr am elektronischen Antragsverfahren teilnehmen wollen, sollten sich bis zum 21. Dezember bei ihrer Kreisstelle melden. Ein Anmeldeformular und weitere Informationen gibt es im Internet der Landwirtschaftskammer in der Rubrik Förderung.

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Deutsche Apfelernte übertrifft Erwartungen

Erntemenge wird auf rund eine Million t geschätzt – Verbraucherfreundliche Preise

Hannover (agrar.de) – Ob Elstar, Jonagold oder Braeburn – eine unerwartet gute Apfelernte haben die deutschen Erzeuger in diesem Jahr einfahren können. Wie der Landvolk-Pressedienst mitteilt, beziffern Marktexperten die diesjährige Ernte auf rund eine Million Tonnen (t). Sie übertrifft damit die Vorjahresmenge von 950.000 t um 5,26 Prozent.

Die ‚Millionen-Marke‘ hatten die Erzeuger im gewerblichen Obstanbau zuletzt in 2001 ‚geknackt‘, als sie 1,13 Millionen t Äpfel ernteten. Im Mittel der Jahre 2003 bis 2006 konnten sie nur 909.000 t der knackigen Vitaminspender pflücken. Freuen dürfen sich daher die Verbraucher, denn der Apfelsegen hat die Preise auf dem Vorjahresniveau gehalten, einzelne Sorten werden sogar günstiger angeboten als in 2006. Und dem Geschmack tut die üppige Ernte natürlich keinen Abbruch. Zudem sollten die wertvollen Inhaltsstoffe von Vitaminen über Mineralien bis hin zu Pektinen zu mindestens einem Apfel pro Tag verleiten. Ein durchschnittlicher Apfel deckt mit etwa 12 mg Vitamin C beispielsweise rund 40 Prozent des Tagesbedarfs.

Die Ernte fällt in diesem Jahr deutlich höher aus als zunächst geschätzt. Noch im Sommer hatten die Obstbauern ihre Ertragserwartungen deutlich zurückgeschraubt und nur eine durchschnittliche Ernte erwartet. Denn der milde Winter des Vorjahres und das über-durchschnittlich warme Frühjahr hatten in weiten Teilen Europas für eine frühe Apfelblüte gesorgt. Gerade in dieser Periode setzen in Mittelosteuropa Spätfröste den empfindlichen Bäumen so zu, dass in vielen osteuropäischen Ländern die Ernte außerordentlich schlecht ausfiel. Auch einige deutsche Apfelerzeuger meldeten Spätfröste.

Für Niedersachsen rechnen die Experten der Obstbauversuchsanstalt in Jork mit einer Ernte von 330.000 t Äpfeln. Damit wird der Ertrag des Vorjahres um zehn Prozent überschritten. Anders als viele Berufskollegen konnten die Erzeuger an der Niederelbe vom milden Seeklima profitieren: Aufgrund der vielen Sonnentage im Frühjahr bildeten die Äpfel bis zur Ernte ausrechend Zucker unter der appetitlichen Schale aus und ihre Qualität wird von Kennern als ‚Hervorragend‘ gelobt. Da die Landwirte fast zwei Wochen früher als im langjährigen Mittel mit der Ernte beginnen konnten, konnten sie bis Ende Oktober bereits 70 Prozent mehr Äpfel vermarkten, als in den Jahren zuvor. Dennoch können Apfelliebhaber bis in den Sommer hinein Äpfel aus heimischer Erzeugung genießen, denn die Läger sind gut gefüllt.

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Bauernverband kritisiert Kommissionsvorschlag zur Quotenerhöhung

Themen: EU,GAP,Milch,Verbände — info @ 10:12

Stabilisierung der Milchmärkte muss im Vordergrund stehen

Berlin (agrar.de) – Die Europäische Kommission hat am 12.12.2007 vorgeschlagen, die Milchquoten ab dem 1. April 2008 um 2 Prozent aufzustocken. Die Aufstockung, die insgesamt 2,84 Millionen Tonnen ausmacht, wird gleichmäßig auf alle 27 Mitgliedsstaaten verteilt. Der Deutsche Bauernverband (DBV) spricht sich vehement gegen diese Quotenerhöhung zum jetzigen Zeitpunkt aus.

