20. Dezember 2007

Niedersachsen: Winterweizenfläche steigt weiter

Starker Rückgang beim Rapsanbau – Widrige Aussaatbedingungen im Herbst

Hannover (agrar.de) – Weltweiter Hunger nach Weizen mit einem starken Preisanstieg in diesem Jahr hat sich auch in Niedersachsen in einer nochmals vergrößerten Anbaufläche niedergeschlagen. Nach Angaben des Landvolks Niedersachsen haben die Bauern im vergangenen Herbst auf ungefähr 430.000 Hektar (ha) Winterweizen ausgesät, das ist gegenüber dem Herbst 2006 ein Anstieg um mehr als 30.000 ha oder 8,6 Prozent. Das haben erste Trendberechnungen des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik ergeben.

Nach zweimaligem Rückgang der Fläche hat der Winterweizen damit wieder an Boden gewonnen. Dazu hat aber nicht nur der Preisanstieg beigetragen, mitverantwortlich waren auch die schlechten Aussaatbedingungen durch den regenreichen Herbst. Viele Anbauplanungen mussten umgestellt werden, weil die Äcker zur Bestellung zu nass waren. Als spätsaatverträglichste Kultur blieb zum Schluss nur der Weizen. Allerdings haben sich die Bestände durch die ungünstige Witterung bisher nicht so gut entwickelt. Die Saaten wurden im September schlechter als im Durchschnitt und wesentlich schlechter als im vergangenen Herbst beurteilt. Manche Flächen müssen wegen der Nässe unter Umständen sogar im Frühjahr wieder umgepflügt werden.

Geringfügig zugelegt hat der Roggen, dessen Anbaufläche um 2,6 Prozent von 144.240 ha auf 148.000 ha gestiegen ist. Die rasante Steigerung des Anbaus um 20 Prozent im vergangenen Jahr nach etlichen Jahren des Rückgangs hat sich trotz der erheblich gestiegenen Erlöse in diesem Herbst nicht wiederholt. Ungünstige Aussaatbedingungen dürften dabei
ebenso eine Rolle gespielt haben wie extrem knappes Saatgut sowie die Anbauausdehnung zugunsten von Weizen. Stark eingeschränkt wurde demgegenüber der Anbau von Wintergerste, und zwar um ungefähr 10.000 ha oder 5,5 Prozent auf knapp 187.000 ha.

Nur leicht an Fläche verloren hat dagegen Triticale, die aber bereits in den Jahren zuvor immer weniger angebaut wurde. Ihr Anbau sank lediglich von 74.500 ha auf knapp 74.000 ha.

Besonders stark ist trotz sehr guter Marktaussichten der Rapsanbau im vergangenen Herbst eingeschränkt worden, nachdem die Rapsfläche zur Ernte in diesem Jahr Rekordhöhe erreicht hatte. Der Rapsanbau schrumpfte um gut 20 Prozent von 150.000 auf 120.000 ha. Schuld daran waren in erster Linie widrige Witterungsbedingungen zur Aussaat sowie die verspätete Ernte der Vorfrüchte. Trotz der insgesamt schwierigen Bedingungen für die Herbstbestellung wurde aber wieder genau soviel Fläche mit Wintersaaten bestellt wie im vergangenen Jahr. Dabei hat der Weizen seine Vorrangstellung weiter ausgebaut und nimmt mehr als die Hälfte der mit Wintergetreide bestellten Fläche ein. Zweitwichtigstes Getreide bleibt die Wintergerste.

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Weniger Schaf- und Ziegenfleisch in der EU

Immer geringere Wirtschaftlichkeit führt zu rückläufigen Tierzahlen

Hannover (agrar.de) – Die Erzeugung von Schaf- und Ziegenfleisch in der EU geht immer weiter zurück. Für 2007 erwartet der Prognoseausschuss für Schaf- und Ziegenfleisch bei der EU-Kommission eine Bruttoeigenerzeugung von insgesamt rund 1,125 Mio. Tonnen (t), berichtet der Landvolk-Pressedienst. Das wären rund 2,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn schätzt die Produktion für das wichtigste europäische Erzeugerland Großbritannien in 2007 auf 322.000 t, das wären 3,6 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Produktion in Spanien soll um 0,4 Prozent auf 250.000 t sinken. Für Frankreich wird eine Abnahme um 3,8 Prozent auf 127.000 t und für Griechenland um 2,8 Prozent auf 105.000 t erwartet. Während die Produktion im Irland um 8,8 Prozent auf 62.000 t sinken soll, wird für Deutschland eine Verringerung der Schaf- und Ziegenfleischproduktion um 6,8 Prozent auf nunmehr 41.000 t erwartet.

Bereits seit einigen Jahren verkleinern die europäischen Schaf- und Ziegenhalter ihre Her-den. So wurden 2004 in der EU-27 noch 98,79 Mio. Schafe und 13,7 Mio. Ziegen gezählt, in diesem Jahr waren es mit schätzungsweise 91,9 Mio. Schafe und knapp 12 Mio. Ziegen bereits 7,6 Prozent weniger Tiere. Dabei haben vor allem die Schafhalter in fast allen Staaten die Zahl ihrer Tiere in diesem Jahr abgestockt, da sich die Haltung immer weniger rentiert. Allein in Großbritannien und Spanien sollen die Bestände in diesem Jahr um jeweils rund drei Prozent auf dann 22,74 Mio. bzw. 21,5 Mio. Tiere sinken. Die französischen Landwirte haben die Zahl ihrer Schafe um schätzungsweise knapp 2,0 Prozent auf 8,32 Mio. Tiere verringert. Gegen den allgemeinen Trend haben die Landwirte in Italien ihre Schafherden leicht vergrößert, da sich dort die Wirtschaftlichkeit in der Schafmilcherzeugung seit 2006 verbessert hat.

In Deutschland befindet sich die Schafhaltung ebenfalls weiter auf dem Rückzug. Allein seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Schafe um gut zehn Prozent zurückgegangen. Damals wurden noch 2,74 Mio. Schafe gehalten, die jüngste Viehzählung weist nur noch 2,44 Mio. Tiere aus. Innerhalb eines Jahres haben die Schafhalter die Zahl ihrer Tiere damit um 4,5 Prozent reduziert. Denn auch hierzulande gilt die Schafhaltung als wenig wirtschaftlich; Wolle ist ohnehin mittlerweile nur noch ein bedeutungsloses Nebenprodukt, dessen Verkauf kaum die Kosten für die Schafschur deckt. Aber auch das Fleisch bringt unter dem Strich nur einen unbefriedigenden Ertrag. Als Folge des Bestandsrückgangs ist auch die Eigenversorgung mit Schaffleisch weiter gesunken. Da die Fleischproduktion um knapp sieben Prozent geringer ausfällt als im Jahr zuvor, kann sich Deutschland nur noch ungefähr zur Hälfte selbst mit Schaffleisch versorgen, die andere Hälfte des Bedarfs muss durch Importe gedeckt werden. EU-weit besteht ebenfalls eine Versorgungslücke, die größtenteils durch Importe aus Neuseeland gedeckt werden muss.

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RLV: Milch ist wichtigste Geldquelle der Bauern

Themen: Milch,Pflanzen,Statistik,Tiere,Verbände,Wirtschaft — info @ 08:12

Produktionswert der Landwirtschaft wächst auf 44,7 Mrd. Euro

Bonn (agrar.de) – Das meiste Geld erzielen deutsche Landwirte nicht im Stall, sondern vom Acker. Wie der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) mitteilt, war jedoch die Milch mit einem Produktionswert von 9,8 Mrd. Euro auch in diesem Jahr wieder die wichtigste Geldquelle der Bauern. Es folgen Getreide mit 7 Mrd. Euro und die Schweineerzeugung mit 5,5 Mrd. Euro Produktionswert.

Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft beträgt im Jahr 2007 schätzungsweise 44,7 Mrd. Euro und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent an. Der Wert der tierischen Erzeugung liegt in diesem Jahr bei etwa 21,1 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 8 Prozent. Bei Milch wächst der Produktionswert deutlich um 23 Prozent auf 9,8 Mrd. Euro an.

Allerdings kommt es bei Schlachtschweinen vor allem preisbedingt zu einem Rückgang des Erzeugungswertes um 7 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro. Bei Rindern geht der Produktionswert um 5 Prozent auf 3 Mrd. Euro zurück. Der Produktionswert von Geflügel ist auf Grund der aufgestockten Tierbestände und der höheren Erzeugerpreise um 17 Prozent auf 1,5 Mrd. Euro angestiegen. Auch bei den Eiern haben sich die Erzeugerpreise erholt und der Wert der Eiererzeugung erhöht sich um 17 Prozent auf 0,7 Mrd. Euro.

Deutlich angestiegen ist der Produktionswert in der pflanzlichen Erzeugung. Hier beträgt der Produktionswert in diesem Jahr schätzungsweise 21,8 Mrd. Euro und damit 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Grund hierfür sind im Wesentlichen die höheren Erzeugerpreise. Der Produktionswert von Getreide steigt um 50 Euro auf 7 Mrd. Euro, bei Ölsaaten um 21 Euro auf 1,5 Mrd. Euro an. Bei Futterpflanzen dürfte sich der Produktionswert um 8 Euro auf 4,4 Mrd. Euro erhöhen. Der Produktionswert bei Kartoffeln steigt um etwa 6 Euro auf etwa 1,2 Mrd. Euro an und bei Zuckerrüben dürfte der Wert mit 0,8 Mrd. Euro weitgehend unverändert bleiben. Bei Obst und Wein hat sich der Produktionswert dagegen positiv entwickelt.

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19. Dezember 2007

Rentenbank erhöht Zinsen für Sonderkredite

Themen: Banken,Förderung,Wirtschaft — info @ 15:12

Frankfurt (agrar.de) – Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat die Zinssätze ihrer hauseigenen Sonderkreditprogramme ‚Landwirtschaft‘, ‚Junglandwirte‘, ‚Umweltschutz und Nachhaltigkeit‘ sowie ‚Ländliche Entwicklung‘ mit sofortiger Wirkung nominal um bis zu 0,20 Prozentpunkte erhöht. Sonderkredite mit einer Laufzeit von 10 Jahren kosten jetzt für Junglandwirte und im Sonderkreditprogramm ‚Umweltschutz und Nachhaltigkeit‘ z. B. bei 10-jähriger Zinsbindung effektiv mindestens 5,11 Prozent, bei 5 jähriger Zinsbindung 5,06 Prozent.

Die Sonderkredite der Förderbank für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum dürfen neben anderen zinsverbilligten Krediten eingesetzt werden. Außerdem ist die Inanspruchnahme von Zuschüssen aus öffentlichen Mitteln möglich. Wie bei den Darlehen der Rentenbank üblich, sind die Kreditanträge formlos an die Hausbank zu richten.

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Bayern prüft Klage gegen EU-Bodenschutz-Richtlinie

Themen: Agrarrecht,Bayern,EU,GAP,Umwelt — info @ 13:12

„Brüssel bringt mehr Bürokratie, aber nicht mehr Bodenschutz“

München (agrar.de) – Irgendwann muss Schluss sein. Mit diesen Worten kommentierte Bayerns Umweltminister Otmar Bernhard die aktuellen Überlegungen Brüssels, über eine EU-Bodenschutz-Richtlinie auch noch die ureigensten Belange der Länder regulieren zu wollen. Bernhard: ‚Unsere Heimaterde, der Boden unter unseren Füßen sichert unser Überleben und braucht unseren Schutz. Auf die lokalen Verhältnisse abgestimmte Strategien sind für einen wirksamen Bodenschutz viel besser geeignet als eine europaweite Nivellierung am grünen Tisch.