Nach Auffassung des DBV sollten zunächst alle Maßnahmen in den Vordergrund gestellt werden, die zu einer Stabilisierung der Milchmärkte beitragen. Die sture von der Politik vorgegebene Erhöhung der Milchquoten würde hier genau das falsche Signal setzen. Insbesondere die derzeit laufenden Diskussionen um die Preisentwicklung auf dem Buttermarkt machten deutlich, dass eine nachhaltige Erholung des Milchmarktes noch aussteht.
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NRW: Schnelle Internet-Verbindungen auch für ländliche Räume

Düsseldorf (agrar.de) – Ab 2008 kann in ländlichen Räumen die Versorgung mit schnellen Internetverbindungen gefördert werden. Darauf haben sich die Agrarminister von Bund und Ländern jetzt im Planungsausschuss der Gemeinschaftsaufgabe ‚Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutz‘ (PLANAK) verständigt.

‚In dünner besiedelten Regionen ist die Breitbandversorgung häufig schlechter als in den Ballungsräumen, weil sich für die Anbieter der Anschluss dieser Gebiete aufgrund der geringeren Nutzerzahlen teilweise noch nicht rechnet‘, erläutert Umweltminister Eckhard Uhlenberg. ‚Schnelle Datenautobahnen sind aber eine Grundlage für die künftige wirtschaftliche Entwicklung der ländlichen Räume. Deshalb wird das Land die Gemeinden darin unterstützen, die Breitbandversorgung im ländlichen Raum zu verbessern.‘

Die Unternehmen der Telekommunikationsbranche werden aber nur dann bereit sein, mit schnellen Internetverbindungen unterversorgte Regionen anzuschließen, wenn entstehende Anfangsverluste reduziert werden. Gemeinden, die Unternehmen entsprechende Zuschüsse gewähren, können in Zukunft mit bis zu 40 Prozent der nicht gedeckten Kosten vom Land gefördert werden (maximal 50.000 Euro). Förderfähig sind sowohl leitungs- als auch funkbasierte Lösungen.

Die Förderung ist möglich, wenn die Ortschaft nicht mehr als 10.000 Einwohner hat, Marktversagen vorliegt, das Projekt zuvor technologieneutral sowie öffentlich ausgeschrieben und das wirtschaftlichste Angebot ausgewählt worden ist. Je Gemeinde ist nur ein Antrag zulässig. Zuständig für die Umsetzung der Förderung sind die Bezirksregierungen. Ingesamt stellt das Land für die Breitbandförderung in 2008 1,1 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln bereit.

Die Minister verständigten sich darüber hinaus darauf, auch die Förderbedingungen für die Nutzung erneuerbarer Energien durch den Bau von Nahwärme- oder Biogasleitungen im ländlichen Raum zu verbessern. Solche Leitungen sind erforderlich, um die bei der Stromerzeugung aus Biogas anfallende Prozesswärme besser zu nutzen.

‚Damit verbessern wir die Effizienz der Biogasanlagen. Dies rechnet sich für die Bäuerinnen und Bauern und ist gleichzeitig ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz‘, so Uhlenberg. Die neuen Fördermöglichkeiten werden in Nordrhein-Westfalen über die ‚Richtlinien zur Förderung der Integrierten Ländlichen Entwicklung‘ umgesetzt, über die u. a. auch die Dorferneuerung und die Flurbereinigung gefördert werden. Zuständig sind ebenfalls die Bezirksregierungen.

Nach dem Entwurf des Bundeshaushaltes stehen im kommenden Jahr insgesamt 660 Mio. Euro (2007: 615 Mio. Euro) an Bundesmitteln bereit. Davon wird Nordrhein-Westfalen voraussichtlich einen Anteil von gut 43,4 Mio. Euro (2007: 40,4 Mio. Euro) erhalten.

Zusammen mit den Landesmitteln (40 Prozent) stehen damit in nächsten Jahr rund 72,3 Mio. Euro (2007: 66,4 Mio. Euro) für die Fördermaßnahmen der Gemeinschaftsaufgabe zur Verfügung. Neben der Förderung der ländlichen Entwicklung sind das Agrarinvestitionsförderungsprogramm, die Agrarumweltmaßnahmen und der Hochwasserschutz weitere Schwerpunkte der Förderung.