Die überbordende EU-Einmischung bringt mehr Bürokratie, aber nicht mehr Bodenschutz.‘ Eine zentrale Koordination der EU macht beispielsweise beim Gewässerschutz Sinn, denn die großen Flüsse machen an Ländergrenzen nicht halt. Im Gegensatz zu Wasser fließt Erde allerdings nicht ins Nachbarland, ergänzte der Minister. Kurz vor der Entscheidung der EU-Umweltminister am morgigen Donnerstag unterstützt Bernhard daher voll und ganz die ablehnende Haltung der beiden Bundesminister Seehofer und Glos und äußert Unverständnis gegenüber der von Bundesumweltminister Gabriel signalisierten Zustimmung zur Richtlinie. ‚Wir sollten die Richtlinie nicht nur ablehnen, sondern sogar eine Schippe drauf legen und die Regelungszuständigkeit der EU einmal grundsätzlich hinterfragen‘, so Bernhard. Er lasse deshalb derzeit prüfen, ob eine Subsidiaritätsklage im Zusammenhang mit der Bodenschutz-Richtlinie Erfolg versprechend sein könnte.

Die mit der Bodenschutzrichtlinie verbundenen zusätzlichen Lasten stehen nach den Worten des Ministers völlig außer Verhältnis zum möglichen Nutzen: ‚Die umfangreichen Kartierungs-, Berichts- und Dokumentationspflichten des Entwurfs schaffen nur teure und aufwändige Bürokratie, bringen für den Bodenschutz aber keinen Mehrwert‘, so der Minister. Dem Schutz des Bodens hat Bayern immer schon hohe Priorität eingeräumt und als eines der ersten Länder in Deutschland 1991 ein eigenes Bodenschutzprogramm beschlossen, das 2006 fortgeschrieben und an die aktuellen Erfordernisse angepasst wurde.

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NABU: Bundesregierung knickt vor Bauernlobby ein

Themen: Agrarrecht,Umwelt,Verbände — info @ 09:12

Unselt: Umwelt-Musterknabe Deutschland darf EU-Bodenschutz nicht kippen

Berlin (agrar.de) – Der NABU hat die Ankündigung der Bundesregierung scharf kritisiert, den Vorschlag für eine EU-Bodenschutzrichtlinie beim EU-Umweltministerrat am kommenden Donnerstag in Portugal abzulehnen. ‚Der selbst ernannte Klima- und Umwelt-Musterknabe Deutschland knickt mit seiner Blockadehaltung vor der Bauernlobby ein und gefährdet damit ein wichtiges Umweltvorhaben‘, sagte NABU-Vize-Präsident Christian Unselt. Gerade angesichts des Klimawandels sei es entscheidend, die natürlichen Puffer- und Speicherfunktionen der Böden zu erhalten und die alarmierende Verschlechterung der Bodenqualität mit Hilfe einer europäischen Regelung zu vermeiden. Die Bundesregierung behauptet jedoch plötzlich, dass die Richtlinie dem Prinzip der Subsidiarität widerspreche, es also keinen Regelungsbedarf auf EU-Ebene gebe. Vorausgegangen war ein massiver Druck von Seiten der Landwirtschaft, die zusätzliche Bürokratie und Kosten befürchtet hatten.

Die Position der Bundesregierung ist umso unverständlicher, als Bundesumweltminister Gabriel noch vor einem Jahr in einem Schreiben der EU-Umweltminister an die Europäische Kommission gefordert hatte, ein rechtlich verbindliches Instrument zum Bodenschutz in Europa zu erlassen. Nach Auffassung des NABU wird die Bundesregierung mit ihrer jetzigen Blockadeposition ihrer Europa- und umweltpolitischen Verantwortung nicht gerecht. Es sei dringend erforderlich, den Bodenschutz auf europäischer Ebene zu harmonisieren und EU-weite Standards für Risikogebiete und Maßnahmenprogramme zu definieren. Daher sei das Argument der Subsidiarität offensichtlich nur vorgeschoben, um den Interessen der Agrarlobby entgegenzukommen. ‚Wir appellieren an die Bundesregierung, ihre Verhinderungs-Taktik aufzugeben und die Chancen einer EU-weiten Bodenschutzregelung konstruktiv zu nutzen‘, so Unselt weiter.

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Deutlicher Rückgang des Zuchtschweinebestands in Deutschland

Wiesbaden (agrar.de) – Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im November 2007 26,9 Millionen Schweine und 12,6 Millionen Rinder in landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland gehalten. Dies zeigen die vorläufigen Ergebnisse der repräsentativen Erhebung der Rinder- und Schweinebestände zum Stichtag 3. November 2007. Damit ist sowohl die Zahl der Schweine als auch der Rinderbestand um 0,6 Prozent gegenüber Mai 2007 zurückgegangen.

Die derzeit sehr geringen Preise für Ferkel spiegeln sich im Rückgang der Ferkelproduktion wider (- 6,1 Prozent). Im Vergleich zur Erhebung im Mai 2007 standen rund 434.000 weniger Ferkel (Tiere mit einem Lebendgewicht bis zu 20 Kilogramm) in deutschen Ställen. Auch die Anzahl der Zuchtsauen (- 3,8 Prozent), besonders die der trächtigen Jungsauen (- 12,3 Prozent), reduzierte sich deutlich. Bei Mastschweinen ist dagegen eine leichte Zunahme um 0,7 Prozent auf 11,1 Millionen Tiere zu verzeichnen.

Die Entwicklung ist auf regional unterschiedliche Tendenzen zurückzuführen: Insbesondere in Niedersachsen und Nordrhein- Westfalen ist die Anzahl der Schweine deutlich gesunken. So wurde der Bestand in Niedersachsen im letzten halben Jahr um knapp 124.000 Tiere (- 1,5 Prozent) auf 8,1 Millionen Schweine reduziert. In Nordrhein- Westfalen wurden 6,3 Millionen Schweine gehalten. Das sind 132.000 Tiere weniger als im Mai 2007. Dagegen wird die Schweineproduktion in den neuen Ländern stetig ausgebaut. Im November wurden dort gut 4 Millionen Schweine gehalten, also 3,7 Prozent oder 146.000 Tiere mehr als noch im Mai 2007. Insbesondere der Bestand an Mastschweinen wurde um 79.000 Tiere oder 6,3 Prozent auf nunmehr 1,3 Millionen Tiere aufgestockt.

In der Rinderhaltung setzt sich der rückläufige Trend der letzten Jahre fort. Mit 12,6 Millionen Rindern wurden im November 2007 gut 80.000 Tiere weniger gezählt als noch im Mai. Dagegen lag der Bestand an Milchkühen (- 0,1 Prozent) im November 2007 mit rund 4,1 Millionen Tieren auf dem Niveau vom Mai 2007. Als eine Ursache dafür können die gestiegenen Milchpreise und der überregionale Handel mit Milchquoten angesehen werden. Regional entwickelte sich die Zahl der Milchkühe parallel zu den Handelsströmen der Milchquoten in den seit Juni 2007 zusammengefassten Übertragungsgebieten. Insbesondere in Schleswig- Holstein hat die Anzahl der Milchkühe deutlich um 4,2 Prozent oder 14.000 Tiere auf nun 351.000 Tiere zugenommen. Dem steht ein Bestandsabbau zum Beispiel in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gegenüber.

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18. Dezember 2007

Weihnachtsbraten aus Sachsen-Anhalt?

Halle (agrar.de) – Gänse-, Enten- oder Putenbraten steht bei vielen Familien zum Weihnachtsfest traditionell auf der Speisekarte. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden im Mai 2007 allein in den landwirtschaftlichen Betrieben Sachsen-Anhalts 0,9 Millionen Gänse, Enten und Truthühner gehalten. Das waren 6.700 Tiere mehr als zur Vorerhebung vom Mai 2005.

Im Einzelnen wurden 9.700 Gänse, 213.300 Enten und 679.000 Truthühner in den landwirtschaftlichen Betrieben ermittelt. Das waren 3.400 Gänse und 29.100 Enten mehr als vor zwei Jahren. Der Bestand an Truthühnern fiel um 25.800 Tiere (- 3,7 Prozent) geringer aus als im Jahr 2005.