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12. Dezember 2007

CDU/CSU: Health Check ist keine neue Reform

Themen: Agrarrecht,EU,Förderung,GAP — info @ 16:12

Union begrüßt die Klarstellung der EU-Kommission

Berlin (agrar.de) – Zur Debatte im Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu den aktuellen Beratungen im Agrarrat zum Health Check erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Peter Bleser MdB und die zuständige Berichterstatterin, Marlene Mortler MdB:

‚Die EU-Kommission hat in einem offenen Meinungsaustausch mit der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Unionsfraktion noch einmal versichert, dass der Health Check der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) keine neue Reform darstellt. Er war auch nie als solche konzipiert. Allen Forderungen nach einer erneuten grundlegenden Reform wird damit eine klare Absage erteilt. Die Union begrüßt diese Klarstellung.

Die Unternehmer und Beschäftigten in der Agrarwirtschaft brauchen Planungssicherheit bis zum Jahr 2013. Insofern wird die Konzeption der EU-Kommission begrüßt, die Instrumente der GAP im Hinblick auf die zeitgemäße Ausgestaltung zu überprüfen. Dazu gehört auch die Energiepflanzenprämie, die sehr bürokratisch ausgestaltet ist. Alle Maßnahmen müssen einem Ziel dienen: Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Agrarwirtschaft zu verbessern und die Betriebe auf Zeit nach 2013 vorzubereiten.

Deutschland ist für die vorgesehenen Wege einer vollständigen europaweiten Entkopplung gut aufgestellt. Andere EU-Staaten haben hier noch einen wesentlich größeren Anpassungsbedarf.

In Bezug auf die Milchquote bestätigt die Kommission die Erwartung der Union, dass 2015 kein Antrag auf eine Verlängerung der Quotenregelung gestellt werden wird. Auch ein Anschlusssystem ist nicht zu erwarten. Über die Ausgestaltung des Übergangs im Rahmen einer „weichen Landung“ wird noch intensiv zu diskutieren sein. Wichtig ist, dass die Milchbauern ihre Chancen auf dem Weltmarkt nutzen können.

Zu den Vorstellungen der Kommission zu Modulation und Degression fordert die Union deutliche Korrekturen. Die bisherigen Vorschläge treffen vor allem die Betriebe in Ostdeutschland und gefährden damit die sozialen Strukturen. Eine Neiddiskussion ist hier völlig unangebracht. Die Kommission hat sich offen gezeigt, die Anregungen des Berichterstatters im Europaparlament, Dr. Lutz Goepel, für eine andere Ausgestaltung in die Überlegungen einzubeziehen.

Einigkeit waren sich die Unionsvertreter mit der Kommission darin, dass die Erzeugung von Bioenergie ein wichtiges wirtschaftliches Standbein für die Landwirtschaft darstellt. Im Fokus steht aber auch zukünftig die Produktion von Lebens- und Futtermitteln. Daran müssen sich alle Maßnahmen der GAP ausrichten.‘

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Steigende bäuerliche Einkommen in Rheinland-Pfalz

Koblenz (agrar.de) – Die Landwirte in Rheinland-Pfalz haben in diesem Jahr insgesamt steigende Gewinne zu verzeichnen. ‚In Anbetracht der tiefen Preise der vergangenen Jahre war dies auch bitter nötig‘, erklärte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Leo Blum. ‚Ich bestehe aber darauf, dass die Entwicklungen je nach Region und Betriebsausrichtung unterschiedlich beurteilt werden‘.

Blum betonte, dass die Milchvieh- und die Ackerbaubetriebe in Rheinland-Pfalz steigende Einkommen erzielt hätten, aber vor allem die Schweine haltenden Betriebe dramatische Einbußen hätten hinnehmen müssen. Es dürfe nicht vergessen werden, dass die Agrarpreise jahrelang skandalös niedrig gewesen seien, dass viele Betriebe von der Substanz gelebt hätten und dass jetzt nach dem Anstieg der Erzeugerpreise in diesem Jahr lediglich das absolute Niveau der 70er und 80er Jahre erreicht werde.