Den Hauptanteil am Nutzgeflügelbestand von insgesamt 9,8 Millionen Tieren macht der Hühnerbestand mit 8,9 Millionen Tieren (2005 = 8,1 Millionen Tiere) aus. Er teilt sich in 3,1 Millionen Legehennen, 1,7 Millionen Junghennen und 4,1 Millionen Masthühner auf. Hier ist gegenüber 2005 bei den Legehennen und den Junghennen eine Aufstockung des Bestandes um jeweils 0,6 Millionen Tiere (+ 22,4 bzw. + 50,8 Prozent) zu verzeichnen. Der Bestand an Masthühnern nahm im gleichen Zeitraum um 0,3 Millionen Tiere (- 7,5 Prozent) ab.

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Mecklenburg-Vorpommern: Rinder- und Schweinebestand leicht angestiegen

Schwerin (agrar.de) – Im November 2007 hielten die Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern 778.700 Schweine. Das sind 25.700 Tiere bzw. 3,4 Prozent mehr als vor einem Jahr und zugleich der höchste Bestand seit 1993. Wie das Statistische Amt zu diesen vorläufigen Ergebnissen weiter mitteilt, stieg im gleichen Zeitraum auch der Rinderbestand um 2,0 Prozent auf nunmehr 544.200 Tiere.

Die Schweinehaltung ist dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Jahr in Folge der Bestand deutlich anstieg. Allerdings ist die positive Entwicklung bei den Zuchtsauen, die für 2006 festgestellt werden konnte (2006 gegenüber 2005: Anstieg um 9 Prozent), für 2007 nicht mehr zu verzeichnen; ihre Anzahl ist um 4 Prozent auf 80.200 Tiere zurückgegangen. Das anhaltend niedrige Preisniveau, vor allem auch auf dem Ferkelmarkt, trug in den zurückliegenden Monaten offensichtlich nicht dazu bei, die Schweineproduktion nachhaltig zu beleben.

Insgesamt halten rund 700 Betriebe Schweine; 300 Betriebe betreiben Schweinezucht.

In der Rinderhaltung setzte sich die positive Entwicklung des Vorjahres fort. Bemerkenswert ist dabei, dass zum ersten Mal seit 1995 der Bestand an Milchkühen nicht rückläufig war. Augenscheinlich beeinflusst durch die Ergebnisse der Milchquotenbörsen und die Anhebung der Milchpreise erhöhte sich der Milchkuhbestand gegenüber November 2006 um 1,9 Prozent auf 172.300 Tiere. Ebenfalls gewachsen ist der Bestand an Ammen- und Mutterkühen um 4,9 Prozent auf 70.600 Tiere.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit Rinderhaltung verringerte sich um rund 5 Prozent auf 2.300. In 800 Betrieben werden Milchkühe gehalten, in 1.300 Betrieben Ammen- und Mutterkühe.

Rinder- und Schweinebestände seit 1991 *)

Jahr; Rinder insgesamt; Milchkühe; Ammen- und Mutterkühe; Schweine (in 1.000)

1991; 730,9; 248,4; 11,5; 1:152,5
1992; 592,3; 221,9; 31,7; 969,6
1993; 626,7; 235,7; 36,7; 791,1
1994; 629,5; 226,2; 44,8; 609,1
1995; 641,1; 233,1; 49,6; 527,4
1996; 636,1; 231,2; 52,2; 584,0
1997; 611,5; 226,0; 55,3; 601,1
1998; 595,8; 204,0; 61,8; 614,2
1999; 590,2; 193,2; 73,3; 678,5
2000; 573,6; 185,8; 76,0; 658,7
2001; 577,4; 182,4; 75,0; 668,5
2002; 563,1; 180,4; 69,2; 675,9
2003; 557,3; 179,6; 66,8; 699,1
2004; 545,0; 179,9; 66,0; 684,8
2005; 526,3; 173,8; 62,9; 693,4
2006; 533,3; 169,2; 67,3; 753,0
2007; 544,2; 172,3; 70,6; 778,7

______
*) Stichtag: 3. November; bis 1997: 3. Dezember

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17. Dezember 2007

Forschungsbereich des BMELV stellt sich neu auf

Themen: Bildung,Forschung — info @ 17:12

Braunschweig (agrar.de) – Zum 1. Januar 2008 erhält der Forschungsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ein neues Gesicht. Die bisher sieben Bundesforschungsanstalten werden zu vier Bundesforschungsinstituten zusammengeführt. Die neuen Einrichtungen werden nach Wissenschaftlern benannt, die für das jeweilige Forschungsgebiet Herausragendes geleistet haben.

So wird das neue Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen Julius Kühn-Institut heißen. Der 1825 bis 1910 lebende Namenspatron gilt als Begründer der Phytopathologie, also der Lehre von den Pflanzenkrankheiten. In diese Einrichtung gehen die jetzige Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA), die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) sowie Teile der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) auf; Hauptsitz ist Quedlinburg. Braunschweig bleibt ein weiterer wichtiger Standort mit insgesamt sechs Fachinstituten. Daneben wird es künftig fünf Außenstandorte geben (Kleinmachnow bei Berlin, Dossenheim bei Heidelberg, Siebeldingen/Pfalz, Dresden und Groß Lüsewitz).

Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel wird nach Max Rubner benannt. Rubner (1854-1932) befasste sich mit ernährungsphysiologischen Themen und war Nachfolger von Robert Koch am Lehrstuhl für Hygiene der Universität Berlin. Das Max Rubner-Institut geht aus der jetzigen Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) hervor, die 2004 aus vier produkt- und ernährungsbezogenen Bundesforschungsanstalten gebildet wurde. Der Hauptsitz ist Karlsruhe, Nebenstandorte werden Kiel, Detmold und Kulmbach sein.

Bereits seit Mitte 2004 gibt es das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, mit Hauptsitz auf der Insel Riems. Friedrich Loeffler (1852-1915), zeitweise Mitarbeiter von Robert Koch, beschrieb den Erreger der Maul- und Klauenseuche und war damit Mitbegründer der Virologie. Das Institut auf der Ostseeinsel ist die älteste virologische Forschungsstätte der Welt. Das Friedrich-Loeffler-Institut wird um den Forschungsbereich „Tier“ der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) erweitert und soll künftig Nebenstandorte in Mariensee bei Neustadt a. Rbg. und Jena haben.

Der größte Teil der bisherigen FAL bildet zusammen mit den Bundesforschungsanstalten für Fischerei und für Forst- und Holzwirtschaft das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Thünen (1783-1850) war Agrar- und Wirtschaftswissenschaftler, der theoretische Kenntnisse der Mathematik mit praktischen Erfahrungen aus seinem landwirtschaftlichen Musterbetrieb in Mecklenburg vereinte. Der Hauptsitz des von Thünen-Instituts mit insgesamt sechs Fachinstituten ist Braunschweig. Fünf Fachinstitute befinden sich in Hamburg, daneben wird es in Außeninstitute in Großhansdorf, Eberswalde, Trenthorst und Rostock geben.

Alle vier Bundesforschungsinstitute werden von der Mitarbeiterzahl her eine vergleichbare Größe haben. Um die Flexibilität zu erhöhen, erhalten die Einrichtungen eine größere Eigenständigkeit in Sachen Haushalt, Organisation und Personal. Ziel der jetzigen Umstrukturierung ist es, die BMELV-Ressortforschung an geänderte Schwerpunkte auszurichten und so fortzuentwickeln, dass sie mit den vorhandenen Ressourcen auch künftig exzellente Forschung und Politikberatung betreiben kann.

Zum Forschungsbereich des BMELV zählt weiterhin das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin. Daneben sind sechs Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft, die von Bund und Ländern gemeinsam finanziert werden, dem Forschungsbereich zugeordnet.

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