Die Unternehmensergebnisse der Futterbaubetriebe seien um 20 Prozent angestiegen. Die Höhe des Anstiegs dürfe allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass sich die Gewinne der Milchviehbetriebe im Vorjahr auf einem sehr niedrigen Niveau befunden hätten. ‚Die Veredelungsbetriebe litten im vergangenen Wirtschaftsjahr allerdings sehr. Hier sind die Ergebnisse durchschnittlich um ca. 15 Prozent gesunken. Gerade in Anbetracht der steigenden Futtermittelpreise leiden die Ferkelerzeuger, die Schweine haltenden sowie die Geflügel haltenden Betriebe besonders stark unter der augenblicklichen wirtschaftlichen Situation. Zur Zeit zeichnen sich auf den Märkten etwas geringere Angebote an Schweinen ab, was in naher Zukunft auf steigende Preise hoffen lässt. Je Arbeitskraft wurden in der Landwirtschaft durchschnittlich nur rund 25.000 Euro, bzw. 2.100 Euro monatlich erwirtschaftet.‘

Der Weinbau habe gerade in Rheinland-Pfalz noch beachtlich gut abgeschnitten, wenngleich die Unternehmensergebnisse um ca. 1,5 Prozent gesunken seien. Insgesamt befinde sich aber die rheinland-pfälzischen Einkommensentwicklungen im bundesweiten Trend. ‚Trotz einiger unbelehrbarer Dumpingaktionen im Lebensmittelbereich ist eine Stabilisierung der Verbraucherpreise abzusehen. Dies wird insgesamt zu einer Stabilisierung der Erzeugerpreise führen‘, so Blum abschließend.

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EU-Kommission will höhere Milchquoten ab 2008

Brüssel (agrar.de) – Wegen der wachsenden Nachfrage in der Europäischen Union und auf den Weltmärkten hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, die Milchquoten ab 1. April 2008 um zwei Prozent aufzustocken. Das hätte eine Erhöhung der EU-Gesamtproduktion um 2,84 Millionen Tonnen zur Folge. Der Vorschlag ist unabhängig von der derzeit laufenden Überprüfung der Lage auf dem Milchmarkt im Rahmen des Gesundheitschecks der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Dabei hatte die Kommission angeregt, die Quoten stufenweise anzuheben, bevor die Regelung am 31. März 2015 ausläuft. Wenn Rat und Parlament rasch zu einer Entscheidung kommen, kann die Aufstockung am 1. April 2008 in Kraft treten.

‚Die GAP-Reform gibt den Landwirten die Freiheit, für den Markt zu produzieren, und restriktive Milchquoten sind damit nicht zu vereinbaren‘, sagte EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel. ‚Die Milchpreise sind im letzten Jahr stark gestiegen, und dementsprechend ist auch die Forderung nach höheren Quoten lauter geworden. Wir müssen unseren Landwirten die Möglichkeit geben, die gestiegene Nachfrage zu decken.‘

Als Teil der GAP-Reform von 2003 hatte die Kommission ursprünglich vorgeschlagen, die Milchquote über die 1,5 Prozent hinaus, die für elf Mitgliedstaaten bereits in der Agenda 2000 beschlossen worden waren, um weitere 2 Prozent anzuheben. Der Rat sprach sich gegen diese zusätzliche Aufstockung aus und forderte die Kommission auf, nach der Umsetzung der Reformbeschlüsse einen Bericht über die Marktperspektiven vorzulegen, bevor er eine endgültige Entscheidung trifft.

Bei der Reform von 2003 wurde die Regelung für den Milchsektor noch in weiteren Punkten geändert, um die Marktorientierung zu verstärken, u.a. durch eine Absenkung der Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver. Damals wurde außerdem vereinbart, dass die Milchquotenregelung im April 2015 auslaufen soll. Die positive Marktentwicklung und die Reform haben dazu beigetragen, dass 2007 alle Ausfuhrerstattungen zum ersten Mal seit Einführung der Regelung im Jahr 1968 auf Null reduziert wurden und dass die Interventionslager leergefegt sind. Die EU-internen Absatzbeihilfen konnten ebenfalls, wie bei der Reform erhofft, auf Null reduziert werden.

Die Kommission kommt in dem Bericht über die Marktperspektiven zu dem Schluss, dass für die steigende Produktion von Käse und Frischmilcherzeugnissen zwischen 2003 und 2007 zusätzlich 5,5 Millionen Tonnen Milch erforderlich waren, während die Milcherzeugung insgesamt stabil geblieben ist. Zusätzliche 8 Millionen Tonnen Milch seien zwischen 2007 und 2014 erforderlich, um die wachsende EU-interne Nachfrage insbesondere nach Käse zu decken. Gleichzeitig sind auch die Weltmarktaussichten positiv, weil die Nachfrage nach Nahrungsmitteln aus der EU vor allem in den Schwellenländern wächst. Ließe man die Quoten unverändert, könnte die EU von der steigenden Nachfrage und den hohen Preisen nicht profitieren.

Die Analyse der Kommission zeigt außerdem, dass der Markt ausreichende Möglichkeiten bietet, um eine Aufstockung der Quoten um 2 Prozent zu absorbieren. Während die Kommission davon ausgeht, dass die höheren Quoten vollständig ausgeschöpft werden, dürften die tatsächlichen Auswirkungen auf die Produktion geringer sein, weil in zahlreichen Mitgliedstaaten die einzelstaatlichen Referenzmengen zurzeit nicht in vollem Umfang genutzt werden.

Nationale Milchquoten (Land; Quote in kg)

Belgien; 3 427 288 740
Bulgarien; 998 580 000
Tschechische Republik; 2 792 689 620
Dänemark; 4 612 619 520
Deutschland; 28 847 420 391
Estland; 659 295 360
Irland; 5 503 679 280
Griechenland; 836 923 260
Spanien; 6 239 289 000
Frankreich; 25 091 321 700
Italien; 10 740 661 200
Zypern; 148 104 000
Lettland; 743 220 960
Litauen; 1 738 935 780
Luxemburg; 278 545 680
Ungarn; 2 029 861 200
Malta; 49 671 960
Niederlande; 11 465 630 280
Österreich; 2 847 478 469
Polen; 9 567 745 860
Portugal; 1 987 521 000
Rumänien; 3 118 140 000
Slovenien; 588 170 760
Slovakische Republik; 1 061 603 760
Finnland; 2 491 930 710
Sweden; 3 419 595 900
Vereinigtes Königreich 15 125 168 940

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Bioland fordert Stärkung der heimischen Bioerzeugung

Themen: Biolandbau,Förderung,Verbände,Wirtschaft — info @ 16:12

Immer mehr Bio-Importe: Drohender Verlust von Wertschöpfung und Umweltwirkung

Mainz (agrar.de) – Angesichts der weiter aufgehenden Schere zwischen boomendem Biomarkt und Rohstoffknappheit aus heimischer Produktion sieht der Bioland-Verband einen erheblichen Verlust von Wertschöpfung und positiven Umweltwirkungen in Deutschland. Die positiven Marktentwicklungen werden von der Politik bisher nicht aufgegriffen.

‚Biolandbau schafft Arbeitsplätze und leistet sehr viel zum Schutz von Klima, Boden, Wasser und Natur. Diese gesellschaftlichen Vorteile werden nicht ausgeschöpft‘, so Thomas Dosch, Präsident von Bioland.

Ein Hauptgrund für das verhaltene Umstellungsinteresse ist die nicht leistungsgerechte Honorierung des Biolandbaus. ‚Bund und Länder müssen nun endlich die Förderbremse lösen und die heimische Biolandwirtschaft wirkungsvoll unterstützen‘, so Dosch.

Mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent der ökologisch bewirtschafteten Flächen ist 2006 in Deutschland ein historischer Tiefstand erreicht. Dagegen lag das Marktwachstum im gleichen Zeitraum bei 18 Prozent. Die Zahl der registrierten Importeure von Bioprodukten erhöhte sich um 16,8 Prozent. Auch für 2007 ist von einer unzureichenden Umstellungsquote Richtung Bio in Deutschland auszugehen, während Bioland-Lebensmittelhersteller und Handel dringen heimische Qualitätsware suchen. Der für 2007 geschätzte Absatz ist wieder zweistellig.

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Jeder 20. Betrieb in Baden-Württemberg wirtschaftet ökologisch

Brenner: Zahl der Öko-Betriebe allerdings leicht rückläufig – Ökologisch bewirtschaftete Fläche nimmt aber um 6 Prozent zu – Agrarstrukturerhebung 2007

Stuttgart (agrar.de) – Der ökologische Landbau im Land profitiert offensichtlich nur eingeschränkt von der gestiegenen Nachfrage nach ökologischen Produkten. Die Zahl der Betriebe, die im Jahr 2007 teilweise oder vollständig nach den Vorgaben der EU-Verordnung zum ökologischen Landbau wirtschaften, beziffert sich auf 2.896. Dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse im Rahmen der Vorstellung der Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2007.
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Verstärkter Anbau von Energiepflanzen im Südwesten

Vor allem Raps und Silomais profitieren – Jeder zwölfte Landwirt verdient mit erneuerbarer Energie – Ergebnisse der Agrarstrukturerhebung 2007

Stuttgart (agrar.de) – Bei der Bodennutzung der landwirtschaftlichen Betriebe ist eine starke Flächenzunahme bei den sogenannten Energiepflanzen festzustellen1). Dies sagte die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner, heute vor der Presse im Rahmen der Vorstellung der Ergebnisse zur Agrarstrukturerhebung 2007.

An der Spitze der Zunahmen standen Raps und Silomais. Winterraps wurde gegenüber 2003 auf rund 3.000 Hektar (ha) mehr angebaut und erreichte einen historischen Höchststand von 70.500 ha. Die Silomaisflächen wurden seit dem relativen Tiefstand im Jahr 2001 (67.600 ha) kontinuierlich wieder ausgedehnt und beanspruchten im Jahr 2007 eine um über 21.000 ha größere Ackerfläche (89.000 ha). Zusammen mit Körnermais und Corn-Cob-Mix erreichte der Maisanbau eine Ausdehnung von 154.000 ha und bedeckte damit rund 11 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Südwesten.

Bei beiden Fruchtarten ist der Anteil, der tatsächlich zur Erzeugung erneuerbarer Energien herangezogen wird, unbekannt. Denn Winterraps wird nicht nur zu Biodiesel verarbeitet, sondern wandert auch zur Herstellung von Speiseöl in die Ernährungsindustrie. Nur bei Winterraps aus dem Anbau von stillgelegten Flächen (ca. 16.500 ha) kann mit Sicherheit von einer rein energetischen Verwendung ausgegangen werden.

Derzeit besteht weltweit eine starke Nachfrage nach landwirtschaftlichen Rohstoffen. Vor allem Weizen, Gerste und Mais wetteifern aufgrund der verbesserten Erlössituation um Flächenanteile. Als Konsequenz wurde im laufenden Anbaujahr 2007/2008 die Pflicht zur Flächenstilllegung in der EU ausgesetzt. In 2006/2007 nahm die Stilllegungsfläche in Baden-Württemberg noch 8,3 Prozent der Ackerfläche ein (69.500 ha). Auf 42,3 Prozent der stillgelegten Fläche wurde die Möglichkeit genutzt und nachwachsende Rohstoffe angebaut, neben Winterraps waren dies vor allem Silomais und Winterweizen.

41.000 Hektar Fläche für die Biogaserzeugung

Viele Landwirte erweitern ihre Einkommensmöglichkeiten und entwickeln sich in Richtung Energiewirt, wie die steigende Zahl an Biogasanlagen verdeutlicht. Zur Deckung des Bedarfs der Biogasanlagen werden in Baden-Württemberg insgesamt 41.000 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche beansprucht, die sich auf rund 2.700 Betriebe in Baden-Württemberg verteilt. Ungefähr auf der Hälfte davon (ca. 21.000 ha) wächst Silomais, womit rund ein Viertel der gesamten Silomaisanbaufläche in Baden-Württemberg zur Erzeugung von Biogas benötigt wird.

Ein weiterer wichtiger Lieferant (22 Prozent der Fläche zur Biogaserzeugung) für die Biogasanlagen ist der Aufwuchs von Dauergrünland. Da hier jedoch oftmals eine gemischte Nutzung anzutreffen ist – je nach Bedarf wird der Aufwuchs für Futterzwecke oder die Biogaserzeugung verwendet – ist eine exakte Flächenzuordnung schwierig. Die Schwerpunkte der Flächen zur Biogasproduktion im südöstlichen Baden-Württemberg die Landkreise Biberach und Alb-Donau-Kreis sowie die benachbarten Landkreise Sigmaringen und Ravensburg und im östlichen Schwarzwaldvorland die Landkreise Rottweil und der Schwarzwald-Baar-Kreis. Damit wachsen die Rohstoffe also in unmittelbarer Nähe zu den Zentren der Biogasanlagen.

Auch andere Formen erneuerbarer Energie bieten Einkommenspotenzial
Dass im Bereich der erneuerbaren Energie große Chancen gesehen werden, zeigt sich auch daran, dass mittlerweile annähernd jeder zehnte Landwirt (8,4 Prozent) angibt, Einkünfte aus der Erzeugung erneuerbarer Energie zu beziehen. Dazu zählt nicht nur die Gewinnung von Biogas, sondern auch die Nutzung von Wind, Solarenergie oder die Erzeugung von Brennholz oder Holzhackschnitzeln. Innerhalb von nur vier Jahren hat sich diese Quote vervierfacht.

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